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Aktuelle
Verbrauchertäuschungen
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Energie
Abschlagserhöhung unstatthaftWeitere Informationen

E-Mail-Dienste
Kleine Anbieter am bestenWeitere Informationen

Colorwaschmittel
Dieselbe Marke mal top, mal flopWeitere Informationen

Veganer Fleischersatz
6 Produkte
mit Schadstoffproblemen
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Handgepäckkoffer
Viel Geld, wenig QualitätWeitere Informationen

Handy-Abofallen
Mobilfunkfirmen treiben Geld
für dubiose Drittanbieter ein
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Kostenfalle Girokonto
Undurchsichtige Kontomodelle, diskriminierende PreisgestaltungWeitere Informationen

Prepaid-Kreditkarten
Statt Kredit erst einmal KostenWeitere Informationen

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Aktuelle
Verbrauchertäuschungen

www.lebensmittelklarheit.de
Aufmerksame Konsumenten können dem Verbraucherschutz-Portal Lebensmittelklarheit.de Mängel bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln melden. Die Verbraucherzentrale nimmt sich dieser Mängel an, gibt eine Einschätzung dazu ab und fordert die betroffenen Hersteller zu einer Stellungnahme auf. Die reagieren nicht immer besonders einsichtig, so dass es in der Hand des Konsumenten liegt, solche Einsicht durch Meidung des Produkts zu befördern.
Aktuell werden folgende Produkte wegen irreführender oder falscher Angaben auf der Verpackung beanstandet:

Penny to Go Saft
Aprikose-Kürbis

VerbrauchertäuschungKundenmeldung: Die Beschreibung des Produkts vermittelt einen Saft aus Aprikose und Kürbis. Diese sind auch auf der Schauseite abgebildet. Der Saft besteht allerdings zu über 50 % aus Apfelsaft, Apfelpüree und Orangensaft, was erst durch das Lesen der Zutatenliste zu erfahren ist. Ich fühle mich in die Irre geführt.
VZ-Einschätzung: Der Produktname und die Abbildungen weisen nur auf Kürbis und Aprikose als Zutaten hin. Da jedoch Apfelsaft an erster Stelle der Zutatenliste steht, sollte aus unserer Sicht auch der Produktname bereits darauf hinweisen.
Reaktion des Herstellers (Rewe Finanz eG, Köln): Auf das Schreiben der Verbraucherzentrale vom 28.06. 2016 hat das Unternehmen nicht reagiert.

Allos Amaranth-Butterkeks
VerbrauchertäuschungKundenmeldung: Auf der Packung wird ein Amaranth-Butterkeks versprochen. Meine Erwartung war, dass es sich um ein Produkt handelt, dessen Hauptzutat Amaranth ist. Die Zutatenliste hingegen zeigt, dass lediglich 5 Prozent Amaranth enthalten sind. Die Hauptzutat ist stattdessen Weizenvollkornmehl, welches ich eben nicht im Keks haben wollte. Des Weiteren steht auf der Packung "mit Amaranth und Honig".
VZ-Einschätzung: Das Herausstellen von Amaranth bei Keksen können Verbraucher verständlicherweise als täuschend ansehen, wenn in den Keksen achtmal so viel Weizen steckt. Der Anbieter sollte entweder die Kekse den Mengenverhältnissen entsprechend bezeichnen oder die jeweiligen Mengen bereits auf der Schauseite offenlegen.
Die Verbraucherzentrale Hessen hat die Hermann Wein GmbH & Co. KG am 12.04. 2016 wegen täuschender Aufmachung des Honigs abgemahnt. Der Anbieter hat am 02.06. 2016 die Unterlassungserklärung abgegeben und zugesagt, ab 13.08. 2016 den Tannenhonig nur noch in neuer Aufmachung ohne den Hinweis „Grüße aus dem Schwarzwald“ zu vertreiben.
Reaktion des Herstellers (Allos GmbH, Mariendrebber): Auf das Schreiben der Verbraucherzentrale vom 29.03.2016 mit Bitte um Stellungnahme liegt keine Antwort vor
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Erfolgreich abgemahnt:
Labeyrie Garnelen-Kranz

VerbrauchertäuschungEin geschickt platziertes Etikett verdeckte, dass weit weniger Garnelen in der Packung steckten, als der Kunde erwartet hatte. Bei der Bezeichnung „Garnelen-Kranz“ und dem Blick auf die ringförmig angeordneten Garnelen in der Verpackung mit durchsichtigem Kunststoffdeckel erwartete er zu Recht einen geschlossenen Kreis an Garnelen. Statt Garnelen belegten jedoch zwei Aussparungen und die Cocktailsauce den Platz unter dem Etikett. Die Verbraucherzentrale Hessen mahnte den Hersteller für Lebensmittelklarheit ab. Dieser verpflichtete sich, ab Oktober 2016 entweder die bisherige Verpackung mit einem vollständigen Garnelenkranz zu befüllen oder die Aufmachung so zu gestalten, dass auf den ersten Blick die enthaltene Garnelenmenge sichtbar ist. Der Labeyrie Garnelen-Kranz ist kein Einzelfall.

►Die hier abgedruckten Stellungnahmen sind Kurzfassungen. Ausführliche Darstellungen finden sich auf der o.a. Website.

 

E-Mail-Dienste
Bester Schutz nur bei kleinen Anbietern
Wer bei der E-Mail-Kommunikation auf Schutz und Privatsphäre Wert legt, ist bei zwei kleinen Anbietern am besten aufgehoben. Mailbox.org und Posteo sind die Testsieger der Stiftung Warentest mit sehr gutem Qualitätsurteil. Sie punkten unter anderem mit Datensparsamkeit und umfangreichen Verschlüsselungsfunktionen. Das zeigt ein Test von 15 E-Mail-Providern.

Beide Testsieger kosten 1 Euro im Monat. Wer sich um Schutz und Privatsphäre keine Gedanken machen möchte und es einfach nur bequem haben will, muss für seinen E-Mail-Dienst nichts bezahlen. Die beste Handhabung im Test bietet Google Gmail. Unter anderem aufgrund sehr deutlicher Mängel im Kleingedruckten landet der Anbieter insgesamt aber auf dem letzten Platz. Der beste kostenlose Dienst ist Web.de Freemail mit gerade noch gutem Qualitätsurteil.

Alle Mailserver im Test beherrschen die Transportweg-Verschlüsselung. Auf den Servern selbst liegen die Mails häufig jedoch unverschlüsselt. So können sie von Anbietern und Ermittlungsbehörden relativ einfach eingesehen oder für Werbeeinblendungen ausgewertet werden. Wer seine digitale Post über den Browser verschickt, bekommt bei sechs Anbietern eine sehr gute Unterstützung beim Einrichten einer sicheren Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.
Erschienen in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter www.test.de/email

 

Colorwaschmittel
Dieselbe Marke mal top, mal flop
Von wegen Markenqualität: Zwischen Waschpulvern mit demselben Logo gibt es große Unterschiede. Für Buntes sind Colorwaschmittel in Großpackungen meist nur zweite Wahl, die besten Kompakten in kleinen Tüten dagegen sind stark gegen Schmutz und schonen zugleich Farben und Textilien. Die Zeitschrift test hat 24 Colorwaschmittel geprüft, elf Pulver in bis zu fünf Kilo schweren Pappkartons und 13 Kompakte in kleinen Tüten.

Colorwaschmittel
 
Vor und nach der Wäsche: zwei Produkte aus großen Kartons
Foto: Stiftung Warentest

Pulver im Großkarton bestehen bis zu 50 Prozent aus Füllstoffen ohne Waschwirkung. Oft enthalten sie auch weniger schmutzlösende Substanzen. Sie werden nach anderen, für die Anbieter meist deutlich günstigeren Rezepturen hergestellt als die Kompakten. Ihrem Ruf, besonders viel für wenig Geld zu liefern, werden die Pulver in Großpackungen nicht gerecht. Nur ein XL-Pulver von Lidl wäscht gut und preiswert mit 10 Cent pro Waschgang. Drei der fünf Testsieger unter den Kompakten reinigen kaum teurer und kosten 12 Cent pro Waschgang.

Der größte Unterschied innerhalb einer Marke zeigt sich bei Ariel: Das gute Colorwaschmittel Compact wäscht schonend sauber, das Ariel-Pulver in der Großpackung dagegen entfernt Schmutz nur schlecht und lässt Farben schneller verblassen. Es ist mangelhaft.
Erschienen in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter www.test.de/colorwaschmittel

 

Veganer Fleischersatz
6 Produkte mit Schadstoffproblemen
Cover OktoberEinige vegetarische Bratwürste, Frikadellen und Schnitzel sind eine gute Alternative zur fleischhaltigen Konkurrenz. 6 von 20 Fleischersatzprodukten enthalten jedoch hohe Mengen an kritischen Mineralölbestandteilen. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in einer Untersuchung solcher Produkte.

Je zwei Schnitzel, Bratwürste und Frikadellen erwiesen sich als gute Alternative zu ihren Vorbildern mit Fleisch. Der Testsieger bei den vegetarischen Schnitzeln schaffte sogar ein Sehr gut in der sensorischen Beurteilung. Sechs Produkte haben jedoch ein Schadstoffproblem, die Tester fanden zum Teil hohe Gehalte an Mineralölbestandteilen (Mosh). In dem mit mangelhaft bewertetem vegetarischen Schnitzel einer bekannten Marke waren es mehr als 400 Milligramm Mineralölbestandteile pro Kilogramm. Dieser Gehalt kostete das Schnitzel die ansonsten gute Note; er gehört zu den höchsten, die die Tester je in Lebensmitteln nachgewiesen haben. Die Europäische Lebensmittelbehörde Efsa stuft Mosh als „potenziell besorgniserregend“ ein.

Einige Veggie-Varianten schmeckten trocken, waren schwer zu kauen oder so salzig, dass sie durstig machen. Neun Produkte schnitten in der sensorischen Beurteilung nur befriedigend oder ausreichend ab. Das Fazit der Tester: Bei vielen der getesteten Produkte sind die Rezepturen noch verbesserungswürdig.
Erschienen in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter www.test.de/fleischersatz

 

Handgepäckkoffer
Viel Geld, wenig Qualität
Das teuerste Produkt einer Untersuchung von Handgepäckkoffern aus Aluminium durch die Stiftung Warentest hat im Test versagt und erhält nur ein Testurteil „ausreichend“. Lediglich zwei weitere Koffer, einer für 28 Euro und einer für 70 Euro, sind noch schlechter und wurden mit mangelhaft bewertet, unter anderem wegen erhöhter Schadstoffe im Griff. Gute Hartschalen-Trolleys gibt es ab 110 Euro, Koffer mit weicher Schale ab 100 Euro.

ReisekofferWer sich mit dem 650 Euro teuren Handgepäckkoffer aus Aluminium länger im Regen aufhält, riskiert, dass der Inhalt nass wird – im Prüfpunkt Regenbeständigkeit bildete er das Schlusslicht. Auch die Rollen des Trolleys versagten im Labor und waren nach dem Härtest zum Teil nicht mehr schwenkbar. Überrascht waren die Tester zudem von den mehr als vier Kilo Eigengewicht des Koffers. Wer mit einer Fluggesellschaft verreist, die nur sechs Kilo Gewicht für das Kabinengepäck zulässt, kann in seinem Koffer nicht viel mitnehmen. Andere Hartschalenmodelle wiegen gerade einmal zwei Kilogramm.

Einige Hersteller werben damit, dass die Rollen ihrer Trolleys besonders leise seien. Einhalten können sie das Versprechen jedoch nicht. Alle Räder machen mehr oder weniger Krach, vor allem auf unebenen Untergründen. Weitere Probleme einiger Koffer: Einige sind nicht standfest, haben wackelige Teleskopgriffe. Drei Koffer sind mangelhaft, weil ihre Griffe mit Schadstoffen belastet sind. Beim Anfassen können die Gifte über die Haut in den Körper gelangen.Foto: Dirk Ingo Franke
Erschienen in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter www.test.de/koffer

 

Kostenfalle Girokonto
Undurchsichtige Kontomodelle, diskriminierende Preisgestaltung
Ein neuer Marktcheck der Verbraucherzentrale Niedersachsen deckt auf: Der Trend, immer neuer Kontenmodelle und neue Gebühren einzuführen erschwert den Produktvergleich zu privaten Girokonten und kann sogar zur Kostenfalle werden. Kostenlose Girokonten gibt es meist nur noch für bestimmte Zielgruppen. Niedersächsische Kreditinstitute verlangen bis zu 12,95 Prozent Dispozinsen, bis zu 17,95 Prozent für die geduldete Überziehung und bis zu 25 Euro monatlich für die Kontoführung.

Geldgier
 
Immer wieder zeigen Tests, dass eine Beratung in Geldangelegenheiten häufig weniger neutral, sondern interessegeleitet stattfindetFoto: vs

Die Preisspanne beim Dispozins liegt derzeit für die niedersächsischen Verbraucher zwischen 0,00 Prozent bei der Deutschen Skatbank und 12,95 Prozent bei der Raiffeisen-Volksbank Aurich. Spitzenreiter bei der geduldeten Überziehung ist erneut die Raiffeisen-Volksbank Aurich. Sie berechnet seit mehr als zwei Jahren unverändert bis zu 17,95 Prozent. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen überprüfte im August 2016 online die Konditionen verschiedener Kreditinstitute in zwölf niedersächsischen Städten. Ausgewertet wurden auch die Konditionen von überregionalen Anbietern. Das Ergebnis bestätigt einen weiteren Trend: „Zunehmend werden von den Banken und Sparkassen unterschiedliche Kontomodelle angeboten. Dabei wird oft das teuerste Girokonto mit einem günstigeren Dispozins ausgestattet“, sagt Andreas Gernt, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Monatliche Kontoführungsgebühren bis zu 25 Euro
Für das Girokonto „Komfort Plus“ von der Raiffeisen-Volksbank Aurich werden beispielsweise monatlich 12,90 Euro Kontoführungsgebühren verlangt. Bei diesem Kontomodell beträgt der Dispozins statt 12,95 Prozent nur 5,79 Prozent. Das teuerste Girokonto wurde bei der Sparkasse Osnabrück gefunden: Für das „GiroLive Exklusiv“-Kontomodell wird ein monatlicher Paketpreis von 25 Euro verlangt, wobei der Dispozins nur 5,90 Prozent beträgt. Die Höhe der monatlichen Kontoführungsgebühr ist aber kein Garant für eine Kostenersparnis durch einen niedrigeren oder vergünstigten Dispozins“, warnt Andreas Gernt. „Wer bei seinem Girokonto häufig den eingeräumten Dispokredit nutzt, sollte sich nicht von vergünstigten Dispozinsen blenden lassen. Denn die hohen Kontoführungsgebühren bei Premium-Konten sind auch bei häufiger Dispo-Nutzung von Nachteil“, sagt Gernt.

Verschleierte Zinssätze
Zu beanstanden sind weiter die von einzelnen Kreditinstituten intransparenten Zinssätze. Die Deutsche Bank benennt beispielsweise für den Dispozins nur eine Preisspanne von 7,90 Prozent bis 10,90 Prozent. Oder die Volksbank Braunschweig Wolfsburg, die nur den Hinweis auf den „3-Monats-Euribor + 9,78% p.a.“ gibt, ohne ihren Kunden diesen Referenzzins näher zu erläutern und zu beziffern.

Diskriminierende Preisgestaltung
Viele Banken und Sparkassen bieten nur noch bestimmten Zielgruppen kostenlose oder vergünstigte Girokonten an. Aber kostenlos bedeutet eben nicht immer kostenlos: Bei der Commerzbank ist das „kostenlose“ Girokonto „nur bei privater Nutzung, ab mind. 1.000 € monatlichen Geldeingang, sonst 9,90 Euro je Monat und beleglose Kontoführung, sonst 1,50 Euro je Inlands-/SEPA-Überweisung“ tatsächlich kostenlos. Auch die Bezeichnung „Giro4Free“ bei der Santander Bank bedeutet nicht, dass dieses Konto immer kostenlos ist, wobei mittlerweile bei vielen Kreditinstituten die Höhe des unterschiedlich definierten monatlichen Geldeinganges die entscheidende Rolle spielt. „Während Bezieher höherer Einkommen von kostenlosen Kontomodellen profitieren können, werden einkommensschwache Personen leider mit Kontoführungsgebühren bestraft“, resümiert der Finanzexperte Gernt.

Geldinstitute kreieren neue Gebührenmodelle
Als weitere Kostenfaktoren beim Girokonto spielen zunehmend die Gebühren für beleghafte Überweisungen eine wichtige Rolle. Dafür und auch für Ein- und Auszahlungen sowie Bargeldtausch an der Kasse können schon mal bis zu 3,50 Euro anfallen. Einzelne Kreditinstitute sind inzwischen dazu übergegangen, für die in den vergangenen Jahren noch kostenlos abgegebenen Bank- oder SparkassenCards Gebühren von bis zu 12 Euro pro Jahr (Sparda-Bank Hannover) zu berechnen.
Anders die Situation bei den Kreditkarten: Je höher die monatliche Kontoführungsgebühr ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass zusätzlich zu einer kostenlosen Bank- oder SparkassenCard auch eine Kreditkarte Standard, manchmal aber auch eine Kreditkarte Gold bei entsprechender Bonität zum Konto inklusive ist.
Noch gibt es echte kostenlose Girokonten, die jeder Privatkunde nutzen kann – oft aber nur noch online. Die Verbraucherzentrale geht davon aus, dass viele Kreditinstitute weiter an der Gebührenschraube drehen werden. „Ein Anbieterwechsel sollte dann ins Auge gefasst werden“, rät Gernt.

Neu: Kontenwechselhilfe ab Mitte September
Verbraucher, die von ihrer Hausbank oder Sparkasse mit neuen Kontomodellen und Preisänderungen konfrontiert werden, haben grundsätzlich die Möglichkeit, den Anbieter oder auch nur das Kontomodell zu wechseln. Wer den „richtigen“ Anbieter gefunden hat, kann nunmehr auch ab dem 18. September die gesetzlich neu festgelegte Kontenwechselhilfe nutzen. Alle Kreditinstitute sind jetzt zur Gewährung von Kontenwechselhilfe verpflichtet und die neue Bank oder Sparkasse hält für wechselwillige Verbraucher ein entsprechendes Formular zur gewünschten Beauftragung bereit. Ein Kontowechsel soll innerhalb von etwa zwei Wochen erfolgen können und auch die alte Bank oder Sparkasse ist als „übertragender Zahlungsdienstleister“ zur aktiven, aber unentgeltlichen Mitwirkung verpflichtet.

Stiftung Warentest: Preiserhöhungen nicht einfach hinnehmen
In einer Untersuchung hat auch die Stiftung Warentest die Preise für weit über 200 Kontomodelle von über 100 Banken und Sparkassen geprüft. Fazit: Kostenlose Girokonten gibt es noch – wenn auch seltener. Die Zeitschrift Finanztest fand immer noch 25 Gratiskonten ohne Wenn und Aber, bei Direktbanken ohne Filiale, regionalen Banken und zwei überregionalen Filialbanken. Doch viele Banken erhöhen ihre Preise oder haben angekündigt, es noch zu tun. Millionen Kunden der Postbank, zum Beispiel, sollen ab November monatlich 3,90 Euro für ihr bisher kostenloses Girokonto bezahlen.

Manchmal reicht es schon, sein Verhalten zu ändern. Anstatt einen Überweisungsschein auszufüllen, sollte man die Überweisung am PC veranlassen. Häufig lohnt es sich auch, die Bank zu wechseln. Seit dem 18. September müssen Banken per Gesetz den Kontowechsel erleichtern. Er darf dann nicht länger als zwei Wochen dauern. 41 der Banken im Test bieten bereits einen Wechselservice per App oder Computer an. Bestenfalls erledigt die neue Bank fast den gesamten Schriftverkehr.
Erschienen in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und online unter www.test.de/girokonto
Der Marktcheck kann unter www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/dispo-kontofuehrungsgebuehr abgerufen werden.

 

Energie
Abschlagserhöhung unstatthaft
Verbraucherzentrale mahnt Energieversorger ab
Abschläge für Strom und Gas sorgen immer wieder für Ärger. Eigentlich sollen sie eine Anzahlung auf die gelieferte Energie sein und Kunden vor hohen Nachzahlungen am Ende der Abrechnungsperiode schützen. Setzt ein Energieversorger die Abschläge jedoch zu hoch an, gewährt ihm der Kunde quasi eine Art Darlehen. Aus diesem Grund gibt es klare gesetzliche Vorgaben, wie Abschläge zu berechnen sind. Dazu gehört auch: Ein Energieversorger darf die Abschläge nicht mitten in der laufenden Abrechnungsperiode ändern. Der Marktwächter Energie hat deshalb zwei Anbieter abgemahnt.
Bei den abgemahnten Unternehmen handelt es sich um die Bayerische Energieversorgungsgesellschaft mbH (BEV) und die enervatis Energieversorgungsgesellschaft mbh. Von beiden Lieferanten liegt der Verbraucherzentrale ein Brief vor, in dem Kunden aufgefordert werden, in Zukunft einen deutlich höheren Abschlag zu zahlen. Begründung: Das Unternehmen habe vom Messstellenbetreiber aktuelle Informationen zum Stand des Stromzählers erhalten und daher festgestellt, dass deutlich mehr Strom verbraucht wird als erwartet. Wörtlich heißt es: „Ihre bisherige monatliche Zahlung deckt Ihren Stromverbrauch nicht. Aus diesem Grund müssen wir Ihre monatlichen Stromzahlungen bis zum Ende der Belieferungsperiode anpassen.“
„Eine solche Erklärung mag zwar zunächst logisch klingen, tatsächlich gibt es dafür jedoch keine rechtliche Grundlage“, erklärt Tiana Preuschoff, Energierechtsexpertin im Projekt Marktwächter Energie der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Entscheidendes Kriterium für die Berechnung von Abschlägen sei grundsätzlich der Verbrauch im vorausgegangenen Abrechnungszeitraum, in der Regel also der Verbrauch des Vorjahres. Daran ändere sich auch dann nichts, wenn dem Lieferanten aktuellere Daten vorliegen. „Solange keine neue Abrechnung erstellt wurde, ist der Abrechnungszeitraum auch nicht beendet und es müssen die alten Werte berücksichtigt werden“, so Preuschoff.
Allerdings kann es für Kunden im Einzelfall durchaus sinnvoll sein, sich auf eine Erhöhung der Abschläge einzulassen. Ist der Verbrauch tatsächlich deutlich angestiegen und die Zahlungen bleiben unverändert, droht am Ende der Abrechnungsperiode schließlich eine hohe Nachzahlung. „Der Kunde muss einer solchen Erhöhung aber auf jeden Fall zustimmen, der Lieferant kann dies nicht einseitig festlegen“, betont Preuschoff. Bevor Verbraucher sich für eine Anpassung der Abschläge entscheiden, sollten sie zudem genau prüfen, ob die Angaben des Lieferanten korrekt sind und sich am Stromzähler tatsächlich ein höherer Verbrauch ablesen lässt. Im Fall des Kunden der Bayerischen Energieversorgungsgesellschaft stellte sich beispielsweise am Ende heraus, dass sich der Verbrauch überhaupt nicht erhöht hatte. Die BEV nahm die Abschlagsänderung daraufhin zurück und berief sich auf ein Kommunikationsproblem mit dem Netz- bzw. Messstellenbetreiber.
„Das Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, Zahlungsaufforderungen immer ganz genau zu prüfen und nicht vorschnell zu begleichen“, sagt Preuschoff. Der Marktwächter Energie rät daher allen Verbrauchern, die in den vergangenen Wochen ähnliche Briefe erhalten haben, zu besonderer Aufmerksamkeit.

Handy-Abofallen
Mobilfunkfirmen treiben Geld
für dubiose Drittanbieter ein

Wer beim Lesen seiner Handyrechnung feststellt, dass er angeblich Spiele, Klingeltöne oder bewegliche Smileys für hunderte Euro gekauft oder abonniert hat, braucht Geduld und Hartnäckigkeit, um das vom Konto abgebuchte Geld zurückzuerhalten. Denn viele Mobilfunkfirmen ziehen das Geld von den Kunden ein, verweisen sie aber bei Reklamationen an die Drittanbieter.
Auf den Mobilfunkrechnungen tauchen diese untergeschobenen Abos oder Services meist als „Sonderdienste“ oder „Mehrwertdienste““ auf. Was die Kunden angeblich gekauft haben, wird in der Regel nicht konkret benannt. Grundsätzlich gilt: Wer nichts bestellt hat, braucht auch nichts zu bezahlen. Doch oft stellen sich die Mobilfunkfirmen stur, beharren auf ihrer Geldforderung, sperren gar den Anschluss. Sie verweisen auf den Drittanbieter und behaupten, Reklamationen könnten nur gegenüber dem Drittanbieter geltend gemacht werden.
Das sah das Landgericht Potsdam im letzten Jahr anders: Kunden können Einwendungen gegen die Forderungen von Drittanbietern direkt gegen das Mobilfunkunternehmen geltend machen. Denn wer eine Zahlung verlangt, kann nicht auf einen Dritten verweisen. Stiftung Warentest empfiehlt: Zuerst gegenüber dem Drittanbieter bestreiten, dass ein Vertrag geschlossen wurde. Dann beim Mobilfunkunternehmen Widerspruch einlegen und nach abgelaufener Frist die Lastschrift zurückholen.
Erschienen in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und online unter www.test.de/handy-abofalle

Prepaid-Kreditkarten
Statt Kredit erst einmal Kosten
Verbraucherzentrale warnt vor unnützen Karten
Verbraucher sollten bei der Werbung für Prepaid-Kreditkarten, die jeder auch „ohne Schufa-Check, ohne Gehaltsnachweis“ und „ohne Bonitätsprüfung“ beantragen kann, besonders vorsichtig sein. Statt eines beworbenen Sofortkredits ohne Schufa erhalten sie oftmals nur kostenpflichtige Prepaid-Kreditkarten. Diese Karten sind keine echten Kreditkarten und sie funktionieren nur auf Guthabenbasis. Verbraucher können damit nur das ausgeben, was zuvor auf die Karte aufgeladen worden ist.
Aktuell registriert die Verbraucherzentrale Beschwerden zu fragwürdigen Geschäftspraktiken einzelner Internet-Anbieter. Verbraucher stoßen immer wieder auf die Internetseiten von mastercredit.de oder sorglosduo.de, auf denen eine exklusive „MasterCard Gold“ in Verbindung mit einem Sofortkredit bis zu 6499 Euro – schufafrei und 100% zuteilungssicher – beworben wird. „Gezielt werden damit gerade einkommensschwache Verbraucher in die Falle gelockt“, warnt Andreas Gernt, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Niedersachsen. „Denn wirklich sicher sind nur die Kosten für die bestellte Kreditkarte, während die Kreditgewährung völlig ungewiss ist.“
So fallen beispielsweise bei mastercredit.de bzw. sorglosduo.de für Ausgabegebühr plus Versand und Jahresgebühr über 100 Euro an. Höchst fragwürdig ist auch das Angebot zur „VIABUY Prepaid MasterCard“, die im Internet mit dem Slogan „Eine für alle!“ und „ohne Schufa-Check und POSTIDENT“ beworben wird. „In den ersten drei Jahren fällt bei dieser Prepaid-Kreditkarte zwar tatsächlich keine Jahresgebühr an; die Kartenausstellungsgebühr beträgt jedoch stolze 89,70 Euro, die gleich mit der ersten Mindestaufladung von 90 Euro abgerechnet wird“, sagt Andreas Gernt.
Prepaid-Kreditkarten werden vorrangig an noch nicht kreditwürdige Personen ausgegeben, die beispielsweise eine negative Schufa-Auskunft haben oder die noch nicht volljährig sind. Für Jugendliche, Auszubildende und Studenten kann eine solche Zahlungskarte auf Guthabenbasis im Einzelfall z.B. bei einer Auslandsreise durchaus sinnvoll sein. Bei einzelnen Banken und Sparkassen gibt es Prepaid-Kreditkarten für diese Zielgruppe allerdings auch kostenlos. Wer aber einen Kredit benötigt, sollte zunächst immer bei der eigenen Hausbank oder Sparkasse nachfragen und Angebote zu Prepaid-Kreditkarten grundsätzlich meiden. Leider sind diese geschickten Werbeanzeigen derzeit häufig zu finden – ob bei Spiegel Online oder bei Amazon. „Wer Kosten sparen will, ignoriert besser derartige Angebote für meist völlig unnütze bzw. zu teure Prepaid-Kreditkarten“, empfiehlt Andreas Gernt.
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen bietet in fast allen Beratungsstellen eine kostengünstige, persönliche Rechtsberatung an. Die Beratung kostet 10 Euro (Zeitrahmen bis zu 15 Minuten).

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Neue Bücher

Finanztest Spezial Einbruchschutz
Das Zuhause sicher machen
Cover EinbruchUm 10 Prozent stieg die Zahl der Einbrüche in 2015. Viele Haus- und Wohnungstüren sind für Einbrecher geradezu eine Einladung: Die Schlösser sind veraltet und ein Profi knackt sie in wenigen Minuten. Dabei ist perfekter Schutz gar nicht nötig. Wie man Schlösser, Türen und Fenster so nachrüstet, dass sie Einbrecher aufhalten, zeigen die Tests im Finanztest Spezial „Einbruchschutz der Stiftung Warentest. Zusätzlich informiert das 114-seitige Heft über Rauchmelder, Versicherungen und das Verhalten im Schadensfall.
Einbrecher haben es eilig. Deshalb nutzt es sehr, ihnen die Arbeit zu erschweren. Ein gutes Schloss, eine solide Tür, eine Alarmanlage – das schreckt ab. Im Finanztest Spezial Einbruchschutz finden sich alle Informationen für den Sicherheits-Check der eigenen vier Wände und was zu tun ist. Moderne, sichere Einsteckschlösser können mit wenig Aufwand nachträglich eingebaut werden. Auch bei Fenstern lässt sich der Einbruchschutz im Nachhinein deutlich verbessern. Welche Produkte sich besonders eignen, zeigen die Testergebnisse. Für Maßnahmen zum Einbruchschutz können Mieter und Eigentümer Zuschüsse der staatlichen KfW-Bank bekommen. 2017 werden die Mittel dafür verfünffacht.
Schützen sollte man sein Zuhause auch gegen Naturgewalten wie Starkregen und gegen Brand. Der Test von Rauchmeldern findet sich ebenso im Heft wie die Untersuchungen von Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen, jeweils mit Elementarschutz. Mit den Tarifvergleichen lässt sich oft noch einiges an Geld sparen.
Finanztest Spezial Einbruchschutz, 114 Seiten, 8,50 Euro. Im Handel oder über www.test.de/spezial-einbruchschutz

Warenkunde Brot
Gutem Brot auf der Spur
Warenkunde BrotBrot und Brötchen sind in Deutschland Nahrungsmittel Nummer eins. Grund genug für die Stiftung Warentest, den Start ihrer neuen Kochbuch Reihe „Warenkunde dem Brot“ zu widmen. Es geht um Brot in Zeiten von Nahrungsmittelunverträglichkeiten, um Industrieprodukte und alte Handwerkskunst, und es geht darum, richtig gutes Brot selbst zu machen. Mit Rezepten und Tipps gelingt das auch Anfängern.
In diesem Buch geht es um die Unterschiede zwischen handwerklichen Produkten und Supermarktware. Es wird erklärt, welche Zutaten neben Mehl, Wasser und Salz eine Rolle spielen und wofür technische Enzyme verwendet werden und vor allem, ob diese Risiken und Nebenwirkungen bergen.
Immer mehr Menschen haben Probleme mit Weizen, doch es gibt Alternativen. Außerdem erfährt man, ob Vollkorn wirklich so gesund ist. Der Autor Lutz Geißler hat alle Rezepte selbst entwickelt, mit Zutaten experimentiert und die Backzeiten verändert – so lange, bis das Ergebnis perfekt war.
Warenkunde Brot, 207 Seiten, 19,90 Euro. Im Handel oder über www.test.de/warenkunde-brot

Warenkunde Öl
Gute Fette, schlechte Fette
Warenkunde ÖlEin Öl für alle Fälle gibt es nicht. Manche mögen es heiß, andere verlieren in der Pfanne ihr Aroma und ihre gesunden Inhaltsstoffe. Die Wahl des Speiseöls kann entscheiden, ob ein Gericht gelingt. „Warenkunde Öl“ wartet mit Expertenwissen und Testergebnissen auf und erklärt, welche Rolle Herstellung, Lagerung und Güteklasse spielen – abgerundet mit Rezepten von Sternekoch Markus Semmler.
Warenkunde Öl, 223 Seiten, 19,90 Euro. Im Handel oder über www.test.de/warenkunde-oel

Wissenschaft des guten Kochens (3) Backen
Perfekte Kuchen, Cupcakes und Brote
Perfekt backenBacken ist Kunst und Wissenschaft zugleich. Den köstlichsten Käsekuchen „NewYorkStyle“ backt man am besten für 10 Minuten bei 260 Grad und dann für 90 Minuten bei 95 Grad. So wird er weich und cremig in der Mitte, am Rand etwas fester und trockener. Kekse überraschen mit einer besseren Textur und mehr Geschmack, wenn man dem Zucker beim Verrühren des Teiges Zeit lässt, sich vollständig aufzulösen. In ihrem neuen Buch lüftet die Stiftung Warentest große und kleine Geheimnisse.
Welche Schokolade geschmacklich am meisten überzeugt, wie Backpulver funktioniert und warum manchmal auch Wodka die Lösung für einen mürben Kuchenteig ist, erfährt man in diesem Buch. In aufwendigen Versuchsreihen und Experimenten begeben sich die Experten und Köche von America’s Test Kitchen auf die Suche nach dem perfekten Brot, Kuchen, Gebäck und Dessert. Wie in den beiden schon erschienenen Bänden zu Fleisch und Gemüse findet man auch in diesem Band erstaunliche Erklärungen, viele Rezepte sowie hunderte Tipps.
Perfektion Band 3 Backen, 256 Seiten, 29,90 Euro. Im Handel oder über www.test.de/perfekt-backen