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Kurz & bündig
Kultur · Wissenschaft

Radiotipp

Gut vernetzt statt abgehängt. Alt werden auf dem Land. In Schleswig-Holstein, so die Prognose, werden 2030 mehr als ein Drittel aller Menschen 60 Jahre und älter sein. Angehörige dieser Generation, die auf dem Land leben, fühlen sich aber schon heute oft abgehängt. „Wenn wir morgen überall gut alt werden wollen, müssen wir jetzt die Weichen stellen“, meinen Verantwortliche der Diakonie Schleswig-Holstein. Gemeinsam mit Bürgern und Experten haben sie Zukunftsprojekte entworfen
17.30 Uhr, NDR Info.

Geschenke aus Baku. Ein Feature über Korruption im Europarat. Alles ist käuflich. Nach dieser Devise versucht Aserbaidschan seit Jahren, den Straßburger Europarat zu korrumpieren. Abgeordnete werden mit Geld, Reisen und kostspieligen Geschenken geködert, um später als „Wahlbeobachter“ in Aserbaidschan das diktatorische Alijew-Regime zu legitimieren. Baku erwartet als Gegenleistung für seine Gefälligkeiten geschönte Berichte und positive Bilanzen. Die wurden in den vergangenen Jahren auch prompt aus Straßburg geliefert.
18.04 Uhr, hr2-kultur.

Hörspiel. Die Grasharfe. Nach dem gleichnamigen Roman von Truman Capote. — Capotes „Grasharfe“ ist ein dichterisches Symbol des immerwährenden inneren Kampfes zwischen den Rechnern und den Träumern.
21.05 Uhr, NDR Info.


Kultur

Rahalla-Konzert entfällt
Aus Krankheitsgründen muss das für Sonntag, 25. Februar, auf der Bühne der Osthalle des Universitätsklinikums angekündigte Konzert „Orient meets Göttingen“ leider ausfallen.

Göttinger Kultursommer
KWP-Happening bereits im Vorverkauf
Bereits jetzt können für das KWP Open Air-Hap­pening im August mitten im Göttinger Wald (oder was davon noch übrig ist) Karten erworben werden. Schon jetzt steht fest, dass „The Dire Straits Experience“ am Freitagabend (17.8.) nach Göttingen kommen und Michael Petrik Kelly, kurz MPK, am Sonnabend (18.8.). Der Vorverkauf startet ab Montag, 26. Februar, 10.00 Uhr. Auch in diesem Jahr gibt es einen Frühbucherrabatt.

Musi-Kuss mit neuem Vorstand
Der Verein Musi-Kuss e.V. hat einen neuen Vorstand: Dr. Joachim Friedrich und Beate Kühnhold. Da Musikmachen-Lernen nicht üblicher Bestandteil der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen in öffentlichen Schulen ist, tragen Unterrichtende und Musikschulen eine große Verantwortung dafür, dass sich Menschen musikalisch selber ausdrücken können. Genau dies zu fördern betrachtet auch der neue Vorstand als seine Hauptaufgabe.
Musi-Kuss sucht übrigens ein gebrauchtes Klavier, von Yamaha und schwarz lackiert. Der Verein ist bereit, das Klavier käuflich zu erwerben. Sollte jemand ein solches Instrument selbst oder im Bekanntenkreis entbehren können, freut er sich über eine Nachricht: →friedrich@musi-kuss.de

KUNST-Gala erlöst ca. 16.000 Euro
„With a little help from my friends”, gespielt und gesungen von den Schauspieler/innen des Jungen Theaters und der Stisfaction-Band, traf exakt den richtigen Sound und Nerv für die diesjährige KUNST-Gala: Viele kleine finanzielle Hilfen aus dem beachtlichen Erlös von 16.000 Euro werden nun Göttinger Kulturinitiativen zugute kommen, die sich dem Thema Thema „Stadt der Zukunft” verschrieben haben.
KUNST-GalaDer Termin für die nächste Gala steht auch schon fest: am 16. und 17. Februar 2019 im Deutschen Theater, weil die Stadthalle dann nicht mehr zur Verfügung steht.

33. Göttinger Figurentheatertage
Beliebt und teilweise ausverkauft
Start mit Maskenumzug
MaskenumzugDie 33. Göttinger Figurentheatertage sind eröffnet. 15 renommierte Bühnen präsentieren bis zum 25. Februar in 33 Aufführungen die Vielfalt dieser besonderen Theaterform für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Alle Einzelheiten zum Programm sind im Programmflyer, der in der Stadt ausliegt, oder unter www.figurentheatertage.goettingen.de zu finden. Karten gibt es bei der Tourist-Information im Alten Rathaus. Buchungen sind auch online über www.reservix.de möglich.

Göttinger Friedenspreis
Zwei Preisträger in 2018
Der Göttinger Friedenspreis geht in diesem Jahr zu gleichen Teilen an den Liedermacher Konstantin Wecker aus München und an die Redaktion der Zeitschrift Wissenschaft & Frieden (W&F) in Bonn. Der mit jeweils 2.500 Euro dotierte Preis wird in diesem Jahr zum 20. Mal verliehen.
Mit Wecker wird ein Küünstler geehrt, der sich zeitlebens gegen Rechtsextremismus und für die Menschenrechte eingesetzt hat; die Zeitschrift Wissenschaft & Frieden erhält die Auszeichnung aufgrund ihrer vielschichtigen Auseinandersetzung mit Themen zur Friedens- und Konfliktforschung.
Die Ehrung findet am 10. März statt.
Veranstaltungen.

Ehemalige Baptistenkirche
Kulturzentrum wird Realität
Stadt und der Verein der Filmkunstfreude in Göttingen haben sich über den Verkauf des Hauses Bürgerstraße 13 geeinigt – eine Entscheidnng, die längst überfällig war. Schon vor Jahren hatte die Initiative ein seriöses und durchfinanziertes Angebot vorgelegt, welches aber an der Investoren-Fixiertheit von Verwaltung und Politik scheiterte, weil ihr das Risiko ohne beteiligte Kapitalgesellschaft für das denkmalgeschützte Haus zu hoch erschien. Doch die Pläne der Stadt zerschlugen sich wiederholt. „Mit dem [jetzigen] Vertragspartner der Stadt konnte ein Verhandlungsergebnis erzielt werden, das den Fortbestand des Gebäudes auch unter der beabsichtigten kulturellen Nutzung und“ – das ist der Stadt besonders wichtig – „ohne finanzielle Unterstützung durch die Stadt verspricht", heißt es nun erleichtert in einer Pressemitteilung. Aber auch das ist eigentlich nichts wirklich Neues, sondern nur der Spatz in der Hand statt die Taube auf dem Dach.

 
Wissenschaft

Evolutionsbiologie
Neue Hypothese
zur sexuellen Fortpflanzung

Wer Sex hat, rostet nicht
pug — Warum ist die sexuelle Fortpflanzung bei allen höheren Lebewesen dominant? Worin liegen die Vorteile dieses aufwändigen Prozesses? Um diese kontroversen Fragen der Evolutionsbiologie zu beantworten, haben Wissenschaftler der Universitäten Göttingen und Amsterdam die Entstehung von Lebewesen mit Zellkern vor etwa zwei Milliarden Jahren rekonstruiert. Ihre Hypothese: Mit der Entwicklung der Sauerstoffatmung wuchs die Gefahr von oxidativen Schäden an der DNA durch Sauerstoffradikale. Vor diesem Hintergrund diente Sex womöglich ursprünglich in erster Linie der DNA-Reparatur.Weitere Informationen

Genforschung
Insekten und Wirbeltiere
ähnlicher als gedacht

pug — Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung eines Embryos ist die Achsenbildung. Dabei wird festgelegt, auf welcher Seite der Kopf und auf welcher Seite das Hinterteil entstehen sollen. Wenn die Achsenbildung nicht richtig abläuft, entstehen Embryonen mit zwei Hinterteilen oder zwei Köpfen. Forscherinnen und Forscher der Universitäten Göttingen und Erlangen-Nürnberg haben nun herausgefunden, dass dieser Prozess bei Insekten und Wirbeltieren weniger unterschiedlich verläuft als bisher gedacht.Weitere Informationen

Nachhaltige Bioenergieversorgung
Praxisbezogene Studienergebnisse
pug — Mehr als fünf Jahre hat ein interdisziplinär arbeitendes Forscherteam an der Universität Göttingen die Chancen und Risiken der Bioenergie im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung untersucht. Die Ergebnisse dieser Forschung wurden nun unter dem Titel „Bioenergie im Spannungsfeld – Wege zu einer nachhaltigen Bioenergieversorgung“ veröffentlicht. Die Untersuchungen zeigen, wie die Produktion und die energetische Nutzung der Biomasse mit den Anforderungen des Klimaschutzes, der Biodiversität, des Landschaftsschutzes sowie der Nahrungsmittelversorgung, aber auch mit ökonomischen Aspekten in Einklang zu bringen sind. Die Forschung stützt sich auf den ländlichen Raum Niedersachsen, stellt jedoch auch Bezüge zur Gesamtsituation in Deutschland her.Weitere Informationen

Forum Wissen
Klosterkammer
fördert Museumspädagogik

pug — Die Universität Göttingen entwickelt für das Forum Wissen ein vielfältiges, kulturelles Angebot, das ganz unterschiedliche Zielgruppen anspricht. Aus diesem Grund wird die Zentrale Kustodie nun ein Konzept zur Vermittlung von Wissen erarbeiten. Für dieses Vorhaben, das verbunden ist mit einer neuen wissenschaftlichen Mitarbeiterstelle, stellt die Klosterkammer Hannover 130.000 Euro zur Verfügung. Das kuratorische Team für die Ausstellungen im Forum Wissen hat vor kurzem seine Arbeit aufgenommen. Das Forum Wissen ist als Museum geplant, welches Ausstellung, Hörsaal und Labor unter einem Dach vereint. Hier soll Wissen anschaulich vermittelt und mit Objekten geforscht und gelehrt werden.

Nanoskopie
Welt der Synapsen wird transparenter
umg/cnmpb/MPI-BPC — Durchbruch bei der Erforschung der Signalwege: Göttinger Wissenschaftler entwickeln höchstauflösende Messungen der Kalziumkonzentration und entschlüsseln die Zahl und Funktion von Kalziumkanälen an der Synapse.Weitere Informationen

Elektronenmikroskopie
Attosekunden-Pulse erzeugt
pug — Forschern der Universität Göttingen ist es gelungen, Elektronenblitze zu formen und zu messen, die kürzer als ein einzelner Lichtzyklus sind.Weitere Informationen

Agrarwissenschaften
Ersatz für Sojaschrot als Tierfutter
pug — Schweine und Masthähnchen können nur gesund aufwachsen, wenn sie optimal ernährt werden. Dabei spielt insbesondere die Proteinversorgung eine herausragende Rolle. In Deutschland stammt ein Großteil des Futterproteins aus Soja-Importen. Wissenschaftler der Universität Göttingen erforschen zurzeit, ob und wie Soja durch Insekten- oder Algenmehle ersetzt werden kann. Erste Ergebnisse haben gezeigt, dass die Tiere das neue Futter gut annehmen und verwerten können. Was die Forscher nicht erwähnen: dass zu einem gesunden Aufwachsen nicht nur das Futter, sondern auch die Tierhaltung gehört.Weitere Informationen

Lebensmittelkennzeichnung
Göttinger Forscher empfehlen Ampel
pug — Forscher der Universität Göttingen sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Ampelkennzeichen, die Farbkodierung mit Nährwertangaben verbinden, vielen Konsumenten am besten helfen, gesündere Kaufentscheidungen zu treffen. Die Forscher/innen untersuchten, welche persönlichen und situativen Faktoren die Verarbeitung von Nährwertinformationen beeinflussen.Weitere Informationen

Biologie
Asexuelle Fortpflanzung
mitunter vorteilhaft

pug — Sexuelle Fortpflanzung ist die dominante Form der Reproduktion im Tier- und Pflanzenreich. Trotzdem gibt es Arten, die sich teilweise oder ausschließlich asexuell vermehren. Überraschenderweise sind diese oft weiter verbreitet als ihre nächsten sexuellen Verwandten. Die Ursachen dieses „Geografische Parthenogenese“ genannten Phänomens sind bislang umstritten. Ein internationales Forscherteam der Universitäten Wien und Göttingen hat dazu nun ein neues Computermodell entwickelt.Weitere Informationen

Astronomie
Inaktives Schwarzes Loch
Seltsames Verhalten eines Sterns
pug — Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Universität Göttingen hat erstmals ein inaktives Schwarzes Loch im Herzen eines Kugelsternhaufens entdeckt. Den Wissenschaftler/innen fiel das seltsame Verhalten eines Sterns auf, der offenbar ein unsichtbares Schwarzes Loch mit etwa der vierfachen Masse der Sonne umkreist. Bei der Entdeckung handelt es sich gleichzeitig um das erste inaktive Schwarze Loch, das durch den direkten Nachweis seiner Anziehungskraft gefunden wurde.Weitere Informationen

Flüchtlingskrise 2015
Forschungsprojekt zur Migration
pug — Ein europäisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen untersucht die Reaktionen der europäischen Staaten auf die sogenannte Flüchtlingskrise von 2015. Die Forschung erfolgt im Rahmen des EU-Projekts „RESPOND: Multilevel Governance of Mass Migration in Europe and Beyond“ und beschäftigt sich mit verschiedenen Steuerungsebenen von Grenzmanagement, Aufnahme- und Integrationsstrategien. Am Projekt sind 14 in- und außereuropäische Forschungseinrichtungen sowie zwei Menschenrechtsorganisationen beteiligt. Von der Universität Göttingen arbeiten Prof. Dr. Sabine Hess vom Institut für Kulturanthropologie/ Europäische Ethnologie und Prof. Dr. Alexander-Kenneth Nagel vom Institut für Soziologie mit.Weitere Informationen

Astronomie
Nie zuvor gesehene Welten beobachtet
pug — Einem internationalen Team von Astronomen unter Beteiligung der Universität Göttingen ist die bisher tiefste spektroskopische Durchmusterung einer Himmelsregion gelungen. Mit Hilfe des MUSE-Instruments (Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (engl. European Southern Observatory, kurz ESO) konnten die Forscherinnen und Forscher die Entfernungen und Eigenschaften von 1600 sehr lichtschwachen Galaxien messen. Darunter befinden sich 72 Galaxien, die nie zuvor beobachtet worden waren.Weitere Informationen
Siehe auch weiter unten in dieser Spalte: →Spektrograf entdeckt weiteren Planeten.

Geowissenschaften
Archaische Bakterienriffe
Mikrobiologen untersuchen Atolle
pug — Fünf Geo- und Mikrobiologen der Universität Göttingen sind mit Proben von kalkigen Lagunenschlämmen und Kalkriffen von einer vierwöchigen Expedition auf das Aldabra Atoll im Indischen Ozean zurückgekehrt. Die Analyse der Proben soll erstmals ein umfassendes Bild zu den mikrobiellen Gemeinschaften auf diesem Atoll liefern. Vor Ort sah das Team auch die Auswirkungen des Klimawandels.Weitere Informationen

Agrarwissenschaften
Neue Konzepte
zur Schweinehaltung

pug — Die anhaltende gesellschaftliche Kritik an der Nutztierhaltung setzt die gesamte Branche der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung massiv unter Druck. Tierhaltungssysteme müssen deshalb heutzutage nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ethische und gesellschaftliche Kriterien erfüllen. Wie sich die verschiedenen Erwartungen miteinander vereinbaren lassen, erforschen Wissenschaftler/innen unter der Leitung der Universität Göttingen im Verbundprojekt „Virtueller Stall der Zukunft“.Weitere Informationen

Sarkom
Neue Ansätze
für die Krebstherapie

umg — Ein interdisziplinäres Team unter Leitung von Krebsforschern der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat einen grundlegend neuen Ansatz zur Behandlung seltener, hochaggressiver Angiosarkome entdeckt. Dies sind seltene bösartige Gefäßtumore, für die derzeit als Behandlungsmöglichkeiten neben ihrer chirurgischen Entfernung nur noch die Strahlen- und Chemotherapie zur Verfügung stehen. Jedoch sprechen bösartige Gefäßtumore bislang meist nur schlecht auf solche Therapien an.Weitere Informationen

Herzmuskelschwäche
Neue Erkenntnisse
zur Vorbeugung

umg — Forschern der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und der Indiana University School of Medicine, USA ist es gemeinsam gelungen, in einem Mausmodell die Zellteilung in erwachsenen Herzmuskelzellen erneut zu aktivieren. Diese Fähigkeit konnte bei einer Druckbelastung des Herzens einer Herzschwäche vorbeugen und die Überlebensrate deutlich verlängern.Weitere Informationen

Astronomie
Spektrograf entdeckt weiteren Planeten
pug — Seit Januar 2016 nutzt ein deutsch-spanisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen den modernen Spektrografen „Carmenes“ für die Suche nach erdähnlichen Planeten. Jetzt haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den ersten neuen Planeten gefunden: Er trägt den Namen HD 147379b und ist etwas schwerer als der Planet Neptun in unserem Sonnensystem. Sein Mutterstern ist ein sogenannter M-Stern und nur ungefähr halb so schwer wie die Sonne. Die Ergebnisse wurden auf einer wissenschaftlichen Tagung in Göttingen vorgestellt.Weitere Informationen

Deutsche Forschungsgemeinschaft
Leibniz-Preis für Göttinger Physiker
Der Physiker Prof. Dr. Claus Ropers von der Universität Göttingen erhält den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die DFG würdigt damit seine führende Rolle auf dem Gebiet der zeitaufgelösten Elektronenmikroskopie, insbesondere seine jüngsten Erfolge bei der Manipulation des Quantenzustands freier Elektronen und der Kontrolle der Photoemission aus scharfen Metallspitzen mittels Terahertz- und optischen Feldern. Die Jury hob auch seine Forschung zur Erzeugung extrem ultravioletter Strahlung an plasmonischen Nanostrukturen hervor. Sie betonte seine Fähigkeit, komplexe theoretische Konzepte experimentell zu realisieren und damit eine Vielzahl von innovativen Forschungsansätzen zu initiieren wie im Bereich der ultraschnellen Elektronenmikroskopie. Der Leibniz-Preis ist mit jeweils 2,5 Millionen Euro dotiert und gilt als einer der wichtigsten Forschungsförderpreise in Deutschland.Weitere Informationen

Ideenwettbewerb
Universität prämiert Ideen
pug — Interdisziplinäre Exkursionen, ein QR-Pfad durch Göttingen und ein „Grünes Büro“ für Nachhaltigkeit: Die Universität Göttingen hat Vorschläge aus dem Ideenwettbewerb für Studierende 2017 prämiert. Thema der diesjährigen Ausschreibung war „Bewegt studieren!“. 51 Vorschläge wurden eingesendet, für vier Ideen gab es Geld- und Sachpreise.Weitere Informationen

„Jena-Experiment“
Artenverlust zerstört Ökosysteme
2002 startete das „Jena-Experiment“, eines der größten Biodiversitätsexperimente weltweit. Daran beteiligt sind auch Wissenschaftler/innen der Universität Göttingen. Das Jena-Experiment konnte aufgrund seiner Breite erstmals beweisen, dass ein Verlust der Artenvielfalt negative Konsequenzen für viele einzelne Komponenten und Prozesse in Ökosystemen hat. Eine erste Bilanz des Langzeitprojekts liegt nun vor.Weitere Informationen

Herzklappen
Neues Therapieverfahren
umg — Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ist das erste Universitätsklinikum in Niedersachsen, das Patienten mit undichter Herzklappe mit einem „CardioBand“ versorgt. Die schonende, über Katheter durchgeführte Behandlung ist besonders für Patienten geeignet, für die eine Operation mit Herzlungenmaschine zu riskant ist.Weitere Informationen

Molekulare Biowissenschaften
Wann Viren krank machen
pug — Viren können krank machen – aber nur, wenn sie es schaffen, ins Innere unserer Zellen zu gelangen. Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat herausgefunden, wie Viren die Membranoberflächen ihrer Wirtszellen erkennen. Die Lösung dieses molekularen Puzzles ermöglicht die Entwicklung neuer Therapien, die Zellen vor dem Eindringen von Viren schützen und Epidemien wie Zika- und Denguefieber verhindern können.Weitere Informationen

Physik
Phasenübergang an Oberflächen
Neue Methode zur Beobachtung
pug — Forscher der Universität Göttingen haben eine neue Methode vorgestellt, mit der die ultraschnelle Umwandlung zwischen Phasen an Oberflächen beobachtet werden kann. Phasenumwandlungen gehören zu den alltäglichen physikalischen Phänomenen, die uns beim Schmelzen, Gefrieren, Verdampfen oder Kondensieren begegnen. Änderungen des Aggregatzustandes sind jedoch nur eine spezielle Form der Phasenumwandlung; in vielen Materialien gibt es darüber hinaus auch Übergänge zwischen verschiedenen Kristallstrukturen. Diese verschiedenen „Phasen“ haben häufig sehr unterschiedliche mechanische, elektronische und magnetische Eigenschaften.Weitere Informationen

Landwirtschaft Niedersachsen
Einheitsbrei oder noch Vielfalt?
pug — Heutige Anbaustrukturen zeigen, dass immer weniger Früchte auf immer größerem Flächenumfang angebaut werden. Bisher gab es über die tatsächlichen Fruchtfolgen keine verlässlichen Daten. Agrarforscher des Zentrums für Biodiversität und nachhaltige Landnutzung der Universität Göttingen haben ein Schema entwickelt, mit dem erstmals Fruchtfolgemuster der vergangenen Jahre erkannt und verglichen werden können. Damit konnten sie am Beispiel von Niedersachen zeigen, dass es sowohl abwechslungsreiche Fruchtfolgen als auch einseitige Anbaumuster gibt.Weitere Informationen

Bioklimatologie
Abholzung von Regenwald
erwärmt Indonesien

pug — In den vergangenen Jahrzehnten wurden auf der indonesischen Insel Sumatra große Waldflächen durch Gummi- und Ölpalmenplantagen ersetzt. Ein internationales Forscherteam unter Leitung der Universität Göttingen hat nun herausgefunden, dass durch diese veränderte Landnutzung die Temperaturen in der Region steigen. Dies wiederum könnte sich auf die Tier- und Pflanzenwelt auswirken sowie Teile des Landes anfälliger für Flächenbrände machen.Weitere Informationen

Parkinson
Neue Protein-Interaktionen
erklären Defizite

cnmpb/umg — Gebeugte Haltung, schlurfender Gang und ein maskenhafter Gesichtsausdruck sind sichtbare Auswirkungen der Parkinson’schen Erkrankung. Doch neben diesen Einschränkungen in der Motorik kommen im Laufe der Erkrankung auch Defizite im Erinnerungsvermögen hinzu. Wissenschaftler des Exzellenzclusters CNMPB an der Universitätsmedizin Göttingen beschreiben jetzt einen neuen molekularen Signalweg als Ansatzpunkt für die Behandlung von kognitiven Einschränkungen bei der Parkinson’schen Erkrankung.Weitere Informationen

Agrarökonomie
Äthiopien: Bauern kaufen zu
statt selbst zu produzieren

pug — Die am stärksten von Hunger und Mangelernährung betroffene Bevölkerungsgruppe in Afrika sind die Kleinbauern. Häufig wird angenommen, dass afrikanische Kleinbauern die meisten konsumierten Lebensmittel selbst produzieren. Eine neue Studie von Agrarökonomen der Universität Göttingen zeigt allerdings, dass der größere Teil der Lebensmittel in Wirklichkeit auf Märkten zugekauft wird. Somit sind Märkte für die Ernährung der Kleinbauernhaushalte wichtiger als die eigene Lebensmittelproduktion.Weitere Informationen

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Kurz & bündig
Politik · Wirtschaft · Gesellschaft

Politik und Verwaltung

Verwaltung
Ausschuss- und Ortsratssitzungen
Betriebsausschuss Umweltdienste: 27. Februar
Schulausschuss: 1. März
Ortsrat Geismar: 1. März
Ortsrat Grone: 1. März
Einzelheiten zu den Sitzungen auf Seite 1

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Südliche Innenstadt
Anliegerinfo rund ums Kunstquartier
pdg — Zum geplanten Ausbau der Nikolaistraße und der Düsteren Straße erhalten interessierte Anlieger/innen Informationen vor Beginn der 3. Sitzung des Unterausschusses „Südliche Innenstadt mit Kunstquartier“. Um 18.30 Uhr beginnt die Veranstaltung am Montag, 26. Februar, in den Räumen des Coworking by pro office (Groner Straße 17c / Düstere Straße 20). Auf der Tagesordnung des Gremiums stehen anschließend die „Umgestaltung des Wochenmarktes, ein „Living Lab“ am Wochenmarkt, die Umbaumaßnahmen für das Otfried-Müller-Haus, das neue Projekt „Klimaschutz im Zentrum“ sowie Mitteilungen und Anregungen der Bürgervertreter/innen im Unterausschuss.
→ www.goettingen.de/suedliche-innenstadt

Piratenpartei
Neuer Vorstand
Umdenken bei Digitalisierung gefordert
Auf ihrer Kreismitgliederversammlung haben die Göttinger Piraten einen neuen Vorstand gewählt. Nach dem Tod des bisherigen Zweiten Vorsitzenden Angelo Perriello im September 2017 war eine Neustrukturierung der Aufgabenbereiche im Vorstand des Kreisverbandes notwendig geworden. Erster Vorsitzender weiterhin Vorsitzender der PIRATENundPARTEI-Ratsgruppe. ist der Biologe Francisco Welter-Schultes. Der bisherige erste Vorsitzende Daniel Isberner ist nun zweiter Vorsitzender und übernimmt damit die Aufgaben von Angelo Perriello. Dritter und neu im Vorstand ist der ehemalige Göttinger Ratsabgeordnete Dr. Tobias Schleuß.
Einen wichtigen Arbeitsschwerpunkt sehen die Piraten im Bereich der Digitalisierung auch in Stadt und Landkreis: frei zugängliche Daten der öffentlichen Verwaltung, freies WLAN in der Innenstadt, ein leistungsfähiges Parkleitsystem, eine digitale Archivfunktion der städtischen Homepage, moderne Ampeltechnik, zeitgemäße Verkehrsstromanalysen oder digitale Dienstleistungen kommunaler Behörden stehen im Fokus. „Die Beratungsresistenz der Stadt gipfelte letzte Woche darin, dass alle drei großen Ratsparteien ohne jegliche Begründung einen Piraten-Antrag ablehnten, Mitarbeiter der Verwaltung zu Kongressen wie der Smart Country Convention in Berlin zu schicken. In solchen Foren tauschen sich Kommunen über ihre Erfahrungen mit digitalen Dienstleistungsangeboten aus. Der Rat war mehrheitlich der Meinung, Göttingen habe dies nicht nötig“, ärgert sich Welter-Schultes. Die Göttinger Piraten wollen hier auch weiterhin ein Umdenken einfordern.

Osterferien
Noch freie Plätze bei städtischer Tagesbetreuung
pdg — Für die von der Stadt organisierte Tagesbetreuung während der Osterferien am Herberhäuser Stieg für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren sind in der Zeit vom 19. bis 23. März sowie vom 26. bis 29. März noch einige Plätze frei.Weitere Informationen

Grone
Neuer Möbelmarkt in Aussicht?
Nachdem in der Vergangenheit bereits mit Ratsbeschlüssen die Ansiedlung eines Möbelmarktes innenstadtverträglich gestaltet wurde, zeigt sich die SPD-Fraktion froh, dass es jetzt einen passenden Interessenten für die vorgesehene Fläche in Grone gibt – die Möbelkette Porta aus Porta Westfalica. „Die Stadt hat einen langen Atem bewiesen und wir sollten nun Nägel mit Köpfen machen. Wenn Porta die Rahmenbedingungen einhält, können wir damit die Lücke im Angebot für Göttingen schließen. Dies wäre ein Erfolg der Göttinger Stadtentwicklungspolitik“, meint der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion Göttingen, Tom Wedrins.

Städtepartnerschaft
2018: Jahr der Partnerschaftsjubiläen
Bürgerreisen geplant / Gastgeber/innen gesucht
pdg — Göttingen feiert in diesem Jahr große Partnerschaftsjubiläen: Mit der polnischen Stadt Thorn ist die Stadt dieses Jahr seit 40 Jahren mehr als freundschaftlich verbunden. Vor drei Jahrzehnten wurde die Partnerschaft mit der Lutherstadt Wittenberg begründet. In beide Städte sollen Bürgerreisen führen. Wer sich für eine Teilnahme interessiert oder Gäste aus den Partnerstädten aufnehmen möchte, möge scih bitte bei der Verwaltung melden.Weitere Informationen
staedtepartnerschaften@goettingen.de oder Tel. 400-2326.

Lärmaktionsplan Schiene
Bürgerbeteiligung
pdg — Die zweite Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Lärmaktionsplan Schiene für die Haupteisenbahnstrecken hat begonnen. Bis zum 7. März haben die Göttinger Bürger/innen nach Mitteilung des Eisenbahnbundesamtes wieder Gelegenheit, sich zum Schienenlärm zu äußern. Das Amt bietet auch zur zweiten Phase eine Informations- und Beteiligungsplattform im Internet an, die über https://www.laermaktionsplanung-schiene.de erreichbar ist. Alternativ können Beteiligungen auch per Post an das Eisenbahnbundesamt, Lärmaktionsplanung, Heinemannstraße 6, 53175 Bonn, geschickt werden. Der vom Bundesamt hierfür vorbereitete Fragebogen kann über die Internetadresse heruntergeladen oder postalisch über die Postadresse angefordert werden. Nachdem in der ersten Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung die Gelegenheit gegeben wurde, die persönliche Lärmsituation zu schildern, bietet das Eisenbahnbundesamt in dieser zweiten Phase die Möglichkeit, das Verfahren selbst zu bewerten. Weitere Informationen finden sich im Internet.
→Mib@eba.bund.de

Abschiebung
Grüne fordern Bleibesicherheit
Verwaltung nimmt Stellung
Die Grünen-Fraktion im Rat der Stadt fordert Bleibesicherheit für Zain Ali. Der Fall sei exemplarisch für eine Reihe von Fällen, in denen die Ausländerbehörde wiederholt zweifelhafte Entscheidungen treffe und die Schuld auf die Ausführungsbestimmungen des Bundes schiebe. „Was daran stimmt: Deutschland fehlt ein Einwanderungsgesetz“, so der integrationspolitische Sprecher Mehmet Tugcu. „Was daran aber grundlegend falsch ist: Alle Fälle sind Einzelfälle. Und in Fällen wie dem von Zain Ali gibt es keinen vernünftigen Grund, ihm einen Abschiebebescheid auszustellen. Reine Ermessenssache". Seine Fraktion fordert, die Umwandlung seines derzeitigen Aufenthaltsstatus in einen Aufenthalt zum Zweck der Ausbildung und anschließend der Aufnahme der Arbeit bei diesem Arbeitgeber. Tugcu: „Die Ausländerbehörde kann den Fall positiv entscheiden.“
Ähnliche Fälle gäbe es immer wieder: So habe die Fraktion erst kürzlich in einem Fall bei der Verwaltung vorgesprochen, bei dem eine zum Zwecke des Studiums eingereiste und inzwischen gut integrierte Mexikanerin abgeschoben werden sollte. Sie hatte im Anschluss an das Studium eine Arbeit aufgenommen, die zwar nicht im direkten fachlichen Zusammenhang mit dem Studienabschluss steht, aber ihren Lebensunterhalt sichert und Aufstiegsperspektiven bietet – zu wenig für die Ausländerbehörde. Einzig über die Hochzeit mit ihrem langjährigen Lebensgefährten konnte sie ihren Aufenthalt sichern.
Verwaltung: Fakten zählen
Kein Asyl, kein Visum, kein Pass –
keine Zukunft ohne Mitwirkung

In einer öffentlichen Erklärung respektiert die Stadt zwar das Engagement von Ratsfraktionen in Einzelfällen von ausländerrechtlichen Verfahren, „auch wenn es nicht auf der Kenntnis von Fakten und Sachverhalten, sondern offenbar lediglich auf der Lektüre der Lokalpresse beruht“ und nimmt, „unter Berücksichtigung des Datenschutzes“, ausführlich Stellung:Weitere Informationen.

Amtsblatt Nr. 2
Grundsteuer 2018
pdg — Die Festsetzung der Grundsteuer für 2018 und die Umweltverträglichkeitsprüfung für den Durchlass im Siekgraben sind Themen der zweiten Ausgabe des Amtsblatts für die Stadt Göttingen in diesem Jahr, die am 2. Februar erschienen ist.
Die erste Ausgabe 2018 des Amtsblatts für die Stadt Göttingen hat als einziges Thema die „Verordnung über Beförderungsentgelte und -bedingungen im Gelegenheitsverkehr mit Taxen usw.“ in Stadt und Landkreis zum Inhalt.
Das Amtsblatt ist kostenlos im Info-Büro im Neuen Rathaus, im Alten Rathaus, in der Stadtbibliothek sowie in den Verwaltungsstellen Geismar, Grone und Weende erhältlich und im Internet unter www.goettingen.de →Rathaus & OB →Rat & Ortsräte →Amtsblatt zu finden.

Flächenversiegelung
Neue Baugebiete
in Hetjershausen und Roringen

pdg — Die Stadt Göttingen beginnt mit der Vermarktung zweier Baugebiete in Hetjershausen und Roringen. Sowohl für das Neubaugebiet in Hetjershausen „Südlich Deneweg“ als auch für das kleine Roringer Neubaugebiet „Am Menzelberg“ können sich Interessenten bis Ostern online auf einer Liste eintragen. Schon ab April soll mit den Erschließungsarbeiten in Hetjershausen begonnen werden, in Roringen kurze Zeit später. Wenn der endgültige Baulandpreis und die genaue Größe der Baugrundstücke feststehen, werden voraussichtlich im zweiten Quartal 2018 den Interessenten, die sich gemeldet haben, zeitgleich Bewerbungsbögen zugesandt.
Die Vergabe der Grundstücke erfolgt nach den städtischen Vergabekriterien. Für die Punktvergabe spielen sowohl die Anzahl der im Haushalt lebenden Kinder (bis maximal drei) und auch der Wohnsitz in den Ortsteilen eine Rolle. Die Vergabe der Grundstücke soll ab Sommer erfolgen. Mit dem Vermarktungsbeginn in Roringen geht ein jahrelanges Ringen um Teile der betroffenen Grundstücke zu Ende. Nach langwierigen Verhandlungen mit den Alteigentümern konnte nun eine einvernehmliche Regelung getroffen werden.
→www.goettingen.de/baugebiete


Wirtschaft

Gewerbliche Wirtschaft

Insolvenzen
Arbeitnehmerlohn sinkt dauerhaft
Arbeitnehmer, die von einer Insolvenz betroffen waren, verdienen selbst fünf Jahre danach im Durchschnitt rund 4.000 Euro jährlich weniger als vor der Insolvenz. Zu diesem Zeitpunkt haben sie auch immer noch ein erhöhtes Risiko, arbeitslos zu sein. Bei denjenigen, die in Beschäftigung sind, zeigen sich erhöhte Anteile von Zeitarbeit und geringfügiger Beschäftigung. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.Weitere Informationen

Arbeitsmarkt Südniedersachsen
Arbeitslosigkeit im neuen Jahr gestiegen
Trotz guter Konjunkturdaten startete der Arbeitsmarkt in Südniedersachsen im Januar mit einem saisonüblichen deutlichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen gegenüber dem Vormonat. Denn das Jahresende ist ein typisches Datum für die Befristung von Verträgen. Außerdem kommt es dort, wo witterungsbedingt Außenarbeiten nicht ausgeführt werden können, in den Wintermonaten zu Beschäftigungsunterbrechungen. Dementsprechend stieg die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Göttingen von Dezember auf Januar um 1.116 (8,2%) auf 14.750. Gegenüber dem Vorjahresmonat blieb der Wert mit einem minimalen Anstieg um 0,3% (+50) nahezu konstant. Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt 6,2% und liegt damit auf dem Vorjahresniveau.Weitere Informationen

IAB-Arbeitsmarktbarometer
Auf Rekordstand
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer hat im Januar den bisherigen Rekordstand aus dem Jahr 2011 wieder erreicht. Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) steigt gegenüber dem Vormonat um 0,1 auf 105,0 Punkte. Damit zeigen sich sehr gute Aussichten für die Entwicklung des Arbeitsmarkts in den kommenden Monaten.Weitere Informationen

Globale Umweltzerstörung
durch Politik und Konzerne

Die Organisation Rettet den Regenwald engagiert sich auf bewundernswerte Weise für den Erhalt der letzten noch verbliebenen ökologischen Reservate – wovon letztlich unsere Zukunft abhängt – und ruft regelmäßig zu Kampagnen gegen deren weitere Zerstörung auf. Gö-Polis veröffentlicht sie hier und möchte seine Leser dazu animieren, sich am Erhalt unserer Lebensgrundlagen aktiv zu beteiligen. Immer, wenn Sie an dieser Stelle ein neues Bild vorfinden, gibt es eine neue Aktion bzw. Neues zu berichten.

GroKo
Weniger Schutz für Wölfe?
Die Große Koalition bläst zur Jagd auf den Wolf! Der Schutz der Tiere soll wegen unberechtigter Ängste und Panikmache gelockert werden. Im Koalitionsvertrag ist von „notwendiger Bestandsreduktion“ die Rede. Und weiter: „Wir wollen, dass Wölfe, die Weidezäune überwunden haben oder für den Menschen gefährlich werden, entnommen werden.“ Die Große Koalition will Wölfe zum Abschuss freigeben, die friedlich über Weiden laufen.

Rettet den Regenwald
<leer>Foto: Jairo S. Feris Delgado

CDU, CSU und SPD planen Vieles, was man als Umweltschützer kritisieren muss. Wir greifen den Wolfschutz als handfestes, tödliches Vorhaben heraus. Wölfe sind in Deutschland keine Gefahr, sondern bedroht: In der Bundesrepublik leben lediglich 160 erwachsene Tiere. Viele sterben im Straßenverkehr oder werden illegal erlegt. Wie wollen wir glaubwürdig für den Schutz von Raubkatzen in Afrika, Asien und Lateinamerika werben, wenn wir bei uns harmlose Wölfe töten? Bitte fordern Sie von CDU, CSU und SPD: Wölfe nicht erschießen, sondern schützen:
www.regenwald.org

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Bildung - Beruf - Karriere

Forstwissenschaften
Waldpädagogik:
Studienbegleitender Lehrgang

pug — Ab sofort können Göttinger Bachelorstudierende der Forstwissenschaften studienbegleitend ein Zertifikat in Waldpädagogik absolvieren. Der mehrmonatige Lehrgang wurde gemeinsam von Universität und Niedersächsischen Landesforsten entwickelt.Weitere Informationen

Promotionskolleg
„Genomdynamik und Epigenomik“
umg — Die Else Kröner-Fresenius Stiftung fördert neues Promotionskolleg für forschungsbegeisterte Studierende der Humanmedizin an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) mit 750.000 Euro für drei Jahre. Es startet mit dem ersten Aufnahmeverfahren im Sommersemester 2018 und kann bis zu 15 Stipendiaten pro Semester aufnehmen. Das neue Promotionskolleg bietet den Studierenden einen strukturierten organisatorischen Rahmen und fachlich kompetente Begleitung. So können sie ihre forschende Doktorarbeit in das Studium der Humanmedizin integrieren. Das Medizinstudium wird dabei nur für ein Semester ausgesetzt. In dieser Zeit wird der experimentelle Teil der Promotion im Labor – mit einer optionalen Verlängerung um weitere sechs Monate – absolviert. Ergänzt wird die achtmonatige Laborphase durch Laborrotationen, verschiedene Methodenkurse und Hilfestellung beim Schrei-ben der Doktorarbeit.
→http://go.umg.eu/promotionskolleg

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Verbraucherschutz

Aktuelle Produkt-Tests über
• Sicherheitssoftware
• Fahrrad-Kindersitze
• Beliebte Arzneimittel
• Batterien für Hörgeräte
• Akku-Staubsauger
• Olivenöle

Neue Bücher für Verbraucher
Küchengarten – Frisch geerntet auf den Tisch
WhatsApp – Alle Funktionen, Tipps und Tricks
Handbuch Sanieren und Modernisieren

Klimaschutz
Drei Anbieter für CO2-Kompensation sehr gut
Flugreisen schädigen das Klima extrem. Wer den Schaden zumindest teilweise wieder ausgleichen will, kann Anbietern von CO2-Kompensationen Geld spenden. Sie investieren den Ausgleich für den CO2-Ausstoß in Energie- oder Waldprojekte. Bei einem Test von sechs Organisationen, die eine freiwillige CO2-Kompensation anbieten, schneiden drei sehr gut ab. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift Finanztest in ihrer März-Ausgabe.Weitere Informationen

Finanzvermittlung
Im Netz des Abzockers Rainer von Holst
Der Finanzvermittler Rainer von Holst baut seit Jahren ein Abzockernetz mit immer neuen Firmen auf, schädigt in Deutschland Zehntausende Anleger und nötigt Unternehmen zu schutzgeldartigen Zahlungen. Für die Strafverfolger ist der Mann, der Anleger mit seiner Bielefelder Firmenwelten-Gruppe um zig-Millionen Euro gebracht hat und mehrfach wegen Betrugs verurteilt wurde, nicht mehr zu fassen. Seit 2015 lebt er in den USA und zieht von dort die Strippen. Die Zeitschrift Finanztest deckt in ihrer März-Ausgabe erstmals auf, wie umfangreich sein kriminelles System ist.Weitere Informationen

Marktwächter Energie
Schon wieder unseriöse
Energieversorger abgemahnt

Immer wieder ärgern sich Verbraucher über die Art, wie Energieversorger über Preiserhöhungen informieren. Und das zu Recht: Viele Kundenanschreiben sind intransparent oder unvollständig wie eine Studie des Marktwächters Energie für Niedersachsen aus dem vergangenen Jahr zeigt. Als Konsequenz hat die Verbraucherzentrale Niedersachsen zehn Energieversorger abgemahnt – und mit dem jetzt verkündeten Urteil gegen die Primastrom GmbH auch das letzte noch offene Verfahren gewonnen.
„Mehr Grund zum Jubeln mit unserem besten Kundenservice aller Zeiten – Aktuelle Preisinformation“ – so die Überschrift eines Kundenanschreibens der Fuxx – Die Sparenergie GmbH. Was als Werbung für guten Kundenservice daherkommt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Ankündigung einer Preiserhöhung. Auch den Hinweis auf das Sonderkündigungsrecht muss der Verbraucher erst suchen. Wegen dieser intransparenten Kundeninformation hat der Marktwächter Energie für Niedersachsen auch dagegen geklagt. Mit Erfolg.Weitere Informationen


Gesellschaft

Otto-Hahn-Gymnasium
Weihnachtsbasar erbringt 3.600 Euro
für 3D-Röntgengerät

Im Rahmen des Spendenaufrufs der Uni-Kliniken „Kleine Rücken brauchen Hilfe“ für ein strahlungsarmes 3D-Röntgengerät in der Kinderorthopädie haben Schüler/innen des Otto-Hahn-Gymnasiums 3.600 Euro gesammelt und jetzt übergeben. Insgesamt sind bislang 162.000 Euro eingegangen, das ist knapp ein Drittel der benötigten Summe.
ScheckübergabeDen Spendenscheck für das neue Gerät symbolisch entgegengenommen hat Isabelle M., 10 Jahre alt, aus dem Raum Freiburg. Bei ihr wurde im Säuglingsalter eine stark fortschreitende Skoliose von über 90 Grad festgestellt. Kinder haben einen besonders empfindlichen Organismus, sie sind zehnmal strahlungsempfindlicher als Erwachsene. Dadurch steigt bei ihnen das Risiko strahlungsbedingter Langzeitschäden. Zudem stehen für Kinder nur Röntgengeräte bereit, die für Erwachsene gedacht und angelegt sind. Mit dem neuen Gerät soll dies auf absehbare Zeit anders werden.
Spendenkonto: Universitätsmedizin Göttingen, IBAN: DE98 2605 0001 0000 0014 20, BIC: NOLADE21GOE. Kennwort: Kleine Rücken.


Polizeiberichte
Tagesaktuelle Meldungen
Die ausführlichen Polizeiberichte finden Sie hier:Weitere Informationen

Trickdiebe zocken Senior ab
jk — Mit einer aus der Wohnung eines älteren Mannes gestohlenen Bankkarte haben Unbekannte am frühen Montagabend (19.02.) gegen 17.55 Uhr in Göttinger-Geismar am Geldautomaten eines Geldinstitutes in der Hauptstraße mehrere hundert Euro abgehoben.

Ermittlungen gegen mutmaßliche Fahrraddiebe
jk — Im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen zwei Heranwachsende aus der Stadt und dem Landkreis Göttingen wegen des Verdachts des versuchten Fahrraddiebstahls sucht die Polizei den Eigentümer eines Mountainbikes. Beamte hatten das schwarze Rad des Herstellers „Bulls“, Modell „Wildcross 55“, in der Nacht des 14. Februar in der Bahnhofsallee an einem Fahrradständer neben der Lokhalle aufgefunden.

Fußgänger schwer verletzt
jk — Im Einmündungsbereich Kreuzbergring/Weender Landstraße ist am Sonntagmorgen (18.02.) gegen 8.20 Uhr ein 22 Jahre alter Fußgänger beim Zusammenstoß mit einem herannahenden Pkw schwer verletzt worden.

Einbruch in Friseurgeschäft
jk — Bargeld in noch unbekannter Höhe haben Einbrecher am Samstag (17.02.) aus einem Friseurgeschäft im 1. Obergeschoss eines Wohn- und Geschäftshauses in der Weender Straße gestohlen.

Bahnschranke demoliert und geflohen
jk — Ein bislang unbekannter Fahrer hat am vergangenen Mittwoch (14.02.) die Bahnschranke am Übergang Niedernjesa beschädigt und ist danach von der Unfallstelle geflüchtet.

Flucht mit Speed und ohne Führerschein
jk — Während einer Verkehrskontrolle hat ein 22 Jahre alter Autofahrer am Dienstagnachmittag (13.02.) gegen 14.10 Uhr auf der B27 bei Göttingen unvermittelt die Flucht ergriffen.

Autoaufbrüche in Bovenden
jk — Unbekannte haben in der Nacht zu Dienstag (13.02.) in Bovenden zwei Pkw aufgebrochen und anschließend die Tachoeinheit bzw. das Lenkrad und die Multimedianavigationseinheit ausgebaut und gestohlen.

Kriminelle liefern sich Verfolgungsjagd
jk — Nach umfangreichen Fahndungsmaßnahmen hat die Polizei Göttingen am späten Montagabend (12.02.) zwei polizeibekannte 20 und 32 Jahre alte Männer aus Bayern und Nordrhein-Westfalen vorläufig festgenommen. Zuvor hatten sich die beiden Insassen eines Mitsubishi mit Leipziger Kennzeicheneine Verfolgungsfahrt mit einer Streifenwagenbesatzung geliefert.

Maskierter Räuber bedroht Angestellte
jk — Ein maskierter Räuber hat am frühen Montagmorgen (12.02.) gegen 5.50 Uhr in der Göttinger Innenstadt versucht, eine Bäckerei zu überfallen.

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Sport
CDU: Jedes Grundschulkind soll Schwimmen lernen
„Grundlage für alle Wassersportarten“

In der kommenden Sitzung des Schulausschusses stellt die Göttinger CDU-Ratsfraktion der Verwaltung den Prüfauftrag, zwei Varianten zu erarbeiten auf dessen Grundlage Göttinger Grundschulkindern das Schwimmen beigebracht werden soll.

Kajak-Wassesport
 
Besser mit Schwimmkenntnissen: Kajak-WassesportFoto: Cantonga

Variante 1 sieht dabei vor, die Schwimmausbildung im betreuten Nachmittagsangebot zu ermöglichen. Für die CDU-Ratsfraktion ist dabei von besonderer Bedeutung, dass eine größtmögliche Einbindung öffentlicher Institutionen und Einrichtungen, wie dem Sportzentrum der Universität, dem Weender Krankenhaus, der Asklepios Klinik oder dem Zentrum für ältere Menschen in Grone, erfolgt, um ein koordiniertes Vorgehen zu ermöglichen. Aus pädagogischer Sicht sei es für die Antragsteller von Bedeutung, dass am Tage des Schwimmunterrichtes den betroffenen Klassen keine Hausaufgaben gestellt werden, um größtmögliche Schwimmzeiten zu erreichen.

Nach Auskunft des schulpolitischen Sprechers der SPD-Ratsfraktion, Tom Wedrins, kann die Stadt mit Landesmitteln in Höhe von 3,7 Millionen Euro für den Schulbau rechnen. Zusammen mit den 5 Millionen Euro aus dem Nachtragshaushalt könnte nun die Modernisierung von Schulen angegangen werden. Bereits mit Beschluss des Doppelhaushaltes 2017/18 stünden darüber hinaus ungefähr 20 Millionen Euro für Baumaßnahmen in Schulen bereit, so Wedrins. Vor diesem Hintergrund sei es hilfreich, dass die Stadt Göttingen durch das Schulstättenentwicklungskonzept bereits einen Teil ihrer Hausaufgaben erledigt habe.  

Variante 2 soll ein Konzept erarbeiten, mit dem der Schwimmunterricht in der Schulzeit, nach Möglichkeit unterstützt durch Vereine wie den ASC 46 und die TWG 1861 mit ihren hauptamtlichen Schwimmsportlehrern, realisiert werden soll. Idealerweise soll der Schwimmunterricht gemeinsam mit dem Schulpersonal erfolgen. Dabei muss der Lehrplan an diesen Tagen so gestaltet sein, dass ein Schwimmangebot umsetzbar ist.

Dr. Thomas Häntsch, der schulpolitische Sprecher der Fraktion, ist der Ansicht, dass „die Grundlage für alle Wassersportarten das Schwimmen bildet. Um diese Kompetenz zu erwerben, sei es frühzeitig notwendig, Kindern das Schwimmen beizubringen. Kinder, die nicht schwimmen können, haben oftmals keinen oder nur einen eingeschränkten Zugang zu Erlebnisorten wie Schwimmbädern oder natürlichen Badegewässern. Deswegen bittet die CDU-Fraktion die GoeSF, zu prüfen, wie ein diesbezügliches Angebot für Kinder der Grundschulen realisiert werden kann. Auch der Stadtsportbund Göttingen wäre bereit, ein Programm „Schwimmen für Schulkinder“ zu entwerfen und gemeinsam mit den Göttinger Institutionen zu realisieren.

CDU-Fraktion möchte den Kompetenzerwerb von Kindern, vor allem pädagogisch begleitet, im Schulsport fördern. Schwimmen habe innerhalb des Schulsportes eine zentrale Bedeutung. Darüber hinaus stelle das Schwimmen eine Freizeitaktivität mit großem entwicklungsfördernden Potenzial dar“, so Häntsch.

 

Stickstoffdioxidbelastung
2017: Grenzwertüberschreitungen in rund 70 Kommunen
Nachrüstung mit Katalysatoren nötig

Die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid (NO2) ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Die Zahl der Kommunen mit Grenzwertüberschreitungen nahm nach erster Schätzung von 90 auf 70 ab. Das zeigt die Auswertung der vorläufigen Messdaten der Länder und des Umweltbundesamtes (UBA). Dennoch: An rund 46 Prozent der verkehrsnahen Messstationen wurde der Grenzwert von 40µg/m³ im Jahresmittel überschritten, an zwei Drittel dieser Stationen mit Werten von mehr als 45µg/m³ sogar deutlich.

„Die Entwicklung geht in die richtige Richtung. Wir sind aber noch längst nicht am Ziel. Immer noch liegen viele Städte deutlich über dem seit 2010 einzuhaltenden Grenzwert, viele Einwohner sind also weiter zu viel gesundheitsschädlichem Stickstoffdioxid ausgesetzt. Schuld sind vor allem die Diesel-Autos mit hohen Realemissionen, die oftmals erst in den vergangen Jahren zugelassen wurden und in den Städten unterwegs sind“, sagte Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA. „Wie vom Umweltbundesamt im Sommer 2017 geschätzt, werden die Maßnahmen des Diesel-Gipfels mit Software-Updates und Umtauschprämien nicht ausreichen, um die Luft in den Städten so zu verbessern, dass die Grenzwerte überall eingehalten werden. Wir brauchen dringend die Hardware-Nachrüstung der Autos und leichten Nutzfahrzeuge. Nur so können wir die Gesundheitsbelastungen durch Stickstoffoxide schnell und vor allem dauerhaft senken.“Weitere Informationen

 

Elternbeiträge für Kindergärten
Grüne fordern vollständige Kostenübernahme
Scharfe Kritik am aktuellen Angebot der Landesregierung

Das Land will die vollständige Beitragsbefreiung der Kindergärten. Das Ziel der kostenfreien Bildung teilen die Grünen im Rat der Stadt Göttingen, üben aber scharfe Kritik an dem aktuellen Angebot der Landesregierung an die Kommunen und fordern ein radikales Umdenken.

Die Beitragsfreiheit in Kindergärten war zentrales Wahlversprechen von CDU und SPD auf Landesebene. In den aktuellen Haushaltsverhandlungen soll das umgesetzt werden. Modell für die Kompensationszahlung an die Kommunen für das erste und zweite Kindergarten-Jahr sollen ersten Informationen zu Folge die Erstattungspauschalen für das dritte Jahr sein. Diese reichen jedoch bei weitem nicht aus, kritisieren die Grünen.

Regina Meyer, Vorsitzende des Jungendhilfeausschusses in Göttingen: „In Göttingen gehen 80 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen ganztags in den Kindergarten. Ihre Eltern zahlen dafür – je nach Einordung in der Einkommens-Staffel – zwischen 210 und 300 Euro. Vom Land erstattet werden sollen pro Platz nur 167 Euro.“ Das sei viel zu wenig. Sie verlangt eine deutliche Steigerung des Haushaltsansatzes sowie die Abkehr von Erstattungspauschalen, die regionale Unterschiede nicht berücksichtigen. Vielmehr solle das Land einen fixen Anteil an den Gesamtkosten übernehmen. Nach einer Forderung des Niedersächsischen Städtetags (NST) sollten zwei Drittel der gesamten doppischen Betriebskosten übernommen werden. In keinem Fall, so Meyer dürften die Kommunen gegenüber der aktuellen Situation finanzielle Einbußen erleiden.

„Es kann nicht sein, dass ein Wahlgeschenk der Landes-GroKo die Stadt Göttingen jährlich 1,6 Millionen kostet“, kritisiert auch Rolf Becker, Vorsitzender der Grünen Fraktion im Rat. „Das Geld haben wir schlicht nicht. Und sinkende Kita-Qualität können und wollen wir uns nicht leisten.“ Die Grünen im Rat der Stadt befürchten landesweit einen massiven Einbruch der Kita-Qualität, sollten die Pläne, wie derzeit von der Landesregierung vorgeschlagen, umgesetzt werden.

 

Konsum
Marktanteile von grünen Produkten steigen
CO2-Emissionen im Konsumsektor dennoch unverändert

Der Umsatz mit grünen Produkten in den Konsumbereichen Wohnen, Mobilität und Ernährung ist 2015 um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Dennoch haben sich die CO2-Emissionen im Konsumsektor kaum verändert. Dies zeigt eine Studie „Grüne Produkte in Deutschland 2017 – Marktbeobachtungen für die Umweltpolitik“ des Umweltbundesamtes (UBA).

So sind die CO2-Emissionen im Konsumbereich von 7,9 Tonnen pro Person und Jahr im Jahr 2005 lediglich um ein Prozent auf 7,8 Tonnen im Jahr 2014 gesunken. „Die Richtung stimmt, aber der Umsatz mit umweltfreundlichen Produkten wächst zu langsam. Dies liegt vor allem daran, dass die Preise für Produkte nicht die realen Kosten für die Umwelt widerspiegeln. Unser Konsum trägt ganz wesentlich zu Umweltbelastungen bei, daher sollten die Umweltkosten eingepreist werden“, sagt UBA-Präsidentin Maria Krautzberger.

Bereits zum dritten Mal betrachtet das UBA die Marktentwicklung ausgewählter grüner Produkte in den drei zentralen Konsumbereichen Wohnen, Mobilität und Ernährung. Die Marktzahlen von 2008 bis 2015 werden dabei der Entwicklung der CO2-Emissionen des Konsums gegenübergestellt. Daneben wurden erstmalig die Marktentwicklungen der Umweltlabel Blauer Engel (Papier), EU Ecolabel (Hygieneartikel), FSC und PEFC (Holz) sowie GOTS (Textilien) untersucht.  

Trotz Zuwachs bei grünen Produkten sinken die Umweltbelastungen nicht: Die Emissionen im Bereich Mobilität sind wegen stark steigenden Emissionen beim Luftverkehr und kaum abnehmender Emissionen bei der Automobilität leicht um 0,4 Prozent gestiegen. Im Bereich Ernährung sind die Emissionen – vor allem aufgrund des hohen Fleischkonsums – mit rund neun Prozent sogar deutlich gestiegen. Die CO2 -Emissionen im Bereich Wohnen sind dank energetischer Sanierungen immerhin um rund zehn Prozent in den letzten zehn Jahren gesunken. Gleichzeitig tragen das Wachstum der durchschnittlichen Wohnfläche ebenso wie die zunehmende Geräteausstattung insbesondere im Bereich Informations- und Telekommunikationstechnik zu Umweltbelastungen bei.

Wohnen (Heizen und Strom), Mobilität und Ernährung sind für 80 Prozent der CO2-Emissionen des privaten Konsums verantwortlich. Die Studie untersucht den Umsatz grüner Produkte in diesen Konsumbereichen anhand der Marktentwicklung von Umweltsiegeln. Im Papiersegment beispielsweise ist der Blaue Engel verbreitet und bekannt – rund 17 Prozent der Hygienepapiere tragen den Blauen Engel, Marktanteile wie auch Umsätze haben seit 2012 leicht zugelegt. Umweltsiegel sind der Studie zufolge vor allem dann erfolgreich, wenn mit den grünen Produkten auch Geld gespart werden kann und wenn der Staat die Label durch Gesetze fördert. Ein Beispiel hierfür ist das sehr erfolgreiche EU -Energielabel: Zum einen lassen sich mit energieeffizienten Geräten Stromkosten sparen. Zum anderen ist das EU-Energielabel nicht freiwillig, sondern Pflicht.

 

Das hat gerade noch gefehlt
Laserinstallation an allen Feiertagen
Weitere Verschandelung der Stadt durch eine instinktlose Verwaltung

Göttingen ist nicht gerade mit sensiblen Stadtgestaltern in der Verwaltungsspitze gesegnet, eher von „Machern“, „Entwicklern“ und „innovativen Vorantreibern“. Jetzt freuen Sie sich über ein Danaergeschenk, welches sie für eine „Attraktion“ halten: ein „großzügiger Spender“ hat ihnen eine Laserinstallation vermacht, die ab Heiligabend jährlich an insgesamt 25 (!) gesetzlichen und kirchlichen Feier- und anderen Gedenktagen sowie aus Anlass einiger Kulturveranstaltungen den nächtlichen Himmel über der Innenstadt erleuchten wird. Beginn: immer eine Stunde nach Sonnenuntergang bis Mitternacht.

Gänseliesel
 
So ginge es auch: Ruhe ausstrahlende Beleuchtung am GänselieselFotos: vs

Statt also zukünftig in romantischen Abendstunden den natürlichen Nachthimmel zu betrachten und sich vielleicht zu einer Sternschnuppe einen innigen Wunsch auszudenken, wird dies künftig überstrahlt werden von einem „Vier-Kirchen-Laser“ – zu Weihnachten festlich und ruhig, an Silvester ab 00.00 Uhr als „Feuerwerk“. Es wird Eulen, Fledermäuse und anderes Nachtgetier vertreiben, kann Zugvögel aus der Bahn werfen und menschliche Bewohner, die sich noch eine gewisse Sensibilität zur immer weiter verschandelten Umwelt bewahrt haben, den Schlaf rauben.

Macht nichts, schließlich muss es ja vorangehen. Deshalb ist die Verwaltung auch voll des Lobes über das kulturelle Engagement des Spenders: Hier werde dankenswerter Weise Verantwortung für Stadt und Region übernommen. Das sei nach wie vor wichtig.

Doch kann man das durchaus anders sehen: Verantwortung übernehmen heißt nämlich auch, behutsam mit den noch verbliebenen Schätzen dieser Stadt umzugehen, sie zu bewahren statt um jeden billigen Preis zu verändern. Vielleicht also sollte man die Laserkanonen besser mal auf – beispielsweise – die völlig marode Stockelefsmühle am Leinekanal (Abb. unten) richten, um zu verdeutlichen, wo es bei der Göttinger Stadtentwicklung fehlt.

StockelefsmühleVor etwa zehn Jahren wurde in dieser Stadt in Politik und Verwaltung ausführlich über das Thema „Lichtverschmutzung“ in Innenstädten diskutiert. Seinerzeit hatte man es vorgeblich als ernstes Problem erkannt und kurzfristig sogar alternative Beleuchtungskonzepte (Abb. oben) vorgestellt. Es blieb bei dieser einen opportunistischen Hinwendung zum Thema, weil das gerade – nicht nur in Göttingen – aktuell war, um dann wieder in der Versenkung zu verschwinden. Ein ernst gemeintes Anliegen war es den Planern offenbar nicht.

Zwar verfügt die Stadt inzwischen über einen Lärmaktionsplan, einen solchen Plan gegen die Lichtverschmutzung sucht man jedoch vergebens. Er wäre ebenso dringlich, lässt sich aber offenbar unter den gegenwärtigen politischen Konstellationen nicht realisieren. Da ist es wohl eher wahrscheinlich, dass bald auch Hubschrauber-Rundflüge über der Stadt als „Attraktion“ vermarktet werden, wenn sich denn nur ein großzügiger Spender dafür findet. Dazu braucht es nicht einmal Feiertage, sondern nur opportunistische politische Voraussetzungen.
Das kommt auf die Göttinger zu, wenn sie sich nicht dagegen zur Wehr setzen, Laserverschmutzung an folgenden Tagen: Neujahr, Ostersonntag, Christi Himmelfahrt, Pfingstsonntag, Gedenktage aus Anlass des Kriegsendes und der Gründung der Bundesrepublik Deutschland, Fronleichnam, Nacht des Wissens, Internationaler Museumstag, Eröffnung der Göttinger Händelfestspiele, Tag des offenen Denkmals, Erntedankfest, Mauerfall und Grenzöffnung, Tag der Deutschen Einheit, Reformationstag, Volkstrauertag, Allerheiligen, 09.11. Gedenkstunde Mahnmal Synagoge, Buß- und Bettag, 1. Advent, 2. Advent, 3. Advent, Heiligabend 4. Advent, 1. Weihnachtstag, Silvester.

 

Bernd Althusmann
Fängt gut an: Kaum im Amt, schon Wort gebrochen
Niedersächsicher Wirtschaftsminister ignoriert eigenes Versprechen

Es ist nur wenige Wochen her, dass sich die ehemalige rot-grüne Landesregierung mit heftigen Vorwürfen seitens der CDU konfrontiert sah, die ihr angesichts des Skandals beim Volkswagen-Konzern – von diesem gern als „Dieselproblematik“ beschönigt – eine zu enge Verbandelung und insbesondere zu laxe Aufsicht gegenüber dem Unternehmen vorwarf. Solche Vorwürfe bestanden und bestehen durchaus zu Recht.

Auch in der Bevölkerung werden solche Verflechtungen zwischen Politik und Industrie zunehmend argwöhnisch betrachtet. Und weil die Christdemokraten während des niedersächsischen Wahlkampfs einer in den Augen vieler Wähler ziemlich aufrichtigen und vor allem zumeist von Lobby-Interessen unbeeinflussten Landespolitik sonst nicht viel entgegen setzen konnten, sahen sie im Fall VW jedenfalls einen argumentativen Hebel, mit dem sie der Weil-Regierung am Zeug flicken konnten und hatten dafür auch gute Argumente auf ihrer Seite.

Die Landesregierung ist immerhin mit 20 Prozent an Volkswagen beteiligt und mit zwei Mandaten im Aufsichtsrat vertreten, was immer wieder auch auf Unmut in der EU stößt. Ein beherztes Eingreifen von ihr in den weltweiten Betrugsskandal war jedenfalls nicht zu erkennen, obgleich eines dieser Aufsichtsrat-Mandate traditionell der Ministerpräsident ausübt. Das zweite wurde bislang ebenfalls immer an ein Kabinettsmitglied vergeben, was aber nirgendwo zwingend festgelegt ist. Insbesondere fraglich ist auch, ob durch eine solche Verfahrensweise immer auch genügender Sachverstand mit in den Aufsichtsrat einzieht.

 
Foto: Olaf Kosinsky

Bernd Althusmann, Spitzenkandidat der niedersächsischen CDU und nunmehr als Wirtschaftsminister in der neuen Landesregierung, weil eine egoistische Umfallerin bei den Grünen unbedingt ihr Mandat behalten wollte und deshalb die Seiten wechselte, hatte sich im Wahlkampf weit aus dem Fenster gelehnt und staatsmännisch gegeben: Noch im August trat er laut und öffentlich dafür ein, das zweite der Landesregierung zustehende Mandat an einen von außerhalb kommenden Wirtschaftsexperten, etwa an einen Wirtschaftsprüfer zu vergeben. „Das kann man nicht mal eben nebenher machen", sagte er damals dem NDR.

Kann man offenbar doch: Am 12. Dezember wurde Althusmann zum Aufsichtsrat im VW-Konzern bestimmt. Der Minister hat also schlicht gelogen. Belogen hat er insbesondere jene Wähler, die ihn vielleicht gerade wegen seiner vermeintlich weitsichtigen Äußerungen gewählt haben.

Sie hätten gewarnt sein können, schon früher nämlich hat es Althusmann mit der Wahrhaftigkeit nicht so genau genommen: 2011 kamen Vorwürfe auf, dass er in seiner Dissertation an etlichen Stellen inhaltlich oder wörtlich Texte aus anderen wissenschaftlichen Werken übernommen haben soll, ohne dies entsprechend zu kennzeichnen. Althusmann selbst räumte zwar „handwerkliche Fehler“ ein, schloss aber politische Konsequenzen aus. Eine damals eingesetzte Untersuchungskommission kam zu dem Ergebnis, dass sich Plagiatsvorwürfe zwar nicht erhärten ließen, die Arbeit aber „Mängel von erheblichem Gewicht“ enthalte.

Nötig hätte das neue Aufsichtsratsmitglied die aktuelle Kehrtwende von seinen ursprünglichen Wahlkampfversprechen eigentlich nicht. Als Wähler fragt man sich jedoch, von welcher Ethik ein solches Verhalten geleitet wird: Ist es einfach nur Machtgeilheit oder auch Gier?

 

Göttinger Süden
Statt Golfplatz jetzt Grüngürtel
Grüne wollen volles Programm

Nachdem Überlegungen, im Göttinger Süden einen Golfplatz einzurichten, nicht zuletzt am Widerstand der Bevölkerung wie auch am Ortsrat Geismar gescheitert sind, gehen die nachfolgenden Planungen nunmehr davon aus, im Bereich zwischen Duderstädter Landstraße und Kiessee einen Grüngürtel zu entwickeln.

Das ist möglicherweise immer noch besser als ein auch für die Öffentlichkeit zugängliches, gepflegtes Golf-Ressort, aber doch eben auch wieder eine von Menschenhand entwickelte Kulturlandschaft, also ein widernatürlicher Eingriff in die Natur, wie er allerorten täglich durch den Menschen stattfindet. Von der Südumgehung über den Golfplatz bis nun zu einem Grüngürtel hat diese Region inzwischen alle gedanklichen Experimente lokalpolitischer Planungswut durchlitten. Aktuell stehen nunmehr drei Varianten zur Diskussion:

1. eine bebauungsnahe Entwicklung am unmittelbaren südlichen Siedlungsrand in Kombination mit einer Durchgrünung dieses südlichen Siedlungsrandes,
2. die Entwicklung eines Grünzugs innerhalb der Feldflur südlich des Siedlungsrandes, jedoch stadt­rand-, also siedlungsnah, oder
3. eine siedlungsferne Entwicklung im Zusammenhang mit dem siedlungsfernen Rundweg um Göttingen.

Geismar Süd - Grüngürtel
Quelle: Wette + Gödecke GbR
Die Grü­nen sehen in den vor­geschla­genen Vari­anten „eine hervor­ragende Grund­lage für die Ent­wick­lung“ eines Grün­gürtels und wollen sich dafür ein­set­zen, dass alle drei Aus­bau­stufen umge­setzt werden“, erklärt Sabine Mor­gen­roth, Vorsit­zende im Aus­schuss für Umwelt, Klima­schutz und Mobi­lität. Eine solche Umset­zung werde zwar lange dauern, müsse aber konse­quent betrie­ben werden. Ein erster kleiner Baustein sei mit der Pflanz­aktion alter Obst­baum­arten an der Stein­metz­kurve bereits gelegt worden, „kleinere Maß­nah­men wie Bänke könnten sehr schnell folgen.“

Da die bestehenden Wegeverbindungen überwiegend in Nord-Süd-Richtung verlaufen und zentrale Querverbindungen fehlen, müssten diese zusätzlich geschaffen werden, heißt es in der Konzeptplanung des beauftragten Planungsbüros. Je nach Variante und angesprochener Nutzergruppe sollen diese unterschiedliche Oberflächenbelege bekommen, weiterhin sollen „zusätzliche Gartenflächen, so genannte Flächen für Gemeinschaftsgärten, die Entwicklung von landschaftsbildprägenden Strukturen, ökologische Gewässeraufwertung und die Schaffung von Aufenthaltsbereichen in der Konzeptplanung berücksichtigt“ werden – nicht jedoch die „Neuausweisung für Sportplätze oder eine Parkanlage“.

Ebenso sollen die „Bedürfnisse der vorkommenden Feldhamster und Agrarvögel, wie beispielsweise Feldlerche, Rebhuhn und Rotmilan“, bei den Planungen berücksichtigt werden – alles bedrohte Tierarten, die nur noch vereinzelt vorzufinden sind und denen das immer weitere Vordringen geplanter kultivierter Landschaftsräume wenig Chancen zum Überleben bietet. Der dramatische Rückgang von 75 Prozent der Insektenpopulation wird hingegen nicht berücksichtigt, wohl, weil er zum Zeitpunkt der Gutachtenerstellung zwar offensichtlich, aber noch nicht wissenschaftlich untermauert und öffentlich bekannt war.

Wegequalität
 
Beispiele vermeintlich guter, schlechter und ungeeigneter, jedoch für Wanderer sowie Flora und Fauna hervorragender, weitgehend naturbelassener WegebeschaffenheitFotos: Wette + Gödecke GbR

Berücksichtigt wurde hingegen die Qualität der bereits bestehenden Wege. Als „gut“ oder zumindest „normal“ werden dabei zumeist befestigte, also gepflasterte oder asphaltierte Wege klassifiziert, weil sie „vor allem für Skater“, aber auch für Radler „sehr gut geeignet“ sind – Wege, wie sie auch zunehmend im Göttinger Wald anzutreffen sind. Weil die Planer offenbar eher Sportler in den Fokus ihrer Überlegungen rücken statt Erholung Suchende oder gar Naturliebhaber, sind Strecken, „die das Befahren erschweren“, logischerweise für sie eher weniger geeignet.

Zu solchen Werturteilen kommt man zumeist dann, wenn man das „Freizeitpotenzial“ der Zivilgesellschaft immer besser erschließen will und diese dann immer weiter in die Lebensräume eben von Feldlerche, Rebhuhn und Rotmilan vordringt. „Alle im Ausschuss vertretenen Parteien wollen die ausgeräumte Feldflur im Süden Göttingens wieder einräumen! Das ist ein ermutigendes Zeichen“, freut sich Sabine Morgenroth. Das kann man machen, wobei man sorgsam auf das „Mobiliar“ achten sollte.

Man könnte es jedoch auch lassen. Das nennt sich dann Renaturierung.

 

Carsharing
Grüne fordern kostenfreie öffentliche Stellplätze
Car Sharing soll Aufwertung erfahren

Ein neues Gesetz eröffnet die Möglichkeit, Mietfahrzeugen des Car Sharing-Systems Bevorrechtigungen beim Parken auf öffentlichen Straßen und beim Erheben von Parkgebühren einzuräumen. Kommunen können damit sowohl stationsbasierten als auch stationsunabhängigen („free-floating“) Fahrzeugen kostenfreie Stellplätze reservieren. Das möchte die Grünen-Ratsfraktion auch in Göttingen realisiert wissen.

 
Vielfach der Zeit schon voraus: Char Sharing eMobil in Göttingen

Sabine Morgenroth, Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität, sieht darin „einen großen Beitrag, [um] die Anzahl an Autos in Städten wirksam zu reduzieren. Wenn wir Car­shar­ing-Fahr­zeu­gen kostenfreie Parkplätze im öffentlichen Raum in attraktiven Lagen anbieten, kann das mehr Menschen zum Umsteigen motivieren.“

Doch wie das? Wer lediglich auf ein anderes Fahrzeug umsteigt, fährt immer noch mit einem Pkw in die Stadt – wenn auch nicht mehr mit dem eigenen. Wirksamer dürfte sicherlich sein, wenn mehr Menschen weniger Autos benutzten, wenn sie etwa auf Busse umsteigen oder mit ihrem Privatfahrzeug nur dann in die Stadt einfahren dürfen, sofern dieses mit mindestens zwei Personen besetzt ist. Manche Städte praktizieren es bereits oder erheben eine Gebühr für den Besuch ihrer Innenstädte.

Der Grüne Ulrich Holefleisch hält dagegen und verweist auf Studien, wonach ein einziges Car Shar­ing-Fahr­zeug bis zu 20 private Pkw ersetzen könne. „Das ist nicht nur eine nachhaltigere Nutzung von Ressourcen, sondern spart auch Raum: Es entstehen Flächen für Grünanlagen und die Parksituation wird entschärft. Mehr Platz dem Carsharing bedeutet: mehr Platz dem Menschen.“

Der dann leider oftmals für die Ansiedlung von Großmärkten genutzt wird. Immerhin würde der Gedanke des Car Sharing sicherlich eine Aufwertung erfahren, die ihm zu gönnen ist: „Ein großer Vorteil reservierter Stellplätze für Car Sharing-Fahrzeuge besteht darin, dass sie sichtbar im Stadtbild verankert werden. Sie werden gleichrangig präsent sein wie Bahnhöfe, Bushaltestellen und Taxis – und nicht mehr in Hinterhöfen versteckt. Daraus erhoffen wir uns eine häufigere Nutzung dieser neuen Mobilitätsform“, schiebt Sabine Morgenroth ein weiteres Argument nach.

So neu ist diese von vielen bereits praktizierte Mobilitätsform zwar nicht mehr, aber eine noch weitere Verbreitung, insbesondere in den Hirnen von lustbetonten Autonarren, ist ihr durchaus zu wünschen.

 

Umweltbundesamt
Mehr Blühstreifen und Brachflächen
für Schutz von Insekten und Vögeln nötig

Zulassungspraxis muss indirekte Folgen von Pflanzenschutzmitteln
für Artenvielfalt stärker berücksichtigen

Die nationalen Zulassungsbehörden müssen indirekte Effekte von Pflanzenschutzmitteln auf die biologische Vielfalt stärker berücksichtigen. Dies belegt ein neues Rechtsgutachten für das Umweltbundesamt (UBA), was allerdings den noch amtierenden CSU-Land­wirtschafts­minister Christian Schmidt nicht daran hindert, Koalitionsabsprachen zu brechen und im Interesse bedenkenloser Klientelpolitik der Weiterverwendung von Glyphosat „entgegen der Weisungslage“ (Kanzlerin Merkel) zuzustimmen. Kann eine SPD nun überhaupt ernsthaft in neue Koalitionsverhandlungen einstreten, wenn sie so vorgeführt wird?

 
Bundesdeutsche Agrarpolitik: Skrupellose Pestizidausbringung zugunsten höherer ErträgeFoto: Miquel Pujol

Die indirekten Effekte von Pflanzenschutzmitteln auf die biologische Vielfalt entstehen etwa, wenn Feldlerchen und andere Vögel keine Nahrung mehr auf Äckern finden, da Pflanzenschutzmittel unbeabsichtigt Insekten und andere Nahrung der Vögel töten. Obwohl dieser Schutz vor indirekten Auswirkungen auf die biologische Vielfalt durch EU- und nationales Recht gesetzlich vorgeschrieben ist, erfolgt das in der Praxis nur unzureichend.

Ein neues Rechtsgutachten für das Umweltbundesamt (UBA) rät daher dazu, den Einsatz besonders biodiversitätsschädigender Mittel stärker unter Vorbehalt zu stellen: „Das bedeutet, dass die Anwendung von Mitteln mit starken indirekten Auswirkungen nur noch erlaubt ist, wenn der Betrieb einen Mindestanteil an Flächen vorweisen kann, auf denen auch Ackerwildkräuter wachsen. Insekten und Vögel können so unbeeinflusst von Pflanzenschutzmitteln leben und fressen. Blühstreifen, Brachflächen oder unbehandelte Dünnsaaten können dafür geeignet sein. Auf diesen ökologischen Ausgleichsflächen müsste jeglicher chemischer Pflanzenschutz unterbleiben“, sagte Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA.Weitere Informationen

 

Kultur
SPD: Mehr Möglichkeiten für Open Air schaffen
„Nachhaltige und kostengünstige Lösung“ gefordert

Die SPD-Ratsfraktion möchte die Verwaltung prüfen lassen, ob und wo eine geeignete „innenstadtnahe Fläche zur Errichtung einer … temporären Außenspielstätte für die Kultureinrichtungen“ geschaffen werden könnte. Im Hinblick auf die anstehenden Sanierungen der Stadthalle sowie des Otfried-Müller-Hauses ist den Genossen deutlich geworden, dass daran Mangel besteht.

Seit per Verwaltungsgerichts-Beschluss die Göttinger Fußgängerzone nicht mehr zur Partymeile erklärt werden kann, ist der öffentliche Raum für solche – zumeist erhebliche Emissionen verursachende – Events in der Tat knapp in der Stadt geworden. Und das Auslagern in den mehr und mehr zu einer Kulturlandschaft verkommenen Göttinger Wald, z.B. am KWP, ist für eine sich als grüne Hochburg verstehende Kommune eher ein Skandal denn eine Lösung. Das ist so ähnlich, wie mit dem SUV zur angesagten Diskussion über den Klimawandel zu fahren.

Gleichwohl verkneift es sich der Antrag der Genossen nicht, das mittlerweile zum Modewort verkommene „nachhaltig“ im Antrag mit aufzuführen – was immer die Genossen darunter verstehen –, denn so sollte eine solche Außenspielstätte schon beschaffen sein, meint die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, Ellen Fischer-Kallmann, zudem in zentraler Lage und gut erreichbar sowie dann auch für Schulen und Kitas zur Verfügung stehen.

Sie sollte also nicht nur viele flexible Nutzungsmöglichkeiten bieten, so Fischer-Kallmann weiter, sondern es müsse eben auch „eine nachhaltige und kostengünstige Lösung“ her. Mehr noch: „Eine solche zentrale Spielstätte stärkt im Übrigen auch die Attraktivität des Oberzentrums.“ Will heißen: Mehr Besucher, mehr zahlende Gäste, mehr Umsatz, mehr Verkehr – Kultur als Wirtschaftsfaktor.

Das hat mit Nachhaltigkeit nicht mehr allzu viel zu tun. Würde man sich darauf wirklich besinnen, bliebe der Vorstoß der SPD-Fraktion sicher ein im Prinzip guter Vorschlag (wenn nicht die, die nicht wollen, auch nicht mitfeiern bzw. sich die Nacht um die Ohren schlagen müssen). Angesichts knapper Flächen in einer Stadt, in der schon die Wohnungsnachfrage kaum mehr befriedigt werden kann, dürfte das jedoch immer schwieriger werden.
Der Antrag im Wortlaut:Weitere Informationen

 

Tierhaltung
Katzenplage soll eingedämmt werden
Ratsfraktionen stimmen Kastrationspflicht einstimmig zu

Ein im Jahr 2010 vergeblicher Vorstoß der CDU-Ratsfraktion, der Katzenplage in Göttingen Herr zu werden, hat jetzt zum Erfolg geführt. Alle im Rat vertetenen Parteien und Gruppierungen sind sich mittlerweile darin einig, dass auch Katzenhalter/innen Verantwortung für Ihre Tiere übernehmen müssen und haben einen entsprechenden fraktionsübergreifenden Antrag einstimmig gebilligt.

Katze
Freie Wildbahn: freilaufende KatzeFoto: Red Ed

Nach dem Vorbild anderer Städte – allein achtzig in Niedersachsen – soll nunmehr klar festgelegt werden, dass Besitzer ihre Katzen vor dem „Freigang“ sowohl kastrieren wie mit einem Chip versehen lassen müssen. Als Katzenhalter gilt auch derjenige, der freilaufende Katzen regelmäßig füttert. Durch eine solche Verordnung erhoffen sich die CDU-Initiatoren und mit ihnen die übrigen Ratsvertreter u.a. für die Tierschutzvereine bessere Möglichkeiten zur Finanzierung der Kastration von Fundtieren. Zudem sei eine solche Verordnung ein „wichtiger Beitrag zur Vermeidung von teilweise erheblichen Verletzungen, von Unterernährung, Verwahrlosung und damit insgesamt zum Tierwohl“.

Finanziell stoßen Tierheime und Tierschutzvereine schon lange an ihre Grenzen. In dem parteiübergreifenden Antrag wird dargelegt, dass die Kastration einer Katze bzw. eines Katers Kosten von etwa 100,00 Euro verursacht. „Bei Vorliegen einer Kastrationsverordnung können Tierheime oder Tierschutzvereine beim Verband Niedersächsischer Tierschutzvereine Mittel für die Kastration und Kennzeichnung untergebrachter Katzen beantragen. Auch die Änderung der Gebührenordnung für Tierärzte trägt dazu bei, die Kostenlage der Tierheime nicht weiter zu verschärfen und das unkontrollierte Anwachsen der Katzenpopulation durch Kastration zu verhindern, denn Tierärzte können nun mit Tierschutzvereinen vergünstigte Sätze für die Kastration von frei lebenden Straßenkatzen vereinbaren“ heißt es weiter. Wenn dann durch die Verordnung auch Katzenbesitzer stärker in die Pflicht genommen werden, ihre Freigänger-Katzen kastrieren zu lassen, lasse sich die Population und damit das Elend endlich dauerhaft verkleinern.

Katze
 
Auf Beutezug: freilaufende Katze

Einen ähnlichen Antrag hatten die Christdemokraten schon einmal im Frühjahr 2010 eingebracht, damals auch unter Verweis auf die „Dezimierung freilebender und bestandsbedrohter Tierarten“. Die Diskussion darüber zog sich unter heftiger Beteiligung vermeintlicher Tierfreunde über ein Jahr hin. Auch die Grünen im Rat verwässerten das ursprüngliche Anliegen durch einen Änderungsantrag, indem an alle Göttinger Katzenbesitzer auf lediglich freiwilliger Basis appelliert werden sollte. Im Übrigen hoffe man auf Rahmenbedingungen vom Bund. Und: Eine andere Möglichkeit wäre eine kommunale Katzensteuer, „das wollen wir aber derzeit nicht weiterdenken“ (Marie Kollenrott).

Schade eigentlich. Sie wird jedem Hunde- oder Pferdebesitzer auch abverlangt – Tierhaltern, deren Tiere sich sehr viel besser kontrollieren lassen. Damals blieb es lediglich bei einer Empfehlung an „alle Katzenbesitzer, deren Katzen frei herumlaufen, … ihre Katzen kastrieren zu lassen, denn „die Stadt Göttingen erlässt derzeit keine Verordnung zur Kastration von Katzen“ (Ratsbeschluss vom 25.02. 2011). Eine von der Stadt erlassene Verordnung sei „nicht nur mit erheblichen Kosten, sondern auch mit hohem Verwaltungsaufwand verbunden. Würde gegen die Verordnung verstoßen, müssten Sanktionen ergriffen werden. Kontrollen, ob die Verordnung eingehalten wird, können mit dem derzeitigen Personal des Stadtordnungsdienstes nicht gewährleistet werden“.

Was sich daran inzwischen zum Positiven verändert hat, darauf darf man gespannt sein. Die Personalsituation jedenfalls nicht.

 
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