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Wirtschaft 4.0
Jeder zweite Betrieb
nutzt digitale Technologien
Weitere Informationen

Edeka / Rewe / Lidl / Aldi
Sklavenarbeit in Chicken NuggetsWeitere Informationen

Arbeitsmarkt Südniedersachsen
Leichte HerbstbelebungWeitere Informationen

Arbeitsmarkt im September
Ausblick weiterhin positivWeitere Informationen

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Wirtschaft 4.0
Jeder zweite Betrieb nutzt digitale Technologien
Jeder zweite Betrieb nutzt bereits heute digitale Technologien. Im produzierenden Gewerbe sind das beispielsweise hochgradig vernetzte und automatisierte „intelligente Fabriken“ – Stichwort: Industrie 4.0. Im Dienstleistungsbereich spielen vor allem Online-Plattformen und -Shops, Cloud-Computing-Systeme und Big-Data-Anwendungen eine zunehmende Rolle. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hervor.

Für 18 Prozent der Firmen in Deutschland ist die Nutzung moderner digitaler Technologien bereits heute ein zentraler Bestandteil ihres Geschäftsmodells. Darüber hinaus nutzen 34 Prozent der Firmen in Deutschland solche Technologien. Weitere zwei Prozent planen deren Anschaffung. 15 Prozent setzen sich derzeit mit der Nutzung solcher Technologien auseinander, 31 Prozent haben sich noch nicht mit der Nutzung solcher Technologien beschäftigt.

Betrachtet man die Betriebsgrößen und unterscheidet nach den Sektoren „Dienstleistung“ und „Produktion“, zeigt sich: Rund 70 Prozent der Betriebe im Dienstleistungsbereich mit 50 und mehr Beschäftigten nutzen moderne digitale Technologien oder planen deren Einführung. Bei Dienstleistern mit weniger als 50 Beschäftigten ist das bei etwa der Hälfte der Betriebe der Fall. Produktionsbetriebe mit 50 und mehr Beschäftigten setzen ebenfalls zu rund 50 Prozent digitale Technologien ein oder planen dies. Bei den Produktionsbetrieben mit weniger als 50 Beschäftigten sind es rund 40 Prozent. Fast die Hälfte der Produktionsbetriebe mit weniger als 50 Beschäftigten hat sich noch nicht mit der Nutzung moderner digitaler Technologien beschäftigt. Diese Betriebe erwarten durch eine Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse kaum Produktivitätsvorteile und Kostensenkungen und sehen auch wenig Potenzial darin, neue Produkte und Dienstleitungen anbieten zu können.

Die Studie beruht auf einer Befragung von rund 2.000 Betrieben in Deutschland. Damit liegen erstmals repräsentative Ergebnisse für die Gesamtwirtschaft zum Thema Wirtschaft 4.0 vor.

 

Edeka / Rewe / Lidl / Aldi
Sklavenarbeit in Chicken Nuggets
Edeka, Rewe, Lidl und Aldi verkaufen Chicken Nuggets aus Fleisch, das in Brasilien unter sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen produziert wird. Das zeigen aktuelle Recherchen der Christlichen Initiative Romero (CIR). Von dem Skandal sind vor allem als Eigenmarken vertriebene Produkte der Supermärkte und Discounter betroffen. Grundlage der Recherchen ist eine Studie des brasilianischen Journalistennetzwerks Repórter do Brasil, die im Rahmen der internationalen Kampagne „Supply Cha!nge“ entstand.

Chicken NuggetsFür die günstigen Chicken Nuggets von Edeka und Co. ist selbst das Geflügelfleisch aus europäischer Massentierhaltung zu teuer. Um die Preiserwartungen der Supermärkte und Discounter erfüllen zu können, kaufen die produzierenden Betriebe PHW Gruppe und Gebr. Stolle GmbH Ware aus Brasilien hinzu. In der Geflügelmast und in den Schlachtfabriken Brasiliens ist ein Akkordmarathon von täglich bis zu 17 Stunden zu Löhnen weit unter der Existenzsicherung Alltag. Die Wanderarbeiter/innen, die in Fängerkolonnen in den Zuchtbetrieben arbeiten, werden in Schuldknechtschaft getrieben. „Dieser Skandal hat System: Auf der Suche nach dem billigsten Lieferanten scheuen Supermärkte und Discounter nicht davor zurück, Ausbeutung und Menschenrechtsverletzungen in der Produktion in Kauf zu nehmen“, erklärt Sandra Dusch Silva von der CIR.

Am höchsten sei der Preisdruck bei Eigenmarken. Nach den Discountern setzen auch Supermärkte verstärkt auf Produkte aus eigenem Haus. Durch ihre Größe und Marktmacht können die Ketten den produzierenden Unternehmen die Lieferbedingungen bis hin zu den Preisen diktieren.

In Brasilien werden jährlich 6 Milliarden Hühnchen geschlachtet, Tendenz steigend. Damit ist das Land zum größten Geflügelexporteur der Welt aufgestiegen und hat die USA und China überholt. Für Deutschland ist Brasilien der wichtigste außereuropäische Handelspartner in puncto Geflügelfleisch, vor allem bei verarbeiteten Produkten.
→www.ci-romero.de

 

Arbeitsmarkt Südniedersachsen
Ruhiger Start nach den Sommerferien
Auch im September zeigte sich der Arbeitsmarkt in der Region Südniedersachsen in solider Verfassung. Im zurückliegenden Monat waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Göttingen insgesamt 14.223 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 247 bzw. 1,7% weniger als im August und 263 bzw. 1,8% weniger als im Vorjahresmonat. Die aktuelle Arbeitslosenquote liegt bei 6,0%, 0,1 Prozentpunkte unter dem September-Wert 2015. Aufgrund saisonaler Entwicklungen sank die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren gegenüber dem Vormonat deutlich um 12,6% bzw. 231 auf 1.605. Insbesondere der Ausbildungsstart im September sorgte dafür, dass sich viele junge Menschen bei der Arbeitsagentur oder den Jobcentern der Region abmeldeten.

  • Arbeitslosenzahl: 14.223
  • Veränderung gegenüber Vormonat: -247 / -1,7%
  • Veränderung gegenüber Vorjahresmonat: -263 / -1,8%
  • Arbeitslosenquote (Vorjahreswert):6,0% (6,1%)

Weiter steigend ist die Zahl der ausländischen Arbeitslosen. Hier bilden sich die Bemühungen der in den letzten Monaten nach Deutschland geflohenen Menschen ab, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Die Zahl stieg im September um 97 bzw. 3,8% auf 2.659. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 724 bzw. 37,4% mehr Ausländer arbeitslos gemeldet.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften in der Region zog im September wieder an. Arbeitgeber meldeten bei der Arbeitsagentur im zurückliegenden Monat 1.309 neue Stellenangebote, 138 bzw. 11,8% mehr als im August und 74 bzw. 6,0% mehr als im Vorjahresmonat. Mit insgesamt 3.434 offenen Stellen im Bestand gab es 313 Arbeitsangebote (10%) mehr als vor Jahresfrist. Der hohe Bestand an offenen Stellen signalisiert nicht nur den Bedarf an Arbeitskräften in der Region. Er ist vielmehr auch ein Zeichen dafür, dass die Stellenbesetzung zunehmend schwieriger wird und Arbeitgeber länger nach geeigneten Bewerbern suchen müssen.

Von der stabilen Nachfrage nach Arbeitskräften profierte in den letzten Monaten auch die Gruppe der Arbeitslosen über 50 Jahre. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Arbeitslosen hier um 359 bzw. 7,4% auf 4.488. Die Arbeitslosenquote in der Gruppe der 50 bis unter 65jährigen sank binnen Jahresfrist von 6,1% auf 5,5%. Seit Jahresbeginn haben 2.105 Arbeitslose über 50 Jahre eine neue berufliche Herausforderung gefunden, 1.052 von ihren waren älter als 55 Jahre. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmer im Göttinger Agenturbezirk zwischen 50 und 65 Jahren stieg im Dezember 2015 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,9%, die der 55 bis 65jährigen sogar um 5,0%. Der Anstieg der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Agenturbezirk Göttingen insgesamt lag bei 2,1%.

Klaus-Dieter Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Göttingen, nennt zwei Gründe für diese Entwicklung: „Zum einen haben sicherlich gesetzliche Maßnahmen dazu geführt, dass Arbeitnehmer später aus den Betrieben ausscheiden. Hier ist zum Beispiel der Wegfall der geförderten Altersteilzeit zu nennen oder auch Anpassungen im Rentenrecht. Zum anderen stellen wir seit geraumer Zeit fest, dass die Unternehmen sensibler werden in der Beurteilung der Potenziale lebensälterer Bewerber. Gerade in Bereichen, in denen Fachkräfte rar werden und die körperliche Belastung der Arbeit nicht im Vordergrund steht, finden ältere Bewerber bei der Stellenbesetzung Berücksichtigung.“

Unterbeschäftigung
Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, die aber z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden1. Die Unterbeschäftigung betrug nach vorläufigen Angaben im August 18.554. Damit sank der Wert um 206 bzw. 1,1% im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Göttingen im Jahresverlauf
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Göttingen verlief in den zurückliegenden Monaten mit den regional üblichen, saisonal bedingten Höhen und Tiefen. Dabei lag die Zahl der Arbeitslosen seit Januar 2014 unter dem jeweiligen Wert des Vorjahresmonats. Im September 2016 hat sich diese Entwicklung weiter fortgesetzt.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Jahresverlauf

Entwicklung in den LandkreisenEntwicklung in den Landkreisen
des Arbeitsagenturbezirkes Göttingen

Unterschiedlich verlief die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in den drei zum Agenturbezirk zählenden Landkreisen Göttingen, Northeim und Osterode. So stieg im Landkreis Osterode die Zahl der Arbeitslosen sowohl im Vergleich zum August als auch zum Vorjahresmonat an. Insgesamt waren im September 2.296 Menschen ohne Job, 14 bzw. 0,6% mehr als im Vormonat und 79 bzw. 3,6% mehr als vor Jahresfrist. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,3%, 0,3 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.

Im Landkreis Göttingen sank die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum August um 194 (2,4%), stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat jedoch um 52 bzw. 0,7% an. Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 5,9% und liegt damit auf dem September-Niveau 2015.

Weiterhin rückläufig ist die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Northeim. Mit 5,9% ist die Arbeitslosenquote auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Das ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,6 Prozentpunkte. Im zurückliegenden Monat waren 4.149 Menschen arbeitslos, 67 bzw. 1,6% weniger als im August und 394 bzw. 8,7% weniger als vor Jahresfrist.

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1 Dazu gehören Personen, die mit Arbeitsmarktmaßnahmen wie z.B. beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder Gründungszuschuss gefördert werden, oder sich in einem arbeitsmarktpolitischen Sonderstatus befinden. Aufgrund der Vorläufigkeit der Daten zur Förderstatistik können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, da diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.

 

Arbeitsmarkt im September
Leichte Herbstbelebung
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer verzeichnet im September gegenüber dem Vormonat einen geringfügigen Rückgang um 0,1 Punkte. Dennoch liegt der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nach wie vor auf hohem Niveau. Der aktuelle Wert von 103,5 Punkten steht für gute Aussichten am Arbeitsmarkt.

Arbeitsmarktbarometer„Der positive Beschäftigungstrend hält an und es zeichnet sich auch weiterhin kein Anstieg der Arbeitslosigkeit ab“, sagt Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und Strukturanalysen“. Letzteres sei gerade deshalb nicht selbstverständlich, weil mehr und mehr Flüchtlinge aus den Integrationskursen in den Arbeitsmarkt eintreten würden. Die Arbeitslosigkeitskomponente des IAB-Arbeitsmarktbarometers verzeichnet ein geringfügiges Minus von 0,1 Punkten, liegt mit 100,7 Punkten aber weiter im leicht positiven Bereich.

Die Komponente für die Beschäftigung befindet sich mit 106,2 Punkten auf sehr hohem Niveau, ging gegenüber dem Vormonat allerdings ebenfalls geringfügig um 0,1 Punkte zurück. „Die Arbeitsagenturen erwarten angesichts vieler offener Stellen und niedriger Entlassungszahlen eine steigende Beschäftigung“, stellt Weber fest. Dass die Beschäftigungskomponente seit mehr als einem halben Jahr erstmals etwas gesunken sei, deute aber darauf hin, dass sich die gegenwärtige Entwicklung nicht zusätzlich verstärken werde.

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert. Während Komponente A des Barometers die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate prognostiziert, dient Komponente B der Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung. Der Mittelwert aus den Komponenten „Arbeitslosigkeit“ und „Beschäftigung“ bildet den Gesamtwert des IAB-Arbeitsmarktbarometers. Dieser Indikator gibt damit einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts. Die Skala des IAB-Arbeitsmarktbarometers reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).

 

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