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    Spacer 20.06.2018 23:15 SpacerOptimiert für das Format 16:9    
 

Kurz & bündig
Kultur · Wissenschaft

Radiotipp

Marktplatz. Verwenden statt verschwenden: Lebensmittelabfälle im Haushalt vermeiden. Weltweit ein Drittel aller erzeugten Lebensmittel weggeworfen wird. Allein in Deutschland wirft jeder Einwohner durchschnittlich mehr als 80 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr weg. Bei einer vierköpfigen Familie entspricht das immerhin einem Wert von 940 Euro. Eine Reihe von Initiativen zeigt jedoch, dass die meisten weggeworfenen Lebensmittel keineswegs verdorben sind. Wie lassen sich Einkäufe bewusst planen? Wo werden empfindliche Lebensmittel zu Hause am besten aufbewahrt? Was steckt hinter dem Mindesthaltbarkeitsdatum? Und was tun Agrarproduzenten, Lebensmittelhersteller und Händler, um die Verluste zu reduzieren? Das und mehr diskutiert Susanne Kuhlmann mit ihren Gästen und Ihren Fragen. Hörertel.: 00800.44644464.
10.10 Uhr, Deutschlandfunk.


Kultur

Kunst auf dem Kreisel
Der Verkehrskreisel Königsallee/Hagenweg erhält ein besonderes Kunstwerk: Jugendliche aus den Jugendwerkstätten der Beschäftigungsförderung (kAöR) haben im Rahmen des Projekts „Jugend stärken im Quartier“ 11 Metall-Ameisen geschaffen. Die aus Schrott geschweißten Tiere werden auf einem Ameisenhügel installiert, der ebenfalls aus gesammeltem Altmetall besteht.
Metall-AmeiseSiegfried Lieske, Dezernent für Personal, Schule und Jugend, übergibt das Gesamtkunstwerk am Donnerstag, 21. Juni, um 13.00 Uhr der Öffentlichkeit. Die am Projekt beteiligten Jugendlichen werden ebenfalls anwesend sein.

Göttinger Elch
Pit Knorr und Wiglaf Droste
erhalten Satirepreis

Noch Karten erhältlich
pdg — Der Satirepreis Göttinger Elch geht in diesem Jahr gleich an zwei Künstler. Die Jury hat in weiser Voraussicht auf die Bedürftigkeit des Landes zum satirischen Doppelschlag ausgeholt und als Preisträger Pit Knorr und Wiglaf Droste nominiert. Warum? Weil die Jury es kann und so entschied. Und weil sich so diese unschöne Lücke in der ELCH-Jahreszählung formidabel schließen lässt: 1998 wurde bekanntlich kein Elch vergeben, aber nun gibt’s 22 Elche in 22 Jahren.
Für die Veranstaltung am 24. Juni um 11.00 Uhr im Deutschen Theater sind noch Karten an der Theaterkasse erhältlich.Weitere Informationen

Larifari-Kindersommer
pdg — In den großen Ferien bietet der Larifari-Kinder­sommer in diesem Jahr drei wunderbare Veranstaltungen auf der Open-Air-Bühne des Dots im Börnerviertel (Barfüßerstr. 12–13) für Kinder ab vier Jahren.
Den Auftakt macht „Die Weltmeisterschaft der Magischen Wesen“, eine Lesung am Sonntag, 1. Juli, um 11 Uhr, aufgeführt vom Buchfink-Theater Göttingen.
Ebenfalls am Sonntag, 1. Juli, gibt es um 12.30 Uhr „Serafina und der Löwenkönig“, ein Figurentheater mit Musik des Theaters Laku Paka aus Kaufungen. →Veranstaltungen.
Am Sonntag, 5. August, gibt es um 15 Uhr Spaßmusik für die ganze Familie zum Thema „Wenn es im Sommer richtig heiß ist …“. Geschickt verstecken „Bernd und die Bänd” in ihrem neuen Sommerprogramm Swing, Blues und Bossa Nova zwischen Sandburg und Schulranzen, Weisheit und Fantasie und schmeicheln sich mit unaufdringlicher Qualität durch die Launen des Alltags. Der „MilchBarJazz” der KunterBänd ist ein cooler Sommer-Mix für kleine und große Genießer. Der Eintritt zu diesen Veranstaltungen ist frei, die Künstlerinnen und Künstler freuen sich aber über Spenden.
Larifari-Flyer liegen in allen Kultureinrichtungen der Stadt Göttingen aus.

Stadtbibliothek
Julius-Club: Jagd auf die Lesediplome
pdg — Zum zehnten Mal nimmt die Stadtbibliothek Göttingen am Julius-Club („Jugend liest und schreibt“) teil. Die Aktion läuft vom 15. Juni bis zum 14. August, teilnehmen können Jugendliche zwischen 11 und 14 Jahren. Aufgabe ist es, während der Sommerferien mindesten zwei von 100 extra für die Club-Mitglieder ausgewählten Romanen zu lesen und zu bewerten. Wer das geschafft hat, wird zur Abschlussparty eingeladen und erhält ein Diplom. Der Club ist ein Projekt der VGH-Stiftung und der Büchereizentrale Niedersachsen, das in 50 Öffentlichen Bibliotheken Niedersachsens stattfindet.
Damit der Spaß nicht zu kurz kommt, gibt es in jeder Woche eine besondere Veranstaltung für die Club-Mitglieder. Auf dem Programm stehen beispielsweise ein Ubongo-Turnier, eine Fahrradtour, ein Besuch im Buchdruckmuseum und viele andere spannende Aktionen.
Anmeldungen unter www.stadtbibliothek.goettingen.de oder vor Ort an der Information der Stadtbibliothek. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Regionale Kulturförderung
Landschaftsverband legt Jahresbericht vor
Landschaftsverband Südniedersachsen hat jetzt seinen Jahresbericht vorgelegt. Der Verband fördert insbesondere Kulturprojekte in der Region, dafür stehen ihm etwa 700.000 Euro im Jahr zur Verfügung. Für welche Kulturprojekte das Geld ausgegeben wird, darüber gibt der Jahresbericht für 2016 und 2017 Auskunft. Eines davon war beispielsweise die Herausgabe des Buches „Kleine Landeskunde Südniedersachsen“, eine Art Standardwerk für die Region.
→www.landschaftsverband.org

Kunst-Quartier (KuQua)
Rückendeckung von KUNST e.V.
Trotz absehbarer finanzieller Kalamtäten sieht der Verein KUNST in dem Quartier im Nikolaiviertel die Möglichkeit „einer Bereicherung mit großer überregionaler Strahlkraft für Göttingen“. Grundvoraussetzung dafür sei allerdings, dass das zu erstellende Konzept „durchdacht und gerade im Hinblick auf die entstehenden Betriebskosten überzeugend und belastbar“ sei. Der Verein fordert die Verwaltung auf, sich unmittelbar nach Gründung der geplanten gemeinnützigen GmbH durch die Stadt um mögliche Kooperationspartner wie z.B. den Kunstverein, die Universität mit ihrer Kunstsammlung und dem Forum Wissen sowie der Kunsthalle HGN in Duderstadt (dessen Besitzer Hans Georg Näder bereits eine erhebliche Fördersumme zugesagt hat – Red.) zu bemühen, um Kooperationen zu schaffen und Synergien zu nutzen. Dies scheine besonders wichtig für große Ausstellungsprojekte, die auch weit über Göttingen hinaus wahrgenommen werden sollen. KUNST e.V. als Vertreter der meisten Göttinger Kultureinrichtungen und Initiativen spricht sich eindeutig gegen einen Baustopp für das Kunsthaus im Kunst-Quartier (KuQua) aus.

Händel-Festspiele Göttingen
Gemischte Bilanz
Rund 14.000 Gäste (2017: 19.000) aus aller Welt besuchten die 75 Veranstaltungen zwischen dem 10. und 21. Mai in Göttingen und der Region, davon 4.000 (2017: 6.000) bei kostenlosen und Kooperationsveranstaltungen. Allein die Festspieloper „Arminio“, inszeniert vom Schweizer Regisseur Erich Sidler und unter der Musikalischen Leitung des Künstlerischen Leiters der Festspiele, Laurence Cummings, lockte mit sechs Vorstellungen sowie der Familienfassung über knapp 4.000 Besucher ins Deutsche Theater Göttingen und zum Public Viewing in die Lokhalle Göttingen. Für die Opernaufführungen im Deutschen Theater Göttingen bedeutet dies eine Auslastung von 90%. Mit 7.000 Karten weniger im Verkauf als im Vorjahr (2018: ca. 12.000, 2017: knapp 19.000) lagen die Festspiele mit knapp 10.000 verkauften Karten (2017: 13.000) planmäßig unter den Zahlen der Vorjahre, was an einer bewusst reduzierten Anzahl der Veranstaltungen bzw. der Wahl der Spielstätten liegt. Die Gesamtauslastung der Festspiele liegt bei 84%, was einer Steigerung von 14 Prozentpunkten gegenüber dem letzten Jahr entspricht.Weitere Informationen

 
Wissenschaft

Anthropologie
Menschenaffen als intuitive Statistiker
pug — Jahrzehntelang nahmen Wissenschaftler an, dass statistische Fähigkeiten eng an Sprachvermögen und mathematische Erziehung gekoppelt sind. Ein internationales Forscherteam der Universität Göttingen, des Max-Planck-Insti­tuts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der schottischen University of St. Andrews hat nun aber gezeigt, dass auch Menschenaffen intuitive Statistiker sind: Sie können intuitiv Zusammenhänge zwischen Stichproben erfassen und daraus Wahrscheinlichkeiten ableiten.Weitere Informationen

Neurologie / Physik
Spezielle Röntgenbildgebung
macht Nervenzellen sichtbar

pug — Das menschliche Kleinhirn beherbergt auf 10 Prozent des Gehirnvolumens etwa 80 Prozent aller Nervenzellen – auf einen Kubikmillimeter können also über eine Million Nervenzellen entfallen. Diese verarbeiten Signale, welche vor allem erlernte und unbewusste Bewegungsabläufe steuern. Ihre genauen Positionen und Nachbarschaftsbeziehungen sind bislang weitgehend unbekannt. Forscher/innen der Göttinger Universität und der Universitätsmedizin haben nun mit einer besondere Variante der Röntgenbildgebung etwa 1,8 Millionen Nervenzellen in der Kleinhirnrinde dargestellt.Weitere Informationen

DLR / Uni / GWDG
Kooperation beim
Einsatz von Supercomputern

Absichtserklärung unterzeichnet
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Universität Göttingen und die Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen (GWDG) wollen beim Einsatz und Betrieb von Supercomputern, sogenannten Hochleistungsrechnern, künftig enger zusammenarbeiten. Dazu unterzeichneten die Partner nun eine Absichtserklärung. Ziel der Vereinbarung ist eine engere Kooperation in der rechen- und datenintensiven Forschung. Das Hochleistungsrechnen (High Performance Computing, HPC) gilt als Schlüsseltechnologie für wissenschaftlichen und technischen Fortschritt. Hierzu gehört der Zugang zu großen Rechnerkapazitäten, aber auch die Entwicklung von geeigneter Software. Universität und DLR wollen neben dem gemeinsamen Betrieb von Hochleistungsrechnern auch deren Anwendung und Methodenforschung vorantreiben.
Das DLR beabsichtigt, in den kommenden Jahren wesentliche Anteile seiner künftigen Investitionen in Rechnersysteme am Standort Göttingen zu bündeln. Die Universität Göttingen verfolgt als Teil ihrer Standortstrategie einen Ausbau der Informatik, der Datenwissenschaften und des Höchstleistungsrechnens. Die GWDG betreibt eine umfangreiche IT-Infrastruktur mit HPC-Rechen­clustern und zugehörigen Speichersystemen. Als gemeinsames Rechen- und IT-Kompetenzzentrum der Universität Göttingen und der Max-Planck-Ge­sellschaft übernimmt sie wichtige Aufgaben in der Digitalisierungsstrategie.

DLR
Sensordatenfusion
in der Verkehrsüberwachung

Zusammenarbeit zwischen Uni und DLR
Das Zusammenführen der Daten verschiedener Sensoren – die sogenannte Sensordatenfusion – ist ein fundamentaler Bestandteil moderner, intelligenter Systeme im Straßenverkehr. Das Institut für Verkehrssystemtechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Forschungsgruppe Datenfusion am Institut für Informatik der Universität Göttingen arbeiten auf diesem Gebiet künftig enger zusammen. Gemeinsam wollen die Wissenschaftler/innen neue Verfahren zur Sensordatenfusion in der Verkehrsüberwachung entwickeln und erproben.Weitere Informationen

Agrarwissenschaften
Stallhaltung aus Verbrauchersicht
pug — Die meisten Tiere in der Landwirtschaft werden in konventionellen Ställen gehalten. Wie Verbraucher reagieren, wenn sie realitätsnahe Bilder solcher Ställe sehen, haben Forscher/innen der Universitäten Göttingen und Bozen untersucht. Bilder aus üblichen Ställen werden demnach von Personen ohne landwirtschaftlichen Bezug sehr negativ bewertet. Aus den Ergebnissen kann abgeleitet werden, wie eine akzeptierte Tierhaltung in Europa ausgestaltet werden müsste.Weitere Informationen

Physik
Wechselwirkung zwischen
Top-Quarks und Higgs-Boson

pug — Wissenschaftler/innen der ATLAS- und CMS-Forscher­gruppen am Large Hadron Collider (LHC) am CERN in Genf entdeckten 2012 experimentell das Higgs-Boson, das anderen Elementarteilchen ihre Masse verleiht. Seitdem erforschen sie, wie dieser Mechanismus der Masseverleihung und Wechselwirkung genau funktioniert. Nun ist es ihnen zum ersten Mal gelungen, die gleichzeitige Produktion eines Top-Quarks, des schwersten Elementarteilchens, und eines Higgs-Bosons zu beobachten. Eine Forschergruppe der Universität Göttingen spielte dabei in der ATLAS-Gruppe eine wichtige Rolle.Weitere Informationen

Agrarökologie
Gartenhummel,
volkswirtschaftlich betrachtet

Effizienter als Honigbiene
pug — Nicht alle Insekten sind gleich effizient bei der Bestäubung. Gartenhummeln sind mit ihren langen Rüsseln zuverlässige Bestäuber der Ackerbohne, während die kurzrüsseligen Hummelarten und Honigbienen weniger effektiv sind. Das haben Wissenschaftler/innen der Universität Göttingen herausgefunden.Weitere Informationen

Entwicklungsbiologie
Genantrieb mit Gen-Scheren:
Probleme identifiziert

pug — Biologen der Universität Göttingen haben Probleme aufgezeigt, die sich beim so genannten Genantrieb (englisch „Gene Drive“) mithilfe von Gen-Scheren ergeben. Wissenschaftler erhoffen sich, mit der Methode CRISPR/Cas als Gen-Schere zielgerichtete „selbstsüchtige Gene“ schaffen zu können, die sich über eine Art „Vererbungsturbo“ beschleunigt in Insektenpopulationen verbreiten, um diese unschädlich zu machen oder zu reduzieren. Die Göttinger Forscherinnen und Forscher konnten jedoch zeigen, dass der Einsatz dieser Gen-Schere zur Entstehung und Verbreitung von resistenten Genvarianten führt, die den Gene Drive blockieren.Weitere Informationen

Fairer Welthandel
Skala zur Messung moralischer Bedenken
pug — Agrarwissenschaftler der Universität Göttingen haben eine Methode entwickelt, um die moralischen Normen einer Gesellschaft genau erfassen zu können. Produkte, die von Verbrauchern als ethisch bedenklich eingestuft werden, können so im Handel besser kontrolliert werden. Denn die Welthandelsorganisation (WTO) hat die Möglichkeit, über den Rechtfertigungsgrund „öffentliche Sittlichkeit“ Importverbote oder verpflichtende Kennzeichnungen für moralisch bedenklich produzierte Erzeugnisse – etwa aus Kinderarbeit – auszusprechen. Das Messinstrument der Göttinger Forscherinnen und Forscher kann die WTO dabei unterstützen.Weitere Informationen

Renaturierung
Forscherteam ermittelt
Erholungszeitraum tropischer Torfsümpfe

pug — Nach derzeitigen Erkenntnissen nimmt die Landbiosphäre 30 Prozent des vom Menschen produzierten CO2 auf und trägt so erheblich dazu bei, die globale Erwärmung zu drosseln. Zu den bedeutendsten terrestrischen Kohlenstoffspeichern gehören tropische Torfsumpfwälder, die jedoch zunehmend gerodet werden. Daten zu ihrer Regenerationsfähigkeit fehlten bisher völlig, sind aber für Schutz- und Renaturierungsprojekte unerlässlich. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Göttingen haben nun erstmals anhand von paläoökologischen Untersuchungen herausgefunden, in welchem Zeitraum sich ein tropischer Torfwald nach einer Störung erholen kann.Weitere Informationen

Molekulare Biowissenschaften
Förderung des SFB 860 verlängert
pug — Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung des Sonderforschungsbereichs (SFB) 860 „Integrative Strukturbiologie dynamischer makromolekularer Komplexe“ erneut um vier Jahre verlängert. Die DFG unterstützt die Wissenschaftler/innen ab dem 1. Juli mit insgesamt rund 9,7 Millionen Euro. Der SFB 860 besteht seit Juli 2010 und ist am Göttinger Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (GZMB) angesiedelt.Weitere Informationen

Hörschwäche
Neuer Ansatz für künstliche Hörhilfen
mpi/umg — Optogenetische Cochlea-Implantate lassen taube Menschen eines Tages möglicherweise Musik hören. Forscherteam aus Frankfurter und Göttinger Hörforschern findet Voraussetzung für die verbesserte Verarbeitung von Tonfrequenzen über rote Lichtpulse.Weitere Informationen

Ur- und Frühgeschichte
Älteste Holzskulptur der Welt
ist 11.500 Jahre alt

pug — Seit mehr als 100 Jahren steht im Museum von Jekaterinburg eine monumentale Holzskulptur, die 1894 rund 50 Kilometer nördlich der Stadt im Shigir-Moor von Goldschürfern entdeckt wurde. Ihr Alter war jahrzehntelang völlig unklar. Ein deutsch-russi­sches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat nun erstmals eine systematische Radiokarbondatierung der Figur organisiert: Mit einem Alter von rund 11.500 Jahren ist die Figur deutlich älter als erwartet und die älteste bekannte Holzskulptur der Welt.Weitere Informationen

Agrarökologie
Biodiversitätsgerechter Kakaoanbau
Zweisprachiges Handbuch für Kleinbauern
pug — Indonesien gehört zu den weltweit wichtigsten Kakao-Produ­zenten. Seit vielen Jahren erforschen Göttinger Wissenschaftler/innen zusammen mit Kollegen und Kakaobauern aus Indonesien den Anbau in sogenannten Agroforstsystemen. Dabei wachsen die Nutzpflanzen nicht in Monokultur, sondern zusammen mit Schattenbäumen. Diese Landnutzungsform sichert nicht nur die Existenz von Millionen von Kleinbauern, sie hat auch den Vorteil großer biologischer Vielfalt. Vögel und Fledermäuse sind hier zum Beispiel reich vertreten und fressen Schädlinge, was zu höheren Ernten führt. Diese und andere Erkenntnisse haben die Wissenschaftler nun in einem zweisprachigen Buch zusammengefasst, um zu einem besseren Verständnis vom Management im Kakaoanbau vor Ort beizutragen.Weitere Informationen

Forum Wissen
Land gibt 2,9 Mio. Euro
für „Räume des Wissens“

pug — Reise, Werkstatt, Holzweg – die Ausstellung „Räume des Wissens“ im zukünftigen Forum Wissen der Universität Göttingen hat ein bisher einzigartiges Konzept. Aus diesem Grund fördert das Land Niedersachsen das Projekt mit 2,9 Millionen Euro. Die Mittel kommen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).
Die Niedersächsische Ministerin für Regionale Entwicklung, Birgit Honé, betonte, dass sich solche Projekte nur mit Kooperation und gemeinsamem regionalen Engagement realisieren lassen. Eine Einschätzung, der sich der Landkreis Göttingen anschließt. Auch er fördert das Projekt mit einer Million Euro; die Zuwendung stellt das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport zur Verfügung. „Die Universität Göttingen und die Region prägen einander, das wird beiden Seiten immer stärker bewusst. Die ‚Räume des Wissens‘ stehen exemplarisch für dieses gemeinsame Bewusstsein, füreinander da zu sein und voneinander zu profitieren“, so Christel Wemheuer, Erste Kreisrätin des Landkreises Göttingen.
Die Basisausstellung „Räume des Wissens“ wird anhand von Objekten aus rund 70 Sammlungen der Universität Göttingen zeigen, wie Wissen geschaffen wird: von wem, wie, unter welchen Bedingungen, von welchen Ausgangspunkten, mit welchen Zielen. Die Fragestellung ist fächerübergreifend und bezieht sich auf die Vergangenheit, die Gegenwart und wirft Perspektiven in die Zukunft.

Volkswirtschaften
Deutlich geringeres Wachstum
als angenommen

pug — Viele ökonomische Modelle und politische Debatten gehen von der Annahme aus, dass Volkswirtschaften exponentiell, also in stetigen Raten von zwei bis drei Prozent wachsen. Ökonomen des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und der Universität Göttingen haben Daten von 18 Ländern neu ausgewertet und fanden heraus, dass entwickelte Volkswirtschaften deutlich weniger wachsen als angenommen: Die Wirtschaft in vielen Ländern Europas sowie in Kanada und den USA wuchs in diesem Zeitraum eher linear, das heißt mit abnehmenden Wachstumsraten. Nur zwei der untersuchten Länder erreichten die angenommenen Wachstumsraten. Die Wissenschaftler fordern daher, diese verschiedenen Wachstumspfade in volkswirtschaftlichen Modellen und in der wirtschaftspolitischen Planung zu berücksichtigen.Weitere Informationen

Ernährung
Analyse des globalen Hungerproblems
pug — Um Fortschritte beim weltweiten Kampf gegen den Hunger einschätzen zu können, muss man zunächst in der Lage sein, das Ausmaß des Hungers zu messen. Neben dem Problem der unzureichenden Kalorienversorgung gibt es auch den so genannten versteckten Hunger – den Mangel an Mikronährstoffen wie Vitaminen und Mineralstoffen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Göttingen haben nun eine Methode vorgeschlagen, die die unterschiedlichen Formen des Hungers und die daraus resultierenden gesundheitlichen Folgen berücksichtigt.Weitere Informationen

Neurologie
Körperliche Aktivität
auch für Nachkommen gut

dzne/umg — Körperliche und geistige Aktivität sind nicht nur gut für das eigene Gehirn, sie können auch die Lernfähigkeit späterer Nachkommen beeinflussen – zu-mindest im Mausmodell. Diese besondere Form der Vererbung wird durch bestimmte RNA-Moleküle vermittelt. Sie beeinflussen die Genaktivität und reichern sich nach körperlicher und geistiger Aktivität im Gehirn sowie in den Keimzellen an. Das berichten Prof. Dr. André Fischer und Fachkollegen vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Göttingen und München und der Universitätsmedizin Göttingen (UMG).Weitere Informationen

Ökolandbau
Potenziale und Grenzen der Biolandwirtschaft
pug — Eine Studie der Universität Göttingen belegt, dass nur die Kombination von ökologischen und konventionellen Anbautechniken eine global nachhaltige Landwirtschaft garantieren kann. Agrarökonomen untersuchten den Einfluss des Ökolandbaus auf Umwelt, Klima und Gesundheit in unterschiedlichen Teilen der Welt. Dabei fanden sie heraus, dass der Anbau von Biolebensmitteln zu viel Ackerfläche benötigt, um sich weltweit positiv auf die Artenvielfalt auswirken zu können. Zudem ist er in ärmeren Ländern zur Ernährungssicherung ungeeignet.Weitere Informationen

Geobiologie
Mikrobielles Leben schon vor 3,5 Mia. Jahren
pug — Die Suche nach den ältesten Lebensspuren auf der Erde ist eine der größten Herausforderungen aktueller geobiologischer Forschung. Einer Forschergruppe unter der Federführung von Geobiologen der Universität Göttingen ist es nun gelungen, in 3,5 Milliarden Jahre alten Gesteinen Westaustraliens die ältesten molekularen Fossilien nachzuweisen.Weitere Informationen

Agrarwissenschaften
Winterweizen blühen früher
Folgen von Klimawandel und Züchtung
pug — Verschiebungen der Entwicklungsstadien von Pflanzen im Jahresverlauf gelten als wichtiger Indikator für den Klimawandel. Agrarwissenschaftler der Universität Göttingen haben in Zusammenarbeit mit Forschern der Universität Bonn untersucht, wie sich der Blühzeitpunkt von Winterweizen in den vergangenen 60 Jahren in Deutschland verändert hat. Die Auswertung von fast 500.000 Beobachtungen der Pflanzenentwicklung ergab, dass der Winterweizen heute etwa 14 Tage früher blüht als vor 60 Jahren. Experimentell konnten sie nachweisen, dass nicht nur die gestiegenen Temperaturen, sondern auch die Veränderung der Sorten durch Züchtung zu dem früheren Blühzeitpunkt beitragen.Weitere Informationen

Neurobiologie
Zusätzliche Funktion von Opsinen
pug — Forscher der Universität Göttingen haben entdeckt, dass Opsinen – Fotopigmente in den Augen von Tieren – noch eine weitere Aufgabe erfüllen: Sie kommen nicht nur in den Augen, sondern auch in den Mechanorezeptoren entlang des Körpers vor, wo sie für die Fortbewegung verantwortlich sind.Weitere Informationen

Pflanzenökologie
Bestäubung: Bienen bringen’s
Bestäubungsvarianten untersucht
pug — Ein interdisziplinäres Forscherteam der Universität Göttingen konnte erstmals zeigen, dass die Blütenbestäubung durch Bienen eine deutlich bessere Fruchtqualität bewirkt als bei Selbstbestäubung. Die Insektenbestäubung hat einen entscheidenden Einfluss auf die hormonellen Prozesse während der Fruchtentwicklung, die im Vergleich mit Früchten aus eigenbestäubten Blüten zu einem typischeren Geschmacksergebnis führen. Zwar erzielt die aufwändige Bestäubung per Menschenhand qualitativ ähnlich gute Früchte, doch sie ist umständlich, teuer und zeitintensiv. Nur die Insektenbestäubung kann der steigenden Lebensmittelnachfrage gerecht werden sowie Ertrag und Qualität der Produkte und damit ihre Vermarktbarkeit garantieren.Weitere Informationen

Agrarökologie
Globaler Konflikt:
Agrarproduktion vs. Artenvielfalt

pug — Eine gezielte Landnutzungsplanung könnte den Konflikt zwischen landwirtschaftlicher Produktion und Naturschutz mindern. Wissenschaftler der Universität Göttingen, des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), des Helm­holtz-Zen­trums für Umweltforschung (UFZ) und der Universität Münster haben weltweite Datensätze ausgewertet – einerseits zur Verbreitung und zu den ökologischen Anforderungen tausender Tierarten, anderseits zur landwirtschaftlichen Produktion der weltweit wichtigsten Feldfrüchte.Weitere Informationen

Molekularbiologie
Neue Erkenntnisse
bei Hunchback-Protein

pug — Das sogenannte Hunchback-Protein spielt offenbar eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Blut-Hirn-Schranke. Die Existenz dieses Proteins ist seit langem bekannt. Biologinnen und Biologen der Universität Göttingen konnten nun aber erstmals zeigen, dass der Verlust der Funktion in der Taufliege Drosophila melanogaster dazu führt, dass die Blut-Hirn-Schranke nicht mehr funktioniert.Weitere Informationen

U4-Netzwerk
Spitzenergebnisse erzielt
pug — Seit zehn Jahren arbeiten die Universitäten Göttingen, Gent, Groningen und Uppsala im internationalen Netzwerk „U4“ eng zusammen. Eine vergleichende wissenschaftliche Studie des International Centre for Higher Education Research (INCHER) in Kassel bescheinigt den Partnern nun herausragende Ergebnisse: Im Hinblick auf gemeinsame Veröffentlichungen, Drittmittelprojekte und Studiengänge, den Austausch von Forschenden, Studierenden und Beschäftigten sowie die Kooperation in Leitung und Verwaltung belegt das Netzwerk Spitzenplätze.
Das INCHER untersuchte 21 internationale Hochschulnetzwerke mit deutscher Beteiligung, die von 2013 bis 2016 im Programm „Strategische Partnerschaften und thematische Netzwerke“ des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) gefördert wurden. Das U4-Netzwerk schnitt im Vergleich in allen Rubriken als eins der erfolgreichsten Netzwerke des gesamten Programms ab.
→www.u4network.eu

Agrarwirtschaft
Wildbienen bevorzugen kleine Felder
pug — Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Universität Göttingen hat herausgefunden, dass in Agrarlandschaften mit kleinen Feldern mehr Wildbienen vorkommen als in Landschaften mit großen Feldern. Das höhere Aufkommen von Wildbienen führte zu einer verbesserten Bestäubung der dort angebauten Pflanzen. Überraschenderweise fanden sich weniger Wildbienen in Landschaften, in denen viele verschiedene Feldfrüchte angebaut wurden.Weitere Informationen

Evolutionsbiologie
Neue Hypothese
zur sexuellen Fortpflanzung

Wer Sex hat, rostet nicht
pug — Warum ist die sexuelle Fortpflanzung bei allen höheren Lebewesen dominant? Worin liegen die Vorteile dieses aufwändigen Prozesses? Um diese kontroversen Fragen der Evolutionsbiologie zu beantworten, haben Wissenschaftler der Universitäten Göttingen und Amsterdam die Entstehung von Lebewesen mit Zellkern vor etwa zwei Milliarden Jahren rekonstruiert. Ihre Hypothese: Mit der Entwicklung der Sauerstoffatmung wuchs die Gefahr von oxidativen Schäden an der DNA durch Sauerstoffradikale. Vor diesem Hintergrund diente Sex womöglich ursprünglich in erster Linie der DNA-Reparatur.Weitere Informationen

Genforschung
Insekten und Wirbeltiere
ähnlicher als gedacht

pug — Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung eines Embryos ist die Achsenbildung. Dabei wird festgelegt, auf welcher Seite der Kopf und auf welcher Seite das Hinterteil entstehen sollen. Wenn die Achsenbildung nicht richtig abläuft, entstehen Embryonen mit zwei Hinterteilen oder zwei Köpfen. Forscherinnen und Forscher der Universitäten Göttingen und Erlangen-Nürnberg haben nun herausgefunden, dass dieser Prozess bei Insekten und Wirbeltieren weniger unterschiedlich verläuft als bisher gedacht.Weitere Informationen

Nachhaltige Bioenergieversorgung
Praxisbezogene Studienergebnisse
pug — Mehr als fünf Jahre hat ein interdisziplinär arbeitendes Forscherteam an der Universität Göttingen die Chancen und Risiken der Bioenergie im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung untersucht. Die Ergebnisse dieser Forschung wurden nun unter dem Titel „Bioenergie im Spannungsfeld – Wege zu einer nachhaltigen Bioenergieversorgung“ veröffentlicht. Die Untersuchungen zeigen, wie die Produktion und die energetische Nutzung der Biomasse mit den Anforderungen des Klimaschutzes, der Biodiversität, des Landschaftsschutzes sowie der Nahrungsmittelversorgung, aber auch mit ökonomischen Aspekten in Einklang zu bringen sind. Die Forschung stützt sich auf den ländlichen Raum Niedersachsen, stellt jedoch auch Bezüge zur Gesamtsituation in Deutschland her.Weitere Informationen

Nanoskopie
Welt der Synapsen wird transparenter
umg/cnmpb/MPI-BPC — Durchbruch bei der Erforschung der Signalwege: Göttinger Wissenschaftler entwickeln höchstauflösende Messungen der Kalziumkonzentration und entschlüsseln die Zahl und Funktion von Kalziumkanälen an der Synapse.Weitere Informationen

Elektronenmikroskopie
Attosekunden-Pulse erzeugt
pug — Forschern der Universität Göttingen ist es gelungen, Elektronenblitze zu formen und zu messen, die kürzer als ein einzelner Lichtzyklus sind.Weitere Informationen

Agrarwissenschaften
Ersatz für Sojaschrot als Tierfutter
pug — Schweine und Masthähnchen können nur gesund aufwachsen, wenn sie optimal ernährt werden. Dabei spielt insbesondere die Proteinversorgung eine herausragende Rolle. In Deutschland stammt ein Großteil des Futterproteins aus Soja-Importen. Wissenschaftler der Universität Göttingen erforschen zurzeit, ob und wie Soja durch Insekten- oder Algenmehle ersetzt werden kann. Erste Ergebnisse haben gezeigt, dass die Tiere das neue Futter gut annehmen und verwerten können. Was die Forscher nicht erwähnen: dass zu einem gesunden Aufwachsen nicht nur das Futter, sondern auch die Tierhaltung gehört.Weitere Informationen

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Kurz & bündig
Politik · Wirtschaft · Gesellschaft


Politik und Verwaltung

Verwaltung
Öffentliche Sitzungstermine
Ausschuss für Bauen, Planung
<leer>und Grundstücke:
21. Juni
Ortsrat Nikolausberg: 21. Juni
Betriebsausschuss Umweltdienste: 26. Juni
Ausschuss für Umwelt,
<leer> Klimaschutz und Mobilität:
26. Juni
Einzelheiten zu den Sitzungen auf →Politik, Seite 1

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Wohnraum
Grüne: Zweckentfremdungsgesetz
auch für Göttingen

Angesichts eines im niedersächsischen Landtag eingebrachten Wohnraumgesetz zur Bekämpfung von Leerständen halten dies die Grünen auch für Göttingen für eine gute Idee. Man brauche auch hier „zwingend eine gesetzliche Grundlage“, so der Grüne Peter Pütz, um den „offensichtlichen Leerstand“ zu bekämpfen. Für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Stadt sei es enorm wichtig, dass allen Menschen angemessener und bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung gestellt werde. „Bereits seit Jahren fordern wir ein Wohnraumschutzgesetz für Niedersachsen, das uns als Kommune ein wirkungsvolles Instrument an die Hand geben würde“, pflichtet ihm der Vorsitzende der Fraktion im Rat der Stadt, Rolf Becker, bei. Eine Satzung würde helfen, gegen die „himmelschreiende Ungerechtigkeit des spekulativen Leerstands“ vorzugehen.

Fridtjof-Nansen Haus
Rat beschließt Verkauf
Der Rat der Stadt Göttingen hat auf seiner Sitzung am 15. Juni mehrheitlich den Verkauf des Fridtjof-Nansen Hauses beschlossen. Neuer Eigentümer wird der Göttinger Hogrefe-Verlag, der direkt gegenüber der Immobilie bereits seinen Hauptgeschäftssitz in einer prunkvollen Villa hat (vormals Sitz der dubiosen „Göttinger Gruppe“, die Tausende Anleger um ihre Ersparnisse gebracht hat). Hogrefe ist einer der führenden Verlage auf dem Gebiet psychologiscer Fachliteratur und entsprechenden Testmaterials.
GöLinke schaltet Kommunalaufsicht ein
Wegen des Verkaufs des Fridtjof-Nansen-Hauses hat sich die GöLinke-Rats­fraktion an die Kommunalaufsicht gewandt. Sie sah sich zu diesem Schritt gezwungen, da ihr keinerlei Prüfungen von Alternativen zum Verkauf des Hauses vorgelegt wurden und es auch überhaupt keinen Versuch dazu gab. Die Kommunen in Niedersachsen dürfen aber ihr „Vermögen nur veräußern, wenn sie es in absehbarer Zeit nicht benötigen“, §125 NKomVG, zitieren sie das Gesetz. Zum anderen sei die Kommune auch gehalten, wirtschaftlich zu handeln. Das sei in diesem Falle aber in keiner Weise nachvollziehbar, weil die Einnahmen aus dem Verkauf schon zu zwei Dritteln bereits verplant sei für die Anmietung von Räumen für das städtische Archiv. „Das restliche Drittel wird dann auch schnell weg sein für die Anmietung von Wohnraum“, heißt es in einer Mitteilung. „Somit haben wir in absehbarer Zeit das Fritjof-Nansen-Haus aus städtischem Besitz verloren und auch die Einnahmen werden in absehbarer Zeit bei anderen Vermietern landen.“

Ehrung
Bundesverdienstkreuz
für Gerhard Scharner

Gerhard Scharner, langjähriger Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Göttingen und Gremienmitglied, Berater und Unterstützer der Internationalen Händel-Festspiele, wurde am 15. Juni von Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Scharner wurde insbesondere wegen seiner großen Verdienste für die Einbindung von Wissenschaft und Kultur in das lokale und regionale Umfeld geehrt.

Urlaubszeit
Verwaltung erinnert an Fristen bei Reisepässen
pdg — Mit Blick auf die nahestehenden Sommerferien rät die Göttinger Stadtverwaltung Urlauberinnen und Urlaubern, rechtzeitig ihre Personalausweise bzw. Reisepässe auf deren Gültigkeit zu prüfen. Denn beispielsweise bei Reisepässen liegt die Lieferzeit der Bundesdruckerei bei ca. 4 Wochen. Kinderreisepässe werden zeitnah vor Ort ausgestellt. Durch den erwartungsgemäß erhöhten Andrang zu Ferienbeginn kann es hier allerdings ebenfalls zu Wartezeiten kommen.
Weitere Informationen auf der städtischen Website:Weitere Informationen

Flüchtlinge
Sozialamt stellt Ultimatum zum Auszug
Einer Meldung der Grünen zufolge stellt das Sozialamt Bewohner/innen von Flüchtlingsunterkünften ein Ultimatum zum Auszug und fordert sie auf, per Zeitungsannonce und Internet aktiv dazu beizutragen ihre „Obdachlosigkeit“ zu beenden. Der Ratsherr Thomas Harms kommentiert dies: „Dieses Ansinnen ließe sich zwischen Kabarett und Realsatire ansiedeln, wenn diese Aufforderung der Sozialverwaltung und der generelle Umgang mit den geflüchteten Menschen nicht so traurig wäre. Ein Umzugsmanagement der städtischen Sozialarbeit sollte dazu beitragen, bezahlbaren Wohnraum zu finden und die Menschen nicht im Regen stehen lassen.“

Radwege
Grüne: Lücken im Radwegenetz
Auch 2. Radtour offenbart Mängel
Nach einer Inspektionstour per Rad am 26. Mai Richtung Norden an der Alten B3 entlang haben die Göttinger Grünen jetzt das Radwegenetz im Süden der Stadt in Augenschein genommen und etliche Mängel festgestellt. Eine (nicht so ganz neue) Erkenntnis dabei: „„Die Verkehrsführung orientiert sich nach wie vor am Primat des Pkws, das Rad wird nur irgendwie darum herum drapiert. Damit muss endlich Schluss sein“, so Martin Worbes, Fraktionsvorsitzender im Kreistag. Sie hätten auf ihrer Tour „das Wirrwarr der unterschiedlichsten Regelungen für den Radverkehr hautnah erlebt“. Benutzungspflichtiger Radweg und Radfahren auf der Straße wechseln sich ab, Radwege enden abrupt, es gibt Radschnellwege, aber nach StVO keine eindeutige Beschilderung. „An der Steinmetzkurve läuft ein wichtiger Radweg einfach in einen Bürgersteig aus. Regeln für Radfahrende müssen genauso intuitiv und konsequent zu Ende gedacht sein, wie sie es beim Pkw sind“, so Rolf Becker. Die Fahrradstraße beim Schulzentrum Geismar ende gar 100 Meter vor der viel befahrenen Kiesseestraße, die viele Kinder mit dem Rad überqueren müssen.
Zum Abschluss der Stadtradeln-Aktion wird es am 23. Juni vor dem Groner Freibad einen Rad-Aktionstag geben.

Amtsblatt Nr. 13
380-kV-Höchstspannungsleitung
pdg — Das neue Amtsblatt der Stadt Göttingen erscheint am 6. Juni. Darin geht es um die Entscheidung des Verwaltungsausschusses über die Zulässigkeit des Einwohnerantrags der Bürgerinitiative „Pro Nonnenstieg“ für ein neues Gutachterverfahren für das IWF-Gelände am Nonnenstieg 72. Weitere Themen sind der „Wohnpark Junkerberg“ sowie der Bebauungsplan zwischen Hannoverscher- und Rudolf-Diesel-Straße.
Im Amtsblatt davor ging es um bauvorbereitende Maßnahmen – sogenannte Baugrunduntersuchungen – im Raum Göttingen – für den Neubau einer 380-kV-Höchstspannungsleitung von Wahle nach Mecklar.
Das Amtsblatt ist kostenlos im Info-Büro im Neuen Rathaus, im Alten Rathaus, in der Stadtbibliothek sowie in den Verwaltungsstellen Geismar, Grone und Weende erhältlich und im Internet unter www.goettingen.de →Rathaus & OB →Rat & Ortsräte →Amtsblatt zu finden.

Bauausschuss
Fußgänger- statt fahrradfreundliche Innenstadt
Der Stadtverband der Grünen bedauert den Mehrheitws-Beschluss des Bauausschusses, die Innenstadt im Fußgängerzonenbereich 1 und 2 (sog. Busring) nicht weiter für den Fahrradverkehr zu öffnen. Sie sind weiterhin für die Öffnung der Fußgängerzone für den Radverkehr. Die Grünen-Fraktion im Stadtrat wollte eine Querungsmöglichkeit im Fußgängerbereich in Ost-West-Richtung über den Nabel in den Nacht- und frühen Morgenstunden bis 11.00 Uhr. „Damit wäre eine sinnvolle Querungsmöglichkeit aus dem Osten zum Bahnhof insbesondere für Bahnpendler interessant geworden“, so Julian Arends vom Stadtvorstand. Der erneute ablehnende Beschluss zeige abermals, dass die Mehrheit im Ausschuss die in Göttingen leider vorherrschende ungeordnete verkehrspolitische Situation konservieren möchte und zukunftsfähigere Konzepte auf der Strecke bleiben, so ein Sprecher.
Dabei geht es um eine Strecke von ca. 300m, die Radfahrer schieben müssen. Die für sie freigegebene Strecke mit dem Rad ist ca. 200m länger.

Stadtentwicklung
Kunstquartier wird drastisch teurer
CDU strikt gegen Mehrausgaben
pdg — Die derzeitige gute Konjunktur im Baubereich führt auch im kommunalen Bereich zu Verteuerungen von Baumaßnahmen. So rechnet die Bauverwaltung der Stadt Göttingen unter anderem für das Förderprojekt „Kunstquartier“ (KuQua) mit einer Kostenerhöhung um voraussichtlich rund 20 Prozent. Insbesondere der Neubau des Galeriegebäudes „Kunsthaus“ in der Düsteren Straße 7 ist davon betroffen.
„Wie wir auch bei anderen Projekten bereits feststellen mussten, führen die derzeit meistens bestens gefüllten Auftragsbücher von Baufirmen und Handwerksbetrieben zu weniger Angeboten und zu deutlich höheren Preisen“, sagt Stadtbaurat Thomas Dienberg in einer Stellungnahme. Das sei zwar gut für die Firmen, bereite aber Bauherren und vor allem den Kommunen immer häufiger Kopfschmerzen. Denn letztere müssen ihre Bauaufträge öffentlich ausscheiben – und bekommen zunehmend nur wenige oder sogar gar keine Angebote von Firmen.
So hatte im Rahmen der Ausschreibung der Rohbauarbeiten für das Galeriegebäude nur ein Unternehmen ein Angebot abgegeben. Dieses lag 37 Prozent über der konkretisierten Kostenberechnung, die unmittelbar vor der Ausschreibung im Februar mit aktuellen Preisen erstellt wurde. „Daher ist heute bereits absehbar, dass bei gleichbleibend hohem Preisniveau auch weitere Ausschreibungen über den ermittelten Kosten liegen werden“, erläutert Dienberg. In der Summe werde dies zu etwa einer Million Euro Mehrkosten im Rahmen des Projektes führen. Sollte die Preisentwicklung ihre aktuelle Tendenz beibehalten, könne sich die Summe erneut ändern.
Ursprünglich hatte die Stadt die Projektkosten mit fünf Millionen Euro angesetzt, wovon viereinhalb Millionen Euro als Zuschuss vom Bundesbauministerium gefördert werden. Derzeit muss die Stadt mit Projektkosten in Höhe von mindestens sechs Millionen Euro rechnen. Zusätzlich führt die aktuelle Marktlage zu einer zeitlichen Verschiebung, da sich die Beauftragungen deutlich verzögern. Geplant war die Fertigstellung des Hauses bislang bis Ende 2019. Der Baubeginn war für Anfang Mai angesetzt und verschiebt sich nun voraussichtlich auf August. Die Fertigstellung des Neubaus wird sich entsprechend verzögern.
Die CDU-Fraktion sieht in der fatalen Entwicklung seitens der Stadtverwaltung insbeondere „ein Eingeständnis ihrer Fehleinschätzung in Sachen Bauleitplanung und Kostencontrolling“. Es stelle sich die Frage, wie seriös und ernsthaft große Projekte durch die Verwaltung in Göttingen geplant und umgesetzt werden können. Hans Otto Arnold (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses, wies darauf hin, dass „bereits seit Planungsbeginn dieser netten Idee absehbar war, dass die Kosten knapp kalkuliert waren und sehr wahrscheinlich zu massiven Einschnitten für andere Kultureinrichtungen führen werden, um finanzielle Defizite im Haushalt auffangen zu können. Dieser Fall könnte jetzt eintreten.“Weitere Informationen


Wirtschaft

Gewerbliche Wirtschaft

Arbeitszeit
Viele Beschäftigte haben ein Arbeitszeitkonto
Seit 1999 ist der Anteil der Beschäftigten mit einem Arbeitszeitkonto um 21 auf 56 Prozent gestiegen. Der Anteil der Betriebe mit Arbeitszeitkonten hat sich um 17 auf 35 Prozent erhöht. Besonders häufig werden Konten mit einem kürzeren Ausgleichzeitraum genutzt. Langzeitkonten bleiben weiterhin die Ausnahme. Das geht aus einer am Dienstag erschienenen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.Weitere Informationen

Einzelhandel
Göttinger Geschäfte unterstützen Forum Wissen
Zehn Göttinger Geschäfte beteiligen sich an der Aktion „Wir wollen’s wissen“ und unterstützen damit das zukünftige Forum Wissen. Die in ihren Schaufenstern auf Fotoleinwänden ausgestellten Objekte stammen aus den Sammlungen der Universität Göttingen. Welchen Bezug sie zu den jeweils angebotenen Waren haben, können Interessierte nun beim Stadtbummel erkunden. Die Objekte aus den verschiedenen Sammlungen werfen Fragen auf, regen zum Nachdenken und zu manchem Augenzwinkern an. Vor allem aber zeigen sie, dass die akademischen Sammlungen und das Forum Wissen eng mit den Göttingerinnen und den Göttingern verbunden sind.
Das zukünftige Museum der Universität Göttingen lädt dazu ein, Wissenschaft als einen Prozess zu verstehen, der von Menschen betrieben und bestimmt wird, die Entscheidungen für den einen oder anderen Weg treffen. Ein differenzierter, fächerübergreifender Blick, wechselnde Perspektiven und offene Deutungen werden es den Besucherinnen und Besuchern ermöglichen, sich kritisch mit Wissenschaft auseinanderzusetzen.
→www.forum-wissen.de

Beschäftigung
4,5 Prozent arbeiten auf Abruf
4,5 Prozent der Beschäftigten in Deutschland arbeiten auf Abruf. Besonders häufig ist Arbeit auf Abruf unter Minijobbern verbreitet: Hier beträgt der Anteil 12 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg und des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Arbeit auf Abruf unterscheidet sich von Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst dadurch, dass lediglich die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit vereinbart ist, die Lage der Arbeitszeit jedoch vom Arbeitgeber variabel festgelegt werden kann.Weitere Informationen

Lift-Off
Uni prämiert Innovationen und Start-Ups
pug — Sensoren für den Acker, Dolmetscher für Gehörlose und Beratung für den Einzelhandel: Die Universität Göttingen hat erneut drei Teams von Studierenden, Promovierenden und Postdocs für ihre innovativen Gründungsideen ausgezeichnet. Im diesjährigen Finale des Gründungswettbewerbs Lift-Off präsentierten insgesamt elf Teams ihre Projekte vor rund 220 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Eine Expertenjury aus Wirtschaft und Wissenschaft hatte die Teams aus insgesamt 22 Bewerbungen ausgewählt. Zusätzlich wurde am Ende des Abends ein Publikumspreis vergeben.
Der Wettbewerb fand dieses Jahr zum zweiten Mal statt, erneut veranstaltet von der Gründungsförderung der Universität Göttingen in Kooperation mit dem SüdniedersachsenInnovationsCampus (SNIC).Weitere Informationen

Arbeitsmarkt Südniedersachsen
Wonnemonat mit Rekordzahlen
Mit der niedrigsten Arbeitslosenquote seit der Wiedervereinigung endete der Wonnemonat Mai im Agenturbezirk Göttingen. Mit 5,6% sank die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,2 Prozentpunkte auf einen neuen Tiefststand.Weitere Informationen

IAB-Arbeitsmarktbarometer
Zweiter Rückgang in Folge
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer sinkt im Mai gegenüber dem Vormonat um 0,4 auf 104,1 Punkte. Das ist der zweite Rückgang des Frühindikators des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Folge. Sowohl die Aussichten für die Beschäftigungsentwicklung als auch die Erwartungen für die Entwicklung der Arbeitslosigkeit erhalten einen Dämpfer. Dennoch zeigt der hohe Stand des IAB-Arbeitsmarktbarometers gute Perspektiven für den Arbeitsmarkt in den nächsten Monaten.Weitere Informationen

Globale Umweltzerstörung
durch Politik und Konzerne

Die Organisation Rettet den Regenwald engagiert sich auf bewundernswerte Weise für den Erhalt der letzten noch verbliebenen ökologischen Reservate – wovon letztlich unsere Zukunft abhängt – und ruft regelmäßig zu Kampagnen gegen deren weitere Zerstörung auf. Gö-Polis veröffentlicht sie hier und möchte seine Leser dazu animieren, sich am Erhalt unserer Lebensgrundlagen aktiv zu beteiligen. Immer, wenn Sie an dieser Stelle ein neues Bild vorfinden, gibt es eine neue Aktion bzw. Neues zu berichten.

Tansania
Tierparadies Selous ist bedroht
Sie kennen bestimmt dieses Afrika-Bild: weite Savannen, Herden von Büffeln und Antilopen, trottende Elefanten-Familien und im Schatten dösende Löwen. Die Serengeti ist so ein Ort, oder Selous, beides Tierparadiese in Tansania. Doch Selous ist bedroht!

Rettet den Regenwald
<leer>Foto: RdR

Wenn nicht schnell gehandelt wird, kreischen dort bald die Motorsägen. Mitten im Welterbe-Gebiet will Präsident Magufuli 2,6 Millionen Bäume fällen lassen, um Platz für einen Staudamm zu schaffen. Niemand weiß, wie der Staudamm bezahlt werden soll. Eine Studie, welche Auswirkungen er auf die Umwelt hat, gibt es nicht. Doch die Regierung will trotzdem Fakten schaffen und 1500 Quadratkilometer Wald und Savanne roden. Der ökologische Schaden wäre unermesslich und nicht reparierbar.
Bitte fordern Sie Tansanias Regierung auf, die Fällung der Bäume zu unterlassen. Bitte fordern Sie den Schutz des Welterbe-Gebietes Selous:
www.regenwald.org

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Bildung - Beruf - Karriere

Neue Studiengänge
„Weltliteratur (B.A.)“ und „Kulturen und
Sprachen des mediterranen Raums (M.A.)“

Bewerbungen bis 15. Juli
pug — Das Zeitalter der Globalisierung ist in der Literatur angekommen. Der Buchmarkt internationalisiert sich, Übersetzungs- und Verfilmungsrechte werden weltweit gehandelt. Auch viele Autorinnen und Autoren lassen sich nicht mehr auf eine einzige Nation festlegen. Um diese Entwicklung aufzunehmen, hat die Philosophische Fakultät der Universität Göttingen zum Wintersemester 2018/2019 den Bachelor-Studiengang „Weltliteratur“ eingerichtet, der sich mit Literatur aus aller Welt befasst.
Die Studierenden profitieren von der breiten Palette inner- und außereuropäischen Philologien, die an der Philosophischen Fakultät gelehrt werden. Sie erkunden die europäische und weltweite Vernetzung von Literatur und erfahren dabei, wie Stile und Epochen sich über Grenzen hinweg ausgebreitet haben. Sie erfahren, wie Texte aufeinander anspielen und wie Autoren voneinander lernen. Leselust, Neugier und die Bereitschaft, unterschiedliche Zugänge zu Literatur auszuprobieren und zu vergleichen, sind die Voraussetzungen, die Studieninteressierte mitbringen sollten. Absolventinnen und Absolventen sind im Literaturbetrieb gefragt, weil sie die Qualität literarischer Texte beurteilen können und sinnvolle Verbindungen zwischen Texten ganz unterschiedlicher Zeiten und Kulturen herstellen können. Der Studiengang ist zulassungsfrei.
Das Mittelmeer gilt als Ort einer jahrtausendealten Verflechtungsgeschichte von Religionen, Kulturen und Sprachen und von verschiedenen Völkern und Ethnien. Mit dieser bedeutsamen Region beschäftigt sich der neue Masterstudiengang „Kulturen und Sprachen des mediterranen Raums“ an der Philosophischen Fakultät. Er richtet sich an Bachelorabsolventinnen und -absolventen aus philologischen, historischen und kulturwissenschaftlichen Fächern. Beispielhalft können Studierende hier Konzepte wie Migration, Transkulturalität und -nationalität, Grenzräume, kulturelle Diversität und vieles mehr kennenlernen. Neben vertieften Sprachkenntnissen erwerben die Studierenden mediterranistisches Wissen aus den Bereichen „Sprache, Literatur, Medialität“, „Geschichte“, „Religionen“ und „soziale und kulturelle Dynamiken“. Der Studiengang ist berufsorientiert und qualifiziert unter anderem für Tätigkeiten in Kultur, Politik, Wirtschaft oder in NGOs.
→www.uni-goettingen.de/de/576155.html
→www.uni-goettingen.de/de/586523.html

Grund- und Aufbaukurs
Ehrenamtliche Hospizhelfer
Ein würdiges Leben bis zuletzt ermöglichen und dabei den Menschen ganzheitlich wahrnehmen: Das ist der Leitgedanke der Hospizbewegung. Im Mittelpunkt der Begleitung stehen dabei die Wünsche und Bedürfnisse der Sterbenden und ihrer Angehörigen.
Auch in diesem Jahr bietet das Ambulante Hospiz an der Lutter einen Kurs für ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen an. Er beginnt am 8. August. Interessierte werden in der Schulung auf diese besondere Begleitung vorbereitet. Neben der persönlichen Auseinandersetzung mit den Themen Verlust, Sterben und Tod werden grundlegendes Wissen über Phasenmodelle der Krisenbewältigung vermittelt und Kommunikationsmöglichkeiten dargestellt. Der Abschluss des Kurses befähigt und ermutigt die Teilnehmer, Schwerstkranke und Sterbende und deren Angehörige in ihrer letzten Lebensphase einfühlend zu begleiten.
Die Patientenbegleitung kann ganz unterschiedlich sein. Mal ist es die Begleitung des Patienten durch Gespräche, Vorlesen, Spazierengehen oder einfach „Dasein“. Mal ist es die Entlastung der Angehörigen durch Übernahme von Betreuungszeiten oder die Möglichkeit, über alles zu reden, und ein anderes Mal ist es die Unterstützung bei der Regelung von wichtigen Dingen. Die Begleitung durch die Hospizhelfer findet im häuslichen Umfeld der Erkrankten, in Alten- und Pflegeeinrichtungen, im Krankenhaus und im Stationären Hospiz statt. Anmeldungen sind ab sofort möglich.
Kontakt und Info: Manuela Brandt-Durlach, Telefon 5034-3821.

Vermittlung älterer Arbeitsloser
Handicaps Gesundheit und EDV-Kenntnisse
Oft auch Vorbehalte von Arbeitgeberseite
Rund eine halbe Million Arbeitslose sind 55 Jahre und älter. Laut Experteninterviews mit 61 Vermittlungsfachkräften der Arbeitsagenturen sind gesundheitliche Einschränkungen, zu geringe oder veraltete EDV-Kenntnisse und Vorbehalte von Arbeitgebern die häufigsten Hürden für die Rückkehr Älterer in Beschäftigung. Die Befragten befürworten eine intensivere Betreuung, spezielle Beratungs- und Förderangebote für Ältere und mehr Marketingkampagnen und Messen mit dem Schwerpunkt Ältere. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.Weitere Informationen

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Verbraucherschutz

Aktuelle Produkt-Tests über
• Zur WM: Fernseher, Beamer und TV-Streaming
• Alkoholfreies Bier
• Trekking-E-Bikes
• Kinderhochstühle
• Autokindersitze

Neue Bücher für Verbraucher
Finanztest Spezial: Meine Immobilie
Handbuch Pilze
Bluthochdruck-Medikamente

Mietpreisbremse
Miete fast halbiert
Trotz steigender Mieten ziehen nur wenige die Mietpreisbremse. Immerhin: In mindestens 123 Fällen hatte die Mietpreisbremse Erfolg. Dass es sich lohnt, zeigt ein Beispiel aus Berlin. Fast 5000 Euro pro Jahr spart ein Paar aus Neukölln. Wie die Mietpreisbremse funktionieren kann, erläutert die Zeitschrift Finanztest in ihrer Juli-Ausgabe.Weitere Informationen

Autofinanzierung
Der günstigste Weg zum neuen Auto
Barkauf, Ratenkredit oder Drei-Wege-Finanzierung – welche Autofinanzierung ist die beste? Finanztest hat bei knapp 50 Anbietern Finanzierungsangebote eingeholt und die günstigsten Autokredite ermittelt. Ergebnis: Der Ratenkredit der Autobank ist nicht immer die beste Wahl. Andere Banken machen oft bessere Angebote.Weitere Informationen

Google
Lügen leben lange
Der Internetriese Google gewährt Zugriff auf beleidigende und rufschädigende Aussagen, selbst wenn er den Opfern zugesagt hat, entsprechende Suchergebnisse zu entfernen oder sie sogar gerichtliche Verbote erwirkt haben. Durch den Link auf eine Datenbank sorgt der Suchmaschinenanbieter dafür, dass unwahre, verleumderische oder frei erfundene Artikel weiterhin gelesen werden können. Darauf weist die Stiftung Warentest in der Juli-Ausgabe ihrer Zeitschrift Finanztest hin.Weitere Informationen

Fragwürdige Produkte im Test
Lebensmittel, die die Welt nicht braucht
Ein Smoothie mit Aktivkohle, Müsli to go oder Pflanzencreme mit Butternote – immer wieder landen neue, „innovative“ Produkte in den Supermarktregalen. Sie werben mit besonderen Eigenschaften und vermitteln dem Käufer, einen Mehrwert zu erhalten. Meist ist dies allerdings nicht der Fall: Stattdessen bekommen Kunden mehr Zucker und Zusatzstoffe zu einem überhöhten Preis. Das zeigt eine Erhebung der Verbraucherzentrale Niedersachsen.Weitere Informationen

Heimbetreiber
Kleingedrucktes wird gern versteckt
Das haben sich die Experten der Stiftung Warentest anders vorgestellt. Sie hatten 30 Pflegeheime um Einblick in ihre Verträge gebeten, 23 davon verweigerten die Auskunft. Dabei sind Heimverträge sehr wichtig – immerhin regeln sie das Wohn- und Betreuungsverhältnis und legen Preise und Leistungen fest. „Niemand sollte den Vertrag ungelesen unterschreiben“, so Projektleiter Dr. Gunnar Schwan, „dazu ist er zu wichtig.“ Angeschrieben wurden Anbieter in Berlin, Köln, München, Dortmund, Leipzig und Magdeburg.Weitere Informationen


Gesellschaft

Zivilcouragepreis 2018 ausgelobt
Der Präventionsrat für die Stadt Göttingen und die Bürgerstiftung Göttingen rufen zur Teilnahme am Göttinger Zivilcouragepreis 2018 auf. Es gibt in der Stadt Göttingen viele Beispiele vorbildlichen Verhaltens in Verantwortung für Mitmenschen sowie demokratische Werte und Umgangsweisen. Wer Menschen in Gefahr hilft und gegen körperliche wie verbale Angriffe in Schutz nimmt, zeigt Zivilcourage. Couragiertes Handeln kann ebenso bedeuten, sich zunächst in Sicherheit zu bringen und Hilfe zu organisieren.
ZivilcouragepreisAusgezeichnet werden mutige Menschen, die auch in unbequemen Situationen handeln, wenn sich Andere abwenden und wegschauen. Die Situation bzw. die Beteiligten sollen einen Bezug zum Stadtgebiet Göttingen aufweisen. Wie schon in den Vorjahren würdigen der Präventionsrat und die Bürgerstiftung mit der Verleihung Menschen, die „Gesicht zeigen“ und die durch ihr verantwortungsvolles Verhalten ein Vorbild für andere geben. Der Göttinger Zivilcouragepreis 2018 ist mit bis zu 2.000 Euro dotiert. Schulen, Polizei, Feuerwehr, Sportvereine, alle anderen Göttinger Einrichtungen und insbesondere Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, couragiertes Handeln zu sehen und darüber zu berichten.
Die Kandidatinnen und Kandidaten für den Preis können sich nicht selbst melden, sondern werden durch Dritte vorgeschlagen. Vorschläge mit Kurzbeschreibung des Beispiels für Zivilcourage können bis zum 15. Oktober an die Bürgerstiftung Göttingen (Lange Geismarstr. 71, 37073 Göttingen, zivilcouragepreis@buergerstiftung-goettingen.de) eingesandt werden. Die öffentliche Preisverleihung wird am 8. November um 18.00 Uhr im Alten Rathaus im Rahmen einer festlichen Veranstaltung stattfinden.

Häusliche Pflege
Bürokratie für Angehörige sehr belastend
Eine Studie des Instituts forsa im Auftrag der Verbraucherzentralen zeigt: Pflegende Angehörige erleben die Antragstellung und die Phase bis zur Feststellung des Pflegegrades als sehr belastend. Sie fühlen sich unsicher und wenig informiert. Zudem nutzen sie Beratungsangebote eher selten.Weitere Informationen


Polizeiberichte
Tagesaktuelle Meldungen
Die ausführlichen Polizeiberichte finden Sie hier:Weitere Informationen

Zwei hochwertige Autos futsch
jan — Unbekannte haben in der Nacht zum Mittwoch (20.06.) zwei hochwertige Fahrzeuge gestohlen. Der Gesamtwert der Fahrzeuge mit Göttinger Kennzeichen (GÖ) beträgt etwa 100.000 Euro.

Zusammenstoß im Begegnungsverkehr
jan — Bei einem Verkehrsunfall auf der Kreisstraße 1 zwischen Reyershausen und Eddigehausen ist es am Dienstag (19.06.) gegen 22.50 Uhr zu einem Zusammenstoß im Begegnungsverkehr gekommen. Ein Unfallbeteiligter fuhr einfach weiter.

Maskierter Überfall auf Schnellrestaurant
jk — Während des laufenden Geschäftsbetriebs haben zwei maskierte Männer Dienstagnacht (19.06.) gegen 3.05 Uhr ein Schnellrestaurant an der Hannoverschen Straße überfallen.

A 7: Pkw fährt auf Lkw auf
jk — Bei einem Verkehrsunfall auf der A 7 zwischen dem Autobahndreieck Drammetal und der Rastanlage Göttingen-Ost ist am Montagnachmittag (18.06.) gegen 15.20 Uhr ein 24 Jahre alter Autofahrer aus Rosdorf lebensgefährlich verletzt worden. Nach ersten Erkenntnissen der Autobahnpolizei Göttingen geriet der VW Golf des 24-Jährigen aus bislang ungeklärter Ursache zunächst ins Schlingern und prallte anschließend gegen das Heck eines Lkw.

Haftbefehl nach Brand
in Flüchtlingsunterkunft

jk — Im Zusammenhang mit dem Feuer in einer Göttinger Flüchtlingsunterkunft in der Carl-Giesecke-Straße am Freitagnachmittag hat der zuständige Haftrichter beim Amtsgericht Göttingen am Samstag (16.06.) auf Antrag der Staatsanwaltschaft Göttingen U-Haftbefehl wegen schwerer Brandstiftung gegen einen 23 Jahre alten Bewohner erlassen.

Gullydeckel auf Fahrbahn entfernt
jan — Bislang unbekannte Täter entfernten vermutlich in der Nacht zum Donnerstag (13.06.) in der Straße Twechte in Holtensen aus dem Gossenlauf der Fahrbahn zwei Gullydeckel.

Vier Autos aufgebrochen
jan — Unbekannte haben in der Nacht zu Samstag (16.06.) auf dem Parkplatz am Schützenplatz insgesamt vier abgestellte Autos aufgebrochen und anschließend nach Diebesgut durchsucht.

Einbruch in Antiquitätengeschäft
jan — Unbekannte sind in der Nacht zu Sonntag (17.06.) in ein Antiquitätengeschäft an der Burgstraße eingebrochen und haben dort Schmuck von bislang unbekanntem Wert gestohlen.

Mit 1,68 Promille im Lkw
jan — Am frühen Montag (18.06.) gegen 4.15 Uhr fuhr ein offensichtlich alkoholisierter Fahrer mit einem Sattelzug auf der A38 in Schlangenlinien. Nach den Hinweisen von mehreren Autofahrern konnte schließlich eine Funkstreife der Autobahnpolizei Göttingen einen 61 Jahre alten Fahrer stoppen.

Gedenktafeln auf Stadtfriedhof beschädigt
jk — An der gemeinsamen Gedenkstätte für die an verschiedenen Stellen auf dem Göttinger Stadtfriedhof beigesetzten Nobelpreisträger („Nobelrondell“) haben Unbekannte in der Nacht zum Sonntag (17.06.) die elf Gedenktafeln von ihren Steinsäulen abgerissen.

Brand in Flüchtlingsunterkunft
PS — Am Freitag Nachmittag wurde gegen 16.00 Uhr über den Notruf ein Brand in der Flüchtlingsunterkunft in der Carl-Giesecke-Straße gemeldet. Personen kamen nicht zu Schaden.

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Europäische Union
Immer mehr Palmöl aus Regenwaldrodung

Die EU-Energiepolitik ist eine der Hauptursachen für die Vernichtung tropischer Regenwälder. Bereits 61% der Palmölimporte der EU werden in Automotoren und Kraftwerken verbrannt. Zurzeit beraten in Brüssel die Vertreter der EU-Mit­glieds­länder über die Bioenergiepolitik. Rettet den Regenwald fordert, Palmöl für Biosprit auszuschließen.

Brandrodung
„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann“: Brandrodung im RegenwaldFoto: Karl Ammann

Die Importe von Palmöl in die EU steigen rasant. 7,7 Millionen Tonnen Palmöl führten die 28 EU-Länder im Jahr 2017 ein. Gegenüber dem Jahr 2016 (7,1 Millionen Tonnen) entspricht das einer Zunahme um 7%. Mittlerweile gehen in der EU 61% des Palmöls in die Energieerzeugung: 51% (4,3 Millionen Tonnen) für die Produktion von Biosprit sowie 10% (0,8 Millionen Tonnen) in Kraftwerke für die Strom- und Wärmeerzeugung. Dies belegen neuste Daten des Hamburger Dienstleisters Oil World und der Brüsseler Umweltorganisation Transport&Environment.

„Für jeden Liter Dieselkraftstoff, der in unseren Fahrzeugmotoren verbrennt, brennt auch ein Stück Regenwald in Südostasien“, erklärt Reinhard Behrend, Vereinsvorsitzender von Rettet den Regenwald. „Verantwortlich dafür ist die völlig verfehlte europäische Bioenergiepolitik.“ Die Petition des Vereins „Gequält und getötet für die EU-Energiepolitik an die Bundesregierung und EU“ haben 250.000 Bürgerinnen und Bürger unterzeichnet.Weitere Informationen

 

Projekt „Klimaschutz im Zentrum“
Ideen zum Klimaschutz im Alltag gesucht
Göttinger/innen zum Ideen-Wettbewerb aufgerufen

pdg/eb — ‚Du bist echt keine Leuchte‘ – Mit Sprüchen startet der Klimaschutz-Wettbewerb der Stadt Göttingen. Gesucht werden unkomplizierte und wirkungsvolle Ideen zum Klimaschutz im Alltag. Dabei geht es beispielsweise um das Energiesparen, um eine klimabewusste Ernährung, um einen nachhaltigen Konsum oder um eine klimafreundliche Mobilität.

Drogerie-Markt
 
Kunststoffe, soweit das Auge reicht – Verbraucher haben kaum eine Chanse zu einem anderen EinkaufsverhaltenFoto: Quadell

Das Problem dabei: Klima- und Umweltschutz lässt sich weder mit Sprüchen noch mit unkomplizierten Ideen realisieren. Wer zum Beispiel bei seinen Einkäufen Plastikverpackungen vermeiden will, wird zumeist kläglich scheitern – und von der Politik zudem weitestgehend allein gelassen. Wie auch bei den Luftschadstoffen, die von der Industrie mit politischer Absegnung tonnenweise auf die Allgemeinheit losgelassen werden und zu Hundertausenden von Toten führen. Statt unkomplizierter Ideen wären deshalb vor allem mehr Einsicht und gesetzgeberische Maßnahmen der politisch Verantwortlichen nötig – auch weil die meisten Verbraucher so erzogen worden sind, dass sie es gern bequem haben wollen.

Solange die Verantwortlichen dieser Verantwortung jedoch nicht gerecht werden, ihre Kompetenzen gar kontraproduktiv und zu allem Überfluss an eine interessengeleitete Industrie outsourcen, wie gerade eben das Magazin Panorama aufgedeckt hat, kann man sehr wohl davon ausgehen, dass konsumkritische Verbraucher weitgehend im Regen stehen gelassen werden. Panorama berichtet davon, dass ein Beamter des Auswärtigen Amtes bereits seit 2014 als Lobbyist für den Autobauer VW arbeitet und für seine Tätigkeit als Leiter der Abteilung für Internationale und Europäische Politik bei dem Autokonzern von seiner Regierungstätigkeit freigestellt worden ist. Es ist nur ein Beispiel von vielen das zeigt, wie politisches Engagement gern als Sprungbrett zu einer Karriere in die Wirtschaft missbraucht wird. Wen mag es da noch wundern, dass Hundertausende geschädigte Autofahrer durch die Legislative keine Unterstützung erfahren?

Nun dürfen alle Göttinger ab 18 Jahren, die in der Stadt Göttingen wohnen, arbeiten, studieren, einem Verein angehören oder eine Schule besuchen, ihre Ideen sprühen lassen. Eine könnte zum Beispiel sein, die Innenstadt für den Kfz-Verkehr, zumindest für Dieselfahrzeuge, zu sperren. Es wäre unkompliziert und wirkungsvoll. Man kann jetzt schon darauf wetten, dass die Politik dagegenhalten wird. Postkarten zur Teilnahme am Wettbewerb, der im Rahmen des Projekts „Klimaschutz im Zentrum“ stattfindet, liegen in vielen Geschäften, Restaurants Kneipen und anderen Institutionen im Göttinger Stadtgebiet aus. Eine Teilnahme ist auch per E-Mail unter klimaschutz@goettingen.de möglich. Einsendeschluss ist der 13. Juli. Am 24. August werden die besten Einsendungen prämiert.
→www.klimaschutz.goettingen.de/ideen

 

Wettbewerb
Nachhaltige urbane Logistik
Innovative Ideen für Umwelt- und Klimaschutz in der Stadt gesucht

Der Lieferverkehr in den Städten nimmt weiter zu und belastet die Umwelt. Lastenräder, Elektrofahrzeuge und kleine dezentrale Logistikstandorte können daher einen wichtigen Beitrag zu mehr Umwelt- und Klimaschutz in der Stadt leisten. Um solche Beispiele bekannt zu machen und neue innovative Ideen anzustoßen, hat das Bundesumweltministerium jetzt gemeinsam mit dem Umweltbundesamt den Bundeswettbewerb „Nachhaltige urbane Logistik" gestartet.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Aktiver Klimaschutz und eine bessere Lebensqualität sind zwei wichtige Aufgaben für die Städte. Mit der Förderung von Elektro-Lieferwagen im Sofortprogramm Saubere Luft unterstützen wir die Kommunen bereits bei diesen Aufgaben. Mit dem Bundeswettbewerb zur urbanen Logistik wollen wir darüber hinaus neue Potenziale entdecken für eine Verkehrswende in der städtischen Logistik.“

Teilnehmen können Unternehmen, Hochschulen und Kommunen mit bereits laufenden oder realisierten Projekten oder mit Konzepten, die noch auf ihre Umsetzung warten. Wichtig ist, dass die Projekte oder Konzepte im Bereich der urbanen Logistik einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten, die Emissionen vor Ort senken und gleichzeitig auch sozial und wirtschaftlich nachhaltig sind.
Einreichungsschluss ist am 15. Juli 2018. Ein Preisgeld in Höhe von 70.000 Euro wird auf die Gewinnerprojekte verteilt. Eine Jury aus Expertinnen und Experten entscheidet darüber, welche Bewerbungen Ende des Jahres als Sieger gekürt werden.
 

Die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger: „Lieferfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren verursachen klima- und gesundheitsschädliche Emissionen. Es wird Zeit, dass wir konsequent nach Lösungen für dieses Problem suchen. Wir freuen uns daher auf viele gute Ideen und Projekte, die dabei helfen, den urbanen Raum langfristig umweltverträglich mit Waren und Gütern zu versorgen.“

Fast ein Fünftel der innerstädtischen verkehrsbedingten NO2-Emissionen stammt aus Nutzfahrzeugen, von denen viele für die Belieferung von Bewohnern, Geschäften und Unternehmen im Einsatz sind. Neben den gesundheitsschädlichen Emissionen belastet der Lieferverkehr die Städte auch durch Lärm und verursacht Treibhausgasemissionen. Der Bundeswettbewerb „Nachhaltige urbane Logistik“ soll dazu beitragen, diese schädlichen Emissionen zu verringern und Umwelt- und Klimaschutz in den städtischen Verkehr zu bringen.

Umweltbundesamt: Wasser in Deutschland von guter Qualität
Sowohl zum Trinken wie auch zum Baden / Resultate durchaus kritikwürdig
Trinkwasser aus großen zentralen Anlagen besitzt in Deutschland weiter eine sehr gute Qualität. Das ist das Ergebnis des aktuellen Berichts zur Trinkwasserqualität des Umweltbundesamtes (UBA). Grenzwertüberschreitungen sind, wie schon in den Vorjahren, absolute Einzelfälle.

Auch die Badegewässer haben nach Aussagen des Umweltbundesamtes eine gute Qualität. 98 Prozent der Badegewässer in Deutschland erfüllen die Qualitätsanforderungen der EG-Badegewässerrichtlinie. Etwa 91 Prozent wurden sogar mit der besten Note „ausgezeichnet“ bewertet. Dies zeigen die am 29. Mai von der EU-Kommission veröffentlichten Daten zur Wasserqualität der Badegewässer 2017.
Nur in drei Fällen waren die Badegewässer wegen schlechter Wasserqualität oder Cyanobakterien (Blaualgen) geschlossen. Die Einrichtung von Badegewässern an Flüssen ist schwierig, da die Wasserqualität der meisten Flüsse stark schwankt und vor allem nach Regenfällen oft schlecht ist. Das UBA rät deshalb bei unbekannter Wasserqualität vom Baden in Flüssen ab.

Selbst der Problemstoff Nitrat, der im Grundwasser teilweise in überhöhten Konzentrationen auftritt – insbesondere dort, wo intensive Landwirtschaft betrieben wird – überschreitet im Trinkwasser seit mehreren Jahren nicht mehr den Grenzwert. Auch bei nahezu allen mikrobiologischen und chemischen Qualitätsanforderungen halten über 99,9 Prozent der überwachten Proben die strengen rechtlichen Vorgaben ein. Das UBA hat im aktuellen Bericht für die Jahre 2014 bis 2016 die Ergebnisse der Untersuchungen aus allen größeren Wasserversorgungen veröffentlicht – diese versorgen rund 88 Prozent der Bevölkerung in Deutschland. Grundlage sind die Meldungen der Bundesländer an das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und das UBA.

Verbraucher bleiben dennoch auch angesichts solcher Testate weiterhin skeptisch. Nicht unerheblich ist vielleicht auch, was in der Studie nicht untersucht wurde. So geht das UBA beispielsweise mit keiner Silbe auf die Belastung durch Mikroplastik ein, das sich mittlerweile in nahezu allen Gewässern und vielen Nahrungsmitteln findet und auch nicht herausfilterbar ist. Fakt ist auch, dass die kommunalen Wasserwirtschaftsbetriebe zunehmend mehr unter der Aufgabe stöhnen, eine solche vom UBA attestierte Qualität vorzuhalten. Und dass deutsche Fließgewässer selbst in einer vermeintlich noch „unberührten Natur“ infolge von Verunreinigungen kaum noch ohne Schaumbläschen an ihren Rändern auskommen, kann jede/r mit eigenen Augen nachvollziehen – wenn er oder sie denn mal hinschaut.Weitere Informationen

 

Wohnungsbau
Rat beschließt Förderprogramm
Verlorene Zuschüsse für Schaffung bezahlbarer Wohnungen

In der seiner Sitzung vom 16. Mai hat der Rat der Stadt mit der Mehrheit von SPD und Grünen ein Förderprogramm in Höhe von 3,5 Mio. Euro zur Schaffung von sozialem und preisgünstigem Wohnraum auf den Weg gebracht. Entsprechend dem „Kommunalen Handlungskonzept zur Schaffung und Sicherung von bezahlbarem Wohnraum in Göttingen“, das der Verwaltungsausschuss der Stadt am 12. März des Jahres beschlossen hat, vergibt die Stadt nunmehr nicht rückzahlbare Zuschüsse für den Bau von Wohnungen für untere Einkommensgruppen. Für den Zeitraum von 2018 bis 2021 stehen dafür 3,5 Millionen Euro zur Verfügung.

La Paz
Angesichts der Bevölkerungsexplosion ein immer knapper werdendes Gut: Wohnraum, hier in La Paz (Bolivien)Foto: Alex Proimos

Das kommunale Handlungskonzept soll einen Anreiz zur schnellen Schaffung von sozialem und preisgünstigen Wohnraum für die private Wohnungswirtschaft geben. „Bis 2021 stellt die Stadt insgesamt 3,5 Mio. Euro an verlorenen Zuschüssen für diejenigen Unternehmen bereit, die bei Neubauten einen genau festgelegten Anteil an sozial geförderten und preisgünstigen Wohnraum schaffen“ erklärt dazu die baupolitische Sprecherin der SPD, Sylvia Binkenstein. „Das ist ein wichtiger Impuls für die Schaffung bezahlbarer Wohnungen“, sagt auch Stadträtin Petra Broistedt in einer Stellungnahme. „Wir fördern einerseits den Neubau von Wohnungen, andererseits kaufen wir Belegrechte in vorhandenen Bestandwohnungen vor allem für Menschen, die besonders von Wohnraumnot betroffen sind, an.“

Die kommunale Förderung wird in Form eines verlorenen Zuschusses speziell für den Bau von Mietwohnungen nach dem Windhundprinzip vergeben. Möglich sind verlorene Zuschüsse in Höhe von bis zu 160 Euro pro Quadratmeter geschaffenem Wohnraum. Daneben ist eine Förderung von bereits vorhandenem Wohnraum möglich, wenn er für auf dem Wohnungsmarkt benachteiligte Gruppen bereitgestellt wird. Die jeweilige Förderung kann ab sofort frist- und formlos bei der kommunalen Wohnraumförderstelle der Stadt beantragt werden. Sie ergänzt die Landesförderung und kann dort als Eigenkapital eingebracht werden. In ihren Genuss kommen private und institutionelle Bauherren im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel.

„Eine kommunale Wohnungsbauförderung ist für eine Stadt der Größe Göttingens nicht üblich. Wir setzen damit eine besondere Priorität auf sozialen Wohnungsbau“, betont Broistedt. Der Änderung der Richtlinie zur Förderung des Wohnungsbaus vorangegangen war im letzten Jahr bereits die Verabschiedung einer Stellplatzsatzung sowie die Einführung einer Quote zur Schaffung von Sozialwohnungen.

„Neben den Bemühungen der Städtischen Wohnungsbau, im Rahmen ihrer Möglichkeiten neuen Wohnraum zu schaffen und Altbestände zu sanieren, sowie der Arbeit der Stadtverwaltung an neuen Bebauungsplänen kann dieses Instrument auf dem Göttinger Wohnungsmarkt regulierend in die richtige Richtung wirken“, hofft auch Tom Wedrins (SPD).

CDU und die Linken hatten sich gegen das Programm ausgesprochen.

 

E-Mobilität
Elektro-Fahrzeuge dürfen frei parken – und kassieren Knöllchen
Grüne haben Fragen

Die Grünen haben aufgrund von Vorfällen mit dem Ordnungsamt der Stadt Göttingen durch Bürgermeister Holefleisch eine Anfrage in Sachen „Handhabungen zur E-Mobilität“ eingereicht. Anlass dazu war, wie die Sprecherin des Grünen-Kreisverbandes, Viola von Cramon, mitteilt, dass Bedienstete des Ordnungsamtes für E-Mobile, die auf Ratsbeschluss bis zum 30. Juni 2020 im Stadtgebiet gebührenfrei parken dürfen, Ordnungswidrigkeitsbescheide wegen Falschparkens oder „Parken ohne Parkschein“ verteilt hatten.

Die Verwaltung hat inzwischen reagiert: „Im Zuge der Förderung der E-Mobilität wird festgestellt, dass für E-Zweiräder die gleichen Parkvergünstigungen gelten, wie für E-KFZ. So können E-Roller, E-Motorräder E-Lastenfahrräder, S-Pedelec etc. auf parkscheinpflichtigen Parkplätzen bis zur Dauer der Höchstparkzeit kostenlos parken. Die Führer dieser Fahrzeuge haben durch geeignete Maßnahmen (Parkscheibe) das Einhalten der Parkhöchstdauer nachzuweisen.“

E-Car
 
Knöllchenfrei vor Windsor Castle: E-Mobilität mit StilFoto: Kamkorp

Allerdings sei der Vorschlag, E-Zweirad-Fahrzeuge mit einer Parkscheibe zu versehen, schwierig in der Praxis umzusetzen, zumal es für solche Fahrzeuge in der StVO nicht einmal eine Parkscheibenpflicht gibt, so Edgar Schulz von der AG Mobilität der Kreisgrünen. Tatsächlich hätten vereinzelt Mitarbeiter/innen des Ordnungsamtes E-Autos mit Parkscheibe und die auch durch entsprechende Typenbezeichnungen des Herstellers, z.B. „electric drive“ etc. eindeutig als E-Mobile erkennbar waren, dennoch mit einer Ordnungsmaßnahme belegt. Sich hierbei auf die alleinige Nummernschild-Kennzeichnung „E“ am Ende des Nummernschildes zurückzuziehen, greift jedoch auch nicht, da es eine solche „E“-Kennzeichnungspflicht in manchen Landkreisen gar nicht gibt. Somit würden Besucher/innen der Stadt von außerhalb des Landkreises Göttingen benachteiligt. Die Ankündigung der Stadtverwaltung, dass eine automatische Einstellung bei Widerspruch durch den E-Fahrzeughalter erfolgt, sei leider auch nicht korrekt, wie ein Fall aus der Vergangenheit zeige, so Schulz weiter.

Um Ärger mit solchen Widersprüchen grundsätzlich aus dem Weg zu gehen, wäre es aus Sicht der Grünen angemessen, die Mitarbeiter/innen des Ordnungsamtes in Sachen E-Mobilität besser einzuweisen und grundsätzlich mit einem bürgerfreundlicheren Augenmaß zu agieren. Sie beraten derzeit in der AG Mobilität über eine bessere Kennzeichnung solcher Fahrzeuge, etwa durch einen Aufkleber, der dann bei Nachweis eines E-Antriebes beim Straßenverkehrsamt bei Stadt und Kreis erhältlich sein könnte.

 

Umwelt
Mikroverunreinigungen in Gewässern – UBA gibt Empfehlungen
Vorsorgen statt sanieren, um Altlasten in Zukunft zu vermeiden

Rückstände von Arzneimitteln, Pflanzenschutzmitteln, Bioziden und anderen Chemikalien können schon in geringen Konzentrationen nachteilige Wirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit haben. Diese Mikroverunreinigungen werden nicht zuletzt dank verfeinerter Analyseverfahren zunehmend in unseren Gewässern nachgewiesen. Daher schlägt das Umweltbundesamt (UBA) nun ein Maßnahmenpaket vor, um Stoffeinträge in die Gewässer zu minimieren. Langlebige Stoffe, die in die Gewässer gelangen, führen dort oft jahrzehntelang zu Problemen.

GewaesserverschmutzungBeispiele aus der Vergangenheit sind Tributylzinnverbindungen (TBT, aus bioziden Bootsanstrichen), Perfluoroktansulfonsäure (PFOS, aus Löschschäumen und Galvanikbädern) oder Diuron (aus Pflanzenschutzmitteln). Gegenwärtig werden in Gewässern zunehmend Arzneimittelwirkstoffe wie Diclofenac und Ibuprofen gemessen.

Bei der Herstellung, Verarbeitung, Verwendung und Entsorgung von Chemikalien können diese als Mikroverunreinigungen auf verschiedenen Wegen in das Grundwasser, die Flüsse, die Seen und die Meere gelangen: Durch Abwässer aus Kläranlagen, Abschwemmung aus Böden, Auswaschung über Niederschläge, Versickerung oder Direktanwendung im Gewässer. Das Umweltbundesamt hat die Eintragspfade analysiert, kritische Stoffeigenschaften benannt und Handlungsempfehlungen abgeleitet. Es zeigt sich: Nur eine Kombination von Maßnahmen bei der Herstellung, bei den Verwendungen und der Abwasserbehandlung kann einen umfassenden Schutz bewirken.Weitere Informationen

 

Stadtrat
Vorsitzende Sylvia Binkenstein resigniert
Rücktritt wegen Vorwurfs der Verquickung von Mandat und Anwaltstätigkeit

Die Ratsvorsitzende Sylvia Binkenstein (SPD) ist von ihrem Amt zurückgetreten. Anlass dafür waren seit längerem anhaltende Vorwürfe gegen die Politikerin, die soziale Komponente im Namen ihrer Partei nicht so ganz wichtig zu nehmen. Ratsvertreter forderten deshalb eine Abwahl der Juristin. Dem ist sie jetzt zuvorgekommen.

Sylvia Binkenstein
 
Halstuch als Markenzeichen: Sylvia BinkensteinFoto: Stadt Gö

Als anwaltliche Vertretung eines offenbar nicht sehr mieterfreundlich gesonnenen Bauherrn, der in der Zimmermannstraße eine Wohnanlage modernisieren lässt und dabei offenbar wenig Skrupel verspürt, Mieter auf teilweise unwürdige Weise zu schikanieren, hat Binkenstein, so der Vorwurf, nicht nur dessen Interessen mit juristischen Mitteln vertreten, sondern auch versucht, kritische Nachfragen dazu in den politischen Gremien zu unterbinden. Auf eine Anfrage des Ratsherrn Gerd Nier (GöLinke) zu der Angelegenheit drohte sie im Februar mit der juristischen „Keule" Unterlassungs-Erklärung – und zwar noch während der Sitzung. Nier wollte lediglich wissen, ob die Verwaltung Kenntnis habe von der Situation in Weende und Möglichkeiten sähe, auf den Vermieter einzuwirken, den Beschwerden der Mieter/innen zu entsprechen.

Diese außerordentlich schnelle Reaktion Binkensteins auf eine noch nicht einmal öffentlich gestellte Anfrage war für viele Involvierte zugleich ein Hinweis darauf, dass hier, vermutlich über Mitglieder im Ortsrat Weende, Informationen durchgestochen wurden, zumal bereits zuvor Hilfeersuchen der drangsalierten Mieter/innen an SPD-Ortsrats­mitglieder anschließend zu Kündigungen seitens des Investors führten. Aufgrund solcher Vorkommnisse sahen sich der Weender Vorstandsvorsitzende Horst Reinert und sein Stellvertreter Kris Runge gezwungen, ihre Ämter niederzulegen – wegen „unverzeihlichen Vertrauensbruchs“ und weil die Personen hinter dem Leak sich nicht zu erkennen gaben.

Noch während der Ratssitzung am (Freitag!) 13. April weinte die SPD-Ratsfraktion ihrer ehemaligen Ratsvorsitzenden dicke Tränen nach. Ob die sich als stellvertretende Vorsitzende im Bauausschuss wird halten können, ist letztlich auch eine Charakterfrage.

Die SPD-Ratsfraktion Göttingen erklärt:
Wir alle, die Mitglieder der SPD-Ratsfraktion, sind tief betroffen über den Umgang mit Sylvia Binkenstein und unserer Fraktion, den wir in den letzten Tagen und Wochen erlebt haben. Wir können und wollen nach dem Rücktritt der Ratsvorsitzenden nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.
Der Rat der Stadt Göttingen ist kein Parlament. Seine Vorsitzende ist keine Präsidentin. Die Ratsvorsitzende hat keine „präsidiale Vorbildfunktion“. Sie repräsentiert nicht „in besonderer Weise die Stadt“. Dies tut zuerst der von den Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt direkt gewählte Oberbürgermeister und in seiner Vertretung die vom Rat gewählten Bürgermeister. Schon diese begrifflichen Missgriffe entlarven die Verfasser des Abberufungsantrages.
Unter dem Deckmäntelchen einer vermeintlich höheren Moralität sollte heute [am 13. April – Red.] über ein Ratsmitglied und ihre Arbeit als Ratsvorsitzende geurteilt werden, obwohl die Kommunalaufsicht keinen Rechtsverstoß im Handeln erkennen kann.
Vor diesem Hintergrund ist uns allen die übliche Sitzungs-, Debatten- und Abstimmungsdisziplin heute nicht möglich. Jeder von uns wird individuell auf die Situation reagieren. Allein der Fraktionsvorstand wird Sitzungsdisziplin halten.
Wir werden die klugen und neutralen Sitzungsleitungen von Sylvia Binkenstein vermissen. Sie verdient dafür Respekt und Anerkennung. Wir wünschen uns mehr Kollegialität, mehr Respekt. Wenn es um die Zukunft Göttingens geht, dann werden wir uns engagieren!

Antragsteller weisen Vorwürfe zurück
Die Piratenpartei Göttingen weist die Vorwürfe der SPD entschieden zurück, es habe sich bei dem Antrag zur Abberufung der Ratsvorsitzenden Sylvia Binkenstein um reinen Populismus gehandelt. „Im Gegenteil, ein ordentlicher Ratsantrag gehört zu den demokratischen Mitteln, wie auch der öffentliche Diskurs darüber“, erklären Sie in einer Reaktion auf Vorwürfe der SPD-Ratsfraktion. Der Politikstil der SPD hingegen, juristischen Druck gegen ehrenamtliche Mandatsträger anderer Parteien zu tolerieren, biete vielmehr Populisten ein gefundenes Fressen und fördere die Politikverdrossenheit. „Frau Binkenstein hat aus Sicht der Piraten – und aller anderen Parteien im Rat außer der SPD – instinktlos gehandelt. Wenn nun vom Stadtverband der SPD behauptet wird, der Antrag sei ,populistisch‘ und ,verlogen‘, scheint man sich nicht darüber im Klaren zu sein, dass man damit die Ratsmehrheit, die diesem Antrag zugestimmt hätte, diffamiert – auch den eigenen Haushaltspartner im Rat, die Ratsfraktion der Grünen.“ Schon allein der äußere Anschein eines Interessenkonflikts schade dem Ansehen des Rates der Stadt Göttingen sowie der gesamten Kommunalpolitik.
Die vollständige Stellungnahme lesen Sie hier:Weitere Informationen

 

Klimabilanz 2017
Emissionen gehen leicht zurück
Niedrigere Emissionen im Energiebereich, höhere im Verkehrssektor

Klimabilanz 2017: Emissionen gehen leicht zurück Niedrigere Emissionen im Energiebereich, höhere im Verkehrssektor Gemeinsame Pressemitteilung von Umweltbundesamt und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit In Deutschland wurden 2017 insgesamt 904,7 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt – 4,7 Millionen Tonnen weniger als 2016. Das zeigt die erste Prognose-Berechnung des Umweltbundesamtes (UBA). Während die Emissionen im Energiebereich deutlich zurückgingen, stiegen sie im Verkehrssektor sowie in der Industrie an. Daher sind zusätzliche Maßnahmen nötig, um Deutschland wieder auf Kurs in Richtung der Klimaziele zu bringen.

Gegenüber 1990 hat Deutschland seine Emissionen bis zum Jahr 2017 um 27,7 Prozent gesenkt. Das für 2020 vereinbarte Klimaziel von 40 Prozent soll so schnell wie möglich erreicht werden. Bis 2030 müssen die Emissionen um mindestens 55 Prozent gesenkt werden.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Die Klimabilanz 2017 zeigt ein gemischtes Bild. Beim Ausbau der erneuerbaren Energien haben wir bereits viel erreicht. Hier werden wir mit neuen Sonderausschreibungen weitere große Schritte machen. Im Verkehrsbereich geht die Entwicklung leider immer noch in die falsche Richtung. Für Klimaschutz und saubere Luft brauchen wir eine grundlegende Verkehrswende. Das muss ein Schwerpunkt in dieser Legislaturperiode werden. Wir werden in diesem Jahr erstmals ein Klimaschutzgesetz vorbereiten und 2019 verabschieden. Damit werden wir sicherstellen, dass wir das 2030-Ziel zuverlässig und verbindlich erreichen.“

Den deutlichsten Rückgang gab es in der Energiewirtschaft: Hier gingen die Emissionen im Vergleich zum Vorjahr um 13,7 Millionen Tonnen zurück (minus 4,1 Prozent). Zentraler Grund dafür ist, dass infolge der hohen Windkrafteinspeisung weniger Steinkohle verstromt wurde. Zudem wurden im Laufe des Jahres 2017 Steinkohlekraftwerke mit einer Kapazität von insgesamt mehr als 3 Gigawatt stillgelegt bzw. in die Netzreserve überführt. Im vierten Quartal gingen noch zwei weitere Braunkohlekraftwerke in die Sicherheitsbereitschaft. Im Verkehrssektor stiegen die Emissionen 2017.Weitere Informationen

 

Göttinger Wald
Naturschützer empört über wildes Mountainbiking
Göttinger Stadtwald als Sportarena

Hauptsache Spaß! Was kümmert da schon das Bisschen halbwegs unberührte Natur, welches zwischen all dem Müll nicht nur in den Ozeanen, sondern auch neben den zumeist versiegelten Wegen im Göttinger Wald, der doch als Flora-Fau­na-Habi­tat-Ge­biet eigentlich europäischen Schutzstatus genießt, noch zu finden ist? Wozu Erholung, wenn diese Reste von Grün doch vor allem als Event-Refugium taugen? So denken nicht nur Konzertveranstalter, so denken auch Freizeitsportler auf ihren Mountainbikes.

Kerstlingeröder Feld
 
Sportliche Instinktlosikeit: Tiefe Furchen im Magerrasen des Kerstlingeröder FeldesFoto: BUND

Inzwischen sind die Zerstörungen so augenfällig, dass der Göttinger Bund für Umwelt und Naturschutz und mit ihm die Biologische Schutzgemeinschaft sowie die Naturschutzbeauftragte der Stadt Göttingen, Britta Walbrun, auf die Barrikaden gehen. Missachtung und Schädigung erfahre dieses Schutzgebiet leider zunehmend durch einzelne Mountainbiker, beklagen sie öffentlich. Diese durchquerten den Göttinger Stadtwald und das Kerstlingeröder Feld auch abseits der Wege, durchpflügten dabei wertvolle Biotopflächen und legen sogar Sprungschanzen an. Rückzugsbereiche für teils seltene Wildtierarten würden massiv gestört – ein klarer Verstoß gegen das bestehende Naturschutzgesetz.

Nach §1 Abs. (1) NSG Verordnung sind alle Handlungen verboten, die „das NSG oder einzelne seiner Bestandteile zerstören, beschädigen oder verändern“. Darüber hinaus ist nach §3 Abs. (3) untersagt „2. wild lebende Tiere oder die Ruhe der Natur ohne vernünftigen Grund durch Lärm oder auf andere Weise zu stören“ und „3. abseits der Fahrwege Rad zu fahren“.  

Damit der Göttinger Stadtwald nicht zur Sportarena verkommt, müssten nicht nur das städtische Forstamt und dessen Mitarbeiter verstärkt diesen Ordnungswidrigkeiten nachgehen und sie zur Anzeige bringen, hier müsse auch „juristisch entschlossen und mit Null-Toleranz“ dem Naturfrevel begegnet werden, so ihre Forderung, „um deutlich zu machen, dass es sich dabei um alles andere als ein Kavaliersdelikt handelt“.

Ganz so neu ist das Thema nicht – auch nicht für die Lokalpolitik. Schon einmal stand es in früheren Jahren auf der Tagesordnung des Umwelt-Ausschusses. Und wie so oft, wenn die Politik sich nicht zu helfen weiß oder Angst vor der eigenen Courage bekommt, weil Verbote und ihre sanktionierte Durchsetzung einer weltoffenen Stadt nicht gut zu Gesicht stehen, hatte man das Problem seinerzeit zu lösen versucht, indem man an die Einsichtsfähigkeit der Verursacher appellierte. Solche Appelle an Vernunft und Einsichtsfähigkeit haben immer schon zu durchschlagenden Erfolgen geführt, insbesondere beim Verhalten von Verkehrsteilnehmern. Aktuell sind sie aber auch gerade wieder bei jenen Saubermännern zu beobachten, die das Nikolaiviertel trotz aller Appelle erneut buchstäblich in den Dreck ziehen.

 

Stickstoffdioxid
Erhebliche Gesundheitsbelastungen durch NO2
UBA-Studie ordnet Gesundheitsbelastung in Deutschland ein

Die NO2-Konzentrationen in der Außenluft in Deutschland führen zu erheblichen Gesundheitsbelastungen. Dies zeigt eine Studie des Umweltbundesamts (UBA). Demnach lassen sich für das Jahr 2014 statistisch etwa 6.000 vorzeitige Todesfälle aufgrund von Herz-Kreis­lauf-Erkran­kungen auf die NO2-Hinter­grund-Belas­tung im ländlichen und städtischen Raum zurückführen. Die Studie zeigt außerdem: Die Belastung mit Stickstoffdioxid steht im Zusammenhang mit Krankheiten wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Schlaganfall, der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) und Asthma.

Autoabgase

UBA-Präsidentin Maria Krautzberger: „Die Studie zeigt, wie sehr Stickstoffdioxid der Gesundheit in Deutschland schadet. Wir sollten alles unternehmen, damit unsere Luft sauber und gesund ist. Gerade in den verkehrsreichen Städten besteht Handlungsbedarf. Das hat das Bundesverwaltungsgericht bestätigt. Selbst Fahrverbote sind als letztes Mittel demnach möglich.“

Die Studie zeigt unter anderem, dass acht Prozent der bestehenden Diabetes mellitus-Erkrankungen in Deutschland im Jahr 2014 auf Stickstoffdioxid in der Außenluft zurückzuführen waren. Dies entspricht etwa 437.000 Krankheitsfällen. Bei bestehenden Asthmaerkrankungen liegt der prozentuale Anteil der Erkrankungen, die auf die Belastung mit NO2 zurückzuführen sind, mit rund 14 Prozent sogar noch höher. Dies entspricht etwa 439.000 Krankheitsfällen. Epidemiologische Studien ermöglichen zwar keine Aussagen über ursächliche Beziehungen. Jedoch liefern sie zahlreiche konsistente Ergebnisse über die statistischen Zusammenhänge zwischen negativen gesundheitlichen Auswirkungen und NO2-Belastungen.

Für die im Rahmen der Studie verwendeten Modellrechnungen liegen dabei bewusst vorsichtige Annahmen zugrunde: Zum einen wurden nur Krankheiten berücksichtigt, die mit hoher Gewissheit in Zusammenhang mit Stickstoffdioxidbelastungen stehen. Zum anderen wurden für NO2-Belastungen unterhalb von 10 μg/m3 keine gesundheitlichen Auswirkungen berechnet, da hier aktuell nicht ausreichend verlässliche Studien vorliegen, die den Zusammenhang zwischen diesen niedrigen Konzentrationen und gesundheitlichen Effekten zweifelsfrei bestätigen. Zudem wurde für die Gesamtbevölkerung in Deutschland, aufgrund methodischer Limitationen, lediglich die NO2-Belastung des städtischen und ländlichen Hintergrunds berücksichtigt und bestehende Spitzenbelastungen an verkehrsreichen Straßen („Hot Spots“) nicht miteinbezogen.Weitere Informationen

 

Sport
CDU: Jedes Grundschulkind soll Schwimmen lernen
„Grundlage für alle Wassersportarten“

In der kommenden Sitzung des Schulausschusses stellt die Göttinger CDU-Ratsfraktion der Verwaltung den Prüfauftrag, zwei Varianten zu erarbeiten auf dessen Grundlage Göttinger Grundschulkindern das Schwimmen beigebracht werden soll.

Kajak-Wassesport
 
Besser mit Schwimmkenntnissen: Kajak-WassesportFoto: Cantonga

Variante 1 sieht dabei vor, die Schwimmausbildung im betreuten Nachmittagsangebot zu ermöglichen. Für die CDU-Ratsfraktion ist dabei von besonderer Bedeutung, dass eine größtmögliche Einbindung öffentlicher Institutionen und Einrichtungen, wie dem Sportzentrum der Universität, dem Weender Krankenhaus, der Asklepios Klinik oder dem Zentrum für ältere Menschen in Grone, erfolgt, um ein koordiniertes Vorgehen zu ermöglichen. Aus pädagogischer Sicht sei es für die Antragsteller von Bedeutung, dass am Tage des Schwimmunterrichtes den betroffenen Klassen keine Hausaufgaben gestellt werden, um größtmögliche Schwimmzeiten zu erreichen.

Nach Auskunft des schulpolitischen Sprechers der SPD-Ratsfraktion, Tom Wedrins, kann die Stadt mit Landesmitteln in Höhe von 3,7 Millionen Euro für den Schulbau rechnen. Zusammen mit den 5 Millionen Euro aus dem Nachtragshaushalt könnte nun die Modernisierung von Schulen angegangen werden. Bereits mit Beschluss des Doppelhaushaltes 2017/18 stünden darüber hinaus ungefähr 20 Millionen Euro für Baumaßnahmen in Schulen bereit, so Wedrins. Vor diesem Hintergrund sei es hilfreich, dass die Stadt Göttingen durch das Schulstättenentwicklungskonzept bereits einen Teil ihrer Hausaufgaben erledigt habe.  

Variante 2 soll ein Konzept erarbeiten, mit dem der Schwimmunterricht in der Schulzeit, nach Möglichkeit unterstützt durch Vereine wie den ASC 46 und die TWG 1861 mit ihren hauptamtlichen Schwimmsportlehrern, realisiert werden soll. Idealerweise soll der Schwimmunterricht gemeinsam mit dem Schulpersonal erfolgen. Dabei muss der Lehrplan an diesen Tagen so gestaltet sein, dass ein Schwimmangebot umsetzbar ist.

Dr. Thomas Häntsch, der schulpolitische Sprecher der Fraktion, ist der Ansicht, dass „die Grundlage für alle Wassersportarten das Schwimmen bildet. Um diese Kompetenz zu erwerben, sei es frühzeitig notwendig, Kindern das Schwimmen beizubringen. Kinder, die nicht schwimmen können, haben oftmals keinen oder nur einen eingeschränkten Zugang zu Erlebnisorten wie Schwimmbädern oder natürlichen Badegewässern. Deswegen bittet die CDU-Fraktion die GoeSF, zu prüfen, wie ein diesbezügliches Angebot für Kinder der Grundschulen realisiert werden kann. Auch der Stadtsportbund Göttingen wäre bereit, ein Programm „Schwimmen für Schulkinder“ zu entwerfen und gemeinsam mit den Göttinger Institutionen zu realisieren.

CDU-Fraktion möchte den Kompetenzerwerb von Kindern, vor allem pädagogisch begleitet, im Schulsport fördern. Schwimmen habe innerhalb des Schulsportes eine zentrale Bedeutung. Darüber hinaus stelle das Schwimmen eine Freizeitaktivität mit großem entwicklungsfördernden Potenzial dar“, so Häntsch.

 

Stickstoffdioxidbelastung
2017: Grenzwertüberschreitungen in rund 70 Kommunen
Nachrüstung mit Katalysatoren nötig

Die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid (NO2) ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Die Zahl der Kommunen mit Grenzwertüberschreitungen nahm nach erster Schätzung von 90 auf 70 ab. Das zeigt die Auswertung der vorläufigen Messdaten der Länder und des Umweltbundesamtes (UBA). Dennoch: An rund 46 Prozent der verkehrsnahen Messstationen wurde der Grenzwert von 40µg/m³ im Jahresmittel überschritten, an zwei Drittel dieser Stationen mit Werten von mehr als 45µg/m³ sogar deutlich.

„Die Entwicklung geht in die richtige Richtung. Wir sind aber noch längst nicht am Ziel. Immer noch liegen viele Städte deutlich über dem seit 2010 einzuhaltenden Grenzwert, viele Einwohner sind also weiter zu viel gesundheitsschädlichem Stickstoffdioxid ausgesetzt. Schuld sind vor allem die Diesel-Autos mit hohen Realemissionen, die oftmals erst in den vergangen Jahren zugelassen wurden und in den Städten unterwegs sind“, sagte Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA. „Wie vom Umweltbundesamt im Sommer 2017 geschätzt, werden die Maßnahmen des Diesel-Gipfels mit Software-Updates und Umtauschprämien nicht ausreichen, um die Luft in den Städten so zu verbessern, dass die Grenzwerte überall eingehalten werden. Wir brauchen dringend die Hardware-Nachrüstung der Autos und leichten Nutzfahrzeuge. Nur so können wir die Gesundheitsbelastungen durch Stickstoffoxide schnell und vor allem dauerhaft senken.“Weitere Informationen

 

Elternbeiträge für Kindergärten
Grüne fordern vollständige Kostenübernahme
Scharfe Kritik am aktuellen Angebot der Landesregierung

Das Land will die vollständige Beitragsbefreiung der Kindergärten. Das Ziel der kostenfreien Bildung teilen die Grünen im Rat der Stadt Göttingen, üben aber scharfe Kritik an dem aktuellen Angebot der Landesregierung an die Kommunen und fordern ein radikales Umdenken.

Die Beitragsfreiheit in Kindergärten war zentrales Wahlversprechen von CDU und SPD auf Landesebene. In den aktuellen Haushaltsverhandlungen soll das umgesetzt werden. Modell für die Kompensationszahlung an die Kommunen für das erste und zweite Kindergarten-Jahr sollen ersten Informationen zu Folge die Erstattungspauschalen für das dritte Jahr sein. Diese reichen jedoch bei weitem nicht aus, kritisieren die Grünen.

Regina Meyer, Vorsitzende des Jungendhilfeausschusses in Göttingen: „In Göttingen gehen 80 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen ganztags in den Kindergarten. Ihre Eltern zahlen dafür – je nach Einordung in der Einkommens-Staffel – zwischen 210 und 300 Euro. Vom Land erstattet werden sollen pro Platz nur 167 Euro.“ Das sei viel zu wenig. Sie verlangt eine deutliche Steigerung des Haushaltsansatzes sowie die Abkehr von Erstattungspauschalen, die regionale Unterschiede nicht berücksichtigen. Vielmehr solle das Land einen fixen Anteil an den Gesamtkosten übernehmen. Nach einer Forderung des Niedersächsischen Städtetags (NST) sollten zwei Drittel der gesamten doppischen Betriebskosten übernommen werden. In keinem Fall, so Meyer dürften die Kommunen gegenüber der aktuellen Situation finanzielle Einbußen erleiden.

„Es kann nicht sein, dass ein Wahlgeschenk der Landes-GroKo die Stadt Göttingen jährlich 1,6 Millionen kostet“, kritisiert auch Rolf Becker, Vorsitzender der Grünen Fraktion im Rat. „Das Geld haben wir schlicht nicht. Und sinkende Kita-Qualität können und wollen wir uns nicht leisten.“ Die Grünen im Rat der Stadt befürchten landesweit einen massiven Einbruch der Kita-Qualität, sollten die Pläne, wie derzeit von der Landesregierung vorgeschlagen, umgesetzt werden.

 

Konsum
Marktanteile von grünen Produkten steigen
CO2-Emissionen im Konsumsektor dennoch unverändert

Der Umsatz mit grünen Produkten in den Konsumbereichen Wohnen, Mobilität und Ernährung ist 2015 um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Dennoch haben sich die CO2-Emissionen im Konsumsektor kaum verändert. Dies zeigt eine Studie „Grüne Produkte in Deutschland 2017 – Marktbeobachtungen für die Umweltpolitik“ des Umweltbundesamtes (UBA).

So sind die CO2-Emissionen im Konsumbereich von 7,9 Tonnen pro Person und Jahr im Jahr 2005 lediglich um ein Prozent auf 7,8 Tonnen im Jahr 2014 gesunken. „Die Richtung stimmt, aber der Umsatz mit umweltfreundlichen Produkten wächst zu langsam. Dies liegt vor allem daran, dass die Preise für Produkte nicht die realen Kosten für die Umwelt widerspiegeln. Unser Konsum trägt ganz wesentlich zu Umweltbelastungen bei, daher sollten die Umweltkosten eingepreist werden“, sagt UBA-Präsidentin Maria Krautzberger.

Bereits zum dritten Mal betrachtet das UBA die Marktentwicklung ausgewählter grüner Produkte in den drei zentralen Konsumbereichen Wohnen, Mobilität und Ernährung. Die Marktzahlen von 2008 bis 2015 werden dabei der Entwicklung der CO2-Emissionen des Konsums gegenübergestellt. Daneben wurden erstmalig die Marktentwicklungen der Umweltlabel Blauer Engel (Papier), EU Ecolabel (Hygieneartikel), FSC und PEFC (Holz) sowie GOTS (Textilien) untersucht.  

Trotz Zuwachs bei grünen Produkten sinken die Umweltbelastungen nicht: Die Emissionen im Bereich Mobilität sind wegen stark steigenden Emissionen beim Luftverkehr und kaum abnehmender Emissionen bei der Automobilität leicht um 0,4 Prozent gestiegen. Im Bereich Ernährung sind die Emissionen – vor allem aufgrund des hohen Fleischkonsums – mit rund neun Prozent sogar deutlich gestiegen. Die CO2 -Emissionen im Bereich Wohnen sind dank energetischer Sanierungen immerhin um rund zehn Prozent in den letzten zehn Jahren gesunken. Gleichzeitig tragen das Wachstum der durchschnittlichen Wohnfläche ebenso wie die zunehmende Geräteausstattung insbesondere im Bereich Informations- und Telekommunikationstechnik zu Umweltbelastungen bei.

Wohnen (Heizen und Strom), Mobilität und Ernährung sind für 80 Prozent der CO2-Emissionen des privaten Konsums verantwortlich. Die Studie untersucht den Umsatz grüner Produkte in diesen Konsumbereichen anhand der Marktentwicklung von Umweltsiegeln. Im Papiersegment beispielsweise ist der Blaue Engel verbreitet und bekannt – rund 17 Prozent der Hygienepapiere tragen den Blauen Engel, Marktanteile wie auch Umsätze haben seit 2012 leicht zugelegt. Umweltsiegel sind der Studie zufolge vor allem dann erfolgreich, wenn mit den grünen Produkten auch Geld gespart werden kann und wenn der Staat die Label durch Gesetze fördert. Ein Beispiel hierfür ist das sehr erfolgreiche EU -Energielabel: Zum einen lassen sich mit energieeffizienten Geräten Stromkosten sparen. Zum anderen ist das EU-Energielabel nicht freiwillig, sondern Pflicht.

 

Das hat gerade noch gefehlt
Laserinstallation an allen Feiertagen
Weitere Verschandelung der Stadt durch eine instinktlose Verwaltung

Göttingen ist nicht gerade mit sensiblen Stadtgestaltern in der Verwaltungsspitze gesegnet, eher von „Machern“, „Entwicklern“ und „innovativen Vorantreibern“. Jetzt freuen Sie sich über ein Danaergeschenk, welches sie für eine „Attraktion“ halten: ein „großzügiger Spender“ hat ihnen eine Laserinstallation vermacht, die ab Heiligabend jährlich an insgesamt 25 (!) gesetzlichen und kirchlichen Feier- und anderen Gedenktagen sowie aus Anlass einiger Kulturveranstaltungen den nächtlichen Himmel über der Innenstadt erleuchten wird. Beginn: immer eine Stunde nach Sonnenuntergang bis Mitternacht.

Gänseliesel
 
So ginge es auch: Ruhe ausstrahlende Beleuchtung am GänselieselFotos: vs

Statt also zukünftig in romantischen Abendstunden den natürlichen Nachthimmel zu betrachten und sich vielleicht zu einer Sternschnuppe einen innigen Wunsch auszudenken, wird dies künftig überstrahlt werden von einem „Vier-Kirchen-Laser“ – zu Weihnachten festlich und ruhig, an Silvester ab 00.00 Uhr als „Feuerwerk“. Es wird Eulen, Fledermäuse und anderes Nachtgetier vertreiben, kann Zugvögel aus der Bahn werfen und menschliche Bewohner, die sich noch eine gewisse Sensibilität zur immer weiter verschandelten Umwelt bewahrt haben, den Schlaf rauben.

Macht nichts, schließlich muss es ja vorangehen. Deshalb ist die Verwaltung auch voll des Lobes über das kulturelle Engagement des Spenders: Hier werde dankenswerter Weise Verantwortung für Stadt und Region übernommen. Das sei nach wie vor wichtig.

Doch kann man das durchaus anders sehen: Verantwortung übernehmen heißt nämlich auch, behutsam mit den noch verbliebenen Schätzen dieser Stadt umzugehen, sie zu bewahren statt um jeden billigen Preis zu verändern. Vielleicht also sollte man die Laserkanonen besser mal auf – beispielsweise – die völlig marode Stockelefsmühle am Leinekanal (Abb. unten) richten, um zu verdeutlichen, wo es bei der Göttinger Stadtentwicklung fehlt.

StockelefsmühleVor etwa zehn Jahren wurde in dieser Stadt in Politik und Verwaltung ausführlich über das Thema „Lichtverschmutzung“ in Innenstädten diskutiert. Seinerzeit hatte man es vorgeblich als ernstes Problem erkannt und kurzfristig sogar alternative Beleuchtungskonzepte (Abb. oben) vorgestellt. Es blieb bei dieser einen opportunistischen Hinwendung zum Thema, weil das gerade – nicht nur in Göttingen – aktuell war, um dann wieder in der Versenkung zu verschwinden. Ein ernst gemeintes Anliegen war es den Planern offenbar nicht.

Zwar verfügt die Stadt inzwischen über einen Lärmaktionsplan, einen solchen Plan gegen die Lichtverschmutzung sucht man jedoch vergebens. Er wäre ebenso dringlich, lässt sich aber offenbar unter den gegenwärtigen politischen Konstellationen nicht realisieren. Da ist es wohl eher wahrscheinlich, dass bald auch Hubschrauber-Rundflüge über der Stadt als „Attraktion“ vermarktet werden, wenn sich denn nur ein großzügiger Spender dafür findet. Dazu braucht es nicht einmal Feiertage, sondern nur opportunistische politische Voraussetzungen.
Das kommt auf die Göttinger zu, wenn sie sich nicht dagegen zur Wehr setzen, Laserverschmutzung an folgenden Tagen: Neujahr, Ostersonntag, Christi Himmelfahrt, Pfingstsonntag, Gedenktage aus Anlass des Kriegsendes und der Gründung der Bundesrepublik Deutschland, Fronleichnam, Nacht des Wissens, Internationaler Museumstag, Eröffnung der Göttinger Händelfestspiele, Tag des offenen Denkmals, Erntedankfest, Mauerfall und Grenzöffnung, Tag der Deutschen Einheit, Reformationstag, Volkstrauertag, Allerheiligen, 09.11. Gedenkstunde Mahnmal Synagoge, Buß- und Bettag, 1. Advent, 2. Advent, 3. Advent, Heiligabend 4. Advent, 1. Weihnachtstag, Silvester.

 

Bernd Althusmann
Fängt gut an: Kaum im Amt, schon Wort gebrochen
Niedersächsicher Wirtschaftsminister ignoriert eigenes Versprechen

Es ist nur wenige Wochen her, dass sich die ehemalige rot-grüne Landesregierung mit heftigen Vorwürfen seitens der CDU konfrontiert sah, die ihr angesichts des Skandals beim Volkswagen-Konzern – von diesem gern als „Dieselproblematik“ beschönigt – eine zu enge Verbandelung und insbesondere zu laxe Aufsicht gegenüber dem Unternehmen vorwarf. Solche Vorwürfe bestanden und bestehen durchaus zu Recht.

Auch in der Bevölkerung werden solche Verflechtungen zwischen Politik und Industrie zunehmend argwöhnisch betrachtet. Und weil die Christdemokraten während des niedersächsischen Wahlkampfs einer in den Augen vieler Wähler ziemlich aufrichtigen und vor allem zumeist von Lobby-Interessen unbeeinflussten Landespolitik sonst nicht viel entgegen setzen konnten, sahen sie im Fall VW jedenfalls einen argumentativen Hebel, mit dem sie der Weil-Regierung am Zeug flicken konnten und hatten dafür auch gute Argumente auf ihrer Seite.

Die Landesregierung ist immerhin mit 20 Prozent an Volkswagen beteiligt und mit zwei Mandaten im Aufsichtsrat vertreten, was immer wieder auch auf Unmut in der EU stößt. Ein beherztes Eingreifen von ihr in den weltweiten Betrugsskandal war jedenfalls nicht zu erkennen, obgleich eines dieser Aufsichtsrat-Mandate traditionell der Ministerpräsident ausübt. Das zweite wurde bislang ebenfalls immer an ein Kabinettsmitglied vergeben, was aber nirgendwo zwingend festgelegt ist. Insbesondere fraglich ist auch, ob durch eine solche Verfahrensweise immer auch genügender Sachverstand mit in den Aufsichtsrat einzieht.

 
Foto: Olaf Kosinsky

Bernd Althusmann, Spitzenkandidat der niedersächsischen CDU und nunmehr als Wirtschaftsminister in der neuen Landesregierung, weil eine egoistische Umfallerin bei den Grünen unbedingt ihr Mandat behalten wollte und deshalb die Seiten wechselte, hatte sich im Wahlkampf weit aus dem Fenster gelehnt und staatsmännisch gegeben: Noch im August trat er laut und öffentlich dafür ein, das zweite der Landesregierung zustehende Mandat an einen von außerhalb kommenden Wirtschaftsexperten, etwa an einen Wirtschaftsprüfer zu vergeben. „Das kann man nicht mal eben nebenher machen", sagte er damals dem NDR.

Kann man offenbar doch: Am 12. Dezember wurde Althusmann zum Aufsichtsrat im VW-Konzern bestimmt. Der Minister hat also schlicht gelogen. Belogen hat er insbesondere jene Wähler, die ihn vielleicht gerade wegen seiner vermeintlich weitsichtigen Äußerungen gewählt haben.

Sie hätten gewarnt sein können, schon früher nämlich hat es Althusmann mit der Wahrhaftigkeit nicht so genau genommen: 2011 kamen Vorwürfe auf, dass er in seiner Dissertation an etlichen Stellen inhaltlich oder wörtlich Texte aus anderen wissenschaftlichen Werken übernommen haben soll, ohne dies entsprechend zu kennzeichnen. Althusmann selbst räumte zwar „handwerkliche Fehler“ ein, schloss aber politische Konsequenzen aus. Eine damals eingesetzte Untersuchungskommission kam zu dem Ergebnis, dass sich Plagiatsvorwürfe zwar nicht erhärten ließen, die Arbeit aber „Mängel von erheblichem Gewicht“ enthalte.

Nötig hätte das neue Aufsichtsratsmitglied die aktuelle Kehrtwende von seinen ursprünglichen Wahlkampfversprechen eigentlich nicht. Als Wähler fragt man sich jedoch, von welcher Ethik ein solches Verhalten geleitet wird: Ist es einfach nur Machtgeilheit oder auch Gier?

 

Göttinger Süden
Statt Golfplatz jetzt Grüngürtel
Grüne wollen volles Programm

Nachdem Überlegungen, im Göttinger Süden einen Golfplatz einzurichten, nicht zuletzt am Widerstand der Bevölkerung wie auch am Ortsrat Geismar gescheitert sind, gehen die nachfolgenden Planungen nunmehr davon aus, im Bereich zwischen Duderstädter Landstraße und Kiessee einen Grüngürtel zu entwickeln.

Das ist möglicherweise immer noch besser als ein auch für die Öffentlichkeit zugängliches, gepflegtes Golf-Ressort, aber doch eben auch wieder eine von Menschenhand entwickelte Kulturlandschaft, also ein widernatürlicher Eingriff in die Natur, wie er allerorten täglich durch den Menschen stattfindet. Von der Südumgehung über den Golfplatz bis nun zu einem Grüngürtel hat diese Region inzwischen alle gedanklichen Experimente lokalpolitischer Planungswut durchlitten. Aktuell stehen nunmehr drei Varianten zur Diskussion:

1. eine bebauungsnahe Entwicklung am unmittelbaren südlichen Siedlungsrand in Kombination mit einer Durchgrünung dieses südlichen Siedlungsrandes,
2. die Entwicklung eines Grünzugs innerhalb der Feldflur südlich des Siedlungsrandes, jedoch stadt­rand-, also siedlungsnah, oder
3. eine siedlungsferne Entwicklung im Zusammenhang mit dem siedlungsfernen Rundweg um Göttingen.

Geismar Süd - Grüngürtel
Quelle: Wette + Gödecke GbR
Die Grü­nen sehen in den vor­geschla­genen Vari­anten „eine hervor­ragende Grund­lage für die Ent­wick­lung“ eines Grün­gürtels und wollen sich dafür ein­set­zen, dass alle drei Aus­bau­stufen umge­setzt werden“, erklärt Sabine Mor­gen­roth, Vorsit­zende im Aus­schuss für Umwelt, Klima­schutz und Mobi­lität. Eine solche Umset­zung werde zwar lange dauern, müsse aber konse­quent betrie­ben werden. Ein erster kleiner Baustein sei mit der Pflanz­aktion alter Obst­baum­arten an der Stein­metz­kurve bereits gelegt worden, „kleinere Maß­nah­men wie Bänke könnten sehr schnell folgen.“

Da die bestehenden Wegeverbindungen überwiegend in Nord-Süd-Richtung verlaufen und zentrale Querverbindungen fehlen, müssten diese zusätzlich geschaffen werden, heißt es in der Konzeptplanung des beauftragten Planungsbüros. Je nach Variante und angesprochener Nutzergruppe sollen diese unterschiedliche Oberflächenbelege bekommen, weiterhin sollen „zusätzliche Gartenflächen, so genannte Flächen für Gemeinschaftsgärten, die Entwicklung von landschaftsbildprägenden Strukturen, ökologische Gewässeraufwertung und die Schaffung von Aufenthaltsbereichen in der Konzeptplanung berücksichtigt“ werden – nicht jedoch die „Neuausweisung für Sportplätze oder eine Parkanlage“.

Ebenso sollen die „Bedürfnisse der vorkommenden Feldhamster und Agrarvögel, wie beispielsweise Feldlerche, Rebhuhn und Rotmilan“, bei den Planungen berücksichtigt werden – alles bedrohte Tierarten, die nur noch vereinzelt vorzufinden sind und denen das immer weitere Vordringen geplanter kultivierter Landschaftsräume wenig Chancen zum Überleben bietet. Der dramatische Rückgang von 75 Prozent der Insektenpopulation wird hingegen nicht berücksichtigt, wohl, weil er zum Zeitpunkt der Gutachtenerstellung zwar offensichtlich, aber noch nicht wissenschaftlich untermauert und öffentlich bekannt war.

Wegequalität
 
Beispiele vermeintlich guter, schlechter und ungeeigneter, jedoch für Wanderer sowie Flora und Fauna hervorragender, weitgehend naturbelassener WegebeschaffenheitFotos: Wette + Gödecke GbR

Berücksichtigt wurde hingegen die Qualität der bereits bestehenden Wege. Als „gut“ oder zumindest „normal“ werden dabei zumeist befestigte, also gepflasterte oder asphaltierte Wege klassifiziert, weil sie „vor allem für Skater“, aber auch für Radler „sehr gut geeignet“ sind – Wege, wie sie auch zunehmend im Göttinger Wald anzutreffen sind. Weil die Planer offenbar eher Sportler in den Fokus ihrer Überlegungen rücken statt Erholung Suchende oder gar Naturliebhaber, sind Strecken, „die das Befahren erschweren“, logischerweise für sie eher weniger geeignet.

Zu solchen Werturteilen kommt man zumeist dann, wenn man das „Freizeitpotenzial“ der Zivilgesellschaft immer besser erschließen will und diese dann immer weiter in die Lebensräume eben von Feldlerche, Rebhuhn und Rotmilan vordringt. „Alle im Ausschuss vertretenen Parteien wollen die ausgeräumte Feldflur im Süden Göttingens wieder einräumen! Das ist ein ermutigendes Zeichen“, freut sich Sabine Morgenroth. Das kann man machen, wobei man sorgsam auf das „Mobiliar“ achten sollte.

Man könnte es jedoch auch lassen. Das nennt sich dann Renaturierung.

 

Carsharing
Grüne fordern kostenfreie öffentliche Stellplätze
Car Sharing soll Aufwertung erfahren

Ein neues Gesetz eröffnet die Möglichkeit, Mietfahrzeugen des Car Sharing-Systems Bevorrechtigungen beim Parken auf öffentlichen Straßen und beim Erheben von Parkgebühren einzuräumen. Kommunen können damit sowohl stationsbasierten als auch stationsunabhängigen („free-floating“) Fahrzeugen kostenfreie Stellplätze reservieren. Das möchte die Grünen-Ratsfraktion auch in Göttingen realisiert wissen.

 
Vielfach der Zeit schon voraus: Char Sharing eMobil in Göttingen

Sabine Morgenroth, Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität, sieht darin „einen großen Beitrag, [um] die Anzahl an Autos in Städten wirksam zu reduzieren. Wenn wir Car­shar­ing-Fahr­zeu­gen kostenfreie Parkplätze im öffentlichen Raum in attraktiven Lagen anbieten, kann das mehr Menschen zum Umsteigen motivieren.“

Doch wie das? Wer lediglich auf ein anderes Fahrzeug umsteigt, fährt immer noch mit einem Pkw in die Stadt – wenn auch nicht mehr mit dem eigenen. Wirksamer dürfte sicherlich sein, wenn mehr Menschen weniger Autos benutzten, wenn sie etwa auf Busse umsteigen oder mit ihrem Privatfahrzeug nur dann in die Stadt einfahren dürfen, sofern dieses mit mindestens zwei Personen besetzt ist. Manche Städte praktizieren es bereits oder erheben eine Gebühr für den Besuch ihrer Innenstädte.

Der Grüne Ulrich Holefleisch hält dagegen und verweist auf Studien, wonach ein einziges Car Shar­ing-Fahr­zeug bis zu 20 private Pkw ersetzen könne. „Das ist nicht nur eine nachhaltigere Nutzung von Ressourcen, sondern spart auch Raum: Es entstehen Flächen für Grünanlagen und die Parksituation wird entschärft. Mehr Platz dem Carsharing bedeutet: mehr Platz dem Menschen.“

Der dann leider oftmals für die Ansiedlung von Großmärkten genutzt wird. Immerhin würde der Gedanke des Car Sharing sicherlich eine Aufwertung erfahren, die ihm zu gönnen ist: „Ein großer Vorteil reservierter Stellplätze für Car Sharing-Fahrzeuge besteht darin, dass sie sichtbar im Stadtbild verankert werden. Sie werden gleichrangig präsent sein wie Bahnhöfe, Bushaltestellen und Taxis – und nicht mehr in Hinterhöfen versteckt. Daraus erhoffen wir uns eine häufigere Nutzung dieser neuen Mobilitätsform“, schiebt Sabine Morgenroth ein weiteres Argument nach.

So neu ist diese von vielen bereits praktizierte Mobilitätsform zwar nicht mehr, aber eine noch weitere Verbreitung, insbesondere in den Hirnen von lustbetonten Autonarren, ist ihr durchaus zu wünschen.

 
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