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    Spacer 21.10.2017 18:54 SpacerOptimiert für das Format 16:9    
 

Kurz & bündig
Kultur · Wissenschaft

Radiotipp

Im Salzsumpf. Kaligruben, verdorbener Boden und das Trinkwasser. Die Werra ist der salzigste Fluss Europas. Seit Jahrzehnten leiten die Kaligruben in Hessen und Thüringen ihre Salzlaugen in den Fluss. Rückstände werden in den Boden verpresst, Salzabraum zu berghohen Halden aufgeschüttet. Umweltaktivisten tun sich schwer, Deutschlands einzigem Kalikonzern „K+S“ Grenzen zu setzen. Wieder hat ihm die Aufsichtsbehörde erlaubt, noch bis 2021 Salzwasser in den Untergrund zu verpressen. Geht das alles mit rechten Dingen zu? Drücken sich die Gerichte um eine Klärung?
18.04 Uhr, hr2-kultur.

Hörspiel. Draußen vor der Tür. Von Wolfgang Borchert. — Es gilt als das deutsche Nachkriegsdrama schlechthin. Sein Untertitel: ‚Ein Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will.‘ Trotzdem sprach Beckmann, der Invalide mit der Gasmaske, die Gefühlslage von Millionen Menschen an.
18.30 Uhr, Deutschlandfunk Kultur.


Kultur

Gottfried Böttger gestorben
Mit dem Tod von Gottfried Böttger verliert die Jazz-Szene einen herausragenden Pianisten und der Göttinger Musiker Joe Pentzlin zugleich einen kongenialen Partner. Unvergessen sind die „Duelle“, die sich die beiden Finger-Virtousen in früheren Jahren im Göttinger Blue Note lieferten, das, neben dem Center, einzig und allein ein angemessenes Umfeld mit entsprechender Atmospäre für die Jazzszene der 70ger-Jahre bot.

Gottfried Böttger
Foto: Frank Schwichtenberg

Böttger wurde bundesweit bekannt durch die Talkshow 3nach9, in der er 40 Jahre lang dabei war. Nun ist er im Alter von 67 Jahren gestorben.

26. Göttinger Literaturherbst
Literatur satt
Ein geradezu wahnwitziges Programm mit zum Teil hochkarätigen Autor/innen aus Literatur und Wissenschaft haben die Veranstalter des diesjährigen Literatur­herbst-Festi­vals vorgelegt, das bis zum 22. Oktober an zahlreichen Veranstaltungsorten, auch in der näheren Umgebung, stattfindet. In Kooperation mit dem Migrationszentrum Göttingen haben die Macher heuer u.a. einen neuen Programmschwerpunkt „No Limits!“ entwickelt, der sich gezielt an Menschen richtet, die ihre Heimat zurücklassen mussten.
Eine Vielzahl von Veranstaltungen zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen haben sich die Macher zum Ziel gesetzt. Denn: „Eine neue Welt(un)ordnung greift Raum. Wir stellen im Festival die Frage nach der hieraus entstehenden Herausforderung für die Kultur. Innovative Formate wie Songpoesie, Ost Süd Ost, No Limits! oder die erste Göttinger BalkanNacht verlassen bekannte Pfade und laden zum Mit- und Querdenken ein. In unkonventionellen Veranstaltungen wie Lichtung #3 oder Wir wollten in die Gegenwart zurück geben wir aufstrebenden Autorinnen und Autoren eine Stimme und wenden uns an junge Lesebegeisterte.“
Ein Wehrmutstropfen für viele Literatur-Fans bleibt jedoch, dass das Programm so üppig und dicht gepackt wurde, dass es mitunter schwerfällt, sich für eine von mehreren interessanten Veranstaltungen zu entscheiden. Viele davon finden nämlich leider zur selben Zeit statt – und bringen potenzielle Besucher damit in Konflikte wie auch die Veranstalter möglicherweise um zahlende Gäste. Eine Dekade für solch ein Veranstal­tungs-Mara­thon ist da vielleicht zu kurz gegriffen. Schließlich dauert der botanische Herbst ja auch länger als dieser literarische.
Gleichwohl: Der früher von der Verwaltung bei der Bewilligung von Fördermitteln eher wohlgelittene Göttinger Literaturherbst hat sich ganz zweifellos zu einem Leuchtturmprojekt entwickelt, auf das Göttingen stolz sein kann.
→www.literaturherbst.com
Ein ausführliches Programmheft ist unter der o.a. Web-Adresse erhältlich. Alle Göttinger Veranstaltungen finden Sie zudem hier unter →Veranstaltungen.

40. Göttinger Jazzfestival
2. bis 11. November
Im November präsentiert sich das Göttinger Jazzfestival zum 40. Mal mit international renommierten Musikerinnen und Musikern wie auch zahlreichen lokalen Bands. Mehr als eine Woche hindurch wird dann an diversen Spielstätten in Stadt und Region der Jazz in seiner ganzen Vielfalt und Vitalität gefeiert.Weitere Informationen

„68er Bewegung“
Museum sucht Zeitzeugen
und Leihgaben

pdg — Für eine Sonderausstellung sowie Workshops, die sich 2018 mit der „68er Bewegung“ beschäftigen, werden nach wie vor Zeitzeugen und Leihgaben gesucht. Das Städtische Museum Göttingen und das YLAB – Geisteswissenschaftliches Schülerlabor der Georg-August-Universität haben erneut einen Aufruf mit der Bitte um Unterstützung gestartet.Weitere Informationen

 
Wissenschaft

Agrarökonomie
Äthiopien: Bauern kaufen zu
statt selbst zu produzieren

pug — Die am stärksten von Hunger und Mangelernährung betroffene Bevölkerungsgruppe in Afrika sind die Kleinbauern. Häufig wird angenommen, dass afrikanische Kleinbauern die meisten konsumierten Lebensmittel selbst produzieren. Eine neue Studie von Agrarökonomen der Universität Göttingen zeigt allerdings, dass der größere Teil der Lebensmittel in Wirklichkeit auf Märkten zugekauft wird. Somit sind Märkte für die Ernährung der Kleinbauernhaushalte wichtiger als die eigene Lebensmittelproduktion.Weitere Informationen

Fluoreszenzmikroskopie
Auflösung verdoppelt
pug — Göttinger Forschern ist es gelungen, die Auflösung in der Fluoreszenzmikroskopie zu verdoppeln, ohne dabei Kompromisse hinsichtlich der Geschwindigkeit oder andere Einschränkungen hinnehmen zu müssen.Weitere Informationen

Asexuelle Fortpflanzung
Vom Liebesleben
der Hornmilben

pug — Forscher/innen der Universitäten Göttingen und Lausanne haben herausgefunden, dass Hornmilben (Oribatiden), eine im Boden häufige Tiergruppe, die sich sehr lange asexuell verhalten, schädliche Mutationen besser wieder loswerden können als ihre Verwand­ten, die sich sexuell fort­pflanzen.
Sexuelle Fortpflanzung hat viele Vorteile für das Überleben von Tierarten. So sorgt diese Art der Fortpflanzung unter anderem dafür, dass sich schädliche Mutationen nicht so stark ansammeln. Bei manchen Tierarten, wie zum Beispiel einigen Hornmilbenarten, ging Sex jedoch im Laufe der Evolution verloren und die asexuelle Fortpflanzung durch Klone hat sich durchgesetzt. Bisher war es wissenschaftlicher Konsens, dass dieser Wechsel zu einer schrittweisen Ansammlung schädlicher Mutationen führt und auf lange Sicht das Aussterben der Art nach sich zieht.Weitere Informationen

Exzellenz-Wettbewerb
Uni einen Schritt weiter
pug — Die Universität Göttingen und ihre Partner am Göttingen Campus sind im Wettbewerb um Fördergelder aus der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern dabei. Anfang April 2017 hatte die Universität sechs Antragsskizzen für Exzellenzcluster eingereicht; sie kann nun Vollanträge für vier Cluster einreichen. Die Themen sind „Multiscale Bioimaging“, „Primatenkognition“, „Konstruktionen des Religiösen“ und „Integrative Landnutzungswissenschaften für nachhaltige Entwicklung“.Weitere Informationen

Ernährung
Supermärkte beeinflussen
Gesundheit in Afrika

Verändertes Einkaufsverhalten
pug — Bei Ernährungsproblemen in Afrika denken die meisten Menschen zunächst an Hunger und Unterernährung. Gleichzeitig wächst in Afrika aber auch der Anteil übergewichtiger Menschen und damit das Risiko für chronische Krankheiten wie Diabetes und Herzkreislaufstörungen. Ursache hierfür sind die sich rasch verändernden Ernährungsgewohnheiten vor allem in städtischen Regionen. Agrarökonomen der Universität Göttingen haben in einer neuen Studie gezeigt, dass der steigende Marktanteil von Supermärkten in Afrika zu Übergewicht und chronischen Krankheiten beiträgt.Weitere Informationen

Takotsubo-Syndrom
„Gebrochenes Herz“ –
erste Hilfe in Sicht

umg — Göttinger Herzforschern ist es erstmals gelungen, genetische Ursachen bei Patienten mit dem „Broken-Heart-Syndrom“ zu identifizieren.Weitere Informationen

Exoplaneten
Titanoxid nachgewiesen
pug — Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat erstmals Titanoxid in der Atmosphäre eines Exoplaneten nachgewiesen. Die Wissenschaftler/innen nutzten das Instrument FORS2 am Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (ESO). Dessen Beobachtungsdaten lieferten einzigartige Informationen über die chemische Zusammensetzung sowie das Temperatur- und Druckprofil des Planeten WASP-19b, ein ungewöhnlicher und sehr heißer Planet vom Typ „Heißer Jupiter“.Weitere Informationen

Demografie
Kinder älterer Väter
haben selbst weniger Kinder

pug — Das durchschnittliche Alter von Eltern bei der Geburt ihrer Kinder steigt in Industrieländern seit den 1970er-Jahren. Je älter der Vater bei der Befruchtung ist, desto größer ist die Anzahl neuer genetischer Mutationen, die er an das Kind weitergibt. Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Universität Göttingen hat in einer historisch und international vergleichenden Studie herausgefunden, dass Kinder älterer Väter selbst weniger eigene Kinder zeugen.Weitere Informationen

Mikrobiologie
Lunge gegen Pilzsporen
Abwehrmechanismus entdeckt
pug — Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat herausgefunden, wie sich der menschliche Körper gegen Pilzinfektionen schützt. Mit jedem Atemzug gelangen Pilzsporen in die Lunge, wo sie gefährliche Infektionen auslösen können. Die Wissenschaftler/innen aus Deutschland, Israel und den USA fanden nun heraus, dass das Immunsystem des Menschen bei den Pilzsporen in der Lunge eine Art Selbstmord-Mechanismus auslöst, der dazu führt, dass die Pilzsporen sich selbst zerstören.Weitere Informationen

Neugründung
Kompetenzzentrum
Allgemeinmedizin

umg — Allgemeinmedizin zukunftsfest machen – das ist das gemeinsame Ziel des neuen Kompetenzzentrums Allgemeinmedizin in Niedersachsen. Ende 2016 hatte der Gesetzgeber die Weichen für eine neue Förderung der Weiterbildung im Fach Allgemeinmedizin gestellt: In jedem Bundesland soll ein sogenanntes Kompe-tenzzentrum Allgemeinmedizin gefördert werden.Weitere Informationen

Monokulturen
Plantagen
zerstören Biodiversität

pug — Sattsam bekannte Ergebnisse hat ein Forscherteam der Universität Göttingen nochmals in einer groß angelegten Studie verifiziert, nämlich wie sich die Umwandlung von tropischem Regenwald zu Kautschuk- und Ölpalm-Plantagen auf die Biodiversität der betroffenen Ökosysteme auswirkt: katastrophal. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fanden heraus, dass sowohl die Anzahl der Tier- und Pflanzenarten als auch die Anzahl der individuellen Tiere und Pflanzen abnimmt, insbesondere bei Tieren, die sich räuberisch ernähren. Darüber hinaus stellten sie fest, dass die Interaktion zwischen den verschiedenen Organismen reguliert, wie das gesamte Ökosystem auf die Umwandlung reagiert.Weitere Informationen

Demenz
Erhöhtes Risiko durch
frühe psychische Erkrankungen

umg/dzne — Göttinger Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und des Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Göttingen enträtseln den Zusammenhang zwischen psychiatrischen Erkrankungen in der Jugend und dem Risiko, im Alter an der Alzheimerdemenz zu erkranken. Sie haben einen Ansatzpunkt gefunden, wie sich die molekulare Ursache behandeln ließe.Weitere Informationen

Agrarökologie
Vergleich groß- und
kleinräumiger Landwirtschaft

pug — Agrarökologen der Universität Göttingen haben die traditionell großräumige Landwirtschaft im Osten mit der kleinräumigen Landwirtschaft im Westen Deutschlands sowohl ökologisch als auch ökonomisch verglichen. Dabei konnten sie zeigen, dass kleine Äcker höhere Kosten verursachen, aber die Biodiversität ähnlich stark fördern wie der ökologische Landbau. Dagegen ist die Umstellung zum Öko-Landbau in beiden Landschaftstypen mit einer Verdopplung des Gewinns verbunden.Weitere Informationen

Medizin
Neues Verfahren
für die Sinnesforschung

umg — Forscher der Universitätsmedizin Göttingen und des Italienischen Instituts für Technologie entwickeln neues Verfahren für die Sinnesforschung: Aus den Reaktionen von Nervenzellen auf Sinnesreize lassen sich die Verschaltungen der Nervenzellen in einem Netzwerk sichtbar machen.Weitere Informationen

Biologie
Schuppentiere in Afrika
von Ausrottung bedroht

pug — Die Jagd auf Schuppentiere, die derzeit am häufigsten illegal gehandelten Säugetiere der Welt, ist in Zentralafrika zwischen 1970 und 2014 um 150 Prozent gestiegen. Das hat ein internationales Wissenschaftlerteam festgestellt. Die auch von Naturschutzorganisationen gesammelten empirischen Daten zeigen, dass bis zu 2,7 Millionen Schuppentiere jährlich aus den Wäldern Kameruns, der Zentralafrikanischen Republik, Äquatorial-Guineas, Gabuns, der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Kongo verschwinden.Weitere Informationen

Bestandsaufnahme
Nach Luchsen
nun Wildkatzen

pug — Seit einigen Jahren streifen wieder Luchse durch die Wälder im Norden Hessens. Diese Wälder sind auch die angestammte Heimat der Europäischen Wildkatze. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt der Universität Göttingen und des hessischen Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) soll nun die Wildkatzen-Population in Nordhessen untersucht werden.Weitere Informationen

Allgemeinmedizin
Bärentraubenblätter
statt Ibuprofen?

Forschungsprojekt untersucht Wirksamkeit
umg — Bärentraubenblätter gelten seit Jahrhunderten als Heilpflanze mit positiver Wirkung gegen entzündliche Erkrankungen. Zur Behandlung von Harnwegsinfektionen werden die Blätter des grünen Zwergstrauchs vor allem in der traditionellen Volksmedizin von Europa bis Nordamerika verwendet. Doch fehlen bislang wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit. Das will eine klinische Studie der Allgemeinmedizin an der Universitätsmedizin Göttingen ändern.Weitere Informationen

Biologie
Genomduplikation
bei Gliederfüßern nachgewiesen

pug — Bisher wurde lediglich bei Wirbeltieren eine Verdopplung des Erbguts festgestellt. Wie ein internationales Forscherteam unter Beteiligung der Universität Göttingen nun erstmals herausgefunden hat, haben die Genome von Spinnen und Skorpionen ebenfalls eine Genomduplikation durchlaufen. Der Begriff „Genom“ bezeichnet dabei das gesamte Erbgut, welches in jeder einzelnen Körperzelle hinterlegt ist und die Information für die arttypische Ausbildung von Merkmalen enthält.Weitere Informationen

Astrophysik
Elektronendichte
in Plasmawolken untersucht

pug — Sonnen-Protuberanzen bestehen aus einem Plasma elektrisch leitfähiger Ionen und Elektronen, das sich nur sehr eingeschränkt im Magnetfeld bewegen kann. Protuberanzen-Wolken schweben daher oftmals wochenlang hoch über derselben Stelle der Sonnenoberfläche. Ein wichtiges Maß für die Beschreibung dieses Plasmas ist die Dichte der freien Elektronen, die bislang für Sonnen-Protuberanzen mit Ungenauigkeiten behaftet ist. Wissenschaftler haben nun die Elektronen-Dichte aus dem Helligkeits-Verhältnis zweier Spektral-Linien neu ermittelt.Weitere Informationen

Astrophysik
Stärkste Magnetfelder
auf M-Zwergen beobachtet

pug — Ein internationales Team von Wissenschaftlern unter der Leitung der Universität Göttingen hat unerwartet starke Magnetfelder auf einigen schnell rotierenden M-Zwergen entdeckt, Sternen mit Massen zwischen 0,5 und 0,1 Sonnenmassen. Lange Zeit nahm man an, dass der Dynamo in diesen Sternen bei einer maximalen Magnetfeldstärke von ungefähr vier Kilogauss (kG) saturiert, wenn die Rotation des Sterns eine bestimmte Rate überschreitet. Indem sie exakte Beobachtungen und die neuesten Modelle verwendeten, entdeckten die Forscher, dass einige voll konvektive M-Zwerge viel stärkere Magnetfelder von bis zu sieben kG generieren. Sie zeigten, dass Sterne mit starken Magnetfeldern auch die einfachste dipol-dominierte Magnetfeldgeometrie aufweisen, während Sterne mit komplexerer Geometrie keine Felder stärker als ungefähr vier kG produzieren können.Weitere Informationen

Optoelektronik
Laserartiges Licht mithilfe
von Halbleitern beeinflusst

pug— Einem deutsch-kanadischen Forscherteam ist ein viel versprechender technologischer Fortschritt in der Optoelektronik gelungen. Die Wissenschaftler der Universität Göttingen und des National Research Council Kanada in Ottawa konnten zeigen, dass sich die Erzeugung von laserartigem Licht durch lokale strukturelle oder chemische Veränderungen in Halbleitern beeinflussen lässt. Ihre Ergebnisse könnten zur Entwicklung von neuartigen Bausteinen für optoelektronische Elemente zur kohärenten Erzeugung und Kontrolle von Licht im ultravioletten Wellenlängenbereich führen.Weitere Informationen

Forschungsprojekte
Kampf gegen Keime
pug/ekw — Gleich zwei Forschungsprojekte beschäftigen sich in nächster Zeit mit Krankenhausinfektionen durch gefährlichen Bakterien – ein immer mehr um sich greifendes Problem. Am Institut für Physikalische Chemie der Universität setzt man darauf, mithilfe neu zu entwickelnder Sensoren den Erregern besser auf die Spur kommen zu können. Am Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende befasst man sich, gemeinsam mit der Universitätsmedizin Göttingen, mit der gezielten Eindämmung von Clostridium difficile, ein Darmbakterium und einer der gefährlichsten Krankenhauskeime insbesondere für ältere Patienten.Weitere Informationen

Geowissenschaften
Bernsteinsammlung erweitert
Verschollene Inklusen wiederentdeckt
pug — Die Königsberger Bernsteinsammlung war einst die größte wissenschaftliche Sammlung tierischer und pflanzlicher Einschlüsse in Bernstein aus dem Baltikum. Teile der Sammlung wurden 1944 von Königsberg in den Westen transportiert. Der gerettete Bestand – knapp 20.000 Objekte, darunter etwa 12.000 Einschlüsse von Insekten und anderen Organismen – wird heute an der Universität Göttingen treuhänderisch für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz verwahrt und wissenschaftlich betreut. Der Kustos des Geowissenschaftlichen Museums der Universität Göttingen, Dr. Alexander Gehler, stieß nun am Museum of Comparative Zoology der Harvard University auf Material, das der Königsberger Sammlung zuzuordnen ist. Im Juni 2017 wurden knapp 400 wertvolle Objekte wieder mit der in Göttingen aufbewahrten Sammlung vereint.Weitere Informationen

Grauer Star
Seltener Gendefekt entschlüsselt
pug — Der graue Star, auch Katarakt genannt, ist eine Erkrankung des Auges, bei der es zur Trübung der Linse und Beeinträchtigung des Sehens bis zur Erblindung kommt. Eine seltene Form des grauen Stars ist der Morgagni-Katarakt, bei dem der Linsenkern nach der Verflüssigung der Linsenrinde nach unten absinkt. Dessen Ursache war bisher unbekannt. Wissenschaftler/innen am Tierärztlichen Institut der Universität Göttingen ist es nun in Zusammenarbeit mit Kolleg/innen der Universitätsmedizin Göttingen, des Deutschen Primatenzentrums, der Tierärztlichen Hochschule Hannover sowie des Universitätsklinikums des Saarlands gelungen, diese auch beim Menschen vorkommende besondere Form des grauen Stars molekulargenetisch zu entschlüsseln.Weitere Informationen

Kreativitätswettbewerb
Göttinger Studenten erfolgreich
pug — Ein Fledermauslehrpfad auf Zypern, eine Internetplattform für kurzzeitige Mietverhältnisse und eine Lernreise zu spannenden Schulen: 13 studentische Projekte wurden in der achten Runde des Kreativitätswettbewerbs für Studierende an der Universität Göttingen prämiert. Im vergangenen Wintersemester hatte die Hochschule ihre Studierenden aufgefordert, Vorschläge für originelle Projekte einzureichen, die sie im Team oder allein umsetzen möchten. Insgesamt gingen 37 Projektskizzen ein. Eine Jury wählte die besten Vorschläge aus, die jetzt in einer Feierstunde in der Kleinen Aula am Wilhelmsplatz ausgezeichnet wurden.Weitere Informationen

Häusliche Pflege
Umfrage unter Pflegebetroffenen
pug — Ist die ambulante Pflege durch die jüngsten Pflegereformen bedarfsgerechter geworden? Das wollen Wissenschaftler/innen der Universität ab dem 15. Juni mithilfe einer Umfrage herausfinden. Im Mittelpunkt steht die Frage, was aus Sicht von Pflegebedürftigen und ihren Pflegepersonen für eine bedarfsgerechte pflegerische Versorgung wichtig ist und wie die derzeitige Rechtslage diesen Bedürfnissen gerecht wird. Darüber hinaus wollen die Forscher untersuchen, ob und wie sich die Bedürfnisse von Pflegebedürftigen in der Stadt und auf dem Land unterscheiden.Weitere Informationen

ERC Consolidator Grant
Forschungsrat fördert
Untersuchung der Sehprozesse
in den Nervenzellen des Auges

umg — Prof. Dr. Tim Gollisch, Leiter der Arbeitsgruppe für Experimentelle Retinaforschung an der Klinik für Augenheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), erhält eine hochdotierte Förderung des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC). Ziel des geförderten Forschungsvorhabens ist: Die Verschaltungen der Nervenzellen im Auge und ihre Funktionsweise im Sehprozess sollen besser verstanden werden. Langfristig könnte dieses Wissen helfen, bei krankheitsbedingtem Absterben der Lichtrezeptoren im Auge ein Teil des Sehvermögens durch künstliche Anregung der Nervenzellen wiederherzustellen.Weitere Informationen

Klinische Psychotherapie
Biomarker als möglicher Ansatz
gegen Schizophrenie

dzne/umg — Laborversuche und Daten aus Untersuchungen von Menschen mit Schizophrenie deuten auf neue Möglichkeiten der Diagnose und individualisierten Behandlung hin. Dabei geht es um die Messung der Konzentration eines an der Genregulation beteiligten Proteins im Blut und darum, dessen Aktivität medikamentös zu beeinflussen.Weitere Informationen

Psychologie
Steuerehrlichkeit unter Zwang
und aus Verantwortungsgefühl

pug — Zahlen wir eher Steuern, wenn uns das Finanzamt mit strengen Kontrollen dazu zwingt oder wenn an unsere gesellschaftliche Verantwortung appelliert wird? Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat die Auswirkungen von unterschiedlichen Maßnahmen von Steuerbehörden auf die Entscheidungen der Steuerzahler untersucht. Die Wissenschaftler/innen fanden heraus, dass wir in der Regel sowohl unter Zwang als auch aus Verantwortungsgefühl Steuern zahlen – die Motivation dahinter scheint aber jeweils eine andere zu sein.Weitere Informationen

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Kurz & bündig
Politik · Wirtschaft · Gesellschaft
Politik und Verwaltung

Verwaltung
Ausschuss- und Ortsratssitzungen
Betriebsausschuss Umweltdienste: 24. Oktober
Ausschuss für Umwelt,
<leer> Klimaschutz und Mobilität:
24. Oktober
Schulausschuss: 26. Oktober
Ortsrat Grone: 26. Oktober
Einzelheiten zu den Sitzungen auf Seite 1

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Ebertal
Grüne: Lönsweg-Viertel aufwerten
Turnhalle zu Versammlungsstätte ertüchtigen
Nach einem Besuch im September vor Ort im AWO-Häuschen steht für die Grünen fest, dass dort kein angemessener Raum für die Beteiligung der Anwohner/innen zur Verfügung steht. Dies umso mehr, als das ganze Viertel grundlegend umgestaltet werden soll, was im Verlaufe dieser Phase „immer wieder die qualitätsvolle Beteiligung“ der Bürger/innen erforderlich mache, so Regina Meyer, Grüne im Sozialausschuss.
Sowohl am 26. Oktober (Schulausschuss) wie auch am 21. 11. (Sportausschuss) wollen sie beantragen, die Göttinger Sport und Freizeit GmbH & Co KG (GöSF) zu beauftragen, „in Zusammenarbeit mit der Stadt und der Städtischen Wohnungsbau GmbH Göttingen (SWB) zeitnah die Sporthalle der Lohbergschule zu einer Versammlungsstätte gemäß Versammlungsstättenverordnung auszubauen“.
Veranstaltungen

Baurat-Gerber-Straße
Versuchte Hausbesetzung gescheitert
Mithilfe von durch Handwerker herbeigerufene Polizei wurde am 18. Oktober eine versuchte Hausbesetzung durch ein sognannntes „Bündnis Wohnen“ in der Baurat-Gerber-Straße vereitelt. Das ehemalige Universitätsgebäude stand seit seinem Verkauf an einen Investor im Jahre 2014 leer und wird gerade renoviert. Die gescheiterten Besetzer wollten angesichts der Wohnungsknappheit mehr oder weniger blauäugig eine „Rekommunalisierung des Gebäudes und die Umwandlung in bezahlbaren Wohnraum“ erzwingen.
Während die CDU die Aktion als Hausfriedensbruch verurteilte, äußerten die Grünen Verständnis dafür. Sie wiesen aber zugleich darauf hin, dass „Studierende … dennoch meist früher oder später fündig“ würden. Für Familien jedoch bleibe der Wohnungsmarkt ganzjährig angespannt.

Flüchtlingsunterkunft Siekhöhe
Grüne für Ersatz-Standorte
Zietenterrassen und/oder Europaallee

Erneut melden sich die Grünen im Rat mit ihrem Vorschlag zurück, die Flüchtlingsunterkunft Siekhöhe zu schließen und als Ersatz-Standorte dafür die Zietenterrassen und/oder die Europaallee vorzusehen. Die Verwaltung wird von ihnen aufgefordert, „zu Beginn des Kalenderjahres 2018 eine Planung vorzulegen, die die Schließung der Unterkunft an der Siekhöhe bei gleichzeitiger Übertragung der Funktionen“ auf die vorgeschlagenen Standorte vorsieht. „Dabei“, so heißt es weiter, „gilt es, alle Facetten zu berücksichtigen, bauliche wie finanzielle Aspekte, es geht um den Betrieb der Einrichtungen und die Betreuung der Menschen.“ Einen entsprechenden Antrag werden die Grünen zur Ratssitzung am 17. November einbringen.
Hintergrund: Unter dem Motto „Bezahlbaren Wohnraum schaffen“ soll u.a. auf dem Gelände des ehemaligen IWF dieser entstehen, weil der Investor die Zusage gemacht, 30 Prozent der Wohnungen mit Sozialbindung zu vermieten. Nur deshalb haben die Grünen am 13. Juni im Ausschuss für Soziales, Integration, Gesundheit und Wohnungsbau beschlossen, die Gemeinschaftseinrichtung am Nonnenstieg mit Auslaufen des Betreiber- und Mietvertrages zum 31.08. 2018 zu schließen.
Zum Wohnraummangel und zur Flüchtlingsunterkunft Siekhöhe siehe auch die Artikel weiter unten auf dieser Seite (mittlere Spalte).

Landtagswahl
Ergebnis bestätigt
Wahlenpdg — Der Wahlausschuss für den Landtagswahlkreis 17 Göttingen-Stadt hat die von der Wahlleitung vorgelegten Ergebnisse der Wahl am 15. Oktober in seiner Sitzung vom 19. Oktober beschlossen. Danach hat Dr. Gabriele Andretta (SPD) den Wahlkreis gewonnen. Bei der Auszählung der Zweitstimmen lag die SPD vor der CDU, den Grünen, der Linken und der FDP. Von den 65.987 Wahlberechtigten im Wahlkreis haben 43.492 Wähler/innen ihre Stimmen abgebeben. 483 Stimmabgaben waren ungültig.
→ www.wahlen.goettingen.de

Bauplanung ehem. IWF
Bürgerinitiative weiterhin kritisch
Öffentliche Diskussion am 26. Oktober
Die Nonnenstieg-Bürgerinitiative steht in dem Entwurf des Bebauungsplans für das ehemalige IWF-Gelände am Nonnenstieg (Goe242 „Südlich Nonnenstieg“), welcher dem Bauausschuss am 7. September vorgelegt wurde, weiterhin kritisch gegenüber. Sie sieht darin keine Verbesserung der ursprünglichen Planung von 2014, eher eine Verschlechterung. Hauptkritikpunkte der Anwohner sind nach wie vor die zu hohe Dichte der Bebauung, die weitgehende Vernichtung der vorhandenen qualitativ hochwertigen Grünstrukturen sowie die zu erwartende Verkehrsentwicklung.Weitere Informationen

Saisonbiotonnen
Keine Leerung ab November
Die Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) weisen darauf hin, dass das Leeren von Saisonbiotonnen im bekannten 14täglichen Rhythmus nur noch bis Ende Oktober erfolgt. Laubsäcke zum Preis von 2,00 Euro können jedoch jederzeit zur Biotonnenentleerung dazugestellt werden. Sie sind in vielen Lotto-Toto-Annahmestellen, in den Verwaltungsstellen und im Neuen Rathaus erhältlich.

Ausfallstraßen werden schneller
Vorrang für Busse
pdg — Der Umbau von Lichtsignalanlagen (LSA) zur Beschleunigung des Öffentlichen Personennahverkehrs in Göttingen geht weiter. Die Ausbaustufe zwei hat am 16. Oktober begonnen und umfasst 21 weitere LSA. Die Arbeiten betreffen Ampeln an der Kasseler Landstraße, der Dransfelder Straße, der Otto-Brenner-Straße, der Holtenser Landstraße, am Hagenweg, in der Königsallee, der Godehard- und der Grätzelstraße sowie in der Martin-Luther-Straße. Begonnen wurde in dieser Woche mit der Anlage „Otto-Brenner-Straße / Martin-Luther-Straße“.Weitere Informationen

Impfaktion
Gesundheitsamt impft an Schulen
pdg — Wie bereits in den vorherigen Jahren führt der Fachbereich Gesundheitsamt für die Stadt und den Landkreis Göttingen auch 2017 eine Aktion zur Verbesserung des Impfschutzes von Jugendlichen durch. Dazu suchen ärztlich geleitete Impfteams zwischen dem 23. Oktober und 22. November alle sechsten Klassen der Schulen in der Stadt und im Landkreis Göttingen ohne den Altkreis Osterode mit rund 1.900 Schülerinnen und Schülern auf.Weitere Informationen

Amtsblatt Nr. 19
Abfallzweckverband Südniedersachsen
pdg — Um die Ankündigung der Verbandsversammlung des Abfallzweckverbandes Südniedersachsen am 19. Oktober geht es in der 19. Ausgabe des Amtsblatts für die Stadt Göttingen in diesem Jahr.
Die Veröffentlichung des Auslegungsbeschlusses für den Teilplan A des Bebauungsplans Göttingen-Elliehausen Nr. 10 „Mühlenbreite“ erfolgte in der letzten Ausgabe des Amtsblatts für die Stadt Göttingen.
Das Amtsblatt ist kostenlos im Info-Büro im Neuen Rathaus, im Alten Rathaus, in der Stadtbibliothek sowie in den Verwaltungsstellen Geismar, Grone und Weende erhältlich und im Internet unter www.goettingen.de →Rathaus & OB →Rat & Ortsräte →Amtsblatt zu finden.


Wirtschaft

Gewerbliche Wirtschaft

Universitätsmedizin
Spendenkampagne für 3D-Röntgengerät
umg — Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) benötigt ein besonders strahlungsarmes, schnelles und patientenfreundliches 3D-Röntgengerät und hat dazu eine Spendenkampagne initiiert. Das Gerät hilft, Belastungen für Kinder deutlich zu verringern. 560.000 Euro an Spendensumme wird benötigt; eine Großspende in Höhe von 50.000 Euro ist bereits eingegangen.Weitere Informationen

Nebenjob
Eher Teilzeit, eher weniger gut bezahlt
Mehr als drei Millionen Erwerbstätige in Deutschland haben zusätzlich zu ihrer Hauptbeschäftigung einen Nebenjob. Oft sind Mehrfachbeschäftigte in ihrer Hauptbeschäftigung in Teilzeit tätig. Häufiger als bei den Einfachbeschäftigten sind unter den Nebenjobbern Frauen, ausländische Staatsangehörige und Personen mittleren Alters vertreten. Meistens wird eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit mit einem Minijob kombiniert. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.Weitere Informationen

Arbeitslosigkeit
Niedrigster Stand nach 1980 bei Akademikern
Im Jahr 2016 lag die Akademiker-Arbeitslosenquote bei 2,3 Prozent. Sie ist damit gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Eine niedrigere Arbeitslosenquote gab es bei den Akademikern zuletzt im Jahr 1980 mit 1,8 Prozent. Bereits 1984 war die Akademiker-Arbeitslosigkeit dann aber auf 4,5 Prozent gestiegen und damit fast doppelt so hoch wie heute. Das zeigen jetzt veröffentlichte Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).Weitere Informationen

Wiederverwertung
Ausrangierte Handys richtig entsorgen
Echte Schätze und wahre Zeitbomben
Echte Schätze und gleichzeitig wahre Zeitbomben schlummern in deutschen und damit auch in Göttinger Schubladen: Millionen ausrangierte Handys. Jedes einzelne Handy enthält edle Rohstoffe, im Schnitt 150 Milligramm Silber, 25 Milligramm Gold und neun Gramm Kupfer und noch kleine Anteile an Palladium und Platin. „Greifbarer wird die Kostbarkeit bezogen auf 100 Handys“, erläutert Maja Heindorf von den Göttinger Entsorgungsbetrieben (GEB). „Dann kommen wir schon auf 25 Gramm Silber und 2,4 Gramm Gold.“ Werden die Handys allesamt getrennt erfasst und fachgerecht recycelt, können alle Rohstoffe in den Kreislauf zurückgeführt werden. Das spart den Verbrauch zusätzlicher neuer wertvoller Ressourcen.
Zur Zeitbombe kann ein Handy dann werden, wenn der einst leistungsstarke Lithium-Akku überlagert und aufgebläht achtlos in der Schublade liegt. Er kann bersten, sich entzünden und zu einer unberechenbaren Zimmerbrandquelle werden. „Soll ein altes Handy vorübergehend aufgehoben werden, empfehlen wir dringend, den Akku aus dem Gerät zu nehmen und die Pole mit Tesaband abzukleben“, so Heindorf. Auf dem Recyclinghof im nordöstlichen Industriegebiet nehmen die GEB sämtliche ausrangierte Elektrogeräte, so auch Handys, zur fachgerechten Entsorgung kostenlos entgegen.
Mobiltelefone können auch beim BUND und in Läden der Telekom abgegeben werden; noch funktionsfähige Geräte werden nach Möglichkeit sogar einer weiteren Verwendung zugeführt.

Arbeitsmarkt Südniedersachsen
Gute Noten
Sinkende Arbeitslosenzahlen und somit gute Nachrichten kann die Agentur für Arbeit Göttingen für den September vermelden. Denn mit einer Arbeitslosen-quote von 5,7% schlägt der niedrigste September-Wert der letzten 30 Jahre für den Agenturbezirk zu Buche. In absoluten Zahlen bedeutet dies eine Arbeitslosenzahl von 13.686. Damit waren im Vergleich zum August 569 Menschen weniger arbeitslos (4,0%), gegenüber September 2016 sank die Zahl um 537 bzw. 3,8%.Weitere Informationen

Supermärkte beeinflussen
Gesundheit in Afrika

Forscher untersuchen Einkaufsverhalten
pug — Bei Ernährungsproblemen in Afrika denken die meisten Menschen zunächst an Hunger und Unterernährung. Gleichzeitig wächst in Afrika aber auch der Anteil übergewichtiger Menschen und damit das Risiko für chronische Krankheiten wie Diabetes und Herzkreislaufstörungen. Ursache hierfür sind die sich rasch verändernden Ernährungsgewohnheiten vor allem in städtischen Regionen. Agrarökonomen der Universität Göttingen haben in einer neuen Studie gezeigt, dass der steigende Marktanteil von Supermärkten in Afrika zu Übergewicht und chronischen Krankheiten beiträgt.Weitere Informationen

IAB-Arbeitsmarktbarometer
Arbeitsmarktbarometer steigt wieder
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer hat seinen Abwärtstrend im September gestoppt. Gegenüber dem Vormonat stieg der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) um 0,3 auf 104,1 Punkte.Weitere Informationen

Globale Umweltzerstörung
durch Politik und Konzerne

Die Organisation Rettet den Regenwald engagiert sich auf bewundernswerte Weise für den Erhalt der letzten noch verbliebenen ökologischen Reservate – wovon letztlich unsere Zukunft abhängt – und ruft regelmäßig zu Kampagnen gegen deren weitere Zerstörung auf. Gö-Polis veröffentlicht sie hier und möchte seine Leser dazu animieren, sich am Erhalt unserer Lebensgrundlagen aktiv zu beteiligen. Immer, wenn Sie an dieser Stelle ein neues Bild vorfinden, gibt es eine neue Aktion bzw. Neues zu berichten.

USA
Berserker Trump gegen Meeresschutzgebiete
Noch können Meeresschildkröten durch die Korallen im Pazifik gleiten, leuchtend rote Soldatenfische ihre Bahnen ziehen und Riffhaie sich ungestört im Wasser tummeln. Bisher sind die Tiere und ihr Lebensraum vor menschlichen Eingriffen geschützt. Sie leben in einem Meeresschutzgebiet, das aus Tausenden von Korallenriffen, Atollen und tropischen Inseln besteht. Die Pacific Remote Islands sind ein „Nationales Monument“ der USA im Pazifik. Mit fast 1,3 Millionen Quadratkilometern ist es gut dreimal so groß wie die Ostsee.

Foto: Brocken Inaglory (CC BY-SA 3.0)

US-Präsident Trump möchte nun zehn solcher Nationalen Monumente verkleinern und zur Ausbeutung freigeben, damit die Agrar-, Fisch-, Bergbau-, Holz- und Ölindustrie die Naturschätze plündern kann. Einzigartige Naturparadiese sind bedroht. Neben drei riesigen Meeresschutzgebieten im Pazifik und Atlantik auch sieben Schutzgebiete an Land, darunter Cascade-Siskiyou, ein Berggebiet mit einer einzigartigen Biodiversität.
Bitte unterstützen Sie unsere Petition. Fordern Sie mit uns die Trump-Regierung dazu auf, die Verordnung zurückzuziehen und die Schutzgebiete zu erhalten:
www.regenwald.org

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Bildung - Beruf - Karriere

Nach der Schule ins Ausland
Info-Nachmittag im BiZ
Ist die Schulzeit vorüber, zieht es viele Jugendliche zunächst einmal in die Ferne. Doch wie kann ein längerer Auslandsaufenthalt gestaltet werden, wenn Land und Leute nicht nur auf Touristenpfaden erkundet werden sollen? Das Berufsinformationszentrum (BiZ) der Agentur für Arbeit Göttingen hat unter dieser Fragestellung 26. Oktober einen Info-Nachmittag organisiert, auf der verschiedene Unternehmen und Institutionen ihre Programme vorstellen.
Siehe auch →Veranstaltungen.
Am 26. Oktober von 14.00–17.00 Uhr, Bahnhofsallee 5.

Wintersemester
5.700 Neuimmatrikulierte
pug — An der Universität Göttingen werden sich zum Wintersemester 2017/2018 etwa 5.700 Studierende neu einschreiben. Davon werden ca. 4.200 im ersten Hochschulsemester immatrikuliert. Die Gesamtzahl der Studierenden verbleibt damit etwa auf dem hohen Niveau des Vorjahres und wird voraussichtlich mehr als 31.000 Studierende betragen. Seit 2010 hat sich die Gesamtzahl Studierender insgesamt um 30 Prozent erhöht. Der Anteil internationaler Studierender liegt derzeit bei 12 Prozent. Weibliche Studierende machen, wie in den Vorjahren, gut 51 Prozent der Gesamtzahl Studierender aus.
Für die örtlich zulassungsbeschränkten Studiengänge erhielt die Universität rund 20.200 Bewerbungen, von denen die meisten für die Bachelorstudiengänge Psychologie (2.639) und Betriebswirtschaftslehre (2.102) sowie für den Staatsexamensstudiengang Rechtswissenschaften (2.316) eingingen. Eine hohe Zahl an Bewerbungen gab es auch für den Bachelorstudiengang Sozialwissenschaft (842) und für zulassungsbeschränkte Lehramtsstudiengänge (etwa Deutsch mit 1.010, Biologie mit 804 und Englisch mit 769). Bei weitem am stärksten nachgefragt im Sinne der Anzahl Bewerbungen pro Platz war, wie in den Vorjahren, der Bachelorstudiengang Psychologie. Ebenfalls hohe Bewerbungsquoten verzeichneten die Bachelorstudiengänge Molekulare Medizin, Politikwissenschaft und Soziologie sowie unter den Lehramtsfächern Biologie, Politikwissenschaft, Erdkunde, Deutsch und Englisch.
Die meisten Neuimmatrikulierten verzeichnen zum Semesterbeginn bisher die Philosophische Fakultät (ca. 1.000), die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät (ca. 850), die Fakultät für Biologie und Psychologie sowie die Sozialwissenschaftliche Fakultät (beide ca. 600). Endgültige Zahlen werden aber erst Mitte November vorliegen.
Die Universität Göttingen hat auch zum Wintersemester 2017/2018 in stark nachgefragten Bachelor- und Staatsexamensstudiengängen aus Mitteln des Hochschulpaktes 2020 zusätzliche Studienanfängerplätze eingerichtet. In einer Reihe von Fächern werden zusätzliche Professuren und Lehrende unter anderem auch aus Mitteln des Hochschulpaktes und des „Qualitätspaktes Lehre“ (Programm Göttingen Campus QPLUS) gefördert.

Ausbildungsabsolventen
Zwei Drittel werden direkt übernommen
Für die meisten Ausbildungsabsolventen verläuft der Berufseinstieg reibungslos, geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Rund zwei Drittel der Ausbildungsabsolventen werden direkt vom Ausbildungsbetrieb übernommen. Vier Fünfteln der Ausbildungsabsolventen gelingt der Berufseinstieg nach dem Ausbildungsende, ohne arbeitslos zu werden.Weitere Informationen

Altenpflege
IAB: Geförderte Weiterbildung lohnt sich
Die Teilnahme an einer geförderten Weiterbildung im Bereich der Altenpflege lohnt sich. Sowohl Umschulungen als auch kürzere Weiterbildungen verbessern die Arbeitsmarktchancen Arbeitsloser deutlich. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.Weitere Informationen

Jugend testet
Wettbewerb startet
Erledigt Siri Aufträge besser als Alexa oder Cortana? Sind Marken-Chips knuspriger als No-Name-Produkte? Welche App übersetzt fehlerfrei ins Englische? Fragen wie diese können Jugendliche beim Wettbewerb „Jugend testet“ untersuchen. Zu gewinnen gibt es Geldpreise im Gesamtwert von 12.000 Euro und Reisen nach Berlin.
Anmeldungen ab sofort unter →www.jugend-testet.de

Weiterbildungen
Zehn Prozent aller Weiterbildungen in der
Informations- und Kommunikationstechnologie

Zehn Prozent aller Weiterbildungskurse in Deutschland entfallen auf den Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor, die auf einer repräsentativen Befragung von mehr als 10.000 Erwachsenen im Rahmen des Nationalen Bildungspanels (NEPS) beruht.Weitere Informationen

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Verbraucherschutz

Aktuelle Produkt-Tests über
• Überwachungskameras
• Passwortmanager
• Anti-Schuppen-Shampoos
• Frischmilch
• Samsung Galaxy Note 8

Neue Bücher für Verbraucher
Bauherren-Handbuch Finanzierung
Babys für Einsteiger: 365 Tipps fürs erste Jahr
Finanzplaner junge Familien
Warentest-Ampel für 9.000 Arzneimittel
Aroma Gemüse
Warenkunde Wein
PowerPoint und Prezi
Windows: 333 nützliche Features

Aktuelle Verbrauchertäuschungen
Auf dem Verbraucherschutz-Portal Lebensmittelklarheit.de beanstandet die Verbraucherzentrale aktuell folgende Produkte wegen irreführender oder falscher Angaben auf der Verpackung:
<leer>• pcd Erdnusspaste
<leer>• Ferrero Kinder Maxi King
<leer>• Biscoteria Kuchen
Einzelheiten dazu und wie die betroffenen Firmen auf die Beanstandungen reagieren, auf der Verbraucherschutz-Seite.Weitere Informationen

Autoversicherung
Enorme Preisunterschiede – jetzt wechseln
Zwischen einer günstigen und einer teuren Autoversicherung können mehr als tausend Euro liegen. Das zeigt der neue Test von Autoversicherungen der Stiftung Warentest. Bis zum 30. November ist Wechseln möglich. Die Zeitschrift Finanztest zeigt die günstigsten Versicherer für Modellkunden und zeigt in zehn Schritten den Weg zur neuen KFZ-Police. Auf test.de können sich Autofahrer zudem im Preisvergleich die beste Autoversicherung für ihren persönlichen Bedarf berechnen lassen.Weitere Informationen

Private Pflegeversicherung
Nicht für alle sinnvoll
Wer für den Pflegefall im Alter finanziell vorsorgen will, erwägt oft eine Pflegezusatzversicherung. Diese soll die Versorgungslücke schließen, wenn das Geld aus der gesetzlichen Pflegekasse und der eigenen Rente nicht für die Pflegekosten reicht. Doch Pflegezusatzversicherungen sind nicht für alle sinnvoll, meint die Stiftung Warentest nach der Untersuchung von 31 Pflegetagegeldtarifen und vier Pflegekostentarifen.
Erschienen in der November-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und online unter www.test.de/pflegezusatzversicherung.

Immobilien vererben
Richtig vererben und verschenken
Beim Vererben von Immobilien ist die gesetzliche Erbfolge häufig nicht die beste Lösung. Welche Möglichkeiten es gibt, Haus oder Wohnung zu Lebzeiten weiterzugeben und wie man damit Steuern spart oder den Partner absichert, wird ausführlich in der November-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest dargestellt. Außerdem wird erläutert, wie Streit in Erbengemeinschaften vermieden wird.Weitere Informationen

Abzocke
23 Prozent Zinsen bei „kostenloser“ Kreditkarte
Viele Kreditkartenanbieter versprechen, dass ihre Kreditkarten rundum kostenlos sind. Dass sie dennoch zur Gebührenfalle werden können, legt die Stiftung Warentest in der Oktober-Ausgabe ihrer Zeitschrift Finanztest offen. Denn viele Anbieter haben mittlerweile die Teilzahlung – auch Revolving Credit genannt – im Kartenantrag voreingestellt. Das bedeutet, dass der Nutzer vom Rechnungsbetrag nur kleine Beträge zurückzahlt und auf die übrige Summe hohe Zinsen zahlt, im Test von Kreditkarten bis zu 23 Prozent pro Jahr.Weitere Informationen

Vernetzte Autos
Apps übermitteln
sensible personenbezogene Daten

Kfz-Hersteller hüllen sich in Schweigen
So unbeobachtet wie mancher glaubt, ist man im Auto längst nicht mehr. Das moderne Auto lässt sich mit Smartphone und passender App vernetzen und schickt personenbezogene Daten wie die Fahrzeugidentifikationsnummer und den Standort an Google, Apple und Co. Dabei sollten Apps nur Infos erheben, die für ihre Funktion nötig sind. Manche fragen aber auch Geburtsdatum, Namen und Anschrift ab. Die Stiftung Warentest wollte es genau wissen, hat 26 Apps von 13 großen Autoherstellern geprüft und die Hersteller gefragt, wo die Daten landen. Bis auf Daimler hat kein Anbieter reagiert.Weitere Informationen

Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung
Warum sie wichtig sind und worauf es ankommt
Jeder Mensch kann durch Unfall oder Krankheit in die Lage kommen, nicht mehr selbst entscheiden zu können. Selbst Ehepartner dürfen nicht automatisch füreinander sprechen. Die Stiftung Warentest rät daher jedem Erwachsenen, eine Vorsorgevollmacht oder eine Betreuungsverfügung aufzusetzen. Was man dabei beachten sollte und wie Vollmacht und Verfügung aussehen sollten, beschreibt die aktuelle Ausgabe Zeitschrift Finanztest.Weitere Informationen

Betriebsrentenstärkungsgesetz
Neue Anreize zum Sparen ab 2018?
Das Rentenniveau wird in Deutschland weiter sinken. Wer nicht privat vorsorgt, steuert auf eine Versorgungslücke im Alter zu. Doch: Hohe Gebühren, renditeschwache Produkte und intransparente Verträge schrecken viele Verbraucher ab. Um die Verbreitung staatlich geförderter Altersvorsorge zu steigern, hat die Bundesregierung das Betriebsrentenstärkungsgesetz beschlossen. Doch kann es wirklich neue Anreize zum Sparen geben? Die Verbraucherzentrale Niedersachsen erklärt, wer von den Änderungen profitiert.Weitere Informationen

BGH-Urteil
So bekommen Sparkassenkunden
ihr Geld zurück

Spektakulärer Erfolg für die Schutzgemeinschaft für Bankkunden: Gleich acht verschiedene Sparkassen-Gebühren hat der Bundesgerichtshof jetzt aufgrund einer Klage der Schutzgemeinschaft hin gekippt. Kunden können die Erstattung solcher Gebühren fordern – und zwar bis zurück ins Jahr 2014. Die Schutzgemeinschaft hatte gegen die Sparkasse Freiburg Nördlicher Breisgau geklagt. Die Klauseln finden sich jedoch auch bei zahlreichen anderen Sparkassen. Grund für die Rechtswidrigkeit: Es handele sich teils um Gebühren für Tätigkeiten, zu denen die jeweilige Sparkasse von Gesetzes wegen verpflichtet sei und teils seien die Gebühren nicht an den Kosten orientiert, begründeten die BGH-Richter ihr Urteil.
Die Stiftung Warentest erklärt, was Sparkassenkunden tun müssen, um ihr Geld zurückzuerhalten.Weitere Informationen

Fitnessstudios
Nur eine Kette schneidet gut ab
Fitnessstudios mit guten Geräten finden Sportler schon ab etwa 20 Euro im Monat. Gute Betreuung ist in den von der Stiftung Warentest geprüften überregionalen Clubs hingegen rar – mit einer Ausnahme. Kieser Training bietet nicht nur gute Trainingsbedingungen, sondern auch eine gute Betreuung und schneidet als einzige Kette insgesamt gut ab. Allerdings bietet Kieser nur Gerätetraining an, es gibt kein Ausdauertraining, keine Kurse und keine Wellnessangebote.Weitere Informationen

ALDI Talk
Kein Anschluss für Flüchtlinge
„Die günstigen Prepaid Tarif-Optionen sprechen alle Kundenbedürfnisse an“ – so bewirbt ALDI Talk zurzeit sein Mobilfunkangebot. Ausgerechnet Geflüchteten bleibt der Zugang aber oft verwehrt, wie Beschwerden bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen zeigen. Das Problem: Seit 1. Juli 2017 gilt auch für Prepaid-Verträge eine Ausweispflicht. Nutzer von SIM-Karten auf Guthabenbasis müssen sich beim Kauf eindeutig identifizieren. Die von ALDI Talk eingesetzten Verfahren können jedoch keine Aufenthaltsgestattung verarbeiten. Damit ist die Aktivierung der SIM-Karte für viele Flüchtlinge nicht möglich, das gekaufte Prepaid-Paket nutzlos.Weitere Informationen


Gesellschaft

Über 38.000 suchten Rat zu Vergiftungen
Giftinformationszentrum-Nord
legt Jahresbericht 2016 vor

umg — Insgesamt 38.623 Anfragen zu Vergiftungen haben die ärztlichen Beraterinnen und Berater des GIZ-Nord im Jahr 2016 beantwortet. Der 24-Stunden-Service wurde zu 59 Prozent von Bürgerinnen und Bürgern und 41 Prozent von medizinischem Fachpersonal genutzt. „Die Zahl der Anfragen von über 38.000 zeigt, wie notwendig eine fachliche Beratung und der Notfallservice sind. Die Resonanz belegt zudem, wie gut das GIZ in der Bevölkerung und bei den Ärztinnen und Ärzten bekannt und akzeptiert ist", sagen Dr. Martin Ebbecke und Prof. Dr. Andreas Schaper, die seit dem Jahr 2015 das GIZ-Nord leiten.Weitere Informationen


Polizeiberichte
Tagesaktuelle Meldungen
Die ausführlichen Polizeiberichte finden Sie hier:Weitere Informationen

Trickdieb als Möbelankäufer
jk — Unter dem Vorwand, alte Möbel ankaufen zu wollen, hat sich am Donnerstagmittag (19.10.) in der Königsberger Straße in Bovenden ein unbekannter Trickdieb Zutritt in das Reihenhaus einer Seniorin verschafft und der Frau wenig später in einem unbeobachteten Moment Bargeld und diversen Schmuck gestohlen.

Eigentümer von
hochwertigem Mountainbike gesucht

jk — Im Zusammenhang mit einem anderen Ermittlungsverfahren hat die Polizei in Göttingen ein hochwertiges Mountainbike sichergestellt, dessen Herkunft unbekannt ist. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Fahrrad irgendwo gestohlen wurde. Abb.:Weitere Informationen

Fünf alkoholisierte Fahrer gestoppt
jan — Bei Verkehrskontrollen in Göttingen haben Polizeistreifen zwischen Mittwoch und Donnerstag (18./19.10.) insgesamt fünf unter Alkoholeinfluss stehende Fahrer aus dem Verkehr gezogen.

Trickbetrüger festgenommen
jan — Am Dienstag (18.10.) konnte die Polizei einen 28 Jahre alten Betrüger bei einer Geldübergabe in Göttingen vorläufig festnehmen.

Zwei Verletzte bei Zusammenstoß
jan — Beim Zusammenstoß zweier Pkw wurden am Dienstagmorgen (17.10.) in Göttingen zwei Personen leicht verletzt.

Einbruch in Gaststätte
jan — Unbekannte Täter drangen am Sonntag (15.10.) durch ein gewaltsam geöffnetes Fenster in eine Gaststätte in der Straße Gesundbrunnen im Ortsteil Elliehausen ein. Nach ersten Erkenntnissen haben die Täter Bargeld aus einem Sparkasten in noch unbekannter Höhe gestohlen.

Unfall bei Blaulicht-Einsatz
jk —Auf dem Weg zu einem dringenden Soforteinsatz ist Montagnacht (16.10.) gegen 2.20 Uhr auf der Kreuzung Geismar Landstraße/Breslauer Straße ein mit Sonder- und Wegerechten fahrender Funkstreifenwagen der Polizei mit einem VW Caddy zusammengestoßen.

Autos zerkratzt
jan — Vermutlich in der Nacht zu Samstag (14.10.) haben unbekannte Täter in Geismar an drei geparkten Wagen den Lack zerkratzt.

Einbruch in Vereinsheim
jan — Unbekannte Einbrecher drangen in der Nacht zu Samstag (14.10.) durch eine gewaltsam geöffnete Tür in ein Vereinsheim in der Straße An der Springmühle ein.

Mehrfach überfahren und tödlich verletzt
FS — Am 14.10. wurde auf der BAB 7 zwischen den Anschlussstellen Göttingen und Göttingen/Nord, gegen Mitternacht eine unbekannte Person von mehreren Fahrzeugen überrollt und tötlich verletzt.

6 Verletzte bei Frontalzusammenstoß
Zu einem schweren Unfall kam es am späten Abend des 14.10. in der Hermann-Kolbe-Straße, als ein mit vier Personen aus Hann. Münden besetzter VW Polo die Vorfahrt missachtete und mit dem Daimler Benz eines älteren Ehepaares aus Göttingen frontal zusammenstieß.

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Projektstart
Klimaschutz im Zentrum
Bewerber/innen für klimaschutzrelevante Vorhaben gesucht

pdg — Am Mittwoch, 18. Oktober 2017, startete das vom Klimaschutzmanagement der Stadt Göttingen im Rahmen verschiedener Partnerschaften entwickelte Projekt „Klimaschutz im Zentrum“. Ziel des Vorhabens ist, Klimaschutz in der Göttinger Innenstadt sicht- und erlebbar zu machen.

Für fünf unterschiedliche Themenbereiche werden ab sofort Bewerber/innen gesucht, die eigene klimaschutzrelevante Vorhaben innerhalb des Göttinger Stadtwalls umsetzen wollen. Die Stadt und ihre Partner/innen wählen aus den Bewerbungen verschiedene Projekte aus, unterstützen sie intensiv und beraten fachkundig. Angesprochen sind beispielsweise Personen mit Hauseigentum, die Interesse an einer energetischen Sanierung haben, sowie der Einzelhandel und gastronomische Betriebe, die ihre Unternehmen klimabewussten gestalten möchten.

Göttingen will bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden und alle Treibhausgasemissionen auf null reduzieren. Damit dieses ambitionierte Vorhaben erreicht werden kann, haben die Stadt Göttingen, die Georg-August-Universität Göttingen und die Stadtwerke Göttingen AG 2014 gemeinsam mit vielen weiteren Akteurinnen und Akteuren eine Klimaschutzstrategie erarbeitet – den Masterplan 100% Klimaschutz. Dieser zeigt, wie der Weg dorthin aussehen kann.
→ www.klimaschutz.goettingen.de/service
 

Auch private oder gemeinschaftliche Initiativen – zum Beispiel zur Schaffung urbaner Gärten oder begrünter Fassaden oder zur Entwicklung von Ansätzen einer klimafreundlichen Mobilität – sind gefragt. Im Einzelnen umfasst die Unterstützung für eine begrenzte Teilnehmerzahl im Zeitraum bis Herbst 2018 fachkundige Beratungen von der Planung bis zur Umsetzung sowie finanzielle Unterstützung. Außerdem werden bereits abgeschlossene Projekte gesucht, nach deren Vorbild Anreize zur Nachahmung geschaffen werden können.

Im Anschluss an die offizielle Eröffnung der Klimaschutz-Tage 2017, die unter anderem mit einem Vortrag des international anerkannten Meteorologen und Klimaforschers Prof. Dr. Mojib Latif, am Dienstag, 21. November, um 17.30 Uhr im Ratssaal des Neuen Rathauses stattfindet, wird das Projekt ab ca. 19.00 Uhr vorgestellt.
Eine ausführliche Broschüre zum Projekt „Klimaschutz im Zentrum“ liegt im gesamten Stadtgebiet aus. Alle Informationen finden sich auch unter www.klimaschutz.goettingen.de/zentrum

 

Bauverwaltung
CDU will zusätzliche Stellen
Personalknappheit wegen Arbeitsverdichtung durch Tariferhöhungen

Nach Einschätzung der Christdemokraten häufen sich Klagen von Bauherren, Planungs- und Genehmigungsverfahren für den Wohnungsbau, aber vor allem für gewerbliche Investitionen dauerten zu lange. Nachdem im Planungsbereich einige zusätzliche Stellen besetzt werden konnten, beantragt nun die CDU-Ratsfraktion, auch im Fachdienst Bauordnung zwei zusätzliche Sachbearbeiterstellen zu schaffen und zu besetzen. Dafür sollen im Nachtragshaushalt für das Jahr 2018 die Planstellen verankert werden.

„Die Stadt Göttingen kann es sich schlicht nicht leisten, durch Verzögerungen bei der Bearbeitung von Genehmigungsverfahren Investoren zu verprellen – schließlich erwarten und benötigen wir hier in den nächsten Jahren Milliardeninvestitionen. Die umfangreichen Genehmigungen für den Neubau des Universitätsklinikums werden zudem weitere personelle Ressourcen erfordern“, erklärt Hans Otto Arnold (CDU), Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses. „Im Sozialbereich gab es beim Anschwellen des Flüchtlingsstromes eindeutige Vorgaben: Für eine bestimmte Fallzahl ein zusätzlicher Sachbearbeiter. Im Bau- und Planungsbereich gibt es solche Standards nicht – aber wenn alle so dringend mehr Wohnungen und Investitionen in Göttingen wünschen, dann müssen Politik und Verwaltung auch die personellen Voraussetzungen für eine zügige Abwicklung schaffen.“

Für die Jahre 2017 und 2018 war ein Doppelhaushalt verabschiedet worden. Auf zwei Jahre lassen sich aber nicht alle notwendigen Veränderungen voraussehen und planen. Deshalb wird der Oberbürgermeister in der Novembersitzung des Rates für das kommende Jahr einen sogenannten Nachtragshaushalt einbringen. Damit ergibt sich auch die Möglichkeit, den Stellenplan an aktuelle Bedürfnisse anzupassen. „Nachdem sich alle Kräfte im Rat so für den Wohnungsbau stark gemacht haben, bin ich mir ziemlich sicher, dass unser Antrag eine Mehrheit finden wird“, glaubt Olaf Feuerstein (CDU), Mitglied im Bauausschuss.

Feuerstein: „Wir haben in Göttingen in den letzten fünf Jahren 5.000 zusätzliche, vollwertige Beschäftigungsverhältnisse dazugewinnen können – aber der Wohnungsbau hat nicht mitgehalten. Wenn alle, die hier zusätzlich Arbeit gefunden haben, auch ins Stadtgebiet hätten zuziehen können, dann würden wir heute ohne Zweifel auch unter die neue Gattung der sogenannten „Schwarmstädte“ in Deutschland fallen. Unter diesem Begriff gibt es eine Liste von dreißig, überwiegend Universitätsstädten, die sich in den letzten Jahren durch besonders starken Zuzug ausgezeichnet haben. Aber in drei bis fünf Jahren werden wir auch dazu gezählt werden, wenn wir es geschafft haben werden, die vielen angeschobenen Planungen zu realisieren.“

Die anhaltende Personalknappheit in der Verwaltung wird sich voraussichtlich noch verschärfen – durch die regelmäßigen Lohnforderungen der gewerkschaftlich Organisierten im Öffentlichen Dienst nämlich, die regelmäßig auf hohem Niveau klagen und seit der letzten Tariferhöhung schon jetzt zur zeitweiligen Schließung ganzer Fachbereiche im Neuen Rathaus führt. Vielleicht sollten die Kolleg/inn/en weniger auf die Möglichkeit eines zweiten Urlaubs schielen als auf die damit einhergehende Arbeitsverdichtung.

 

Verbraucherschutz
60 Jahre Verbraucherzentrale Niedersachsen
Beratung demnächst sogar per Videochat von zu Hause aus

Am 30. September 1957 nahm die erste Beratungsstelle zum Schutz der Verbraucher in Hannover ihre Arbeit auf. Rund 30 Millionen Menschen haben seitdem die Angebote der Verbraucherzentrale Niedersachsen genutzt. In den ersten Jahren ging es darum, Hausfrauen beim Einrichten, Einkaufen und sparsamen Wirtschaften zu unterstützen. Heute ist das Angebot wesentlich vielfältiger und spricht alle Verbraucher an. Fragen zum Verbraucherrecht, zu Telekommunikation und Internet, Altersvorsorge und Versicherungen stehen jetzt im Vordergrund. Eines ist seit 1957 jedoch unverändert: die Unabhängigkeit der Beratung.

VZN-Statistik
Die im Jahr 2016 am häufigsten nachgefragten Beratungsangbote im Regionalzentrum GöttingenGrafik: VZN

„Seitdem ist viel passiert, die Themen haben sich verändert, unsere Angebote wurden professionalisiert und mit den Verbrauchern weiterentwickelt“, blickt Petra Kristandt, Geschäftsführerin in Hannover, auf eine erfolgreiche Zeit zurück. „Wie eine Waschmaschine funktioniert, ist heute selbstverständlich. Dafür nehmen die Probleme im Bereich Telekommunikation und Internet seit Jahren zu. Der Abschluss von Verträgen aller Art, Versicherungen und Altersvorsorgeprodukten wird immer intransparenter und komplizierter“, so Kristandt. Hier sei unabhängiger Rat gefragt, den die Verbraucherzentrale Dank öffentlicher Finanzierung biete.

Denn inzwischen schätzt auch die Politik den enorm hohen Stellenwert dieser Organisation im Bewusstsein der Bevölkerung wieder richtig ein, nachdem die Verbraucherzentrale in früheren Jahren unter einer schwarz-gelben Landesregierung mit erheblichen Mittelkürzungen und in deren Folge mit der Schließung von Geschäftsstellen zu kämpfen hatte – zum Nachteil der Verbraucher.

Die Stiftung Warentest hat aktuell eine Reihe von für Verbraucher interessante Neuerscheinungen herausgebracht, u.a. zur Hausfinanzierung, für junge Familien und eine Warentest-Ampel für 9.000 Arzneimittel.Weitere Informationen

Um den Service weiter zu verbessern, stehen im Jubiläumsjahr einige Neuerungen an. So soll der Zugang zu den Beratungsangeboten auf der Website erleichtert und deren Nutzung auch mit Smartphones und Tablets möglich werden. Zudem wird Ende November der Startschuss für die Videoberatung fallen: Verbraucher können sich dann per Videochat von zu Hause beraten lassen. Inhaltliche Schwerpunkte sieht Kristandt zukünftig bei den Themen Altersvorsorge und Digitalisierung: „Um möglichst viele Menschen im Alter ausreichend abzusichern, ist mehr Transparenz nötig. Außerdem brauchen wir die Einführung eines Non-Profit-Vorsorgeprodukts – mit einer Kapitalverwaltung ohne Anbieter-Gewinninteressen.“ Eine wichtige Aufgabe sei zudem, verbraucherorientierte Regulierungen bei der Digitalisierung durchzusetzen, um Verbraucher weder zu überfordern oder zu diskriminieren noch gegenüber Anbietern zu benachteiligen.
Gö-Polis berichtet unter Wirtschaft auf Seite 3 regelmäßig über Verbraucherschutzthemen.

 

Museumskonzept
Forum Wissen: Konzept vorgestellt
Verbund von Forschung und Lehre, Ausstellung und Dialog

pug —Wie entsteht Wissen? Wie wird es geschaffen, verbreitet und „erhärtet“? Welche – historisch stets wandelbaren – Rahmenbedingungen spielen dabei eine Rolle? Und welche gesellschaftliche Funktion und Bedeutung kommt der Wissenschaft zu? Diese und ähnliche Fragen will die Universität Göttingen im geplanten Forum Wissen im Gebäude der ehemaligen Zoologie mit der Öffentlichkeit diskutieren. Der Zugang zu diesem Kosmos an Themen soll in einem Parcours durch verschiedene „Räume des Wissens“ erfolgen. Das Konzept wurde jetzt der Öffentlichkeit präsentiert.

Forum Wissen
 
Ausstellungsmacher und Förderer in der ZoologieFoto: Jan Vetter

Das Konzept „Räume des Wissens“ bildet die Basisausstellung des neuen Göttinger Wissensmuseums, das Ende 2019 an der Berliner Straße 28 eröffnet werden soll. Für diese Ausstellung und die anderen Komponenten des Forum Wissen wird das Zoologische Institut im kommenden Jahr umgestaltet. Schon jetzt beginnt unter der Leitung eines Erfurter Architekturbüros der Rückbau des Hauses, um den originalen Zustand von 1877 annähernd wiederherzustellen. Damals beherbergte der Bau das Naturhistorische Museum der Universität.

„An diese akademische Tradition knüpfen wir an und schaffen zugleich etwas ganz Neues“, so Dr. Marie Luisa Allemeyer, Direktorin der Zentralen Kustodie. Das Forum Wissen verbindet Forschung und Lehre, Ausstellung und Dialog. Mit der Ausarbeitung des bereits vorliegenden Grobkonzeptes für das Forum Wissen hat die Universität eine Berliner Agentur beauftragt. Es wird ergänzt durch die interne Expertise aus der Zentralen Kustodie. Möglich geworden ist dieser entscheidende Schritt durch viele Förderer des Forum Wissen. „Ich danke allen, die unser Projekt unterstützen. Wir schaffen ein offenes Haus, das alle einlädt, Wissenschaft zu erleben“, betont Universitätspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel.

„Unser Anspruch ist es, die vielfältigen Sammlungen der Universität Göttingen zum Strahlen zu bringen und wichtige Diskussionen anzustoßen – über die Grundlagen und die gesellschaftliche Rolle von Wissenschaft, in der Vergangenheit, vor allem aber auch in der Gegenwart und Zukunft“, hat sich Ausstellungsmacher Joachim Baur, der gemeinsam mit Charlene Lynch und Mira Frye von der Agentur „Die Exponauten“ die Basisausstellung kuratiert, vorgenommen. „Eine solche Auseinandersetzung scheint mir heute wichtiger denn je. Die verschiedenen Wissens-Räume, die unser Konzept vorsieht, werden wir dabei so anlegen, dass für möglichst alle etwas dabei ist – für Klein und Groß, Experten und das breite Publikum.“ Viele namhafte, darunter auch regionale Unternehmen, Privatspender und Stiftungen sehen im Forum Wissen einen Publikumsmagneten und unterstützen das Projekt mit rund 1,5 Millionen Euro.

 

Urban Mining
Rohstoffquellen direkt vor der Haustür
Runder Tisch gegen Meeresmüll

Bauschutt
Bauschutt oder geschreddertes Glas wird bereits heute, teilweise testweise, im Straßenbau verwandtFoto: 4028mdk09

Deutschland ist Großverbraucher von Rohstoffen, wird dabei aber gern als „rohstoffarm“ bezeichnet. Tatsächlich ist das Land bei Erzen und vielen wichtigen Industriemineralien nahezu vollständig auf Importe angewiesen. Hohe Preisschwankungen, fragwürdige Umwelt- und Sozialstandards sowie teilweise menschenunwürdige Abbaubedingungen sind die Kehrseiten unseres Konsums und Ressourcenhungers. Dabei sind wir umgeben von über 50 Milliarden Tonnen an wertvollen Materialien. Warum also nicht die riesigen Rohstoffquellen erschließen, die wir uns selbst geschaffen haben?

Urban Mining bezeichnet die gezielte Rohstoffgewinnung im städtischen und kommunalen Raum. Dazu hat das Umweltbundesamt eine neuen Broschüre herausgegeben, mit der es Impulse zur Ressourcenschonung geben will.

Nach wie vor fördert Deutschland große Mengen an Baustoffen aus Steinbrüchen und Kiesgruben. Allerdings ist das Land dicht besiedelt, und die Bereitschaft in der Bevölkerung, die negativen Umweltauswirkungen des Bergbaus sowie von Abgrabungen hinzunehmen, ist in den vergangenen Jahrzehnten spürbar zurückgegangen. In Zukunft sind kreative Ansätze gefragt, wie Deutschland mit den zu erwartenden Rohstoffengpässen und teuren Importen umgehen soll. Urban Mining wird Teil einer solchen nationalen Strategie.

Ein großes Potenzial an Rohstoffen steckt nämlich in unseren Städten, in ungenutzten Bauwerken, Anlagen und Konsumprodukten. Insgesamt jedoch wird dieses Rohstoffpotenzial von der Gesellschaft noch kaum als solches begriffen. Das Umweltbundesamt setzt sich für eine langfristig intensivere Nutzung dieser Rohstoffreserven ein und möchte attraktivere Rahmenbedingungen schaffen.Weitere Informationen

Runder Tisch gegen Meeresmüll geht in die zweite Runde
Die Einträge von menschlichen Abfällen in die Meere stellen hier ein beständiges Problem dar, welches die gesamte Meeresumwelt in einem nicht akzeptablen Ausmaß beeinträchtigt. Dabei dominieren Kunststoffe deutlich die Funde. Das Problem ist aber nicht auf die Nord- oder Ostsee beschränkt: Weltweit wird die Verschmutzung der Meere durch Müll als eines der wichtigsten globalen Umweltprobleme unserer Zeit angesehen.

Basstölpel
 
Von einem Plstiknetz strangulierter Basstölpel neben brütendem VogelFoto: Engelberger

Auf Initiative von Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks, des niedersächsischen Umweltministers Stefan Wenzel und der Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, wurde im März letzten Jahres ein Runder Tisch gegen Meeresmüll eingerichtet. Er soll Maßnahmen gegen die weitere Belastung der Meere entwickeln und für deren Umsetzung sowie ein breites gesellschaftliches Problembewusstsein sorgen.

Der Runde Tisch orientiert sich einerseits an den Vorgaben der europäischen Meeres­strategie-Rahmen­richtlinie, deren Ziel Meere ohne Belastungen durch Abfälle sind. Andererseits entwickeln die Beteiligten zahlreiche weitere Handlungsoptionen gegen Meeresmüll. Die Ergebnisse verschiedener Meeres-Monitoringprojekte verdeutlichen das Ausmaß des Problems: So finden sich auf 100 Meter Nordseestrand knapp 400 Müllteile und auf 100 Meter Ostseestrand 70 Müllteile. 70 Prozent und mehr davon sind Kunststoffe. Am Meeresboden der südlichen Nordsee liegen im Schnitt elf Kilogramm Müll pro Quadratkilometer, der Großteil auch dort Kunststoffe. Zudem hatten fast alle toten Eissturmvögel an deutschen Nordseestränden Kunststoffe im Magen.

Die eingerichteten Arbeitsgruppen des Runden Tisches haben jetzt einenZwischenbericht vorgelegt. Der Bericht enthält eine Erhebung der Eintragswege von Kunststoffabfällen und Mikroplastik in die Meere sowie Vorschläge, wie das Thema Meeresmüll in den Lehrplänen an Schulen besser verankert werden kann.Weitere Informationen

 

Klimaschutz-Bericht Göttingen
Weiterhin hohe Anstrengungen erforderlich
Treibhausgas-Emissionen von 7,08 t jährlich pro Einwohner

pdg — Der Klimaschutz-Bericht 2015/16 zeigt, dass in Göttingen bereits zahlreiche Aktivitäten im Klimaschutz umgesetzt wurden, derzeit umgesetzt werden oder geplant sind. Sie haben bereits erste positive Effekte hinsichtlich der Entwicklung des Energieverbrauchs und der Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen. Dennoch können die gesetzten Klimaschutzziele mittel- und langfristig nur erreicht werden, wenn weiterhin hohe Anstrengungen unternommen werden, heißt es in einer Erklärung der Stadt Göttingen. Welche das sein werden, hat sie jetzt ein weiteres Mal ausführlich dargelegt.

Die Stadt Göttingen hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis zum Jahre 2050 klimaneutral zu werden und gehört damit zu den bundesweiten Vorreitern in Sachen Klimaschutz. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen die Treibhausgasemissionen, also der Ausstoß klimaschädlicher Gase, fast vollständig auf Null und der Energiebedarf mindestens um die Hälfte reduziert werden. Der verbleibende Energiebedarf soll ausschließlich aus erneuerbaren Energien aus Stadt und Region Göttingen erzeugt werden. Im Masterplan 100% Klimaschutz wurden dazu Strategien festgeschrieben und mit Meilensteinen Zwischenschritte auf dem Weg zur Klimaneutralität gesetzt. Im Klimaschutz-Bericht, den die Stadt Göttingen aktuell für die Jahre 2015/2016 erstellt, werden die seit 2014 verfolgten Ziele überprüft.

Der Bericht bilanziert, wie viel Energie in Göttingen 2015/2016 verbraucht wurde und wie viel erneuerbare Energien in Stadt und Region erzeugt wurden. Daraus lässt sich die ausgestoßene Menge klimaschädlicher (sog. Treibhaus-)Gase ableiten. Der gesamte Energieverbrauch liegt im Jahr 2015 bei 2.148 GWh (davon 640 GWh Strom und 1.508 GWh Wärme), die daraus resultierenden Treibhausgas-Emissionen liegen bei rund 940.000 t jährlich. Dies entspricht einem Pro-Kopf-Ausstoß von 7,08 t je Einwohner. Verschiedene Meilensteine und Indikatoren im Masterplan 100% Klimaschutz ermöglichen den Vergleich des aktuellen Zustands in Göttingen mit den gesetzten Zielen.Weitere Informationen

 

Diesel-Skandal
Software-Updates reichen nicht aus für saubere Luft
Hendricks: Hersteller auch für Hardware-Nachrüstungen verantwortlich

Rechtzeitig vor der Wahl weitet sich der deutsche Diesel-Skandal immer mehr zu einem Politik-Skandal aus, weil es die traditionell enge Verflechtung zwischen Politik und Wirtschaft unmöglich macht, ersterer zu einem das Gemeinwohl förderlichen Rückgrat zu verhelfen und letztere dadurch in ihre Schranken zu weisen. Die damit einhergehende Unfähigkeit oder besser: Unwilligkeit politischer Entscheidungsträger, gesundheitliche Schäden von der Bevölkerung abzuwenden, wurde nunmehr in einer Studie des Umweltbundesamtes eindrucksvoll bestätigt. Doch der CSU-Bun­des­verkehrs­minister hat nichts Eiligeres zu tun, als die Aussagen der Studie zu relativieren. Das Versagen der Politik scheint offenbar nur noch durch die Justiz aufzuhalten zu sein.

 
Gesundheit? Hauptsache, die Wirtschaft brummt.Foto: vs

Zwar führen die beim Dieselforum am 2. August beschlossenen Maßnahmen zu einer Senkung der Stickstoffdioxidbelastung in den deutschen Städten von bis zu sechs Prozent, teil das Umweltbundesamt gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium mit, doch diese Senkung reiche in den meisten betroffenen Städten nicht aus, um den Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter einzuhalten, der in der EU zum Schutz der menschlichen Gesundheit gilt. Das ergeben Modellrechnungen, die das Amt (UBA) und Ministerin Barbara Hendricks in Auftrag gegeben hatten.

Hendricks: „Die Bevölkerung in den deutschen Städten hat ein Recht auf saubere Luft. Deshalb brauchen wir Maßnahmen, die zu einer raschen Senkung der Stickstoffdioxidbelastung führen. Der Dieselgipfel war ein erster Schritt, dem dringend weitere und größere Schritte folgen müssen. Es kann nicht sein, dass sich einige Hersteller selbst vor Software-Updates drücken. Auch die Weigerung der Autoindustrie, sich mit technischen Nachrüstungen zu befassen, ist für mich nicht akzeptabel. Ich kann den Automobilherstellern nur raten, hier schnell Lösungen zu entwickeln. Eines muss dabei klar sein: Wie bei den Software-Updates sind auch bei den Hardware-Nachrüstungen die Hersteller verantwortlich. Und auch die Kosten hierfür müssen natürlich vollständig von den Fahrzeugherstellern getragen werden.“Weitere Informationen

 

Max-Planck-Studie
„Wir schaffen das!“ – einigermaßen
Untersuchung zur Unterbringung von Geflüchteten in Göttingen

Ein Team des Max-Planck-Instituts zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen ist in einer von der Volkswagen-Stiftung finanzierten Studie der Frage nachgegangen, ob die Bedingungen in den Flüchtlingsunterkünften, die von ganz unterschiedlichen Einrichtungen betrieben werden, auch so gestaltet sind, dass Integration gelingen kann.

Durch die Ankunft von mehr als einer Million Geflüchteter seit 2015 sah sich die deutsche Gesellschaft vor die Aufgabe gestellt, diese Menschen innerhalb kurzer Zeit aufzunehmen und unterzubringen – eine erhebliche Leistung. Die Unterbringung ist ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg zur vielfach geforderten Integration der Neuankömmlinge in die Gesellschaft. Untersucht wurde unter diesem Aspekt eine Vielzahl von Unterkünften in Göttingen, wo knapp 1500 Asylsuchende und 81 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht sind (Stand: Ende 2016) – das sind viermal mehr als 2014.

Dem Forscherteam ging es u.a. konkret um folgende Aspekte: Wohnsituation, Verpflegung, finanzielle Unterstützung, Gesundheit und Rechtsberatung. Die Studie zeigt, dass einerseits die entsprechenden Angebote, andererseits auch die Bedürfnisse der Geflüchteten sehr unterschiedlich sind. Damit liefert sie wichtige Erkenntnisse dafür, wie man die Angebote künftig besser auf die Bedürfnisse einzelner Geflüchteter abstimmen kann. Steven Vertovec, Direktor des Max-Planck-Instituts, hält dies für dringend notwendig, denn „die Bedingungen für Integration sollten bereits in den Flüchtlingsunterkünften geschaffen werden“.

Derzeit seien die Startbedingungen für die einzelnen Menschen in den verschiedenen Einrichtungen sehr unterschiedlich. Dadurch würden einige Geflüchtete sehr viel schneller an gesellschaftlichen Prozessen teilhaben können als andere, so Vertovec. Die Erkenntnisse können dazu beitragen, dass die Prozesse bei der Unterbringung künftig fairer und reibungsloser gestaltet werden – so wäre man gut vorbereitet, wenn wieder verstärkt Geflüchtete nach Deutschland kommen.
Die englischsprachige Studie ist hier einsehbar:Weitere Informationen

 

Wohnraummangel
Ratssitzung ganz im Zeichen der Wohnraummisere

Ganz unter dem Eindruck des in Göttingen knapper werdenden Wohnraums steht die kommende Ratssitzung am 18. August, gleich sechs Anträge befassen sich damit. Zudem lässt sich das Thema wunderbar für den beginnenden Wahlkampf instrumentalisieren, und die beteiligten Parteien machen davon auch gern Gebrauch. Besucher der Ratssitzung müssen vermutlich am Freitag über ausreichend „Sitzfleisch“ verfügen, auch wenn sich der Verwaltungsausschuss im Vorfeld darauf geeinigt hat, alle Initiativanträge zum Thema Wohnungsbau in einer „Generaldebatte“ abzuhandeln.

Dieser „schädliche Mix aus heißer Luft und unrealistischen Forderungen“, so die Christdemokraten zu den vorliegenden Anträgen, wovon sie wohlweislich den eigenen natürlich außen vor lassen, enthalte „bereits vielfach durchdiskutierte Probleme, gepaart mit unrealistischen Forderungen, die dem Wohnungsbau in Göttingen „eher schaden als nutzen würden“. Das muss man allerdings nicht teilen.

Ganz anders dagegen der Ratsantrag der CDU, meinen deren Verfasser, wobei der sich allerdings lediglich darauf beschränkt, die vom niedersächsischen Sozial- und Bauministerium für Göttingen vorgelegten und hier vielfach mit Verwunderung bis Unverständnis zur Kenntnis genommenen Zielzahlen für die Wohnraumversorgung bis zum Jahr 2030 durch den OB in Hannover korrigieren zu lassen. Der solle nach dem Willen der CDUler dort bitteschön vorstellig werden und die Ministerialen wieder auf den Boden der Realitäten zurückholen, sprich: ihnen die im Auftrag der Stadt vom Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung GmbH (GEWOS) ermittelten Zahlen schmackhaft machen (vgl. dazu weiter unten: →Zoff um Wohnraumbedarfsplanung).

Allerdings: Bei aller Freude der Christdemokraten darüber, dass die Genossen nun „nicht darum herumkommen, sich vom Gutachten ihrer eigenen Ministerin zu distanzieren“, wie der Begründung ihres Antrages zu entnehmen ist, er schafft noch lange keinen neuen Wohnraum oder zumindest neue Flächen dafür, sondern allenfalls die Hoffnung auf künftige Fördermittel.

Da ist der SPD-Antrag, der ansonsten nur das wiederhole, „was der Vorsitzende des Bau- und Planungsausschusses, Hans Otto Arnold (CDU), bereits in der letzten Sitzung vor der Sommerpause deutlich kritisiert hatte“, schon etwas konkreter. Nicht nur Arnolds Partei nämlich kritisiert, dass die Ausweisung von fünf neuen Baugebieten nicht vorankommt, wofür man vor allem die Bauverwaltung verantwortlich macht. Die Sozialdemokraten stellen sich dem Problem allerdings nicht nur resignierend, sondern wollen der Verwaltung vielmehr konkret Beine machen, „die am 19. Mai 2016 im Bauausschuss und am 27. Juni 2016 im Verwaltungsausschuss beschlossenen Aufstellungsbeschlüsse für die Erstellung von insgesamt fünf Bebauungsplänen … bis zum 30. November 2017 umzusetzen und die jeweiligen Vorlagen für die Beschlussfassung zur Auslegung der Bebauungspläne für die Ratssitzung am 16. Dezember 2017 zu erstellen“. Ob das angesichts immer noch knappen Personals tatsächlich helfen wird, bezweifelt Arnold allerdings: „Beim Nachtragshaushalt im November wird sich zeigen, ob aus dem bloßen Wortgeklingel konkrete Personalstellen werden.“ Sehr viel mehr als Wortgeklingel ist ein solches Gemaule allerdings auch nicht.

Piraten nehmen Verwaltung in Schutz
Ähnlich die Piraten-Partei, die ausnahmsweise mal die Verwaltung ausdrücklich in Schutz nimmt. Es bestehe von ihrer Seite jedenfalls kein Anlass zur Vermutung, die Verwaltung würde zu langsam arbeiten, meldet sie sich zu Wort. „Rechtssichere Bebauungspläne können bekanntlich nicht innerhalb sehr kurzer Zeit fertig ausgearbeitet vorgelegt werden, ohne formale Fehler zu riskieren, die solche Projekte noch viel länger hinauszögern können.“ Im Gegenteil sollten sich die Sozialdemokraten mal an die eigene Nase fassen, erinnern die Piraten an „schwerste Versäumnisse in der Wohnungsbaupolitik in Land und Bund“ unter Mitwirkung der SPD, als „jahrelang … versäumt [wurde], vorausschauend zu planen“: „Es war auf den Tag genau bekannt, wann genau wie viele Sozialwohnungen in wie vielen Städten aus der Förderung herausfallen. Es waren Erfahrungswerte bekannt, wie viele Wohnungen pro Jahr bei stagnierender Bevölkerung dem Markt von alleine verlorengehen. Die Dimension der heutigen Probleme war schon vor 20 Jahren sehr gut zu berechnen.“ Insofern stehe die SPD heute vor den „Trümmern ihrer eigenen verantwortungslosen Wohnungs- und Sozialpolitik der vergangenen zwei bis drei Jahrzehnte“.

„Schuss nach hinten losgegangen“
„Endlich ausreichend bezahlbaren Wohnraum in Göttingen zu schaffen, ist eine Mammutaufgabe“, lästert der Grüne Thomas Harms über die SPD, „da nicht an einem Strang zu ziehen, sondern die Hauptakteure öffentlich an den Pranger zu stellen, ist mehr als hinderlich.“ Damit will seine Fraktion der Bauverwaltung und insbesondere Stadtbaurat Thomas Dienberg den Rücken stärken, der sich in der August-Ratssitzung harschen Vorwürfen seitens der Genossen ausgesetzt sah. Harms: „Wer der Bauverwaltung Untätigkeit vorwirft, hat entweder überhaupt keine Ahnung vom Ablauf von Bebauungsplanverfahren oder ist gezielt auf Stimmungsmache.“
So ganz nach hinten losgegangen ist dieser Schuss indes nicht: Immerhin stieß der SPD-Antrag ja nicht rundweg auf Ablehnung, sondern wurde zur weiteren Beratung in eine gemeinsame Sitzung von Bau- und Sozialausschuss überwiesen.

Modell Soziale Bodennutzung
Mit einem von gleich drei Ratsanträgen wollen Bündnis 90/Die Grünen verhindern, dass Wohnbauland in Göttingen zum Spekulationsobjekt wird und verweisen in diesem Zusammenhang auf Münster in Westfalen: auch dort herrsche Wohnraummangel und entsprechend attraktiv sei es, diesen zu schaffen, da sich auch hochpreisige Immobilien bestens vermieten lassen. „Gebraucht wird aber vorwiegend sozialer und bezahlbarer Wohnraum – der sich wiederum für die Investoren kaum rechnet“, erläutert Grünen-Mitglied Dagmar Sakowsky. „Daher hat die Stadt Münster als eine der ersten Kommunen in Deutschland zum Instrument der Sozialen Bodennutzung gegriffen. Gebaut werden darf nur dort, wo die Flächen der Stadt gehören, wo die Eigentümer die Hälfte der Fläche an die Stadt veräußern oder wo sie sich vertraglich dazu verpflichten, eine Zielvereinbarung zu treffen.“

Analog des Münsteraner Modells wollen auch die Grünen eine soziale und ökologische Bodennutzung für Göttingen fordern. Die Stadt soll sich verpflichten, auf eigenen Flächen 60 Prozent bezahlbaren Geschosswohnungsbau zu realisieren und sie soll keine Bauanträge von Investoren genehmigen, die nicht wenigstens 30 Prozent Wohnraum in dem Segment vorsehen. Dazu soll eine Richtlinie für städtebauliche Verträge erarbeitet werden, in denen diese und weitere ökologische und soziale Kriterien der städtischen Quartiersentwicklung berücksichtigt sind.

Erwartungsgemäß am weitesten geht die Göttinger Linke mit ihrem Antrag zum Göttinger Wohnungsbau. Sie will eine Mindestquote für den Sozialen Wohnungsbau festgeschrieben wissen, beim Bau ab 25 Wohnungen oder ab 2500 Quadratmetern Wohnfläche sollen mindestens 30 Prozent davon im öffentlich geförderten Wohnungsbau errichtet werden. Für Wohnprojekte mit 100 und mehr Wohneinheiten sollte sogar eine Quote von 50 Prozent angestrebt werden, meint sie. Und: die Laufzeit der Sozialbindung sollte nicht unter 30 Jahre betragen.

Würde man diesem Antrag folgen und für fast alle Wohnungsbauvorhaben feste Quoten für eine Sozialbindung festgeschrieben, so würde das den Wohnungsbau „eher abwürgen als beflügeln, zumal kein Mensch weiß, ob und wie Land und Bund solche Projekte fördern werden“, erklärt Carina Hermann (CDU), Mitglied des Bauausschusses. Das allerdings könnte man in Erfahrung bringen oder auch darauf hinarbeiten.

So bleibt es vor allem bei übergreifender Nörgelei der Christdemokraten gegenüber allen anderen Anträgen. Doch Nörgelei allein bringt nichts auf den Weg. Und konstruktiv ist sie auch nicht.

 

SozialCard
SPD: Überarbeitung dringend geboten
Ergänzende Informationsbroschüre

Die SozialCard sollte nach Ansicht der Sozialdemokraten im Rat um neue Angebote erweitert werden. Einen entsprechenden Antrag wollen sie zur Ratssitzung am 18. August einbringen. Mit ihr können Kinder und Erwachsene in einer schwierigen Lebenslage viele Angebote, insbesondere in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Sport und Kultur, ermäßigt oder kostenlos nutzen.

Nach Ansicht der sozialpolitischen Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, Insa Wiethaup, sei die Karte ein Erfolgsprojekt „und soll es auch bleiben“, eben deshalb fordert sie eine Überarbeitung und Aktualisierung der damit verbundenen vergünstigten Angebote. Mobilität und Teilhabe sei ein wichtiges sozialpolitisches Ziel. „Diesem können wir mit einer verbesserten SozialCard sowie dem zum 1. August bereits eingeführten Sozialticket ein gutes Stück näherkommen“, ergänzt der Sozialausschussvorsitzende Dr. Klaus-Peter Hermann.

Klaus-Peter HermannHermann (Abb.) fordert zudem, gemeinsam mit der SozialCard eine neu zu erstellende Informationsbroschüre allen Empfängern von Transferleistungen automatisch mit dem ersten Bescheid auszuhändigen. In dieser SozialCard-Broschüre sollten alle wichtigen Informationen übersichtlich zusammengestellt sein, um die in Göttingen verfügbaren Angebote und Möglichkeiten auch nutzen zu können. Damit auch alle profitieren können, sollte nach Vorstellung der SPD die SozialCard-Broschüre nicht nur in unterschiedlichen Sprachen, sondern auch in leicht verständlicher Sprache erhältlich sein.

Eine SozialCard erhalten Empfänger/innen von Arbeitslosengeld II (SGB II), von Wohngeld (WoGG), von Sozialhilfe (SGB XII) sowie von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz von der Stadtverwaltung. Eingeführt wurde sie Sozialcard eines Ratsbeschlusses im November 2008. Sie soll das oft knappe Budget betroffener Menschen entlasten.

 

Stadtplanung
Zoff um Wohnraumbedarfsplanung
„Wahlkampfgetöse weder hilfreich, noch angebracht“

Nachdem die Verwaltung die vom Land im 23. Bericht zur Wohnungsmarktbeobachtung vorgelegten Zielzahlen für die Wohnraumversorgung bis zum Jahr 2030 in Göttingen „mit Zurückhaltung“ (die Göttinger Stadträtin Petra Broistedt) zur Kenntnis genommen hat, springen ihr nun die Sozialdemokraten bei – und feuern gleichzeitig eine Breitseite gegen die Rats-CDU ab. Deren „Wahlkampfgetöse“ sei „weder hilfreich noch angebracht“.

Was die Verwaltung besonders stört: Im Bericht des CIMA Instituts für Regionalwirtschaft, den das Land in Auftrag gegeben hatte, werden lediglich die knapp 119.000 in Göttingen lebenden Menschen mit Hauptwohnsitz zugrunde gelegt. Wer von solchen Zahlen ausgehe und nicht – einschließlich der hier Studierenden – von der Gesamtzahl von rund 134.000, der müsse zwangsläufig zu anderen Ergebnissen kommen, so Broistedt. „Dass wir in Göttingen einen äußerst angespannten studentischen Wohnungsmarkt haben, dass die großen Unternehmen der Wohnungswirtschaft lange Wartelisten für preisgünstigen Wohnraum führen, das alles scheint mir darüber hinaus viel zu wenig gewichtet“, erklärt sie.

Baugebiet
 
Neuzeitlicher Fortschritt: Immer mehr Baugebiete verschlingen immer mehr Flächen Foto: Klaus Leidorf

Die Sozialdemokraten legen nun mit einem CDU-Bashing nach: die CDU-Ratsfraktion habe sich bisher „einen schlanken Fuß gemacht“, indem sie sich der Verantwortung verweigerte. Zudem habe sie mit dafür gesorgt, dass wichtige Flächen nicht mehr im Flächennutzungsplan vertreten sind. „Flächen wie der Bismarckstein und Helmsgrund wurden mit CDU-Unterstützung gekippt. Damit sind mögliche Wohnungen in dreistelliger Zahl nicht mehr baubar. Anschließend enthält sich dann die CDU auch noch bei einem so entscheidenden Thema wie dem Flächennutzungsplan. Das ist alles wenig glaubwürdig“, so Fraktionschef Tom Wedrins.

Wedrins verkennt allerdings, dass die so „gekippten“ Gebiete durchaus basisdemokratisch gekippt wurden: Betroffene Anwohner wie auch Ortsräte haben sich explizit gegen die Freigabe ihrer Naherholungsgebiete für eine solche weitere Bebauung ausgesprochen. Und sich der Verantwortung zu weiterer Flächenversiegelung zu entziehen kann ja auch heißen, sich der Verantwortung zum Landschaftserhalt zu stellen. Das kann man den Christdemokraten zwar nicht ohne weiteres unterstellen, klar wird durch solch eine Konfliktgemengelage aber auch, dass es angesichts eines hemmungslos weitergehenden Flächenverbrauchs und in dessen Folge zunehmender Umweltbelastungen keine einfachen Lösungen gibt. Die Forderung nach Ausweisung immer weiterer Baugebiete ist zwar in einer Stadt mit überwiegend bauwütigen, SPD-nahen Verwaltungsspitzen populär – aber vielleicht auch zu einfach, solange kaum andere, einen solchen Tunnelblick vermeidende, zukunftsgerichtete politische Einsichten im Rat vertreten sind. Zukunftsgerichtet heißt hier, den Blick auch auf die mittlerweile globalen Konsequenzen bauwütiger Politik zu richten.

Broistedt jedenfalls sieht „bis zum heutigen Tag keinen Anlass, an den Aussagen unserer eigenen, noch vor einem Jahr aktualisierten Prognose zu zweifeln“, die vom Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung GmbH (GEWOS) bis 2030 einen Bedarf von rund 4.800 neuen Wohneinheiten ermittelt hat.

Besonders ärgerlich finden die Sozialdemokraten, dass die CDU auch dem Göttinger Bündnis für Wohnen ihre Zustimmung verweigert hat. Dort hatte die SPD einen Plan vorgelegt um „konkret und effizient Bebauungspläne fertigzustellen“. „Bisher gab es von Seiten der CDU nur Schlechtmacherei und Verhinderungsargumente“, erklärt die baupolitische Sprecherin Sylvia Binkenstein unter dem Eindruck der heraufziehenden Bundestagswahl und versucht, Bauausschussmitglied Hans-Otto Arnold (CDU) für sich zu vereinnahmen: „Wir sind uns sicher, einem versierten Fachpolitiker wie Hans-Otto Arnold … ist das alles zuwider. Er muss aber nun den Torpedo-Kurs seiner Fraktion befolgen.“

Kommunen sind längst zu mächtigen Wirtschaftseinheiten geworden. Und wie in jedem anderen Wirtschaftssektor auch nimmt der „Betrieb Kommune“ zielgerichtet Einfluss auf die Nachfrage, hier auf die Nachfrage nach neuen Wohneinheiten, anderswo auf die Nachfrage neuer Industrieansiedlungen, wirbt um steuerzahlende Zuzügler zum Wohle des Betriebsergebnisses. Dass diese Wachstumsideologie auch zum Wohle der bereits hier wohnenden Bevölkerung geschieht, ist längst nicht mehr ausgemacht. Einem solchen Wachstum zugunsten von Konsolidierung und Nachhaltigkeit Einhalt zu gebieten, es käme in den Köpfen der meisten Lokalpolitiker bislang einem Sakrileg gleich.

 

Umfrage
Göttinger leben gerne hier
Aber nur die Hälfte will hier länger bleiben

Der Junge Union Stadtverband Göttingen (JU) hat in den vergangenen Wochen eine Umfrage durchgeführt und ausgewertet, was Göttingern an ihrer Stadt gefällt und was nicht. Während die Zufriedenheit etwa mit der Universität sehr hoch ist, gibt es in den Bereichen „Stadtplanung“, „Verkehr“ und „Wirtschaft“ noch dringenden Verbesserungsbedarf.

Leben gern in der Stadt – aber nur vorübergehend: Studierende auf dem Zental-CamppusFoto: vs

Durchgeführt wurde die Umfrage von der Arbeitsgemeinschaft Programm (AG Programm) des JU-Stadtverbandes. Die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft, Anna Grill, erläutert: „Die Teilnahme war über mehrere Wochen sowohl online, als auch mehrfach in der Innenstadt möglich. Unser Ziel war es, vor allem die Sichtweise junger Leute abzubilden. Daher ist es erfreulich, dass 80 Prozent der Teilnehmer unter 35 Jahren alt waren.“ Über 87 Prozent der Befragten leben sehr gerne oder gerne in Göttingen, aus Sicht der JU ein sehr erfreuliches Ergebnis. Allerdings bestätige sich, dass Göttingen meist eine „Durchgangsstation“ für junge Menschen sei: Nur 55 Prozent der Befragten können sich vorstellen, die nächsten zehn Jahre ihres Lebens in Göttingen zu verbringen.

Die Befragten sollten Göttingen außerdem mit anderen Städten in verschiedenen Bereichen vergleichen, dabei zählte der subjektive Eindruck der Teilnehmer. Das auffälligste positive Ergebnis war dabei die Bewertung des Bereiches Wissenschaft: Über 74 Prozent vertraten die Auffassung, dass Göttingen in diesem Bereich besser ist als andere Städte. Im Bereich Wirtschaft waren jedoch nur 11 Prozent dieser Meinung. Noch schlechter schnitt im Vergleich nur der Bereich Stadtplanung ab: Hier wurde unter anderem die Wohnraumsituation bewertet. Fast die Hälfte der Befragten bewertet die Stadtplanung in Göttingen schlechter als in anderen Städten. Auffällig sei auch der Bereich Verkehr gewesen: So hat zwar nur ein Drittel der Befragten die Verkehrssituation als schlechter als in anderen Städten bewertet, allerdings wurden konkrete Probleme wie Parkplatzmangel, Ampelschaltungen und vermeidbare Staus am häufigsten genannt. Die Junge Union will sich daher als nächstes mit den Problemen der Göttinger Verkehrsplanung auseinandersetzen.

Insgesamt sind die JUler mit den Ergebnissen der Umfrage zufrieden: „Wir sind froh, dass die überwältigende Mehrheit der Teilnehmer gerne in unserer Stadt lebt. Aber es ist deutlich geworden, dass die Stadt in einigen Bereichen zwingend handeln muss. Vielleicht sinkt dann auch die Anzahl derjenigen, die Göttingen nur als Durchgangsstation betrachten“, so Grill. Dass fast 9 von 10 Befragten gerne hier leben, sei ein starkes Bekenntnis zur Attraktivität der Stadt. Die benannten Problemfelder zeigten aber auch, dass Göttingen durchaus noch Nachholbedarf habe.
Eine statistische Auswertung der Umfrage finden Sie hier:Weitere Informationen

 

Umweltbundesamt
Masterplan für Hitzewellen
UBA erarbeitet Handlungsempfehlungen zum Schutz der menschlichen Gesundheit

Hohe Temperaturen und Hitzewellen führen zunehmend zu Gesundheitsproblemen – die Folgen des Klimawandels werden auch in Deutschland stärker spürbar. Mit Hitzeaktionsplänen können sich Länder und Kommunen für solche länger dauernden Hitzeperioden rüsten, um die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Dafür hat das Umweltbundesamt einen Masterplan entwickelt.

Oberrhein im Sommer 2015
 
Der Oberrhein im Sommer 2015Foto: Jivee Blau

Besonders ausgeprägte und andauernde Hitzeperioden gab es in Deutschland in den Jahren 2003, 2010 und 2015. Steigende Temperaturen führen auch zu steigenden Gesundheitsrisiken. Hitze kann die Menschen stark belasten und führte in den letzten Jahren zu einer hitzebedingten Zunahme von Krankheits- und Todesfällen. Allein in Deutschland wurden etwa 7000 Todesfälle der Hitzeperiode des Jahres 2003 zugerechnet sowie zahlreiche hitzebedingte Krankheitsfälle aufgrund von Dehydrierung, Hitzschlag, Herz- und Kreislauferkrankungen.

Erfrischung gefällig?
Mineralwasser vielfach mit Spuren aus Landwirtschaft, Industrie u.a.

In einem Test der Stiftung Warentest von 30 Medium-Wässern schnitten nur 11 mit gut ab. Die Prüfer fanden unerwünschte Spuren aus Landwirtschaft, Industrie und Haushaltsabwasser sowie Fehler im Geschmack, meist hervorgerufen durch die Kunststoffflaschen, in die das Wasser abgefüllt wird. Beim Schlusslicht im Test beanstandeten die Tester einen vergleichsweise hohen Gehalt an Chrom (VI).Weitere Informationen

 

Zur Unterstützung der Länder- und Kommunalverwaltungen erarbeitete die vom Bundesumweltministerium ( BMUB ) geleitete Bund-Länder Ad-hoc Arbeitsgruppe „Gesundheitliche Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ Handlungsempfehlungen, um Hitzeaktionspläne zum Schutz der menschlichen Gesundheit zu erstellen. Sie sind als Masterplan zu verstehen, um Menschen und ihre Gesundheit bei lang anhaltenden hohen sommerlichen Temperaturen besser zu schützen. Dabei soll zum Beispiel das Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure in Krankenhäusern und Kindertageseinrichtungen verbessert werden. Sie umfassen kurzfristig sowie langfristig umsetzbare Aktivitäten, unter anderem:

  • die koordinierte Kommunikation von Informationen, Tipps, Verhaltenshinweisen für die Bevölkerung zur individuellen Anpassung;
  • die Einrichtung einer Nachbarschaftshilfe, um Risikogruppen aktiv zu unterstützen;
  • die Installation von gebäudebezogenen Kühlungsmaßnahmen (Rollläden, Markisen und Außenjalousien);
  • an extremer Hitze ausgerichtete Architektur, Stadt- und Bauplanung.

Die Handlungsempfehlungen des Umweltbundesamtes wurden im Auftrage des BMUB zusammen mit zahlreichen Fachleuten unterschiedlicher Disziplinen erstellt.

 

Flüchtlingsunterbringung
CDU: IWF und Siekhöhe erhalten
Grüne: Schnell zu selbstbestimmtem Leben

Kein Mensch weiß, wie sich der Zustrom von Flüchtlingen in den nächsten Monaten entwickeln wird. Trotzdem will und muss die Stadt Göttingen noch vor der Sommerpause eine Entscheidung treffen, wie ein Teil der teuer vorgehaltenen Kapazitäten für deren Unterbringung eingespart werden kann, für die es keinerlei Hilfen vom Land Niedersachsen gibt. Entgegen der Verwaltungsvorlage aus dem Sozialausschuss schlägt nun die CDU-Ratsfraktion vor, sowohl die Einrichtung auf der Siekhöhe wie das ehemalige IWF-Gelände am Nonnenstieg zu halten, dafür aber das neue Gebäude am Albrecht-Thaer-Weg mit 300 Appartements direkt als Studentenwohnheim zu nutzen.

„Bei der „Ankommenseinrichtung“ auf der Siekhöhe und bei dem Flüchtlingsheim am Nonnenstieg handelt es sich um zwei stark differenzierte Angebote, die nicht einfach gegeneinander ausgetauscht werden können“, erklärt Prof. Dr. Ludwig Theuvsen, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion. Die große Halle auf der Siekhöhe verfügt über eine besondere medizinische wie auch personelle Ausstattung, die dieses Objekt speziell für die neu in der Stadt ankommenden Flüchtlinge in besonderem Maße qualifiziert. Mit den offenen, beengten Schlafbereichen und der fehlenden Einbindung in ein urbanes Umfeld spielt sich die gesamte Freizeit für alle Altersstufen allerdings in einem großen und offenen Bereich ab. Die Unterkunft ist daher für eine längerfristige Unterbringung von Flüchtlingen, insbesondere von Familien, nicht geeignet, auch vor dem Hintergrund, dass neben den fehlenden Rückzugsmöglichkeiten (außer einem „Paarzimmer“) keine Möglichkeit der Selbstverpflegung besteht. Allerdings wird diese Einrichtung angesichts völlig unsicherer Perspektiven auch künftig kurzfristig erhebliche Kapazitäten bieten, sollten die Flüchtlingszahlen wieder drastisch ansteigen.

Die Einrichtung im ehemaligen IWF-Gelände am Nonnenstieg vermittelt nach Ansicht der CDU einen ganz anderen Charakter: Es handelt sich um ein Wohnheim, in dem manche Familien seit Eröffnung der Einrichtung wohnen und sich dort nach eigenem Bekunden gut untergebracht fühlen. Relativ kleine, aber helle Zimmer für ein bis zwei Personen, nebeneinander liegende Zimmer für Familien, jeweils sanitäre Einrichtungen und Küche pro Flur, mehrere Gemeinschaftsräume (ein großer Sportraum, ein Theaterraum u.a. für das Boat-People Theaterprojekt, ein tolles Kinderspielzimmer, ein extra Raum für die Hausaufgabenbetreuung, ein Musikraum für Bandproben und ein schönes Außengelände mit Spielgeräten und Fußballtoren für die Kids sowie Grillmöglichkeiten für Bewohner und Ehrenamtliche) schaffen eine vergleichsweise hohe Aufenthaltsqualität für Alt und Jung, Geflüchtete und Ehrenamtliche. In Summe ergibt dieses einen ansprechenden Wohncharakter, bei dem sowohl die Privatsphäre der Geflüchteten gewahrt bleibt, als auch genug Räume für Begegnungen mit Gleichgesinnten und Ehrenamtlichen zur Verfügung stehen. Zudem befinden sich am Nonnenstieg KiTas und verschiedene Schulen in fußläufiger Entfernung zur Unterkunft. Auch kann ohne Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel die Innenstadt erreicht werden. Diese Vorteile erleichtern ganz wesentlich die gesellschaftliche Integration der dort untergebrachten Menschen.

Wenn beide Einrichtungen mit ihren unterschiedlichen Qualitäten erhalten bleiben sollen, muss die Frage beantwortet werden, wo an anderer Stelle Unterbringungskapazitäten wegfallen sollen, ist auch der CDU-Ratsfraktion klar. Dafür bietet sich ihrer Meinung nach das Appartementprojekt der Städtischen Wohnungsbau Göttingen GmbH im Albrecht-Thaer-Weg an. Von Anfang an sei hier so geplant worden, dass dieses Gebäude langfristig als Studentenwohnheim genutzt werden kann – nun könnte diese in der Nähe des Klinikums wie auch zahlreicher anderer Uni-Einrichtungen gelegene Kapazität von 300 Plätzen sofort - und vollständig für studentisches Wohnen genutzt werden.

Der Verzicht auf die Nutzung für die Unterbringung von geflüchteten Menschen würde damit einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung des äußerst angespannten und durch starke Mietpreissteigerungen gekennzeichneten studentischen Wohnungsmarktes in Göttingen leisten.

Grüne: Schnell zu selbstbestimmtem Leben
„Geht es um Geld und Arbeitsplätze oder um die Geflüchteten?“ fragt Thomas Harms, Grünen-Mitglied im Sozialausschuss der Stadt angesichts der jüngsten Berichterstattung zur Schließung der Unterkunft für Geflüchtete am IWF. Darin hatte der Leiter sein Bedauern über das Ende der Unterkunft zum Ausdruck gebracht und darauf verwiesen, dass sich viele der Geflüchteten in der Unterkunft so wohl fühlten, dass sie gar nicht ausziehen wollten. Harms: „Wir wollen, dass Geflüchtete möglichst schnell ein selbstbestimmtes Leben in unserer Stadt führen können. Für die Betreiber/innen einer Unterkunft heißt das: Die Geflüchteten auch loslassen zu können. Für das selbstbestimmte Leben bedarf es mehr bezahlbaren und sozialen Wohnraum, auch und gerade am Nonnenstieg. Wir als Politik haben auch dafür zu sorgen, dass dieser Wohnraum zur Verfügung steht.“

Damit untermauert Harms die bisherige Position der Grünen, dass weder das IWF noch die Unterkunft auf der Siekhöhe optimale Bedingungen böten. Auf dem IWF-Gelände böte sich hingegen die Chance zu sozialem Wohnungsbau, der insbesondere Geflüchteten zu Gute kommen könnte. Die Unterkunft könne also trotz der guten Arbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen nur eine Übergangslösung sein. Primäres Ziel müsse vielmehr sein, Geflüchtete in regulären Wohnraum zu bringen, was heißt, Gemeinschaftsunterkünfte zu Gunsten von Wohnungsbau zu schließen – eben auch auf dem IWF Gelände.“Weitere Informationen

 
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