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    Spacer 03.05.2018 16:36 SpacerOptimiert für das Format 16:9    
 

Kurz & bündig
Kultur · Wissenschaft

Radiotipp

Marktplatz. Trennung ohne Trauschein. Wie Unverheiratete vorsorgen sollten. Hörertel.: 00800.44644464.
10.10 Uhr, Deutschlandfunk.

NeuBundeswehr plante C-Waffeneinsatz. Sie werde chemische Waffen nicht entwickeln, erproben oder herstellen – sie werde den Besitz von C-Waffen nicht anstreben, erklärte die Bundesregierung immer wieder. Und sie dementierte Vorwürfe – unter anderem aus der DDR – dass sie genau das tue. Doch entgegen aller öffentlichen Dementis gab es in der Bundeswehr in den 1960er-Jahren umfassende Planungen für die Beschaffung und den Einsatz von Chemiewaffen. Das belegen Akten der Bundeswehr und der US-Regierung, die jahrzehntelang streng geheim waren, inzwischen aber offengelegt sind und jetzt von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung ausgewertet wurden.
20.30 Uhr, NDR Info.

Am Abend vorgelesen. Das kommunistische Manifest (1/2). Wolfgang Condrus liest aus der Schrift von Karl Marx. — Keine Schrift hat im selben Maße Geschichte geschrieben wie das „Kommunistische Manifest“. Es umfasst kaum mehr als 20 Seiten und erschien 1848 nur in kleiner Auflage. Es beschreibt die fundamentale Rolle, die die Ökonomie in der Geschichte und im Leben der Menschen spielt: „Das Sein bestimmt das Bewusstsein“, nicht umgekehrt
22.40 Uhr, NDR kultur.


Kultur

41. Göttinger Jazzfestival
Aufruf zur Bewerbung
Wer am diesjährigen Jazzfestival vom 16. bis 17. November in den Räumen des Deutschen Theaters teilnehmen möchte, richte bitte seine Bewerbung bis zum 15. Juni mit Bandinfo, Besetzungsliste, Farbfoto (300 dpi, min. 10cm breit) und Demo per Email an: info@jazzfestival-goettingen.de

Stadtbibliothek
Frühaufsteher-Service
Für Frühaufsteher bietet die Stadtbibliothek ab sofort einen neuen Service. Von 7 bis 10 Uhr, also vor den eigentlichen Öffnungszeiten, können in der Zentralbibliothek in der Gotmarstraße 8 Medien zurückgegeben werden. Im Windfang des Eingangs steht dafür ein Rückgabewagen bereit. Im Laufe des Vormittags buchen die Mitarbeiter/innen die Medien zurück. Anfallende Gebühren werden auf das Lesekonto gebucht. Den morgendlichen Service gibt es Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag. Vielleicht kann die eine und der andere so Versäumnisgebühren vermeiden.

Samuel-Bogumił-Linde-Literaturpreis
Preisverleihung am 3. Juni
Navid Kermani und Małgorzata Szejnert erhalten den Samuel-Bogumił-Linde-Literaturpreis 2018. Tickets zur Preisverleihung sind jetzt im Deutschen Theater erhältlich. Pro Person werden max. 2 Karten vergeben. Als Laudator für Navid Kermani hat Bundespräsident a.D. Joachim Gauck sein Kommen zugesagt. Die Laudatio auf Małgorzata Szejnert wird Adam Michnik, Bürgerrechtler, Oppositioneller, Mitbegründer und führender Kopf der Gewerkschaftsbewegung Solidarność und Chefredakteur der angesehenen Warschauer Tageszeitung Gazeta Wyborcza halten. Die Verleihung findet in Anwesenheit der Preisträger, der Laudatoren sowie Delegationen aus Göttingens polnischer Partnerstadt Toruń und aus den Partnerstädten Cheltenham, Pau und Wittenberg statt.

Göttinger Kultursommer
LogoDer Kartenvorverkauf für die Kultursommerreihe im Alten Rathaus startet am Sonnabend, 21. April. Auf dem Programm stehen im Jubiläumsjahr viele Highlights aus den Genres Kabarett, Literatur, Theater und Musik mit Matthias Habich, Nessi Tausendschön, Arnulf Rating, Reiner Kröhnert, August Zirner & Das Spardosen-Terzett, Chin Meyer und das Duo „Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie“.
Regelmäßige Aktualisierungen finden Sie auf der Seite →Kultur.

Internationale Händel-Festspiele
göttingen händel competition
Internationaler Nachwuchswettbewerb
Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr startet die „göttingen händel competition“ der Internationalen Händel-Fest­spiele Göttingen in die zweite Saison. Im Rahmen der diesjährigen Festspiele vom 10. bis 21. Mai unter dem Motto „Konflikte“ konkurrieren am 11. und 12. Mai acht vielversprechende Nachwuchsensembles aus dem Bereich der Alten Musik vor einer fünfköpfigen Jury. Dem Sieger winken das Preisträgerkonzert am 14. Mai im Muthaus der Burg Hardeg in Hardegsen sowie 5.000 Euro Preisgeld, gestiftet von der Göttinger Händel-Gesellschaft e.V.Weitere Informationen
Händel 4 Kids!-Programm liegt vor
Alljährlich bieten die Händel-Festspiele zahlreiche Programmpunkte für das junge Festspielpublikum. Im Mittelpunkt steht dieses Jahr „Der Streit im Walde – Die vier Jahreszeiten“, eine mitreißende Erzählung rund um Freundschaft und Streitigkeiten zwischen Bäumen, passend zum diesjährigen Festspielmotto „Konflikte“. Das Figurentheater Favoletta erweckt die spannende Geschichte szenisch zum Leben. Gemeinsam mit dem European Union Baroque Orchestra und der Musik um Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ gestalten sie eine vergnügliche Inszenierung für Kinder ab acht Jahren und Erwachsene.
Viel Spaß und hohen Unterhaltungswert für Jung und Alt bietet auch „Krach mit Bach“. Die zwei berühmten Komponisten Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach steigen allabendlich aus ihren Bilderrahmen des Musikzimmers im kleinen Schlossmuseum und streiten darüber, wer der bessere Komponist war.
Mit einem neuen Format richten sich die Festspiele an das ganz junge Nachwuchs-Publikum: Das erste Babykonzert „Kuckuck, was klingt denn da?“ ist für Babys und Kleinkinder von null bis zwei Jahren geeignet. Krabbelnd im Raum der Alten Fechthalle oder bei Mama und Papa auf Schoß und im Arm erleben sie klassische Musik hautnah und mit allen Sinnen.
Selbstverständlich stehen auch etablierte Formate wie die Kinder-Uni am 16. Mai im ZHG, Hörsaal 010 und die Familienfassung der Festspieloper Arminio am 21. Mai im Deutschen Theater Göttingen auf dem Programm.
Das Händel 4 Kids!-Heft mit ausführlichen Informationen zu allen Programmpunkten ist ab dem 16. April in vielen Geschäften der Göttinger Innenstadt erhältlich sowie online unter hndl.de/h4k abrufbar.

Neuerscheinung
Göttingen in den 40er und 50er Jahren
Cover HildebrandtUnter dem Titel „Aufgewachsen in Göttingen in den 40er und 50er Jahren“ hat die Göttinger „Literaturratte“ Cornelie Hildebrandt nun selbst eine Dokumentation herausgebracht, in der Zeitzeugen der Nachkriegszeit und des Neuanfangs zu Wort kommen. Das sei „unglaublich spannend“ gewesen, beschreibt sie ihre Erfahrungen, mit Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen und ihre sehr persönlichen Erinnerungen zu hören. In dem Buch sind fast ausschließlich private Fotos dieser Zeitzeugen enthalten, wodurch es „etwas ganz Besonderes“ geworden sei.
Hildebrandt war viele Jahre lang Projektleiterin der „Schülerlesetage Göttingen“.
64 Seiten mit zahlr. S/w-Fotos, Euro 12,90. Wartberg Verlag.

Museum Friedland
Wettbewerb für Erweiterungsbau
Der europaweite Realisierungswettbewerb für den Erweiterungsbau des Museums Friedland ist jetzt offiziell eröffnet worden. Geplant ist der Bau eines Besucher-, Medien- und Dokumentationszentrums. Eingebettet in eine landschaftsgärtnerisch gestaltete Anlage wird der Neubau zwischen dem historischen Bahnhof und dem Grenzdurchgangslager Friedland entstehen. Das neue Gebäude wird über Ausstellungsflächen von ca. 800qm sowie Seminar-, Bibliotheks-, Depot- und Büroräume verfügen. Es soll zur Begegnungsstätte werden, die eine Brücke zwischen dem Museum und dem Grenzdurchgangslager bildet. Die Baukosten in Höhe von rund 13 Millionen Euro werden vom Bund und vom Land Niedersachsen getragen.
Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hofft auf eine rege Beteiligung von Planungsbüros: „Das anspruchsvolle Niveau der Dauerausstellung im historischen Bahnhof ist Anreiz und Herausforderung zugleich.“ Die Verknüpfung des Betriebs einer Aufnahmeeinrichtung und eines Museums, das die Geschichte des Grenzdurchgangslagers Friedland darstellt, sei bundesweit einmalig. „Dadurch gelingt es nicht nur, zahlreiche Besucherinnen und Besucher mit der Ausstellung und den gezeigten Exponaten zu begeistern, sondern darüber hinaus die Themen Migration und Integration ein Stück weit erlebbar zu machen.“
Baufachlich begleitet und baulich realisiert wird der Museumsneubau durch das Staatliche Baumanagement Südniedersachsen. Ab sofort ist die Bekanntmachung des Wettbewerbs einsehbar unter http://vergabe.niedersachsen.de
→www.museum-friedland.de

 
Wissenschaft

Hörschwäche
Neuer Ansatz für künstliche Hörhilfen
mpi/umg — Optogenetische Cochlea-Implantate lassen taube Menschen eines Tages möglicherweise Musik hören. Forscherteam aus Frankfurter und Göttinger Hörforschern findet Voraussetzung für die verbesserte Verarbeitung von Tonfrequenzen über rote Lichtpulse.Weitere Informationen

Ur- und Frühgeschichte
Älteste Holzskulptur der Welt
ist 11.500 Jahre alt

pug — Seit mehr als 100 Jahren steht im Museum von Jekaterinburg eine monumentale Holzskulptur, die 1894 rund 50 Kilometer nördlich der Stadt im Shigir-Moor von Goldschürfern entdeckt wurde. Ihr Alter war jahrzehntelang völlig unklar. Ein deutsch-russi­sches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat nun erstmals eine systematische Radiokarbondatierung der Figur organisiert: Mit einem Alter von rund 11.500 Jahren ist die Figur deutlich älter als erwartet und die älteste bekannte Holzskulptur der Welt.Weitere Informationen

Agrarökologie
Biodiversitätsgerechter Kakaoanbau
Zweisprachiges Handbuch für Kleinbauern
pug — Indonesien gehört zu den weltweit wichtigsten Kakao-Produ­zenten. Seit vielen Jahren erforschen Göttinger Wissenschaftler/innen zusammen mit Kollegen und Kakaobauern aus Indonesien den Anbau in sogenannten Agroforstsystemen. Dabei wachsen die Nutzpflanzen nicht in Monokultur, sondern zusammen mit Schattenbäumen. Diese Landnutzungsform sichert nicht nur die Existenz von Millionen von Kleinbauern, sie hat auch den Vorteil großer biologischer Vielfalt. Vögel und Fledermäuse sind hier zum Beispiel reich vertreten und fressen Schädlinge, was zu höheren Ernten führt. Diese und andere Erkenntnisse haben die Wissenschaftler nun in einem zweisprachigen Buch zusammengefasst, um zu einem besseren Verständnis vom Management im Kakaoanbau vor Ort beizutragen.Weitere Informationen

Forum Wissen
Land gibt 2,9 Mio. Euro
für „Räume des Wissens“

pug — Reise, Werkstatt, Holzweg – die Ausstellung „Räume des Wissens“ im zukünftigen Forum Wissen der Universität Göttingen hat ein bisher einzigartiges Konzept. Aus diesem Grund fördert das Land Niedersachsen das Projekt mit 2,9 Millionen Euro. Die Mittel kommen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).
Die Niedersächsische Ministerin für Regionale Entwicklung, Birgit Honé, betonte, dass sich solche Projekte nur mit Kooperation und gemeinsamem regionalen Engagement realisieren lassen. Eine Einschätzung, der sich der Landkreis Göttingen anschließt. Auch er fördert das Projekt mit einer Million Euro; die Zuwendung stellt das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport zur Verfügung. „Die Universität Göttingen und die Region prägen einander, das wird beiden Seiten immer stärker bewusst. Die ‚Räume des Wissens‘ stehen exemplarisch für dieses gemeinsame Bewusstsein, füreinander da zu sein und voneinander zu profitieren“, so Christel Wemheuer, Erste Kreisrätin des Landkreises Göttingen.
Die Basisausstellung „Räume des Wissens“ wird anhand von Objekten aus rund 70 Sammlungen der Universität Göttingen zeigen, wie Wissen geschaffen wird: von wem, wie, unter welchen Bedingungen, von welchen Ausgangspunkten, mit welchen Zielen. Die Fragestellung ist fächerübergreifend und bezieht sich auf die Vergangenheit, die Gegenwart und wirft Perspektiven in die Zukunft.

Volkswirtschaften
Deutlich geringeres Wachstum
als angenommen

pug — Viele ökonomische Modelle und politische Debatten gehen von der Annahme aus, dass Volkswirtschaften exponentiell, also in stetigen Raten von zwei bis drei Prozent wachsen. Ökonomen des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und der Universität Göttingen haben Daten von 18 Ländern neu ausgewertet und fanden heraus, dass entwickelte Volkswirtschaften deutlich weniger wachsen als angenommen: Die Wirtschaft in vielen Ländern Europas sowie in Kanada und den USA wuchs in diesem Zeitraum eher linear, das heißt mit abnehmenden Wachstumsraten. Nur zwei der untersuchten Länder erreichten die angenommenen Wachstumsraten. Die Wissenschaftler fordern daher, diese verschiedenen Wachstumspfade in volkswirtschaftlichen Modellen und in der wirtschaftspolitischen Planung zu berücksichtigen.Weitere Informationen

Ernährung
Analyse des globalen Hungerproblems
pug — Um Fortschritte beim weltweiten Kampf gegen den Hunger einschätzen zu können, muss man zunächst in der Lage sein, das Ausmaß des Hungers zu messen. Neben dem Problem der unzureichenden Kalorienversorgung gibt es auch den so genannten versteckten Hunger – den Mangel an Mikronährstoffen wie Vitaminen und Mineralstoffen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Göttingen haben nun eine Methode vorgeschlagen, die die unterschiedlichen Formen des Hungers und die daraus resultierenden gesundheitlichen Folgen berücksichtigt.Weitere Informationen

Neurologie
Körperliche Aktivität
auch für Nachkommen gut

dzne/umg — Körperliche und geistige Aktivität sind nicht nur gut für das eigene Gehirn, sie können auch die Lernfähigkeit späterer Nachkommen beeinflussen – zu-mindest im Mausmodell. Diese besondere Form der Vererbung wird durch bestimmte RNA-Moleküle vermittelt. Sie beeinflussen die Genaktivität und reichern sich nach körperlicher und geistiger Aktivität im Gehirn sowie in den Keimzellen an. Das berichten Prof. Dr. André Fischer und Fachkollegen vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Göttingen und München und der Universitätsmedizin Göttingen (UMG).Weitere Informationen

Ökolandbau
Potenziale und Grenzen der Biolandwirtschaft
pug — Eine Studie der Universität Göttingen belegt, dass nur die Kombination von ökologischen und konventionellen Anbautechniken eine global nachhaltige Landwirtschaft garantieren kann. Agrarökonomen untersuchten den Einfluss des Ökolandbaus auf Umwelt, Klima und Gesundheit in unterschiedlichen Teilen der Welt. Dabei fanden sie heraus, dass der Anbau von Biolebensmitteln zu viel Ackerfläche benötigt, um sich weltweit positiv auf die Artenvielfalt auswirken zu können. Zudem ist er in ärmeren Ländern zur Ernährungssicherung ungeeignet.Weitere Informationen

Geobiologie
Mikrobielles Leben schon vor 3,5 Mia. Jahren
pug — Die Suche nach den ältesten Lebensspuren auf der Erde ist eine der größten Herausforderungen aktueller geobiologischer Forschung. Einer Forschergruppe unter der Federführung von Geobiologen der Universität Göttingen ist es nun gelungen, in 3,5 Milliarden Jahre alten Gesteinen Westaustraliens die ältesten molekularen Fossilien nachzuweisen.Weitere Informationen

Agrarwissenschaften
Winterweizen blühen früher
Folgen von Klimawandel und Züchtung
pug — Verschiebungen der Entwicklungsstadien von Pflanzen im Jahresverlauf gelten als wichtiger Indikator für den Klimawandel. Agrarwissenschaftler der Universität Göttingen haben in Zusammenarbeit mit Forschern der Universität Bonn untersucht, wie sich der Blühzeitpunkt von Winterweizen in den vergangenen 60 Jahren in Deutschland verändert hat. Die Auswertung von fast 500.000 Beobachtungen der Pflanzenentwicklung ergab, dass der Winterweizen heute etwa 14 Tage früher blüht als vor 60 Jahren. Experimentell konnten sie nachweisen, dass nicht nur die gestiegenen Temperaturen, sondern auch die Veränderung der Sorten durch Züchtung zu dem früheren Blühzeitpunkt beitragen.Weitere Informationen

Neurobiologie
Zusätzliche Funktion von Opsinen
pug — Forscher der Universität Göttingen haben entdeckt, dass Opsinen – Fotopigmente in den Augen von Tieren – noch eine weitere Aufgabe erfüllen: Sie kommen nicht nur in den Augen, sondern auch in den Mechanorezeptoren entlang des Körpers vor, wo sie für die Fortbewegung verantwortlich sind.Weitere Informationen

Pflanzenökologie
Bestäubung: Bienen bringen’s
Bestäubungsvarianten untersucht
pug — Ein interdisziplinäres Forscherteam der Universität Göttingen konnte erstmals zeigen, dass die Blütenbestäubung durch Bienen eine deutlich bessere Fruchtqualität bewirkt als bei Selbstbestäubung. Die Insektenbestäubung hat einen entscheidenden Einfluss auf die hormonellen Prozesse während der Fruchtentwicklung, die im Vergleich mit Früchten aus eigenbestäubten Blüten zu einem typischeren Geschmacksergebnis führen. Zwar erzielt die aufwändige Bestäubung per Menschenhand qualitativ ähnlich gute Früchte, doch sie ist umständlich, teuer und zeitintensiv. Nur die Insektenbestäubung kann der steigenden Lebensmittelnachfrage gerecht werden sowie Ertrag und Qualität der Produkte und damit ihre Vermarktbarkeit garantieren.Weitere Informationen

Agrarökologie
Globaler Konflikt:
Agrarproduktion vs. Artenvielfalt

pug — Eine gezielte Landnutzungsplanung könnte den Konflikt zwischen landwirtschaftlicher Produktion und Naturschutz mindern. Wissenschaftler der Universität Göttingen, des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), des Helm­holtz-Zen­trums für Umweltforschung (UFZ) und der Universität Münster haben weltweite Datensätze ausgewertet – einerseits zur Verbreitung und zu den ökologischen Anforderungen tausender Tierarten, anderseits zur landwirtschaftlichen Produktion der weltweit wichtigsten Feldfrüchte.Weitere Informationen

Molekularbiologie
Neue Erkenntnisse
bei Hunchback-Protein

pug — Das sogenannte Hunchback-Protein spielt offenbar eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Blut-Hirn-Schranke. Die Existenz dieses Proteins ist seit langem bekannt. Biologinnen und Biologen der Universität Göttingen konnten nun aber erstmals zeigen, dass der Verlust der Funktion in der Taufliege Drosophila melanogaster dazu führt, dass die Blut-Hirn-Schranke nicht mehr funktioniert.Weitere Informationen

U4-Netzwerk
Spitzenergebnisse erzielt
pug — Seit zehn Jahren arbeiten die Universitäten Göttingen, Gent, Groningen und Uppsala im internationalen Netzwerk „U4“ eng zusammen. Eine vergleichende wissenschaftliche Studie des International Centre for Higher Education Research (INCHER) in Kassel bescheinigt den Partnern nun herausragende Ergebnisse: Im Hinblick auf gemeinsame Veröffentlichungen, Drittmittelprojekte und Studiengänge, den Austausch von Forschenden, Studierenden und Beschäftigten sowie die Kooperation in Leitung und Verwaltung belegt das Netzwerk Spitzenplätze.
Das INCHER untersuchte 21 internationale Hochschulnetzwerke mit deutscher Beteiligung, die von 2013 bis 2016 im Programm „Strategische Partnerschaften und thematische Netzwerke“ des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) gefördert wurden. Das U4-Netzwerk schnitt im Vergleich in allen Rubriken als eins der erfolgreichsten Netzwerke des gesamten Programms ab.
→www.u4network.eu

Agrarwirtschaft
Wildbienen bevorzugen kleine Felder
pug — Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Universität Göttingen hat herausgefunden, dass in Agrarlandschaften mit kleinen Feldern mehr Wildbienen vorkommen als in Landschaften mit großen Feldern. Das höhere Aufkommen von Wildbienen führte zu einer verbesserten Bestäubung der dort angebauten Pflanzen. Überraschenderweise fanden sich weniger Wildbienen in Landschaften, in denen viele verschiedene Feldfrüchte angebaut wurden.Weitere Informationen

Evolutionsbiologie
Neue Hypothese
zur sexuellen Fortpflanzung

Wer Sex hat, rostet nicht
pug — Warum ist die sexuelle Fortpflanzung bei allen höheren Lebewesen dominant? Worin liegen die Vorteile dieses aufwändigen Prozesses? Um diese kontroversen Fragen der Evolutionsbiologie zu beantworten, haben Wissenschaftler der Universitäten Göttingen und Amsterdam die Entstehung von Lebewesen mit Zellkern vor etwa zwei Milliarden Jahren rekonstruiert. Ihre Hypothese: Mit der Entwicklung der Sauerstoffatmung wuchs die Gefahr von oxidativen Schäden an der DNA durch Sauerstoffradikale. Vor diesem Hintergrund diente Sex womöglich ursprünglich in erster Linie der DNA-Reparatur.Weitere Informationen

Genforschung
Insekten und Wirbeltiere
ähnlicher als gedacht

pug — Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung eines Embryos ist die Achsenbildung. Dabei wird festgelegt, auf welcher Seite der Kopf und auf welcher Seite das Hinterteil entstehen sollen. Wenn die Achsenbildung nicht richtig abläuft, entstehen Embryonen mit zwei Hinterteilen oder zwei Köpfen. Forscherinnen und Forscher der Universitäten Göttingen und Erlangen-Nürnberg haben nun herausgefunden, dass dieser Prozess bei Insekten und Wirbeltieren weniger unterschiedlich verläuft als bisher gedacht.Weitere Informationen

Nachhaltige Bioenergieversorgung
Praxisbezogene Studienergebnisse
pug — Mehr als fünf Jahre hat ein interdisziplinär arbeitendes Forscherteam an der Universität Göttingen die Chancen und Risiken der Bioenergie im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung untersucht. Die Ergebnisse dieser Forschung wurden nun unter dem Titel „Bioenergie im Spannungsfeld – Wege zu einer nachhaltigen Bioenergieversorgung“ veröffentlicht. Die Untersuchungen zeigen, wie die Produktion und die energetische Nutzung der Biomasse mit den Anforderungen des Klimaschutzes, der Biodiversität, des Landschaftsschutzes sowie der Nahrungsmittelversorgung, aber auch mit ökonomischen Aspekten in Einklang zu bringen sind. Die Forschung stützt sich auf den ländlichen Raum Niedersachsen, stellt jedoch auch Bezüge zur Gesamtsituation in Deutschland her.Weitere Informationen

Nanoskopie
Welt der Synapsen wird transparenter
umg/cnmpb/MPI-BPC — Durchbruch bei der Erforschung der Signalwege: Göttinger Wissenschaftler entwickeln höchstauflösende Messungen der Kalziumkonzentration und entschlüsseln die Zahl und Funktion von Kalziumkanälen an der Synapse.Weitere Informationen

Elektronenmikroskopie
Attosekunden-Pulse erzeugt
pug — Forschern der Universität Göttingen ist es gelungen, Elektronenblitze zu formen und zu messen, die kürzer als ein einzelner Lichtzyklus sind.Weitere Informationen

Agrarwissenschaften
Ersatz für Sojaschrot als Tierfutter
pug — Schweine und Masthähnchen können nur gesund aufwachsen, wenn sie optimal ernährt werden. Dabei spielt insbesondere die Proteinversorgung eine herausragende Rolle. In Deutschland stammt ein Großteil des Futterproteins aus Soja-Importen. Wissenschaftler der Universität Göttingen erforschen zurzeit, ob und wie Soja durch Insekten- oder Algenmehle ersetzt werden kann. Erste Ergebnisse haben gezeigt, dass die Tiere das neue Futter gut annehmen und verwerten können. Was die Forscher nicht erwähnen: dass zu einem gesunden Aufwachsen nicht nur das Futter, sondern auch die Tierhaltung gehört.Weitere Informationen

Lebensmittelkennzeichnung
Göttinger Forscher empfehlen Ampel
pug — Forscher der Universität Göttingen sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Ampelkennzeichen, die Farbkodierung mit Nährwertangaben verbinden, vielen Konsumenten am besten helfen, gesündere Kaufentscheidungen zu treffen. Die Forscher/innen untersuchten, welche persönlichen und situativen Faktoren die Verarbeitung von Nährwertinformationen beeinflussen.Weitere Informationen

Biologie
Asexuelle Fortpflanzung
mitunter vorteilhaft

pug — Sexuelle Fortpflanzung ist die dominante Form der Reproduktion im Tier- und Pflanzenreich. Trotzdem gibt es Arten, die sich teilweise oder ausschließlich asexuell vermehren. Überraschenderweise sind diese oft weiter verbreitet als ihre nächsten sexuellen Verwandten. Die Ursachen dieses „Geografische Parthenogenese“ genannten Phänomens sind bislang umstritten. Ein internationales Forscherteam der Universitäten Wien und Göttingen hat dazu nun ein neues Computermodell entwickelt.Weitere Informationen

Astronomie
Inaktives Schwarzes Loch
Seltsames Verhalten eines Sterns
pug — Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Universität Göttingen hat erstmals ein inaktives Schwarzes Loch im Herzen eines Kugelsternhaufens entdeckt. Den Wissenschaftler/innen fiel das seltsame Verhalten eines Sterns auf, der offenbar ein unsichtbares Schwarzes Loch mit etwa der vierfachen Masse der Sonne umkreist. Bei der Entdeckung handelt es sich gleichzeitig um das erste inaktive Schwarze Loch, das durch den direkten Nachweis seiner Anziehungskraft gefunden wurde.Weitere Informationen

Flüchtlingskrise 2015
Forschungsprojekt zur Migration
pug — Ein europäisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen untersucht die Reaktionen der europäischen Staaten auf die sogenannte Flüchtlingskrise von 2015. Die Forschung erfolgt im Rahmen des EU-Projekts „RESPOND: Multilevel Governance of Mass Migration in Europe and Beyond“ und beschäftigt sich mit verschiedenen Steuerungsebenen von Grenzmanagement, Aufnahme- und Integrationsstrategien. Am Projekt sind 14 in- und außereuropäische Forschungseinrichtungen sowie zwei Menschenrechtsorganisationen beteiligt. Von der Universität Göttingen arbeiten Prof. Dr. Sabine Hess vom Institut für Kulturanthropologie/ Europäische Ethnologie und Prof. Dr. Alexander-Kenneth Nagel vom Institut für Soziologie mit.Weitere Informationen

Astronomie
Nie zuvor gesehene Welten beobachtet
pug — Einem internationalen Team von Astronomen unter Beteiligung der Universität Göttingen ist die bisher tiefste spektroskopische Durchmusterung einer Himmelsregion gelungen. Mit Hilfe des MUSE-Instruments (Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (engl. European Southern Observatory, kurz ESO) konnten die Forscherinnen und Forscher die Entfernungen und Eigenschaften von 1600 sehr lichtschwachen Galaxien messen. Darunter befinden sich 72 Galaxien, die nie zuvor beobachtet worden waren.Weitere Informationen
Siehe auch weiter unten in dieser Spalte: →Spektrograf entdeckt weiteren Planeten.

Geowissenschaften
Archaische Bakterienriffe
Mikrobiologen untersuchen Atolle
pug — Fünf Geo- und Mikrobiologen der Universität Göttingen sind mit Proben von kalkigen Lagunenschlämmen und Kalkriffen von einer vierwöchigen Expedition auf das Aldabra Atoll im Indischen Ozean zurückgekehrt. Die Analyse der Proben soll erstmals ein umfassendes Bild zu den mikrobiellen Gemeinschaften auf diesem Atoll liefern. Vor Ort sah das Team auch die Auswirkungen des Klimawandels.Weitere Informationen

Agrarwissenschaften
Neue Konzepte
zur Schweinehaltung

pug — Die anhaltende gesellschaftliche Kritik an der Nutztierhaltung setzt die gesamte Branche der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung massiv unter Druck. Tierhaltungssysteme müssen deshalb heutzutage nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ethische und gesellschaftliche Kriterien erfüllen. Wie sich die verschiedenen Erwartungen miteinander vereinbaren lassen, erforschen Wissenschaftler/innen unter der Leitung der Universität Göttingen im Verbundprojekt „Virtueller Stall der Zukunft“.Weitere Informationen

Sarkom
Neue Ansätze
für die Krebstherapie

umg — Ein interdisziplinäres Team unter Leitung von Krebsforschern der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat einen grundlegend neuen Ansatz zur Behandlung seltener, hochaggressiver Angiosarkome entdeckt. Dies sind seltene bösartige Gefäßtumore, für die derzeit als Behandlungsmöglichkeiten neben ihrer chirurgischen Entfernung nur noch die Strahlen- und Chemotherapie zur Verfügung stehen. Jedoch sprechen bösartige Gefäßtumore bislang meist nur schlecht auf solche Therapien an.Weitere Informationen

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Kurz & bündig
Politik · Wirtschaft · Gesellschaft

Politik und Verwaltung

Verwaltung
Öffentliche Sitzungstermine
Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft etc.: 8. Mai
Einzelheiten zu den Sitzungen auf Seite 1

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40 Jahre Städtepartnerschaft
Gäste aus Thorn in Göttingen
pdg — 1978 wurde die erste kommunale Städtepartnerschaft mit einer deutschen und einer polnischen Stadt gegründet. Seither sind Göttingen und die polnische Stadt Thorn in Freundschaft verbunden. Zur Feier des 40jährigen Bestehens dieser Partnerschaft werden eine Bürgergruppe und eine offizielle Delegation aus Thorn in der Zeit vom 3. bis zum 6./7. Mai Göttingen besuchen. Die Bürgergruppe wird am 3. Mai gegen 18 Uhr erwartet.
Am folgenden Tag steht eine Fahrt nach Quedlinburg im Harz auf dem Programm, am späten Nachmittag werden die Besucherinnen und Besucher die Eröffnung des 626. Göttinger Schützenfestes miterleben. Am Sonnabend, 5. Mai, kommt die offizielle Delegation unter der Führung von Andrzej Rakowicz, dem Vizepräsidenten der Stadt Thorn, gegen 17 Uhr in der Stadt an. Für den 6. Mai ist unter anderem die gemeinsame Eröffnung der Ausstellung „Samuel-Bogumił-Linde-Preis 1996 bis 2018“ im Alten Rathaus vorgesehen. Am 7. Mai wird die Delegation Göttingen wieder verlassen.

Öffnungszeiten Entsorgungsbetriebe
CDU scheitert im Betriebsausschuss
Bürgerfreundlichkeit nicht gewollt?
Eine Mehrheit im Betriebsausschuss Umweltdienste hat sich gegen – nach Ansicht der CDU-Ratsfraktion bügerfreundlichere – geänderte Öffnungszeiten auf dem Recyclinghof und beim Kompostwerk der Göttinger Entsorgungsbetriebe ausgesprochen, zumindest bis zu deren Modernisierung bzw. Wiederaufbau. Aus Sicht der CDU völlig unverständlich: Der „Konzern Stadt“ sei Dienstleister für die Bürger. „Welchen Sinn hat es Öffnungszeiten anzubieten, wenn diese am Bedarf der Nutzer vorbeigehen?“ fragt sich Fraktionsvorsitzender Dr. Hans-Georg Scherer. Die vorgebrachten Argumente im Betriebsausschuss gegen einen Antrag der Christdemokraten seien nicht nachvollziehbar. „Für uns wurde deutlich, dass es nicht darum geht, dass bürgerfreundliche Öffnungszeiten nicht umgesetzt werden können, sondern darum, dass diese nicht gewollt sind.“

Amtsblatt Nr. 10
pdg — Im kommenden Amtsblatt, das am 3. Mai erscheint, geht es inhaltlich um den Bebauungsplan zwischen der Lotzestraße und der Felix-Klein-Straße, um die Verlegung des „Kleinen Wassers“ von der Karl-Grünklee-Straße bis zur Einmündung in die Weende sowie um die Satzungsänderung der Sparkasse Göttingen.
Im vorherigen Amtsblatt ging es unter anderem um drei Bebauungsplanverfahren und um die Auflegung der Vorschlagsliste für die Jugendschöffen für die Wahlperiode 2019–2023.
Das Amtsblatt ist kostenlos im Info-Büro im Neuen Rathaus, im Alten Rathaus, in der Stadtbibliothek sowie in den Verwaltungsstellen Geismar, Grone und Weende erhältlich und im Internet unter www.goettingen.de →Rathaus & OB →Rat & Ortsräte →Amtsblatt zu finden.

Weende
Ortsratsmitglieder fordern
längere Ampelphasen für Fußgänger

Weender Ortsratsmitglieder von Piraten und FDP fordern längere Grünphasen für Fußgänger und bringen einen entsprechenen Antrag in der Sitzung am 17. Mai ein. „Ohne die Grünphasen für die Autos zu verändern, können unter Beachtung der bundesweit geltenden ,Richtlinien für Lichtsignalanlagen‘ die Grünphasen für die Fußgänger an den Ampeln der Hannoverschen Straße um mindestens 15 Sekunden, teilweise bis zu 25 Sekunden verlängert werden“, legen sie dar. Momentan zeigen nach Messungen der Piraten die Ampeln für die Fußgänger in Weende teilweise nur 6 Sekunden Grün, um dann wieder 84 Sekunden lang auf Rot zu stehen. Die Grünphasen seien so kurz bemessen, „dass auch jüngere Fußgänger kaum bis zur Hälfte des Überweges kommen“. Außerdem beantragen die beiden Parteien die Installation von Restzeitanzeigen an den Fußgängerampeln. Diese sollen die Sekunden bis zum Farbwechsel anzeigen.

Verwaltung
Neue Statistik-Broschüren
Statistikpdg — In der Publikationsreihe des Referats Statistik und Wahlen der Stadt Göttingen „Göttinger Statistik - Journal“ ist jetzt die Ausgabe 4/2017 dieses vierteljährlichen Berichtsdienstes erschienen. Er präsentiert für die Monate Oktober bis Dezember 2017 und für das zugehörige Quartal 4/2017 eine Vielzahl von Daten und Fakten über die Stadt Göttingen. Den wiederkehrenden Informationsblock zur kontinuierlichen Stadtbeobachtung umrahmen kurze textliche Informationen über Aktuelles und Wissenswertes aus der Göttinger Statistik. Die aktuelle Ausgabe befasst sich mit bereits erfolgten und noch anstehenden Wahlen im Jahr 2017, stellt kurz die neuen interaktiven Gebietsprofile vor und weist auf das Faltblatt 2018 hin, welches die Stadt Göttingen kurz und knapp in Zahlen vorstellt.
Zeitgleich herausgegeben wurde „Daten, Fakten, Zahlen“. Die Ausgabe 2018 mit Zahlen für das abgelaufene Jahr 2017 führt unkompliziert hin zu kompakten Informationen über Geschichte, Sehenswürdigkeiten, Rat und Verwaltung und die Naturverhältnisse der Stadt. Sie ermöglicht einen schnellen Überblick über die wichtigsten Eckdaten zur Bevölkerung, zu Bauen und Wohnen, die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Wissenswertes aus Sport, Kultur, Tourismus sowie Bildung und Wissenschaft runden den Überblick ab.
Erhältlich beim Referat Statistik und Wahlen im Neuen Rathaus oder online unter www.goesis.goettingen.de →Statistische Publikationen

Landkreis
Breitbandausbau durch Telekom stößt auf Skepsis
Die Kreistagsgruppe Linke/Piraten/Partei+ sieht die Pläne des Landkreises für eine Versorgung mit schnellerem Internet als unzureichend an. Sie bezweifelt, dass mit der Auftragsvergabe an die Deutsche Telekom die versprochenen 50 Mbit/s wirklich flächendeckend erreicht werden. Während in Gewerbegebieten Glasfaserkabel bis zum Gebäude verlegt werden, soll für Privatleute nur bis „zum Gehweg“, also bis zum Kabelverzweiger, verlegt werden. Von dort erfolgt der Datenverkehr bis zum Hausanschluss über Kupferkabel, was zu Datenverlust führt.
Die Frage sei, warum nicht gleich überall Glasfaser verlegt werde. Es sei davon auszugehen, dass dies zu einem späteren Zeitpunkt ohnehin nötig werde. Die Zielmarke von 100 Mbit/s sollte bei einer Beauftragung gleich in den Blick genommen werden, so ein Sprecher der Gruppe. In kleinen Ortschaften rund um Göttingen sei der Breitbandausbau enorm wichtig. Gewerbebetriebe seien ohne schnelles Internet nicht konkurrenzfähig. Dies könne zur Abwanderung in die Oberzentren führen.

Verwaltung
Jobcenter zieht um
pdg — Das Jobcenter der Stadt Göttingen wird mittelfristig unter einem Dach untergebracht. Damit gibt die Stadt den Startschuss für einen zweiten Verwaltungsstandort in der Philipp-Reis-Straße 2a (ehemaliges Telekom-Gebäude) in Göttingen. Das Gebäude eignet sich dafür aufgrund seiner Größe sowie seiner guten Verkehrsanbindung (Stadtbus-Linien 23, 32, 91; RBB-Linien: 170, 180, 185 fußläufig 5 Min). Als erster Bereich wird die Leistungssachbearbeitung aus dem Amtshaus am Neuen Rathaus am 14. Mai in die neuen Räumlichkeiten umziehen. Ab dem 17. Mai sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dann am neuen Standort wieder unter den bekannten Telefonnummern erreichbar.
Das Jobcenter der Stadt Göttingen ist derzeit auf zwei Standorte verteilt. Ein Teil ist in den Räumlichkeiten der Bundesagentur für Arbeit untergebracht. Der größere Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat seine Büros (noch) im Amtshaus der Stadt Göttingen am Hiroshimaplatz.

Chinesisch-Deutsche Industriestädteallianz
Göttingen wird Mitglied
pdg — Göttingen wurde am 23. April auf der Hannover Messe als Mitglied offiziell in den Kreis der der Chinesisch-Deutschen Industriestädteallianz (ISA) aufgenommen. Auf der 5. Plenarversammlung der ISA hat Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler die Mitgliedsurkunde der Stadt Göttingen entgegengenommen. „Die Mitgliedschaft in der Industriestädteallianz bietet viele Vorteile für Göttinger Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen. Ich bin zuversichtlich, dass diese Kooperation für die Wirtschaftskontakte gewinnbringend und für den wissenschaftlichen Austausch aufschlussreich sein wird“, sagte Köhler.
Die Industriestädteallianz ist ein Bündnis von Industriestädten und Städten mit industrienahen Dienstleistungen in Deutschland und China. Die ISA wurde vor zwei Jahren bei der Hannover Messe im April 2016 gegründet, ihr gehören gegenwärtig 18 chinesische und 12 deutsche Kommunen an.

Stadtentwicklung
Kunstquartier wird drastisch teurer
CDU strikt gegen Mehrausgaben
pdg — Die derzeitige gute Konjunktur im Baubereich führt auch im kommunalen Bereich zu Verteuerungen von Baumaßnahmen. So rechnet die Bauverwaltung der Stadt Göttingen unter anderem für das Förderprojekt „Kunstquartier“ (KuQua) mit einer Kostenerhöhung um voraussichtlich rund 20 Prozent. Insbesondere der Neubau des Galeriegebäudes „Kunsthaus“ in der Düsteren Straße 7 ist davon betroffen.
„Wie wir auch bei anderen Projekten bereits feststellen mussten, führen die derzeit meistens bestens gefüllten Auftragsbücher von Baufirmen und Handwerksbetrieben zu weniger Angeboten und zu deutlich höheren Preisen“, sagt Stadtbaurat Thomas Dienberg in einer Stellungnahme. Das sei zwar gut für die Firmen, bereite aber Bauherren und vor allem den Kommunen immer häufiger Kopfschmerzen. Denn letztere müssen ihre Bauaufträge öffentlich ausscheiben – und bekommen zunehmend nur wenige oder sogar gar keine Angebote von Firmen.
So hatte im Rahmen der Ausschreibung der Rohbauarbeiten für das Galeriegebäude nur ein Unternehmen ein Angebot abgegeben. Dieses lag 37 Prozent über der konkretisierten Kostenberechnung, die unmittelbar vor der Ausschreibung im Februar mit aktuellen Preisen erstellt wurde. „Daher ist heute bereits absehbar, dass bei gleichbleibend hohem Preisniveau auch weitere Ausschreibungen über den ermittelten Kosten liegen werden“, erläutert Dienberg. In der Summe werde dies zu etwa einer Million Euro Mehrkosten im Rahmen des Projektes führen. Sollte die Preisentwicklung ihre aktuelle Tendenz beibehalten, könne sich die Summe erneut ändern.
Ursprünglich hatte die Stadt die Projektkosten mit fünf Millionen Euro angesetzt, wovon viereinhalb Millionen Euro als Zuschuss vom Bundesbauministerium gefördert werden. Derzeit muss die Stadt mit Projektkosten in Höhe von mindestens sechs Millionen Euro rechnen. Zusätzlich führt die aktuelle Marktlage zu einer zeitlichen Verschiebung, da sich die Beauftragungen deutlich verzögern. Geplant war die Fertigstellung des Hauses bislang bis Ende 2019. Der Baubeginn war für Anfang Mai angesetzt und verschiebt sich nun voraussichtlich auf August. Die Fertigstellung des Neubaus wird sich entsprechend verzögern.
Die CDU-Fraktion sieht in der fatalen Entwicklung seitens der Stadtverwaltung insbeondere „ein Eingeständnis ihrer Fehleinschätzung in Sachen Bauleitplanung und Kostencontrolling“. Es stelle sich die Frage, wie seriös und ernsthaft große Projekte durch die Verwaltung in Göttingen geplant und umgesetzt werden können. Hans Otto Arnold (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses, wies darauf hin, dass „bereits seit Planungsbeginn dieser netten Idee absehbar war, dass die Kosten knapp kalkuliert waren und sehr wahrscheinlich zu massiven Einschnitten für andere Kultureinrichtungen führen werden, um finanzielle Defizite im Haushalt auffangen zu können. Dieser Fall könnte jetzt eintreten.“Weitere Informationen

Stadthalle
Fassadengestaltung entschieden
pdg — Das Auswahlverfahren für die Gestaltung der Stadthallenfassade und die Rahmenplanung für das Umfeld des Gebäudes vom Cheltenhampark bis zum Deutschen Theater ist beendet. Fachverwaltung, Vertreter/innen der Ratspolitik und Sachverständige haben über die eingereichten Ideenskizzen für die Gestaltung des Gebäudehülle und des Areals entschieden. Für beide Planungsschwerpunkte waren seit Beginn 2018 mehrere Büros eingeladen, in konkurrierenden Verfahren Ideenskizzen zu erarbeiten.Weitere Informationen

Göttinger Fair-Trade-Portal
Einkaufsverzeichnis fair gehandelter Produkte
pdg — Entwicklungspolitisches Handeln gewinnt in einer global vernetzten Welt zunehmend an Bedeutung. Auch die kommunale Ebene muss dabei einer Vielzahl an gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Zusammenhängen gerecht werden. Seit 2013 bilden Stadt und Landkreis die ‚Fairtrade-Region Göttingen’. In der dazugehörigen Steuerungsgruppe sitzen Vertreterinnen und Vertreter aus Stadt- und Kreisverwaltung sowie des Entwicklungspolitischen Informationszentrums EPIZ, der Contigo Fairtrade GmbH, des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Göttingen und der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen BIGS.
Die gemeinsame ‚Koordinierungsstelle für kommunale Entwicklungspolitik’ von Stadt und Landkreis Göttingen hat jetzt den offiziellen Startschuss für das Informationsportal für fairen Handel und faire Beschaffung gegeben. Das Portal bietet ein übersichtliches und zeitgemäßes Einkaufsverzeichnis für fair gehandelte Produkte in der Region.Weitere Informationen
→www.fairtrade-regiongoettingen.de

Martin-Luther-King-Schule
Piraten+Partei für Bestandsschutz
Die Piraten+Partei-Ratsgruppe spricht sich für den Bestandsschutz der Martin-Luther-King-Schule aus und unterstützt einen entsprechenden Antrag der Schulen an Schuldezernent Lieske. Durch die aktuelle Änderung des Niedersächsischen Schulgesetzes durch den Landtag liegt die Entscheidung über den Fortbestand von Förderschulen bis zum Schuljahr 2017/2018 bei den Kommunen. Grundsätzlich distanziert sich die Ratsgruppe aber von pauschalen Befürwortungen von Förderschulen und bevorzugt klar die Inklusion als ein zu erreichendes Ziel.Weitere Informationen


Wirtschaft

Gewerbliche Wirtschaft

Arbeitsmarkt Südniedersachsen
Weiterhin in guter Verfassung
Pünktlich zum nahenden 1. Mai, dem Tag der Arbeit, sind die aktuellen Zahlen für den Arbeitsmarkt in der Region veröffentlicht worden. Die Agentur für Arbeit Göttingen informiert in ihrem neuesten Bericht über die Entwicklung in Südniedersachsen.Weitere Informationen

IAB-Stellenerhebung I/2018
Rund 1.190.000 offene Stellen
Im ersten Quartal 2018 gab es bundesweit rund 1.190.000 offene Stellen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Mit einem Anstieg von gut 7.000 Stellen liegt die Zahl leicht über dem bisherigen Rekordwert im Vorquartal. Gegenüber dem ersten Quartal 2017 erhöhte sich die Zahl der offenen Stellen um rund 126.000. Das geht aus der IAB-Stellenerhebung hervor, einer regelmäßigen Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). In Westdeutschland waren im ersten Quartal 2018 rund 930.000 offene Stellen zu vergeben, in Ostdeutschland rund 260.000.Weitere Informationen

Elektroschrott
Änderung im ElektroG
Registrierung für Hersteller
Ab dem 15. August werden nahezu alle elektrischen und elektronischen Geräte vom Elektro- und Elektronikgerätegesetz umfasst (Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten; kurz: ElektroG). Damit soll sichergestellt werden, dass mehr Altgeräte im Recycling landen. Nun müssen sich auch Hersteller von bislang noch nicht betroffenen Geräten registrieren und sich an den Entsorgungskosten beteiligen, beispielsweise Hersteller von Bekleidung und Möbeln mit elektrischen Funktionen. Ein weiteres Beispiel von Produkten, die bislang noch nicht erfasst waren, sind etwa Schuhe mit dauerhaft und fest eingebauter elektronischer Dämpfung oder mit Leuchtmitteln. Nicht betroffen sind nur explizit im Gesetz genannte Ausnahmen. Ab 1. Mai können Hersteller, die zukünftig neu unter die Vorschriften des ElektroG fallen, Registrierungsanträge bei der zuständigen stiftung elektro-altgeräte register (stiftung ear) stellen.

IAB-Arbeitsmarktbarometer
Trotz Dämpfer auf gutem Niveau
Im vergangenen Monat erreichte das IAB-Arbeits­marktbarometer noch ein neues Allzeithoch, aber im April gibt es einen Dämpfer: Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) verliert gegenüber dem Stand im März 0,9 Punkte. „Auch der aktuelle Stand von 104,5 Punkten lässt aber noch eine sehr gute Arbeitsmarktentwicklung in den kommenden Monaten erwarten“, betont Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungs­bereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“.Weitere Informationen

Berufsverkehr
Pendlerwege werden immer länger
Je höher das Bildungsniveau, desto größer die Distanz
Die mittlere Pendeldistanz von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist im Zeitraum von 2000 bis 2014 von 8,7 auf 10,5 Kilometer gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von 21 Prozent. Dabei pendeln Beschäftigte mit hohem Bildungsabschluss und komplexen Tätigkeiten am weitesten. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).Weitere Informationen

ÖPNV
ZVSN weitet Fahrtenangebot aus
Der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in den beiden Landkreisen Göttingen und Northeim schreitet voran. Der für den ÖPNV zuständige Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) hat jetzt auf seiner Website für alle Interessierten eine Übersicht veröffentlicht, in der sowohl bereits umgesetzte als auch geplante Fahrplan-Maßnahmen dargestellt werden. Neben ersten Aufwertungen des Busangebots im Landkreis Göttingen für Fahrten in den sogenannten Tagesrandlagen im Südharz und der Einführung der „Einbecker Nachteule“ im Landkreis Northeim folgen zum 10. Juni weitere Angebotsverbesserungen.
Damit sollen sowohl im Berufs- als auch im Tourismusverkehr echte Alternativen zum eigenen Pkw angeboten werden. Die Verknüpfung von Busnetz und Schienenverkehr stehe dabei besonders im Vordergrund, so Kreisrätin Christel Wemheuer, Vorsitzende der ZVSN-Verbands­versammlung. Voraussichtlich im April 2019 folgt ein neuer Schnellbus von Göttingen nach Duderstadt.

Digitalisierung
Große Umwälzungen am Arbeitsmarkt
Die Digitalisierung wird bis zum Jahr 2035 nur geringe Auswirkungen auf das Gesamtniveau der Beschäftigung haben, aber große Umbrüche bei den Arbeitsplätzen mit sich bringen. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hervor, in der das Szenario einer fortschreitenden Digitalisierung mit einem Basis-Szenario ohne Digitalisierungseffekte verglichen wird. Im Jahr 2035 werden laut den Modellrechnungen aufgrund der Digitalisierung einerseits rund 1,5 Millionen Arbeitsplätze abgebaut sein. Andererseits führt die Digitalisierung den Forschern zufolge zu annähernd genauso vielen neuen Arbeitsplätzen, sodass unterm Strich keine größeren Beschäftigungsverluste auftreten werden.Weitere Informationen

Ein-Euro-Jobs
Integrationschancen
abhängig vom Einsatzfeld

Ein-Euro-Jobs können die Eingliederungschancen der Maßnahmeteilnehmer langfristig steigern, zeigt eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Vergleichsweise hohe positive Wirkungen treten ihr zufolge in Einsatzfeldern auf, deren Beschäftigung sich sehr gut entwickelt. Das gilt bei den geförderten Frauen für die Einsatzfelder Gesundheit und Pflege sowie Kinderbetreuung und Jugendhilfe. Für Männer in Ostdeutschland liegen dagegen zum Teil negative Eingliederungseffekte vor, insbesondere für Maßnahmen in den Bereichen Umweltschutz und Landschaftspflege sowie Infrastrukturverbesserung.Weitere Informationen

Messe
Markt der Berufe
Anmeldungen von Unternehmen ab sofort
Am 8. Juni findet der fünfte „Markt der Berufe“ statt. Von 10.00 bis 14.00 Uhr informiert die interkulturelle Ausbildungs- und Berufemesse über das deutsche System der dualen betrieblichen Ausbildung und bringt Jugendliche und ausbildende Unternehmen der Region direkt in Kontakt miteinander. Aufgrund des wachsenden Interesses von Ausstellern und Besuchern findet die Veranstaltung in diesem Jahr erstmals auf dem Wochenmarkt in Göttingen statt.
Der Markt der Berufe bietet vor allem Jugendlichen mit Migrationshintergrund und deren Eltern wertvolle Fakten über die klassische deutsche Berufsausbildung. Unternehmen bietet die Messe eine Plattform, durch direkten Kontakt geeignete Bewerber für ihre Ausbildungsplätze zu finden. 2017 nutzten knapp 750 Besucher die Gelegenheit, sich zu informieren.
Aussteller können sich anmelden unter Tel. 400-4628 oder www.bfgoe.de

Globale Umweltzerstörung
durch Politik und Konzerne

Die Organisation Rettet den Regenwald engagiert sich auf bewundernswerte Weise für den Erhalt der letzten noch verbliebenen ökologischen Reservate – wovon letztlich unsere Zukunft abhängt – und ruft regelmäßig zu Kampagnen gegen deren weitere Zerstörung auf. Gö-Polis veröffentlicht sie hier und möchte seine Leser dazu animieren, sich am Erhalt unserer Lebensgrundlagen aktiv zu beteiligen. Immer, wenn Sie an dieser Stelle ein neues Bild vorfinden, gibt es eine neue Aktion bzw. Neues zu berichten.

Indonesien
EU verhandelt Freihandel für Palmöl
Umweltgruppen aus Indonesien und Europa sind alarmiert. Vor den Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen den beiden Partnern setzte Indonesien offenbar die EU-Delegation unter Druck. Nicht nur ärgert sich Indonesien über europäische Ansätze, in den nächsten Jahrzehnten weniger Palmöl als Kraftstoff einzusetzen. Indonesien hat auch vor der WTO gegen Handelsbarrieren geklagt. Es schlägt sogar vor, gegen Palmöl-Kritiker vorzugehen. Minister Luhut Panjaitan wirbt derzeit in Europas Hauptstädten plus Brüssel dafür, dass die EU weiterhin Palmöl aus Indonesien kauft. Der Mann – ein Ex-General – ist dabei nicht zimperlich.

Rettet den Regenwald
<leer>Foto: Papa Annur

Indonesische Umweltaktivisten wie Yuyun Harmono von WALHI sehen das ganz anders. Sie fordern, für Palmöl dürfe es keinen Freihandel geben. Denn für die Plantagen würden nicht nur die Regenwälder vernichtet und das Klima durch die Brandrodungen weiter angeheizt. Auch die Rechte der Menschen blieben auf der Strecke – sie werden oft gewaltsam von ihrem Land vertrieben und ihrer Lebensgrundlage beraubt.
Im Bewusstsein dieser Probleme fordert der Schweizer Nationalrat (28. Februar 2018) den Schweizer Bundesrat auf, Palmöl vom Freihandel auszunehmen. Mit Freihandel wird die Palmölproduktion weiter steigen. Bisherige Schutzprogramme und Konfliktlösungen wären vergebens.
www.regenwald.org

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Bildung - Beruf - Karriere

Universitätsmedizin
Virtuelle Seziertische
Zwei hochmoderne virtuelle Seziertische erweitern die anatomische Lehre an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). 180.000 Euro wurden dafür in die neuen multifunktionellen 3D-Anatomie-Lernplattformen investiert.
Kenntnisse über die Anatomie des Menschen gehören im Medizinstudium zur Grundausbildung. Der klassische Präparationskurs gilt für die Vermittlung anatomischen Wissens nach wie vor als Goldstandard. Studierende der Human- wie der Zahnmedizin lernen dabei die grundlegenden anatomischen Details und Zusammenhänge auf praktische Weise kennen. Mit dem Skalpell in der Hand legen rund 200 Humanmediziner und 40 Zahnmediziner im vorklinischen Semester an 14 Körperspendern unter Anleitung von Dozenten des Zentrums Anatomie nach allen Regeln der Kunst Schicht für Schicht eines menschlichen Körpers frei, entdecken Knochen, Muskeln, Nerven und erkunden die Lage von Organen. Hier geht die Lehre an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) gemeinsam mit der Bereichsbibliothek Medizin der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) jetzt neue Wege.
AnatomietischDie virtuelle Lernplattform (Foto: umg/spförtner) unterstützt mit didaktisch aufbereiteten Inhalten, Kommentaren, Erläuterungen oder Bildern, die beliebig zu- oder abgeschaltet werden können. Die Hightechgeräte zeigen die lebensgroße dreidimensionale Darstellung eines Menschen, die an beliebigen Stellen geschnitten und – anders als bei einer realen Präparation – virtuell von allen Seiten betrachtet werden kann. Mit Touch-Screen und über ausgewählte Tools lassen sich beliebige anatomische Details anzeigen. Die 3D-Darstellung bietet einen Überblick über die Lage von Organen, Blutgefäßen und Nervenfasern im menschlichen Körper. Der virtuelle Anatomietisch bietet damit ideale Voraussetzungen besonders für Prüfungsvorbereitungen, also zum Üben und Lernen von anatomischen Details wie zum Abprüfen von Wissen. Er hat einen Vorteil gegenüber dem klassischen Präparationskurs: Mit dem virtuellen Skalpell lässt sich eine Sektion im Lernmodus beliebig oft wiederholen.

Systemische Beratung
Einjähriges Fortbildungsangebot
Ab Mai bietet die Beschäftigungsförderung Göttingen (BFGoe) in Kooperation mit dem Sozialpädagogischen Bildungswerk Münster e.V. eine einjährige berufsbegleitende Fortbildung „Systemische Beratung“ an. Der Kurs eignet sich für alle, die in sozialen, pädagogischen, therapeutischen und medizinischen Berufen oder in der Personalentwicklung tätig sind.
Einzelne Personen, Familien oder eine Gruppe abhängig von ihrem sozialen Umfeld und dem jeweiligen Kontext beraten – das ist der Kern der Systemischen Beratung. Ziel ist es, Ansätze und neue Perspektiven für das eigene Handeln in einer Problemsituation zu entwickeln. Der berufsbegleitende Kurs ist Baustein einer umfassenden Weiterbildung und wird als „Grundkurs systemische Beratung“ bescheinigt. Durch einen weiteren Aufbaukurs können die Teilnehmenden ein von der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapier (DGSF) anerkanntes Zertifikat erwerben. Die Kosten für den Grundkurs sind bei einer Mitgliedschaft des Arbeitgebers in der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen eG (BIGS) zum Teil erstattungsfähig.
Kontakt, Info und Anmeldung unter www.bfgoe.de oder Telefon 400 4628

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Verbraucherschutz

Aktuelle Produkt-Tests über
• Automatische Gartenbewässerung
• Rasenroboter
• Trockenfutter für Katzen
• Sprachassistenten / smarte Lautsprecher

Neue Bücher für Verbraucher
iPhone: 333 versteckte Funktionen
Geldanlage mit Exchange Traded Funds
Ratgeber E-Bike & Pedelec

Aktuelle Verbrauchertäuschungen
Auf dem Verbraucherschutz-Portal Lebensmittelklarheit.de beanstandet die Verbraucherzentrale aktuell folgende Produkte wegen irreführender oder falscher Angaben auf der Verpackung:
<leer>• Alete Abend Milchbrei
<leer>• REWE Schokoladeneiscreme
<leer>• tegut Bratröllchen
Einzelheiten dazu und wie die betroffenen Firmen auf die Beanstandungen reagieren, auf der Verbraucherschutz-Seite.Weitere Informationen

Fleisch
Verbraucherzentralen
fordern staatliches Label

Haltungskompass von Lidl unter der Lupe
Tierschutz steht hoch im Kurs. Immer mehr Verbraucher wünschen sich eine artgerechte Nutztierhaltung. Der Handel reagiert darauf mit neuen Marken und Labeln. Lidl hat kürzlich einen vierstufigen „Haltungskompass“ eingeführt. Die Verbraucherzentralen wollten wissen, welche Kennzeichnungen beim Frischfleischangebot von Lidl vorhanden sind. In zehn Bundesländern und insgesamt 13 Filialen haben sie das Sortiment stichprobenartig geprüft.Weitere Informationen

Mietrecht
Fußboden: nicht alles ist sachgerechter Gebrauch
Auch Mieter können beim Auszug haften
Ein Fußoden ist zwar grundsätzlich Vermietersache. Muss er repariert oder ausgewechselt werden, kann in bestimmten Fällen jedoch auch der Mieter zur Kasse gebeten werden. Wenn beim Auszug etwa das Parkett durch High Heels ruiniert ist, haftet der Mieter, genau wie für Kratzer durch Hundekrallen, Stühlerücken oder Rotweinflecken im Teppich. Für die Abnutzung im Eingangsbereich hingegen nicht, denn die gehört zur üblichen Nutzung einer Wohnung.Weitere Informationen

Immobilien
Schärfere Vorgaben für neue Energieausweise
Viele Eigentümer von älteren Gebäuden müssen jetzt nachprüfen, ob ihre Energieausweise noch gelten. Seit rund zehn Jahren brauchen sie gültige Energieausweise, wenn sie neue Mieter oder Käufer suchen – und viele Ausweise laufen in 2018 und 2019 aus. Haben sie keinen gültigen Energieausweis, drohen Bußgelder bis zu 15.000 Euro. Ob Eigentümer den teureren Bedarfsausweis erstellen lassen müssen oder ob sie mit dem günstigeren Verbrauchsausweis auskommen und auf was Mieter und Käufer beim Energieausweis achten müssen, erklärt die Stiftung Warentest in der aktuellen Mai-Ausgabe ihrer Zeitschrift Finanztest.Weitere Informationen

Kontowechsel
Schlampiger Gesetzgeber
Seit anderthalb Jahren sind Banken verpflichtet zusammenzuarbeiten, damit ein Kontowechsel für den Kunden einfacher und schneller geht. Eine Stichprobe der Zeitschrift Finanztest mit sechs Onlinekunden kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass der Wechsel nicht immer problemlos funktioniert. Denn der Gesetzgeber hat für den Wechsel ein völlig unverständliches Formular entwickelt.Weitere Informationen

Acrylamid
Verbraucherzentrale: halbherzige EU-Verordnung
Pommes, Chips, Kekse, Knäckebrot, Toast oder Kaffee – Acrylamid steckt in vielen Nahrungsmitteln. Der potenziell krebserregende Stoff entsteht beim Backen, Rösten, Braten und Frittieren stärkehaltiger Lebensmittel. Am 11. April endet die Übergangsfrist der EU-Acrylamid-Verordnung. Hersteller, Imbisse, Bäcker und Restaurants müssen dann Maßnahmen treffen, damit ihre Produkte unter den neuen Richtwerten bleiben. Großes Manko: Verbraucher erhalten keine Information über den tatsächlichen Gehalt an Acrylamid, die Verordnung sieht derzeit weder Höchstmengen noch Verbote stark belasteter Lebensmittel vor.Weitere Informationen


Gesellschaft

Freibadsaison beginnt
Das Freibad am Brauweg und Naturerlebnisbad Grone starten in die Freibadsaison, in Grone bereits am 5. Mai und im Freibad Brauweg am 8. Mai. Ab Dienstag findet auch das Frühschwimmen traditionell wieder im Brauweg statt, statt bisher in der Eiswiese.
Öffnungszeiten Freibad Brauweg: Montag bis Freitag: 6.30 bis 20.00 Uhr, Lastminute-Tarif ab 18.30 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen 8.00 bis 19.00 Uhr.
Öffnungszeiten Naturerlebnisbad Grone: Montag bis Freitag: 9.00 bis 20.00 Uhr, Lastminute-Tarif ab 18.30 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen 9.00 bis 19.00 Uhr.

Häusliche Pflege
Bürokratie für Angehörige sehr belastend
Eine Studie des Instituts forsa im Auftrag der Verbraucherzentralen zeigt: Pflegende Angehörige erleben die Antragstellung und die Phase bis zur Feststellung des Pflegegrades als sehr belastend. Sie fühlen sich unsicher und wenig informiert. Zudem nutzen sie Beratungsangebote eher selten.Weitere Informationen

Polizeipräsident belobigt „Freizeit-Polizist/inn/en“
Ein Polizeibeamter befindet sich immer im Dienst. Daher ist es ein wichtiger Grundsatz der polizeilichen Dienstauffassung, Menschen in Not auch außerhalb der Arbeitszeit zur Seite zu stehen. Am23. April belobigte Uwe Lührig, Präsident der Polizeidirektion Göttingen, aus diesem Grund fünf Beamtinnen und Beamte der Polizeiinspektion Hildesheim, die diese Überzeugung besonders unter Beweis gestellt haben. Im Zuge von zwei Vorfällen im Februar und April 2018 konnten diese durch ein schnelles und beherztes Eingreifen schwere Verletzungen oder Schlimmeres verhindern, als sie in Ihrer Freizeit Zeuge gewalttätiger Auseinandersetzungen wurden.

Göttinger Bürgerfrühstück
Tischreservierungen ab sofort
Das beliebte Göttinger Bürgerfrühstück findet am Sonntag, den 3. Juni, auf dem Göttinger Wochenmarkt an der Hospitalstraße statt. Zwischen 11 und 14 Uhr sind Gruppen wie Einzelgäste wieder herzlich zum gemeinsamen Frühstück eingeladen. Musik, Kinderprogramm und Tombola gehören dazu. Die Anmeldung zur Teilnahme und die reservierung des Lieblingstischs aus dem Vorjahr ist ab sofort möglich. Ein Platz kostet Euro 6,25 pro Person, Euro 50 für 8 Personen (1 Tisch). Frühstück kann für Euro 5,00 pro Person hinzubestellt werden. Ebenso kann eigenes Frühstück samt individueller Tischdekoration mitgebracht werden. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 1.000 Gästen. Reservierungen unter Tel. 38489872 bzw. post@buergerstiftung-goettingen.de


Polizeiberichte
Tagesaktuelle Meldungen
Die ausführlichen Polizeiberichte finden Sie hier:Weitere Informationen

Gestohlenes Wohnmobil ohne Benzin
jk — Auf der Autobahn 7 bei Hann. Münden haben Beamte der Autobahnpolizei Göttingen am Mittwochnachmittag (02.05.) gegen 14.00 Uhr ein mutmaßlich gestohlenes Wohnmobil sichergestellt.

Parteigeschäftsstelle verunstaltet
jk — Unbekannte haben in der Nacht zum 24. April die Parteigeschäftsstelle der CDU in der Reinhäuser Landstraße mit Farbeimern und Farbe gefüllten Christbaumkugeln beworfen sowie eine Grundstücksmauer großflächig mit der Parole „Abschiebung ist Mord“ beschmiert.

Versuchter Betriebseinbruch
jan — Unbekannte Täter versuchten in der Nacht zu Dienstag (01.05.) in einen Betrieb im Elliehäuser Weg einzubrechen.

Zigarettenautomat gesprengt
jan — Unbekannte haben am Dienstag (01.05.) gegen 4.45 Uhr in der Lenglerner Straße in Holtensen einen Zigarettenautomaten gesprengt.

Auseinandersetzung vor Gaststätte
jk — Bei einer körperlichen Auseinandersetzung ist am Sonntagmorgen (29.04.) gegen 9.35 Uhr vor einer Gaststätte im Papendiek ein Mann aus Kassel mutmaßlich mit einem abgebrochenen Fahrradständer angegriffen und leicht verletzt worden.

Eingebrochen und Autoschlüssel gestohlen
jk — Mit einem bei einem Einbruch in ein Wohnhaus in Bovenden-Lenglern entdeckten Autoschlüssel haben Unbekannte in der Nacht zu Samstag (28.04.) anschließend den Pkw des Hausbesitzers gestohlen.

Alkoholisiert gegen Baum
jan — Auf der Kreisstraße 29 zwischen Rosdorf und Obernjesa hat ein alkoholisierter Autofahrer am Sonntagmorgen (29.04.) einen Verkehrsunfall verursacht und ist anschließend zu Fuß geflüchtet.

Motorradfahrer schwer verletzt
rho — Am Samstagabend (28.04) kam es an der Kreuzung Groner Landstraße / Ecke Königsstieg zu einem Verkehrsunfall mit zwei schwerverletzten Motorradfahrern (Fahrer/Sozia) aus Göttingen sowie drei leicht verletzten Pkw-Insassen.

Auto fängt Feuer
jan — Beim Brand eines Pkw auf der A 7, der vermutlich durch einen technischen Defekt verursacht wurde, ist am Donnerstagabend (27.04.) gegen 20.40 Uhr eine 62-jährige BMW-Fahrerin mit dem Schrecken davon gekommen.

Wohnungseinbruch – wieder Laptop weg
jan — In eine Wohnung eines Wohnhauses in der Wiesenstraße in Göttingen brachen Unbekannte am Donnerstagvormittag (27.04.) ein und stahlen ein Laptop und eine Fotokamera.

Planenschlitzer stehlen Ladung
jan — Unbekannte haben in der Nacht zu Donnerstag (26.04.) an einem abgestellten Lkw auf der Rastanlage „Schlochau Ost“ an der A 7 bei Northeim die Ladung gestohlen.

Betrugsversuch mit Gutschein-Codes
jan — Betrüger versuchen immer wieder mit falschen Gewinnversprechen am Telefon, ihren Opfern das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Einbruch in Bürogebäude
jan — Bei einem Einbruch in ein Bürogebäude in der Wilhelm-Weber-Straße haben Unbekannte in der Nacht zu Dienstag (24.04.) nach ersten Erkenntnissen einen geringen Bargeldbetrag gestohlen.

Schmuck, Bargeld und Notebooks weg
jan — Unbekannte sind am Montag (23.04.) zur Tageszeit in einem Mehrfamilienhaus an der Weender Landstraße gewaltsam in eine Wohnung eingedrungen. Nach derzeit vorliegenden Informationen brachen die Täter die Wohnungstür auf und stahlen Schmuck, Bargeld sowie zwei Notebooks.

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E-Mobilität
Elektro-Fahrzeuge dürfen frei parken – und kassieren Knöllchen
Grüne haben Fragen

Forex Handeln Die Grünen haben aufgrund von Vorfällen mit dem Ordnungsamt der Stadt Göttingen durch Bürgermeister Holefleisch eine Anfrage in Sachen „Handhabungen zur E-Mobilität“ eingereicht. Anlass dazu war, wie die Sprecherin des Grünen-Kreisverbandes, Viola von Cramon, mitteilt, dass Bedienstete des Ordnungsamtes für E-Mobile, die auf Ratsbeschluss bis zum 30. Juni 2020 im Stadtgebiet gebührenfrei parken dürfen, Ordnungswidrigkeitsbescheide wegen Falschparkens oder „Parken ohne Parkschein“ verteilt hatten.

Die Verwaltung hat inzwischen reagiert: „Im Zuge der Förderung der E-Mobilität wird festgestellt, dass für E-Zweiräder die gleichen Parkvergünstigungen gelten, wie für E-KFZ. So können E-Roller, E-Motorräder E-Lastenfahrräder, S-Pedelec etc. auf parkscheinpflichtigen Parkplätzen bis zur Dauer der Höchstparkzeit kostenlos parken. Die Führer dieser Fahrzeuge haben durch geeignete Maßnahmen (Parkscheibe) das Einhalten der Parkhöchstdauer nachzuweisen.“

E-Car
 
Knöllchenfrei vor Windsor Castle: E-Mobilität mit StilFoto: Kamkorp

Allerdings sei der Vorschlag, E-Zweirad-Fahrzeuge mit einer Parkscheibe zu versehen, schwierig in der Praxis umzusetzen, zumal es für solche Fahrzeuge in der StVO nicht einmal eine Parkscheibenpflicht gibt, so Edgar Schulz von der AG Mobilität der Kreisgrünen. Tatsächlich hätten vereinzelt Mitarbeiter/innen des Ordnungsamtes E-Autos mit Parkscheibe und die auch durch entsprechende Typenbezeichnungen des Herstellers, z.B. „electric drive“ etc. eindeutig als E-Mobile erkennbar waren, dennoch mit einer Ordnungsmaßnahme belegt. Sich hierbei auf die alleinige Nummernschild-Kennzeichnung „E“ am Ende des Nummernschildes zurückzuziehen, greift jedoch auch nicht, da es eine solche „E“-Kennzeichnungspflicht in manchen Landkreisen gar nicht gibt. Somit würden Besucher/innen der Stadt von außerhalb des Landkreises Göttingen benachteiligt. Die Ankündigung der Stadtverwaltung, dass eine automatische Einstellung bei Widerspruch durch den E-Fahrzeughalter erfolgt, sei leider auch nicht korrekt, wie ein Fall aus der Vergangenheit zeige, so Schulz weiter.

Um Ärger mit solchen Widersprüchen grundsätzlich aus dem Weg zu gehen, wäre es aus Sicht der Grünen angemessen, die Mitarbeiter/innen des Ordnungsamtes in Sachen E-Mobilität besser einzuweisen und grundsätzlich mit einem bürgerfreundlicheren Augenmaß zu agieren. Sie beraten derzeit in der AG Mobilität über eine bessere Kennzeichnung solcher Fahrzeuge, etwa durch einen Aufkleber, der dann bei Nachweis eines E-Antriebes beim Straßenverkehrsamt bei Stadt und Kreis erhältlich sein könnte.

 

Umwelt
Mikroverunreinigungen in Gewässern – UBA gibt Empfehlungen
Vorsorgen statt sanieren, um Altlasten in Zukunft zu vermeiden

Rückstände von Arzneimitteln, Pflanzenschutzmitteln, Bioziden und anderen Chemikalien können schon in geringen Konzentrationen nachteilige Wirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit haben. Diese Mikroverunreinigungen werden nicht zuletzt dank verfeinerter Analyseverfahren zunehmend in unseren Gewässern nachgewiesen. Daher schlägt das Umweltbundesamt (UBA) nun ein Maßnahmenpaket vor, um Stoffeinträge in die Gewässer zu minimieren. Langlebige Stoffe, die in die Gewässer gelangen, führen dort oft jahrzehntelang zu Problemen.

GewaesserverschmutzungBeispiele aus der Vergangenheit sind Tributylzinnverbindungen (TBT, aus bioziden Bootsanstrichen), Perfluoroktansulfonsäure (PFOS, aus Löschschäumen und Galvanikbädern) oder Diuron (aus Pflanzenschutzmitteln). Gegenwärtig werden in Gewässern zunehmend Arzneimittelwirkstoffe wie Diclofenac und Ibuprofen gemessen.

Bei der Herstellung, Verarbeitung, Verwendung und Entsorgung von Chemikalien können diese als Mikroverunreinigungen auf verschiedenen Wegen in das Grundwasser, die Flüsse, die Seen und die Meere gelangen: Durch Abwässer aus Kläranlagen, Abschwemmung aus Böden, Auswaschung über Niederschläge, Versickerung oder Direktanwendung im Gewässer. Das Umweltbundesamt hat die Eintragspfade analysiert, kritische Stoffeigenschaften benannt und Handlungsempfehlungen abgeleitet. Es zeigt sich: Nur eine Kombination von Maßnahmen bei der Herstellung, bei den Verwendungen und der Abwasserbehandlung kann einen umfassenden Schutz bewirken.Weitere Informationen

 

Stadtrat
Vorsitzende Sylvia Binkenstein resigniert
Rücktritt wegen Vorwurfs der Verquickung von Mandat und Anwaltstätigkeit

Die Ratsvorsitzende Sylvia Binkenstein (SPD) ist von ihrem Amt zurückgetreten. Anlass dafür waren seit längerem anhaltende Vorwürfe gegen die Politikerin, die soziale Komponente im Namen ihrer Partei nicht so ganz wichtig zu nehmen. Ratsvertreter forderten deshalb eine Abwahl der Juristin. Dem ist sie jetzt zuvorgekommen.

Sylvia Binkenstein
 
Halstuch als Markenzeichen: Sylvia BinkensteinFoto: Stadt Gö

Als anwaltliche Vertretung eines offenbar nicht sehr mieterfreundlich gesonnenen Bauherrn, der in der Zimmermannstraße eine Wohnanlage modernisieren lässt und dabei offenbar wenig Skrupel verspürt, Mieter auf teilweise unwürdige Weise zu schikanieren, hat Binkenstein, so der Vorwurf, nicht nur dessen Interessen mit juristischen Mitteln vertreten, sondern auch versucht, kritische Nachfragen dazu in den politischen Gremien zu unterbinden. Auf eine Anfrage des Ratsherrn Gerd Nier (GöLinke) zu der Angelegenheit drohte sie im Februar mit der juristischen „Keule" Unterlassungs-Erklärung – und zwar noch während der Sitzung. Nier wollte lediglich wissen, ob die Verwaltung Kenntnis habe von der Situation in Weende und Möglichkeiten sähe, auf den Vermieter einzuwirken, den Beschwerden der Mieter/innen zu entsprechen.

Diese außerordentlich schnelle Reaktion Binkensteins auf eine noch nicht einmal öffentlich gestellte Anfrage war für viele Involvierte zugleich ein Hinweis darauf, dass hier, vermutlich über Mitglieder im Ortsrat Weende, Informationen durchgestochen wurden, zumal bereits zuvor Hilfeersuchen der drangsalierten Mieter/innen an SPD-Ortsrats­mitglieder anschließend zu Kündigungen seitens des Investors führten. Aufgrund solcher Vorkommnisse sahen sich der Weender Vorstandsvorsitzende Horst Reinert und sein Stellvertreter Kris Runge gezwungen, ihre Ämter niederzulegen – wegen „unverzeihlichen Vertrauensbruchs“ und weil die Personen hinter dem Leak sich nicht zu erkennen gaben.

Noch während der Ratssitzung am (Freitag!) 13. April weinte die SPD-Ratsfraktion ihrer ehemaligen Ratsvorsitzenden dicke Tränen nach. Ob die sich als stellvertretende Vorsitzende im Bauausschuss wird halten können, ist letztlich auch eine Charakterfrage.

Die SPD-Ratsfraktion Göttingen erklärt:
Wir alle, die Mitglieder der SPD-Ratsfraktion, sind tief betroffen über den Umgang mit Sylvia Binkenstein und unserer Fraktion, den wir in den letzten Tagen und Wochen erlebt haben. Wir können und wollen nach dem Rücktritt der Ratsvorsitzenden nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.
Der Rat der Stadt Göttingen ist kein Parlament. Seine Vorsitzende ist keine Präsidentin. Die Ratsvorsitzende hat keine „präsidiale Vorbildfunktion“. Sie repräsentiert nicht „in besonderer Weise die Stadt“. Dies tut zuerst der von den Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt direkt gewählte Oberbürgermeister und in seiner Vertretung die vom Rat gewählten Bürgermeister. Schon diese begrifflichen Missgriffe entlarven die Verfasser des Abberufungsantrages.
Unter dem Deckmäntelchen einer vermeintlich höheren Moralität sollte heute [am 13. April – Red.] über ein Ratsmitglied und ihre Arbeit als Ratsvorsitzende geurteilt werden, obwohl die Kommunalaufsicht keinen Rechtsverstoß im Handeln erkennen kann.
Vor diesem Hintergrund ist uns allen die übliche Sitzungs-, Debatten- und Abstimmungsdisziplin heute nicht möglich. Jeder von uns wird individuell auf die Situation reagieren. Allein der Fraktionsvorstand wird Sitzungsdisziplin halten.
Wir werden die klugen und neutralen Sitzungsleitungen von Sylvia Binkenstein vermissen. Sie verdient dafür Respekt und Anerkennung. Wir wünschen uns mehr Kollegialität, mehr Respekt. Wenn es um die Zukunft Göttingens geht, dann werden wir uns engagieren!

Antragsteller weisen Vorwürfe zurück
Die Piratenpartei Göttingen weist die Vorwürfe der SPD entschieden zurück, es habe sich bei dem Antrag zur Abberufung der Ratsvorsitzenden Sylvia Binkenstein um reinen Populismus gehandelt. „Im Gegenteil, ein ordentlicher Ratsantrag gehört zu den demokratischen Mitteln, wie auch der öffentliche Diskurs darüber“, erklären Sie in einer Reaktion auf Vorwürfe der SPD-Ratsfraktion. Der Politikstil der SPD hingegen, juristischen Druck gegen ehrenamtliche Mandatsträger anderer Parteien zu tolerieren, biete vielmehr Populisten ein gefundenes Fressen und fördere die Politikverdrossenheit. „Frau Binkenstein hat aus Sicht der Piraten – und aller anderen Parteien im Rat außer der SPD – instinktlos gehandelt. Wenn nun vom Stadtverband der SPD behauptet wird, der Antrag sei ,populistisch‘ und ,verlogen‘, scheint man sich nicht darüber im Klaren zu sein, dass man damit die Ratsmehrheit, die diesem Antrag zugestimmt hätte, diffamiert – auch den eigenen Haushaltspartner im Rat, die Ratsfraktion der Grünen.“ Schon allein der äußere Anschein eines Interessenkonflikts schade dem Ansehen des Rates der Stadt Göttingen sowie der gesamten Kommunalpolitik.
Die vollständige Stellungnahme lesen Sie hier:Weitere Informationen

 

Klimabilanz 2017
Emissionen gehen leicht zurück
Niedrigere Emissionen im Energiebereich, höhere im Verkehrssektor

Klimabilanz 2017: Emissionen gehen leicht zurück Niedrigere Emissionen im Energiebereich, höhere im Verkehrssektor Gemeinsame Pressemitteilung von Umweltbundesamt und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit In Deutschland wurden 2017 insgesamt 904,7 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt – 4,7 Millionen Tonnen weniger als 2016. Das zeigt die erste Prognose-Berechnung des Umweltbundesamtes (UBA). Während die Emissionen im Energiebereich deutlich zurückgingen, stiegen sie im Verkehrssektor sowie in der Industrie an. Daher sind zusätzliche Maßnahmen nötig, um Deutschland wieder auf Kurs in Richtung der Klimaziele zu bringen.

Gegenüber 1990 hat Deutschland seine Emissionen bis zum Jahr 2017 um 27,7 Prozent gesenkt. Das für 2020 vereinbarte Klimaziel von 40 Prozent soll so schnell wie möglich erreicht werden. Bis 2030 müssen die Emissionen um mindestens 55 Prozent gesenkt werden.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Die Klimabilanz 2017 zeigt ein gemischtes Bild. Beim Ausbau der erneuerbaren Energien haben wir bereits viel erreicht. Hier werden wir mit neuen Sonderausschreibungen weitere große Schritte machen. Im Verkehrsbereich geht die Entwicklung leider immer noch in die falsche Richtung. Für Klimaschutz und saubere Luft brauchen wir eine grundlegende Verkehrswende. Das muss ein Schwerpunkt in dieser Legislaturperiode werden. Wir werden in diesem Jahr erstmals ein Klimaschutzgesetz vorbereiten und 2019 verabschieden. Damit werden wir sicherstellen, dass wir das 2030-Ziel zuverlässig und verbindlich erreichen.“

Den deutlichsten Rückgang gab es in der Energiewirtschaft: Hier gingen die Emissionen im Vergleich zum Vorjahr um 13,7 Millionen Tonnen zurück (minus 4,1 Prozent). Zentraler Grund dafür ist, dass infolge der hohen Windkrafteinspeisung weniger Steinkohle verstromt wurde. Zudem wurden im Laufe des Jahres 2017 Steinkohlekraftwerke mit einer Kapazität von insgesamt mehr als 3 Gigawatt stillgelegt bzw. in die Netzreserve überführt. Im vierten Quartal gingen noch zwei weitere Braunkohlekraftwerke in die Sicherheitsbereitschaft. Im Verkehrssektor stiegen die Emissionen 2017.Weitere Informationen

 

Göttinger Wald
Naturschützer empört über wildes Mountainbiking
Göttinger Stadtwald als Sportarena

Hauptsache Spaß! Was kümmert da schon das Bisschen halbwegs unberührte Natur, welches zwischen all dem Müll nicht nur in den Ozeanen, sondern auch neben den zumeist versiegelten Wegen im Göttinger Wald, der doch als Flora-Fau­na-Habi­tat-Ge­biet eigentlich europäischen Schutzstatus genießt, noch zu finden ist? Wozu Erholung, wenn diese Reste von Grün doch vor allem als Event-Refugium taugen? So denken nicht nur Konzertveranstalter, so denken auch Freizeitsportler auf ihren Mountainbikes.

Kerstlingeröder Feld
 
Sportliche Instinktlosikeit: Tiefe Furchen im Magerrasen des Kerstlingeröder FeldesFoto: BUND

Inzwischen sind die Zerstörungen so augenfällig, dass der Göttinger Bund für Umwelt und Naturschutz und mit ihm die Biologische Schutzgemeinschaft sowie die Naturschutzbeauftragte der Stadt Göttingen, Britta Walbrun, auf die Barrikaden gehen. Missachtung und Schädigung erfahre dieses Schutzgebiet leider zunehmend durch einzelne Mountainbiker, beklagen sie öffentlich. Diese durchquerten den Göttinger Stadtwald und das Kerstlingeröder Feld auch abseits der Wege, durchpflügten dabei wertvolle Biotopflächen und legen sogar Sprungschanzen an. Rückzugsbereiche für teils seltene Wildtierarten würden massiv gestört – ein klarer Verstoß gegen das bestehende Naturschutzgesetz.

Nach §1 Abs. (1) NSG Verordnung sind alle Handlungen verboten, die „das NSG oder einzelne seiner Bestandteile zerstören, beschädigen oder verändern“. Darüber hinaus ist nach §3 Abs. (3) untersagt „2. wild lebende Tiere oder die Ruhe der Natur ohne vernünftigen Grund durch Lärm oder auf andere Weise zu stören“ und „3. abseits der Fahrwege Rad zu fahren“.  

Damit der Göttinger Stadtwald nicht zur Sportarena verkommt, müssten nicht nur das städtische Forstamt und dessen Mitarbeiter verstärkt diesen Ordnungswidrigkeiten nachgehen und sie zur Anzeige bringen, hier müsse auch „juristisch entschlossen und mit Null-Toleranz“ dem Naturfrevel begegnet werden, so ihre Forderung, „um deutlich zu machen, dass es sich dabei um alles andere als ein Kavaliersdelikt handelt“.

Ganz so neu ist das Thema nicht – auch nicht für die Lokalpolitik. Schon einmal stand es in früheren Jahren auf der Tagesordnung des Umwelt-Ausschusses. Und wie so oft, wenn die Politik sich nicht zu helfen weiß oder Angst vor der eigenen Courage bekommt, weil Verbote und ihre sanktionierte Durchsetzung einer weltoffenen Stadt nicht gut zu Gesicht stehen, hatte man das Problem seinerzeit zu lösen versucht, indem man an die Einsichtsfähigkeit der Verursacher appellierte. Solche Appelle an Vernunft und Einsichtsfähigkeit haben immer schon zu durchschlagenden Erfolgen geführt, insbesondere beim Verhalten von Verkehrsteilnehmern. Aktuell sind sie aber auch gerade wieder bei jenen Saubermännern zu beobachten, die das Nikolaiviertel trotz aller Appelle erneut buchstäblich in den Dreck ziehen.

 

Stickstoffdioxid
Erhebliche Gesundheitsbelastungen durch NO2
UBA-Studie ordnet Gesundheitsbelastung in Deutschland ein

Die NO2-Konzentrationen in der Außenluft in Deutschland führen zu erheblichen Gesundheitsbelastungen. Dies zeigt eine Studie des Umweltbundesamts (UBA). Demnach lassen sich für das Jahr 2014 statistisch etwa 6.000 vorzeitige Todesfälle aufgrund von Herz-Kreis­lauf-Erkran­kungen auf die NO2-Hinter­grund-Belas­tung im ländlichen und städtischen Raum zurückführen. Die Studie zeigt außerdem: Die Belastung mit Stickstoffdioxid steht im Zusammenhang mit Krankheiten wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Schlaganfall, der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) und Asthma.

Autoabgase

UBA-Präsidentin Maria Krautzberger: „Die Studie zeigt, wie sehr Stickstoffdioxid der Gesundheit in Deutschland schadet. Wir sollten alles unternehmen, damit unsere Luft sauber und gesund ist. Gerade in den verkehrsreichen Städten besteht Handlungsbedarf. Das hat das Bundesverwaltungsgericht bestätigt. Selbst Fahrverbote sind als letztes Mittel demnach möglich.“

Die Studie zeigt unter anderem, dass acht Prozent der bestehenden Diabetes mellitus-Erkrankungen in Deutschland im Jahr 2014 auf Stickstoffdioxid in der Außenluft zurückzuführen waren. Dies entspricht etwa 437.000 Krankheitsfällen. Bei bestehenden Asthmaerkrankungen liegt der prozentuale Anteil der Erkrankungen, die auf die Belastung mit NO2 zurückzuführen sind, mit rund 14 Prozent sogar noch höher. Dies entspricht etwa 439.000 Krankheitsfällen. Epidemiologische Studien ermöglichen zwar keine Aussagen über ursächliche Beziehungen. Jedoch liefern sie zahlreiche konsistente Ergebnisse über die statistischen Zusammenhänge zwischen negativen gesundheitlichen Auswirkungen und NO2-Belastungen.

Für die im Rahmen der Studie verwendeten Modellrechnungen liegen dabei bewusst vorsichtige Annahmen zugrunde: Zum einen wurden nur Krankheiten berücksichtigt, die mit hoher Gewissheit in Zusammenhang mit Stickstoffdioxidbelastungen stehen. Zum anderen wurden für NO2-Belastungen unterhalb von 10 μg/m3 keine gesundheitlichen Auswirkungen berechnet, da hier aktuell nicht ausreichend verlässliche Studien vorliegen, die den Zusammenhang zwischen diesen niedrigen Konzentrationen und gesundheitlichen Effekten zweifelsfrei bestätigen. Zudem wurde für die Gesamtbevölkerung in Deutschland, aufgrund methodischer Limitationen, lediglich die NO2-Belastung des städtischen und ländlichen Hintergrunds berücksichtigt und bestehende Spitzenbelastungen an verkehrsreichen Straßen („Hot Spots“) nicht miteinbezogen.Weitere Informationen

 

Sport
CDU: Jedes Grundschulkind soll Schwimmen lernen
„Grundlage für alle Wassersportarten“

In der kommenden Sitzung des Schulausschusses stellt die Göttinger CDU-Ratsfraktion der Verwaltung den Prüfauftrag, zwei Varianten zu erarbeiten auf dessen Grundlage Göttinger Grundschulkindern das Schwimmen beigebracht werden soll.

Kajak-Wassesport
 
Besser mit Schwimmkenntnissen: Kajak-WassesportFoto: Cantonga

Variante 1 sieht dabei vor, die Schwimmausbildung im betreuten Nachmittagsangebot zu ermöglichen. Für die CDU-Ratsfraktion ist dabei von besonderer Bedeutung, dass eine größtmögliche Einbindung öffentlicher Institutionen und Einrichtungen, wie dem Sportzentrum der Universität, dem Weender Krankenhaus, der Asklepios Klinik oder dem Zentrum für ältere Menschen in Grone, erfolgt, um ein koordiniertes Vorgehen zu ermöglichen. Aus pädagogischer Sicht sei es für die Antragsteller von Bedeutung, dass am Tage des Schwimmunterrichtes den betroffenen Klassen keine Hausaufgaben gestellt werden, um größtmögliche Schwimmzeiten zu erreichen.

Nach Auskunft des schulpolitischen Sprechers der SPD-Ratsfraktion, Tom Wedrins, kann die Stadt mit Landesmitteln in Höhe von 3,7 Millionen Euro für den Schulbau rechnen. Zusammen mit den 5 Millionen Euro aus dem Nachtragshaushalt könnte nun die Modernisierung von Schulen angegangen werden. Bereits mit Beschluss des Doppelhaushaltes 2017/18 stünden darüber hinaus ungefähr 20 Millionen Euro für Baumaßnahmen in Schulen bereit, so Wedrins. Vor diesem Hintergrund sei es hilfreich, dass die Stadt Göttingen durch das Schulstättenentwicklungskonzept bereits einen Teil ihrer Hausaufgaben erledigt habe.  

Variante 2 soll ein Konzept erarbeiten, mit dem der Schwimmunterricht in der Schulzeit, nach Möglichkeit unterstützt durch Vereine wie den ASC 46 und die TWG 1861 mit ihren hauptamtlichen Schwimmsportlehrern, realisiert werden soll. Idealerweise soll der Schwimmunterricht gemeinsam mit dem Schulpersonal erfolgen. Dabei muss der Lehrplan an diesen Tagen so gestaltet sein, dass ein Schwimmangebot umsetzbar ist.

Dr. Thomas Häntsch, der schulpolitische Sprecher der Fraktion, ist der Ansicht, dass „die Grundlage für alle Wassersportarten das Schwimmen bildet. Um diese Kompetenz zu erwerben, sei es frühzeitig notwendig, Kindern das Schwimmen beizubringen. Kinder, die nicht schwimmen können, haben oftmals keinen oder nur einen eingeschränkten Zugang zu Erlebnisorten wie Schwimmbädern oder natürlichen Badegewässern. Deswegen bittet die CDU-Fraktion die GoeSF, zu prüfen, wie ein diesbezügliches Angebot für Kinder der Grundschulen realisiert werden kann. Auch der Stadtsportbund Göttingen wäre bereit, ein Programm „Schwimmen für Schulkinder“ zu entwerfen und gemeinsam mit den Göttinger Institutionen zu realisieren.

CDU-Fraktion möchte den Kompetenzerwerb von Kindern, vor allem pädagogisch begleitet, im Schulsport fördern. Schwimmen habe innerhalb des Schulsportes eine zentrale Bedeutung. Darüber hinaus stelle das Schwimmen eine Freizeitaktivität mit großem entwicklungsfördernden Potenzial dar“, so Häntsch.

 

Stickstoffdioxidbelastung
2017: Grenzwertüberschreitungen in rund 70 Kommunen
Nachrüstung mit Katalysatoren nötig

Die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid (NO2) ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Die Zahl der Kommunen mit Grenzwertüberschreitungen nahm nach erster Schätzung von 90 auf 70 ab. Das zeigt die Auswertung der vorläufigen Messdaten der Länder und des Umweltbundesamtes (UBA). Dennoch: An rund 46 Prozent der verkehrsnahen Messstationen wurde der Grenzwert von 40µg/m³ im Jahresmittel überschritten, an zwei Drittel dieser Stationen mit Werten von mehr als 45µg/m³ sogar deutlich.

„Die Entwicklung geht in die richtige Richtung. Wir sind aber noch längst nicht am Ziel. Immer noch liegen viele Städte deutlich über dem seit 2010 einzuhaltenden Grenzwert, viele Einwohner sind also weiter zu viel gesundheitsschädlichem Stickstoffdioxid ausgesetzt. Schuld sind vor allem die Diesel-Autos mit hohen Realemissionen, die oftmals erst in den vergangen Jahren zugelassen wurden und in den Städten unterwegs sind“, sagte Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA. „Wie vom Umweltbundesamt im Sommer 2017 geschätzt, werden die Maßnahmen des Diesel-Gipfels mit Software-Updates und Umtauschprämien nicht ausreichen, um die Luft in den Städten so zu verbessern, dass die Grenzwerte überall eingehalten werden. Wir brauchen dringend die Hardware-Nachrüstung der Autos und leichten Nutzfahrzeuge. Nur so können wir die Gesundheitsbelastungen durch Stickstoffoxide schnell und vor allem dauerhaft senken.“Weitere Informationen

 

Elternbeiträge für Kindergärten
Grüne fordern vollständige Kostenübernahme
Scharfe Kritik am aktuellen Angebot der Landesregierung

Das Land will die vollständige Beitragsbefreiung der Kindergärten. Das Ziel der kostenfreien Bildung teilen die Grünen im Rat der Stadt Göttingen, üben aber scharfe Kritik an dem aktuellen Angebot der Landesregierung an die Kommunen und fordern ein radikales Umdenken.

Die Beitragsfreiheit in Kindergärten war zentrales Wahlversprechen von CDU und SPD auf Landesebene. In den aktuellen Haushaltsverhandlungen soll das umgesetzt werden. Modell für die Kompensationszahlung an die Kommunen für das erste und zweite Kindergarten-Jahr sollen ersten Informationen zu Folge die Erstattungspauschalen für das dritte Jahr sein. Diese reichen jedoch bei weitem nicht aus, kritisieren die Grünen.

Regina Meyer, Vorsitzende des Jungendhilfeausschusses in Göttingen: „In Göttingen gehen 80 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen ganztags in den Kindergarten. Ihre Eltern zahlen dafür – je nach Einordung in der Einkommens-Staffel – zwischen 210 und 300 Euro. Vom Land erstattet werden sollen pro Platz nur 167 Euro.“ Das sei viel zu wenig. Sie verlangt eine deutliche Steigerung des Haushaltsansatzes sowie die Abkehr von Erstattungspauschalen, die regionale Unterschiede nicht berücksichtigen. Vielmehr solle das Land einen fixen Anteil an den Gesamtkosten übernehmen. Nach einer Forderung des Niedersächsischen Städtetags (NST) sollten zwei Drittel der gesamten doppischen Betriebskosten übernommen werden. In keinem Fall, so Meyer dürften die Kommunen gegenüber der aktuellen Situation finanzielle Einbußen erleiden.

„Es kann nicht sein, dass ein Wahlgeschenk der Landes-GroKo die Stadt Göttingen jährlich 1,6 Millionen kostet“, kritisiert auch Rolf Becker, Vorsitzender der Grünen Fraktion im Rat. „Das Geld haben wir schlicht nicht. Und sinkende Kita-Qualität können und wollen wir uns nicht leisten.“ Die Grünen im Rat der Stadt befürchten landesweit einen massiven Einbruch der Kita-Qualität, sollten die Pläne, wie derzeit von der Landesregierung vorgeschlagen, umgesetzt werden.

 

Konsum
Marktanteile von grünen Produkten steigen
CO2-Emissionen im Konsumsektor dennoch unverändert

Der Umsatz mit grünen Produkten in den Konsumbereichen Wohnen, Mobilität und Ernährung ist 2015 um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Dennoch haben sich die CO2-Emissionen im Konsumsektor kaum verändert. Dies zeigt eine Studie „Grüne Produkte in Deutschland 2017 – Marktbeobachtungen für die Umweltpolitik“ des Umweltbundesamtes (UBA).

So sind die CO2-Emissionen im Konsumbereich von 7,9 Tonnen pro Person und Jahr im Jahr 2005 lediglich um ein Prozent auf 7,8 Tonnen im Jahr 2014 gesunken. „Die Richtung stimmt, aber der Umsatz mit umweltfreundlichen Produkten wächst zu langsam. Dies liegt vor allem daran, dass die Preise für Produkte nicht die realen Kosten für die Umwelt widerspiegeln. Unser Konsum trägt ganz wesentlich zu Umweltbelastungen bei, daher sollten die Umweltkosten eingepreist werden“, sagt UBA-Präsidentin Maria Krautzberger.

Bereits zum dritten Mal betrachtet das UBA die Marktentwicklung ausgewählter grüner Produkte in den drei zentralen Konsumbereichen Wohnen, Mobilität und Ernährung. Die Marktzahlen von 2008 bis 2015 werden dabei der Entwicklung der CO2-Emissionen des Konsums gegenübergestellt. Daneben wurden erstmalig die Marktentwicklungen der Umweltlabel Blauer Engel (Papier), EU Ecolabel (Hygieneartikel), FSC und PEFC (Holz) sowie GOTS (Textilien) untersucht.  

Trotz Zuwachs bei grünen Produkten sinken die Umweltbelastungen nicht: Die Emissionen im Bereich Mobilität sind wegen stark steigenden Emissionen beim Luftverkehr und kaum abnehmender Emissionen bei der Automobilität leicht um 0,4 Prozent gestiegen. Im Bereich Ernährung sind die Emissionen – vor allem aufgrund des hohen Fleischkonsums – mit rund neun Prozent sogar deutlich gestiegen. Die CO2 -Emissionen im Bereich Wohnen sind dank energetischer Sanierungen immerhin um rund zehn Prozent in den letzten zehn Jahren gesunken. Gleichzeitig tragen das Wachstum der durchschnittlichen Wohnfläche ebenso wie die zunehmende Geräteausstattung insbesondere im Bereich Informations- und Telekommunikationstechnik zu Umweltbelastungen bei.

Wohnen (Heizen und Strom), Mobilität und Ernährung sind für 80 Prozent der CO2-Emissionen des privaten Konsums verantwortlich. Die Studie untersucht den Umsatz grüner Produkte in diesen Konsumbereichen anhand der Marktentwicklung von Umweltsiegeln. Im Papiersegment beispielsweise ist der Blaue Engel verbreitet und bekannt – rund 17 Prozent der Hygienepapiere tragen den Blauen Engel, Marktanteile wie auch Umsätze haben seit 2012 leicht zugelegt. Umweltsiegel sind der Studie zufolge vor allem dann erfolgreich, wenn mit den grünen Produkten auch Geld gespart werden kann und wenn der Staat die Label durch Gesetze fördert. Ein Beispiel hierfür ist das sehr erfolgreiche EU -Energielabel: Zum einen lassen sich mit energieeffizienten Geräten Stromkosten sparen. Zum anderen ist das EU-Energielabel nicht freiwillig, sondern Pflicht.

 

Das hat gerade noch gefehlt
Laserinstallation an allen Feiertagen
Weitere Verschandelung der Stadt durch eine instinktlose Verwaltung

Göttingen ist nicht gerade mit sensiblen Stadtgestaltern in der Verwaltungsspitze gesegnet, eher von „Machern“, „Entwicklern“ und „innovativen Vorantreibern“. Jetzt freuen Sie sich über ein Danaergeschenk, welches sie für eine „Attraktion“ halten: ein „großzügiger Spender“ hat ihnen eine Laserinstallation vermacht, die ab Heiligabend jährlich an insgesamt 25 (!) gesetzlichen und kirchlichen Feier- und anderen Gedenktagen sowie aus Anlass einiger Kulturveranstaltungen den nächtlichen Himmel über der Innenstadt erleuchten wird. Beginn: immer eine Stunde nach Sonnenuntergang bis Mitternacht.

Gänseliesel
 
So ginge es auch: Ruhe ausstrahlende Beleuchtung am GänselieselFotos: vs

Statt also zukünftig in romantischen Abendstunden den natürlichen Nachthimmel zu betrachten und sich vielleicht zu einer Sternschnuppe einen innigen Wunsch auszudenken, wird dies künftig überstrahlt werden von einem „Vier-Kirchen-Laser“ – zu Weihnachten festlich und ruhig, an Silvester ab 00.00 Uhr als „Feuerwerk“. Es wird Eulen, Fledermäuse und anderes Nachtgetier vertreiben, kann Zugvögel aus der Bahn werfen und menschliche Bewohner, die sich noch eine gewisse Sensibilität zur immer weiter verschandelten Umwelt bewahrt haben, den Schlaf rauben.

Macht nichts, schließlich muss es ja vorangehen. Deshalb ist die Verwaltung auch voll des Lobes über das kulturelle Engagement des Spenders: Hier werde dankenswerter Weise Verantwortung für Stadt und Region übernommen. Das sei nach wie vor wichtig.

Doch kann man das durchaus anders sehen: Verantwortung übernehmen heißt nämlich auch, behutsam mit den noch verbliebenen Schätzen dieser Stadt umzugehen, sie zu bewahren statt um jeden billigen Preis zu verändern. Vielleicht also sollte man die Laserkanonen besser mal auf – beispielsweise – die völlig marode Stockelefsmühle am Leinekanal (Abb. unten) richten, um zu verdeutlichen, wo es bei der Göttinger Stadtentwicklung fehlt.

StockelefsmühleVor etwa zehn Jahren wurde in dieser Stadt in Politik und Verwaltung ausführlich über das Thema „Lichtverschmutzung“ in Innenstädten diskutiert. Seinerzeit hatte man es vorgeblich als ernstes Problem erkannt und kurzfristig sogar alternative Beleuchtungskonzepte (Abb. oben) vorgestellt. Es blieb bei dieser einen opportunistischen Hinwendung zum Thema, weil das gerade – nicht nur in Göttingen – aktuell war, um dann wieder in der Versenkung zu verschwinden. Ein ernst gemeintes Anliegen war es den Planern offenbar nicht.

Zwar verfügt die Stadt inzwischen über einen Lärmaktionsplan, einen solchen Plan gegen die Lichtverschmutzung sucht man jedoch vergebens. Er wäre ebenso dringlich, lässt sich aber offenbar unter den gegenwärtigen politischen Konstellationen nicht realisieren. Da ist es wohl eher wahrscheinlich, dass bald auch Hubschrauber-Rundflüge über der Stadt als „Attraktion“ vermarktet werden, wenn sich denn nur ein großzügiger Spender dafür findet. Dazu braucht es nicht einmal Feiertage, sondern nur opportunistische politische Voraussetzungen.
Das kommt auf die Göttinger zu, wenn sie sich nicht dagegen zur Wehr setzen, Laserverschmutzung an folgenden Tagen: Neujahr, Ostersonntag, Christi Himmelfahrt, Pfingstsonntag, Gedenktage aus Anlass des Kriegsendes und der Gründung der Bundesrepublik Deutschland, Fronleichnam, Nacht des Wissens, Internationaler Museumstag, Eröffnung der Göttinger Händelfestspiele, Tag des offenen Denkmals, Erntedankfest, Mauerfall und Grenzöffnung, Tag der Deutschen Einheit, Reformationstag, Volkstrauertag, Allerheiligen, 09.11. Gedenkstunde Mahnmal Synagoge, Buß- und Bettag, 1. Advent, 2. Advent, 3. Advent, Heiligabend 4. Advent, 1. Weihnachtstag, Silvester.

 

Bernd Althusmann
Fängt gut an: Kaum im Amt, schon Wort gebrochen
Niedersächsicher Wirtschaftsminister ignoriert eigenes Versprechen

Es ist nur wenige Wochen her, dass sich die ehemalige rot-grüne Landesregierung mit heftigen Vorwürfen seitens der CDU konfrontiert sah, die ihr angesichts des Skandals beim Volkswagen-Konzern – von diesem gern als „Dieselproblematik“ beschönigt – eine zu enge Verbandelung und insbesondere zu laxe Aufsicht gegenüber dem Unternehmen vorwarf. Solche Vorwürfe bestanden und bestehen durchaus zu Recht.

Auch in der Bevölkerung werden solche Verflechtungen zwischen Politik und Industrie zunehmend argwöhnisch betrachtet. Und weil die Christdemokraten während des niedersächsischen Wahlkampfs einer in den Augen vieler Wähler ziemlich aufrichtigen und vor allem zumeist von Lobby-Interessen unbeeinflussten Landespolitik sonst nicht viel entgegen setzen konnten, sahen sie im Fall VW jedenfalls einen argumentativen Hebel, mit dem sie der Weil-Regierung am Zeug flicken konnten und hatten dafür auch gute Argumente auf ihrer Seite.

Die Landesregierung ist immerhin mit 20 Prozent an Volkswagen beteiligt und mit zwei Mandaten im Aufsichtsrat vertreten, was immer wieder auch auf Unmut in der EU stößt. Ein beherztes Eingreifen von ihr in den weltweiten Betrugsskandal war jedenfalls nicht zu erkennen, obgleich eines dieser Aufsichtsrat-Mandate traditionell der Ministerpräsident ausübt. Das zweite wurde bislang ebenfalls immer an ein Kabinettsmitglied vergeben, was aber nirgendwo zwingend festgelegt ist. Insbesondere fraglich ist auch, ob durch eine solche Verfahrensweise immer auch genügender Sachverstand mit in den Aufsichtsrat einzieht.

 
Foto: Olaf Kosinsky

Bernd Althusmann, Spitzenkandidat der niedersächsischen CDU und nunmehr als Wirtschaftsminister in der neuen Landesregierung, weil eine egoistische Umfallerin bei den Grünen unbedingt ihr Mandat behalten wollte und deshalb die Seiten wechselte, hatte sich im Wahlkampf weit aus dem Fenster gelehnt und staatsmännisch gegeben: Noch im August trat er laut und öffentlich dafür ein, das zweite der Landesregierung zustehende Mandat an einen von außerhalb kommenden Wirtschaftsexperten, etwa an einen Wirtschaftsprüfer zu vergeben. „Das kann man nicht mal eben nebenher machen", sagte er damals dem NDR.

Kann man offenbar doch: Am 12. Dezember wurde Althusmann zum Aufsichtsrat im VW-Konzern bestimmt. Der Minister hat also schlicht gelogen. Belogen hat er insbesondere jene Wähler, die ihn vielleicht gerade wegen seiner vermeintlich weitsichtigen Äußerungen gewählt haben.

Sie hätten gewarnt sein können, schon früher nämlich hat es Althusmann mit der Wahrhaftigkeit nicht so genau genommen: 2011 kamen Vorwürfe auf, dass er in seiner Dissertation an etlichen Stellen inhaltlich oder wörtlich Texte aus anderen wissenschaftlichen Werken übernommen haben soll, ohne dies entsprechend zu kennzeichnen. Althusmann selbst räumte zwar „handwerkliche Fehler“ ein, schloss aber politische Konsequenzen aus. Eine damals eingesetzte Untersuchungskommission kam zu dem Ergebnis, dass sich Plagiatsvorwürfe zwar nicht erhärten ließen, die Arbeit aber „Mängel von erheblichem Gewicht“ enthalte.

Nötig hätte das neue Aufsichtsratsmitglied die aktuelle Kehrtwende von seinen ursprünglichen Wahlkampfversprechen eigentlich nicht. Als Wähler fragt man sich jedoch, von welcher Ethik ein solches Verhalten geleitet wird: Ist es einfach nur Machtgeilheit oder auch Gier?

 

Göttinger Süden
Statt Golfplatz jetzt Grüngürtel
Grüne wollen volles Programm

Nachdem Überlegungen, im Göttinger Süden einen Golfplatz einzurichten, nicht zuletzt am Widerstand der Bevölkerung wie auch am Ortsrat Geismar gescheitert sind, gehen die nachfolgenden Planungen nunmehr davon aus, im Bereich zwischen Duderstädter Landstraße und Kiessee einen Grüngürtel zu entwickeln.

Das ist möglicherweise immer noch besser als ein auch für die Öffentlichkeit zugängliches, gepflegtes Golf-Ressort, aber doch eben auch wieder eine von Menschenhand entwickelte Kulturlandschaft, also ein widernatürlicher Eingriff in die Natur, wie er allerorten täglich durch den Menschen stattfindet. Von der Südumgehung über den Golfplatz bis nun zu einem Grüngürtel hat diese Region inzwischen alle gedanklichen Experimente lokalpolitischer Planungswut durchlitten. Aktuell stehen nunmehr drei Varianten zur Diskussion:

1. eine bebauungsnahe Entwicklung am unmittelbaren südlichen Siedlungsrand in Kombination mit einer Durchgrünung dieses südlichen Siedlungsrandes,
2. die Entwicklung eines Grünzugs innerhalb der Feldflur südlich des Siedlungsrandes, jedoch stadt­rand-, also siedlungsnah, oder
3. eine siedlungsferne Entwicklung im Zusammenhang mit dem siedlungsfernen Rundweg um Göttingen.

Geismar Süd - Grüngürtel
Quelle: Wette + Gödecke GbR
Die Grü­nen sehen in den vor­geschla­genen Vari­anten „eine hervor­ragende Grund­lage für die Ent­wick­lung“ eines Grün­gürtels und wollen sich dafür ein­set­zen, dass alle drei Aus­bau­stufen umge­setzt werden“, erklärt Sabine Mor­gen­roth, Vorsit­zende im Aus­schuss für Umwelt, Klima­schutz und Mobi­lität. Eine solche Umset­zung werde zwar lange dauern, müsse aber konse­quent betrie­ben werden. Ein erster kleiner Baustein sei mit der Pflanz­aktion alter Obst­baum­arten an der Stein­metz­kurve bereits gelegt worden, „kleinere Maß­nah­men wie Bänke könnten sehr schnell folgen.“

Da die bestehenden Wegeverbindungen überwiegend in Nord-Süd-Richtung verlaufen und zentrale Querverbindungen fehlen, müssten diese zusätzlich geschaffen werden, heißt es in der Konzeptplanung des beauftragten Planungsbüros. Je nach Variante und angesprochener Nutzergruppe sollen diese unterschiedliche Oberflächenbelege bekommen, weiterhin sollen „zusätzliche Gartenflächen, so genannte Flächen für Gemeinschaftsgärten, die Entwicklung von landschaftsbildprägenden Strukturen, ökologische Gewässeraufwertung und die Schaffung von Aufenthaltsbereichen in der Konzeptplanung berücksichtigt“ werden – nicht jedoch die „Neuausweisung für Sportplätze oder eine Parkanlage“.

Ebenso sollen die „Bedürfnisse der vorkommenden Feldhamster und Agrarvögel, wie beispielsweise Feldlerche, Rebhuhn und Rotmilan“, bei den Planungen berücksichtigt werden – alles bedrohte Tierarten, die nur noch vereinzelt vorzufinden sind und denen das immer weitere Vordringen geplanter kultivierter Landschaftsräume wenig Chancen zum Überleben bietet. Der dramatische Rückgang von 75 Prozent der Insektenpopulation wird hingegen nicht berücksichtigt, wohl, weil er zum Zeitpunkt der Gutachtenerstellung zwar offensichtlich, aber noch nicht wissenschaftlich untermauert und öffentlich bekannt war.

Wegequalität
 
Beispiele vermeintlich guter, schlechter und ungeeigneter, jedoch für Wanderer sowie Flora und Fauna hervorragender, weitgehend naturbelassener WegebeschaffenheitFotos: Wette + Gödecke GbR

Berücksichtigt wurde hingegen die Qualität der bereits bestehenden Wege. Als „gut“ oder zumindest „normal“ werden dabei zumeist befestigte, also gepflasterte oder asphaltierte Wege klassifiziert, weil sie „vor allem für Skater“, aber auch für Radler „sehr gut geeignet“ sind – Wege, wie sie auch zunehmend im Göttinger Wald anzutreffen sind. Weil die Planer offenbar eher Sportler in den Fokus ihrer Überlegungen rücken statt Erholung Suchende oder gar Naturliebhaber, sind Strecken, „die das Befahren erschweren“, logischerweise für sie eher weniger geeignet.

Zu solchen Werturteilen kommt man zumeist dann, wenn man das „Freizeitpotenzial“ der Zivilgesellschaft immer besser erschließen will und diese dann immer weiter in die Lebensräume eben von Feldlerche, Rebhuhn und Rotmilan vordringt. „Alle im Ausschuss vertretenen Parteien wollen die ausgeräumte Feldflur im Süden Göttingens wieder einräumen! Das ist ein ermutigendes Zeichen“, freut sich Sabine Morgenroth. Das kann man machen, wobei man sorgsam auf das „Mobiliar“ achten sollte.

Man könnte es jedoch auch lassen. Das nennt sich dann Renaturierung.

 

Carsharing
Grüne fordern kostenfreie öffentliche Stellplätze
Car Sharing soll Aufwertung erfahren

Ein neues Gesetz eröffnet die Möglichkeit, Mietfahrzeugen des Car Sharing-Systems Bevorrechtigungen beim Parken auf öffentlichen Straßen und beim Erheben von Parkgebühren einzuräumen. Kommunen können damit sowohl stationsbasierten als auch stationsunabhängigen („free-floating“) Fahrzeugen kostenfreie Stellplätze reservieren. Das möchte die Grünen-Ratsfraktion auch in Göttingen realisiert wissen.

 
Vielfach der Zeit schon voraus: Char Sharing eMobil in Göttingen

Sabine Morgenroth, Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität, sieht darin „einen großen Beitrag, [um] die Anzahl an Autos in Städten wirksam zu reduzieren. Wenn wir Car­shar­ing-Fahr­zeu­gen kostenfreie Parkplätze im öffentlichen Raum in attraktiven Lagen anbieten, kann das mehr Menschen zum Umsteigen motivieren.“

Doch wie das? Wer lediglich auf ein anderes Fahrzeug umsteigt, fährt immer noch mit einem Pkw in die Stadt – wenn auch nicht mehr mit dem eigenen. Wirksamer dürfte sicherlich sein, wenn mehr Menschen weniger Autos benutzten, wenn sie etwa auf Busse umsteigen oder mit ihrem Privatfahrzeug nur dann in die Stadt einfahren dürfen, sofern dieses mit mindestens zwei Personen besetzt ist. Manche Städte praktizieren es bereits oder erheben eine Gebühr für den Besuch ihrer Innenstädte.

Der Grüne Ulrich Holefleisch hält dagegen und verweist auf Studien, wonach ein einziges Car Shar­ing-Fahr­zeug bis zu 20 private Pkw ersetzen könne. „Das ist nicht nur eine nachhaltigere Nutzung von Ressourcen, sondern spart auch Raum: Es entstehen Flächen für Grünanlagen und die Parksituation wird entschärft. Mehr Platz dem Carsharing bedeutet: mehr Platz dem Menschen.“

Der dann leider oftmals für die Ansiedlung von Großmärkten genutzt wird. Immerhin würde der Gedanke des Car Sharing sicherlich eine Aufwertung erfahren, die ihm zu gönnen ist: „Ein großer Vorteil reservierter Stellplätze für Car Sharing-Fahrzeuge besteht darin, dass sie sichtbar im Stadtbild verankert werden. Sie werden gleichrangig präsent sein wie Bahnhöfe, Bushaltestellen und Taxis – und nicht mehr in Hinterhöfen versteckt. Daraus erhoffen wir uns eine häufigere Nutzung dieser neuen Mobilitätsform“, schiebt Sabine Morgenroth ein weiteres Argument nach.

So neu ist diese von vielen bereits praktizierte Mobilitätsform zwar nicht mehr, aber eine noch weitere Verbreitung, insbesondere in den Hirnen von lustbetonten Autonarren, ist ihr durchaus zu wünschen.

 
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