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    Spacer 24.01.2017 16:47 SpacerOptimiert für das Format 16:9    
 

Kurz & bündig
Kultur · Wissenschaft

Heute im Radio

Sprechstunde. Kiffen und Co: Über die Risiken von Alltagsdrogen. Studiogast: apl. Prof. Dr. med Derik Hermann, Leitender Oberarzt der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim.
Hörertel.: 00800.44644464

10.10 Uhr, Deutschlandfunk.


Kultur

3. Göttinger Nacht des Wissens
Rund 25.000 Besucher
Nacht des Wissenspug — Rund 25.000 Interessierte haben nach Schätzungen der Universität die Veranstaltungen der 3. Göttinger Nacht des Wissens am 21. Januar besucht. „Wir freuen uns sehr, dass bei der dritten Nacht des Wissens noch einmal deutlich mehr Göttingerinnen und Göttinger die Gelegenheit genutzt haben, einen Blick hinter die Kulissen der Forschungseinrichtungen am Standort Göttingen zu werfen, als bei den ersten beiden Veranstaltungen“, so Universitätspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel. „Ich bedanke mich bei unseren Partnern am Göttingen Campus und bei allen beteiligten Einrichtungen, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit großem Einsatz mitgeholfen haben, auch die dritte Göttinger Nacht des Wissens zu einem solchen Erfolg zu machen.“ Besucherinnen und Besucher konnten von 17 bis 24 Uhr an mehr als 25 Standorten im Stadtgebiet zwischen insgesamt 320 Veranstaltungen wählen, darunter Science Slams, Vorträge, Mitmachaktionen, Führungen, Workshops, Filme, Experimente und interaktive Präsentationen.

Stadtbibliothek
Tagesaktueller Zugriff auf über
5.000 Presse-Publikationen

pdg — Mehr digitale aktuelle Medien, mehr iPads für die Leser/innen, besserer Service vor Ort, aber weiterhin auch die regionalen und überregionalen Printausgaben von Zeitungen im Angebot – die Stadtbibliothek Göttingen stellt sich angemessen auf eine sich verändernde Medienlandschaft ein. Sie will den Zugang zur politischen Bildung und zur Information über eine Vielzahl von neuen Angeboten erleichtern. Mit der Onlineplattform Pressreader können zukünftig über 5.000 internationale und nationale Zeitungen und Zeitschriften tagesaktuell in der Bibliothek und via Onleihe von zu Hause aus genutzt werden, darunter politisch wichtige Medien wie die FAZ, die Süddeutsche, die Zeit sowie der Spiegel.Weitere Informationen

Göttinger Barockorchester
Bach-Kantaten auf CD
BarockorchesterDas Göttinger Barockorchester (GBO) bringt im März erstmals eine CD heraus. Inhaltlich geht es dabei um die drei überlieferten Bass-Solo-Kantaten von Johann Sebastian Bach, die das Orchester mit zwei weiteren Kantaten Sinfoniae rahmt. Solist ist der international erfolgreiche Bassbariton Henryk Böhm aus Hannover, geleitet wird das Orchester von Antonius Adamske. Ein ausführliches dreisprachiges Booklet zur CD wartet mit den neuesten Forschungsergebnissen des Bach-Institutes Leipzig zu Bachs Solo-Kantaten auf.
Die CD wird in allen bekannten Verkaufsstellen der Göttinger Innenstadt und auch über das Internet erhältlich sein. Sie kann auf der Homepage des Barockorchesters vorbestellt werden. Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung wird das GBO auch auf Tour gehen und ist in Göttingen am 6. März in St. Paulus zu hören.
→www.goettinger-barockorchester.de

 
Wissenschaft

Photovoltaik
Neuer Wirkmechanismus
Völlig neuer Typus von Solarzellen
pug — Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Grundlagen für einen völlig neuen Typus von Solarzellen entwickelt. Die neue Methode wandelt jenseits der herkömmlichen Wirkmechanismen Infrarotlicht in elektrische Energie um. Der Wirkmechanismus der Festkörper-Solarzelle besteht aus dem Mineral Perowskit und beruht auf sogenannten Polaron-Anregungen. Das sind kombinierte Anregungen von Elektronen und Gitterschwingungen des Festkörpers. Beteiligt an der Entwicklung der neuartigen Methode sind Forscher der Universität Göttingen, des Göttinger Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie, der Technischen Universität Clausthal und vom Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg.Weitere Informationen

Kolumbien
Göttinger Rechtswissenschaftler
begleiten Friedensprozess

pug — Die Universität Göttingen gehört zu den deutschen Universitäten, die am Deutsch-Kolumbianischen Friedensinstitut (DKFI) beteiligt sind, das nun mit Förderung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes aufgebaut wird. Die Universität Göttingen ist am DKFI durch Prof. Dr. Kai Ambos, Forschungsstelle für lateinamerikanisches Straf- und Strafprozessrecht (CEDPAL), und Prof. Dr. José Martínez, Institut für Landwirtschaftsrecht, vertreten. Am 12. und 13. Januar 2017 diskutierte Prof. Martínez in Bogotá mit Vertretern der beteiligten deutschen und kolumbianischen Universitäten und Vertretern der Zivilgesellschaft über zentrale Handlungsfelder und nahm an der Auftaktveranstaltung mit Außenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier teil.Weitere Informationen

Partnerschaft
Volkswagen/Göttingen Campus
pug/eb — Geld stinkt nicht – vermeintlich wertfreie Wissenschaft scheinbar auch nicht. Auf die langjährige Zusammenarbeit mit China, einem der repressivsten Staaten der Welt, folgt jetzt eine mit dem kriminellen Konzern Volkswagen AG. Der wird assoziierter Partner des Göttingen Campus, des Verbundes der Universität Göttingen mit acht außeruniversitären wissenschaftlichen Einrichtungen in Göttingen. Die Universität und die Volkswagen AG unterzeichneten einen Rahmenvertrag mit dem Ziel, besonders im Bereich der globalen und transregionalen Studien in Forschung und Lehre künftig enger zusammenzuarbeiten. Die Kooperation betrifft in erster Linie die Sozial- und Geisteswissenschaften, aber auch weitere wissenschaftliche Disziplinen. Studierende erhalten dadurch unter anderem die Möglichkeit, Praktika bei Volkswagen zu absolvieren oder dort ihre Abschlussarbeiten anzufertigen.
Prof. Dr. Jochem Heizmann, im Volkswagen-Konzern für das China-Geschäft zuständig: „Mit dem Stiftungslehrstuhl zum Modernen China hat Volkswagen bereits sehr gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen gemacht. Durch den Rahmenvertrag wollen wir diese weiter ausbauen.“ Die Volkswagen AG fördert an der Universität Göttingen seit 2015 bereits die Stiftungsprofessur „Modernes China mit Schwerpunkt auf globalhistorischen Perspektiven“.

Neurowissenschaften
Ursachen von
Schwerhörigkeit

umg — Die Ursachen für eine seltene erbliche menschliche Schwerhörigkeit haben jetzt Göttinger Hörforscher aufgedeckt. Menschen mit dieser ungewöhnlichen Hörstörung können zwar leise Töne fast genauso gut wahrnehmen wie Normalhörende, aber gesprochene Sprache kaum verstehen. Gleichbleibend laute Töne nehmen sie als leiser werdende Töne war. Das Hören ist „müde“.Weitere Informationen

SUB
Neu: 4.000 koreanische E-Books
pug — Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) erweitert ihr Literaturangebot um rund 4.000 koreanische E-Books. Die E-Bibliothek umfasst Werke aus den Bereichen der koreanischen Belletristik, Geschichte und Volkskunde. Das Generalkonsulat der Republik Korea in Hamburg und die SUB verbinden damit den Wunsch, Studierenden und Forschenden in Göttingen und Deutschland ein tieferes Verständnis von Korea und der Kultur des Landes zu ermöglichen. Das Generalkonsulat stellt für die Einrichtung der E-Bibliothek eine Spende in Höhe von 30.000 Euro zur Verfügung, der Betrieb ist an der SUB angesiedelt.
Die SUB verfügt über die in Deutschland größte Sammlung koreanischer Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts. Darunter befinden sich Bücher und Zeitschriften aus Süd- und Nordkorea, China und anderen Ländern sowie eine bedeutende Sammlung der älteren koreanischen Erzählliteratur. Darüber hinaus ist die SUB über rege und vielfältige Beziehungen mit wissenschaftlichen Einrichtungen der Republik Korea verbunden.

EU-Agrarpolitik
Maßnahmen zum Schutz
der Artenvielfalt oft ineffektiv

pug — „Greening“ nennt sich ein Instrument, mit dem die Europäische Union (EU) den Artenschwund in der Agrarlandschaft stoppen will. Das Prinzip ist einfach: Landwirte bekommen Geld dafür, dass sie auf ihren Flächen bestimmte Maßnahmen zum Schutz von Flora und Fauna umsetzen. Wissenschaftler/innen haben untersucht, wie effektiv dieses Instrument ist. Das ernüchternde Ergebnis: Die Maßnahmen bringen oft wenig für die Artenvielfalt und sind für die Landwirte zum Teil schlecht umsetzbar. Und die Steuerzahler kostet das ganze trotzdem viel Geld. Es gäbe aber Möglichkeiten, die Situation für alle Seiten zu verbessern.Weitere Informationen

Arhinie und Bosma-Syndrom
Ursache entschlüsselt
umg — Einem internationalen Forscherteam unter federführender Beteiligung der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Bernd Wollnik, Direktor des Instituts für Humangenetik der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), ist es gelungen, die genetische Ursache der fehlenden Nasenentwicklung bei Patienten mit Arhinie und Bosma-Syndrom zu entschlüsseln. Zugleich entdecken sie dabei mögliche Behandlungsansätze für eine angeborene Muskelerkrankung.Weitere Informationen

Ansiedlungsprojekt
Luchs-Population gefährdet
pug — Seit zwei Jahren erfassen Wissenschaftler der Universität Göttingen den Bestand einer kleinen Gruppe von Eurasischen Luchsen in Nordhessen. Waren zum Jahreswechsel 2014/15 noch sechs Luchse in der Region nachgewiesen worden, war ihr Bestand im Frühjahr 2016 auf höchstens noch drei Tiere zusammengeschrumpft. Als mögliche Ursache für den Rückgang der Luchspopulation vermuteten die Göttinger Forscher eine Erkrankung der Tiere an der Fuchsräude. In diesem Winter wird untersucht, ob sich der Bestand der Luchse in Nordhessen erholen konnte.Weitere Informationen

Molekulare Onkologie
Protein p53 schützt präventiv
vor Erbgut-Schäden

umg — Das Eiweißmolekül p53 kann das Erbgut bereits während seiner Vervielfältigung vor Schäden bewahren. Das haben jetzt Wissenschaftler/innen um den Göttinger Forscher Prof. Dr. Matthias Dobbelstein herausgefunden. Bisher war lediglich bekannt, dass das Protein p53 Meldungen über geschädigtes Erbgut empfängt und dann darüber entscheidet, ob die Schäden repariert werden können oder ob die betroffene Zelle sterben soll. Letzteres bewahrt die Zelle davor, das veränderte Erbgut an ihre Nachkommen weiterzugeben.Weitere Informationen

Förderung für Verbundprojekt
Frühkindliche Bildung
und Entwicklung

pug — Die Bewegung und Aktivität von zwei- bis fünfjährigen Kindern unterschiedlicher Herkunft stehen im Mittelpunkt eines neuen Forschungsprojekts „Zur sozialen Bedingtheit von Bildungs- und Entwicklungschancen durch Bewegung – Empirische Studien und Transfers unter dem Fokus von Diversität“ an der Universität Göttingen. Die Wissenschaftler/innen wollen den Alltag von Kindern aus Familien unterschiedlicher sozialer und ethnisch-kultureller Herkunft untersuchen, um herauszufinden, welche spontanen und vorstrukturierten Möglichkeiten Kinder in ihren jeweiligen Milieus haben, sich zu bewegen. Die Ergebnisse sollen in die Beratung von Eltern einfließen. Das Land Niedersachsen fördert die interdisziplinär angelegte Studie in den kommenden drei Jahren mit insgesamt 1,1 Millionen Euro.Weitere Informationen

Kontinentale Vegetation
Kompendium für ganz Europa
pug — Vegetation wird in Europa seit mehr als 100 Jahren hierarchisch klassifiziert, und seit fast 40 Jahren gelten verbindliche Regeln für die Benennung von Pflanzengesellschaften. Allerdings gab es bisher nur geografisch und inhaltlich beschränkte Übersichten – ein europaweites Kompendium fehlte. Botaniker aus zahlreichen Ländern haben nun mit Beteiligung von Wissenschaftlern der Universität Göttingen erstmals eine umfassende Klassifikation der Vegetation Europas vorgelegt. Diese soll künftig einen Standard in verschiedenen Bereichen bieten, beispielsweise im Waldbau, der Agrarumwelt- und Klimawandelforschung, dem Naturschutz, der Landnutzung, der Umweltbildung und beim Umsetzen von umweltpolitischen Instrumenten.Weitere Informationen

Sport
Grips durch Bewegung
Sport hilft gegen Schlaganfall
pug — Ob Schlaganfallpatienten verlorene Fähigkeiten wiedererlangen können, hängt weitgehend davon ab, wie wandlungsfähig ihr Gehirn ist. Für die Entwicklung guter Therapien ist es deshalb essentiell zu verstehen, wie sich die Fähigkeit des Gehirns und der Gehirnschaltkreise, sich zu reorganisieren, vor allem im Alter und nach einem Schlaganfall verbessern lassen. Wissenschaftlerinnen der Universität Göttingen haben nun erstmals einen direkten Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und einer erhöhten Wandlungsfähigkeit des Gehirns nach einem Schlaganfall nachgewiesen.Weitere Informationen

Kriminalität
Rückfälligkeit von Straftätern
Studie wird weiter gefördert
pug — Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Verlängerung einer Studie der Universität Göttingen und des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg zur Rückfälligkeit von Straftätern. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen, inwieweit Strafsanktionen die Täter davon abhalten, weitere Straftaten zu begehen.
Grundlage der einmaligen bundesweiten Untersuchung sind Eintragungen für rund eine Million Menschen im Bundeszentralregister. Diese ermöglichen vielfältige Aussagen über den Rückfall nach einer Verurteilung, differenziert nach bestimmten strafrechtlichen Sanktionen und verschiedenen Deliktgruppen. In den vergangenen Jahren werteten die Wissenschaftler bereits drei jeweils dreijährige Erhebungswellen aus. Die Förderung schließt auch den Aufbau einer Datenbank ein, die künftig anderen Forschern für eigene Studien zur Verfügung stehen soll.
Die bisherigen Ergebnisse der Studie finden Sie hier:Weitere Informationen

Universitätsbund
Dissertationspreis
an zwei Göttinger Promovenden

pug — Für ihre mit „summa cum laude“ bewerteten Promotionen an der Universität Göttingen sind der Physiker Dr. Martin Krenkel und der Chemiker Dr. Hendrik Schröder mit dem Dissertationspreis des Universitätsbundes Göttingen ausgezeichnet worden. Der mit jeweils 5.000 Euro dotierte Preis des Universitätsbundes wird von der AKB Stiftung gefördert. Der Vorsitzende des Universitätsbundes, Prof. Dr. Arnulf Quadt, überreichte die Auszeichnung am 10. Dezember 2016 im Rahmen des Göttinger Alumni-Tags.
Röntgentomografie ermöglicht die zerstörungsfreie dreidimensionale Objektrekonstruktion von Geweben. Schwierigkeiten bereiteten dabei bislang weiche Gewebe und die Abbildung winziger Strukturen. Dr. Krenkel ist es im Rahmen seiner Dissertation gelungen, die Methodik so zu verbessern, dass auch sehr anspruchsvolle Proben wie Lungengewebe rekonstruiert werden können.
Weltweit werden pro Jahr über 100 Millionen Tonnen Kunststoffe allein durch radikalische Polymerisation aus kleinen Molekülen hergestellt. Ein bedeutendes Verfahren dabei ist die „Atom-Transfer radikalische Polymerisation (ATRP)“. Dr. Schröder hat in seiner Dissertation ein umfassendes Bild der eisenkatalysierten ATRP erarbeitet. Hierbei setzte er ein breites Methodenspektrum zur genauen Analyse von bedeutsamen Spezies und ihrer Reaktivität ein.

Mikrobiologie
Proteine schützen
Zellen bei Stress

pug — Unter Stress können viele Proteine in menschlichen und tierischen Zellen nicht mehr richtig arbeiten. Ein natürlicher Mechanismus bewahrt die Zelle vor diesem Funktionsausfall, indem er dafür sorgt, dass bevorzugt stabilisierende Proteine hergestellt werden, die vor Stress und damit dem „Kaputtgehen“ der normalen Proteine schützen. Forscher der Universität Göttingen haben herausgefunden, wie diese überlebenswichtige Maßnahme der Zellen funktioniert.Weitere Informationen

Auszeichnung
Rita Süssmuth
erhält Schlözer-Medaille

pug — Die Universität Göttingen hat die ehemalige Präsidentin des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Rita Süssmuth, mit der Dorothea-Schlözer-Medaille geehrt. Damit würdigt sie Süssmuths Verdienste um Wissenschaft und Forschung und ihren besonderen Einsatz für die Gleichstellung von Frauen an Hochschulen. „Rita Süssmuth genießt als sozial und kulturell engagierte Politikerin und Erziehungswissenschaftlerin großes Ansehen“, sagte Universitätspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel. „Sie hat sich in ihrem beruflichen Werdegang und außerberuflichen Engagement ebenso konsequent wie feinfühlig für die Förderung von Frauen vor allem an Hochschulen und in der Wissenschaft eingesetzt.“ Prof. Beisiegel überreichte die Auszeichnung am Freitagabend im Rahmen des Jahresabschlussempfangs der Universität Göttingen.Weitere Informationen

Artenvielfalt
Gleichförmigkeit
durch intensive Landwirtschaft

pug — Wo Menschen Grünlandflächen intensiv bewirtschaften, nimmt nicht nur die Artenvielfalt ab: Letztendlich bleiben überall die gleichen Arten übrig – die Landschaft wird eintöniger. Zu diesem Ergebnis kommt eine überregionale Studie von rund 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit Beteiligung der Universität Göttingen. Die Forscher werteten unter der Leitung der Technischen Universität München mehr als 4.000 Arten aus und konnten so zum ersten Mal über verschiedene Regionen hinweg statistisch belegen, dass durch eine intensivere Landwirtschaft alle Wiesen gleichartig werden und nur noch Lebensraum für einige wenige Arten bieten.Weitere Informationen

Uni verstärkt Indien-Kontakte
pug — Die Universität Göttingen verstärkt ihre herausragenden Kontakte nach Indien: Gemeinsam mit dem Indian Institute of Science Education and Research (IISER-Pune) hat sie feierlich das „Göttingen Pune Outreach Center“ (GPOC) eröffnet. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des gesamten Göttingen Campus, des Zusammenschlusses der Universität Göttingen mit acht außeruniversitären Wissenschaftseinrichtungen in Göttingen, haben dort künftig die Möglichkeit, das GPOC für akademische Veranstaltungen und Aktivitäten mit Bezug zu Bildung und Forschung zu nutzen. Studierenden wird dort zukünftig ein Ort für wissenschaftliche Begegnungen und gezielte Ausbildung in deutsch-indischer Kooperation geboten.
Kontakt: hiltraud.casper-hehne@zvw.uni-goettingen.de

Publikationsfreudige
Wissenschaft

Göttinger mit am häufigsten zitiert
pug — Drei Forscher der Universität Göttingen gehören zu den am häufigsten zitierten Wissenschaftlern: der Chemiker Prof. Dr. Lutz Ackermann, der Agrarökologe Prof. Dr. Teja Tscharntke und der Bodenkundler Prof. Dr. Yakov Kuzyakov sind in der diesjährigen Liste der „Highly Cited Researchers“ vertreten. Besonders häufig von Kollegen in deren Publikationen zitiert wurden. Dies ist ein wichtiges Anzeichen für den wissenschaftlichen Einfluss einer Veröffentlichung.

Lymphdrüsenkrebs
Neuer Ansatzpunkt
für Behandlung

umg — Ein interdisziplinäres Forscherteam der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) unter Leitung der Klinik für Hämatologie und Medizinische Onkologie hat in Kooperation mit Kollegen aus Brno (Tschechische Republik) jetzt einen molekularen Faktor gefunden, der das gerichtete Wanderungsverhalten von Hodgkin Lymphomzellen reguliert und somit für die Ausbreitung der Tumorzellen von großer Bedeutung zu sein scheint. Die Ergebnisse der Forscher zeigen, dass das Molekül WNT5A ein Netzwerk von Faktoren reguliert, die die zielgerichtete Wanderung der Lymphomzellen in Richtung auf das Gefäßsystem koordinieren. Diese neuen Erkenntnisse können dazu beitragen, Behandlungskonzepte zu entwickeln, welche die Ausbreitung des Lymphoms behindern und zudem die Nebenwirkungen von aktuellen Therapien bei Lymphdrüsenkrebs verringern.Weitere Informationen

Sonderforschungsbereich 803
Förderung erneut verlängert
pug — Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung für den Sonderforschungsbereich 803 „Funktionalität kontrolliert durch Organisation in und zwischen Membranen“ an der Universität Göttingen erneut um vier Jahre verlängert. Damit erreicht der Sonderforschungsbereich (SFB) die maximale Förderdauer von insgesamt zwölf Jahren.Weitere Informationen

Heinrich Detering
erhält Mainzer Musikdozentur

pug — Prof. Dr. Heinrich Detering ist der diesjährige Inhaber der Mainzer Musikdozentur. Mit der Musikdozentur laden die Akademie der Wissenschaften und der Literatur sowie die Universität Mainz seit 2012 Musiker und Musikwissenschaftler zu öffentlichen Vorträgen und Diskussionen ein, die über akademische Perspektiven hinausführen sollen. Mit Prof. Detering ist zum ersten Mal ein Literaturwissenschaftler und Schriftsteller dabei. Sein Thema ist das Werk Bob Dylans, das in exemplarischer Weise die schöpferischen Beziehungen von Musik und Poesie erkundet. Unter den bisherigen Musikdozent/innen waren unter anderem der Komponist und Pianist Moritz Eggert, der niederländische Organist und Dirigent Ton Koopman und die Opernsängerin Anja Silja.

Wissenschaftspreis
Physikstudenten ausgezeichnet
pug — In der Kategorie „Studierende“ zeichnete die Jury des Wissenschaftspreises Niedersachsen 2016 drei Göttinger Physikstudenten als Team aus. Die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Dr. Gabriele Heinen-Kljajić, überreichte die Preise am 17. November im Landesmuseum Hannover. Die Auszeichnung ist mit jeweils 2.500 Euro dotiert. Geehrt wurden die Göttinger Physikstudenten vor allem für ihr Engagement im Projekt „Physik für Flüchtlinge“ der DPG, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.Weitere Informationen

Artenvielfalt
Indonesien: Selbst Kleinbauern
setzen nun auf Monokulturen

Verdrängung von Regenwald
pug — Indonesische Kleinbauern setzen bei der Bewirtschaftung ihres Landes zunehmend auf Monokulturen von Ölpalme und Kautschuk und tragen damit zur Verdrängung von Regenwald und artenreichen Agroforstsystemen bei. Das haben Wissenschaftler/innen des Sonderforschungsbereichs EFForTS an der Universität Göttingen gezeigt. Der Einsatz von Monokulturen ist auf kurze Sicht sehr profitabel und zieht Migranten aus anderen Regionen des Landes an. Aus ökologischer Sicht ist die Zunahme jedoch problematisch.Weitere Informationen

Kardiologie
Erstmals molekularer Blick
in atriale Herzmuskelzellen

umg — UMG-Herzforschern gelingt erstmals ein detaillierter molekularer Blick in atriale Herzmuskelzellen: Neuartige Signalprozesse und auch Krankheitsursachen z.B. von Herzrhythmusstörungen können so grundlegend erklärt werden.Weitere Informationen

Schädlingsbekämpfung
Biologisch nicht
immer erfolgreich

pug — Göttinger Agrarökologen haben zusammen mit einem internationalen Expertenteam die Situation identifiziert, wann und warum naturnahe Lebensräume nicht zur biologischen Schädlingsbekämpfung beitragen. Naturnahe Lebensräume spielen in Agrarlandschaften eine große Rolle für die Artenvielfalt und die Aufrechterhaltung wichtiger Ökosystemfunktionen, wie zum Beispiel der biologischen Schädlingsbekämpfung, dem Bodenschutz, der Nährstoffbindung und der Bestäubung. Im Gegensatz zu Ökologen teilen Landwirte diese Wertschätzung naturnaher Lebensräume aber oft nicht.Weitere Informationen

Kooperation
Deutsch-Kolumbianisches
Friedensinstitut

pug — Die Universität Göttingen beteiligt sich am Aufbau des Deutsch-Kolumbianischen Friedensinstituts (DKFI) in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert ab Herbst 2016 den Aufbau zehn Jahre lang mit Mitteln des Auswärtigen Amtes von bis zu 400.000 Euro pro Jahr. Die Leitung des Projekts liegt bei der Universität Gießen, daran beteiligt sind auch die Freie Universität Berlin und die Hessische Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung. Partner in Kolumbien ist die „Allianz der Universitäten für den Frieden“ mit Sitz an der Universidad Nacional de Colombia in Bogotá. Darüber hinaus sollen weitere Hochschulen in Regionen, die von bewaffneten Auseinandersetzungen betroffen sind, eingebunden werden. Da der Friedensprozess in Kolumbien die Forschungsagenda des Landes auf Jahre hin prägen wird, soll die Fülle der Kooperationen zwischen deutschen und kolumbianischen Hochschulen durch das DKFI verdichtet und besonders im Bereich von themenspezifischen Master- und Promotionsstudiengängen vertieft werden. Die offizielle Eröffnung des DKFI ist voraussichtlich im Mai 2017 geplant.

Zellbiochemie
Neues zur Energiegewinnung
umg — Neue Erkenntnisse Göttinger Grundlagenforscher um Prof. Dr. Peter Rehling, Direktor des Instituts für Zellbiochemie an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), klären bisher unbekannte Details zum Zusammenbau der Zell-Proteine zu der zentralen Atmungskette. Sie könnten helfen, Defekte oder Störungen im Maschinenpark der Energiekraftwerke der Zelle besser zu erkennen oder vielleicht sogar zu reparieren.Weitere Informationen

DLR
Buckelwal Vorbild für Windräder
Forscher gewinnt Innovationspreis
Windräder können nach dem Vorbild von Buckelwalen effizienter und leiser werden: die Idee eines Göttinger DLR-Forschers ist jetzt vom niedersächsischen Umweltministerium preisgekrönt worden. Dr. Holger Mai erhielt den vom Ministerium gestifteten Sonderpreis Umwelt im Rahmen des Innovationspreises des Landkreises Göttingen.Weitere Informationen

Skorpionsfliegen
20 neue Arten entdeckt
Große Artenvielfalt in Süd-China
Die Göttinger Gastwissenschaftlerin Meng Wang zwanzig bisher unbekannte Arten von Skorpionsfliegen aus Süd-China entdeckt. Die chinesische Zoologin von der Northwest University in Yangling forscht zurzeit in der Abteilung Morphologie und Systematik der Tiere im Zoologischen Institut der Universität Göttingen. Hier untersuchte sie zwei Jahre lang die Insekten aus der Gattung Neopanorpa, der südostasiatischen Skorpionsfliege.Weitere Informationen

Ethnologie
Privater Glaube und Einfluss auf die Öffentlichkeit
pug — Der Ethnologe Prof. Dr. Roman Loimeier von der Universität Göttingen hat einen Advanced Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC) eingeworben. Das Projekt unter der Leitung von Prof. Loimeier mit dem Titel „Private Pieties: New Forms of Religiosity in Muslim Societies“ wird seit Oktober 2016 fünf Jahre lang mit insgesamt rund 2,5 Millionen Euro gefördert.Weitere Informationen

Uni / K+S
Zusammenarbeit fortgesetzt
pug — Die Universität Göttingen und die K+S KALI GmbH werden ihre Zusammenarbeit im Rahmen des gemeinsamen Forschungsinstituts IAPN fortsetzen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde nun unterzeichnet und läuft bis zum 1. Oktober 2022, mit Verlängerungsoption.Weitere Informationen

Universitätsmedizin
Biobank eröffnet
umg — Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat ihre neu eingerichtete Zentrale Serviceeinrichtung UMG Biobank eröffnet. Sie ist niedersachsenweit die zweite zentra-le Kliniksbiobank. Die UMG Biobank bewahrt Biomaterialien nach höchsten Qualitätsstandards unter Berücksichtigung ethischer und rechtlicher Richtlinien zentral für die Forschung auf.Weitere Informationen

Biologie
Geruchs- und Geschmackssinn
bei Käfern

Käfer nutzen Antennen und Mundwerkzeuge, um sowohl Geruch als auch Geschmack wahrzunehmen. Das haben Biologinnen und Biologen aus Marburg und Göttingen herausgefunden, indem sie Kopf- und Gehirnstrukturen von Käfern präzise beschrieben und die Aktivität der Gene nachwiesen, die Riechen und Schmecken ermöglichen.Weitere Informationen

 

KiTa-Gebühren
Toller Vorschlag mit enormen Kosten
CDU legt nach: Absenkung von Kita-Gebühren hat nichts mit Qualitätsverlust zu tun

Das Ansinnen der CDU-Ratsfraktion, die Gebühren für den Besuch von Kindertagesstätten zunächst schrittweise zu senken und langfristig ganz abzuschaffen, sorgt weiterhin für heftige Diskussionen. Mit Worten, die wohl auch schon dem langsam beginnenden Wahlkampf geschuldet sind, weisen sie Christdemokraten den „dreiste[n] Versuch der SPD und des zuständigen Dezernenten Siegfried Lieske, den CDU-Antrag … in eine Qualitätsdebatte umzumodeln“, zurück.

Kindergarten
„Komplexe Frage“: KindergartenplatzFoto: Mpknagpur

„Nachdem sich nun ausgerechnet die Landes-SPD die Kita-Gebühren als vorrangiges Thema für den anstehenden Landtagswahlkampf vorgenommen hat, war es für die SPD-Vertreter offensichtlich umso ärgerlicher, dass sich die Göttinger CDU schon deutlich davor mit der außerordentlichen Belastung junger Familien beschäftigt hatte“, heißt es in einer Stellungnahme der Ratsfraktion als Reaktion auf die letzte Jugendhilfeausschuss-Sitzung. Und untermauert ihre Kritik mit einem konkreten Beispiel für je ein Kind in Krippe und Kita inklusive Verpflegungsgeld, „wie dann für einen Doppelverdiener-Haushalt sehr schnell 700 Euro in jedem Monat fällig werden“. „Vergleicht man diese Kosten mit den Gebühren von Sondershausen (150 Euro incl. Verpflegung pro Kind) bis Hannover (ebenfalls 150 Euro), dann wird deutlich, dass diese Belastungen nicht nur eine Zumutung für die Betroffenen, sondern gleichzeitig einen negativen Standortfaktor für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Göttingen darstellen.“

CDU-Landtagsfraktion geht auf SPD zu
Gleichwohl ist die von anderer Seite ins Feld geführte Befürchtung eines Qualitätsverlustes kein unsachliches Argument, weil „für die SPD … der CDU-Antrag nur aus der falschen Ecke“ kam, sondern eher ein bedenkenswertes. Mit solchen Unterstellungen entziehen sich die Antragsteller leider einer sachlichen Diskussion und entwerten damit teilweise auch den eigenen Antrag. Es bleibt zu hoffen, dass die Debatte auf diesem Vorwahlkampf-Niveau nicht weitergeführt wird – schon im Interesse der davon betroffenen Kinder und Erzieher/innen. Während ihrer Klausurtagung in Walsrode hat die CDU-Landtagsfraktion inzwischen der SPD angeboten, mittels eines Nachtragshaushaltes gemeinsam dafür zu sorgen, dass bereits ab 1. Januar 2018 der Kita-Besuch in Niedersachsen kostenlos wird. „Das wäre natürlich für alle Eltern und alle Kommunen die schönste Lösung“, meint das Göttinger CDU-Mitglied Dominic Steneberg.

Unterstützung bekommen die Christdemokraten von der Piratenpartei. Die freut sich, „dass die CDU in den letzten Wochen ihre soziale Ader entdeckt hat“ und ärgert sich zugleich über Göttingens zuständigen Jugend-Dezernenten Siegfried Lieske, der als drohende Konsequenz solcher Gießkannen-Wohltaten die mögliche Schließung von Spielplätzen an die Wand gemalt hatte.

Momentan zahlen Familien mit geringem Einkommen und zwei Kindern (einem in der Krippe, einem im Kindergarten) insgesamt 450 Euro monatlich, bei Zwillingen in der Krippe fallen sogar 530 Euro an, rechnen die Piraten vor. Dies sei für einkommensschwache Familien nicht zu stemmen. Im Gegenzug fällt der höchste Satz schon bei knapp über 2.000 Euro Nettoeinkommen an und beträgt 600 Euro, bzw. 710 Euro für Zwillinge. „Wie kann es sein, dass der niedrigste Satz nur 150 Euro unter dem Höchstsatz liegt und dieser bereits bei einem derart geringen Einkommen beginnt und derart hoch ist?“ fragt Pirat Martin Rieth, früher mal Fraktionsvorsitzender.

Grüne schlagen Runden Tisch vor
Die Grünen im Rat sprechen sich als Reaktion darauf für sozialverträglichere Beiträge bei der Kita-Betreuung aus und schlagen „zur fundierten Bearbeitung dieser komplexen Frage“ einen Runden Tisch „Zukunft der Kita-Betreuung in Göttingen“ vor. An ihm sollten u.a. interne und externe Fachleute und Mitglieder aller Fraktionen teilnehmen.

Sie wollen damit das Thema aus dem Wahlkampf heraushalten: „Eine gute Kinderbetreuungsinfrastruktur ist zu wichtig, um gute Vorschläge auf dem Altar von Wahlkampfplänkeleien zu opfern“, meint die Vorsitzende im städtischen Jugendhilfeausschuss, die Grüne Regina Meyer. „Wir wollen ernsthaft und zielorientiert nach einem wirklichen Weg suchen.“ Die Kinderbetreuung mehr und mehr öffentlich zu finanzieren und die Entscheidung der Eltern über einen Kita-Besuch nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig zu machen, sei nämlich eigentlich eine „urgrüne Forderung“, meint auch das Grünen-Ausschussmitglied Susanne Stobbe. „Je besser unsere Kitas sind und je mehr Kinder dort hingehen, desto mehr verbessern sich die Bildungschancen der Kinder.“ Kostenfreie Kitas werden daher von den Grünen „im Grundsatz“ begrüßt.

Klar sei aber auch, dass „wir als Kommune die Ziele nicht ohne die Hilfe des Landes und des Bundes verwirklichen können“, so Regina Meyer. Insofern sei es vielversprechend, dass hier Bewegung erkennbar ist. Es nutze jedoch niemandem, wenn gute Vorschläge im Wahlkampf zerredet würden. Man solle besser „in der Sache an einem Strang ziehen. “

 

Bank-Skandale
BAG verlangt 73.000 Euro zu viel vom Kunden
Völlig überteuerter Immobilienkredit erfolgreich angefochten
Linke fordert Teilhabe an Sparkassen-Gewinnen

Hemmungslose Bereicherung auf Kosten eines Kunden in Schwierigkeiten: Die Bankaktiengesellschaft (BAG) forderte von einem Kreditkunden einer Genossenschaftsbank 73.000 Euro zu viel. Sie kassierte bei einem Immobilienkredit mit variabler Verzinsung einen Satz, der bereits 2009 weit über dem marktüblichen lag. Ein Rechtsanwalt setzte durch: Der Kreditkunde muss nur noch 52.000 statt 125.000 Euro zahlen. Die Stiftung Warentest rechnet auf ihrer Webseite test.de vor, wie teuer unterlassene Zinsanpassungen Verbraucher zu stehen kommen können.

GierWeil ein Ehepaar einen im Jahr 1998 bei der Volksbank Lüneburg aufgenommenen Kredit in Höhe von 370.000 Mark im Jahr 2003 nicht zurückzahlen konnte, übertrug die Bank die Forderung auf Tilgung des Kredits im Jahr 2004 auf die Bankaktiengesellschaft (BAG) im westfälischen Unna. Das ist die Badbank der Genossenschaftsbanken. Im Jahr 2004 vereinbarte die Bank mit den Eheleuten einen neuen Vertrag über die Rückzahlung der noch offenen Beträge, einen Effektivzins nannte sie dabei nicht. Im Jahr 2009 vereinbarte die Bank mit den Schuldnern einen neuen Vertrag mit einem variablen Zinssatz, zunächst 7,3 Prozent – weit mehr als damals für Immobilienkredite üblich. Noch Ende 2015 kassierte sie den ursprünglich vereinbarten Zinssatz, obwohl der Ende 2015 nur noch gut 2 Prozent betrug.

Das Geld von rund 3.600 Anlegern, die der Autark-Invest AG mit Sitz in Liechtenstein und Büro in Dortmund Nachrangdarlehen in Höhe von 135 Millionen gegeben haben, ist in Gefahr. Anleger sollten Einzahlungen stoppen. Das teilt die Stiftung Warentest mit.Weitere Informationen  

Ein Rechtsanwalt ermittelte, dass die Bank rund 73.000 Euro zu viel berechnet hatte. Fehlt die Effektivzinsangabe, dann müssen Kunden der Bank nur den gesetzlichen Zinssatz von 4 Prozent zahlen. Bei Krediten mit variablem Zinssatz ist die Bank verpflichtet, den Zinssatz regelmäßig anzupassen und Zinssenkungen sofort weiterzugeben. Die Bank akzeptierte schließlich die Senkung der Restschuld um 73.000 Euro, statt 7,3 Prozent muss das Ehepaar künftig nur noch 2,26 Prozent zahlen.

Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass es sich bei Immobilienkrediten mit variablem Zinssatz und Kontokorrentkrediten besonders häufig lohnt, nachzurechnen, ob die Bank oder Sparkasse die Zinsen rechtzeitig angepasst hat. Richtiger Ansprechpartner fürs Nachrechnen sind Sachverständige, die die Prüfung von Konten anbieten.
→ www.test.de

Linke fordert Teilhabe der Bürger/innen am Rekordgewinn der Sparkasse
Das ist schon „merkwürdig“: Zwar klagen Geldinstitute angesichts der aktuellen Niedrigzinspolitik (unter der ja auch die Sparer leiden) über für sie angeblich wirtschaftlich schwierige Zeiten, weshalb sie nunmehr ausgesprochen erfinderisch an ihren Gebühren für Leistungen drehen, die früher ein selbstverständlicher Service waren (worunter nochmals die Sparer zu leiden haben), gleichwohl melden sie stolz in ihren Bilanzpressekonferenzen ebenso stolze positive Ergebnisse. Auch die Sparkasse Göttingen, die einen 10 Millionen-Gewinn ausweist und sich gerade einen Millionenneubau am Groner Tor leistet.

Einen Kontowechsel sollte sich überlegen, wessen Konto bisher mehr als 60 Euro im Jahr kostet. Seit September letzten Jahres sind Geldinstitute sogar gesetzlich verpflichtet, Verbraucher beim Wechsel ihres Kontos zu unterstützen. Kunden müssen nur ihre neue Bank dazu ermächtigen, bei der alten alle Daten zu erfragen, die für die Umstellung auf ein neues Konto und die Benachrichtigung der Geschäftspartner notwendig sind. Im Idealfall erledigt das neue Institut fast die gesamte Bürokratie.

Instinkt? Fehlanzeige. Jetzt verlangt die Göttinger Linke konsequenterweise, Einleger an solchen Gewinnen teilhaben zu lassen, was Geldinstitute aber bereits in noch besseren Zeiten verschämt vermieden haben. Es sind berechtigte Forderungen, die immer wieder gegenüber öffentlich-rechtlichen Instituten erhoben werden. Die Linke weist darauf hin, dass selbst die Deutsche Bundesbank mitgeteilt habe, dass alle niedersächsischen Sparkassen ausschüttungsfähig seien und verlangt, dies „wie in anderen Städten endlich auch in Göttingen in angemessener Größenordnung“ zu tun. In der Vergangenheit sei es trotz einiger Anläufe bisher nicht gelungen, von den Jahr für Jahr steigenden Bilanzgewinnen der Sparkasse auch nur einen erkennbaren Anteil davon dem Haushalt der Stadt Göttingen zuzuführen. „Träger der Sparkasse sind aber Stadt und Landkreis Göttingen – das kennzeichnet ja gerade die Sparkasse gegenüber anderen Banken. Dieses Alleinstellungsmerkmal verpflichtet allerdings … auch dazu, entsprechend ihrem gesetzlichen Auftrag, Überschüsse an ihre Träger abzuführen, um die Kommunen unmittelbar in ihrer Aufgabenerfüllung zu unterstützen“, heißt es weiter in einer Mitteilung.

Dass es so schlecht um die Göttinger Sparkasse nicht bestellt sein kann, bestätigt diese übrigens selbst in ihrem veröffentlichten Jahresabschluss: „Die Kernkapitalquote beträgt 11,8 Prozent und übersteigt damit ebenfalls deutlich den für 2015 vorgeschriebenen Wert von 6 Prozent.“ In Düsseldorf übrigens will der Oberbürgermeister gegen den Sparkassenvorstand vorgehen und ihn zu Ausschüttungen zwingen.

 

Umweltbundesamt
Abbau umweltschädlicher Subventionen stockt weiter
„Blinder Fleck beim Klimaschutz“

Die umweltschädlichen Subventionen in Deutschland sind weiterhin viel zu hoch und liegen 2012 bei nunmehr 57 Milliarden Euro. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Umweltbundesamts (UBA). Über 90 Prozent dieser Subventionen belasten das Klima – und konterkarieren so die deutsche Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens.

Besonders problematisch ist der Verkehr: Smog in ParisFoto: ILJR

Allein drei Milliarden Euro kostet es die Bürgerinnen und Bürger, weil der Staat das produzierende Gewerbe sowie die Land- und Forstwirtschaft bei der Strom- und Energiesteuer entlastet. Unternehmen, aber auch Verbraucherinnen und Verbraucher haben so weniger Anreiz, Energie zu sparen. „Wir leisten uns beim Subventionsabbau seit Jahren riesige blinde Flecken. Es ist paradox: Deutschland verpflichtet sich auf internationaler Ebene zu mehr Klimaschutz. Gleichzeitig honorieren wir im eigenen Land klimaschädliches Verhalten mit Steuergeldern. Es ist daher konsequent, dass die Bundesregierung den Abbau klimaschädlicher Subventionen im Klimaschutzplan 2050 endlich auf die Agenda gesetzt hat. Jetzt müssen den Worten aber auch Taten folgen“, so UBA-Präsidentin Maria Krautzberger.

Der größte Teil der umweltschädlichen Subventionen entfällt mit 28,6 Milliarden Euro auf den Verkehrssektor. Auf Platz zwei folgt die Energiebereitstellung und -nutzung mit 20,3 Milliarden Euro. Subventionen im Verkehrs- und Energiebereich sind aus Klimasicht besonders problematisch: Der Verkehrssektor emittiert rund 18 Prozent aller Treibhausgase. Auf den Energiesektor entfallen mehr als ein Drittel.Weitere Informationen

 

Kriminalität
Polizei richtet sich strategisch neu aus
Schwerpunkte: Einbruchsdiebstahl und Auswirkungen des internationalen Terrorismus

 
Cyberkriminalität: Auf den Seiten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik erhält man erste HilfeScreenshot

In der zukünftigen strategischen Ausrichtung und der täglichen polizeilichen Arbeit habe ab diesem Jahr sowohl die Verhinderung und die Aufklärung von Wohnungseinbrüchen als auch die Bekämpfung des internationalen Terrorismus mit all seinen Auswirkungen absolute Priorität. Das erklärt der Präsident der Polizeidirektion Göttingen, Uwe Lührig.

Ab sofort wird sich deshalb eine „Koordinierungsstelle Eigentum“ um die sich häufenden Wohnungseinbrüche kümmern, um unterschiedliche Lagebilder noch zielgerichteter auswerten, Tatzusammenhänge inspektions- und direktionsübergreifend schneller erkennen und identifizierte Tatserien durch überregional agierende Banden aus einer Hand in Ermittlungsgruppen bearbeiten zu können. Gleichzeitig soll durch Personen- und Fahrzeugkontrollen in den Inspektionen das Entdeckungsrisiko erhöht werden. Diese Maßnahmen sollen die bereits jetzt durchgeführten regelmäßigen Schwerpunktkontrollen in den Inspektionen ebenso ergänzen wie eine generell erhöhte Präsenz der Polizei in Wohngebieten zu tatkritischen Zeiten.

„Die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen und Herausforderungen mit Blick auf den Terrorismus und seine Folgewirkungen sind auch in unserer Region allein durch die salafistischen Hotspots in Hildesheim und Göttingen unmittelbar spürbar und angekommen“, erklärt Lührig. Man habe sofort reagiert und den betroffenen Staatsschutzkommissariaten mehr Personal zugewiesen, zusätzlich Ermittlungsgruppen für offene und verdeckte polizeiliche Maßnahmen eingesetzt und die Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt, dem Niedersächsischen Verfassungsschutz und anderen weiter intensiviert.

Wenngleich bereits eingeleitete Organisationsveränderungen erste positive Effekte zeitigten, so stehe man angesichts einer neuen Dimension terroristischer Gewalttaten „am Limit“, was aber nicht bedeute, dass Personal für die Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen oder die Observation von Gefährdern nicht zur Verfügung stehe. Das Gegenteil sei der Fall. Durch Verlagerung von Prioritäten sei die Interventionsfähigkeit der Einsatz- und Streifendienste insbesondere im Stadtgebiet Göttingen vielmehr verbessert worden. Lührig: „Zur ganzen Wahrheit zählt natürlich auch, dass dauerhaft im Rahmen einer Aufgabenkritik überprüft werden muss, welche Tätigkeiten entbehrlich sind“ – etwa die Begleitung von Großraum- und Schwertransporten. Im Einzelfall könne es wichtiger sein, eine weitere Funkstreifenwagenbesatzung rund um die Uhr einsetzen zu können und „in der Konsequenz auf eine bestimmte Anzahl von Kontaktbereichsbeamten, dem Verkehrsunfalldienst oder einer Technischen Ermittlungsgruppe Umwelt zu verzichten“.

Also doch eine Personalfrage. „Vor diesem Hintergrund haben wir in unserer Direktion die richtigen Antworten gefunden auf die Entwicklungen im Wohnungseinbruchsdiebstahl und anderen Phänomenen wie den unmittelbaren Auswirkungen des Terrorismus [oder] Cybercrime“, ist sich Lührig sicher.
Das bleibt zu hoffen, muss sich aber erst noch herausstellen.

 

Kreistag
Grüne wollen Schwedhelm rausschmeißen
Kreistagsmitglied sieht wichtige ökologische Themen verwässert

Der Kreisvorstand von Bündnis 90/Die Grünen will sein Noch-Mitglied Hans-Georg Schwedhelm loswerden – zu Recht. Schwedhelm kam mithilfe von etwa 6000 Listenstimmen in den Kreistag, hat nun aber eine neue Heimat bei der Splittergruppierung von Linken, Piraten und Die Partei gesucht und gefunden. Der bei Duderstadt sesshafte Kommunalpolitiker war auch dort längere Zeit bei den Grünen aktiv sowie in einigen anderen Organisationen, etwa bei der dortigen Geschichtswerkstatt.

Hans-Georg SchwedhelmEs gibt einige wenige auch politisch tätige Aktionisten, die, zumeist bei den kleineren Gruppierungen, immer mal wieder in allen möglichen Zusammenhängen in Parteien und anderen Organisationen auftauchen, sich dort bereitwillig zur Wahl stellen und oft auch, mitunter mangels Alternativen, dann auch gewählt werden und ebenso schnell wieder verschwinden – Schwedhelm gehört mit Einschränkungen ebenfalls dazu. Nach seinem Seitenwechsel wurde er zunächst vom Grünen-Kreisvorstand aufgefordert, sein Kreistagsmandat niederzulegen; auf die ihm gesetzte Frist hat er gar nicht erst reagiert. Nun soll das Landesschiedsgericht entscheiden, bei dem der Kreisvorstand seien Parteiausschluss beantragt hat.

„Schwedhelms Mitarbeit in einer mit den Grünen im Kreistag konkurrierenden politischen Gruppe ist unvereinbar mit dem Verbleib in der Partei“, kommentiert leicht nachvollziehbar die Sprecherin des Kreisvorstandes, Marie Kollenrott, den Schritt des Abtrünnigen und verweist auf die Listenstimmen, durch die Schwedhelm in den Kreistag kam. Er stand auf Platz 1 in der Oststadt, kam aber eben nicht durch persönliche Stimmen in den Kreistag. Seine Stimmen kommen nach dem Übertritt nun der Gruppe von Linken, Piraten und Die Partei zugute. Kollenrott: „Das kann man als Wählertäuschung bezeichnen.“ Zudem habe Schwedhelms Verhalten erhebliche negative Konsequenzen für die politische Arbeit der Grünen im Kreistag, nicht zuletzt durch den Verlust von Sitzen in Ausschüssen und Gremien. „Wir fordern daher Hans-Georg Schwedhelm ein weiteres Mal dazu auf, sein Mandat im Kreistag zurückzugeben.“

Parteiübertritte sind für Schwedhelm (Abb.: B90/Grüne) nichts Neues. Bereits mit der Jahrtausendwende wendete auch er sich: seinerzeit wechselte er von der Duderstädter Rats-SPD hin zur Grünen-Fraktion. Damals wie heute macht er dafür geltend, dass für ihn wichtige ökologische Themen nicht oder nicht mehr vom eigenen politischen Lager aufgegriffen würden, sodass er quasi zu einem Wechsel dorthin gezwungen sei, wo solche Themen auf größere Resonanz stießen. In der Tat kann man nicht verleugnen, dass manches umweltrelevante Problem auf Göttinger Ebene jedenfalls pointierter von den bundesweit eigentlich bereits totgesagten Piraten aufgegriffen wurde als vom Grünen-Establishment. Die beschlossene Zusammenarbeit zwischen Grünen und SPD auf Kreisebene, so argumentiert Schwedhelm sinngemäß, würde wesentliche ökologische Anliegen nun weiter verwässern.

Bei allem Frust über den „Verrat am Wähler“ ist das zumindest eine nachdenkenswerte Kritik.

 

Mobilität
Fahrgastverband sieht ECO-Bus-Forschungsprojekt skeptisch
Ungünstiges Verhältnis zwischen Aufwand und eventuellem Nutzen

Rufbus
Alternative im ländlichen Raum? Rufbus.Montage: vs

Der Fahrgastverband Pro Bahn warnt davor, große Summen öffentlicher Mittel in ein naturwissenschaftliches Forschungsprojekt des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation Göttingen zu stecken, dessen Nutzen für die Fahrgäste „völlig unsicher“ ist. Der Regionalvorsitzende Michael Reinboth wies darauf hin, dass die Organisatoren des Projektes vom Zweckverband Verkehrsverbund Südniedersachsen (ZVSN) und dem Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) fast eine Million Euro erwarten, um für einen begrenzten Zeitraum gerade mal zehn VW-Kleinbusse durch die Gegend fahren zu lassen.

Dabei stört sich der Fahrgastverband nicht nur an dem ungünstigen Verhältnis zwischen Aufwand und eventuellem Nutzen, sondern auch an der schwachen konzeptionellen Vorarbeit. „Es gibt landes-, bundes- und europaweit zahlreiche Studien zur Verbesserung öffentlicher Verkehrsmittel durch bedarfsgerechte Rufbussysteme, da füllt ein ECO-Bus keine Lücke“, erklärte Reinboth. Pro Bahn spricht sich durchaus für flexible Bediensysteme im ÖPNV aus - nur gebe es diese schon in Hülle und Fülle. Die müssten auf die Anwendbarkeit in unserer Region überprüft werden. Beim ECO-Bus bestehe die Gefahr, dass bestehende Linien nicht mehr ausreichend finanzierbar sind und ausgedünnt oder gar eingestellt werden müssten. Zudem sei der Umstand, dass die Diskussion seit Monaten hinter verschlossenen Türen laufe, einem solchen Projekt, das schließlich Fahrgäste gewinnen müsse, nicht dienlich.

Als ärgerlich bewertet Pro Bahn den Zeitpunkt abschließender Entscheidungen über die Projektfinanzierung bei den Landkreisen Göttingen und Northeim sowie beim ZVSN kurz vor dem Jahresende. Reinboth: „Die Gremien der Landkreise und des ZVSN sind noch gar nicht vollständig konstituiert. Eine sachgerechte Diskussion wird somit verhindert.“ Falsch sei der Zeitpunkt auch insofern, als Anfang Januar 2017 der neue ZVSN-Geschäftsführer seine Tätigkeit in Göttingen aufnimmt. Reinboth: „Das Geld haben andere dann schon ausgegeben, ohne dass der neue Fachmann daran noch etwas ändern könnte.“

 

Abfallvermeidung
Müllberge reduzieren – Ressourcen schützen
Weitere Schritte müssen folgen. Beispiel: Coffee-to-go

eb/bd — Im Zuge schwindender Ressourcen und gleichzeitig immer weiter wachsendem Hunger nach Rohstoffen stellt sich unweigerlicher die Frage, wie das Aufkommen von Müll möglichst gering gehalten werden kann. Vom 19. bis zum 27. November wurde diesem Thema mit der „Europäischen Woche der Abfallvermeidung“ besondere Aufmerksamkeit zuteil. Auch in Göttingen haben Teile des Einzelhandels durch sanftem Druck inzwischen erste Schritte unternommen und viele Einkaufstüten aus Kunststoff aus ihrem Sortiment verbannt. Doch das reicht nicht – es kann nur ein erster Schritt sein.

Freiburg Cup
 
Narrenhäs der „Friburger Glunki mit Freiburg Cup“Montage: Latschari/vs

In Deutschland werden Tag für Tag über 320.000 Kaffee-Pappbecher aus Automaten gezogen oder über die Verkaufstheken gereicht, ausgetrunken und weggeworfen – nachhaltig ist das nicht. Dass es auch anders geht, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Freiburg: Ihren Coffee-to-go können sich Kunden in den „Freiburg Cup“, einem wiederverwendbaren Mehrwegbecher im Gewand der Freiburger Skyline, füllen lassen und somit effektiv zur Müllvermeidung beitragen. An der Aktion von Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg und der Stadtverwaltung beteiligen sich derzeit 16 Cafés und Bäckereien in der Innenstadt, der Becher wandert nach dem Morgenkaffee zurück ins Geschäft und der Kunde erhält 1 Euro Pfand zurück.

Freiburg hat dem Pappbecher damit freilich nicht alleine den Kampf angesagt, unter anderem in Tübingen und der Berliner S-Bahn gibt es ähnliche Aktionen. Auch in Niedersachsen tut sich in Sachen Pfand-Pappbecher etwas. Derzeit prüft das Umweltministerium verschiedene Möglichkeiten, um die hohe Zahl von Einweggetränkebehältern zu reduzieren.

Unsere Gesellschaft wird heutzutage auch gerne als Wegwerfgesellschaft bezeichnet – Qualität verliert immer mehr an Bedeutung, Quantität wird immer wichtiger. Konsum wird schnelllebiger und produziert jede Menge Müll, der eigentlich vermieden werden könnte, dabei kann jeder mithelfen, die Müllproduktion zu verringern. „Mehrweg-Coffee-to-go-Becher als ein Anfang sind ein Schritt in die richtige Richtung“, erklärt Marlin Seeger, FÖJlerin bei der Göttinger Kreisgruppe des BUND. In Göttingen gebe es bereits erste positive Beispiele. „Beim nächsten Coffee-to-go also einfach mal nachfragen oder gleich einen eigenen Becher mitbringen!“
Mehr Informationen erhalten Sie hier:Weitere Informationen

 

Gebühren
Donnerwetter: CDU-Fraktion will langfristig kostenlose Kita-Plätze
CDU gegen Kita-Gebührenerhöhung

Die im Rahmen des Entschuldungshilfe-Programms des Landes Niedersachsen seinerzeit beschlossene regelmäßige jährliche Anhebung der Kita-Gebühren ist inzwischen der CDU-Fraktion ein Dorn im Auge. Sie hat sich deshalb im Jugendhilfeausschuss dagegen gewandt. Begründung: Gerade junge doppelverdienende Familien würden mit gar nicht mal so hohen Einkommen schnell in die höchste der sechs Beitragsstufen rutschen.

Kita
Foto: vs

Das klingt sehr bürgerfreundlich, verkennt aber, dass die Kosten der Betreiber teilweise in noch viel höherem Maße steigen als die Beiträge und keineswegs allein von den Eltern getragen werden. Wenn die Christdemokraten nun insbesondere Doppelverdiener entlasten wollen, müssen sie Andere dafür zur Kasse bitten – und das können ganz gewiss nicht Geringverdiener sein. Insofern ist es konsequent, scheinbar kostenlose Kita-Plätze zu verlangen, deren Kosten dann allerdings von „der Allgemeinheit“ übernommen werden müssen. Damit nähert sich die Göttinger CDU sozialpolitischen Forderungen an, wie sie vielfach auch von eher linker Seite immer wieder erhoben werden.

In der konstituierenden Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 17. November hatten deshalb die CDU-Ratsneulinge Dominic Steneberg und Mareike Mecke weiteren Beratungsbedarf in ihrer Fraktion angemeldet. Die Erhöhung käme mit der rot-grünen Mehrheit sowieso, erklärte daraufhin sinngemäß Dr. Klaus-Peter Hermann (SPD) freien Kita-Trägern, die jetzt schon neue Verträge mit Eltern für das nächste Jahr abschließen wollen. Die endgültige Entscheidung soll nun im nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss am 12. Dezember, am 15. Dezember nochmals im Jugendhilfeausschuss und dann abschließend am Tag darauf in der Ratssitzung getroffen werden.

„Auch der sicher steinige Weg zu unserem Ziel ,kostenfreie Kita-Plätze‘ fängt mit einem ersten Schritt an und deshalb wollen wir mit der Nichterhöhung der Gebühren für das nächste Jahr ein erstes Zeichen setzen“, erklärte Dominic Steneberg (CDU). Das erklärte mittelfristige Ziel der CDU-Ratsfraktion sei, alle Eltern von den Kosten der Kinderbetreuung in Göttingen zu befreien. Bereits jetzt sind aufgrund der schlechten sozialen/ finanziellen Lage über vierzig Prozent der Eltern von allen Zahlungen befreit.

 

Innenstadtnutzung
SPD: Wildwuchs bei Vergnügungsstätten eindämmen

Einer nahezu unregulierten Zunahme von Vergnügungsstätten will die SPD-Ratsfraktion in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Wirtschaft, allgemeine Verwaltungsangelegenheiten und Feuerwehr entgegenwirken. Mit einem entsprechenden Antrag will sie der „massiven Ausbreitung“ von Spielhallen begegnen.

 
Kann süchtig machen: SpielhalleFoto: unbek. CC BY-SA 2.5

Die Verwaltung soll mit einem solchen Antrag beauftragt werden eine Vergnügungsstättensatzung zu erarbeiten, die „den Begriff der Vergnügungsstätte definiert, Grenzen ihrer räumlichen Ansiedlung bestimmt sowie die Ansiedlung von Wettbüros in schützenswerten Stadträumen ausschließt“. „Wir möchten endlich ein Mittel an die Hand bekommen, um den Wildwuchs bei den Spielstätten einzudämmen“, erklärt Sylvia Binkenstein dazu, baupolitische Sprecherin der SPD. „Eine Regelung halten wir für notwendig, diese soll künftig dafür sorgen, dass keine weiteren Spielhallenkomplexe entstehen, es sind schon jetzt zu viele“, ergänzt die finanzpolitische Sprecherin Helmi Behbehani.

Folgen des schnellen Wachstums dieses Wirtschaftszweiges sind etwa die wachsende Zahl der Spielsüchtigen. In diesem Zusammenhang müsse man vor allem den Jugendschutz in den Vordergrund stellen, um junge Menschen vor dem Abgleiten in die Abhängigkeit zu bewahren. „Wir stellen uns vor, dass die Regulierung des gewerblichen Spielrechts basierend auf dem Genehmigungsverfahren und dem Baurecht gestaltet werden kann“, so Binkenstein. In der Niedersächsischen Bauordnung wie auch in bundes- und landesbaurechtlichen Vorschriften sei der Begriff der Vergnügungsstätte jedoch nicht definiert. „Es finden sich immer wieder Festsetzungen in Bebauungsplänen, nach denen Vergnügungsstätten in bestimmten Bereichen nicht erlaubt sind“, heißt es in den Antrag. So seien derartige Beschränkungen im Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan „Zwischen Markt und Prinzenstraße“ enthalten. „In diesem Bereich könnte man sich zum Beispiel eine Ansiedlung einer Discothek vorstellen. Da diese Nutzung aber unter den Begriff der Vergnügungsstätte fällt, wäre sie nicht zulässig.“ Um klar zu regeln, wo und welche Art von Vergnügungsstätten in der Stadt erlaubt sein sollen, müsse der Rat die hier beantragte Satzung beschließen.

In Göttingen entstehen zudem zusehends auch mehr Wettbüros, beklagt die SPD weiter – ein Resultat der nun möglichen Konzessionierung privater Wettanbieter. „Studien belegen, dass sich das Image der Stadtteile, in denen sich Wettbüros ansiedeln, zum Negativen verändert“, meinen die beiden Frauen. Um eine negative Veränderung der Innenstadt zu verhindern, sei der Einsatz einer solchen Satzung das richtige Mittel.

 

Lebensqualität
Göttingen unterzeichnet „Charta der Vielfalt“
Urkundenübergabe am 24. November

pdg — Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler hat für die Stadt Göttingen die „Charta der Vielfalt“ unterzeichnet. Ziele der Initiative sind Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt der Gesellschaft innerhalb und außerhalb der eigenen Organisation, die Wertschätzung der darin liegenden Potenziale, die Einführung und Förderung eines sogenannten Diversity Managements und der regelmäßige Austausch von besonders guten Beispielen u.a. mit Unternehmen, Politik und Wissenschaft.

Geschäftsführung und Teil des Vereinsvorstands: A. Gräfin von Hardenberg, G. Sendowski, A. Özoğuz, A. Grohnert (v.l.n.r.)Foto: Verein

Die offizielle Urkunde zum Engagement der Stadt wird Köhler im Rahmen des nächsten Forums Göttinger Unternehmen am Donnerstag, 24. November, im Alten Rathaus aus den Händen von Aletta Gräfin von Hardenberg, der Geschäftsführerin des Vereins, entgegennehmen. Köhler sieht die Unterzeichnung als Selbstverpflichtung, für eine Organisationskultur zu sorgen, die von gegenseitigem Respekt und der Wertschätzung der Einzelnen geprägt ist. „Wir wollen das Thema „Diversity“ fest bei uns verankern“, erklärte der Oberbürgermeister am Donnerstag (17. November). Die interne Vorbereitung für konkrete Schritte der Umsetzung im Sinne der Charta sei angelaufen.

Im Jahr 2006 von vier Konzernen initiiert, haben mittlerweile rund 2.350 Unternehmen und öffentliche Einrichtungen die Charta unterzeichnet. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist die Schirmherrin der Initiative. Aus Göttingen sind bislang die IKUD Seminare, Reeb Kommunikation Int. GmbH ,die Ländliche Erwachsenenbildung in Niedersachsen e. V. (LEB) und die Universität Göttingen dabei. In Niedersachsen haben u.a. die Städte Wolfsburg, Wolfenbüttel, Salzgitter, Osnabrück, Oldenburg, Helmstedt, Goslar, Delmenhorst, Braunschweig und die Landeshauptstadt Hannover unterzeichnet.

 

Kreistag
Gruppenbildung zwischen SPD, Grünen und Freien Wählern
CDU: Ausschuss-Vergrößerung nutzt vor allem Rot-Grün

Nachdem die deutsche Parteienlandschaft immer mehr zersplittert und lange Zeit nicht nur auf Bundes- und Landesebene festbetoniert scheinende Dreierkonstellationen der Vergangenheit angehören, erreicht diese Entwicklung mittlerweile auch die Kommunalparlamente: die Parteienlandschaft auch dort wird immer bunter, „satte“ Mehrheiten selbst durch das Zusammengehen zweier großer Fraktionen kommen nicht mehr zustande und der Zwang zur Gruppenbildung wird damit immer notwendiger – wenn man sich denn auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen kann.

 
Der südliche Landkreis – ohne SüdumgehungFoto: vs

Den Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FWLG ist dies im Göttinger Kreisrat jetzt gelungen, sie bilden für die Dauer der Legislatur bis 2021 eine Gruppe und haben eine Reihe von inhaltlichen Schwerpunkten vereinbart, die Grundlage der gemeinsamen Arbeit im Kreistag sein sollen. Dazu haben sie sich auf ein Programm geeinigt, dass allerdings „in allen Teilen“ unter einem grundsätzlichen Finanzierungsvorbehalt steht, weil „oberstes Ziel des Landkreises … solide Finanzen“ bleiben sollen. Insofern habe auch die Umsetzung der Projekte des Südniedersachsenprogramms (SNIP) für den Landkreis Göttingen Vorrang vor anderen neuen Projekten, teilt die Gruppe in einer Pressemitteilung mit.

Wesentliche Punkte dieser Vereinbarung sehen vor, insbesondere das Mobilitätsangebot im ländlichen Raum zu stärken, beispielsweise durch eine „gründliche Tarifreform“ oder auch durch eine kostenfreie Fahrradmitnahme, wovon man sich eine breitere Nutzung und Auslastung des öffentlichen Personennahverkehrs erhofft, was – ohne dass dies explizit erwähnt wird – zu einem Rückgang des Individualverkehrs führen sollte. Das Mobilitätsmanagement im Kreis soll zudem personell verstärkt, eine Verkehrsplanerstelle beim Landkreis installiert und langfristig erhalten werden. Um Planung und Kofinanzierung für den Bahnhaltepunkt Rosdorf zu gewährleisten, soll der Landkreis die Planungsaufgaben und die Finanzierungsanteile für die Gemeinde Rosdorf übernehmen. Ebenfalls auf der Agenda: eine Landesschnellbuslinie von Göttingen nach Duderstadt und die Umstellung der Pkw-Flotte des Landkreises auf E-Autos.

SPD und Grüne im Rat ebenfalls einig
Wie schon in den vergangenen 14 Jahren werden SPD und Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt ihre Zusammenarbeit fortsetzen. Das haben beide Parteien mitgeteilt. Sie wollen in der kommenden Ratsperiode einige Ausschüsse umbenennen und damit die Themen Inklusion, Integration und Mobilität stärker in den Fokus rücken. Zudem wollen sie die Besetzung von Ausschüssen vergrößern. Künftig soll die Mehrheit der Ausschüsse mit neun Ratsmitgliedern besetzt sein. Der Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke soll aufgewertet werden, indem seine Mitgliederzahl auf sogar 13 erhöht wird. „Damit möchten wir ein Zeichen an die kleineren Fraktionen senden, die in einem 13er-Gremium alle mit Stimmrecht vertreten sein werden“, teilen die Fraktionsvorsitzenden Tom Wedrins und Rolf Becker mit.
Bleibt zu hoffen, dass die neuen Mitglieder stärker als die alten auch Umweltbelange berücksichtigen werden, welche im Bauausschuss häufig völlig untergehen.
 

Schwerpunkte im Sozialbereich sollen die soziale wie auch berufliche Integration bilden und insbesondere der Aufgabenbereich Prävention im Rahmen der Jugendhilfe. Die Regelungen zu den „Kosten der Unterkunft“ im SGB II sollen weiterhin „mit Augenmaß“ umgesetzt und versucht werden, „bei einer Anpassung soziale Härten zu vermeiden“. „Asylbewerbern und Asylbewerberinnen werden wir durch ein geeignetes Instrument – wie die Einführung einer eCard – einen diskriminierungsfreien Zugang zu Gesundheitsleistungen ermöglichen“, heißt es in der Vereinbarung.

Sollte ein entsprechender Elternwille vorhanden sein, will man die Möglichkeiten zur Einrichtung von Integrierten Gesamtschulen in den Bereichen der Altkreise Hann. Münden und Osterode ins Auge fassen, was vermutlich absehbar zu Konfliktpotenzial mit dem Christdemokraten im Kreistag führen wird.

Auch an einem umweltfreundlichen Landkreis will man weiter werkeln. In allen Kommunen sollen dazu Regionalbeauftragte eingesetzt, die Klimaschutzziele im gemeinsamen Landkreis Göttingen/Osterode auf Göttinger Niveau angeglichen werden. Ergänzend wird die Energieagentur für weitere fünf Jahre „mindestens auf dem Niveau abgesichert, wie es der Zukunftsvertrag darstellt“. Zwar sollen in den Sicherungsverfahren der Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete) bzw. bei Veränderungen von Schutzgebietsverordnungen Bürgerinformationsveranstaltungen stattfinden, doch damit ist noch nicht gesagt, dass ökologisch orientierte Bürger mit ihren Vorschlägen bei der Politik auch durchdringen, wie Beispiele aus der Vergangenheit zeigen. Selten nämlich haben bislang – sowohl im Stadt- wie auch im Kreistag – umweltrelevante Belange über baupolitische obsiegt. Immerhin will man, geht es nach der Gruppenvereinbarung, das Personal in der Naturschutzbehörde aufstocken.
Die vollständige Pressemitteilung der Gruppe können Sie hier nachlesen:Weitere Informationen

CDU: Ausschuss-Vergrößerung nutzt vor allem Rot-Grün
„Mehr Eigennutz als Mitleid mit den Kleinen“ unterstellt die CDU-Ratsfraktion den Mehrheitsparteien im Rat bei ihrem Ansinnen, Ausschüsse personell aufzustocken, um den kleineren Parteien zu einem Stimmrecht zu verhelfen (siehe Kasten oben). Richtig sei, so die Christdemokraten, dass Rot-Grün nach den geltenden Regeln der Sitzverteilung im Sportausschuss und im Umweltausschuss keine Mehrheit mehr gehabt hätte. Folglich diene die Aktion mehr der SPD und den Grünen als den kleinen Parteien, wurde aber öffentlichkeitswirksam als gute Tat verkauft.

„Damit soll wohl der Verlust von drei grünen Ratssitzen kompensiert werden“, meint CDU-Fraktionschef Hans-Georg Scherer. Seine Fraktion ist immerhin die zweitstärkste im Rat. In der ursprünglichen Verteilung nach dem insgesamt bewährten Verteilungsschlüssel hätten nach Mitteilung der Stadtverwaltung im Sportausschuss wie auch im Umweltausschuss zunächst drei Rot-Grüne einer Mehrheit von vier anderen gegenübergesessen. Das hätte dann aber nicht die – allerdings nur noch knappen – Mehrheitsverhältnisse im Rat wiedergespiegelt. Deshalb hätte es nach der Niedersächsische Kommunalverfassung sowieso eine Anpassung geben müssen. „Die wäre dann aber nicht im Belieben der Herren Wedrins und Holefleisch gestanden“, so ein Sprecher der Ratsfraktion.

 

Kulturpolitik
Grüne: Fehlende Weitsicht
in der städtischen Kulturentwicklung

Kunstquartier als schlechtes Beispiel benannt

Mit dem Neubau verschwindet wieder ein Stück Fachwerk aus der Göttinger Innenstadt: Düstere StraßeFoto: T. Wolter

Der Stadtvorstand der Grünen kritisiert eine fehlende Weitsicht in der städtischen Kulturentwicklung. „Es scheint so, als ob im Falles des KuQuas der durch die Bundesförderung gegebene Reiz mehr Einfluss auf Prioritätensetzung in und Gestaltung der Kulturlandschaft in Göttingen habe, als alle anderen Kriterien“, erklärt ein Mitglied des Stadtvorstandes.

Aufgrund der zu Verfügung stehenden Gelder wurde ein eigentlich zurückgestelltes Großprojekt wieder ausgegraben. Ein Betriebskonzept für das Kunstquartier sei bisher aber nicht bekannt, die Finanzierung des Betriebes stehe in den Sternen. „Zumindest ist es gelungen einen KuQua-Entwurf auszuwählen, der die volle Förderhöhe gewährleisten kann, so dass die Stadt nicht auf weiteren Baukosten sitzen bleiben sollte", führt Vorstandssprecher Yonas Schiferau aus.

Problematisch sei dabei insbesondere, dass sich aufgrund fehlender Umsetzung der Kulturentwicklungsplanung die Förderung immer mehr in Richtung Großeinrichtungen verschiebe. Dadurch gebe es immer weniger Geld für kleinere kulturelle Einrichtungen, deren Bestand gesichert werden sollte, um auch Raum und Räume für Kulturschaffende zur Verfügung zu stellen. Hier sei stellvertretend das KAZ genannt, welches aufgrund des Entschuldungshilfe-Programms Einbußen hinnehmen musste.

CDU begrüßt „Umdenken in der Kulturentwicklung“
Der Grundsatzentscheidung zum Bau eines Kunstquartiers habe sich die Fraktion der Grünen seinerzeit „offensichtlich erst im letzten Moment [unter] dem Druck der breiten SPD-Front angeschlossen – und zwar gegen die Stimmen der CDU/FDP Gruppe. „Nachdem deutlich geworden war, dass die Idee der Genossen, bei Stadtarchiv und Museum erheblich zu kürzen, auf breite Ablehnung in der Bürgerschaft trifft, wurde von der Kreisebene der Grünen wieder ein Angriff auf die angebliche Hochkultur zum Beispiel in Form des Göttinger Symphonieorchesters gefahren“, erinnert Marcel Pache und fügt süffisant hinzu: „Nun kommt der Stadtverband aus dem Gebüsch und kritisiert, dass die Kulturentwicklung sich immer mehr in Richtung Großeinrichtungen verschiebt und immer weniger Geld für kleinere Einrichtungen zu Verfügung steht. Wenn man dieser Meinung ist, darf man ein KuQua nicht unterstützen.“

Die für Fördermaßnahmen solcher Art sehr geringe Eigenbeteiligung von zehn Prozent werde irgendwie noch zu stemmen sein, aber in der Folge sich ein ganz anderes Problem stellen: „Die jährlich sechsstelligen Unterhaltungskosten des Projekts werden unter die sog. ,Freiwilligen Leistungen’ der Stadt fallen, die aber durch die Vorgaben des Entschuldungshilfeprogramms (EHP) gedeckelt sind“, rechnet Pache vor. Dieses Limit sei bereits so ausgereizt, dass zusätzliche rund 50.000 Euro, die die freien Kulturträger aktuell allein dafür benötigten, um ihren Mitarbeitern die künftig gesetzlich garantierten Mindestlöhne zahlen zu können, die gesetzten Haushaltsgrenzen sprengen würden. „Das bedeutet in der Konsequenz, dass die neue freiwillige Leistung ,KuQua’ nur zu Lasten anderer bisher geförderter Kultur- oder Sportträger erfolgen kann“, so Wibke Güntzler, neues Mitglied im Kulturausschuss.

 

EEG-Umlage
Viele Lieferanten werden die Preise erhöhen
Staatswirtschaftliche Eingriffe statt Angebot und Nachfrage

Klasse Energiepolitik: Obgleich man sich vor Ökostrom-Angeboten kaum mehr retten kann, der Markt mit nachhaltiger Energie geradezu überschwemmt wird, sinken wohl die Preise an den Beschaffungsmärkten, nicht aber für Verbraucher – im Gegenteil: sie steigen von Jahr zu Jahr. Letztlich ist es eine Perversion marktwirtschaftlicher Regeln, nach denen, jedenfalls der reinen Theorie zufolge, Preise sich ja eigentlich durch Angebot und Nachfrage bilden. Nicht so in dieser Republik. Weil die Politik, nicht zuletzt durch Dauer-Querulanten aus Bayern, den Netzausbau einfach nicht gebacken bekommt, dafür den Strompreis durch regulative Eingriffe künstlich nach oben treibt.

 
Strom und Heizenergie nur noch sonntags? Die Energiekrise kommt beim Verbraucher an.Foto: vs

Das deutscher bürokratischer Planungswut entstammende Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) entpuppt sich immer mehr als fataler planwirtschaftlicher Fehlgriff zu Lasten des Verbrauchers, verfälscht die reale Marktsituation und dient inzwischen erklärtermaßen als Innovationsbremse beim Ausbau erneuerbarer elektrischer Energien. Das kommt, wie so oft, vor allem großen, vordergründig systemrelevanten Konzernen zugute und bringt die kleine Frau oder den kleinen Mann mit ein paar Solarzellen auf seinem Hausdach in der Wahlkabine durchaus ins Grübeln. Und das nicht erst seit einem bislang kaum dagewesenen Verfall der Weltmarkt-Ölpreise in Kombinatioin mit einem historischen Zinstief in der Eurozone. Weder vom einen noch vom anderen hat der Verbraucher je etwas zu spüren bekommen, weil selbst kommunale Versorger bislang nicht dazu zu bewegen waren, die ihnen entstehenden Preisvorteile an die Verbraucher durchzureichen. Nun sollen die auch noch – wieder einmal – höhere Strompreise akzeptieren, weil die EEG-Umlage in 2017 auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde Strom steigen wird.

Auch die Netzentgelte steigen
Was sie nicht unbedingt müssen, so die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Denn sowohl die EEG-Umlage als auch die Netzentgelte werden von Energieversorgern direkt an die Netzbetreiber gezahlt. Steigen die Kosten an, steigen also erst einmal nur die Ausgaben der Versorger. Eine Regelung, die eine automatische oder gar verpflichtende Weitergabe an die Kunden vorsieht, gibt es nicht. Fest steht also zunächst einmal nur, dass die EEG-Umlage auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde Strom steigen wird, nicht aber, wer sie bezahlen muss. Dass die Betreiber der Stromnetze angekündigt haben, 2017 auch die Netzentgelte und damit einen weiteren wichtigen Teil der Stromkosten zu erhöhen, macht die Sache für Verbraucher nicht besser.

Was das für den einzelnen Verbraucher bedeutet und ob sich zwangsläufig alle Stromkunden auf höhere Kosten einstellen müssen oder es Möglichkeiten gibt, dem Preisanstieg zu entgehen, hat die Verbraucherzentrale im Marktwächter Energie dargestellt.Weitere Informationen

 

Kurz & bündig
Politik · Wirtschaft · Gesellschaft


Politik und Verwaltung

Verwaltung
Ausschuss- und Ortsratssitzungen
Schulausschuss: 26. Januar
Ortsrat Geismar: 26. Januar
Ortsrat Grone: 26. Januar
Ortsrat Groß Ellershausen /
Hetjershausen / Knutbühren:
2. Februar

Einzelheiten zu den Sitzungen auf Seite 1

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Bündnis 90/Die Grünen
Neujahrsempfang
Stadt- und Kreisverband der Grünen laden am 24. Januar zu einem Neujahrsempfang ins Francis Drake im Jungen Theater. Treffen kann man dort auch die „Aushängeschilder“ Jürgen Trittin und Stefan Wenzel. Ein syrischer Blogger wird zudem zur aktuellen Flüchtlingspolitik referieren. →Veranstaltungen

Verwaltung
Fachdienst Straßenverkehr
für kurze Zeit geschlossen

pdg — Der städtische Fachdienst Straßenverkehr mit seinen drei Sachgebieten Straßenverkehrs-, Fahrerlaubnis- und Zulassungsbehörde ist am 25. Januar und 1. Februar aus innerbetrieblichen Gründen jeweils von 11.00 bis 12.00 Uhr für den Publikumsverkehr geschlossen.

Tierschutzaktivisten in der City
PelzträgerAm Mittwoch (25. Januar) gehen „Ermittler“ einer selbsternannten „Pelz-Polizei“ in der Innenstadt auf Streife. Die Tierschutzaktivisten des Deutschen Tierschutzbüros ziehen dann verkleidet durch die Einkaufsstraßen und klären Pelzträger auf. Denn, so die Aktivisten, „noch immer lassen 100 Millionen Pelztiere ihr Leben für simple Extras an der Kleidung, obwohl es genug Alternativen gibt“. Das Deutsche Tierschutzbüro möchte durch diese Aktion Pelzträgern helfen, Echtpelz von Kunstpelz zu unterscheiden und sie über das unsägliche Tierleid hinter dem Produkt aufklären: für diese kleinen Produkte mussten Tiere nämlich nach grausamer Gefangenschaft ihr Leben lassen.Weitere Informationen

Versorgungsamt
Sprechtag
pdg — Der nächste Sprechtag des Niedersächsischen Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie, Standort Hildesheim (Versorgungsamt) in Göttingen findet am Donnerstag, 26. Januar, von 9.00 bis 12.00 Uhr und 13.30 bis 15.00 Uhr in Zi. 118 im Neuen Rathaus statt (keine Beratung zu allgemeinen Rentenangelegenheiten). Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Das Landesamt ist wie folgt zu erreichen: Nds. Landesamt für Soziales, Jugend und Familie – Versorgungsamt –, Kreuzstraße 8, 31134 Hildesheim. Telefon: 05121 3040, Fax: 05121 304611, www.soziales.niedersachsen.de

Ehem. Sartorius-Gelände
Wohnungsbau nur unter „ferner liefen?“
Verärgert zeigen sich die Göttinger Linken über Äußerungen zum Thema Bebauung der Nordstadt während der letzten Sitzung des Bau-Ausschusses. Dort hatte ein Repräsentant des des beauftragten Planungsbüros Team Hamburg geäußert, dass Wohnungsbau „bei den ganzen Überlegungen sowieso nur eine untergeordnete Rolle“ spiele, so wird er von Linken-Ausschussmitgliedern zitiert. Alle Baukörper außer Hotel und Gesundheitscampus würden so geplant und ausgelegt werden, dass sie sich für viele Zwecke eignen würden, insbesondere für Gründerfirmen, Büros etc.
„Da hatten wir als Ratsfraktion der Göttinger Linken noch gedacht, es ließe sich über einen städtebaulichen Vertrag – ähnlich wie für die Bebauung des ehemaligen Huhtamaki-Geländes – wenigstens ein kleiner Teil von Wohnungen mit Sozialbindung realisieren. Und nun müssen wir damit rechnen, dass möglicherweise überhaupt keine Wohnungen auf dem Sartorius- Gelände entstehen könnten“, klagen die Linken nun.

Piraten wählen neuen Vorstand
Auf ihrer Kreismitgliederversammlung haben die Göttinger Piraten am 20. Januar einen neuen Vorstand gewählt. Nachfolger von Niels-Arne Münch als 1. Vorsitzender ist Daniel Isberner, Autor von Science Fiction-Literatur und Experte für Urheberrechtsfragen. Angelo Perriello, Ortsratsmitglied in Weende, wurde als 2. Vorsitzender in seinem Amt bestätigt. Zur 3. Vorsitzenden wurde Friederike Buch gewählt.

Landkreis soll weitere Flüchtlinge aufnehmen
Das Bündnis aus Linken und Piraten im Göttinger Kreistag fordert angesichts der Kälte auf dem Balkan, weitere 50 geflüchtete Menschen, die sich gegenwärtig in Griechenland aufhalten, zusätzlich zu den vom Land zugewiesenen in den Landkreis Göttingen aufzunehmen. „Da können und müssen wir helfen. Es gibt Platz in den Unterkünften und auch dezentral“, erklärte ein Sprecher der Gruppe.

Nonnenstieg
Bebauungsplan liegt öffentlich aus
pdg — Die Planunterlagen zur 3. Änderung des Bebauungsplans Göttingen Nr. 7 „Nonnenstieg Nordwest“ liegen ab dem ab 16. Januar öffentlich aus. Sie können bis zum 27. Januar, jeweils montags bis donnerstags von 7.00 bis 17.00 Uhr und freitags von 7.00 bis 14.00 Uhr an der Anschlagtafel im 11. Obergeschoss des Neuen Rathauses, Hiroshimaplatz 1-4, eingesehen werden. Bedenken und Anregungen zu den Planungen können bis zum Ablauf der Auslegungsfrist Montag bis Mittwoch von 8.30 bis 12.00 Uhr oder donnerstags von 14.00 bis 17.00 Uhr persönlich bei Elisabeth Hanitsch in Zimmer 1104 des Neuen Rathauses, schriftlich beim Fachdienst Stadt- und Verkehrsplanung oder per E-Mail an stadtplanung@goettingen.de abgegeben werden.Weitere Informationen

Verkehr
SPD: mehr Parkplätze im Nordbereich
Parkausweise auch für benachbarte Anwohner
Die SPD-Ratsfraktion Göttingen spricht sich für die Erweiterung des Parkbereiches P in der Nordstadt aus. „Wir erwarten von der Verwaltung, dass es in Zukunft auch für die Bewohnerinnen und Bewohnern der Liebrechtstraße möglich ist, auf Antrag für ihr Kraftfahrzeug oder ihr Motorrad einen Bewohnerparkausweis für den Parkbereich P-Nordstadt I zu erhalten, meint die baupolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, Sylvia Binkenstein. Bewohner/innen, die in der Liebrechtstraße wohnen und ein Kraftfahrzeug haben, hätten keine Möglichkeit, ihr Kraftfahrzeug in der Nähe ihrer Wohnung abzustellen. „Die Liebrechtstraße wie auch die Weender Landstraße haben keine ausgewiesenen Parkplätze. In der unmittelbaren Nähe befindet sich der Parkbereich P-Nordstadt I. Den Bewohner/innen der Liebrechtstraße muss deshalb das Parken im Parkbereich P Nordstadt I ermöglicht werden“, so Binkenstein weiter.
Die SPD wird einen entsprechenden Antrag in der Umweltausschusssitzung am 24. Januar einbringen.

Verkehrsdelikte 2016
Weniger Rotlichtverstösse, mehr Raser
pdg — Wieder weniger Verstöße bei der Rotlichtkontrolle, aber mehr Fälle bei der mobilen Geschwindigkeitsüberwachung, weniger Fahrverbote und kaum veränderte Einnahmen durch Verwarn- und Bußgelder: so lautet das Fazit einer vorläufigen Statistik 2016 des Göttinger Stadtordnungsdienstes. Die Anlagen zur Rotlichtüberwachung registrierten im letzten Jahr genau 3.588 Verstöße. 2015 lag die Zahl bei 3.690 Die meisten Missachtungen roter Ampelsignale (1.358) wurden dieses Mal an der stadtauswärts führenden Fahrbahn An der Lutter / B27 festgestellt. 2016 erfasste die mobile Geschwindigkeitsüberwachung mit 209.119 Fahrzeugen mehr als 2015 (157.412). In 8,61 (8,45) Prozent der Fälle wurden Übertretungen der zulässigen Geschwindigkeit festgestellt. Die Polizei ermittelte bei ihren Überwachungsmaßnahmen weitere 759 (487) Fälle.
Die stationäre Geschwindigkeitsüberwachung mit den Messpunkten in der Steinmetzkurve, in Groß Ellershausen und in Roringen verzeichnete 2016 erneut einen Rückgang der gemessenen Verstöße. Insgesamt registrierten sie 5.829 (2015: 7.474) Übertretungen. 1.035 Mal wurden in der Stadt Fahrverbote ausgesprochen und damit über 200 weniger als im Vorjahr. Die Verwarnungs- und Bußgeldeinnahmen der Stadt erreichten nach den bisher ausgewerteten Verfahren im fließenden Verkehr 1,648 Millionen Euro (2015: 1.571), im ruhenden Verkehr 816.000 Euro (804.000).

Erstes Amtsblatt 2017
Bebauungsplan „Nonnenstieg Nordwest“
pdg — Um den Aufstellungsbeschluss für die 3. Änderung des Bebauungsplans Göttingen Nr. 7 „Nonnenstieg Nordwest“ geht es in der ersten Ausgabe des Amtsblatts für die Stadt Göttingen in diesem Jahr (erhältlich ab 12. Januar).
18 Veröffentlichungen auf mehr als 180 Seiten hatte die letzte Ausgabe 2016 des Amtsblatts für die Stadt Göttingen zum Inhalt. In dieser 26. Ausgabe geht es u.a. um die Änderung und Neufassung von Satzungen und Verordnungen aus dem Arbeitsbereich der Göttinger Entsorgungsbetriebe, um die geänderten Friedhofs- und Marktgebührensatzungen, die neue Anlage der Entgeltordnung für die städtischen Kindertagesstätten und eine Reihe von Aufstellungs- und Auslegungsbeschlüssen für Bebauungspläne.
Das Amtsblatt ist kostenlos im Info-Büro im Neuen Rathaus, im Alten Rathaus, in der Stadtbibliothek sowie in den Verwaltungsstellen Geismar, Grone und Weende erhältlich und im Internet unter www.goettingen.de → Rathaus & OB → Rat & Ortsräte → Amtsblatt zu finden.

Rettungseinsatz-Behinderung
Güntzler: „Idioten“
Klare Worte findet der Göttinger MdB Fritz Güntzler für die Tatbeteiligten, die in Grone einen Feuerwehreinsatz behindert und Feuerwerksraketen auf die Helfer losgelassen hatten. Ein Helfer wurde dabei verletzt. „Ich finde es unglaublich, dass diejenigen, die sich für die Rettung von Menschenleben einsetzen, Angst um ihre eigene körperliche Unversehrtheit haben müssen. Und dies nur, weil ein paar Idioten handeln, ohne nachzudenken“, so der Abgeordnete. Die Stadtverwaltung hat wegen des Vorfalls Anzeige erstattet.
Nachdenken aber will gelernt sein. Die Gedankenlosigkeit wird also weiter zunehmen, insbesondere unter einer Jugend, die keinen Halt mehr findet, der kaum Orientierung geboten wird und deren Bildungsniveau sich seit der weitgehenden Abschaffung humanistischer Bildung allenfalls noch durch Chat-Foren speist und sie sich selbst überlassen, zu geistigen Analphabeten heranreifen lässt – zu Idioten eben.

Forstamt Herberhausen
Linke Ratsfraktion strikt gegen Verkauf
Die Göttinger Linke Ratsfraktion wendet sich kategorisch gegen einen Verkauf sowohl des alten Forstamtes in Herberhausen als auch eines Grundstücks am Göttinger Wall an private Investoren. Mit dem Verkauf von Immobilien werde lediglich eine kurzfristige „Schönung des Haushaltes“ erreicht. Mittelfristig würden aber wichtige Planungsmöglichkeiten verloren gehen und bei Bedarf erhebliche Kosten für die Anmietung anderer Objekte entstehen. Als Beispiel führt sie u.a. den seinerzeit geplanten Verkauf der ehemaligen Voigtschule ins Feld: „Heute ist man froh, dass man noch über das Gebäude verfügen und dadurch hohe Mietkosten für die Unterbringung geflohener Menschen sparen kann.“ Auch das kleine Studentenwohnheim in der Bühlstraße sei als Beispiel geeignet. „Wir freuen uns doch auch darüber, dass ein privater Investor zum ersten Mal die Zusage zur Schaffung von ca. 30 Wohnungen mit Sozialbindung auf dem Huhtamaki-Gelände gegeben hat. Wie weit besser sind die Möglichkeiten, wenn die Stadt nicht erst in fremde Hand verkauft, sondern direkt mit ihrem Instrument ,Städtische Wohnungsbau‘ Wohnraum schafft?“ heißt es abschließend.

Städtische Bäder-Entgelte
Linke bekräftigt Forderung nach Sozialtarif
Die Göttinger Linke bekräftigt ihre Forderung nach einem Sozialtarif für Menschen mit niedrigem Einkommen, unabhängig vom Alter. „Die Erfahrung, aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein, weil man wegen fehlenden Geldes noch nicht einmal ein Hallenbad besuchen kann, verliert nach Erreichen des 18. Lebensjahres nicht ihre Härte. Davon sind nicht nur Erwerbslose betroffen, sondern auch viele Menschen, die nur geringe Renten erhalten oder trotz Erwerbstätigkeit aufgrund geringer gezahlter Löhne einen Anspruch auf aufstockendes Alg II haben“, heißt es in einer Replik auf eine Stellungnahme der Stadtverwaltung. Darin hatte Pressesprecher Detlef Johannson darauf hingewiesen, dass es Sozialtarife für den Besuch von Bädern sehr wohl über die sog. SozialCard gebe. Dass damit jedoch Ermäßigungen für Erwachsene nicht abgedeckt werden, es sei denn, sie wären zu über 70 Prozent schwerbehindert, erwähnte er nicht. Die Ermäßigung für Sozialcard-Inhaber erstreckt sich nämlich ausschließlich auf Personen unter 18 Jahren.
Die Göttinger Linke weist darauf hin, dass es bis zum Jahr 2005 solche ermäßigten Preise für Sozialhilfeempfänger gegeben habe; sie wurden erst durch die Göttinger Sport und Freizeit GmbH wieder abgeschafft.

Verwaltung
Neues Statistik Journal
Statistikpdg — In der Publikationsreihe des Referates Statistik und Wahlen der Stadt Göttingen „Göttinger Statistik - Journal“ ist die Ausgabe 3/2016 dieses vierteljährlichen Berichtsdienstes erschienen. Sie präsentiert für die Monate Juli bis September 2016 eine Vielzahl von Daten und Fakten über die Stadt Göttingen und befasst sich zudem mit der Fusion der Landkreise Göttingen und Osterode zum neuen Landkreis Göttingen, dessen neue Strukturen und Daten einschließlich der Veränderungen im Kreistag aufgezeigt werden.
Erhältlich beim Referat Statistik und Wahlen im Neuen Rathaus (Nebengebäude) und online unter www.goesis.goettingen.de →Statistische Publikationen.

Führungspositionen
Langer Weg zur Gleichstellung
Der Weg zur Gleichstellung in Führungspositionen auch in der Göttinger Stadtverwaltung ist schwierig. Das macht eine neue Broschüre des Frauenbüros klar, deren darin niedergelegten Ergebnisse so neu nicht sind: auch schon in früheren Jahren musste die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt konstatieren, dass der Weg nach ganz oben in der Göttinger Stadtverwaltung zumeist blockiert ist. Eine Erweiterung des Personalauswahlverfahrens soll im kommenden Jahr nun Abhilfe schaffen.Weitere Informationen

Straßenreinigung
Ein Jahr lang keine Gebühren
eb/pdg — Eine lange Kette juristischer Auseinandersetzungen macht es möglich: Nach Verwaltungsgerichtsurteilen aus dem Jahr 2016 mussten GEB und Stadt für den Zeitraum 2006 bis 2015 unter Anwendung der aktuellen Rechtsprechung rückwirkend Neukalkulationen und Nachberechnungen anstellen. Die führen im Ergebnis für 2017 zu einer einmaligen Null-Belastung für den Gebührenzahler, der in Göttingen im kommenden Jahr weder für den Sommer- noch für den Winterdienst der Straßenreinigung zu zahlen hat.
Mit dieser Regelung sieht sich die Vereinigung der Haus- und Grundeigentümer in Göttingen, die jahrelang juristisch gegen die bisherigen Reglungen angegangen war, endlich am Ziel.Weitere Informationen


Wirtschaft

Gewerbliche Wirtschaft

Wirtschaftslage
IAB: Arbeitslosenversicherung
stabilisiert Konjunktur

Die in Krisenzeiten wachsenden Ausgaben und sinkenden Einnahmen der Arbeitslosenversicherung tragen erheblich zur Stabilisierung der Konjunktur bei. Im Krisenfall wird so die Kaufkraft der Konsumenten gestützt. Damit die Arbeitslosenversicherung diese wichtige Stabilisierungsfunktion erfüllen kann, bedarf es einer hinreichenden Rücklage, erklärt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer am Montag veröffentlichten Studie. Aufgrund der Erfahrungen aus den letzten drei Rezessionen nennt das IAB hierfür eine Größenordnung von 20 Milliarden Euro.Weitere Informationen

Flüchtlinge
Studie: Investition in Integration lohnt sich
Mehr staatliche Unterstützung beim Deutschlernen und weitere Investitionen in die Bildung von Geflüchteten verbessern nicht nur deren Integration in den deutschen Arbeitsmarkt, sondern lohnen sich langfristig auch für die öffentlichen Haushalte. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor. Zusätzliche Investitionen von 3,3 Milliarden Euro in Sprachkenntnisse und Bildung der 2015 zugewanderten Flüchtlinge können die fiskalischen Kosten bis zum Jahr 2030 um elf Milliarden Euro reduzieren.Weitere Informationen

Beschäftigungspflicht Schwerbehinderter
Meldefrist läuft
Die jährliche Meldung für schwerbehinderte Beschäftige muss bis zum 31. März bei der zuständigen Agentur für Arbeit erfolgen. Betroffen von der Anzeigepflicht sind alle privaten und öffentlichen Arbeitgeber, die im Jahr 2016 über mindestens 20 Arbeitsplätze verfügt haben. Gesetzlich sind Betriebe ab dieser Größenordnung verpflichtet, auf mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Arbeitgeber, die diese im Sozialgesetzbuch IX verankerte Vorgabe nicht erfüllen, müssen eine Ausgleichsabgabe entrichten. Die Höhe dieser Abgabe ist abhängig von der Beschäftigungsquote. Die beschäftigungspflichtigen Arbeitgeber sind gehalten, bis spätestens 31. März der für ihren Sitz zuständigen Agentur für Arbeit ihre Beschäftigungsdaten für das Jahr 2016 anzuzeigen.

Berufseinsteiger / Geringqualifizierte
Risiko der Scheinselbständigkeit
Berufseinsteiger und Geringqualifizierte befinden sich häufiger in einem scheinselbständigen Vertragsverhältnis als andere Erwerbstätige. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.Weitere Informationen

Arbeitsmarkt Südniedersachsen
Ruhiger Jahresausklang
Die günstige Entwicklung auf dem südniedersächsischen Arbeitsmarkt in den letzten Monaten fand auch im Dezember ihre Fortsetzung: Zwar stieg die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Göttingen im Vergleich zum November leicht an. Dabei fiel der Anstieg nach Angaben der Agentur für Arbeit Göttingen jedoch geringer aus, als es die übliche saisonale Entwicklung erwarten ließ. Konkret waren im Agenturbezirk Göttingen im Dezember 13.598 Menschen arbeitslos gemeldet, 189 bzw. 1,4% mehr als im Vormonat. Gegenüber Dezember 2015 sank die Zahl jedoch um 420 bzw. 3,0%. Die Arbeitslosenquote lag wie schon im November bei 5,7%, und damit 0,2 Pro-zentpunkte unter dem Vorjahreswert.
Die Arbeitsagentur Göttingen hat zudem einen ausführlichen Rückblick auf das vergangene Jahr veröffentlicht.Weitere Informationen

Arbeitsmarkt im November
Trotz leichtem Rückgang positiver Ausblick
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im Dezember gegenüber dem Vormonat um 0,1 Punkte gefallen. Dies geht auf die Komponente für den Beschäftigungsausblick zurück, die um 0,3 Punkte nachgab. Die Komponente für die Arbeitslosigkeit blieb hingegen stabil. Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) steht nun bei 103,1 Punkten und zeigt damit trotz des leichten Rückgangs einen positiven Ausblick auf das kommende Jahr 2017.Weitere Informationen

Globale Umweltzerstörung
durch Politik und Konzerne

Die Organisation Rettet den Regenwald engagiert sich auf bewundernswerte Weise für den Erhalt der letzten noch verbliebenen ökologischen Reservate – wovon letztlich unsere Zukunft abhängt – und ruft regelmäßig zu Kampagnen gegen deren weitere Zerstörung auf. Gö-Polis veröffentlicht sie hier und möchte seine Leser dazu animieren, sich am Erhalt unserer Lebensgrundlagen aktiv zu beteiligen. Immer, wenn Sie an dieser Stelle ein neues Bild vorfinden, gibt es eine neue Aktion bzw. Neues zu berichten.

Naturschutzgesetz
Uhus, Milanen und Bussarden droht Gefahr
RegenwaldFoto: Andrea und Stefan (CC BY 2.0)
Uhus, Milanen und Bussarden droht in Deutschland neue Gefahr: Die Regierung will das Naturschutzgesetz aufweichen. Windkraftanlagen, die den Tod ungezählter Tiere bedeuten, würden leichter genehmigt.
Weil in Deutschland ein „öffentliches Interesse“ am Ausbau erneuerbarer Energien bestehe, sollen hierfür Ausnahmen vom „Tötungsverbot“ besonders einfach möglich sein. Auch bei Vorhaben wie der Ausweisung von Industriegebieten und dem Bau von Stromtrassen und Straßen akzeptierten es Behörden leichter, dass dafür Tiere getötet werden. Schon heute ist es um den Artenschutz in Deutschland nicht gut bestellt. Jede sechste Tier- und Pflanzenart gilt als extrem selten, ausgestorben oder verschollen. Nun droht eine weitere Verschlechterung.
Bitte fordern Sie Bundesumweltministerin Barbara Hendricks auf, den vorliegenden Gesetzentwurf zurückzuziehen und den Artenschutz zu stärken:
www.regenwald.org

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Bildung - Beruf - Karriere

Wettbewerb
Bundespreis Ecodesign 2017
Kluge Ideen für die Zukunft gesucht
„Überzeugendes Design statt kurzlebiger Wegwerfware“ – das ist das Motto eines bundesweiten Wettbewerbs, der gemeinsam vom Umweltbundesamt und de Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit ausgelobt wird.
Sammelstationen für Meeresmüll, Fassaden, die atmen oder bionische Trennwände für Flugzeuge: gesucht werden mutige Design-Pioniere und Erfinder nachhaltiger Produkte. Bewerben können sich Unternehmen, Designagenturen, Start-Ups und Studierende – mit bereits erstellten Prototypen oder marktreifen Produkten und Dienstleistungen.
Die Bewerbungsfrist endet am 10. April.Weitere Informationen

Mittelstand
Innovationsforum Digitalisierung
Am 7. Februar findet in Holzminden das Innovationsforum Digitalisierung statt. Die Veranstaltung wird ausgerichtet von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Holzminden in Kooperation mit dem SüdniedersachsenInnovationsCampus (SNIC) und richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen und Handwerksbetriebe, die ihre Arbeitsprozesse und Unternehmenskommunikation zukunftsorientiert gestalten möchten. Eine Anmeldung ist bis zum 3. Februar möglich.Weitere Informationen

Zurück in den Beruf
Angebote für Menschen in Elternzeit
Mehr als 30 Weiterbildungen finden in Kooperation mit der Volkshochschule Göttingen Osterode gGmbH in Stadt und Landkreis Göttingen statt. Ein Bewerbungscheck für Wiedereinsteigerinnen wird ebenso angeboten wie Seminare zum selbstbewussten Auftreten und zu sicherer Verhandlungsführung. Auch können die eigenen Kenntnisse am PC aufgefrischt oder verbessert werden – von gängigen Anwendungsprogrammen oder Aufbaukursen bis zum Schreibtechniktraining am PC reicht die Palette im EDV-Bereich. Frauen, die sich selbstständig machen wollen oder unternehmerisch tätig sind, finden im gemeinsam mit der Gründungsberatung Mobil initiierten Gründer/innenfrühstück und Chefinnenabend eine gute Gelegenheit, sich fortzubilden und auszutauschen. Für speziellere berufliche Weiterbildungen – also auch außerhalb der Angebote des Programms „Zurück in den Beruf“ – kann ein Weiter­bildungs­scheck beantragt werden.
Scheck und das Programm sind bei der Koordinierungsstelle „Frauenförderung in der privaten Wirtschaft“ im Neuen Rathaus erhältlich und lassen sich im Internet unter www.frauen-wirtschaft.de downloaden.

Der richtige Weg zur passenden Weiterbildung
Interaktiver Weiterbildungsguide
Wer im Job am Ball bleiben möchte, sollte sich regelmäßig weiterbilden. Der neue kostenlose und interaktive Weiterbildungsguide der Stiftung Warentest gibt Tipps für den richtigen Kurs, zeigt, wo es passende Angebote gibt und erläutert, wann es Zuschüsse vom Staat gibt. Unter www.weiterbildungsguide.de beantworten die Experten die wichtigsten Fragen zum Thema und geben zahlreiche nutzwertige Tipps.Weitere Informationen

Befragung
Hohe Bildungsorientierung bei Geflüchteten
Die seit 2013 eingereisten Geflüchteten zeigen eine hohe Bildungsorientierung. Es gibt viele gemeinsame Wertvorstellungen bei Geflüchteten und Deutschen. Die häufigsten Fluchtursachen sind Angst vor gewaltsamen Konflikten und Krieg. Das sind zentrale Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von mehr als 2300 geflüchteten Menschen über 18 Jahren, die gemeinsam vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), dem Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) und dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) durchgeführt wurde.Weitere Informationen

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Verbraucherschutz

Aktuelle Produkt-Tests über
• Kinderwagen: Kippgefahr bei Knorr-Baby
• Kochtöpfe

Neue Bücher für Verbraucher
Das große Gewächshausbuch
Finanztest Spezial Steuern 2017
test Jahrbuch 2017
Finanztest Jahrbuch 2017

Aktuelle Verbrauchertäuschungen
Auf dem Verbraucherschutz-Portal Lebensmittelklarheit.de beanstandet die Verbraucherzentrale aktuell folgende Produkte wegen irreführender oder falscher Angaben auf der Verpackung:
• Wagner Original Balance Laktosefrei
• Exotic Food Tom Kha
• Bürger Kalbfleischtaschen

Einzelheiten dazu und wie die betroffenen Firmen auf die Beanstandungen reagieren, auf der Verbraucherschutz-Seite.Weitere Informationen
Eine Reihe von Änderungen bei der Deklaration einer Vielzahl von Produkten hat die Verbraucherzentrale inzwischen erwirkt oder auch gerichtlich erzwungen. Entsprechende Informationen darüber finden Sie direkt unter
www.lebensmittelklarheit.de

Vodafone
Gezielte Verbraucher-Täuschung
Werbung als offizielles Schreiben getarnt
Viele Verbraucher erhalten jetzt Post von der Vodafone Kabel Deutschland GmbH: Per Brief oder Postkarte informiert das Unternehmen über „wichtige Neuerungen der Telefon- und Internet-Technologie“ oder die bevorstehende DVB-T-Abschaltung. Vermeintliche Zustellungsstempel, Vorgangsdaten und Rückmeldefristen sollen den Anschein erwecken, die Information habe eine gewisse Dringlichkeit und erfordere schnelles Handeln der Verbraucher. In Wirklichkeit geht es nur um eines – Werbung. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rät Betroffenen, sich von den Schreiben nicht blenden oder unter Druck setzen zu lassen.Weitere Informationen

Energieversorger EWE
Trickreiche Weiterbelieferung
nach Vertragsablauf

Das Unternehmen EWE wirbt mit Strom- und Gasverträgen, die nach zwei Jahren automatisch auslaufen. Das Problem: Offenbar kann es passieren, dass sich die Kunden danach trotzdem nicht so einfach von EWE lösen können. Hintergrund ist ein Brief, in dem EWE den Kunden kurz vor Ablauf des Vertrags ein neues Angebot macht. Wer darauf nicht reagiert, wird dem Schreiben zufolge einfach weiterbeliefert. Der Marktwächter Energie hält dies für unzulässig und hat daher Klage eingereicht.Weitere Informationen

Antennenfernsehen
Wer nicht aufrüstet, sieht bald schwarz
Wer sein Fernsehprogramm über Antenne empfängt, muss jetzt handeln: Ab 29. März zeigen ältere TV-Geräte in vielen Regionen kein Bild mehr. Neue Technik ist nötig. Die Stiftung Warentest liefert Testergebnisse und Tipps für den Umstieg von DVB-T auf DVB-T2 HD. Im Test: Fernseher, Empfänger und Antennen für das neue Antennenfernsehen in hoher Auflösung.Weitere Informationen

Warnung
Extreme Schadstoffbelastung bei Kamillentee
Die Tester der Stiftung Warentest warnen davor, Kamillentee der Firma Kusmi Tea zu trinken. In einer Charge fanden sie äußerst hohe Gehalte an Pyrrolizidinalkaloiden. Im Tierversuch haben sich Pyrrolizidinalkaloide als eindeutig krebserregend und erbgutschädigend erwiesen. Die Tester fanden die krebserregenden Schadstoffe in Teebeuteln mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 10/2019, Chargennummer der Karton-Verpackung: LOT 161031. Eine Packung mit 20 Teebeuteln kostet im Online-Shop der Firma Kusmi Tea 11,40 Euro.
→www.test.de/kusmitee

Flüssiggas
Viele Kunden zahlen deutlich zu viel
Die meisten der rund 600.000 Haushalte, die mit Flüssiggas heizen, haben den Gas-Tank von ihrem Lieferanten gemietet und sind verpflichtet, das Flüssiggas ausschließlich bei ihm zu kaufen. Sie müssen teilweise Preise akzeptieren, die bis zu 78 Prozent höher sind als die Preise, die Kunden mit eigenem Tank bezahlen.Weitere Informationen

VW-Skandal
Rechtsschutzversicherungen
nur bedingt hilfreich

Käufer eines Skandalautos können ihre Verkehrsrechtsschutz-Versicherung nutzen, um gegen den Hersteller VW oder seinen Händler vorzugehen. Der Versicherer ist aber oft berechtigt, die Rechtsschutz-Versicherung zu kündigen, wenn der Kunde Leistungen beantragt hat. Er zahlt dann zwar noch für die VW-Skandalklage, aber für keine weiteren Verfahren. Kunden bekommen dann auch von anderen Rechtsschutzanbietern oft kein Angebot mehr. Darauf weist die Zeitschrift Finanztest in ihrer Februar-Ausgabe hin und erklärt, was bei Rechtsschutz im VW-Skandal zu beachten ist.
→www.test.de/vw-rechtsschutz.

Autark-Invest AG Liechtenstein
Anleger sollten Einzahlungen stoppen
Das Geld von rund 3.600 Anlegern, die der Autark-Invest AG mit Sitz in Liechtenstein und Büro in Dortmund Nachrangdarlehen in Höhe von 135 Millionen gegeben haben, ist in Gefahr. Das teilt die Stiftung Warentest mit. Die Staatsanwaltschaft sucht bei einer in enger Geschäftsbeziehung zur Autark stehenden Firma nach Anlegergeldern in zweistelliger Millionenhöhe. Auch laufen Investitionen der Autark Invest nicht gut. test.de rät allen Anlegern, die Ratenverträge abgeschlossen haben, ihre monatlichen Einzahlungen zu stoppen.Weitere Informationen

Zinsportale
Nur wenige Angebote überzeugen
Filialbanken zahlen für sichere Geldanlagen so gut wie nichts. Rendite gibt es nur noch online, vor allem bei ausländischen Direktbanken und Zinsportalen wie Savedo, Weltsparen und Zinspilot. Sie locken zwar mit attraktiven Zinsen, doch nur wenige Angebote sind auch wirklich sicher. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift Finanztest in ihrer Januar-Ausgabe, für die sie einen großen Zinstest für Tages- und Festgeldkonten durchgeführt und Zinsportale genauer unter die Lupe genommen hat.Weitere Informationen

Strommarkt
Angebote mit Zusatzprodukten
häufig wenig attraktiv

Was bei Zeitungs- und Zeitschriftenabos schon lange verbreitet ist, greift auch auf dem Energiemarkt immer mehr um sich: Um Verbraucher von ihren Angeboten zu überzeugen, stellen Händler beim Abschluss eines neuen Vertrags besondere Prämien oder Vergünstigungen in Aussicht. Doch nicht immer können Verbraucher wirklich erkennen, was sie bei den Prämien erwartet. Achten Kunden bei der Bestellung nicht ganz genau auf das Kleingedruckte, kann das vermeintliche Geschenk sogar zur Kostenfalle werden.Weitere Informationen

Gesetzliche Krankenversicherung
Ohne Einkommensnachweis Höchstbeitrag
Verbraucherzentrale: ‚Strafeinstufung‘ unsozial
Für die Beitragsberechnung der gesetzlichen Krankenkasse ist das Einkommen maßgeblich. Legen freiwillig Versicherte keine Einkommensnachweise vor, wird automatisch der Höchstbetrag fällig. Was nach einer einfachen Regelung aussieht, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung schlicht als unsozial: Die Sanktion trifft Versicherte mit geringen Einkünften unverhältnismäßig hart. Die Verbraucherzentrale Niedersachen fordert daher eine Nachbesserung der gesetzlichen Regelung.Weitere Informationen


Gesellschaft

Suchterkrankungen
„Raus aus der Co-Abhängigkeit“
Kostenloses Gesprächsangebot
Der Bereich Suchtmedizin an der UMG bietet eine geleitete Gesprächsgruppe für Angehörige von Menschen mit Suchterkrankung an. Das Angebot richtet sich an Angehörige von Suchtkranken, die von Alkohol und/oder Medikamenten abhängig sind, wie auch einen übermäßigen Gebrauch von Computer und anderen Medien. In der Gesprächsgruppe können sich Angehörige mit anderen Betroffenen austauschen. Darüber hinaus erfahren sie Wichtiges über Suchterkrankungen, deren Ursachen und mögliche Auswirkungen. Sie lernen, eigene Verhaltensweisen in Beziehung zu dem Betroffenden zu erkennen und zielbringend anzupassen.
Die Gesprächsgruppe beginnt am 7. Februar. Insgesamt finden sieben Gruppentermine in wöchentlichem Rhythmus jeweils dienstags von 18.00 bis 19.30 Uhr statt. Die Teilnahme ist kostenfrei, sie findet in der Sucht-Tagesklinik in der Von-Siebold-Straße 3 statt.
Eine Anmeldung ist noch bis Montag, 6. Februar, möglich. Ansprechpartnerin ist Astrid Reichardt, Telefon: 39-66610 oder 39-66611, astrid.reichardt@med.uni-goettingen.de

Stadt und Landkreis
Ferienfreizeit-Angebote 2017
Schon jetzt stehen die Freizeit- und Betrauungsangebote für die Oster-, Sommer- und Herbstferien für sechs- bis zwölfjährige Kinder aus der Stadt und dem Landkreis weitgehend fest. Der Fachdienst Jugendarbeit/Jugendförderung der Stadt Göttingen hat ein vielfältiges Programm von der Mach-Mit-Aktion über Tagesbetreuungen bis zu Wochenfreizeiten auf dem Schulbauernhof in Hevensen zusammengestellt.
Anmeldungen für das Jahr 2017 sind ab Donnerstag, 1. Dezember, online unter www.ferien-goettingen-anmeldung.de möglich.

Polizeidirektion Göttingen
Neue Verantwortliche
für interkulturellen Dialog

ots — Seit Anfang Oktober hat die Polizeidirektion Göttingen eine neue Verantwortliche für den interkulturellen Dialog: Nermin Bozkurt (33) übernimmt das Amt ihres Vorgängers, Polizeikommissar Ozan Kahya. Sie berät und vertritt die Polizei direktionsweit in allen Fragen des Umgangs mit kulturellen Unterschieden. Die Diplom-Sozialwissenschaftlerin, die zuvor in der Integrations- und Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer tätig war, sieht ihre Aufgabenschwerpunkte vor allem in der Vermittlungsarbeit zwischen Menschen mit Migrationshintergrund, ethnischen sowie religiösen Minderheiten und der Polizei. Neben der Beratung der Polizeibeamten bei kulturellen oder sprachlichen Herausforderungen, fungiert sie auch als Kontaktstelle für Migranten bei polizeilichen Themen.

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Polizeiberichte
Tagesaktuelle Meldungen
Die ausführlichen Polizeiberichte finden Sie hier:Weitere Informationen

Unfallflucht unter Alkohol
jan — Bei einem Verkehrsunfall in der Immanuel-Kant-Straße hat am Montag (23.01.) nach ersten Erkenntnissen eine alkoholisierte Fahrerin mit ihrem VW Caddy einen anderen Pkw beim Vorbeifahren leicht beschädigt und ist danach geflüchtet.

Einbruch in Büroräume
jan — Auf Computer hatten es Unbekannte in der Nacht zu Montag (23.01.) bei einem Einbruch in ein Bürogebäude im Kreuzbergring abgesehen.

Schwerer Unfall auf B3
jk — Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der B3 zwischen Bovenden und Nörten-Hardenberg sind am Montagnachmittag (23.01.) zwei Menschen schwer verletzt worden. In den Unfall waren insgesamt drei Pkw und ein Lkw verwickelt.

Bewaffneter Überfall auf Spielhalle
jk — Ein bewaffneter Räuber hat am Montagvormittag (23.01.) eine Spielhalle in der Düsteren Straße überfallen.

Mit voller Flasche ins Gesicht geschlagen
jk — Ohne ersichtlichen Grund hat nach derzeitigen Erkenntnissen ein unbekannter Mann Sonntagnacht (22.01.) in der Weender Landstraße einen 24-jährigen Göttinger mit einer vollen Bierflasche ins Gesicht geschlagen und dabei nicht unerheblich verletzt.

Unfallflucht in Karl-Grüneklee-Straße
jan — Bei Ermittlungen im Zusammenhang mit einer Verkehrsunfallflucht in der Karl-Grüneklee-Straße ist das 7. Fachkommissariat auf der Suche nach Unfallzeugen.

Passant durch Schläge und Tritte verletzt
jan — Im Pfalz-Grona-Park auf dem Hagenberg wurde am Donnerstag (19.01.) ein 27-jähriger Göttinger von zwei unbekannten Männern angriffen und durch Schläge und Tritte verletzt.

Sechs Keller aufgebrochen
ots — Unbekannte Täter sind am Donnerstagvormittag (19.01.) gewaltsam in insgesamt sechs Kellerräume in ein Mehrfamilienhaus in Göttingen eingebrochen.

Einbruch in Fachgeschäft
jan — Durch die Eingangstür sind Unbekannte in der Nacht zum Donnerstag (19.01.) mit brachialer Gewalt in ein Fachgeschäft in der Hauptstraße im Ortsteil Geismar eingedrungen.

„Männer“ rauben Frau das Handy
jan — In Göttingen-Grone ist nach derzeitigen Informationen einer 55-jährigen Göttingerin am Donnerstagabend (12.01.), gegen 22.00 Uhr, von einem jungen Mann das Handy aus der Hand gerissen worden.

Mit Promille am Lenker
jan — Bei Verkehrskontrollen im Göttinger Stadtgebiet haben Polizeistreifen in der Nacht zum 17.01. insgesamt drei unter Alkoholeinfluss stehende Fahrradfahrer aus dem Verkehr gezogen.

         
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