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Kurz & bündig
Kultur · Wissenschaft


Kultur

Kultursommer
Jedermann Reloaded
Brandt & Thomas ausverkauft
Die Performance „Jedermann Reloaded“ rundet am Sonnabend, 12. August, ab 20.00 Uhr das Theaterprogramm für den Kultursommer 2017 ab. Der Schauspieler Philipp Hochmair holt im Deutschen Theater den Klassiker von Hugo von Hofmannsthal ins heute. Begleitet wird Hochmair von der Band „Die Elektrohand Gottes“. Mit höchster Intensität verkörpert der Schauspieler die verschiedenen Figuren des Stücks, vom Jedermann über den Armen, den Schuldner, die Mutter und die Buhlschaft bis hin zum Tod. So entsteht ein vielstimmiges Sprechkonzert, begleitet von den treibenden Gitarrenriffs und experimentellen Sounds.
Die für Sonnabend, 24. Juni, angekündigte Veranstaltung „Life – Raumpatroullie & Memory Boy“ mit Matthias Brandt und Jens Thomas ist ausverkauft. Karten gibt es noch für das Gastspiel des preisgekrönten Kabarettisten Jochen Malmsheimer am Sonntag, 25. Juni, ab 20.00 Uhr im Deut­schen Theater.
Aus dem „Larifari“-Kinder-Sonn­tags-Theater wird in diesem Jahr ein „Larifari“-Kinder-Straßentheatertag, der am 24. Juni stattfindet.
→ www.kultursommer.goettingen.de
Vorverkauf an den bekannten Göttinger Vorverkaufsstellen.

Händel-Festspiele
Neue Jugendopernproduktion
Mit der neuen Jugendopernproduktion Beyond Doubt: Lotario in Zusammenarbeit mit dem boat people projekt und der musa knüpfen die Festspiele an vorangegangene Erfolge wie Young Amadigi und FamilienBande: Faramondo an. Rund 40 junge Darstellerinnen und Darsteller, Tänzerinnen und Tänzer haben sich unter der künstlerischen Leitung der Regisseurin Nina de la Chevallerie intensiv mit Händels Lotario auseinandergesetzt und eine phantasievolle, eigene Interpretation geschaffen. Neben der Premiere am Samstag, 6. Mai, um 18.00 Uhr gibt es fünf weitere Vorstellungen im Jungen Theater.Weitere Informationen

StadtRadio Göttingen
Akustisches Facelifting
Das StadtRadio Göttingen möchte weniger laut und etwas ruhiger klingen als bisher. Neue „Verpackungselemente“ – gemeint sind wahrscheinlich die nicht auszurottenden Jingles zwischen einzelnen Sendebeiträgen – wurden von Göttinger Schauspielern aus dem Ensemble des Jungen Theaters eingesprochen. Das habe „viel Spaß gemacht“, so Musikredakteur Andreas Goos.
Vielleicht findet man nun ja die Zeit, sich ein wenig vom Radio ffn-Image wegzubewegen und jene Chancen zu nutzen, die Stadtradio eigentlich bietet und die über die Umbenennung von Magazinsendungen deutlich hinausgehen: „Aufgeweckt“ heißt jetzt „Mittendrin – Das Morgenmagazin“ und „Der Nachmittag“ jetzt „Mittendrin – Das Nachmittagsmagazin“. Wow!
→www.stadtradio-goettingen.de

Museum Friedland
„So sehe ich das ...“
Neue Sonderausstellung
Seit der Eröffnung im März 2016 haben mittlerweile 16.000 Menschen das Museum Friedland besucht – „eine sehr erfreuliche Zahl“, wie der niedersachsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, anlässlich des Jubiläums meint. Das große Interesse zeige, dass die Dauerausstellung im historischen Bahnhof sehr gut angenommen werde.
Auch für 2017 haben sich bereits jetzt mehr als 100 Besuchergruppen aus dem gesamten Bundesgebiet angemeldet. Das Museum rechnet damit, noch in diesem Jahr die Anerkennung als außerschulischer Lernstandort zu erhalten. Seit dem 2. April präsentiert es die Sonderausstellung „So sehe ich das ...“. Sie zeigt aktuelle Perspektiven von Geflüchteten und Spätaussiedler/innen auf das Lager Friedland. Damit soll dem Blick von außen auf das Lager, „der stark durch die Kameralinsen der Fernsehteams und Pressefotografen geprägt ist, eine Sicht von innen, nämlich die der Bewohner/innen“ entgegengesetzt werden, erläutert die Kuratorin Dr. Birga Meyer.

Lichtenberg zum 275.
Kleiner Mann
mit großer Ausstrahlung

pdg — Am 1. Juli jährt sich der Geburtstag von Georg Christoph Lichtenberg (1742 bis 1799) zum 275. Mal. Der geniale Experimentalphysiker, Erfinder des Plus/Minus-Zeichens und Blitzableiters, Philosoph und Aphoristiker, an den in Göttingen zwei Denkmäler auf dem Marktplatz und vor der Paulinerkirche im Papendiek erinnern, lebte und wirkte von 1763 an bis zu seinem Tode in Göttingen, vor allem im heutigen Künstlerhaus/Lichtenberg-Haus in der Gotmarstr. 1. Über seine naturwissenschaftlichen Entdeckungen hinaus gilt Lichtenberg als einer der wichtigsten Impulsgeber der Aufklärung und als Begründer des deutschsprachigen Aphorismus. Der Fachbereich Kultur der Stadt Göttingen hat neben vielen anderen eine Reihe von Veranstaltungen und Ausstellungen im Jubiläumsjahr geplant.Weitere Informationen

 
Wissenschaft

Physik
Laserpulse in Echtzeit gefilmt
pug — Zwei Lichtstrahlen kreuzen sich typischerweise ohne großen Effekt. Klirrend aneinanderschlagende Laserschwerter gibt es also nur im Kino. Im Inneren eines Lasers allerdings können sich intensive Lichtpulse durchaus gegenseitig anziehen oder abstoßen. Einem Forscherteam der Universität Göttingen und der University of California in Los Angeles ist es nun gelungen, das schnelle „Duell“ zweier Pulse in Echtzeit zu verfolgen.Weitere Informationen

Parkinson
Neue Einblicke
umg — Wissenschaftler des Exzellenzclusters CNMPB an der UMG liefern neue Einblicke in die Parkinson’sche Erkrankung und studieren den Einfluss verschiedener Faktoren auf die Toxizität des alpha-Synuklein-Proteins. Das Absterben von Nervenzellen gilt als die Ursache für die Parkinson’sche Erkrankung. Doch die genauen molekularen Vorgänge, die dazu führen, sind bisher noch wenig verstanden. Warum erkranken manche Menschen im Alter, während andere verschont bleiben? Wieso haben Diabetiker ein erhöhtes Risiko, an Parkinson zu erkranken?Weitere Informationen

Augenheilkunde
„Déjà-vu“-Detektoren im Auge
umg — Forscher der Universitätsmedizin Göttingen haben untersucht, wie die Nervenzellen des Auges auf die ständigen Änderungen der Augenposition reagieren und entdecken „Déjà-vu“-Detektoren.Weitere Informationen

Forstwissenschaften
Hilfe für Braunbären
pug — Trotz der Prägung durch den Menschen gibt es in Europa Regionen mit hoher biologischer Vielfalt und Populationen großer Raubtiere wie Braunbären. Diese Prädatoren an der Spitze des Nahrungsnetzes haben einen charismatischen sowie kulturellen Wert und regulieren großflächig Biodiversität und Ökosystemfunktionen. Der Erhalt der Braunbären hängt von Strategien ab, die die Ausbreitung der Tiere und den Austausch zwischen Teilpopulationen ermöglichen, aber auch Konflikte mit Menschen verringern. Daher untersucht ein europäisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen im Rahmen des Projekts „Bear Connect“, inwieweit ökologische Netzwerke Landschaften funktional miteinander verbinden und Nachhaltigkeit erhalten können.Weitere Informationen

Astrophysik
Suche nach
erdähnlichen Planeten

Alien-Hype reißt nicht ab
pug — Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert eine neue Forschergruppe zur Suche nach erdähnlichen Planeten an der Universität Göttingen. Unter der Überschrift „Blaue Erden bei Roten Sternen“ wollen die Wissenschaftler/innen nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems suchen. Die Koordination liegt beim Institut für Astrophysik der Universität Göttingen, an der Gruppe beteiligt sind die Universitäten Hamburg und Heidelberg, die Landessternwarte Tautenburg und das Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg. Die beantragte Fördersumme liegt bei insgesamt rund zwei Millionen Euro für zunächst drei Jahre.Weitere Informationen

Milchviehhaltung
Öffentlichkeit gegen frühe
Trennung von Muttertieren

eb/pug — Man sollte mal mit den Kindern von Landwirten ebenso verfahren, wie diese es mit dem ihnen anvertrauten Vieh tun – ein empörter Aufschrei der Zunft würde durch die Feldmarken gellen. Doch beim Rindvieh finden sie nichts dabei, kleine Kälber gleich nach der Geburt von den Müttern zu trennen, es könnte sich sonst ja negativ auf die Milchleistung auswirken. Eine gerade veröffentlichte repräsentative Online-Befragung hat, wie sollte es auch anders sein, eine deutliche Ablehnung solch früher Trennung von Kuh und Kalb unter den Teilnehmer/innen ergeben. Dann was für Landwirte vielleicht nur ein Stück Fleisch mit vier Beinen darstellt, ist mindestens ebenso empfindsam wie es die Fleischproduzenten sein sollten, die gerne von glücklichen Tieren auf saftigen Almweiden faseln.Weitere Informationen

Historische Landesforschung
Niedersachsens Klöster im Web
pug — Im Jahr 2013 hat das Institut für Historische Landesforschung der Universität Göttingen das Niedersächsische Klosterbuch herausgegeben. Darin wurden alle bis 1810 gegründeten Domkapitel, Stifte, Klöster, Ordenskommenden, Beginen- und Begardenhäuser systematisch erfasst. Nun haben die Göttinger Historikerinnen und Historiker hieraus die wichtigsten Daten zu jedem Kloster, verschwunden oder noch in Betrieb, erstmals koordinatengenau kartiert und im Internet zugänglich gemacht.Weitere Informationen

Physik
Mikroskopie per Laseranregung
eb/pug — Göttingen scheint sich zu einem wissenschaftlichen Zentrum der Mikroskopie zu entwickeln. Nachdem erst kürzlich Stefan Hell vom MPI ein optisches Mikroskop entwickelt hat, das erstmals nur millionstel Millimeter voneinander entfernte Moleküle abbilden kann (vgl. →Ausstellungen), legen jetzt Wissenschaftler vom IV. Physikalischen Institut der Uni nach: ihnen ist es gelungen, gepulste Laseranregung mit der Rastertunnelmikroskopie zu verbinden. Als erste Anwendung ihres neuen Verfahrens studierten sie Ladungsprozesse an und innerhalb von Halbleiteroberflächen. So konnten sie erstmals den Einfluss von atomaren Defekten, beispielsweise isolierten Siliziumatomen, im Galliumarsenid vermessen.Weitere Informationen

Klimawandel
Waldverlust und Dürre
als Teufelskreis

pug — Ein internationales Forscherteam analysierte den Zusammenhang zwischen Dürre und Waldverlust. Der Waldverlust durch Abholzung im Amazonasgebiet und die mögliche Abnahme der Regenfälle dort könnten einen Teufelskreis in Gang bringen: Wenn Trockenzeiten mit dem menschengemachten Klimawandel zunehmen, steigt zusätzlich das Risiko eines sich selbst verstärkenden Waldverlusts. Worauf jeder halbwegs vernunftbegabte Mensch ganz von selbst kommen kann, hat ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen ebenfalls herausgefunden. Allerdings, so die Forscher, kann große Artenvielfalt von Bäumen in einem Waldabschnitt dessen Überlebenschancen merklich erhöhen.Weitere Informationen

Schlaganfall
Neues Versorgungskonzept
spart wertvolle Minuten ein

umg — 53 Minuten wertvolle Zeit für das Gehirn bringt ein neues Versorgungskonzept, das ein interdisziplinäres Team von Schlaganfallforschern an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) entwickelt hat. Das Göttinger Konzept organisiert und beschleunigt die Arbeitsabläufe ab Eintreffen eines Patienten mit Schlaganfallbeschwerden in der Notaufnahme bis zur Behandlung.Weitere Informationen

„Google Hash Code“
Mathematiker qualifizieren sich
pug — Ein Team aus der Fakultät für Mathematik und Informatik der Universität Göttingen hat sich beim Programmierwettbewerb „Google Hash Code“ für die Finalrunde qualifiziert. Sönke Behrends, Julius Pätzold und Alexander Schiewe sind am Institut für Numerische und Angewandte Mathematik in der Arbeitsgruppe „Optimierung“ tätig. Gemeinsam mit dem Informatikstudenten Bakhodir Ashirmatov belegten sie unter mehr als 200 teilnehmenden deutschen Teams den dritten Platz. In der Gesamtwertung aller 2.800 Mannschaften aus Europa, dem Nahen Osten und Afrika landeten sie auf Platz 50. Innerhalb von vier Stunden mussten die Teams ein von Google entwickeltes praxisnahes Optimierungsproblem möglichst gut lösen.

Gender, Flucht, Aufnahmepolitiken
Aufnahme und Integration
geflüchteter Frauen

pug — Gibt es in Deutschland einen Unterschied bei der Aufnahme und Integration geflüchteter Männer und Frauen? Mit dieser und ähnlichen Fragen beschäftigt sich in den kommenden drei Jahren ein Forschungsverbund der Universitäten Osnabrück, Göttingen und Oldenburg. Die Wissenschaftler/innen wollen auch Vorschläge entwickeln, inwieweit Ungleichbehandlung künftig vermieden werden kann. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur finanziert das Vorhaben „Gender, Flucht, Aufnahmepolitiken – Prozesse vergeschlechtlichter In- und Exklusionen in Niedersachsen“ mit rund 500.000 Euro.Weitere Informationen

DLR Göttingen
Neuer Superrechner in Betrieb
Einen Super-Rechner für die Flugzeugforschung hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Göttingen jetzt in Betrieb genommen. Dafür wurden 3 Millionen Euro am Standort investiert. „Damit wird das DLR seiner Rolle als einer der europaweit führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der aeroelastischen Simulation gerecht“, sagte DLR-Luftfahrtvorstand Prof. Rolf Henke, „das ist ein weiterer Schritt in der Digitalisierung der Luftfahrtforschung.“Weitere Informationen

Bauchspeicheldrüsenkrebs
Bindegewebszellen
contra Chemotherapie

umg — Bauchspeicheldrüsenkrebs im fortgeschrittenen Stadium lässt sich mit Chemotherapie bisher nicht heilen. Warum viele Chemotherapeutika gegen Bauchspeichel-drüsenkrebs so wenig effektiv wirken, haben Göttinger Forscher näher untersucht.Weitere Informationen

Neuroanatomie
Synapsen auf der Spur
umg — Ein Forscherteam der UMG hat weitere Details zur synaptischen Verschaltung der Großhirnrinde geklärt. Was auch immer wir über Augen, Ohren, Nase oder Haut an Informationen sammeln, steht uns nur dann für Entscheidungsprozesse oder zielgerichtetes Verhalten zur Verfügung, wenn Sinnesreize von unserem Gehirn bewusst wahrgenommen und weiter verarbeitet werden können. Dafür müssen Sinnesreize vor allem wohl dosiert im Gehirn ankommen. Grundlagenforscher haben jetzt ein Detail der vielfältigen synaptischen Verschaltungen zwischen hemmenden Nervenzellen der Großhirnrinde geklärt.Weitere Informationen

Auszeichnung
Heinz Maier-Leibnitz Preis 2017
für Göttinger Neurobiologin

umg — Dr. Marion Silies, Neurobiologin und Nachwuchsgruppenleiterin am Euro-pean Neuroscience Institute Göttingen (ENI-G), ist eine von insgesamt zehn Preis-trägern des diesjährigen Heinz Maier-Leibnitz-Preises. Mit dem Preis zeichnen die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) jährlich junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland aus, die sich mit exzellenten Forschungsarbeiten profiliert haben. Die mit jeweils 20.000 Euro dotierten Preise zählen zu den wichtigsten Wissenschaftspreisen, die in Deutschland vergeben werden.Weitere Informationen

Physik
Sonolumineszenzphänome
sichtbar gemacht

pug — Mit leistungsstarken Ultraschallanlagen werden Oberflächen oder Abwässer gereinigt sowie Nierensteine zertrümmert. Genutzt wird dabei ein Effekt, den Schallwellen in Flüssigkeiten herbeiführen: Es bilden sich Blasen, die abwechselnd stark wachsen und in sich zusammenfallen. Implodierende Blasen können das in ihnen enthaltene Gas so extrem komprimieren, dass kurze Lichtblitze entstehen – ein Vorgang, der Sonolumineszenz genannt wird. Dr. Carlos Cairós und Dr. Robert Mettin vom Dritten Physikalischen Institut der Universität Göttingen ist es als Erste gelungen, Sonolumineszenzsignale gleichzeitig mit den leuchtenden Blasen in einer mit Ultraschall angeregten Blasenwolke abzubilden. In Hochgeschwindigkeits-Videoaufnahmen mit bis zu 500.000 Bildern pro Sekunde können sie die Licht emittierenden Blasen identifizieren sowie Blasenform und -schwingung untersuchen.Weitere Informationen

Forschungsstipendium
Regionale Waldpolitik in Afrika
pug — Regionale Waldpolitik in Afrika ist das Thema eines Forschungsaufenthaltes des Forstwissenschaftlers Dr. Symphorien Ongolo Assogoma an der Universität Göttingen. Dr. Ongolo forscht ab März an der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie, wo er mit Dr. Lukas Giessen und Prof. Dr. Max Krott in der Abteilung für Forst- und Naturschutzpolitik zusammenarbeiten wird. Zurzeit ist er am Center for International Forestry Research (CIFOR) in Yaounde, Kamerun, beschäftigt. Die Alexander von Humboldt-Stiftung unterstützt seinen Aufenthalt in Göttingen mit einem zweijährigen Forschungsstipendium.Weitere Informationen

EU-Projekt
Artenvielfalt durch
landschaftliche Aufwertung

pug — Wissenschaftler der Universität Göttingen sind an einem neuen EU-Projekt zur Artenvielfalt in Agrarlandschaften beteiligt. Die Forscherinnen und Forscher untersuchen in fünf Ländern Europas, inwiefern sich die landschaftliche Aufwertung von Lebensräumen auf die Artenvielfalt auswirkt. Im Zentrum des Projekts steht das Rebhuhn, dessen Bestand seit 1980 um rund 94 Prozent zurückgegangen ist.Weitere Informationen

Herz-Kreislauf-Forschung
Herzgewebe aus Stammzellen
umg — Forschern der Universitätsmedizin Göttingen am Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Standort Göttingen, ist es erstmals gelungen, aus Stammzellen schlagende Herzgewebe für eine klinische Prüfung herzustellen.Weitere Informationen

Smart Home
Primaten Versuchskaninchen
für intelligente Hausvernetzung

pug — Menschen können Handlungen und ihre Folgen gedanklich durchspielen und somit planvoll agieren; auch bei Affen haben Wissenschaftler dieses Vorgehen beobachtet. Solche Möglichkeiten proaktiven Handelns fehlen bislang größtenteils bei technischen Systemen, zum Beispiel bei computergestützten Anwendungen für den Alltag. Ein internationales Forscherteam will nun die Nervenaktivitäten bei Primaten während komplexer Handlungen als Modell für die Entwicklung proaktiver Steuerungsbefehle für Geräte in einem vernetzten Haus verwenden.Weitere Informationen

Ethnologischen Sammlung
Geschenk: 150 Neuzugänge
Inuit-Skulpturenpug — Dr. Norbert Wieczorek, ehemaliger Göttinger Student, hat der Ethnologischen Sammlung mehr als 150 Objekte von überwiegend aus Kanada stammenden Inuit-Künstlern übertragen. Die Sammlung setzt sich aus 139 zumeist aus Speckstein gefertigten Skulpturen, dreizehn Grafiken bestehend aus Stein- und Schablonendrucken sowie Handzeichnungen zusammen. „Die Schenkung wird den Bestand der Ethnologischen Sammlung, die bereits eine kleine, aber historisch bedeutende, überwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammende Sammlung aus Alaska und der östlichen Arktis besitzt, wesentlich ergänzen“, so Dr. Michael Kraus, Kustos der Ethnologischen Sammlung. Die über Jahre liebevoll angelegte Privat-Sammlung verdeutliche das künstlerische Schaffen ihrer Hersteller und spiegele zugleich in zahlreichen Beispielen die Auseinandersetzung mit mythologischen Wesen wie der Meeresgöttin Sedna wider. Darüber hinaus sei sie ein Dokument der Prozesse kultureller Veränderungen in der Region im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts.

Intensivlandwirtschaft
Arten verschwinden,
Pflanzenfraß bleibt

pug — Intensive landwirtschaftliche Nutzung führt zu einer zunehmenden Fragmentierung der Landschaft und zu immer kleiner werdenden Lebensräumen, in denen sich immer weniger Tier- und Pflanzenarten finden. Das betrifft auch pflanzenfressende Insekten, bei denen insbesondere die Spezialisten betroffen sind. Agrarökologen der Universität Göttingen haben nun anhand einer umfassenden Literaturauswertung herausgefunden, dass in diesen „Lebensrauminseln“ zwar immer weniger Pflanzenfresserarten vorkommen, die Ausmaße des Pflanzenfraßes insgesamt aber nicht abnehmen.Weitere Informationen

Stadtgrün
Unterschiedliche Bewertung
durch Experten und Laien

pug — In dicht besiedelten Städten sind Parks und andere Grünflächen von besonderer Bedeutung. Sie verbessern die Stadtluft, bringen Ruhe und tragen zum Wohlergehen der Menschen bei. Allerdings werden die begrenzten Grünflächen im städtischen Raum von vielen Menschen mit unterschiedlichen Ansprüchen genutzt. Agrarökologen der Universität Göttingen haben herausgefunden, dass Laien und Experten ein unterschiedliches Verständnis der kulturellen Ökosystemleistungen des Stadtgrüns besitzen.Weitere Informationen

Alzheimer
Neue Wirkstoffe
kritisch hinterfragt

umg — Die Alzheimer-Krankheit ist unheilbar. Neue Wirkstoffe richten sich zumeist gegen Protein-Ablagerungen aus Beta-Amyloid. Diese „Alzheimer-Plaques“ gelten als ein untrügliches Zeichen der Alzheimer-Krankheit. Studienergebnisse der letzten Jahre zeigen jedoch, dass diese Wirkstoffe bislang keinen Erfolg bringen. Der Göttinger Wissenschaftler Oliver Wirths hat eine mögliche Erklärung für das Scheitern gefunden. In einem Grundlagenforschungsprojekt will er nun seine Hypothese überprüfen.Weitere Informationen

Staats- und Uni-Bibliothek
Forschungsprojekt zum Barock
Französische Kunst und Architektur
im Spiegel deutscher Reiseberichte

pug — Die Reisen deutscher Architekten und Diplomaten, die um die Wende des 17. und 18. Jahrhunderts die französische Hauptstadt Paris und den Hof von Versailles besuchten, sind Gegenstadt eines neuen deutsch-französischen Forschungsprojekts mit Beteiligung der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB). Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen sechs zwischen 1685 und 1723 verfasste Reiseberichte, die kunsthistorisch fundierte Ansichten zur französischen Kunst und Architektur ihrer Zeit enthalten. Die Projektleitung hat die Université de Reims Champagne-Ardenne inne, beteiligt sind neben der SUB das Centre de Recherche du Château de Versailles und das Deutsche Forum für Kunstgeschichte in Paris.Weitere Informationen

Photovoltaik
Neuer Wirkmechanismus
Völlig neuer Typus von Solarzellen
pug — Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Grundlagen für einen völlig neuen Typus von Solarzellen entwickelt. Die neue Methode wandelt jenseits der herkömmlichen Wirkmechanismen Infrarotlicht in elektrische Energie um. Der Wirkmechanismus der Festkörper-Solarzelle besteht aus dem Mineral Perowskit und beruht auf sogenannten Polaron-Anregungen. Das sind kombinierte Anregungen von Elektronen und Gitterschwingungen des Festkörpers. Beteiligt an der Entwicklung der neuartigen Methode sind Forscher der Universität Göttingen, des Göttinger Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie, der Technischen Universität Clausthal und vom Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg.Weitere Informationen

Kolumbien
Göttinger Rechtswissenschaftler
begleiten Friedensprozess

pug — Die Universität Göttingen gehört zu den deutschen Universitäten, die am Deutsch-Kolumbianischen Friedensinstitut (DKFI) beteiligt sind, das nun mit Förderung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes aufgebaut wird. Die Universität Göttingen ist am DKFI durch Prof. Dr. Kai Ambos, Forschungsstelle für lateinamerikanisches Straf- und Strafprozessrecht (CEDPAL), und Prof. Dr. José Martínez, Institut für Landwirtschaftsrecht, vertreten. Am 12. und 13. Januar 2017 diskutierte Prof. Martínez in Bogotá mit Vertretern der beteiligten deutschen und kolumbianischen Universitäten und Vertretern der Zivilgesellschaft über zentrale Handlungsfelder und nahm an der Auftaktveranstaltung mit Außenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier teil.Weitere Informationen

Partnerschaft
Volkswagen/Göttingen Campus
pug/eb — Geld stinkt nicht – vermeintlich wertfreie Wissenschaft scheinbar auch nicht. Auf die langjährige Zusammenarbeit mit China, einem der repressivsten Staaten der Welt, folgt jetzt eine mit dem kriminellen Konzern Volkswagen AG. Der wird assoziierter Partner des Göttingen Campus, des Verbundes der Universität Göttingen mit acht außeruniversitären wissenschaftlichen Einrichtungen in Göttingen. Die Universität und die Volkswagen AG unterzeichneten einen Rahmenvertrag mit dem Ziel, besonders im Bereich der globalen und transregionalen Studien in Forschung und Lehre künftig enger zusammenzuarbeiten. Die Kooperation betrifft in erster Linie die Sozial- und Geisteswissenschaften, aber auch weitere wissenschaftliche Disziplinen. Studierende erhalten dadurch unter anderem die Möglichkeit, Praktika bei Volkswagen zu absolvieren oder dort ihre Abschlussarbeiten anzufertigen.
Prof. Dr. Jochem Heizmann, im Volkswagen-Konzern für das China-Geschäft zuständig: „Mit dem Stiftungslehrstuhl zum Modernen China hat Volkswagen bereits sehr gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen gemacht. Durch den Rahmenvertrag wollen wir diese weiter ausbauen.“ Die Volkswagen AG fördert an der Universität Göttingen seit 2015 bereits die Stiftungsprofessur „Modernes China mit Schwerpunkt auf globalhistorischen Perspektiven“.

 

Verkehr
UBA: Deutlich mehr Geld für Busse und Bahnen nötig
Nur strikter Subventionsabbau setzt ausreichend Geld für attraktiven ÖPNV frei

Schlechte Luft, Lärm, Staus, zu wenig Grün – viele Menschen in Städten plagen diese Probleme. In einer neuen Publikation skizziert das Umweltbundesamt (UBA), wie eine Stadt der Zukunft aussehen kann, die lärmarm und grün ist und in der die Menschen umweltfreundlich unterwegs sind. Kernelement dieser „Stadt für Morgen“: ein gut ausgebauter öffentlicher Nahverkehr.

Alexander Dobrindt
 
Umweltschädliche Subventionen für mehr als 28 Milliarden Euro: Automobilförderer und Witzfigur Alexander Dobrindt (CSU) – hier im Karneval
Foto: Kandschwar

Ergänzt wird dieser um Fuß- und Radverkehr sowie elektrisch angetriebene, automatisiert fahrende Carsharing-Autos. Saubere Luft, Ruhe und mehr Grün in der Stadt – das gehe nur mit mehr Bussen und Bahnen und mit weniger Autos. Der öffentliche Personennahverkehr sei das Rückgrat der Stadtmobilität, so das Umweltbundesamt. Er müsse aber gestärkt werden und vor allem ausreichend finanziert sein. „Wenn wir umweltschädliche Subventionen endlich abbauen und die Gelder in den ÖPNV umschichten, gelingt das auch“, so UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Möglich wäre es: Die umweltschädlichen Subventionen des Verkehrssektors belaufen sich derzeit auf mehr als 28 Milliarden Euro pro Jahr. Für einen leistungsstarken ÖPNV wären pro Jahr nur rund elf Milliarden Euro nötig (Angabe des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen, VDV).

Die Analyse des UBA zeigt außerdem: Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern benötigen nicht mehr als 150 Fahrzeuge pro 1.000 Einwohner, um eine uneingeschränkte Mobilität anzubieten. Diese wären als Carsharing-Fahrzeuge unterwegs und könnten jederzeit von den Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden. Bei weniger als 150 Pkw brauchen die Fahrzeuge auch nahezu keine öffentlichen Stellplätze mehr. Straßen und Parkplätze würden nach und nach zu Grün- und Aufenthaltsflächen oder zu Bauland, um innerstädtischen Wohnraum zu schaffen. Zudem bekäme der Radverkehr mehr Raum und es entsteht mehr Platz für den Ausbau des ÖPNV. In deutschen Großstädten mit über 100.000 Einwohnern gibt es derzeit im Schnitt etwa 450 Pkw pro 1.000 Einwohner.

Damit die Menschen in der Stadt für Morgen genauso mobil sind wie heute, müssten die Alternativen zum eigenen Pkw deutlich attraktiver werden. Dies belegt auch ein weiteres gerade abgeschlossenes Forschungsprojekt des UBA: Demnach funktioniert Carsharing besonders gut, wenn es mit ÖPNV und Leihfahrrädern verknüpft ist. Carsharing kann jedoch nur maximal 15 Prozent der Verkehrsleistung in größeren Städten einsparen. Krautzberger: „Carsharing kann den ÖPNV ergänzen, aber nicht ersetzen. Wenn wir umweltfreundlich mobil sein wollen, geht das nur mit einem stark verbesserten ÖPNV. Unser Ziel sollte sein, ohne eigenes Auto in der Stadt genauso mobil zu bleiben. Es wird aber auch immer Autos in Großstädten geben, man kann eben nicht alles mit dem ÖPNV transportieren.“

„Die letzte Haushaltsbefragung zum Mobilitätsverhalten zeigt, wir hier drohen als Stadt in eine Falle zu laufen. Die Autofahrten im Kernbereich der Stadt nehmen wieder zu, die Fahrten mit dem Rad zwar auch, aber der ÖPNV verharrt, weil als zu unkomfortabel empfunden, auf der Stelle. Und das bei steigenden Kosten.
Gut, dass wir jetzt anfangen, E-Mobilität bei den Bussen umzusetzen, um die Emissionen im Stadtbereich zu reduzieren, aber für die Göttinger Verkehrsbetriebe bedeutet dies erst einmal zusätzliche Kosten, und das ohne einen einzigen zusätzlichen Fahrgast. Der Umbau der GöVB zum Mobilitätsdienstleister kann so nicht gelingen. Wenn wir hier weitermachen wie bisher, wird der Betrieb mehr als 10 Mio. Euro Defizit im Jahr haben und wir werden uns hier im Rat und in der Öffentlichkeit in einem fruchtlosen Streit Linienkürzungen versus Fahrpreiserhöhungen verfangen.
Einen Ausweg aus diesem Dilemma könnte eine Bürger/innenkarte für alle Menschen in Göttingen und den umliegenden Gemeinden bieten. Eine Bürgerkarte, die finanziert durch alle erwachsenen Einwohner/innen des Gebiets, allen eine ÖPNV-Mobilität ermöglicht. Die Grundidee kennen Sie vom Semesterticket für Studierende. Über diese Bürger/innenkarte und ihre Finanzierung müsste selbstverständlich erst einmal eine offene Diskussion mit den Bürger/innen geführt werden. Sicher kein einfaches Ansinnen, aber eines, dessen Umsetzung viele unserer Mobilitätsprobleme lösen würde, angefangen von der krankmachenden Luftverpestung im Kernbereich der Stadt, den Parkplatzproblemen und dem stockenden Verkehr bis hin zur Reduktion der Unfallgefahr und Verbesserung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.
Insbesondere unter sozialpolitischer Perspektive ein begrüßenswertes Projekt: Sind es doch überwiegend die weniger vermögenden Menschen, die an besonders schadstoffbelasteten Straßen wohnen und oft selbst über keinen eigenen Pkw verfügen. Alleine allerdings können Kommunen den notwendigen Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs nicht finanzieren, hier sind Bund und Länder gefordert. Der Umbau der GöVB zum umfassenden Mobilitätsdienstleister würde aus unserer Sicht zudem die Verwirklichung der E-mobilen City-Logistik und weitere Aufgaben mehr beinhalten.“
Fraktions-Chef Rolf Becker (B90/Grüne) in seiner Rede zum Haushalt am 17.03. 2017

 

Klimabilanz 2016
Verkehr und kühle Witterung lassen Emissionen steigen
Fast 4 Mio. to mehr Treibhausgase als 2015 – Verkehrssektor sogar über Niveau von 1990
Umweltbundesamt empfiehlt Kontingentierung und Handel mit Flächenzertifikaten

In Deutschland wurden 2016 insgesamt fast 906 Mio. Tonnen Treibhausgase freigesetzt – etwa 4 Millionen Tonnen mehr als 2015. Das zeigen aktuelle Prognose-Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA). Am stärksten gestiegen sind die Emissionen im Verkehrssektor: Hier sind es 5,4 Millionen Tonnen mehr als 2015, ein Plus von 3,4 Prozent.

Der Anstieg der Verkehrsemissionen geht vor allem darauf zurück, dass mehr Diesel getankt wurde und der Straßengüterverkehr um 2,8 Prozent gewachsen ist. „Die Klimagasemissionen des Verkehrs liegen mittlerweile 2 Millionen Tonnen über dem Wert von 1990. Wenn sich im Verkehrssektor nicht bald etwas bewegt, werden wir unsere Klimaschutzziele verfehlen. Die Effizienzsteigerungen bei Fahrzeugen sind durch das Verkehrswachstum auf der Straße verpufft“, sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, seine Emissionen bis 2020 um 40 Prozent zu mindern, derzeit ergibt sich nur eine Minderung von 27,6 Prozent.

Anders als auf der Straße erlebte der klimafreundliche Schienengüterverkehr 2016 einen Rückgang bei den transportierten Tonnenkilometern um 0,5 Prozent. Grund sind die zu niedrigen Mautsätze für Lkw und die günstigen Spritpreise. Letztere führten zu einem Plus von 3,5 Prozent beim Dieselabsatz (Benzin: plus 2 Prozent). Krautzberger: „Für eine Verkehrswende sollte die Maut auf das gesamte Straßennetz und auf alle Lkw-Klassen ausgeweitet werden. So können wir die Umweltschäden durch Treibhausgase und Lärm den Verursachern besser anlasten.“Weitere Informationen

Umweltbundesamt empfiehlt Kontingentierung und Handel mit Flächenzertifikaten
In Deutschland werden jeden Tag 66 Hektar Fläche verbraucht. Diese Zersiedelung hat erhebliche negative Folgen für die Umwelt. Die Bundesregierung hat sich deshalb in der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel gesetzt, den Flächenverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu senken – bis 2030 soll er weniger als 30 Hektar betragen. Der in einer Studie des Umweltbundesamts (UBA) entwickelte Aktionsplan Flächensparen zeigt: Das derzeitige Bau- und Planungsrecht reicht allein nicht aus, um das „30 Hektar-Ziel“ zu erreichen. Das Ziel muss verbindlich festgelegt werden, die Fläche nach einem festen Schlüssel auf die Länder und weiter auf die Kommunen verteilt werden. Die Umsetzung könnte durch einen kommunalen Handel mit Flächenzertifikaten erfolgen, dessen Praxistauglichkeit in einem bundesweiten Modellversuch bereits erfolgreich erprobt wurde.

UBA-Präsidentin Krautzberger: „Der Flächenverbrauch zählt zu den drängenden Umweltproblemen in Deutschland. Jeden Tag bebauen und versiegeln wir 66 Hektar Land – eine Fläche etwa so groß wie 90 Fußballfelder. Die Landschaft wird immer weiter zersiedelt. Boden und Grundwasser werden belastet, die Lebensräume vieler Arten zerstört, mehr Verkehr führt zu mehr Lärm und Abgasen. Unser Flächenverbrauch ist immer noch mehr als doppelt so hoch wie ursprünglich von der Bundesregierung bis 2020 angestrebt. Das Ziel ist klar: Wir müssen unseren Flächenverbrauch reduzieren. Das werden wir nur durch Kontingentierung und verbindliche Mengenbegrenzungen erreichen.“Weitere Informationen

 

Wiedergutmachung
Stadt will dieses Jahr 300 Bäume pflanzen
Schwaches Trostpflaster für dauerhafte Flächenversiegelungen

eb/pdg — Klingt gut: Ab dem 20. März bis Ende April will die Stadt rund 200 Neuanflanzungen nicht nur zum Ersatz für im vergangenen Winter gefällte Bäume, sondern auch zur Mehrung des vorhandenen Baumbestandes sowie zur Kompensation versiegelter Flächen durchführen. Weitere 100 Pflanzungen sollen dann im Herbst erfolgen. Das mag zwar die fortschreitende Umweltzerstörung – auch in Göttingen – vielleicht ein wenig lindern, verhindern aber tut es sie nicht. Was so gut klingt, ist teilweise nur Augenwischerei.

Insgesamt sollen in diesem Frühjahr rund 130 Bäume durch Mitarbeiter des Baubetriebshofes an Straßen und in Park- und Grünanlagen in die Erde kommen. Die Jungbäume stammen aus einer Baumschule in Wahlsburg / Lippoldsberg, die nach entsprechender Ausschreibung den Auftrag für die Lieferung in diesem Jahr erhalten hat. Weitere ca. 70 Baumpflanzungen werden an ansässige Firmen des Garten- und Landschaftsbaues vergeben. Größere Pflanzungen finden in den nächsten Wochen am Kiessee (16 Bäume: ein Speierling, sechs Zier-Kirschen, jeweils drei Rotbuchen, Weißtannen und Sommerlinden), auf dem Bartholomäus-Friedhof (22 Bäume: elf Zuckerahorn, acht Zerr-Eichen und drei Walnüsse) und an der Kiesseestraße (sieben Ulmen) statt.

Baumfällung
 
„Fortschritt“ durch Versiegelung: Im Ringen mit der Stadtentwicklung zieht die Natur immer den Kürzeren Foto: vs

Weil Bäume eine wichtige ökologische Funktion erfüllen und die Stadt attraktiv machen, so die Verwaltung, schöpft der Fachbereich die vorhandenen finanziellen Mittel jedes Jahr vollständig aus. Das muss er wohl auch, wird diese wichtige ökologische Funktion an anderer Stelle doch durch massive städteplanerische Eingriffe systematisch und dauerhaft wieder gestört. Die vom Gesetzgeber nach dem Bundesnaturschutzgesetz vorgeschriebenen „Ausgleichsmaßnahmen“ mit dem darin geregelten generellen Verschlechterungsverbot für Natur und Landschaft sind da nur scheinbar ein probates Mittel, dieser dauerhaften Zerstörung Einhalt zu gebieten. Denn eine Baum­an­pflanzung als Ersatzmaßnahme für die Zerstörung des Bodens durch Versiegelung kann allenfalls den Verlust der Luftqualität kompensieren, den Verlust des Bodens selbst hingegen nicht. Und in der Folge auch nicht den Artenschwund, der sich immer mehr beschleunigt und billigend in Kauf genommen wird.

„Nun geht es darum, gemeinsam die Erwartungen an Grüne Lösungen und Ideen zu erfüllen und Grüne Antworten auf die anstehenden Herausforderungen zu liefern", erklärt passend zum Thema aber ganz unabhängig davon die gerade zur Sprecherin des Grünen-Kkreisvorstands gewähle Viola von Cramon. Man brauche „für die nächsten Monate … einen schlag­kräf­tigen, mutigen und selbstbewussten Kreisvorstand“. Na dann.  

„Die große Herausforderung ist nicht das Pflanzen selbst, sondern sind die Bewässerung und Pflege bis zum vollständigen Anwachsen am Standort“, meint die der städtischen Bauverwaltung unterstellte Leiterin des Fachbereichs Stadtgrün und Umwelt, Gudrun Friedrich-Braun. Als der Mensch noch nicht so massiv in die Natur eingegriffen hatte wie es heute der Fall ist, konnte diese Herausforderung die Natur noch selbst übernehmen – und auch lösen. Jetzt, wo man meint, im Rahmen permanenter stadtplanerischer Überlegungen lenkend eingreifen zu müssen, kostet ihn diese Herausforderung glatt bis zu 1.500 Euro – für die Vorbereitung des Standortes, die Pflanzware, für Substrat, Verankerung, Bewässerungs- und Belüftungsset, Gehwegangleichungen sowie die Fertigstellungs- und schließlich Entwicklungspflege. Für Pflanzungen in Park- und Grünanlagen – dort gibt es ja noch Reste kultivierter Natur – sind der Aufwand und damit auch die Kosten etwas geringer.

Kosten, die man zumindest teilweise vermeiden könnte, wenn kompensatorische Maßnahmen gar nicht erst erforderlich würden – wenn also Flächenversiegelungen endlich einmal Einhalt geboten würde, für die solche Baumanpflanzungen nur scheinbar ein adäquater Ersatz sind. Entsiegelt nämlich wird dadurch kein einziger Quadratmeter unserer Lebensgrundlage.

 

Finanzen
Verwaltung soll Geld künftig nachhaltig anlegen
Neue Richtlinie für Kapitalanlagen / Verwaltungshandeln selbst nicht betroffen

Die Stadt Göttingen wird ab April einen Teil ihres Kapitals nur noch dort anlegen, wo mit diesem Geld nachhaltig gewirtschaftet wird. Damit haben die Göttinger Grünen ein wichtiges kommunalpolitisches Ziel erreicht, das sie erst im November letzten Jahres in einem Antrag im Rat formuliert und auf den Weg gebracht hatten. Göttingen zählt damit nach Münster und Stuttgart zu einer der ersten Städte in Deutschland, die eine solche halbwegs nachhaltige Strategie bei der Anlage ihres Finanzvermögens verfolgen.

B90/Die Grünen
Dringlichkeitsantrag zum Parkplatzausbau am Kiessee
 

Zur Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke am 9. März hatten die Grünen wegen der Parkplätze, die die Stadtverwaltung aktuell eigenmächtig errichten lässt, einen Dringlichkeitsantrag gestellt. Darin fordern sie u.a., dass der Ausbau „unverzüglich bis auf Weiteres gestoppt“ wird, verweisen auf die aktuellen Befragungsergebnisse zur gestiegenen Autonutzung der Bevölkerung und verlangen die Umsetzung der vom Rat beschlossenen Umwelt- und Klimaschutzziele.

 

Die Fahrradstadt Münster hatte sich bereits zur Zeit der Göttinger Antragstellung dazu verpflichtet, sich nicht an Unternehmen zu beteiligen, die Kinderarbeit zulassen, Militärwaffen herstellen oder vertreiben, die Atomenergie erzeugen oder auf nicht nachhaltige und klimaschädliche Energien setzen oder die Schiefergasgewinnung (Fracking) betreiben. Die nun beschlossene „Richtlinie für Kapitalanlagen der Stadt Göttingen“ betrifft hauptsächlich das Vermögen von Stiftungen und Pensionsrücklagen – zusammen immerhin knapp 80 Millionen Euro – schließt aber auch die städtischen Gesellschaften mit ein.

Sicherheit geht vor Ertrag, heißt es in der neuen Richtlinie, die Geldanlage darf deshalb „überwiegend nur in solchen Bereichen erfolgen, in denen eine Rückzahlung des gesamten nominalen Anlagekapitals gewährleistet werden kann“. Im neu hinzugekommenen §11 ist nun geregelt, dass für „alle Kapitalanlagen … der Grundsatz der Nachhaltigkeit im Sinne der Definition der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (sogenannte „Brundtland-Kommission“) gilt, worunter nicht nur die auch für Münster geltenden Kritierien aufgelistet werden, sondern in einer recht unverbindlichen Empfehlung zusätzlich auch noch weitere ethische Grundsätze „anzustreben“ sind, etwa keine Beteiligung an Gen-Tech-Unternehmen oder solchen, die Tierversuche für die Herstellung von Kosmetika durchführen, keine Beteiligung auch an Unternehmen, denen eklatante Bestechungs- oder Korruptionsfälle nachgewiesen worden sind.

 
Nachhaltigkeit bedeutet, nicht mehr zu verbrauchen oder zu zerstören, als sich auf natürliche Weise wieder regenerieren kann. Was mit kleinen zusätzlichen Parkflächen am Kiessee anfängt und weitere Verkehre nach sich zieht, hört schließlich bei der dauerhaften Landschaftszerstörung auf. Hier bei Houston/Texas.Foto: Dhanix

„Wenn wir Geldanlagen tätigen, dann geben wir den Firmen die Möglichkeit, mit diesem Geld zu investieren. Fördern sollten wir also da, wo wir den Investitionszweck gutheißen, nicht da, wo die größte Rendite lockt“, erklärt die finanzpolitische Sprecherin der Grünen, Dagmar Sakowsky, das Prinzip. Es geht in der Anlagerichtlinie folglich um den Boykott von Geldanlagen, die den eigenen Zielen widersprechen und damit potenziell einen Bumerang-Effekt auslösen. „Wenn wir nachhaltig investieren, hat das in dreifacher Hinsicht unschätzbare Vorteile“, meint Sakowsky: „Die Finanzen sind langfristig auf ein sicheres Fundament gestellt, wir fördern unsere nachhaltigen Klimaschutzziele und wir entziehen Firmen, die gegen grundsätzliche ethische Normen verstoßen, die Finanzierungsgrundlage.“ Jetzt sei es wichtig, dass sich das Divestment noch in weiteren Kommunen, auf Landes-, Bundes- und internationaler Ebene durchsetzt.

Allerdings nutzen selbst die besten Kapitalanlagen nichts, solange man vor Ort mit der Nachhaltigkeit recht berserkerhaft umgeht. Gerade erst feierten Stadtverwaltung und SPD beispielsweise die Planierung von Flächen zugunsten weiterer Autostellplätze am ehemaligen Erholungs- und mittlerweile Eventgebiet Kiessee als großartigen Erfolg, ermöglicht sie doch motorisierten Besuchern eine noch bequemere Anreise zu Funsport und Feiern in den benachbarten Vereinsheimen – und zieht damit weitere Verkehre in die schon jetzt hochbelasteten umgebenen Straßen. Es ist dies – wie etwa auch ein geplanter Hotelneubau in der Leine-Aue – nur eines von vielen Negativ-Beispielen in dieser Stadt, das einer unhinterfragten Wachstumsideologie insbesondere in der Göttinger Stadtentwicklung geschuldet ist.

Kreditinstitute oder sonstige Finanzdienstleister dürfen übrigens jetzt nur noch unter Beachtung der neuen Anlagengrundsätze mit der Vermögensbetreuung beauftragt werden, heißt es in der Richtlinie weiter. Bei einer erstmaligen Beauftragung sollen die darin formulierten Grundsätze als Vertragsbestandteil in die Vermögensverwaltungsverträge einbezogen werden. Was nicht heißt, dass Kreditinstitute in ihrem sonstigen Geschäftsgebaren mit anderen Partnern solche Verhaltensweisen ebenfalls an den Tag legen müssen, sie vielmehr nach wie vor konterkarieren können. Die von Dagmar Sakowsky postulierten „unschätzbaren Vorteile“ sind deshalb lediglich relativ, vielleicht gar Augenwischerei. Konsequenter wäre es vielmehr, Finanzdienstleister, die auch in nicht nachhaltige Projekte investieren – die also ökologisch verwerflich handeln – generell von der Vermögensverwaltung auszuschließen.

Solche humanistisch orientierten Kreditinstitute gibt es durchaus. Wer etwa auf die Website der EthikBank gerät, eine zum Verbund der Volksbanken gehörige Direktbank, erfährt dort sofort an herausragender Stelle, dass „Basis aller Geschäfte […] ihre sozialökologische Anlagepolitik – ein Mix aus Tabu- und Positivkriterien [ist]. So investiert die EthikBank das Geld ihrer Kunden nicht in Rüstungsgeschäfte, Atomkraft oder in Unternehmen, die Kinderarbeit zulassen.“ Es folgt eine ganze Reihe weiterer Selbstverpflichtungen, die deutlich über jene jetzt für die Stadt Göttingen beschlossenen oder lediglich anzustrebenden hinausgehen. Und: Auch „die Unternehmen, die Geld von der EthikBank bekommen, müssen sich aktiv für eine nachhaltige Wirtschaftsweise engagieren“.

Die EthikBank ist nicht die einzige Bank, die sich ethisch-ökologischen Ansprüchen verschrieben hat und mit der sich ein „Bumerang-Effekt“ wohl wirklich vermeiden ließe (weitere Banken etwa unter https://utopia.de/bestenlisten/die-besten-gruenen-banken/). Kommunen könnten also noch sehr viel mehr bewegen, wenn sie denn wollten. Dazu allerdings müssten sie sich erst einmal aus der institutionellen Umklammerung mit den Sparkassen lösen – und der ein oder andere Kommunalpolitiker oder Verwaltungsfunktionär liebgewordene Vergünstigungen drangeben.

 

Kriminalstatistik 2016
Göttinger Polizei klopft sich selbst auf die Schulter
Sinkende Fallzahlen, aber Zunahme von Cybercrime und Gewalt gegen Beamte

Viel Eigenlob bei der Göttinger Polizei: Uwe Lührig, nicht ganz uneitler Präsident der Polizeidirektion Göttingen, hat jetzt die Kriminalstatistik des vergangenen Jahres vorgestellt und kommt zu einem erfreulichen Ergebnis. „Die Bürgerinnen und Bürger können sich auf ihre Polizei verlassen. Sie leben in unserem Zuständigkeitsbereich sehr sicher“, vermeldet Lührig stolz. Das mag zwar die Statistik hergeben – und Statistiken geben vieles her, je nachdem, mit welchen Zahlen und Bezugsgrößen man jongliert – nur sollte man solche Urteile besser den Bürger/innen überlassen. Ob die allein in den letzten Tagen von Einbrüchen, versuchtem Handy-Raub oder Anmache betroffenen Personen eine solche Einschätzung teilen, bleibt dahingestellt.

 
Neue Dunkelfeldstudie
Die Kriminologische Forschungsstelle (KFST) des Landeskriminalamtes Niedersachsen (LKA NI) führt von März 2017 an eine weitere Befragung zum Dunkelfeld der Kriminalität in Niedersachsen, darunter auch in Göttingen, durch. Mit der in dieser Form bundesweit einzigartigen Erhebung machte sich das LKA NI bereits mit einer ersten und zweiten Befragung im März 2013 und Februar 2015 auf den Weg, um Informationen über die nicht zur Anzeige gebrachte Kriminalitätslage in Niedersachsen zu erlangen. Die Erkenntnisse dieser von Beginn an auf Wiederholbarkeit angelegten Studie ergänzen die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS).Weitere Informationen

Das soll keineswegs die Verdienste der Ordnungshüter schmälern, die einen ziemlich undankbaren Job zu verrichten haben und oftmals für Auseinandersetzungen den Kopf hinhalten müssen, die in einer Zivilgesellschaft eigentlich selbstregelnd erledigt werden oder gar nicht erst auftauchen sollten – und das bei einer extrem angespannten Personalsituation. So lässt sich beispielsweise der neue Ermittlungsschwerpunkt „Wohnungseinbruch“ nur bewerkstelligen, indem an anderer Stelle möglicherweise Personalressourcen abgezogen werden müssen. Wenn also in der aktuell vorgelegten Statistik stolz von „sinkenden Fallzahlen“ die Rede ist, so sind damit doch immerhin noch mehr als 79.000 Delikte gemeint und die ebenso stolz genannte stabile Aufklärungsquote von knapp 63 Prozent bedeutet eben auch, das mehr als 29.000 kriminelle Handlungen ohne Konsequenzen bleiben. Ganz ohne Zweifel ist angesichts solcher Zahlen hier auch die Politik gefragt.Weitere Informationen

 

Umwelt
Energiewende scheint zu wirken – nur nicht beim Verkehr
Stickstoffdioxid weiter Schadstoff Nummer 1 bei der Luftqualität

2015 wurden in Deutschland insgesamt 901,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen. Das sind 2,3 Millionen Tonnen bzw. 0,3 Prozent weniger als 2014 und 27,9 Prozent weniger im Vergleich zu 1990. Dies zeigen die Berechnungen, die das Umweltbundesamt (UBA) jetzt an die Europäische Kommission übermittelt hat. Jedoch war die Luft in deutschen Städten zu stark mit Stickstoffdioxid belastet. Das zeigt die Auswertung der vorläufigen Messdaten der Länder und des Umweltbundesamtes (UBA). An gut 57 Prozent der verkehrsnahen Messstationen wurde der Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) im Jahresmittel überschritten. Seit 2010 zeigt sich ein nur leicht abnehmender Trend.

Alte Dieselautos besonders problematischFoto: Amada44

Die größten Minderungen erzielte mit 11,8 Millionen Tonnen die Energiewirtschaft. UBA-Präsidentin Maria Krautzberger: „Die Energiewende beginnt zu wirken. Immer mehr Strom stammt aus Sonne, Wind oder Wasser und nicht mehr aus Kohle oder Öl. Das zeigt sich in weiter sinkenden Emissionen. Jetzt heißt es aber dranbleiben: Um unser Klima zu schützen und die Klimaziele von Paris zu erreichen, müssen wir schrittweise komplett aus der Kohleverstromung aussteigen.“

Im Verkehrssektor, der hier in die Emissionen des Energiesektors eingerechnet ist, sind die Treibhausgasemissionen dagegen erneut leicht angestiegen. Mit 160,8 Millionen Tonnen wurden in 2015 knapp 0,7 Millionen Tonnen CO2 -Äquivalente mehr als im Vorjahr emittiert. Verantwortlich für den Anstieg sind gestiegene Fahrleistungen im Straßenverkehr. Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre fort. „Die Zahlen zeigen: Nur mit der Elektromobilität haben wir eine Chance, die Emissionen des Verkehrs zu senken“, so Krautzberger.

Deutliche Fortschritte beim Feinstaub
2016 sei das Jahr mit den niedrigsten Belastungen seit 2000, sstellt das UBA fest. Auch die Ozonkonzentrationen waren im Vergleich zu den letzten 20 Jahren eher niedrig. Für Ozon und Feinstaub werden aber weiter die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Werte deutlich überschritten; diese sind wesentlich strenger als die geltenden EU-Grenzwerte.

„Schuld sind in den Städten vor allem alte Diesel-Autos“, stellt Maria Krautzberger fest. „Es kann aus Sicht des Gesundheitsschutzes nicht akzeptiert werden, dass die Kommunen keine Handhabe haben, um beispielsweise Dieselautos mit hohem Ausstoß aus den belasteten Innenstädten auszuschließen. Deutschland ist auch gegenüber der EU verpflichtet, für saubere Luft in den Städten zu sorgen. Dazu kann die Blaue Plakette einen wichtigen Beitrag leisten. Die Kommunen brauchen eine bundeseinheitliche Regelung, die festlegt, wer die blaue Plakette bekommt und wer nicht. Schließlich geht es darum, die Gesundheit ihrer Bürgerinnen und Bürger zu schützen.“Weitere Informationen

 

Berufsfachschule für Altenpflege
Vietnames/innen erhalten vorläufige Aufenthaltsgenehmigungen

pdg — Die Ausländerbehörde der Stadt kann rund 40 jungen Vietnamesinnen und Vietnamesen jetzt vorläufige Aufenthaltsgenehmigungen ausstellen, die eine Ausbildung an der Berufsfachschule für Altenpflege und eine mit der Ausbildung verbundene Beschäftigung ermöglichen. Das ist das Ergebnis eines Telefonats, das Erster Stadtrat Hans-Peter Suermann am 6. Februar mit der Leitung der zuständigen Abteilung im Niedersächsischen Innenministerium geführt hat.

Bei der Prüfung von Anträgen auf Aufenthaltserlaubnisse für die 60 Teilnehmer/innen des jüngsten Lehrgangs der Berufsfachschule ist die Göttinger Ausländerbehörde zuvor bei der routinemäßigen Einschaltung des sogenannten „Schengen Informations Systems“ (SIS) auf zahlreiche, nicht nachvollziehbare Einreisesperren gestoßen und hatte sich deshalb sofort an das Niedersächsische Innenministerium gewandt. Dem Vorschlag der Göttinger, die offenbar systembedingten Fehleinträge zunächst zu ignorieren, um mit der Bearbeitung der Aufenthaltstitel fortfahren zu können, war man in Hannover zunächst nicht gefolgt.

Man wolle den Betroffenen angesichts einer unzumutbar langen Zeit des Wartens auf eine Entscheidung des Auswärtigen Amtes bzw. der Deutschen Botschaft in Hanoi schnell helfen, hieß es nun. Das Ministerium teile die Auffassung der Stadt, unter Vorbehalt dem Anliegen der Schüler/innen zu entsprechen und deshalb entsprechende Bescheinigungen auszustellen.

 

Landkreis
Sportstättenförderprogramm wird ausgeweitet
Erhöhung um mindestens 100.000 Euro

Das Sportstättenförderprogramm des Landkreises soll nach dem Willen der Mehrheitsgruppe SPD/Grüne/Freie Wähler ohne Unterbrechung fortgesetzt und finanziell spürbar aufgestockt werden. Einen entsprechenden Antrag haben die Gruppenpartner in den Sportausschuss des Landkreises und den Kreistag eingebracht.

SportstätteSPD-Fraktionsvorsitzender Reinhard Dierkes: „Vor dem Hintergrund der Kreisfusion wollen wir das seit 15 Jahren erfolgreiche Programm aus dem Altkreis Göttingen auf den Bereich des Altkreises Osterode ausdehnen.“ Dort habe es eine solche Förderung, die über die Jahre 3,5 Millionen Euro umfasst, bisher noch nicht gegeben. Mit der Kreisfusion war die Landkreis-Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen für den Neu- und Umbau von Sportanlagen, die sich im Eigentum der Gemeinden oder Vereine befinden, sowie Erweiterung und Erhalt ausgelaufen. „Im Laufe der Jahre wurden mit den Zuschüssen Investitionen der Vereine und Gemeinden von insgesamt 25 Millionen Euro ausgelöst. Wir sind froh, dass immer mehr energetische Verbesserungen gefördert werden“, betont Grünen-Fraktionsvorsitzender Martin Worbes.

Bisher standen im Haushalt des Altkreises Göttingen 150.000 Euro pro Jahr zur Verfügung. In der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Sport und Partnerschaften am 20. Januar wurden mittels eines Antrages der Gruppe die Mittel des Sportstättenförderprogramms im Jahr um mindestens 100.000 Euro auf 250.000 Euro pro Jahr erhöht. „Für 2017 ist es sogar gelungen, einmalig über die verabredeten mindestens 250.000 Euro jährlich, das Förderprogramm auf 325.000 Euro zu erhöhen“, freut sich der FWLG-Fraktionsvorsitzende Lothar Dinges. Dies liege an den günstigen finanziellen Verhältnissen und sei eine vorweggenommene Reaktion auf die zu erwartende hohe Zahl an Förderanträgen. Die drei Fraktionen: „Es ist uns ein gemeinsames Anliegen, dass viele Vereine und Gemeinden durch die Landkreis-Förderung für ihre Sportsstätten profitieren.“Foto: Umesh Behari Mathur

 

KiTa-Gebühren
Toller Vorschlag mit enormen Kosten
CDU legt nach: Absenkung von Kita-Gebühren hat nichts mit Qualitätsverlust zu tun

Das Ansinnen der CDU-Ratsfraktion, die Gebühren für den Besuch von Kindertagesstätten zunächst schrittweise zu senken und langfristig ganz abzuschaffen, sorgt weiterhin für heftige Diskussionen. Mit Worten, die wohl auch schon dem langsam beginnenden Wahlkampf geschuldet sind, weisen sie Christdemokraten den „dreiste[n] Versuch der SPD und des zuständigen Dezernenten Siegfried Lieske, den CDU-Antrag … in eine Qualitätsdebatte umzumodeln“, zurück.

Kindergarten
„Komplexe Frage“: KindergartenplatzFoto: Mpknagpur

„Nachdem sich nun ausgerechnet die Landes-SPD die Kita-Gebühren als vorrangiges Thema für den anstehenden Landtagswahlkampf vorgenommen hat, war es für die SPD-Vertreter offensichtlich umso ärgerlicher, dass sich die Göttinger CDU schon deutlich davor mit der außerordentlichen Belastung junger Familien beschäftigt hatte“, heißt es in einer Stellungnahme der Ratsfraktion als Reaktion auf die letzte Jugendhilfeausschuss-Sitzung. Und untermauert ihre Kritik mit einem konkreten Beispiel für je ein Kind in Krippe und Kita inklusive Verpflegungsgeld, „wie dann für einen Doppelverdiener-Haushalt sehr schnell 700 Euro in jedem Monat fällig werden“. „Vergleicht man diese Kosten mit den Gebühren von Sondershausen (150 Euro incl. Verpflegung pro Kind) bis Hannover (ebenfalls 150 Euro), dann wird deutlich, dass diese Belastungen nicht nur eine Zumutung für die Betroffenen, sondern gleichzeitig einen negativen Standortfaktor für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Göttingen darstellen.“

CDU-Landtagsfraktion geht auf SPD zu
Gleichwohl ist die von anderer Seite ins Feld geführte Befürchtung eines Qualitätsverlustes kein unsachliches Argument, weil „für die SPD … der CDU-Antrag nur aus der falschen Ecke“ kam, sondern eher ein bedenkenswertes. Mit solchen Unterstellungen entziehen sich die Antragsteller leider einer sachlichen Diskussion und entwerten damit teilweise auch den eigenen Antrag. Es bleibt zu hoffen, dass die Debatte auf diesem Vorwahlkampf-Niveau nicht weitergeführt wird – schon im Interesse der davon betroffenen Kinder und Erzieher/innen. Während ihrer Klausurtagung in Walsrode hat die CDU-Landtagsfraktion inzwischen der SPD angeboten, mittels eines Nachtragshaushaltes gemeinsam dafür zu sorgen, dass bereits ab 1. Januar 2018 der Kita-Besuch in Niedersachsen kostenlos wird. „Das wäre natürlich für alle Eltern und alle Kommunen die schönste Lösung“, meint das Göttinger CDU-Mitglied Dominic Steneberg.

Unterstützung bekommen die Christdemokraten von der Piratenpartei. Die freut sich, „dass die CDU in den letzten Wochen ihre soziale Ader entdeckt hat“ und ärgert sich zugleich über Göttingens zuständigen Jugend-Dezernenten Siegfried Lieske, der als drohende Konsequenz solcher Gießkannen-Wohltaten die mögliche Schließung von Spielplätzen an die Wand gemalt hatte.

Momentan zahlen Familien mit geringem Einkommen und zwei Kindern (einem in der Krippe, einem im Kindergarten) insgesamt 450 Euro monatlich, bei Zwillingen in der Krippe fallen sogar 530 Euro an, rechnen die Piraten vor. Dies sei für einkommensschwache Familien nicht zu stemmen. Im Gegenzug fällt der höchste Satz schon bei knapp über 2.000 Euro Nettoeinkommen an und beträgt 600 Euro, bzw. 710 Euro für Zwillinge. „Wie kann es sein, dass der niedrigste Satz nur 150 Euro unter dem Höchstsatz liegt und dieser bereits bei einem derart geringen Einkommen beginnt und derart hoch ist?“ fragt Pirat Martin Rieth, früher mal Fraktionsvorsitzender.

Grüne schlagen Runden Tisch vor
Die Grünen im Rat sprechen sich als Reaktion darauf für sozialverträglichere Beiträge bei der Kita-Betreuung aus und schlagen „zur fundierten Bearbeitung dieser komplexen Frage“ einen Runden Tisch „Zukunft der Kita-Betreuung in Göttingen“ vor. An ihm sollten u.a. interne und externe Fachleute und Mitglieder aller Fraktionen teilnehmen.

Sie wollen damit das Thema aus dem Wahlkampf heraushalten: „Eine gute Kinderbetreuungsinfrastruktur ist zu wichtig, um gute Vorschläge auf dem Altar von Wahlkampfplänkeleien zu opfern“, meint die Vorsitzende im städtischen Jugendhilfeausschuss, die Grüne Regina Meyer. „Wir wollen ernsthaft und zielorientiert nach einem wirklichen Weg suchen.“ Die Kinderbetreuung mehr und mehr öffentlich zu finanzieren und die Entscheidung der Eltern über einen Kita-Besuch nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig zu machen, sei nämlich eigentlich eine „urgrüne Forderung“, meint auch das Grünen-Ausschussmitglied Susanne Stobbe. „Je besser unsere Kitas sind und je mehr Kinder dort hingehen, desto mehr verbessern sich die Bildungschancen der Kinder.“ Kostenfreie Kitas werden daher von den Grünen „im Grundsatz“ begrüßt.

Klar sei aber auch, dass „wir als Kommune die Ziele nicht ohne die Hilfe des Landes und des Bundes verwirklichen können“, so Regina Meyer. Insofern sei es vielversprechend, dass hier Bewegung erkennbar ist. Es nutze jedoch niemandem, wenn gute Vorschläge im Wahlkampf zerredet würden. Man solle besser „in der Sache an einem Strang ziehen. “

 

Bank-Skandale
BAG verlangt 73.000 Euro zu viel vom Kunden
Völlig überteuerter Immobilienkredit erfolgreich angefochten
Linke fordert Teilhabe an Sparkassen-Gewinnen

Hemmungslose Bereicherung auf Kosten eines Kunden in Schwierigkeiten: Die Bankaktiengesellschaft (BAG) forderte von einem Kreditkunden einer Genossenschaftsbank 73.000 Euro zu viel. Sie kassierte bei einem Immobilienkredit mit variabler Verzinsung einen Satz, der bereits 2009 weit über dem marktüblichen lag. Ein Rechtsanwalt setzte durch: Der Kreditkunde muss nur noch 52.000 statt 125.000 Euro zahlen. Die Stiftung Warentest rechnet auf ihrer Webseite test.de vor, wie teuer unterlassene Zinsanpassungen Verbraucher zu stehen kommen können.

GierWeil ein Ehepaar einen im Jahr 1998 bei der Volksbank Lüneburg aufgenommenen Kredit in Höhe von 370.000 Mark im Jahr 2003 nicht zurückzahlen konnte, übertrug die Bank die Forderung auf Tilgung des Kredits im Jahr 2004 auf die Bankaktiengesellschaft (BAG) im westfälischen Unna. Das ist die Badbank der Genossenschaftsbanken. Im Jahr 2004 vereinbarte die Bank mit den Eheleuten einen neuen Vertrag über die Rückzahlung der noch offenen Beträge, einen Effektivzins nannte sie dabei nicht. Im Jahr 2009 vereinbarte die Bank mit den Schuldnern einen neuen Vertrag mit einem variablen Zinssatz, zunächst 7,3 Prozent – weit mehr als damals für Immobilienkredite üblich. Noch Ende 2015 kassierte sie den ursprünglich vereinbarten Zinssatz, obwohl der Ende 2015 nur noch gut 2 Prozent betrug.

Das Geld von rund 3.600 Anlegern, die der Autark-Invest AG mit Sitz in Liechtenstein und Büro in Dortmund Nachrangdarlehen in Höhe von 135 Millionen gegeben haben, ist in Gefahr. Anleger sollten Einzahlungen stoppen. Das teilt die Stiftung Warentest mit.  

Ein Rechtsanwalt ermittelte, dass die Bank rund 73.000 Euro zu viel berechnet hatte. Fehlt die Effektivzinsangabe, dann müssen Kunden der Bank nur den gesetzlichen Zinssatz von 4 Prozent zahlen. Bei Krediten mit variablem Zinssatz ist die Bank verpflichtet, den Zinssatz regelmäßig anzupassen und Zinssenkungen sofort weiterzugeben. Die Bank akzeptierte schließlich die Senkung der Restschuld um 73.000 Euro, statt 7,3 Prozent muss das Ehepaar künftig nur noch 2,26 Prozent zahlen.

Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass es sich bei Immobilienkrediten mit variablem Zinssatz und Kontokorrentkrediten besonders häufig lohnt, nachzurechnen, ob die Bank oder Sparkasse die Zinsen rechtzeitig angepasst hat. Richtiger Ansprechpartner fürs Nachrechnen sind Sachverständige, die die Prüfung von Konten anbieten.
→ www.test.de

Linke fordert Teilhabe der Bürger/innen am Rekordgewinn der Sparkasse
Das ist schon „merkwürdig“: Zwar klagen Geldinstitute angesichts der aktuellen Niedrigzinspolitik (unter der ja auch die Sparer leiden) über für sie angeblich wirtschaftlich schwierige Zeiten, weshalb sie nunmehr ausgesprochen erfinderisch an ihren Gebühren für Leistungen drehen, die früher ein selbstverständlicher Service waren (worunter nochmals die Sparer zu leiden haben), gleichwohl melden sie stolz in ihren Bilanzpressekonferenzen ebenso stolze positive Ergebnisse. Auch die Sparkasse Göttingen, die einen 10 Millionen-Gewinn ausweist und sich gerade einen Millionenneubau am Groner Tor leistet.

Einen Kontowechsel sollte sich überlegen, wessen Konto bisher mehr als 60 Euro im Jahr kostet. Seit September letzten Jahres sind Geldinstitute sogar gesetzlich verpflichtet, Verbraucher beim Wechsel ihres Kontos zu unterstützen. Kunden müssen nur ihre neue Bank dazu ermächtigen, bei der alten alle Daten zu erfragen, die für die Umstellung auf ein neues Konto und die Benachrichtigung der Geschäftspartner notwendig sind. Im Idealfall erledigt das neue Institut fast die gesamte Bürokratie.

Instinkt? Fehlanzeige. Jetzt verlangt die Göttinger Linke konsequenterweise, Einleger an solchen Gewinnen teilhaben zu lassen, was Geldinstitute aber bereits in noch besseren Zeiten verschämt vermieden haben. Es sind berechtigte Forderungen, die immer wieder gegenüber öffentlich-rechtlichen Instituten erhoben werden. Die Linke weist darauf hin, dass selbst die Deutsche Bundesbank mitgeteilt habe, dass alle niedersächsischen Sparkassen ausschüttungsfähig seien und verlangt, dies „wie in anderen Städten endlich auch in Göttingen in angemessener Größenordnung“ zu tun. In der Vergangenheit sei es trotz einiger Anläufe bisher nicht gelungen, von den Jahr für Jahr steigenden Bilanzgewinnen der Sparkasse auch nur einen erkennbaren Anteil davon dem Haushalt der Stadt Göttingen zuzuführen. „Träger der Sparkasse sind aber Stadt und Landkreis Göttingen – das kennzeichnet ja gerade die Sparkasse gegenüber anderen Banken. Dieses Alleinstellungsmerkmal verpflichtet allerdings … auch dazu, entsprechend ihrem gesetzlichen Auftrag, Überschüsse an ihre Träger abzuführen, um die Kommunen unmittelbar in ihrer Aufgabenerfüllung zu unterstützen“, heißt es weiter in einer Mitteilung.

Dass es so schlecht um die Göttinger Sparkasse nicht bestellt sein kann, bestätigt diese übrigens selbst in ihrem veröffentlichten Jahresabschluss: „Die Kernkapitalquote beträgt 11,8 Prozent und übersteigt damit ebenfalls deutlich den für 2015 vorgeschriebenen Wert von 6 Prozent.“ In Düsseldorf übrigens will der Oberbürgermeister gegen den Sparkassenvorstand vorgehen und ihn zu Ausschüttungen zwingen.

 

Umweltbundesamt
Abbau umweltschädlicher Subventionen stockt weiter
„Blinder Fleck beim Klimaschutz“

Die umweltschädlichen Subventionen in Deutschland sind weiterhin viel zu hoch und liegen 2012 bei nunmehr 57 Milliarden Euro. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Umweltbundesamts (UBA). Über 90 Prozent dieser Subventionen belasten das Klima – und konterkarieren so die deutsche Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens.

Besonders problematisch ist der Verkehr: Smog in ParisFoto: ILJR

Allein drei Milliarden Euro kostet es die Bürgerinnen und Bürger, weil der Staat das produzierende Gewerbe sowie die Land- und Forstwirtschaft bei der Strom- und Energiesteuer entlastet. Unternehmen, aber auch Verbraucherinnen und Verbraucher haben so weniger Anreiz, Energie zu sparen. „Wir leisten uns beim Subventionsabbau seit Jahren riesige blinde Flecken. Es ist paradox: Deutschland verpflichtet sich auf internationaler Ebene zu mehr Klimaschutz. Gleichzeitig honorieren wir im eigenen Land klimaschädliches Verhalten mit Steuergeldern. Es ist daher konsequent, dass die Bundesregierung den Abbau klimaschädlicher Subventionen im Klimaschutzplan 2050 endlich auf die Agenda gesetzt hat. Jetzt müssen den Worten aber auch Taten folgen“, so UBA-Präsidentin Maria Krautzberger.

Der größte Teil der umweltschädlichen Subventionen entfällt mit 28,6 Milliarden Euro auf den Verkehrssektor. Auf Platz zwei folgt die Energiebereitstellung und -nutzung mit 20,3 Milliarden Euro. Subventionen im Verkehrs- und Energiebereich sind aus Klimasicht besonders problematisch: Der Verkehrssektor emittiert rund 18 Prozent aller Treibhausgase. Auf den Energiesektor entfallen mehr als ein Drittel.

 

Kriminalität
Polizei richtet sich strategisch neu aus
Schwerpunkte: Einbruchsdiebstahl und Auswirkungen des internationalen Terrorismus

 
Cyberkriminalität: Auf den Seiten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik erhält man erste HilfeScreenshot

In der zukünftigen strategischen Ausrichtung und der täglichen polizeilichen Arbeit habe ab diesem Jahr sowohl die Verhinderung und die Aufklärung von Wohnungseinbrüchen als auch die Bekämpfung des internationalen Terrorismus mit all seinen Auswirkungen absolute Priorität. Das erklärt der Präsident der Polizeidirektion Göttingen, Uwe Lührig.

Ab sofort wird sich deshalb eine „Koordinierungsstelle Eigentum“ um die sich häufenden Wohnungseinbrüche kümmern, um unterschiedliche Lagebilder noch zielgerichteter auswerten, Tatzusammenhänge inspektions- und direktionsübergreifend schneller erkennen und identifizierte Tatserien durch überregional agierende Banden aus einer Hand in Ermittlungsgruppen bearbeiten zu können. Gleichzeitig soll durch Personen- und Fahrzeugkontrollen in den Inspektionen das Entdeckungsrisiko erhöht werden. Diese Maßnahmen sollen die bereits jetzt durchgeführten regelmäßigen Schwerpunktkontrollen in den Inspektionen ebenso ergänzen wie eine generell erhöhte Präsenz der Polizei in Wohngebieten zu tatkritischen Zeiten.

„Die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen und Herausforderungen mit Blick auf den Terrorismus und seine Folgewirkungen sind auch in unserer Region allein durch die salafistischen Hotspots in Hildesheim und Göttingen unmittelbar spürbar und angekommen“, erklärt Lührig. Man habe sofort reagiert und den betroffenen Staatsschutzkommissariaten mehr Personal zugewiesen, zusätzlich Ermittlungsgruppen für offene und verdeckte polizeiliche Maßnahmen eingesetzt und die Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt, dem Niedersächsischen Verfassungsschutz und anderen weiter intensiviert.

Wenngleich bereits eingeleitete Organisationsveränderungen erste positive Effekte zeitigten, so stehe man angesichts einer neuen Dimension terroristischer Gewalttaten „am Limit“, was aber nicht bedeute, dass Personal für die Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen oder die Observation von Gefährdern nicht zur Verfügung stehe. Das Gegenteil sei der Fall. Durch Verlagerung von Prioritäten sei die Interventionsfähigkeit der Einsatz- und Streifendienste insbesondere im Stadtgebiet Göttingen vielmehr verbessert worden. Lührig: „Zur ganzen Wahrheit zählt natürlich auch, dass dauerhaft im Rahmen einer Aufgabenkritik überprüft werden muss, welche Tätigkeiten entbehrlich sind“ – etwa die Begleitung von Großraum- und Schwertransporten. Im Einzelfall könne es wichtiger sein, eine weitere Funkstreifenwagenbesatzung rund um die Uhr einsetzen zu können und „in der Konsequenz auf eine bestimmte Anzahl von Kontaktbereichsbeamten, dem Verkehrsunfalldienst oder einer Technischen Ermittlungsgruppe Umwelt zu verzichten“.

Also doch eine Personalfrage. „Vor diesem Hintergrund haben wir in unserer Direktion die richtigen Antworten gefunden auf die Entwicklungen im Wohnungseinbruchsdiebstahl und anderen Phänomenen wie den unmittelbaren Auswirkungen des Terrorismus [oder] Cybercrime“, ist sich Lührig sicher.
Das bleibt zu hoffen, muss sich aber erst noch herausstellen.

 

Kreistag
Grüne wollen Schwedhelm rausschmeißen
Kreistagsmitglied sieht wichtige ökologische Themen verwässert

Der Kreisvorstand von Bündnis 90/Die Grünen will sein Noch-Mitglied Hans-Georg Schwedhelm loswerden – zu Recht. Schwedhelm kam mithilfe von etwa 6000 Listenstimmen in den Kreistag, hat nun aber eine neue Heimat bei der Splittergruppierung von Linken, Piraten und Die Partei gesucht und gefunden. Der bei Duderstadt sesshafte Kommunalpolitiker war auch dort längere Zeit bei den Grünen aktiv sowie in einigen anderen Organisationen, etwa bei der dortigen Geschichtswerkstatt.

Hans-Georg SchwedhelmEs gibt einige wenige auch politisch tätige Aktionisten, die, zumeist bei den kleineren Gruppierungen, immer mal wieder in allen möglichen Zusammenhängen in Parteien und anderen Organisationen auftauchen, sich dort bereitwillig zur Wahl stellen und oft auch, mitunter mangels Alternativen, dann auch gewählt werden und ebenso schnell wieder verschwinden – Schwedhelm gehört mit Einschränkungen ebenfalls dazu. Nach seinem Seitenwechsel wurde er zunächst vom Grünen-Kreisvorstand aufgefordert, sein Kreistagsmandat niederzulegen; auf die ihm gesetzte Frist hat er gar nicht erst reagiert. Nun soll das Landesschiedsgericht entscheiden, bei dem der Kreisvorstand seien Parteiausschluss beantragt hat.

„Schwedhelms Mitarbeit in einer mit den Grünen im Kreistag konkurrierenden politischen Gruppe ist unvereinbar mit dem Verbleib in der Partei“, kommentiert leicht nachvollziehbar die Sprecherin des Kreisvorstandes, Marie Kollenrott, den Schritt des Abtrünnigen und verweist auf die Listenstimmen, durch die Schwedhelm in den Kreistag kam. Er stand auf Platz 1 in der Oststadt, kam aber eben nicht durch persönliche Stimmen in den Kreistag. Seine Stimmen kommen nach dem Übertritt nun der Gruppe von Linken, Piraten und Die Partei zugute. Kollenrott: „Das kann man als Wählertäuschung bezeichnen.“ Zudem habe Schwedhelms Verhalten erhebliche negative Konsequenzen für die politische Arbeit der Grünen im Kreistag, nicht zuletzt durch den Verlust von Sitzen in Ausschüssen und Gremien. „Wir fordern daher Hans-Georg Schwedhelm ein weiteres Mal dazu auf, sein Mandat im Kreistag zurückzugeben.“

Parteiübertritte sind für Schwedhelm (Abb.: B90/Grüne) nichts Neues. Bereits mit der Jahrtausendwende wendete auch er sich: seinerzeit wechselte er von der Duderstädter Rats-SPD hin zur Grünen-Fraktion. Damals wie heute macht er dafür geltend, dass für ihn wichtige ökologische Themen nicht oder nicht mehr vom eigenen politischen Lager aufgegriffen würden, sodass er quasi zu einem Wechsel dorthin gezwungen sei, wo solche Themen auf größere Resonanz stießen. In der Tat kann man nicht verleugnen, dass manches umweltrelevante Problem auf Göttinger Ebene jedenfalls pointierter von den bundesweit eigentlich bereits totgesagten Piraten aufgegriffen wurde als vom Grünen-Establishment. Die beschlossene Zusammenarbeit zwischen Grünen und SPD auf Kreisebene, so argumentiert Schwedhelm sinngemäß, würde wesentliche ökologische Anliegen nun weiter verwässern.

Bei allem Frust über den „Verrat am Wähler“ ist das zumindest eine nachdenkenswerte Kritik.

 

Mobilität
Fahrgastverband sieht ECO-Bus-Forschungsprojekt skeptisch
Ungünstiges Verhältnis zwischen Aufwand und eventuellem Nutzen

Rufbus
Alternative im ländlichen Raum? Rufbus.Montage: vs

Der Fahrgastverband Pro Bahn warnt davor, große Summen öffentlicher Mittel in ein naturwissenschaftliches Forschungsprojekt des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation Göttingen zu stecken, dessen Nutzen für die Fahrgäste „völlig unsicher“ ist. Der Regionalvorsitzende Michael Reinboth wies darauf hin, dass die Organisatoren des Projektes vom Zweckverband Verkehrsverbund Südniedersachsen (ZVSN) und dem Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) fast eine Million Euro erwarten, um für einen begrenzten Zeitraum gerade mal zehn VW-Kleinbusse durch die Gegend fahren zu lassen.

Dabei stört sich der Fahrgastverband nicht nur an dem ungünstigen Verhältnis zwischen Aufwand und eventuellem Nutzen, sondern auch an der schwachen konzeptionellen Vorarbeit. „Es gibt landes-, bundes- und europaweit zahlreiche Studien zur Verbesserung öffentlicher Verkehrsmittel durch bedarfsgerechte Rufbussysteme, da füllt ein ECO-Bus keine Lücke“, erklärte Reinboth. Pro Bahn spricht sich durchaus für flexible Bediensysteme im ÖPNV aus - nur gebe es diese schon in Hülle und Fülle. Die müssten auf die Anwendbarkeit in unserer Region überprüft werden. Beim ECO-Bus bestehe die Gefahr, dass bestehende Linien nicht mehr ausreichend finanzierbar sind und ausgedünnt oder gar eingestellt werden müssten. Zudem sei der Umstand, dass die Diskussion seit Monaten hinter verschlossenen Türen laufe, einem solchen Projekt, das schließlich Fahrgäste gewinnen müsse, nicht dienlich.

Als ärgerlich bewertet Pro Bahn den Zeitpunkt abschließender Entscheidungen über die Projektfinanzierung bei den Landkreisen Göttingen und Northeim sowie beim ZVSN kurz vor dem Jahresende. Reinboth: „Die Gremien der Landkreise und des ZVSN sind noch gar nicht vollständig konstituiert. Eine sachgerechte Diskussion wird somit verhindert.“ Falsch sei der Zeitpunkt auch insofern, als Anfang Januar 2017 der neue ZVSN-Geschäftsführer seine Tätigkeit in Göttingen aufnimmt. Reinboth: „Das Geld haben andere dann schon ausgegeben, ohne dass der neue Fachmann daran noch etwas ändern könnte.“

 

Abfallvermeidung
Müllberge reduzieren – Ressourcen schützen
Weitere Schritte müssen folgen. Beispiel: Coffee-to-go

eb/bd — Im Zuge schwindender Ressourcen und gleichzeitig immer weiter wachsendem Hunger nach Rohstoffen stellt sich unweigerlicher die Frage, wie das Aufkommen von Müll möglichst gering gehalten werden kann. Vom 19. bis zum 27. November wurde diesem Thema mit der „Europäischen Woche der Abfallvermeidung“ besondere Aufmerksamkeit zuteil. Auch in Göttingen haben Teile des Einzelhandels durch sanftem Druck inzwischen erste Schritte unternommen und viele Einkaufstüten aus Kunststoff aus ihrem Sortiment verbannt. Doch das reicht nicht – es kann nur ein erster Schritt sein.

Freiburg Cup
 
Narrenhäs der „Friburger Glunki mit Freiburg Cup“Montage: Latschari/vs

In Deutschland werden Tag für Tag über 320.000 Kaffee-Pappbecher aus Automaten gezogen oder über die Verkaufstheken gereicht, ausgetrunken und weggeworfen – nachhaltig ist das nicht. Dass es auch anders geht, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Freiburg: Ihren Coffee-to-go können sich Kunden in den „Freiburg Cup“, einem wiederverwendbaren Mehrwegbecher im Gewand der Freiburger Skyline, füllen lassen und somit effektiv zur Müllvermeidung beitragen. An der Aktion von Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg und der Stadtverwaltung beteiligen sich derzeit 16 Cafés und Bäckereien in der Innenstadt, der Becher wandert nach dem Morgenkaffee zurück ins Geschäft und der Kunde erhält 1 Euro Pfand zurück.

Freiburg hat dem Pappbecher damit freilich nicht alleine den Kampf angesagt, unter anderem in Tübingen und der Berliner S-Bahn gibt es ähnliche Aktionen. Auch in Niedersachsen tut sich in Sachen Pfand-Pappbecher etwas. Derzeit prüft das Umweltministerium verschiedene Möglichkeiten, um die hohe Zahl von Einweggetränkebehältern zu reduzieren.

Unsere Gesellschaft wird heutzutage auch gerne als Wegwerfgesellschaft bezeichnet – Qualität verliert immer mehr an Bedeutung, Quantität wird immer wichtiger. Konsum wird schnelllebiger und produziert jede Menge Müll, der eigentlich vermieden werden könnte, dabei kann jeder mithelfen, die Müllproduktion zu verringern. „Mehrweg-Coffee-to-go-Becher als ein Anfang sind ein Schritt in die richtige Richtung“, erklärt Marlin Seeger, FÖJlerin bei der Göttinger Kreisgruppe des BUND. In Göttingen gebe es bereits erste positive Beispiele. „Beim nächsten Coffee-to-go also einfach mal nachfragen oder gleich einen eigenen Becher mitbringen!“
Mehr Informationen erhalten Sie hier:Weitere Informationen

 

Gebühren
Donnerwetter: CDU-Fraktion will langfristig kostenlose Kita-Plätze
CDU gegen Kita-Gebührenerhöhung

Die im Rahmen des Entschuldungshilfe-Programms des Landes Niedersachsen seinerzeit beschlossene regelmäßige jährliche Anhebung der Kita-Gebühren ist inzwischen der CDU-Fraktion ein Dorn im Auge. Sie hat sich deshalb im Jugendhilfeausschuss dagegen gewandt. Begründung: Gerade junge doppelverdienende Familien würden mit gar nicht mal so hohen Einkommen schnell in die höchste der sechs Beitragsstufen rutschen.

Kita
Foto: vs

Das klingt sehr bürgerfreundlich, verkennt aber, dass die Kosten der Betreiber teilweise in noch viel höherem Maße steigen als die Beiträge und keineswegs allein von den Eltern getragen werden. Wenn die Christdemokraten nun insbesondere Doppelverdiener entlasten wollen, müssen sie Andere dafür zur Kasse bitten – und das können ganz gewiss nicht Geringverdiener sein. Insofern ist es konsequent, scheinbar kostenlose Kita-Plätze zu verlangen, deren Kosten dann allerdings von „der Allgemeinheit“ übernommen werden müssen. Damit nähert sich die Göttinger CDU sozialpolitischen Forderungen an, wie sie vielfach auch von eher linker Seite immer wieder erhoben werden.

In der konstituierenden Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 17. November hatten deshalb die CDU-Ratsneulinge Dominic Steneberg und Mareike Mecke weiteren Beratungsbedarf in ihrer Fraktion angemeldet. Die Erhöhung käme mit der rot-grünen Mehrheit sowieso, erklärte daraufhin sinngemäß Dr. Klaus-Peter Hermann (SPD) freien Kita-Trägern, die jetzt schon neue Verträge mit Eltern für das nächste Jahr abschließen wollen. Die endgültige Entscheidung soll nun im nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss am 12. Dezember, am 15. Dezember nochmals im Jugendhilfeausschuss und dann abschließend am Tag darauf in der Ratssitzung getroffen werden.

„Auch der sicher steinige Weg zu unserem Ziel ,kostenfreie Kita-Plätze‘ fängt mit einem ersten Schritt an und deshalb wollen wir mit der Nichterhöhung der Gebühren für das nächste Jahr ein erstes Zeichen setzen“, erklärte Dominic Steneberg (CDU). Das erklärte mittelfristige Ziel der CDU-Ratsfraktion sei, alle Eltern von den Kosten der Kinderbetreuung in Göttingen zu befreien. Bereits jetzt sind aufgrund der schlechten sozialen/ finanziellen Lage über vierzig Prozent der Eltern von allen Zahlungen befreit.

 

Innenstadtnutzung
SPD: Wildwuchs bei Vergnügungsstätten eindämmen

Einer nahezu unregulierten Zunahme von Vergnügungsstätten will die SPD-Ratsfraktion in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Wirtschaft, allgemeine Verwaltungsangelegenheiten und Feuerwehr entgegenwirken. Mit einem entsprechenden Antrag will sie der „massiven Ausbreitung“ von Spielhallen begegnen.

 
Kann süchtig machen: SpielhalleFoto: unbek. CC BY-SA 2.5

Die Verwaltung soll mit einem solchen Antrag beauftragt werden eine Vergnügungsstättensatzung zu erarbeiten, die „den Begriff der Vergnügungsstätte definiert, Grenzen ihrer räumlichen Ansiedlung bestimmt sowie die Ansiedlung von Wettbüros in schützenswerten Stadträumen ausschließt“. „Wir möchten endlich ein Mittel an die Hand bekommen, um den Wildwuchs bei den Spielstätten einzudämmen“, erklärt Sylvia Binkenstein dazu, baupolitische Sprecherin der SPD. „Eine Regelung halten wir für notwendig, diese soll künftig dafür sorgen, dass keine weiteren Spielhallenkomplexe entstehen, es sind schon jetzt zu viele“, ergänzt die finanzpolitische Sprecherin Helmi Behbehani.

Folgen des schnellen Wachstums dieses Wirtschaftszweiges sind etwa die wachsende Zahl der Spielsüchtigen. In diesem Zusammenhang müsse man vor allem den Jugendschutz in den Vordergrund stellen, um junge Menschen vor dem Abgleiten in die Abhängigkeit zu bewahren. „Wir stellen uns vor, dass die Regulierung des gewerblichen Spielrechts basierend auf dem Genehmigungsverfahren und dem Baurecht gestaltet werden kann“, so Binkenstein. In der Niedersächsischen Bauordnung wie auch in bundes- und landesbaurechtlichen Vorschriften sei der Begriff der Vergnügungsstätte jedoch nicht definiert. „Es finden sich immer wieder Festsetzungen in Bebauungsplänen, nach denen Vergnügungsstätten in bestimmten Bereichen nicht erlaubt sind“, heißt es in den Antrag. So seien derartige Beschränkungen im Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan „Zwischen Markt und Prinzenstraße“ enthalten. „In diesem Bereich könnte man sich zum Beispiel eine Ansiedlung einer Discothek vorstellen. Da diese Nutzung aber unter den Begriff der Vergnügungsstätte fällt, wäre sie nicht zulässig.“ Um klar zu regeln, wo und welche Art von Vergnügungsstätten in der Stadt erlaubt sein sollen, müsse der Rat die hier beantragte Satzung beschließen.

In Göttingen entstehen zudem zusehends auch mehr Wettbüros, beklagt die SPD weiter – ein Resultat der nun möglichen Konzessionierung privater Wettanbieter. „Studien belegen, dass sich das Image der Stadtteile, in denen sich Wettbüros ansiedeln, zum Negativen verändert“, meinen die beiden Frauen. Um eine negative Veränderung der Innenstadt zu verhindern, sei der Einsatz einer solchen Satzung das richtige Mittel.

 

Kurz & bündig
Politik · Wirtschaft · Gesellschaft


Politik und Verwaltung

Verwaltung
Ausschuss- und Ortsratssitzungen
Betriebsausschuss Umweltdienste: 25. April
Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität: 25. April
Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke: 25. April
Ortsrat Geismar: 27. April
Einzelheiten zu den Sitzungen auf Seite 1

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Groner Straße
Umbauarbeiten gehen weiter
Halbseitige Sperrung
pdg — Die restlichen Arbeiten im westlichen Teil der Groner Straße, deren Umbau im vergangenen Jahr bereits weit fortgeschritten war, beginnen am Montag, 24. April, und machen lediglich über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen eine halbseitige Sperrung erforderlich. Auf der Nordseite (vor den Gebäuden 39 bis 45) werden auf einer Länge von rd. 70 Metern die Gehwegoberflächen aufgenommen. Dort werden etwa 200m Leerrohre für das elektrische Versorgungsnetz der Nieder- und Mittelspannungsverkabelung verlegt, auf ca. 420m² eine Schottertragschicht eingebaut und auf rd. 420m² Granitplatten verlegt, schließlich eine Telefonzelle sowie Anlehnbügel für Fahrräder, Sitzbänke, Spielgeräte und Beleuchtungsmasten aufgestellt. Zuvor werden noch bis Ende März die neuen Buswartehäuschen errichtet. Die Stadt hat bereits 13 Bäume anpflanzen lassen und für die Aufstellung von Lampen, Bänken und Fahrradabstellanlagen gesorgt.
Im unmittelbaren Baustellenbereich – also von Karstadt bis zur Zindelstraße – geht es ab 24. April nicht ohne eine halbseitige Sperrung. Der stadteinwärts fahrende Anlieger-, Liefer- und Busverkehr kann die Groner Straße befahren. Stadtauswärts wird der Verkehr aus der Zindelstraße über die Nikolaistraße zur Bürgerstraße bzw. über die Lange-Geismar-Straße geleitet. Die Stadtbusse fahren von der Haltestelle Markt über die Nikolaistraße zur Bürgerstraße. Die Haltestelle Kornmarkt wird weiterhin bedient. Die Haltestellen Groner Straße stadtauswärts und Groner Tor stadtauswärts werden ab 24. April für ca. vier Wochen nicht angefahren.

Schule
Anmeldetermine für weiterführende Schulen
pdg — Die Anmeldungen für Gymnasien für das am 1. August beginnende Schuljahr werden am Donnerstag, 4. Mai, von 8.00 bis 18.00 Uhr sowie am Freitag, 5. Mai, von 8.00 bis 13.00 Uhr entgegengenommen. Für die Göttinger Gesamtschulen sind Anmeldungen bereits am Dienstag und Mittwoch, 25. und 26. April, jeweils von 12.00 bis 18.00 Uhr möglich.
Bei der Anmeldung sollten die Kinder mitgebracht und bei der Schule vorgestellt werden. Zeugnis des ersten Halbjahrs des 4. Schuljahrgangs werden im Original benötigt. Werden an einem Gymnasium mehr Kinder angemeldet, als aufgenommen werden können, muss ein Los- beziehungsweise ein Verteilungsverfahren durchgeführt werden.
Diese weiterführenden Schulen stehen zur Auswahl:
Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule (IGS) – Ganztagsschule –, Schulweg 22, 37083 Göttingen, Tel. (0551) 400-5135; Geschwister-Scholl-Gesamtschule (KGS) – Ganztagsschule –, Kurt-Huber-Weg 1–5, 37070 Göttingen, Tel. (0551) 400-5312; Neue Gesamtschule in Weende (IGS) - Ganztagsschule –, Theodor-Heuss-Straße 25-29, Tel (0551) 400-4721 und 400-2906. Die IGS Bovenden nimmt zeitgleich Anmeldungen entgegen. Felix-Klein-Gymnasium, Böttingerstraße 17, 37073 Göttingen, Tel. (0551) 400-2909; Hainberg-Gymnasium, Friedländer Weg 19/23, 37085 Göttingen, Tel. (0551) 400-2913; Max-Planck-Gymnasium, Theaterplatz 10, 37073 Göttingen, Tel. (0551) 400-4900; Otto-Hahn-Gymnasium, Carl-Zeiss-Straße 6, 37081 Göttingen, Tel. (0551) 400-5380; Theodor-Heuss-Gymnasium, Grotefendstraße 1, 37075 Göttingen, Tel. (0551) 400-5012; Bonifatiusschule II (Schule des Bistums Hildesheim), Am Geismar Tor 4, 37083 Göttingen, Tel. (0551) 548130. Anmeldungen für die 5. Klassen werden hier am Donnerstag und Freitag, 4. und 5.Mai, von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr, beziehungsweise am zweiten Tag von 8.00 bis 13.00 Uhr entgegengenommen.

Bundes- und Landtagswahlen
Helfer/innen gesucht
pdg — Am 24. September geht es um eine wichtige Entscheidung für Deutschland: Wie wird sich der 19. Deutsche Bundestag zusammensetzen? Göttingens Wähler/innen legen mit ihrer Erststimme fest, wer aus ihrem Wahlkreis ein Mandat für den Bundestag erhält. Mit der Zweitstimme entscheiden sie dann über die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag. Bereits wenige Monate später, am 14. Januar 2018, bestimmen sie die Zusammensetzung des 18. Niedersächsischen Landtags. An beiden Wahltagen sollen und müssen in Göttingen zwischen 900 und 1.300 Wahlhelfer/innen im Einsatz sein. Neben der Unterstützung durch städtische Bedienstete, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anderer Behörden und Parteimitglieder setzt die Stadt deshalb auch auf das Engagement der Göttinger Bevölkerung.
Interessierte, die dringend benötigt werden, können sich bereits jetzt zur Mithilfe bei einer der Wahlen oder auch für beide anmelden, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. Dafür gibt es sogar eine Aufwandsentschädigung zwischen 35 und 50 Euro – je nach Einsatzbereich. Eine Online-Anmeldung ist auf der Website des Referats für Statistik und Wahlen möglich.
→www.wahlen.goettingen.de

Leineaue
Junge Union für Hotelneubau
Wie nicht anders zu erwarten, spricht sich die Junge Union in Göttingen für einen Hotelneubau an der Leine aus und setzt damit klare Prioritäten für Investitionen, Umsätze und Steuereinnahmen – und gegen Naherholung und Flächenversiegelung. Wohl, weil man solche Vorteile nicht in geldwerte Äquivalente umzurechnen versteht. Zwar sehe man auch die Nachteile eines solchen Baus, „vor allem die Flächenversiegelung und die dadurch verkleinerte Grünfläche an der Leineaue“, heißt es in einer Pressemitteilung, in der sodann ein besonders geistvoller Klimmzug folgt: „Andererseits kann die Leineaue von dem Hotel auch profitieren: Sie würde durch die Gäste des Hotels genutzt und kann so zu einem positiven Bild Göttingens beitragen.“ Dadurch würde das Areal letztlich aufgewertet.
Woraus man eigentich nur schlussfolgern kann: je weniger Grünfläche und je mehr Menschen man mittels gewerblicher Flächenversiegelung übereinander stapeln kann, desto größer wird die Lebensqualität. Da muss uns ja um die Zukunft unserer Kinder und jene der heute noch jungen Unionisten nicht bange sein.

Integrationsrat
Mitglieder für Wahlausschuss berufen
pdg — Auf Vorschlag des amtierenden Integrationsrates der Stadt Göttingen sind Rahima Valena, Dr. Klaus-Peter Herrmann und Dominic Steneberg in den Wahlausschuss für die Wahl eines Integrationsrates in der Stadt Göttingen am 18. Juni berufen worden, dem entsprechend der Wahlordnung ebenfalls Birgit Sacher als Geschäftsführerin des Integrationsrates angehört. Stellvertretende Beisitzerin bzw. Beisitzer sind Karin Schultz, Frank-Peter Arndt und Bahman Ayegh.
Die konstituierende öffentliche Sitzung des findet am Mittwoch, 3. Mai, um 15.00 Uhr im Raum 112 im 1. OG des Neuen Rathauses statt. In der Sitzung geht es u.a. um die Beschlussfassung über die Zulassung der Wahlvorschläge für die Wahl.

SPD-Ratsfraktion
Klares Ja zur Stadthalle
Rahmenplan für gesamtes Areal bedeutsam
Die Stadthalle steht am richtigen Ort und muss saniert werden. Diese Entscheidung hat die SPD-Ratsfraktion in ihrer Faktionssitzung getroffen. Als zentraler Veranstaltungsort in Göttingen müsse sie erhalten bleiben, weshalb sich die SPD-Fraktion einstimmig für eine Sanierung ausgesprochen hat. Jetzt werde es Zeit, die Weichen für die Zukunft zu stellen, meint die baupolitische Sprecherin der Fraktion, Sylvia Binkenstein. Das erfordere einen hohen Finanzierungsaufwand und sei „nicht aus der Portotasche“ zu bezahlen. Es geht um knapp 20. Mio. Euro. Die Verwaltung habe dafürmaber ein solides Finanzierungkonzept aufgestellt, so dass dies auch zu stemmen sei, sind sich Fraktionsvorsitzender Tom Wedrins und Binkenstein sicher.
„Wir erwarten von der Verwaltung eine tragfähige Lösung, in der auch der Rahmenplan für das gesamte Areal dargestellt wird. Die Verwaltung sollte bei der Planung der Sanierung mögliche funktionale Erweiterungen und Ergänzungen berücksichtigen. Dann kann sie am 12. Mai im Rat für eine Sanierung der Stadthalle mit den Stimmen der SPD-Ratsfraktion rechnen“, so beide zuversichtlich.
Sanierung des Otfried-Müller-Hauses steht an
Auch für die dringend erforderliche Sanierung des Otfried-Müller-Hauses, in dem u.a. das Junge Theater beheimatet ist, zeichnen sich konkrete Maßnahmen ab, wie aus einer Vorlage der Verwaltung hervorgeht.Weitere Informationen

Broschüre
Rat und Verwaltung
pdg — Die Aufgaben des Rates der Stadt und seine Zusammensetzung, die Arbeit der Ratsausschüsse und der Göttinger Ortsräte, die Organisationsstruktur der Stadtverwaltung und Informationen über die Leitungen der Dezernate, Fachbereiche, Fachdienste und Referate – das sind u.a. Themen der in aktualisierter Ausgabe erschienenen Broschüre „Rat und Verwaltung, die nach den Kommunalwahlen des vergangenen Jahres von der Stadt Göttingen in Zusammenarbeit mit einem Dienstleister herausgegeben worden ist.
Die 84-seitige Broschüre beinhaltet darüber hinaus Informationen über die Vertretung der Stadt in verschiedenen Aufsichtsräten, zu den in Göttingen tätigen Beiräten, über städtische Schulen, Sportanlagen und Kindertagesstätten sowie über Dienstleistungen und Zuständigkeiten der Verwaltung.
Erhältlich im Neuen Rathaus und in verschiedenen anderen öffentlichen Einrichtungen.

Landtagswahl 2018
Grüne wählen Kandidat/innen
Der Göttinger Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen hat seine seine Kandidat/innen in den vier Göttinger Wahlbezirken für die anstehende Landtagswahl im Januar 2018 gewählt. Neben dem amtierenden Umweltminister und stellvertretenden Ministerpräsidenten Stefan Wenzel, der für die Stadt Göttingen antreten wird, schickt die Partei in Osterode die Agrar-Ingenieurin Almut Mackensen, im Wahlbezirk Duderstadt die langjährige Vorstandssprecherin Marie Kollenrott und für Göttingen/Münden die Diplom-Biologin Petra Jaeckel ins Rennen. Alle setzten die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums, klimafreundliche Mobilität, Gerechtigkeit in der Bildung und die gesellschaftliche Integration von Geflüchteten ins Zentrum ihrer Bewerbungsreden.

Busliniennetz
Linke: Flüchtlinge in Grone abgeschnitten
Die Göttinger Linke kritisiert die Nichtanbindung der Geflüchtetenunterkunft Siekhöhe an das Göttinger Busliniennetz. Der Ausschuss für Umwelt und Mobilität der Stadt Göttingen hatte dies kürzlich so beschlossen. Die Verwaltung sei zwar der Ansicht, dass die vorhandene Anbindung mit einem fußläufigen Abstand von über einem Kilometer nicht den üblichen Standards entsprechen würde, empfahl gleichwohl gegen die Stimmen von Piraten und Linken keine weitere Busanbindung.
Befremdlich finden es die Göttinger Linken deshalb, dass zwar eine probeweise Busanbindung zum Kehr im Göttinger Wald beschlossen wurde, jedoch keine „für Menschen, die sie für ihren ganz normalen Alltag benötigen, um Behördengänge erledigen zu können, die Göttinger Innenstadt zu erreichen oder umgekehrt ihre Arbeitsstelle“. Nichts spreche gegen einen Probebetrieb zum Kehr. Doch sei es eine falsche Prioritätensetzung, diejenigen, die zu ihren verpflichtenden Deutschkursen, zur Schule, zur KiTa gelangen oder Behördengänge in der Innenstadt erledigen müssen, beim öffentlichen Nahverkehr zu benachteiligen.

Neues Amtsblatt Nr. 7
Stiftungssatzungen
pdg — Die vom Rat der Stadt am 17. März neu gefassten Satzungen für die Dr. Sillem-Stiftung und die Göttinger milde Stiftung werden in der siebten Ausgabe des Amtsblatts für die Stadt Göttingen in diesem Jahr veröffentlicht.
Die neue Schulbezirkssatzung für die Sekundarstufe I , eine Reihe vom Rat gefasster Widmungsbeschlüsse sowie – neben dem Erlass einer Veränderungssperre – ein Aufstellungs- und ein Satzungsbeschluss für Bebauungsplanverfahren waren Themen der vorherigen Ausgabe des Amtsblatts.
Das Amtsblatt ist kostenlos im Info-Büro im Neuen Rathaus, im Alten Rathaus, in der Stadtbibliothek sowie in den Verwaltungsstellen Geismar, Grone und Weende erhältlich und im Internet unter www.goettingen.de → Rathaus & OB → Rat & Ortsräte → Amtsblatt zu finden.

Verwaltung
Barbara am Telefon
Muss man ihr das antun? Es ist sicher als nette Geste gemeint, aber anspruchsvolle Musik als kurzzeitiges Hintergrundgedudel mit einem Frequenzumfang von maximal 1 MHz in der Warteschleife? So hat sich das Monique Serif, deren Songs gerade von Gérard Depardieu gecovert werden (Because Music Nr. 9029585325), sicher nicht vorgestellt. Depardieu: „Ich frage mich, wie Barbara zwei Stunden am Stück singen konnte – irgendwann kommt unweigerlich der Moment, in dem einem das Herz bricht.“ Das wird Anrufern im Neuen Rathaus ähnlich ergehen, wenn sie denn schnell genug weiterverbunden werden, während sich Barbara gerade über die Liebe in Göttingen auslässt: „Mais l'amour y fleurit quand même, à Göttingen, à Göttingen“ … „Hier ist die Bußgeldstelle der Stadtverwaltung. Was kann ich für Sie tun?“ Dann ist Schluss mit Chanson und mit der Liebe.

Stadtgrün
Verwaltung: Göttingen blüht auf
Fast 1,5 Mio. Blumenzwiebeln gesteckt
Es ist schon erstaunlich, dass Göttingen angesichts eines wenig sensiblen bauwütigen Dezernats, welches zwar in seinem zwanghaften städtebaulichen Entwicklungsdrang – oft im Einvernehmen mit der Politik übrigens – selbst vor der Zerstörung von Landschaftsschutzgebieten nicht mehr Halt macht, dennoch Platz findet für einige Blumenzwiebeln. Nahezu 1,5 Mio. davon hat die Verwaltung mittlerweile ausbringen lassen – seit 1989 allerdings, was immerhin noch gut 53.000 pro Jahr sind –, um den übrigen Raubbau an den verbliebenen innerstädtischen Resten von Natur zumindest ein wenig zu kaschieren. Ehemalige Bewohner dieser Stadt, die nach langen Jahren wieder einmal hier aufschlagen, nehmen jedenfalls, wenn man sie denn fragt, vielfach ein ganz anderes Bild ihrer ehemalige Heimat bzw. Wirkungsstätte mit nach Hause als das des blühenden Idylls einer unver­brauchten, intakten Biosphäre.
17.000 weiße, blaue und gelbe Krokusse, 7000 (Wild-) Tulpen, 2.000 Narzissen, darunter 500 weiße Dichternarzissen, hat das Team des Baubetriebshofs, auf der Schillerwiese unterstützt von der Beschäftigungsförderung Göttingen und in Weende von einem Schulprojekt der Wilhelm-Henneberg-Schule, in diesen Tagen in den Boden gesetzt. Seit Monaten, so heißt es in einer Mitteilung der Verwaltung, warten darüber hinaus Winterlinge, Schneeglöckchen, Anemonen und Blaustern darauf, nach und nach ein blühendes Farbenmeer entstehen zu lassen.
Wie schön. Weniger ein blühendes Farbenmeer als voraussichtlich ein blaues Wunder erwartet die Bürger hingegen demnächst wahrscheinlich in den Leineauen, im Süden der Stadt und am Kiessee, wo es gilt, die Entwicklung der Stadt voranzutreiben.Weitere Informationen


Wirtschaft

Gewerbliche Wirtschaft

Mindestlohn
Versicherungspflichtige Beschäftigung verdoppelt
Umwandlung von Minijobs zeigt Erfolg
Mit der Einführung des Mindestlohns im Januar 2015 ist die Zahl der Minijobs saisonbereinigt um 125.000 zurückgegangen. Der Rückgang wurde jedoch teilweise durch eine verstärkte Umwandlung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ausgeglichen. Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich die Zahl der umgewandelten Minijobs verdoppelt. Ein Teil dieser Umwandlungen hat dabei andere Stellen ersetzt. Das geht aus einer neuen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.Weitere Informationen

Madsack Mediengruppe
Göttinger Druckhaus vor dem Aus
Die Madsack Mediengruppe mit Sitz in Hannover, zu der auch das Göttinger Druckhaus inklusive Göttinger Tageblatt gehört, wird ihren Druckbetrieb an der Dransfelder Straße Mitte des Jahres aufgeben. Dann wird auch das Göttinger Tageblatt nicht mehr in Göttingen hergestellt werden. Grund dafür sind teilweise dramatische Auftragsrückgänge, die sich in Zeiten digitaler Medien nicht mehr kompensieren ließen, heißt es. Unter solchen Umständen lohnten sich erforderliche Investitionen in die bereits seit Anfang 1984 im damals neu errichteten Druckhaus an der Autobahn laufende und inzwischen recht betagte Rotation nicht mehr.
Ob sich mindestens ebenso erforderliche Investitionen in die noch verbliebene Redaktion des Göttinger Tageblatts aus Sicht der Eigentümer lohnen, bleibt die nächste Frage. Das Printmedium jedenfalls hat sowohl unter einem bundesweit verbreiteten Anzeigenschwund zu leiden wie auch unter kontinuierlichem Leserschwund – an dem die Redaktion nicht ganz unschuldig ist, was wiederum an den Geldgebern liegt, die eher eine von Anzeigen umrahmte wirtschaftsfreundliche Berichterstattung goutieren denn kritischen Journalismus. Viele Anzeichen deuten inzwischen darauf hin, dass die willige Deformation einst achtenswerter Lokalzeitungen zu besseren Anzeigenblättern (die es auch kostenlos gibt) vom Leser immer weniger honoriert wird.
Insofern ist abzusehen, dass sich der Schwund bis in die Redaktionen fortsetzen wird – wo er ja auch angefangen hat. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis das bald halb leerstehende Druckhaus und die noch darin verbliebene Redaktion einer „Resteverwertung“ durch die Eigentümer anheim fällt – zu der übrigens auch die SPD gehört.
Mit der gehen die Piraten scharf ins Gericht, verweisen auf die Anteile von mehr als 20 Prozent an dem konservativen Laden. Es seien ja nicht nur die 46 Mitarbeiter von der Schließung betroffen, sondern ebenso regionale Zulieferbetriebe und Werksvertrags-Beschäftigte. Während Göttinger Sozialdemokraten die Hoffnung geäußert hätten, die Beschäftigungspolitik von multinationalen Konzernen wie XXXLutz beeinflussen zu können, sähen sie hier nun tatenlos zu, so der Vorwurf. Zudem käme ein ökologischer Aspekt hinzu: Ab dem Sommer müssten jede Nacht 30.000 Printausgaben der Zeitung und ihre Beilagen mit Lkws 170 Kilometer weit quer durch das Land gefahren werden.

Arbeitsmarkt Südniedersachsen
Arbeitslose: knapp 50% ohne Berufsabschluss
Auch im März ging die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Göttingen weiter zurück. Im vergangenen Monat wurden 14.365 arbeitslose Menschen in der Agentur für Arbeit und den Jobcentern betreut. Damit sank die Zahl gegenüber Februar um 261 (1,8%) und im Vergleich zum Vorjahrsmonat um 758 (5,0%).Weitere Informationen

Arbeitsmarkt im März
Abbau der Arbeitslosigkeit beschleunigt
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer zeigt im März erneut verbesserte Aussichten für die Entwicklung der Arbeitslosigkeit: Die entsprechende Komponente des Frühindikators des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stieg gegenüber dem Vormonat um 0,5 auf 102,3 Punkte. Das Gesamtbarometer verharrte dagegen auf einem Wert von 104,4 Punkten, weil die Komponente für die Beschäftigungsentwicklung um 0,5 Punkte nachgab.Weitere Informationen

Globale Umweltzerstörung
durch Politik und Konzerne

Die Organisation Rettet den Regenwald engagiert sich auf bewundernswerte Weise für den Erhalt der letzten noch verbliebenen ökologischen Reservate – wovon letztlich unsere Zukunft abhängt – und ruft regelmäßig zu Kampagnen gegen deren weitere Zerstörung auf. Gö-Polis veröffentlicht sie hier und möchte seine Leser dazu animieren, sich am Erhalt unserer Lebensgrundlagen aktiv zu beteiligen. Immer, wenn Sie an dieser Stelle ein neues Bild vorfinden, gibt es eine neue Aktion bzw. Neues zu berichten.

Chile
Unterschriften retten Pinguine
Regenwald13.000 Brutpaare der bedrohten Humboldt-Pinguine brüten in der Meeresregion La Higuera – Isla Chañaral in ChileFoto: Lisa Weichel Die bedrohten Humboldt-Pinguine tauchen in der Meeresregion „La Higuera-Isla Chañaral“ nach Anchovis und Sardellen. Sie machen den Ozean in Nordchile zu einem faszinierenden Hotspot der Artenvielfalt – gemeinsam mit Walen und Delfinen. Seit Jahrzehnten steht das Überleben dieses Paradieses auf der Kippe. Immer wieder gefährden Industrieprojekte wie Kohlekraftwerke, Bergwerke und Häfen das wertvolle Ökosystem. Eine Katastrophe für die Natur!
Jetzt scheint sich der Wind endlich zu Gunsten der Pinguine gedreht zu haben. Die Regional-Regierung hat sich gegen die umweltzerstörerischen Pläne des Minenunternehmens Andes Iron ausgesprochen. Das ist die Stunde der Pinguine! Wenn wir schnell handeln und politischen Druck aufbauen, kann die gesamte Meeresregion unter strengen Schutz gestellt werden. Bitte lassen Sie diesen Traum der Pinguine wahr werden und unterschreiben Sie unsere Petition:
www.regenwald.org

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Bildung - Beruf - Karriere

EPIZ
FÖJ Stelle frei
Ab 1. September ist die FÖJ Stelle im Entwicklungspolitischen Informationszentrum (EPIZ) Göttingen wieder neu zu besetzen. Die Hauptaufgaben im EPIZ liegen in der entwicklungspolitischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, dazu gehört die Erstellung des monatlichen Veranstaltungskalenders blickpunkt eine welt und die Pflege von Homepages und sozialen Medien, aber auch andere vielfältige Aufgaben wie die Mitwirkung an Ausstellungsprojekten, Infoständen und Veranstaltungen. Es besteht die Möglichkeit, ein ganz eigenes Projekt zu entwickeln und umzusetzen. Innerhalb des Freiwilligen Ökologischen Jahres ist die Teilnahme an 5 Seminarwochen verpflichtend. Die Freiwilligen bekommen ein monatliches Taschengeld in Höhe von 300 Euro.
Weitere Informationen über das EPIZ gibt es unter www.epiz-goettingen.de. Über das FÖJ informiert die Seite www.nna.niedersachsen.de.
Anfragen und Bewerbungen bitte bis 30. April an info@epiz-goettingen.de

Wiedereinstieg in den Beruf
Umfrage: Drei Jahre nach Geburt optimal
Frauen zwischen 18 und 60 Jahren sind im Durchschnitt der Meinung, dass eine Mutter drei Jahre und zwei Monate nach der Geburt ihres Kindes wieder in Teilzeit erwerbstätig sein kann. Eine Vollzeiterwerbstätigkeit können ‎Mütter den Befragungsergebnissen zufolge ‎aufnehmen, wenn das Kind sieben Jahre alt ist. Das zeigt eine am Dienstag veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).Weitere Informationen

Studium
Gesundheitsförderung für Studierende
„Healthy Campus“-Projekt ab Sommersemester
pug — Im Sommersemester 2017 startet an der Universität eine Initiative zur Gesundheitsförderung von Studierenden. Im Rahmen des Pilotprojekts „Healthy Campus“ konzipiert und erprobt der Göttinger Hochschulsport in Kooperation mit dem Institut für Sportwissenschaften in den kommenden zwei Jahren zahlreiche Maßnahmen zu den Themen Bewegung, Ernährung, Stress und Arzneimittelkonsum. Ziel der Initiative ist es, die Gesundheit von Göttinger Studierenden zu fördern, sie bei der Bewältigung der Studienanforderungen zu unterstützen und auf die Anforderungen des Berufslebens vorzubereiten.Weitere Informationen

Wohnheim Humboldtallee 9
Studierende verweigern Mieterhöhungen
CDU: Studentenwerk kein Selbstbedienungsladen
In dem vom Göttinger Studentenwerk verwalteten Wohnhaus Humboldtalle 9 verweigern aktuell drei studentische Wohngemeinschaften vom Studentenwerk geforderte Mieterhöhungen und befinden sich nun, so das Werk, „in einem vertragslosen Zustand“. Neue Mietverträge seien schon allein durch den Einzug neuer Mieter/innen bzw. wegen erfolgter Wohnzeitverlängerung notwendig. Eine Preisanhebung sei zudem „durch alle Entscheidungsgremien des Studentenwerks nach eingehender Diskussion und mit studentischer Beteiligung im letzten Jahr einstimmig beschlossen worden“. Die Bewohner/innen würden hingegen einen sogenannten „Kollektivmietvertrag“ fordern, der dann vermutlich zu ähnlich undurchsichtigen Verhältnissen führen würde, wie sie in der Roten Straße 2 ein dauerndes Ärgernis sind.
„Das Studentenwerk wird keine neuen Kollektivmietverträge abschließen, da hiermit das Mitwirkungsrecht des Studentenwerks bei der Belegung, bei der Kontrolle des Immatrikulationsstatus sowie der Wohnzeitkontrolle etc. ausgehebelt wird“, erklärt denn auch bestimmt Prof. Dr. Hubert Merkel, Vorstandsvorsitzender des Studentenwerks. Es trat dann aber in der Vergangenheit meist weniger bestimmt auf.
Nach letzten Meldungen kam es inzwischen zu einem Gespräch mit Vertretern auch anderer Wohnheime, in denen das Studentenwerk seine Position bekräftigte, sich aber gleichwohl bereit erklärte, „auf Basis normaler Mietverträge“ Verabredungen zu treffen, die den Häusern ein größeres Maß an Autonomie zubilligen. Eine Antwort darauf stünde jedoch noch aus.Weitere Informationen

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Verbraucherschutz

Aktuelle Produkt-Tests über
• Kräutertees
• Akku-Rasenmäher
• Schadstoffe im Gemüse

Neue Bücher für Verbraucher
WordPress
Der perfekte Online-Auftritt
Einbruchschutz: Sicherheit daheim
E-Nummern und Zusatzstoffe

Aktuelle Verbrauchertäuschungen
Auf dem Verbraucherschutz-Portal Lebensmittelklarheit.de beanstandet die Verbraucherzentrale aktuell folgende Produkte wegen irreführender oder falscher Angaben auf der Verpackung:
• Ja! Tiefkühl-Beeren-Mischung
• Dürrröhrsdorfer Fleisch- und Wurstwaren
Einzelheiten dazu und wie die betroffenen Firmen auf die Beanstandungen reagieren, auf der Verbraucherschutz-Seite.Weitere Informationen
Eine Reihe von Änderungen bei der Deklaration einer Vielzahl von Produkten hat die Verbraucherzentrale inzwischen erwirkt oder auch gerichtlich erzwungen. Entsprechende Informationen darüber finden Sie direkt unter
www.lebensmittelklarheit.de

Stromanbieter
Unzureichende Info bei Preiserhöhung
Zehn Energieversorger abgemahnt
Viele Stromanbieter haben in den vergangenen Monaten die Preise erhöht. Die Art und Weise, wie sie ihre Kunden über die steigenden Kosten informiert haben, war aus Sicht von Verbrauchern jedoch oft unzureichend. Das zeigt eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Niedersachsen im Rahmen des Projekts Marktwächter Energie. Hauptprobleme waren die Darstellung der Preise und des Sonderkündigungsrechts. Als Konsequenz hat die Verbraucherzentrale zehn Energieversorger abgemahnt. Zudem fordert sie klarere gesetzliche Vorgaben für Preisänderungsschreiben.Weitere Informationen

Eintagsküken
Eier von Bruder-Hahn-Initiativen
nur unwesentlich teurer

Durchschnittlich 231 Eier isst jeder Deutsche pro Jahr. Was viele nicht wissen: Circa 50 Millionen männliche Küken werden jährlich nach dem Schlüpfen getötet, weil sie für die Lebensmittelindustrie nutzlos sind. Bruder-Hahn-Initiativen wollen mit dieser Praxis brechen. Sie setzen auf eine Form der Geflügelhaltung, die auch männlichen Küken ein artgerechtes Leben ermöglicht. Mit dem Kauf von Bruder-Hahn-Eiern können Verbraucher die Initiativen unterstützen. Die Eier werden je nach Haltungsform vier bis elf Cent teurer verkauft und finanzieren so die Aufzucht der Bruderhähne mit. Die Verbraucherzentrale fordert ein gesetzliches Verbot des sinnlosen Tötens.Weitere Informationen

Geräteverschleiß
Kleingeräte-Reparatur lohnt selten
Reparieren statt Wegwerfen lohnt sich für die Umwelt bei Waschmaschinen und Kaffeevollautomaten sehr, bei Staubsaugern kaum. Geld sparen lässt sich mit Reparaturen vor allem bei Kaffeeautomaten, da Neugeräte teuer und Reparaturen günstig sind. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest, nachdem sie für verschiedene Geräte Öko- und Kostenbilanzen erstellt hat. Sie beantworten die Frage, wann sich Reparieren für Umwelt und Geldbeutel lohnt und wann ein Neukauf sinnvoll ist.Weitere Informationen

Internet-Rechtsschutzversicherungen
Es geht auch ohne
Gemobbte Schulkinder, bloßgestellte Arbeitskollegen, Internetkäufe, die sich als Mogelpackung herausstellen – so etwas kommt im Internet täglich vor. Internet-Rechtsschutzversicherungen versprechen, bei Ärger im Netz einzuspringen. Aber helfen sie wirklich? Die Stiftung Warentest hat sich drei in Deutschland verfügbare Spezialpolicen angesehen und empfiehlt den ganz normalen Rechtsschutz für on- und offline.Weitere Informationen

Eigenheimfinanzierung
Die besten Angebote
Die Zinsen für Baukredite sind gestiegen, doch es gibt noch immer Kredite unter 2 Prozent – bis zu 25 Jahre lang. Wer mehrere Kreditangebote vergleicht, kann bei seiner Finanzierung einige Zehntausend Euro sparen. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest von mehr als 100 Banken, Vermittlern, Bausparkassen und Versicherern.Weitere Informationen

Vattenfall
Gericht untersagt bewusste Irreführung
Der Energieversorger Vattenfall bietet seinen Kunden regelmäßig Rabatt-Gutscheine an. Wer sie nutzen möchte, musste sich bisher in einem Online-Portal registrieren. Im Anmeldeformular konnten Kunden die Erklärung „Ich möchte auch Rechnungen online erhalten“ deaktivieren. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen mussten hingegen akzeptiert werden. Das Problem: Sie legten fest, dass Vattenfall Rechnungen auch über das Internet „zustellen“ darf. Der Marktwächter Energie der Verbraucherzentrale Niedersachsen sah hier eine bewusste Irreführung und hat gegen diese Praxis geklagt – mit Erfolg.Weitere Informationen


Gesellschaft

Polizei
Sicherheitsbericht 2016 vorgestellt
Die Polizeidirektion Göttingen hat am 10. April den Sicherheitsbericht für 2016 veröffentlicht. In ihm werden in einem ersten Teil die aktuellen Entwicklungen zu Kriminalität, Einsatz, Verkehr sowie organisatorische Aspekte auf Ebene der Polizeidirektion Göttingen umfassend dargestellt. Darüber hinaus beschreibt er die detaillierten Maßnahmen, Aktivitäten oder strukturelle Veränderungen, mit denen die Polizei auf die neuen Herausforderungen wie dem Terrorismus, Salafismus oder Cybercrime reagiert hat. In einem zweiten Teil sind die regionalen Besonderheiten der jeweiligen Polizeiinspektionen dargestellt.Weitere Informationen

Gesellschaft für bedrohte Völker
Wechsel an der Spitze
Nach fast 50 Jahren beendet Tilman Zülch seine Tätigkeit als Generalsekretär der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Künftig wird der 77 Jahre alte GfbV-Gründer die GfbV-Kampagnen beratend begleiten. Die politische Leitung der Menschenrechtsorganisation übernimmt der langjährige GfbV-Asien- und Afrika-Experte Ulrich Delius.Weitere Informationen

Abschiebungen
Polizei sieht sich durch BVG-Urteil bestätigt
Die aktuelle Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts zur Abschiebung möglicher Gefährder aus der islamistichen Szene bestätigt nach Aussage des Präsidenten der Polizeidirektion Göttingen, Uwe Lührig, die Einschätzung seiner Behörde. Lührig kritisiert zugleich die Celler Generalstaatsanwaltschaft, nach deren Ansicht das Verhalten der in Göttingen nach einer Razzia festgesetzten beiden Ausländer nicht im Bereich einer strafrechtlichen Relevanz lägen.Weitere Informationen

Ferienprojekt
„Jugend für den Frieden“
pdg — Auch in diesem Jahr organisiert die Stadt das Ferienprojekt „Jugend für den Frieden“, das vom 22. bis 28. Juli 2017 in der Göttinger Partnerstadt, der Lutherstadt Wittenberg, stattfindet, die in diesem Jahr wegen der vielen interessanten Veranstaltungen zum Thema „500 Jahre Reformation“ ein besonders interessantes Ziel darstellt. Gesucht werden sechs Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren, die Spaß und Lust haben, gemeinsam mit anderen Jugendlichen aus den Göttinger Partnerstädten Toruń, Pau, Cheltenham und der Lutherstadt Wittenberg zusammen zu sein und sich im gemeinsamen Europa besser kennenzulernen. Seit 1995 finden diese Begegnungen jährlich wechselnd in den Göttinger Partnerstädten und in Göttingen selbst statt. Die Begegnung wird von der Stadt Göttingen und dem Stadtsportbund Göttingen gemeinsam betreut.Weitere Informationen

Bürgerstiftung Göttingen
Bürgerfrühstück am 18. Juni
Die Bürgerstiftung Göttingen richtet am Sonntag, 18. Juni, von 11.00 Uhr bis 14.00 Uhr ihr traditionelles Göttinger Bürgerfrühstück aus – in diesem Jahr zum siebten Mal seit dem Sommer 2011. Zum größten Frühstücksevent der Region Südniedersachsen kommen auf dem Wochenmarktplatz mehr als eintausend Bürgerinnen und Bürger zusammen, um gemeinsam Kaffee und Tee, Saft und Sekt, Marmelade und Mettbrötchen zu konsumieren. Auf sie warten anregende Gespräche und ein kurzweiliges Kulturprogramm.Weitere Informationen

Great Barrier Run
Dritte Auflage des Hindernislaufs
Nach dem großen Teilnehmer- und Zuschauerzuspruch der ersten beiden Austragungen des „Great Barrier Run“ gibt es 2017 die dritte Auflage des Hindernislaufs. Der „Great Barrier Run“ bietet auf drei verschiedenen Streckenlängen von 5, 10 und 15 Kilometern Länge Laufvergnügen kombiniert mit abwechslungsreichen Hindernissen. Der Hochschulsport der Universität Göttingen veranstaltet den Lauf am Sonnabend, 16. September. Die Anmeldung ist bereits freigeschaltet und schon über 600 Startplätze sind vergeben. Im vergangenen Jahr nahmen insgesamt 1.200 Sportbegeisterte teil.
Great Barrier Run„Wir werden probieren, unsere Kapazitäten zu erhöhen. Allerdings sind uns irgendwann natürliche Grenzen gesetzt“, sagt Projektleiter Mischa Lumme. 18 Hindernisse gilt es auf der Fünf-Kilometer-Strecke zu überwinden. Während einige Hindernisse erklettert werden müssen, sind für andere Kraft und Geschicklichkeit gefragt. „Wir wollen wieder einen attraktiven Lauf schaffen, bei dem es auf den Spaß an der Bewegung ankommt. Bei allen Hindernissen ist Teamwork der Schlüssel zum Erfolg“, so Lumme.
Darüber hinaus gibt es wieder eigene Wertungen für Schulen und Firmen. Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren können in ihren Klassen und Kursen über die Fünf-Kilometer-Distanz starten. Alle Firmen und Schulen werden auch im Rahmen der Gesamtwertung erfasst. Anmeldungen sind über das Internet unter www.great-barrier-run.de möglich. Alle Informationen sind zudem auf Facebook unter www.facebook.com/GreatBarrierRun zu finden.

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Polizeiberichte
Tagesaktuelle Meldungen
Die ausführlichen Polizeiberichte finden Sie hier:Weitere Informationen

Toter bei Diemardener Warte
Tatverdächtiger festgenommen
jk — Spaziergänger haben am Freitagvormittag (21.04.) gegen 11.10 Uhr in der Feldmark im Bereich der Diemardener Warte einen Toten gefunden.

Cyberkriminalität: neue Masche
jk — Angesichts einer aktuell neu aufgetretenen Betrugsmasche rät die Polizei zu besonderer Vorsicht.

Benzintanks angebohrt
jk — In der Nacht zu Mittwoch (19.04.) haben Unbekannte in der Robert-Bosch-Breite nach derzeitigem Stand der Ermittlungen die Tanks von vier am Straßenrand geparkten VW up! von unten angebohrt und anschließend den Kraftstoff gestohlen. Bei den betroffenen Fahrzeugen handelte es sich um Erdgasfahrzeuge.

Kradfahrer schwer verletzt
jk — Beim Zusammenstoß mit einem Pkw ist ein 17 Jahre alter Leichtkraftradfahrer am späten Mittwochnachmittag (19.04.) in Rosdorf schwer verletzt worden.

Sprit getankt – auf dem Fahrrad
jan — Im Göttinger Stadtgebiet haben Polizeistreifen in der Nacht zum 19.04. zwei alkoholisierte Fahrradfahrer gestoppt.

Radfahrerin tödlich verletzt
jan — Bei einem schweren Verkehrsunfall am Dienstagabend (18.04.) an der Einmündung der Stettiner Straße und Stegemühlenweg wurde eine 64-jährige Radfahrerin tödlich verletzt.

Geldautomat in Katlenburg gesprengt,
Reste in Diemarden gefunden

jan — Am Freitagabend (14.04.) wurden die Feuerwehr und die Polizei von einem Zeugen alarmiert, weil in der Garte in Diemarden verdächtige Gegenstände lagen.

Einbruch in Geschäftshaus in der Groner Landstr.
jan — In ein Geschäftshaus in Groner Landstraße sind Unbekannte in der Zeit zwischen Donnerstag, 13.April und Samstag, 15. April 2017 eingebrochen.

Pkw in Gutenbergstraße gestohlen
jan — Unbekannte haben in der Zeit zwischen Donnerstag, 13. April (19.00 Uhr) bis Sonntag, 16. April (7.00 Uhr) in Göttingen einen Audi A4 Avant gestohlen.

Motorroller am Hagenberg geklaut
jan — Unbekannte haben in Göttingen einen geparkten Peugeot-Motorroller gestohlen.

Tödlicher Unfall auf A 7
jk — Auf der Autobahn 7 bei Göttingen ist am Samstagabend (15.04.) ein 41 Jahre alter Fußgänger bei einem Verkehrsunfall tödlich verletzt worden.

Vermeintlicher Kellereinbrecher
festgenommen

jan — Nach einem Kellereinbruch Am Ritterplan in der Nacht zu Donnerstag (13.04.) konnte die Polizei einen vermeintlichen Täter in Göttingen festnehmen.

Unfallflucht bei Gieboldehausen
Weißer VW-Bus und Zeugen gesucht
jk — Bei einem Verkehrsunfall auf der B 27 zwischen Gieboldehausen und Wollbrandshausen ist am Donnerstagmorgen (13.04.) gegen 8.15 Uhr Sachschaden in noch unbekannter Höhe entstanden.

Pkw kollidiert mit Sattelzug
jan — Auf der A 7 kam es am Donnerstag (13.04.) gegen 2.30 Uhr zwischen einem Pkw und einem Sattelzug zu einem Unfall. Vier Insassen des Autos werden leicht verletzt.

         
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