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Flüchtlinge
2.000 Menschen in weniger als
7 Stunden aus Seenot gerettet
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Verkehrssicherheit
A-7-Konferenz von 2015
zeigt positive Folgen
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Umweltbewusstsein
Wer mehr verdient,
lebt meist umweltschädlicher
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Flüchtlinge
2.000 Menschen in weniger als sieben Stunden aus Seenot gerettet
Die Teams von Ärzte ohne Grenzen an Bord der drei Rettungsschiffe Bourbon Argos, Dignity I und Aquarius – die Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée gemeinsam betreiben – haben am 3. Oktober im Mittelmeer fast 2.000 Männer, Frauen und Kinder in weniger als sieben Stunden von elf Booten aus Seenot gerettet. Viele dieser Rettungseinsätze verliefen dramatisch und einige der Patienten mussten aufgrund ihres kritischen Gesundheitszustandes sofort auf das italienische Festland gebracht werden. Eine junge Schwangere starb kurz nach ihrer Rettung auf der Dignity I, noch bevor sie evakuiert werden konnte.

Boat People„Als wir zum Ort der zweiten Rettungsaktion des Morgens kamen, waren die Menschen im Wasser und einige waren dabei zu ertrinken“, sagt Nicolas Papachrysostomou, Koordinator auf der Dignity I. „Es war eins schrecklicher Anblick. Die Menschen waren total verängstigt. Viele von ihnen litten unter Verätzungen, vor allem die Frauen und Kinder, die oft in der Mitte der Boote in einem Gemisch aus Benzin und Wasser sitzen müssen. Als wir unsere Patienten in kritischem Gesundheitszustand gerade evakuieren wollten, starb eine Schwangere. Das ist furchtbar. Es ist inakzeptabel, dass die Menschen auch im Jahr 2016 noch keine andere Wahl haben, als diese schreckliche, tödliche Reise anzutreten.“

Die Bourbon Argos war gestern zum ersten Mal seit dem Zwischenfall mit der libyschen Küstenwache am 17. August wieder im Einsatz. Das 60 Meter lange Schiff nahm in acht verschiedenen Rettungseinsätzen insgesamt 1019 Menschen an Bord. Zur gleichen Zeit rettete die Aquarius 720 Menschen von einem völlig überfüllten Holzboot. Die Geretteten auf der Bourbon Argos und der Aquarius sind gesundheitlich stabil und werden von den Teams von Ärzte ohne Grenzen medizinisch betreut. Wie das Team auf der Aquarius jedoch festgestellt hat, sind die hauptsächlich aus Eritrea stammenden Menschen besorgniserregend schlecht ernährt. Die Dignity I rettete weitere 213 Menschen aus Seenot.

Boat People„Weil es keine sicheren und legalen Alternativen zu der gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer gibt, sterben dort immer noch hunderte Menschen“, sagt Tommaso Fabbri, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Italien. „Die Ereignisse von Montag zeigen wieder einmal, wie wichtig der Einsatz von humanitären und unabhängigen Organisationen auf dem Mittelmeer ist. Aber um es klar zu sagen: Such- und Rettungsaktionen sind nicht genug. Die Menschen brauchen sichere und legale Wege nach Europa. Das ist der einzige Weg, um das Sterben auf See zu beenden.“

Seit dem 21. April haben die Dignity I, die Bourbon Argos und die Aquarius in mehr als 100 Einsätzen 14.547 Menschen aus Seenot gerettet. Mindestens 3.230 Menschen sind in diesem Zeitraum auf der mittlerweile tödlichsten Migrationsroute der Welt gestorben.Alle Foto: MfS / ÄoG
→www.aerzte-ohne-grenzen.de

 

Verkehrssicherheit
A-7-Konferenz von 2015 zeigt positive Folgen
ots — Weniger Unfälle auf der A 7, weniger Staus, weniger Chaos auf den Umleitungsstrecken:das waren die Ziele einer Konferenz im Juli 2015 im Kreishaus. Gut ein Jahr später ziehen Landrat Bernhard Reuter und Göttingens Polizeipräsident Uwe Lührig eine positive Zwischenbilanz. „Die Entwicklung der Zahlen zeigt, dass die Initiierung der A-7-Konferenz die absolut richtige Entscheidung von Landrat Reuter war“, zieht Polizeipräsident Lührig ein erstes Rsumee und blickt auf eine Reduzierung der Unfallzahlen um bis zu 30 Prozent zurück. Es sei zwar noch „nicht alles gut, aber wir sind auf einem guten Weg“, ergänzt der Landrat.

Autofahrers Leid: Verkehrsstau, hier auf der A7Foto: Karl432

Rund 40 Vertreter/innen betroffener Kommunen und zuständiger Behörden waren auf Einladung des Landkreises Göttingen im Juli 2015 ins Kreishaus gekommen, um über die Situation auf der A 7 im Abschnitt zwischen Göttingen und der südlichen Landesgrenze zu beraten. Verantwortliche aus Verkehrsministerium, Innenministerium, und Niedersächsischer Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr berieten mit den Spitzen der betroffenen Kommunen. Ergebnis der Konferenz war eine Liste von zehn konkreten Maßnahmen, darunter eine durchgängige Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 120 zwischen der Anschlussstelle Lutterberg und dem Dreieck Drammetal. Sämtliche Maßnahmen sind bereits umgesetzt oder auf den Weg gebracht.

In die Verantwortung des Landkreises fällt die Einrichtung einer stationären Verkehrsüberwachung im Dreieck Drammetal in der Auffahrt auf die A 7 (Richtung Süden). Kam es hier im Jahr 2015 noch zu 18 Verkehrsunfällen, so gab es seit Inbetriebnahme der Überwachungsanlage im Januar an dieser Stelle keinen Unfall mehr. Auch die vereinbarte Überprüfung der Umleitungsstrecken durch den Landkreis wurde in Angriff genommen. Eine erste Bereisung mit Vertretern von Polizei, Landesbehörde und Gemeinden fand im Juni statt. Dabei wurden Umleitungsstrecken im Bereich Göttingen/Rosdorf/Friedland auf Optimierungsmöglichkeiten begutachtet. U.a. wurde die Ausschilderung ergänzt und verbessert. Eine weitere Bereisung für den Bereich Hann. Münden/Staufenberg ist noch in diesem Jahr geplant.

Ein Jahr nach der Konferenz weisen aktuelle Zahlen darauf hin, dass dieses Maßnahmenpaket Wirkung zeigt. Im Bereich der A 7 zwischen dem Dreieck Drammetal und der Anschlussstelle Lutterberg kam es in Fahrtrichtung Norden im Jahr 2015 von Januar bis Ende Juli zu 74 Verkehrsunfällen. Im Jahr 2016 wurden in diesem Zeitraum 55 Verkehrsunfälle festgestellt, was einen Rückgang von ca. 25 Prozent ausmacht. In Fahrtrichtung Süden wurden im Jahr 2015 im o.g. Vergleichszeitraum 76 Verkehrsunfälle registriert. 2016 waren es lediglich 53. Das entspricht einem Rückgang von ca. 30 Prozent

An der Gefällestrecke Laubacher Berg in Fahrtrichtung Nord blieben die Unfallzahlen 2015 und 2016 mit jeweils neun gleichbleibend. Um auch hier eine Verbesserung der Unfallzahlen und der damit verbundenen Entlastung der Umleitungsstrecken herbeizuführen, sind kurzfristig Maßnahmen zur Erhöhung der Griffigkeit geplant, die im Jahr 2017 in eine Sanierung der Fahrbahn münden sollen, so Polizeipräsident Lührig. Im Zeitraum von Januar bis Ende Juli gab es nur noch zehn Vollsperrungen/Staulagen nach Verkehrsunfällen, im Jahr 2015 waren es im Vergleichszeitraum noch 22.

 

Umweltbewusstsein
Wer mehr verdient, lebt meist umweltschädlicher
Blinde Flecken oft bei Mobilität und Wohnen
Wer mehr Geld hat, verbraucht meist mehr Energie und Ressourcen – und zwar unabhängig davon, ob sich jemand als umweltbewusst einschätzt oder nicht. Das zeigt eine neue Studie des Umweltbundesamts (UBA). UBA-Präsidentin Maria Krautzberger: „Mehr Einkommen fließt allzu oft in schwerere Autos, größere Wohnungen und häufigere Flugreisen – auch wenn die Menschen sich ansonsten im Alltag umweltbewusst verhalten. Aber gerade diese ‚Big Points‘ beeinflussen die Ökobilanz des Menschen am stärksten. Der Kauf von Bio-Lebensmitteln oder eine gute Mülltrennung wiegen das nicht auf.“

Stretchlimousine
 
Ökologisch vorbildlich: Manche Menschen haben schon seit eh und je auf Plastiktüten beim Einkauf verzichtetFoto: N. Lange

Die Studie zeigt aber auch: Höheres Einkommen und hohes Umweltbewusstsein können durchaus auch zu einer guten Ökobilanz führen. Ein Beispiel hierfür ist die Gruppe der „Bewussten Durchschnittsverbraucher“, die neben anderen Energieverbrauchstypen in der Studie identifiziert wurde. Hier gehen höheres Einkommen und höheres Umweltbewusstsein tatsächlich auch mit einem durchschnittlichen bis niedrigeren Gesamtenergieverbrauch einher. Dies liegt daran, dass diese Personen bei den Big Points entsprechend umweltfreundliche Verhaltensmuster an den Tag legen. Ein großes Potenzial, Klima und Ressourcen zu schonen, liegt in Maßnahmen wie energetischer Sanierung in Gebäuden und Quartieren, dem Kauf von Autos mit geringem CO2-Wert, Car-Sharing oder einem geringeren Fleischkonsum. Aber auch mit Investitionen in erneuerbare Energien und freiwilligen Kompensationszahlungen für Fernflüge können Verbraucherinnen und Verbraucher tonnenweise CO2 einsparen.

Mit der Studie wurde erstmals ein repräsentativer Datensatz für Deutschland geschaffen, der beim Konsum anfallende Ressourcen- und Energieverbräuche sowie den CO2-Ausstoß über Konsumfelder und gesellschaftliche Gruppen hinweg analysiert. Insbesondere die Rolle des Einkommens als wichtiger Einflussfaktor für den Umweltverbrauch durch Konsum wurde umfassend belegt.

 

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