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Kurz & bündig
Kultur · Wissenschaft


Kultur

Städtische Museum
Flashmob vor 488 Jahren
Freier Eintritt am 24. August
pdg — Die Erinnerung an einen Flashmob vor 488 Jahren ist dem Städtischen Museum Göttingen 2017 ein freier Eintritt wert: Vor 488 Jahren, am 24. August 1529, begann mit einer Protestaktion die Reformation in Göttingen. Heute würde man es vielleicht als Flashmob bezeichnen, was damals einige Einwohner Göttingens veranstalteten: Während einer Prozession nach den Regeln des alten Glaubens sangen sie plötzlich laut in der Öffentlichkeit aus Protest Martin Luthers deutsche Kirchenlieder.
Dieses Ereignis, die dabei gesungenen Lieder und die sich daran anschließenden Veränderungen werden aktuell im Städtischen Museum Göttingen präsentiert. Als Reverenz an diese historischen Ereignisse ist am Donnerstag, 24. August, der Eintritt in die Sonderausstellung „1529 – Aufruhr und Umbruch“ von 10.00 bis 17.00 Uhr frei. Die noch bis zum Jahresende zu sehende Präsentation zeigt Göttingens kurzen Weg zur Reformation und gewährt einen abwechslungsreichen Einblick in das Göttingen jener Zeit.Weitere Informationen
→ www.museum.göttingen.de

Torhaus-Galerie
„Gegensätze“
pdg — Ab Freitag, 18. August, zeigt die Torhaus-Galerie am alten Stadtfriedhof an der Groner Landstraße Werke der in Obernfeld bei Duderstadt lebenden Malerin Käthe-Charlotte Sablotzki-Weise. Die Ausstellung „Gegensätze“ wird um 17.00 Uhr mit einer Vernissage eröffnet. Sie ist bis zum 17. September zu sehen.
Das Thema der Ausstellung „Gegensätze“ bezieht sich auf die Gegenüberstellung von abstrakter Malerei und orthodoxen Ikonen, die sich nicht als autonome Kunstwerke, sondern als eindringliche Botschaft verstehen. Sie sind in ihrem Symbolgehalt den alten Religionen und dem kaiserlichen Hof von Byzanz entnommen und mit christlichen Inhalten gefüllt worden. Käthe-Charlotte Sablotzki-Weise präsentiert sich als eine Künstlerin, deren Arbeiten extrem unterschiedliche Facetten beinhalten, aber immer ihre ganz eigenen Bildsprache haben.

Stadtfriedhof
Fresken der Kapelle restauriert
pdg — In enger Abstimmung mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt sind die Fresken der vier Evangelisten Matthäus, Lukas, Johannes und Markus in der Kapelle auf dem Göttinger Stadtfriedhof restauriert worden. Neben einer im Laufe der Jahre entstandenen Verschmutzung, waren durch Feuchtigkeit Ausblühungen, Abplatzungen und Verfärbungen entstanden, die nun beseitigt worden sind.Weitere Informationen

Deutsches Theater
OB: Sidler soll weitermachen
Erich Sidlerpdg — Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler wird dem Aufsichtsrat der Deutsches Theater in Göttingen GmbH vorschlagen, den Vertrag mit DT-Intendant Erich Sidler um weitere fünf Jahre zu verlängern. Köhler, der Vorsitzender des Aufsichtsrates ist, hatte – wie vereinbart – nach Ablauf von zweieinhalb Jahren Gespräche mit Sidler geführt, dessen Arbeit ihn voll überzeuge und der sein Vertrauen genieße, wie der Oberbürgermeister mitteilte. Sidler hatte seine Arbeit mit einem Fünf-Jahres-Vertrag zum Beginn der Spielzeit 2014/15 beim Deutschen Theater aufgenommen. Eine zweite Amtszeit des gebürtigen Schweizers ist durch den Vorschlag Köhlers nun Thema im Aufsichtsrat.

Jugendliteratur 1925–1945
Uni erwirbt Privatsammlung
pug — Mädchen- und Abenteuergeschichten, Zeitschriften und Werbeheftchen aus den Jahren 1925 bis 1945 hat eine Sammlerin zusammengetragen. Aus sozialgeschichtlichem Interesse wollte sie festhalten, welche Interessen, Gedanken und Gefühle Kinder und Jugendliche ihrer Generation geprägt haben. Nun hat die Abteilung Didaktik der Deutschen Sprache und Literatur am Seminar für Deutsche Philologie der Universität Göttingen die einmalige Privatsammlung mit 18.000 Titeln erworben. Sie ergänzt die universitäre Sammlung historischer Kinder- und Jugendliteratur und soll in Forschung und Lehre genutzt werden.Weitere Informationen

Literatur
Schattengalaxis – Neue Welten
5. Band Isberners Science Fiction-Reihe
Anfang August hat der Göttinger Autor Daniel Isberner den fünften Teil seiner Science Fiction-Kurzgeschichtenreihe „Schattengalaxis – Neue Welten“ veröffentlicht. Das Buch trägt ebenso kurz und knapp den Titel „Fremd“. Die Reihe befasst sich mit der Besatzung und den Nachkommen eines in einem von längst ausgestorbenen Aliens erbauten „Zoo“ am anderen Ende der Galaxis. Wie sie dort landen und wieder zu entkommen versuchen, ist zentrales Motiv, zusammen mit einer Melange aus High-Tech, Intrigen, Verrat und Spannung. Im September folgt ein letzter Band und, dann mit sämt­lichen Geschich­ten, ein Taschen­buch.
Fremd. Als E-Book bei Bookrix.

Literatur
Bücherboxx
am Johanniskirchhof

pdg — Nachdem die gelbe Telefonzelle in den vergangenen Jahren mehr und mehr aus dem öffentlichen Straßenbild und dem Bewusstsein vieler Menschen verschwunden ist, kehrt sie nun bis November nach Göttingen zurück – wenn auch mit anderer Nutzung. Seit Donnerstag, 27. Juli, macht eine ausrangierte Fernsprechkabine, die zu einer mobilen Straßenbibliothek umgewandelt wurde, den Johanniskirchhof zum Leseort. Die „Bücherboxx“ ist eine kostenlose Büchertauschbörse, die nach dem Prinzip „Bring ein Buch – nimm ein Buch – lies ein Buch“ funktioniert.Weitere Informationen

Jugendtheaterprojekt
„Eine Bühne für eure Rechte“
Noch in dieser Spielzeit startet ein Jugendtheaterprojekt des Instituts für angewandte Kulturforschung e.V. (ifak) in Zusammenarbeit mit dem Jungen Theater mit dem Titel „Eine Bühne für eure Rechte“.

Jugendtheaterprojekt

Vor 25 Jahren ratifizierte Deutschland die UN-Kinderrechtskonvention. Dies nimmt das ifak zum Anlass, ein Theaterprojekt mit Jugendlichen zu Kinder- und Menschenrechten zu organisieren. Kinderrechten eine Bühne zu geben und damit diesem wichtigen Thema mehr Öffentlichkeit zu verschaffen, ist das Anliegen, das das Institut zu diesem Projekt inspirierte und das von einem breiten Bündnis Göttinger Organisationen und Initiativen unterstützt wird. Mit einem Workshop, einem Theaterwettbewerb und einer Ausstellung sollen die teilnehmenden Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren Gelegenheit bekommen, die Thematik kreativ mit Leben zu füllen.
Am Ende locken u.a. ein Auftritt im Jungen Theater für die vier Finalisten des Theaterwettbewerbs, eine Berlinfahrt für die beiden besten Gruppen des Finales und ein Theaterworkshop beim Jungen Theater bzw. Theaterkarten für eine Aufführung des Jungen Theaters Göttingen für die dritt- und viertplatzierten Gruppen.
Mehr zum Wettbewerb und zum Workshop über die Links.

 
Wissenschaft

Medizin
Neues Verfahren für die Sinnesforschung
umg — Forscher der Universitätsmedizin Göttingen und des Italienischen Instituts für Technologie entwickeln neues Verfahren für die Sinnesforschung: Aus den Reaktionen von Nervenzellen auf Sinnesreize lassen sich die Verschaltungen der Nervenzellen in einem Netzwerk sichtbar machen.Weitere Informationen

Biologie
Schuppentiere in Afrika
von Ausrottung bedroht

pug — Die Jagd auf Schuppentiere, die derzeit am häufigsten illegal gehandelten Säugetiere der Welt, ist in Zentralafrika zwischen 1970 und 2014 um 150 Prozent gestiegen. Das hat ein internationales Wissenschaftlerteam festgestellt. Die auch von Naturschutzorganisationen gesammelten empirischen Daten zeigen, dass bis zu 2,7 Millionen Schuppentiere jährlich aus den Wäldern Kameruns, der Zentralafrikanischen Republik, Äquatorial-Guineas, Gabuns, der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Kongo verschwinden.Weitere Informationen

Bestandsaufnahme
Nach Luchsen
nun Wildkatzen

pug — Seit einigen Jahren streifen wieder Luchse durch die Wälder im Norden Hessens. Diese Wälder sind auch die angestammte Heimat der Europäischen Wildkatze. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt der Universität Göttingen und des hessischen Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) soll nun die Wildkatzen-Population in Nordhessen untersucht werden.Weitere Informationen

Allgemeinmedizin
Bärentraubenblätter
statt Ibuprofen?

Forschungsprojekt untersucht Wirksamkeit
umg — Bärentraubenblätter gelten seit Jahrhunderten als Heilpflanze mit positiver Wirkung gegen entzündliche Erkrankungen. Zur Behandlung von Harnwegsinfektionen werden die Blätter des grünen Zwergstrauchs vor allem in der traditionellen Volksmedizin von Europa bis Nordamerika verwendet. Doch fehlen bislang wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit. Das will eine klinische Studie der Allgemeinmedizin an der Universitätsmedizin Göttingen ändern.Weitere Informationen

Biologie
Genomduplikation
bei Gliederfüßern nachgewiesen

pug — Bisher wurde lediglich bei Wirbeltieren eine Verdopplung des Erbguts festgestellt. Wie ein internationales Forscherteam unter Beteiligung der Universität Göttingen nun erstmals herausgefunden hat, haben die Genome von Spinnen und Skorpionen ebenfalls eine Genomduplikation durchlaufen. Der Begriff „Genom“ bezeichnet dabei das gesamte Erbgut, welches in jeder einzelnen Körperzelle hinterlegt ist und die Information für die arttypische Ausbildung von Merkmalen enthält.Weitere Informationen

Astrophysik
Elektronendichte
in Plasmawolken untersucht

pug — Sonnen-Protuberanzen bestehen aus einem Plasma elektrisch leitfähiger Ionen und Elektronen, das sich nur sehr eingeschränkt im Magnetfeld bewegen kann. Protuberanzen-Wolken schweben daher oftmals wochenlang hoch über derselben Stelle der Sonnenoberfläche. Ein wichtiges Maß für die Beschreibung dieses Plasmas ist die Dichte der freien Elektronen, die bislang für Sonnen-Protuberanzen mit Ungenauigkeiten behaftet ist. Wissenschaftler haben nun die Elektronen-Dichte aus dem Helligkeits-Verhältnis zweier Spektral-Linien neu ermittelt.Weitere Informationen

Astrophysik
Stärkste Magnetfelder
auf M-Zwergen beobachtet

pug — Ein internationales Team von Wissenschaftlern unter der Leitung der Universität Göttingen hat unerwartet starke Magnetfelder auf einigen schnell rotierenden M-Zwergen entdeckt, Sternen mit Massen zwischen 0,5 und 0,1 Sonnenmassen. Lange Zeit nahm man an, dass der Dynamo in diesen Sternen bei einer maximalen Magnetfeldstärke von ungefähr vier Kilogauss (kG) saturiert, wenn die Rotation des Sterns eine bestimmte Rate überschreitet. Indem sie exakte Beobachtungen und die neuesten Modelle verwendeten, entdeckten die Forscher, dass einige voll konvektive M-Zwerge viel stärkere Magnetfelder von bis zu sieben kG generieren. Sie zeigten, dass Sterne mit starken Magnetfeldern auch die einfachste dipol-dominierte Magnetfeldgeometrie aufweisen, während Sterne mit komplexerer Geometrie keine Felder stärker als ungefähr vier kG produzieren können.Weitere Informationen

Optoelektronik
Laserartiges Licht mithilfe
von Halbleitern beeinflusst

pug— Einem deutsch-kanadischen Forscherteam ist ein viel versprechender technologischer Fortschritt in der Optoelektronik gelungen. Die Wissenschaftler der Universität Göttingen und des National Research Council Kanada in Ottawa konnten zeigen, dass sich die Erzeugung von laserartigem Licht durch lokale strukturelle oder chemische Veränderungen in Halbleitern beeinflussen lässt. Ihre Ergebnisse könnten zur Entwicklung von neuartigen Bausteinen für optoelektronische Elemente zur kohärenten Erzeugung und Kontrolle von Licht im ultravioletten Wellenlängenbereich führen.Weitere Informationen

Forschungsprojekte
Kampf gegen Keime
pug/ekw — Gleich zwei Forschungsprojekte beschäftigen sich in nächster Zeit mit Krankenhausinfektionen durch gefährlichen Bakterien – ein immer mehr um sich greifendes Problem. Am Institut für Physikalische Chemie der Universität setzt man darauf, mithilfe neu zu entwickelnder Sensoren den Erregern besser auf die Spur kommen zu können. Am Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende befasst man sich, gemeinsam mit der Universitätsmedizin Göttingen, mit der gezielten Eindämmung von Clostridium difficile, ein Darmbakterium und einer der gefährlichsten Krankenhauskeime insbesondere für ältere Patienten.Weitere Informationen

Geowissenschaften
Bernsteinsammlung erweitert
Verschollene Inklusen wiederentdeckt
pug — Die Königsberger Bernsteinsammlung war einst die größte wissenschaftliche Sammlung tierischer und pflanzlicher Einschlüsse in Bernstein aus dem Baltikum. Teile der Sammlung wurden 1944 von Königsberg in den Westen transportiert. Der gerettete Bestand – knapp 20.000 Objekte, darunter etwa 12.000 Einschlüsse von Insekten und anderen Organismen – wird heute an der Universität Göttingen treuhänderisch für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz verwahrt und wissenschaftlich betreut. Der Kustos des Geowissenschaftlichen Museums der Universität Göttingen, Dr. Alexander Gehler, stieß nun am Museum of Comparative Zoology der Harvard University auf Material, das der Königsberger Sammlung zuzuordnen ist. Im Juni 2017 wurden knapp 400 wertvolle Objekte wieder mit der in Göttingen aufbewahrten Sammlung vereint.Weitere Informationen

Grauer Star
Seltener Gendefekt entschlüsselt
pug — Der graue Star, auch Katarakt genannt, ist eine Erkrankung des Auges, bei der es zur Trübung der Linse und Beeinträchtigung des Sehens bis zur Erblindung kommt. Eine seltene Form des grauen Stars ist der Morgagni-Katarakt, bei dem der Linsenkern nach der Verflüssigung der Linsenrinde nach unten absinkt. Dessen Ursache war bisher unbekannt. Wissenschaftler/innen am Tierärztlichen Institut der Universität Göttingen ist es nun in Zusammenarbeit mit Kolleg/innen der Universitätsmedizin Göttingen, des Deutschen Primatenzentrums, der Tierärztlichen Hochschule Hannover sowie des Universitätsklinikums des Saarlands gelungen, diese auch beim Menschen vorkommende besondere Form des grauen Stars molekulargenetisch zu entschlüsseln.Weitere Informationen

Kreativitätswettbewerb
Göttinger Studenten erfolgreich
pug — Ein Fledermauslehrpfad auf Zypern, eine Internetplattform für kurzzeitige Mietverhältnisse und eine Lernreise zu spannenden Schulen: 13 studentische Projekte wurden in der achten Runde des Kreativitätswettbewerbs für Studierende an der Universität Göttingen prämiert. Im vergangenen Wintersemester hatte die Hochschule ihre Studierenden aufgefordert, Vorschläge für originelle Projekte einzureichen, die sie im Team oder allein umsetzen möchten. Insgesamt gingen 37 Projektskizzen ein. Eine Jury wählte die besten Vorschläge aus, die jetzt in einer Feierstunde in der Kleinen Aula am Wilhelmsplatz ausgezeichnet wurden.Weitere Informationen

Häusliche Pflege
Umfrage unter Pflegebetroffenen
pug — Ist die ambulante Pflege durch die jüngsten Pflegereformen bedarfsgerechter geworden? Das wollen Wissenschaftler/innen der Universität ab dem 15. Juni mithilfe einer Umfrage herausfinden. Im Mittelpunkt steht die Frage, was aus Sicht von Pflegebedürftigen und ihren Pflegepersonen für eine bedarfsgerechte pflegerische Versorgung wichtig ist und wie die derzeitige Rechtslage diesen Bedürfnissen gerecht wird. Darüber hinaus wollen die Forscher untersuchen, ob und wie sich die Bedürfnisse von Pflegebedürftigen in der Stadt und auf dem Land unterscheiden.Weitere Informationen

ERC Consolidator Grant
Forschungsrat fördert
Untersuchung der Sehprozesse
in den Nervenzellen des Auges

umg — Prof. Dr. Tim Gollisch, Leiter der Arbeitsgruppe für Experimentelle Retinaforschung an der Klinik für Augenheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), erhält eine hochdotierte Förderung des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC). Ziel des geförderten Forschungsvorhabens ist: Die Verschaltungen der Nervenzellen im Auge und ihre Funktionsweise im Sehprozess sollen besser verstanden werden. Langfristig könnte dieses Wissen helfen, bei krankheitsbedingtem Absterben der Lichtrezeptoren im Auge ein Teil des Sehvermögens durch künstliche Anregung der Nervenzellen wiederherzustellen.Weitere Informationen

Klinische Psychotherapie
Biomarker als möglicher Ansatz
gegen Schizophrenie

dzne/umg — Laborversuche und Daten aus Untersuchungen von Menschen mit Schizophrenie deuten auf neue Möglichkeiten der Diagnose und individualisierten Behandlung hin. Dabei geht es um die Messung der Konzentration eines an der Genregulation beteiligten Proteins im Blut und darum, dessen Aktivität medikamentös zu beeinflussen.Weitere Informationen

Psychologie
Steuerehrlichkeit unter Zwang
und aus Verantwortungsgefühl

pug — Zahlen wir eher Steuern, wenn uns das Finanzamt mit strengen Kontrollen dazu zwingt oder wenn an unsere gesellschaftliche Verantwortung appelliert wird? Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat die Auswirkungen von unterschiedlichen Maßnahmen von Steuerbehörden auf die Entscheidungen der Steuerzahler untersucht. Die Wissenschaftler/innen fanden heraus, dass wir in der Regel sowohl unter Zwang als auch aus Verantwortungsgefühl Steuern zahlen – die Motivation dahinter scheint aber jeweils eine andere zu sein.Weitere Informationen

3D-Mikroskopie
Forscherverbund entwickelt
und testet neue Technologie

umg — Krankhaft veränderte Zellen in Gewebe-Biopsien besser und noch genauer als bisher möglich erkennbar zu machen, ist das Ziel eines Forschungsverbundes um Göttinger Forscher und Mediziner. Liefern soll solche Bilder ein neues „Lichtscheiben“-Mikroskop für dreidimensionale Aufnahmen von Gewebeproben.Weitere Informationen

Zuwanderung
Forschung zu sozio-kulturellen
Integrationsprozessen

pug — Wissenschaftler der Universitäten Göttingen, Bamberg und Konstanz beschäftigen sich in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt mit den strukturellen und sozio-kulturellen Integrationsprozessen von jüngst Zugewanderten in Deutschland. Das Projekt „Aktuelle europäische Binnen- und Flüchtlingsmigration nach Deutschland: Zuzugsprozesse und frühe Integrationsverläufe“ zielt darauf ab, auf Grundlage neuer Paneldaten und anhand einer größeren Zahl von Neuzuwanderergruppen die derzeit Zuziehenden zu beschreiben, aktuelle Fragen der Migrations- und Integrationsforschung zu beantworten und Informationen für die politische Steuerung des Migrations- und Integrationsgeschehens zu liefern.Weitere Informationen

Biobank
UMG jetzt BRD-weit vernetzt
umg — Die UMG Biobank hat sich mit zehn weiteren deutschen Biobankstandorten in der German Biobank Alliance (GBA) zusammengeschlossen. Der neue Verbund startete am 1. Mai und ebnet den Weg für einen nationalen und europaweiten Bio-proben- und Datenaustausch zwischen Biobanken.Weitere Informationen

Mikrobiologie
Antibiotikaresistenzen
auf der Spur

pug — Viele gefährliche Krankheitserreger sind heute gegen eine Reihe von Antibiotika resistent. Daher ist die Suche nach neuen Wirkprinzipien und Wirkstoffen zur ihrer Bekämpfung ein zentrales Anliegen der mikrobiologischen Forschung. Von großer Bedeutung für die Entwicklung neuer Therapien sind sogenannte „essentielle Funktionen“ von Erregern: Funktionen, ohne die ein Bakterium nicht überleben kann. Viele Erreger, die schon Resistenzen gebildet haben, wie zum Beispiel Staphylococcus aureus MRSA, besitzen ein essentielles Signalmolekül, das sogenannte zyklische di-AMP. Ein von der Universität Göttingen geführtes Forscherteam hat nun erstmals beschrieben, warum dieses Molekül so bedeutsam ist.Weitere Informationen

Physik
Magnetwiderstand
atomar vermessen

pug — Wissenschaftlern der Universität Göttingen ist es gelungen, den Einfluss eines Magnetfeldes auf den elektrischen Stromtransport auf mikroskopischer Ebene zu verstehen. Mit Hilfe eines eigens hierfür konstruierten Rastertunnelmikroskops war es ihnen erstmals möglich, den Elektronenfluss bis auf die atomare Skala zu vermessen.Weitere Informationen

Diabetes
Globale Kosten
bei 1,3 Billionen US-Dollar

pug — Diabetes gehört mit geschätzt über 420 Millionen Betroffenen zu den weltweit häufigsten Stoffwechselerkrankungen. Wissenschaftler der Universität Göttingen haben in Kooperation mit einem internationalen Forscherteam errechnet, dass sich die globalen Kosten der Krankheit für das Jahr 2015 auf 1,3 Billionen US-Dollar belaufen. Das entspricht 1,8 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung.Weitere Informationen

Geowissenschaften
Über 150 neue Fossilien entdeckt
pug — Ein Forscherteam der Universitäten Göttingen und Helsinki hat 152 neue fossile Flechten in Bernsteinen entdeckt und analysiert. Die Fossilien sind zwischen 24 und 47 Millionen Jahre alt und stammen von zwei bedeutenden europäischen Bernsteinlagerstätten: aus dem Baltikum und aus Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. Bisher existierten lediglich 15 fossile Belege von Flechten. Mit dem Fund hat sich die Zahl der bekannten Flechtenfossilien also mehr als verzehnfacht.Weitere Informationen

Physik
Laserpulse in Echtzeit gefilmt
pug — Zwei Lichtstrahlen kreuzen sich typischerweise ohne großen Effekt. Klirrend aneinanderschlagende Laserschwerter gibt es also nur im Kino. Im Inneren eines Lasers allerdings können sich intensive Lichtpulse durchaus gegenseitig anziehen oder abstoßen. Einem Forscherteam der Universität Göttingen und der University of California in Los Angeles ist es nun gelungen, das schnelle „Duell“ zweier Pulse in Echtzeit zu verfolgen.Weitere Informationen

Parkinson
Neue Einblicke
umg — Wissenschaftler des Exzellenzclusters CNMPB an der UMG liefern neue Einblicke in die Parkinson’sche Erkrankung und studieren den Einfluss verschiedener Faktoren auf die Toxizität des alpha-Synuklein-Proteins. Das Absterben von Nervenzellen gilt als die Ursache für die Parkinson’sche Erkrankung. Doch die genauen molekularen Vorgänge, die dazu führen, sind bisher noch wenig verstanden. Warum erkranken manche Menschen im Alter, während andere verschont bleiben? Wieso haben Diabetiker ein erhöhtes Risiko, an Parkinson zu erkranken?Weitere Informationen

Augenheilkunde
„Déjà-vu“-Detektoren im Auge
umg — Forscher der Universitätsmedizin Göttingen haben untersucht, wie die Nervenzellen des Auges auf die ständigen Änderungen der Augenposition reagieren und entdecken „Déjà-vu“-Detektoren.Weitere Informationen

Forstwissenschaften
Hilfe für Braunbären
pug — Trotz der Prägung durch den Menschen gibt es in Europa Regionen mit hoher biologischer Vielfalt und Populationen großer Raubtiere wie Braunbären. Diese Prädatoren an der Spitze des Nahrungsnetzes haben einen charismatischen sowie kulturellen Wert und regulieren großflächig Biodiversität und Ökosystemfunktionen. Der Erhalt der Braunbären hängt von Strategien ab, die die Ausbreitung der Tiere und den Austausch zwischen Teilpopulationen ermöglichen, aber auch Konflikte mit Menschen verringern. Daher untersucht ein europäisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen im Rahmen des Projekts „Bear Connect“, inwieweit ökologische Netzwerke Landschaften funktional miteinander verbinden und Nachhaltigkeit erhalten können.Weitere Informationen

Astrophysik
Suche nach
erdähnlichen Planeten

Alien-Hype reißt nicht ab
pug — Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert eine neue Forschergruppe zur Suche nach erdähnlichen Planeten an der Universität Göttingen. Unter der Überschrift „Blaue Erden bei Roten Sternen“ wollen die Wissenschaftler/innen nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems suchen. Die Koordination liegt beim Institut für Astrophysik der Universität Göttingen, an der Gruppe beteiligt sind die Universitäten Hamburg und Heidelberg, die Landessternwarte Tautenburg und das Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg. Die beantragte Fördersumme liegt bei insgesamt rund zwei Millionen Euro für zunächst drei Jahre.Weitere Informationen


Kurz & bündig
Politik · Wirtschaft · Gesellschaft


Politik und Verwaltung

Verwaltung
Ausschuss- und Ortsratssitzungen
Jugendhilfeausschuss: 17. August
Ortsrat Weende-Deppoldshausen: 17. August
Ratssitzung: 18. August
Ausschuss für Personal, Gleichstellung
und Inklusion:
21. August
Ortsrat Nikolausberg: 21. August
Ausschuss für Kultur und Wissenschaft: 24. August
Ortsrat Roringen: 24. August
Einzelheiten zu den Sitzungen auf Seite 1

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Internet-Ausbau
Landkreis bekommt
über zwei Millionen Bundesmittel

Der Landkreis Göttingen bekommt vom Bund Fördermittel in Höhe von über zwei Millionen Euro für schnelles Internet. Der Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler (CDU) und Landrat Bernhard Reuter (SPD) haben am 16. August die beiden Bescheide in Höhe von rund 1,28 Millionen Euro und 680.000 Euro im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie in Berlin entgegengenommen. Die Mittel fließen im Rahmen der vierten Förderwelle der Breitbandoffensive des Bundes. Insgesamt stehen bundesweit über vier Milliarden Euro für den Netzausbau zur Verfügung. „Mit den über zwei Millionen Euro löst der Bund ein Investitionsvolumen von insgesamt 16,7 Millionen Euro in der Region aus“, so Güntzler. Er habe sich lange für die Förderung stark gemacht. „Ich hoffe, dass jetzt schnell die so genannten weißen Flecken im Landkreis verschwinden, wo bisher kein schnelles Internet verfügbar ist.“

Esebeck
SPD für Verkehrsberuhigung
Die SPD-Ratsfraktion wird in der kommenden Sitzung des Rates der Stadt Göttingen beantragen, kurzfristig verkehrsberuhigende Maßnahmen auf der Straße „Über der Esebeeke“ einzurichten. Die Straße führt mitten durch Esebeck, Tempo 50 ist hier zurzeit erlaubt. Die Anzahl der mitten durch Esebeck fahrenden Pkw und Lkw hat in den vergangenen Jahren in der Wahrnehmung der Anwohner/innen massiv zugenommen, begründet Ratsmitglied Christian Henze die SPD-Initiative.

Landesdelegiertenkonferenz
Grüne: Jetzt Ärmel hochkrempeln
WahlenDer Göttinger Kreisverband von B90/Grüne hat auf der Landesdelegiertenkonferenz vom 11. bis 13. August in Göttingen seine Kandidaten benannt, darunter Stefan Wenzel (Wahlkreis 17) auf Platz 2 und Marie Kollenrott (Wahlkreis 15) auf Platz 17. „Nun krempeln wir die Ärmel hoch. In den nächsten Wochen werden wir unseren motivierten und engagierten Wahlkampf nutzen, damit möglichst viele Grüne Göttinger Abgeordnete im neuen Landtag in Hannover vertreten sein werden“, so die beiden Grünen Sprecher/innen des Kreisverbands, Viola von Cramon und Mathis Weselmann.

Schule
Grüne unterstützen OHG-Erweiterung
In der Diskussion um die Raumnot am Göttinger Otto-Hahn-Gymnasium fordert der Stadtverband von Bündnis 90/Die Grünen eine rasche und klare Entscheidung: „Bildungspolitische Ansprüche an Qualität und Ausstattung dürfen nicht nur bloße Absichtserklärungen bleiben. Auf die erkennbare Notlage des Otto-Hahn-Gymnasiums muss mit einem entsprechenden Beschluss des Rates der Stadt reagiert werden. Fraktionen und der Oberbürgermeister müssen die finanzielle Grundlage für einen An- oder Neubau schaffen“, fordert Dirk-Claas Ulrich vom Grünen-Stadtverband. „Rein technokratische Lösungen der Verwaltung, wie die Auslagerung in die benachbarte Berufsschule, sehen nur auf dem Papier ganz glänzend aus“, kritisiert er. „Sie ignorieren aber jegliche pädagogische Notwendigkeiten sowie gewachsene und erfolgreiche Konzepte, die den individuellen Ansprüchen der vielfältigen Schülerschaft seit Jahren gerecht werden.“ Jede Investition in die Grundausstattung unserer städtischen Schulen könne bei wachsenden Schülerzahlen in keinem Fall verschwendetes Geld sein.

Holtenser Berg
Kürzere Wege zum Wahllokal
WahlenDie SPD-Ratsfraktion hat dafür gesorgt, dass zur Bundestagswahl am 24. September auf den Holtenser Berg ein eigenes Wahllokal eingerichtet wird. Damit wird den Wünschen der Bewohnern des Stadtteils Rechnung getragen, denen so längere Wege erspart bleiben. Das Wahllokal wird im Gemeindezentrum der Bethlehemgemeinde eingerichtet. Vielleicht werde damit auch die Wahlbeteiligung ansteigen, hoffen die Sozialdemokraten. „Ob auch zur Landtagswahl in Niedersachsen am 15. Oktober ein Wahllokal eingerichtet werden kann, ist noch nicht zu sagen, da noch nicht feststeht, ob die Räumlichkeiten zur Verfügung stehen“, informiert Ratsherr Frank-Peter Arndt, aber: „Wir bleiben am Ball.“

Grünen-Kreisverband
Rauswurf Schwedhelms bestätigt
In seinem Schiedsspruch vom 3. August 2017 hat das Landesschiedsgericht von Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Landesverband Niedersachsen den Göttinger Kreistagsabgeordneten Hans-Georg Schwedhelm aus der Partei ausgeschlossen. Es folgt damit einem Antrag des Kreisverbandes Göttingen vom 7. Dezember 2016. Gegen den Schiedsspruch kann noch binnen eines Monats beim Bundesschiedsgericht der Partei Berufung eingelegt werden.Weitere Informationen

Beschäftigungsförderung
Neue Leitung
Der bisherige Leiter der Beschäftigungsförderung Göttingen, Dietmar Linne, ist Ende Juli in den Ruhestand gegangen. Sein Nachfolger Christian Schmelcher, der bereits seit 2005 bei der BFGoe tätig und seit drei Jahren Linnes Stellvertreter ist, führt das Amt weiter.
Resultierend aus den Herausforderungen der Flüchtlingskrise gab Linne 2015 den Anstoß für das Bildungszentrum für Flüchtlinge der Stadt Göttingen, das seither sein Angebotsspektrum ausbaut, um Geflüchteten eine berufliche Perspektive zu bieten. Schmelcher sieht die Herausforderungen der nächsten Jahre insbesondere in den Änderungen der EU-Arbeitsmarktpolitik durch den Brexit, in der Integration der in Göttingen lebenden Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt und im Mangel an (sozial-) pädagogischen Fachkräften.

Amtsblatt Nr. 13
Haushaltssatzung / Bebauungsplan Weende
pdg — Um die Veröffentlichung von Satzungen für den Haushalt der Stadt Göttingen in den Jahren 2017 und 2018 sowie über eine Veränderungssperre für den Geltungsbereich des Bebauungsplans Göttingen-Weende Nr. 7 (1. Änderung „Zwischen Hannoverscher und Rudolf-Diesel-Straße“) geht es in der 13. Ausgabe des Amtsblatts für die Stadt Göttingen, die jetzt erschienen ist.
Um den städtischen Beteiligungsbericht für das vergangene Jahr und die Jahresabschlüsse 2015 bzw. 2016 einer Reihe städtischer Gesellschaften sowie um das amtliche Ergebnis der Wahl zum Göttinger Integrationsrat ging es u.a. in der 12. Ausgabe des Amtsblatts.
Das Amtsblatt ist kostenlos im Info-Büro im Neuen Rathaus, im Alten Rathaus, in der Stadtbibliothek sowie in den Verwaltungsstellen Geismar, Grone und Weende erhältlich und im Internet unter www.goettingen.de →Rathaus & OB →Rat & Ortsräte →Amtsblatt zu finden.

E-Mobilität
SPD: E-Radschnellweg Erfolgsmodell
Deutlicher Widerspruch von den Piraten
ZählstationDie von der SPD bejubelte Frequentierung des E-Radschnellweges vom Bahnhof zum Uni-Nordcampus als Erfolgsmodell können die Piraten so nicht teilen. Die Sozialdemokraten hatten sich darüber gefreut, dass am 6. Juli bereits 500.000 Radfahrer an der Zählstation am Bahnhof registriert wurden. Sie finden „diese Zahlen … wirklich klasse“ und freuen sich „riesig“, dass die Strecke so gut angenommen wird, soder mobilitätspolitische Sprecher der SPD-Ratsfraktion, Volker Grothey.
Die Piraten halten dagegen und eine solche Ansicht für „aus der Luft gegriffen und nicht durch die Zahlen bestätigt“. Die Zahl von 500.000 Fahrrädern am Bahnhof wurde nach Angaben aus dem Baudezernat im vergangenen Jahr bereits am 25. Juni erreicht und lag am 6. Juli 2016 schon bei 536.000. Dies entspreche einem Rückgang des Radverkehrsaufkommens am Bahnhof von 7 Prozent innerhalb nur eines Jahres, sorgen sich die Piraten. Das sei zwar eine Abschwächung gegenüber dem Jahr davor, aber immerhin ein weiterer Rückgang. Sie kritisieren in diesem Zusammenhang auch, den geplanten E-Radschnellweg zwischen Groner Tor und Rosdorfer Kreisel auf eine kurvenreiche, langsame und unattraktive Strecke durch das Wohnviertel Gartetalbahnhof-Leinestraße-Eisenbahnstraße zu legen, wo Radfahrer dreimal an gefährlichen Kreuzungen abbremsen müssten. „Die SPD redet sich die Welt schön und spricht von Erfolgen, die es nicht gibt“, so Francisco Welter-Schultes, Mitglied des Mobilitätsausschusses.
Gleichwohl sollte man die Kirche vielleicht im Dorf lassen. Eine halbe Million Nutzer sind schließlich kein Pappenstiel, auch wenn man den Rückgang im Auge behalten sollte – dann aber bitte langfristiger. Mobilitätsverhalten, gerade auch bei motorisierten Teilnehmern, wandelt sich nicht von einem Tag auf den anderen und auch nicht gleich innerhalb eines Jahres. Nicht umsonst schließlich ist Göttingen auch als eine der fahrradfreundlichsten Städte im ADFC-Fahrradklimatest genannt worden.

Junge Union
Juzi sollte nicht finanziell unterstützt werden
Angesichts der guerillamaßig organisierten Krawalle in Hamburg fordert die Göttinger Junge Union (JU), das Göttinger „,Jugendzentrum‘ Innenstadt“ (Juzi) von städtischen Fördertöpfen abzunabeln. Es erhält derzeit jährlich zwischen 70 bis 80.000 Euro, ohne dass für die Öffentlichkeit nachvollziehbar ist, wofür.

„Solidarität mit allen Gefangenen des G20“ (links) und „ACAB“ (All Cops Are Bastards): freie Meinungsäußerung am JuziFoto: JU

Mit Jugend haben viele Besucher des Zentrums in der Tat nicht mehr viel am Hut; die dort zum Teil verkehrenden, teilweise professionell organisierten und bestens vernetzten Spätadoleszenten schlagen gern auch mal, zum Beispiel in der benachbarten SPD-Zentrale, Scheiben ein, setzen dort Anwaltspraxen in Brand oder flackern verhasste Verbindungshäuser ab, um nach vollbrachten Taten im Labyrinth der Roten Straße 2–6 unterzutauchen.
Die Forderung der JU ist so neu nicht, wurde auch schon von anderer Seite erhoben und scheiterte regelmäßig und oft mit der Begründung, dadurch einen sozialen Brennpunkt besser unter Kontrolle zu haben. Ein mittlerweile wenig nachvollziehbares Argument, das zunehmend ins Leere läuft, denn den Beweis ist man, öffentlich jedenfalls, bislang schuldig geblieben.

Piraten
Ascherberg unter Naturschutz
Kritik an Kahlschlag im Unterholz
Die Göttinger Piraten kritisieren die in den vergangenen beiden Jahren erfolgten Rodungsmaßnahmen am Ascherberg-Waldrand westlich des Göttinger Kiessees und fordern, den betroffenen Waldbereich abzugrenzen und unter Naturschutz zu stellen. In den vergangenen beiden Jahren hatte die Stadt am Ascherberg-Waldrand mehrere Male stark in den Strauchbestand eingegriffen, was unter anderem von Ornithologen als Kahlschlag im Unterholz kritisiert worden war. In einem breiten Bereich wurde sämtliches Unterholz entfernt, die Wurzeln der Sträucher aus dem Boden genommen und der Waldboden massiv beeinträchtigt. Naturschützer wiesen darauf hin, dass durch die Maßnahmen der Lebensraum mehrerer Dutzend Vogelarten betroffen war.

 
Kahlschlag am AscherbergFoto: Piraten

„Das Bundes­natur­schutzgesetz bietet hier eine Möglichkeit, das Waldgebiet westlich des Kiessees unter Naturschutz zu stellen – und zwar auch, nachdem der Waldrand zerstört wurde. Ziel muss die Wiederherstellung einer Lebensgemeinschaft wild lebender Tier- und Pflanzenarten sein. Und genau das wollen wir“, fordert Francisco Welter-Schultes, Mitglied im Umweltausschuss.
Bio-Indikator Leuchtkäfer verschwunden
Nicht nur für Vögel, auch Leuchtkäfer („Glühwürmchen“) seien inzwischen verschwunden. Die Weibchen sind flugunfähige Bodentiere und auf einen intakten Waldboden angewiesen. „Leuchtkäfer sind eine Indikatorart für intakte Bodenbedingungen und leben bevorzugt in Auwäldern, die es in den Flussniederungen heute kaum noch gibt. … Selten lässt sich das zunehmende Verschwinden von Nutzinsekten so unmittelbar beobachten wie im Fall des zerstörten Ascherberg-Waldrandes“, so Welter-Schultes weiter. Weil intakte Naturböden und Strauchbestände in deutschen Städten immer stärker unter Druck stehen, ist der Kleine Leuchtkäfer inzwischen deutlich seltener geworden.
Ein weiteres Problem stellt die zunehmende Lichtverschmutzung in den späten Abendstunden dar. Fliegende Leuchtkäfermännchen scheuen Kunstlicht. Leuchtkäferlarven ernähren sich von Nacktschnecken und gelten daher als Nützlinge im Gartenbau. Mit dem Rückgang der Leuchtkäferpopulationen gerät in Göttingen ein weiteres Nutzinsekt immer stärker unter Druck.

Leineaue
Renaturierung als Glücksfall
Die renaturierte Leineaue scheint sich zu einem „Biodiversitäts-Hotspot“ zu entwickeln. Das hat ein Exkursionsteam von BUND und Biologischer Schutzgemeinschaft festgestellt. Es fand im renaturierten Abschnitt hinter der Lokhalle eine große Vielfalt von Pflanzen- und Tierarten. Innerhalb von nur eineinhalb Stunden haben die Naturfreunde insgesamt 116 Pflanzen- und Tierarten gefunden und bestimmt, darunter 13 Vogelarten, 6 unterschiedliche Hautflügler, je 5 Schmetterlings- und Schwebfliegenarten, eine Libellen- und 3 Fischarten – sogar solche, die in Niedersachsen auf der „Roten Liste“ der gefährdeten Tierarten stehen. Innerhalb weniger Jahre seien so durch Revitalisierungsmaßnahmen (Entfernen der Steinbefestigung am Rande des Normalwasserbetts, Abflachen der Böschungen, Einbringen von Röhricht) und die Eigendynamik des Fließgewässers aus einem strukturlosen Hochwassertrog Sand- und Kiesbänke, kleine Inseln sowie ruhige und stark bewegte Bereiche entstanden, freuen sich die Naturschützer.
Bei aller Freude zeigt es zugleich, welchen Schaden gedankenlose Stadtentwicklung anrichtet. Die Revitalisierung der Leineaue müsse nun auch weiterhin zeitnah fortgesetzt werden, fordert deshalb Ralph Mederake von der BUND-Kreisgruppe: „Die Stadtverwaltung muss dazu Fördergelder beantragen und die Politik muss dies einfordern.“

Güterverkehr
Wenzel: Maut statt Rastanlagen
Der Göttinger Abgeordnete und Umweltminister Stefan Wenzel kritisiert scharf den geplanten Neubau von etlichen neuen Rastanlagen an den Bundesautobahnen in Südniedersachsen. Notwendig sei vielmehr eine deutliche Erhöhung der Lkw- Maut, um das Anwachsen der Lkw-Flut einzudämmen. Trotz tausender neuer Parkplätze an Autobahnen plant das Bundesverkehrsministerium, allein in Südniedersachsen etliche weitere neue Anlagen zu bauen. Dazu gehören Parkanlagen bei Mollenfelde, bei Lenglern, bei Kalefeld, bei Düderode und andere. Wenzel forderte den Lkw-Verkehr durch Erhöhung der Lkw-Maut einzudämmen. Damit könne Schwerlastverkehr vermieden oder auf die Bahn verlagert werden. Auch entspanne eine deutliche Erhöhung der Lkw-Maut die Situation an den Rastanlagen viel schneller als ein jahrelanges Bauprogramm. Damit leiste die Maut auch einen Beitrag zur Verkehrssicherheit. Mit der Lkw-Maut könnten darüber hinaus zusätzliche Einnahmen generiert werden, Baukosten würden vermieden.


Wirtschaft

Gewerbliche Wirtschaft

Wirtschaftsempfang 2017
OB: Leistungsfähigkeit der Stadt
dauerhaft zurückgewonnen

Zu einem der herausragenden Eckpunkte der wirtschaftlichen Situation der Stadt Göttingen gehöre der Umstand, dass die Kommune nach Durchschreiten eines jahrelangen finanziellen Tals der der Tränen inzwischen „ihre dauernde Leistungsfähigkeit zurückgewonnen“ habe, so Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler auf dem diesjährigen Wirtschaftsempfang der Stadt am 8. August in der Lokhalle. Dies habe das Niedersächsische Innenministerium „nach Auswertung aller dafür relevanten Daten“ bestätigt. Das sei „in der ministeriellen Prosa so etwas wie ein haushaltspolitischer Ritterschlag“, so Köhler nicht ganz zu Unrecht stolz, denn „die dauernde Leistungsfähigkeit steht für das A und O der kommunalen Selbstverwaltung“. Damit sei der Zukunftsvertrag „faktisch beendet“ – fünf Jahre vor Vertragsende.
Köhler ging in seiner Begrüßung sodann auf eine Reihe, teilweise dringend erforderlicher, Investitionen ein, die angesichts der Wirtschaftslage auch deutlich besser zu stemmen seien und an denen „unsere durch und durch wohl geratenen Töchter“ mit rund 60 Millionen Euro ebenso beteiligt sind, um dann auf vergangene und bevorstehende Vorhaben der GWG Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, zweiter Gastgeber des Empfangs, einzugehen: Science Park, Siekhöhe, Siekanger. Köhler zeigte sich skeptisch, dass die in den letzten Jahren gestiegene Migration „einen nennenswerten Teil des Problems ,Fachkräftemangel‘“ lösen könnte.
Die vollständige Rede können Sie hier nachlesen:Weitere Informationen

Zweites Quartal 2017
Neuer Höchststand: 1,1 Millionen offene Stellen
Im zweiten Quartal 2017 gab es bundesweit 1.099.000 offene Stellen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Damit lag die Zahl um 35.000 über dem bisherigen Höchststand vom ersten Quartal 2017 mit 1.064.000 offenen Stellen. Gegenüber dem zweiten Quartal 2016 erhöhte sich die Zahl der offenen Stellen sogar um 114.000. Das geht aus der IAB-Stellenerhebung hervor, einer repräsentativen Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).Weitere Informationen

Arbeitsmarkt Südniedersachsen
Arbeitslosigkeit gestiegen
Alljährlich in in der Ferienzeit steigt die Zahl der Arbeitslosen ein paar Prozente an. So stieg auch in diesem Jahr im Agenturbezirk Göttingen die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 3,2% bzw. 446 auf insgesamt 14.333. Gegenüber Juli 2016 wurden allerdings 193 arbeitslose Menschen (1,3%) weniger von der Arbeitsagentur und den Jobcentern der Region betreut. Üblich ist in dieser Zeit auch der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit: Insgesamt waren 1.717 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos, 304 (21,5%) mehr als im Juni. Gegenüber dem Vorjahreswert stieg die Zahl um 22 bzw. 1,3%.Weitere Informationen

Einzelhandel
Sie streiken wieder
Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat im Rahmen der aktuellen Tarifauseinandersetzung im Einzelhandel erneut zu Streiks in Niedersachsen und Bremen aufgerufen – zunächst in Braunschweig und Wolfsburg unter anderem bei IKEA, ToysRUs und Penny. Möglich, dass auch Göttingen bald betroffen ist. In bislang zwei Verhandlungsrunden habe es keine Annäherung zwischen den Tarifparteien gegeben, teil die Gewerkschaft mit.

IAB-Arbeitsmarktbarometer
Arbeitslosigkeit sinkt verhaltener
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im Juli zum zweiten Mal in Folge gefallen. Gegenüber dem Vormonat gab der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) um 0,2 auf 103,9 Punkte nach.Weitere Informationen

Ausbildung
Agentur für Arbeit bietet
ausbildungsbegleitende Unterstützung

Der Königsweg für Unternehmen, sich gegen den Fachkräftemangel zu wappnen, liegt in der Ausbildung der eigenen Nachwuchskräfte. Denn einen ehemaligen Azubi im Betrieb zu halten, ihm Fortbildung und Perspektiven zu bieten, ist oftmals einfacher, als um externe, zudem rare Fachkräfte am Arbeitsmarkt zu konkurrieren. Doch auch die Zahl der Ausbildungsplatzbewerber sinkt kontinuierlich, wie zuletzt auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag für seinen Bereich berichten musste. Umso wichtiger wird es für die Unternehmen daher, auch vermeintlich schwächere Jugendliche in ihre Ausbildungsbemühungen einzubeziehen. Eine schlechte Note in Mathe oder Deutsch sagt noch nichts über vorhandene praktische Begabungen aus.
Natürlich gehört die Theorie in der Berufsschule zur Ausbildung. Und hier läuft es oftmals nicht so ganz rund. Aber auch Deutschkenntnisse sind, insbesondere für den Kreis der jungen Menschen mit Fluchthintergrund, eine Herausforderung in der Ausbildung. Hier kann die Agentur für Arbeit unterstützen: mit den Instrumenten ausbildungsbegleitende Hilfen und Assistierte Ausbildung soll Ausbildungsabbrüchen vorgebeugt werden. Auszubildende erhalten nach Bedarf zusätzlichen Unterricht in Theorie und Praxis oder auch Sprachförderung. Eine sozialpädagogische Fachkraft ist während der Ausbildungszeit Ansprechpartner sowohl für den Auszubildenden als auch den Betrieb.
Eine Förderung im Rahmen der ausbildungsbegleitenden Hilfen oder der Assistierten Ausbildung kann bereits zum Beginn der Ausbildung beantragt werden. Sie kann aber auch zu einem späteren Zeitpunkt starten, wenn Unterstützungsbedarf erst während der Ausbildung erkannt wird.
Kontakt: goettingen.arbeitgeber@arbeitsagentur.de

Nachhaltiges Lieferkettenmanagement
Praxisleitfaden unterstützt Unternehmen
Die wesentlichen Umweltauswirkungen von Unternehmen entstehen oftmals nicht am Standort selbst, sondern in den teils weit verzweigten Lieferketten. Unternehmen befassen sich daher verstärkt mit den ökologischen und sozialen Auswirkungen in ihrer Lieferkette, entweder aus eigenem Engagement heraus oder weil Kunden, Investoren und andere Interessensgruppen mehr Nachhaltigkeit einfordern. Ein neuer Praxisleitfaden des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes bietet nun Hilfestellungen und soll vor allem kleine und mittlere Unternehmen unterstützen.Weitere Informationen

Förderung
Gezielte Beratung für Startups
Die GWG bietet gemeinsam mit einem renommierten interdisziplinären Beratungsunternehmen ein Konzept für eine gezielte Beratung in der frühen Gründungsphase an, um herausragende Gründerteams in diesen Weichenstellungen zu unterstützen. Dafür lobt die GWG jährlich fünf Beratungsgutscheine für dieses Angebot aus. Gründerinnen und Gründer können sich persönlich für dieses Angebot bewerben oder werden von Partnern dafür vorgeschlagen.Weitere Informationen

Globale Umweltzerstörung
durch Politik und Konzerne

Die Organisation Rettet den Regenwald engagiert sich auf bewundernswerte Weise für den Erhalt der letzten noch verbliebenen ökologischen Reservate – wovon letztlich unsere Zukunft abhängt – und ruft regelmäßig zu Kampagnen gegen deren weitere Zerstörung auf. Gö-Polis veröffentlicht sie hier und möchte seine Leser dazu animieren, sich am Erhalt unserer Lebensgrundlagen aktiv zu beteiligen. Immer, wenn Sie an dieser Stelle ein neues Bild vorfinden, gibt es eine neue Aktion bzw. Neues zu berichten.

Welterbe Bialowieza
Polens Regierung rodet weiter
Rücksichtsloser geht es nicht: Polens Regierung rodet weiter im Wald von Bialowieza – trotz EU-Protest, trotz EuGH-Urteil, trotz Unesco-Warnung. Mehr als hundert Jahre alte Bäume sind dem Irrsinn bereits zum Opfer gefallen.

Indigenen Pala'wan
<leer>Foto: Tomasz Kaminski

Die Regierung muss kapieren, dass sie wachsame Bürger aus vielen Ländern gegen sich hat. 130.000 Naturfreunde haben bereits ihre Stimme erhoben und unsere Petition unterzeichnet. Jede zusätzliche Unterschrift hilft, den Wald von Bialowieza zu erhalten. In Polen selbst kämpfen Umweltschützer seit Monaten im Wald für die Natur. Sie haben ein Protestcamp aufgebaut und stellen sich den Holzfällern in den Weg. Die Polizei hat Aktivisten festgenommen, schüchtert sie ein:
www.regenwald.org

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Bildung - Beruf - Karriere

Polizeiinspektion Göttingen
Berufsinformationstag
jk — Im Dienstgebäude der Polizeiinspektion Göttingen in der Otto-Hahn-Straße findet am kommenden Samstag (19.08.) ein Berufsinformationstag für Schülerinnen und Schüler statt. Die öffentliche Veranstaltung richtet sich gezielt an die Jahrgänge der Klassen 9 (Realschulen) und 11 bzw. 12 (Gymnasien) in Stadt und Landkreis Göttingen. Die Teilnahme ist kostenlos, um vorherige Anmeldung wird jedoch gebeten. →Veranstaltungen

Workshop
Ist der Islam eine Religion der Gewalt?
Dieser Frage geht der Religionswissenschaftler und evangelische Theologe Dr. Martin Bauschke am 22. August im Workshop „Den Islam verstehen: Gewalt und Gewaltfreiheit“ nach. Die kostenpflichtige Veranstaltung beginnt um 14.30 Uhr im Bildungszentrum für Flüchtlinge (BiF), Levinstraße 1, und endet gegen 19.00 Uhr. Anmeldungen und Infos bis zum 21. August unter Tel. 400-4628.

Weiterbildungen
Zehn Prozent aller Weiterbildungen
in der Informations- und Kommunikationstechnologie

Zehn Prozent aller Weiterbildungskurse in Deutschland entfallen auf den Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor, die auf einer repräsentativen Befragung von mehr als 10.000 Erwachsenen im Rahmen des Nationalen Bildungspanels (NEPS) beruht.Weitere Informationen

„Zurück in den Beruf“
Bildungsangebote nach der Elternzeit
Frauen und Männer, die ihre Berufstätigkeit für die Arbeit in der Familie unterbrochen haben, finden im Weiterbildungsprogramm „Zurück in den Beruf“ zahlreiche Angebote. Mehr als 30 Weiterbildungen finden in Kooperation mit der Volkshochschule Göttingen Osterode gGmbH in Stadt und Landkreis Göttingen statt. Ein Bewerbungscheck für Wiedereinsteigerinnen wird ebenso angeboten wie Seminare zum selbstbewussten Auftreten und sicherer Verhandlungsführung. Selbstverständlich können auch die eigenen Kenntnisse am PC aufgefrischt oder verbessert werden – von gängigen Anwendungsprogrammen oder Aufbaukursen bis zum Schreibtechniktraining am PC reicht die Palette im EDV-Bereich.
Frauen, die sich selbstständig machen wollen oder unternehmerisch tätig sind, finden im gemeinsam mit der Gründungsberatung Mobil initiierten Gründerinnenfrühstück und Chefinnenabend eine gute Gelegenheit, sich fortzubilden und auszutauschen. Zu ermäßigten Preisen können Elternzeitler und Frauen, die seit einem Jahr nicht versicherungspflichtig beschäftigt sind und kein Arbeitslosengeld beziehen, an den Kursen teilnehmen. Für speziellere berufliche Weiterbildungen – also auch außerhalb der Angebote des Programms „Zurück in den Beruf“ – kann ein Weiterbildungsscheck bei der städtischen Koordinierungsstelle „Frauenförderung in der privaten Wirtschaft“ beantragt werden. Frauen und Männer in Elternzeit, Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer, erwerbslose Frauen ohne Leistungsbezug und Frauen mit geringfügigem Einkommen können den Weiterbildungsscheck nutzen.
Zur Unterstützung des Wiedereinstiegs in die Arbeitswelt bietet die Koordinierungsstelle Frauen aus Stadt und Landkreis Göttingen wieder persönliche und vertrauliche Beratung zu Fragen der Berufsrückkehr an.
Der Weiterbildungsscheck und das Programm „Zurück in den Beruf“ sind bei der Koordinierungsstelle „Frauenförderung in der privaten Wirtschaft“, Stadt Göttingen, Neues Rathaus, Hiroshimaplatz 1–4, erhältlich und lassen sich im Internet unter www.frauen-wirtschaft.de downloaden.

Gleichberechtigung und Flucht
Niedersächsische Aktionswochen
Göttingen mit Fortbildung beteiligt
pdg — „Gleichberechtigt leben – Unsere Werte, unser Recht“? lautet der Titel der niedersächsischen Aktionswochen zum Thema Gleichberechtigung und Flucht, die gemeinsam von den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten, dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung und der Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung durchgeführt werden. Landesweit finden im Schwerpunktmonat September Aktivitäten mit dem Ziel statt, die Gleichberechtigung der Geschlechter, besonders mit Blick auf die aktuelle Zuwanderung in die Kommunen, zu sichern und weiterzuentwickeln. Das Programm wird vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gefördert.Weitere Informationen

Philosophische Fakultät
Habilitationsabschlussstipendien
nur für Frauen

pug — Die Philosophische Fakultät der Universität Göttingen schreibt erstmals drei Stipendien zum Abschluss der Habilitation für Frauen aus. Gefördert werden Habilitandinnen und Postdoktorandinnen der Fachrichtungen, die an der Fakultät vertreten sind. Die Stipendiatinnen können so finanziell abgesichert und ohne weitere Lehrverpflichtungen ihre Qualifikationsschrift oder Monografie beenden. Bewerbungsschluss ist am 30. November, die Förderung über sechs Monate beginnt am 1. April 2018.Weitere Informationen

Berufsunfähigkeitsversicherung
Viele gute Angebote im Test
In einem aktuellen Test von Berufsunfähigkeitsversicherungen der Stiftung Warentest haben 31 Angebote mit der Bestnote Sehr gut abgeschnitten. Fast ebenso viele Angebote erhalten ein „Gut“. Interessenten sollten jedoch genau auf die Tarifbezeichnung achten. Denn neben ihren Toptarifen haben Versicherer oft Basistarife mit deutlich weniger Leistungen im Angebot.Weitere Informationen

Hochschulnetzwerk
Bildung durch Verantwortung
pug — Schwimmunterricht für sozial benachteiligte Kinder, Übersetzungshilfe für geflüchtete Menschen und Rechtsberatung bei der Göttinger Tafel: Viele Studierende engagieren sich ehrenamtlich im Rahmen ihres Studiums. Für diese Zielgruppe bietet die Universität Göttingen in einer Reihe von Workshops und Seminaren das Lehr- und Lernkonzept „Service Learning“ an. Dabei können die Studierenden ihr Engagement wissenschaftlich reflektieren und zugleich das im Studium erworbene Fachwissen für praktische Problemstellungen verwenden. Um das Service Learning zu unterstützen und nach außen besser sichtbar zu machen, ist die Universität nun dem „Hochschulnetzwerk für Bildung durch Verantwortung e.V.“ als offizielles Mitglied beigetreten. Der Verein ist ein Zusammenschluss von 36 Hochschulen, der das zivilgesellschaftliche Engagement von Studierenden, Lehrenden und anderen Hochschulangehörigen stärken und zur gesellschaftlichen Öffnung des Wissenschaftssystems beitragen möchte.Weitere Informationen

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Verbraucherschutz

Aktuelle Produkt-Tests über
• Geschirrspültabs
• Margarine
• Fahrradschlösser
• Akku-Heckenscheren

Neue Bücher für Verbraucher
test Spezial: Kameras
Finanztest Spezial: Ihre Rente
Handbuch Geldanlage

Verbraucherschutz
Marktwächter Energie startet
Das neue bundesweite Projekt zum Aufbau eines Markt-wächters Energie nimmt seine Arbeit auf und erweitert die Marktbeobachtung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) und der Verbraucherzentralen. Im August startet der sukzessive Aufbau für die Segmente Strom und Gas, Fernwärme sowie Heizkostenabrechnungen und Monopole von Ablesediensten. Erste Ergeb-nisse sind für Anfang 2018 geplant.Weitere Informationen

Gewährleistung
Händler kassieren ab
Verbraucher-Umfrage im August
Geht ein Produkt kaputt, haben Käufer innerhalb von zwei Jahren nach dem Kauf ein Gewährleistungsrecht. Der Käufer kann die Nach-besserung der fehlerhaften Sache oder eine Ersatzlieferung fordern. Immer wieder erleben Verbraucher, dass sich Händler quer stellen. So beschweren sich derzeit Verbraucher über Elektrohändler, weil diese für die Prüfung des defek-ten Gerätes während der Gewährleistungszeit eine Überprüfungsgebühr fordern. Dieses Vorgehen ist nach Auffassung der Verbraucherzentrale rechtswidrig.
Verbraucher, die schon mal Probleme hatten, ihre Rechte wahrzunehmen, können noch bis zum 31. August an einer Umfrage zu Gewährleistung und Garantie teilnehmen.Weitere Informationen

Drei Spitzen-Tablets im Test
Die Stiftung Warentest hat jetzt drei, zwischen 1000 und 1600 Euro teure Spitzen-Tablets von Microsoft, Samsung und Apple genauer unter die Lupe genommen. Die Einschätzung der Tester finden Sie hier:Weitere Informationen

Rad- und E-Bike-Versicherungen
Lohnend bei hochwertigen Rädern
Ein Fahrrad kann teuer sein und entsprechend attraktiv für Diebe. Ist es weg, zahlt unter bestimmten Bedingungen die Hausratversicherung – oder eine spezielle Fahrradversicherung, die sich laut Stiftung Warentest vor allem dann lohnt, wenn es sich um ein teures Rad handelt, wie etwa ein gutes Rennrad oder ein E-Bike. Oder wenn man in einer Stadt wohnt, in der öfter mal Räder verschwinden. 25 Versicherungen für hochwertige Fahrräder wurden untersucht. Das Ergebnis: Ein 500-Euro-Rad kann man schon für 46 Euro im Jahr gut und günstig versichern, ein 2.500 Euro teures E-Bike für 66 Euro, ein 4.000 Euro teures mit 100 Euro.Weitere Informationen

Rechtsschutzversicherungen
Nur 14 von 54 Versicherungen sind gut
Viele neue Angebote der Rechtschutzversicherer sind teurer und schlechter als noch im letzten Test aus dem Jahr 2014, hat die Zeitschrift Finanztest festgestellt. Wer schon gut versichert ist, sollte deshalb nicht wechseln. Neukunden haben 14 gute Tarife zur Wahl. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in einer aktuellen Untersuchung von Rechtsschutzversicherungen.Weitere Informationen

Unwetterschäden
Neue Regelung für staatliche Soforthilfen
Anfang Juni haben sich die Ministerpräsidenten der Länder auf eine neue Regelung für staatliche Soforthilfen bei Unwetterschäden verständigt: Mehr Bundesbürger sollen sich gegen Naturgefahren versichern. Bei extremen Unwetterschäden wird es auch weiterhin eine staatliche Soforthilfe geben – davon profitieren sollen aber nur solche Bürger, die sich zuvor erfolglos um eine Elementarschadensversicherung bemüht haben oder denen ein Vertragsangebot zu wirtschaftlich unzumutbaren Bedingungen angeboten worden ist. Die Verbraucherzentrale rät deshalb allen Hausbesitzern, sich auf jeden Fall um die zusätzliche Absicherung ihrer Wohngebäude auch gegen Naturgefahren zu kümmern.Weitere Informationen

Fehlerhafte Versicherungsverträge
Millionen Kunden haben Recht auf mehr Geld
Eine Rückabwicklung der Lebens- oder Rentenversicherung kann sich für Millionen Kunden lohnen: Selbst lange nach dem Vertragsende sind oft noch Tausende Euro Nachschlag drin. Grund sind massenhaft fehlerhafte oder unvollständige Widerspruchsbelehrungen, wie die Zeitschrift Finanztest berichtet.Weitere Informationen

Dispozinsen
Neue Tricks von Banken
Die Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost verlangt bei ihren Konten Direkt und Klassik 13,75 Prozent für die Kontoüberziehung. Im Schnitt liegt der Dispozins bei 9,78 Prozent, obwohl sich Banken zu 0 Prozent Geld bei der Europäischen Zentralbank leihen können. Dies ergab ein großer Test von 1377 Banken, Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken der Zeitschrift Finanztest.Weitere Informationen


Gesellschaft

Interkulturelle Woche 2017
Vielfalt verbindet
Anmeldeschluss am 20. August
pdg — Das Büro für Integration der Stadt Göttingen hat zu einer möglichst breiten Beteiligung an der „Interkulturellen Woche 2017“ aufgerufen, die vom 24. bis 30. September unter dem Motto „Vielfalt verbindet“ bundesweit veranstaltet wird. Viele Veranstaltungen und Begegnungen in ganz Deutschland sollen dazu einladen, die Einwanderungsgesellschaft in ihrer ganzen Vielfalt darzustellen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Anliegen ist es auch, Vorurteilen und diskriminierenden Verhaltensweisen bis hin zu Rassismus entgegenzutreten. Ihren Abschluss findet die „Interkulturelle Woche 2017“ am 29. September mit dem „Tag des Flüchtlings“.
An der Woche will sich auch Göttingen beteiligen. Mitwirken können Institutionen, Einrichtungen, Organisationen, Vereine, Kirchen- und Moscheegemeinden, (Wohlfahrts-)Verbände, Stadtteileinrichtungen, soziokulturelle Zentren, Schulen, Kitas und andere Interessierte.Weitere Informationen

Sozialarbeit
Babybesuchsdienste auch in der Weststadt
pdg — Seit 2012 werden in Göttingen im Ortsteil Grone und nun auch in der Weststadt junge Familien von speziell ausgebildeten Mitarbeiterinnen der Ev. Familienbildungsstätte besucht, um über das breite Beratungs- und Hilfeangebot vor Ort zu informieren. Dabei stehen der persönliche Austausch und Informationen im Vordergrund. Die Besuche finden statt, wenn die Babys ca. acht bis zehn Wochen alt sind, das erste Einleben als Familie bewältigt wurde und andere Hilfeangebote wie von Hebammen nicht mehr präsent sind.Weitere Informationen

Esperanto-Weltbund
Göttinger Mathematiker im Ehrenkomitee
Der Mathematiker Harald Helfgott ist zum Mitglied des Ehrenkomitees des Esperanto-Weltbunds ernannt worden. Helfgott, der seit zwanzig Jahren Esperanto spricht, ist vor allem durch seine Arbeiten im Bereich der Zahlentheorie bekannt geworden. 2013 hatte er seinen Beweis der sog. ternären Goldbachschen Vermutung veröffentlicht, die mehr als 250 Jahre auf eine Lösung warten musste. Schon vorher war er für seine Arbeiten in der Mathematik mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden. Helfgott ist derzeit Inhaber einer Humboldt-Professur an der Universität Göttingen. Esperanto hat Helfgott, der in Peru geboren ist, aus wissenschaftlichem Interesse gelernt. Esperanto ist, wohl wegen seines logischen und regelmäßigen Aufbaus, unter Mathematikern etwas stärker verbreitet als in der Gesamtbevölkerung.

Great Barrier Run
Dritte Auflage des Hindernislaufs
Nach dem großen Teilnehmer- und Zuschauerzuspruch der ersten beiden Austragungen des „Great Barrier Run“ gibt es 2017 die dritte Auflage des Hindernislaufs. Der „Great Barrier Run“ bietet auf drei verschiedenen Streckenlängen von 5, 10 und 15 Kilometern Länge Laufvergnügen kombiniert mit abwechslungsreichen Hindernissen. Der Hochschulsport der Universität Göttingen veranstaltet den Lauf am Sonnabend, 16. September. Die Anmeldung ist bereits freigeschaltet und schon über 600 Startplätze sind vergeben. Im vergangenen Jahr nahmen insgesamt 1.200 Sportbegeisterte teil.
Great Barrier Run„Wir werden probieren, unsere Kapazitäten zu erhöhen. Allerdings sind uns irgendwann natürliche Grenzen gesetzt“, sagt Projektleiter Mischa Lumme. 18 Hindernisse gilt es auf der Fünf-Kilometer-Strecke zu überwinden. Während einige Hindernisse erklettert werden müssen, sind für andere Kraft und Geschicklichkeit gefragt. „Wir wollen wieder einen attraktiven Lauf schaffen, bei dem es auf den Spaß an der Bewegung ankommt. Bei allen Hindernissen ist Teamwork der Schlüssel zum Erfolg“, so Lumme.
Darüber hinaus gibt es wieder eigene Wertungen für Schulen und Firmen. Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren können in ihren Klassen und Kursen über die Fünf-Kilometer-Distanz starten. Alle Firmen und Schulen werden auch im Rahmen der Gesamtwertung erfasst. Anmeldungen sind über das Internet unter www.great-barrier-run.de möglich. Alle Informationen sind zudem auf Facebook unter www.facebook.com/GreatBarrierRun zu finden.


Polizeiberichte
Tagesaktuelle Meldungen
Die ausführlichen Polizeiberichte finden Sie hier:Weitere Informationen

Arbeitsgerät von Baustelle gestohlen
jan — Von einer Baustelle vor einem Wohnhaus im Ortsteil Holtensen haben Unbekannte in der Nacht zu Dienstag (15.08.) einen Motorstampfer der Marke „Wacker“ gestohlen.

Motorrad gestohlen
jan — Im Hartjenanger haben Unbekannte in der Zeit zwischen Sonntag (13.08. und Montag (14.08.) ein Motorrad gestohlen.

Einbruch in Bürogebäude
jan — Auf Computer hatten es Unbekannte in der Nacht zu Montag (14.08.) bei einem Einbruch in ein Bürogebäude im Greitweg abgesehen.

Pkw gerät in Gegenverkehr
me — Aus bislang ungeklärter Ursache geriet ein 61-jähriger Pkw-Fahrer am Montag (14.08.) mit seinem VW Golf in den Gegenverkehr auf der Göttinger Straße in Rosdorf und touchierte einen entgegenkommenden Lkw. Er wurde schwar verletzt.

Zoff zwischen Syrern und Libanesen
jk — Mehrere Streifenwagenbesatzungen der Polizei aus Göttingen, Friedland, von der Autobahnpolizei und aus dem benachbarten Northeim haben am Sonntagabend (13.08.) in der Göttinger Reitstallstraße mutmaßlich eine größere körperliche Auseinandersetzung zwischen zwei Personengruppen verhindert.

Autofahrer stirbt bei Unfall
jan — Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Kreisstraße 37 zwischen den Ortschaften Esebeck und Elliehausen wurde am Freitagmorgen (11.08.) der 49 Jahre alte Fahrer tödlich verletzt.

Drei Radler unter Alkohol
jan — Im Göttinger Stadtgebiet haben Polizeistreifen in der Nacht zum 10.08. drei alkoholisierte Fahrradfahrer gestoppt.


Wohnraummangel
Ratssitzung ganz im Zeichen der Wohnraummisere

Ganz unter dem Eindruck des in Göttingen knapper werdenden Wohnraums steht die kommende Ratssitzung am 18. August, gleich sechs Anträge befassen sich damit. Zudem lässt sich das Thema wunderbar für den beginnenden Wahlkampf instrumentalisieren, und die beteiligten Parteien machen davon auch gern Gebrauch. Besucher der Ratssitzung müssen vermutlich am Freitag über ausreichend „Sitzfleisch“ verfügen, auch wenn sich der Verwaltungsausschuss im Vorfeld darauf geeinigt hat, alle Initiativanträge zum Thema Wohnungsbau in einer „Generaldebatte“ abzuhandeln.

Dieser „schädliche Mix aus heißer Luft und unrealistischen Forderungen“, so die Christdemokraten zu den vorliegenden Anträgen, wovon sie wohlweislich den eigenen natürlich außen vor lassen, enthalte „bereits vielfach durchdiskutierte Probleme, gepaart mit unrealistischen Forderungen, die dem Wohnungsbau in Göttingen „eher schaden als nutzen würden“. Das muss man allerdings nicht teilen.

Ganz anders dagegen der Ratsantrag der CDU, meinen deren Verfasser, wobei der sich allerdings lediglich darauf beschränkt, die vom niedersächsischen Sozial- und Bauministerium für Göttingen vorgelegten und hier vielfach mit Verwunderung bis Unverständnis zur Kenntnis genommenen Zielzahlen für die Wohnraumversorgung bis zum Jahr 2030 durch den OB in Hannover korrigieren zu lassen. Der solle nach dem Willen der CDUler dort bitteschön vorstellig werden und die Ministerialen wieder auf den Boden der Realitäten zurückholen, sprich: ihnen die im Auftrag der Stadt vom Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung GmbH (GEWOS) ermittelten Zahlen schmackhaft machen (vgl. dazu weiter unten: →Zoff um Wohnraumbedarfsplanung).

Allerdings: Bei aller Freude der Christdemokraten darüber, dass die Genossen nun „nicht darum herumkommen, sich vom Gutachten ihrer eigenen Ministerin zu distanzieren“, wie der Begründung ihres Antrages zu entnehmen ist, er schafft noch lange keinen neuen Wohnraum oder zumindest neue Flächen dafür, sondern allenfalls die Hoffnung auf künftige Fördermittel.

Da ist der SPD-Antrag, der ansonsten nur das wiederhole, „was der Vorsitzende des Bau- und Planungsausschusses, Hans Otto Arnold (CDU), bereits in der letzten Sitzung vor der Sommerpause deutlich kritisiert hatte“, schon etwas konkreter. Nicht nur Arnolds Partei nämlich kritisiert, dass die Ausweisung von fünf neuen Baugebieten nicht vorankommt, wofür man vor allem die Bauverwaltung verantwortlich macht. Die Sozialdemokraten stellen sich dem Problem allerdings nicht nur resignierend, sondern wollen der Verwaltung vielmehr konkret Beine machen, „die am 19. Mai 2016 im Bauausschuss und am 27. Juni 2016 im Verwaltungsausschuss beschlossenen Aufstellungsbeschlüsse für die Erstellung von insgesamt fünf Bebauungsplänen … bis zum 30. November 2017 umzusetzen und die jeweiligen Vorlagen für die Beschlussfassung zur Auslegung der Bebauungspläne für die Ratssitzung am 16. Dezember 2017 zu erstellen“. Ob das angesichts immer noch knappen Personals tatsächlich helfen wird, bezweifelt Arnold allerdings: „Beim Nachtragshaushalt im November wird sich zeigen, ob aus dem bloßen Wortgeklingel konkrete Personalstellen werden.“ Sehr viel mehr als Wortgeklingel ist ein solches Gemaule allerdings auch nicht.

Piraten nehmen Verwaltung in Schutz
Ähnlich die Piraten-Partei, die ausnahmsweise mal die Verwaltung ausdrücklich in Schutz nimmt. Es bestehe von ihrer Seite jedenfalls kein Anlass zur Vermutung, die Verwaltung würde zu langsam arbeiten, meldet sie sich zu Wort. „Rechtssichere Bebauungspläne können bekanntlich nicht innerhalb sehr kurzer Zeit fertig ausgearbeitet vorgelegt werden, ohne formale Fehler zu riskieren, die solche Projekte noch viel länger hinauszögern können.“ Im Gegenteil sollten sich die Sozialdemokraten mal an die eigene Nase fassen, erinnern die Piraten an „schwerste Versäumnisse in der Wohnungsbaupolitik in Land und Bund“ unter Mitwirkung der SPD, als „jahrelang … versäumt [wurde], vorausschauend zu planen“: „Es war auf den Tag genau bekannt, wann genau wie viele Sozialwohnungen in wie vielen Städten aus der Förderung herausfallen. Es waren Erfahrungswerte bekannt, wie viele Wohnungen pro Jahr bei stagnierender Bevölkerung dem Markt von alleine verlorengehen. Die Dimension der heutigen Probleme war schon vor 20 Jahren sehr gut zu berechnen.“ Insofern stehe die SPD heute vor den „Trümmern ihrer eigenen verantwortungslosen Wohnungs- und Sozialpolitik der vergangenen zwei bis drei Jahrzehnte“.

Modell Soziale Bodennutzung
Mit einem von gleich drei Ratsanträgen wollen Bündnis 90/Die Grünen verhindern, dass Wohnbauland in Göttingen zum Spekulationsobjekt wird und verweisen in diesem Zusammenhang auf Münster in Westfalen: auch dort herrsche Wohnraummangel und entsprechend attraktiv sei es, diesen zu schaffen, da sich auch hochpreisige Immobilien bestens vermieten lassen. „Gebraucht wird aber vorwiegend sozialer und bezahlbarer Wohnraum – der sich wiederum für die Investoren kaum rechnet“, erläutert Grünen-Mitglied Dagmar Sakowsky. „Daher hat die Stadt Münster als eine der ersten Kommunen in Deutschland zum Instrument der Sozialen Bodennutzung gegriffen. Gebaut werden darf nur dort, wo die Flächen der Stadt gehören, wo die Eigentümer die Hälfte der Fläche an die Stadt veräußern oder wo sie sich vertraglich dazu verpflichten, eine Zielvereinbarung zu treffen.“

Analog des Münsteraner Modells wollen auch die Grünen eine soziale und ökologische Bodennutzung für Göttingen fordern. Die Stadt soll sich verpflichten, auf eigenen Flächen 60 Prozent bezahlbaren Geschosswohnungsbau zu realisieren und sie soll keine Bauanträge von Investoren genehmigen, die nicht wenigstens 30 Prozent Wohnraum in dem Segment vorsehen. Dazu soll eine Richtlinie für städtebauliche Verträge erarbeitet werden, in denen diese und weitere ökologische und soziale Kriterien der städtischen Quartiersentwicklung berücksichtigt sind.

Erwartungsgemäß am weitesten geht die Göttinger Linke mit ihrem Antrag zum Göttinger Wohnungsbau. Sie will eine Mindestquote für den Sozialen Wohnungsbau festgeschrieben wissen, beim Bau ab 25 Wohnungen oder ab 2500 Quadratmetern Wohnfläche sollen mindestens 30 Prozent davon im öffentlich geförderten Wohnungsbau errichtet werden. Für Wohnprojekte mit 100 und mehr Wohneinheiten sollte sogar eine Quote von 50 Prozent angestrebt werden, meint sie. Und: die Laufzeit der Sozialbindung sollte nicht unter 30 Jahre betragen.

Würde man diesem Antrag folgen und für fast alle Wohnungsbauvorhaben feste Quoten für eine Sozialbindung festgeschrieben, so würde das den Wohnungsbau „eher abwürgen als beflügeln, zumal kein Mensch weiß, ob und wie Land und Bund solche Projekte fördern werden“, erklärt Carina Hermann (CDU), Mitglied des Bauausschusses. Das allerdings könnte man in Erfahrung bringen oder auch darauf hinarbeiten.

So bleibt es vor allem bei übergreifender Nörgelei der Christdemokraten gegenüber allen anderen Anträgen. Doch Nörgelei allein bringt nichts auf den Weg. Und konstruktiv ist sie auch nicht.

 

SozialCard
SPD: Überarbeitung dringend geboten
Ergänzende Informationsbroschüre

Die SozialCard sollte nach Ansicht der Sozialdemokraten im Rat um neue Angebote erweitert werden. Einen entsprechenden Antrag wollen sie zur Ratssitzung am 18. August einbringen. Mit ihr können Kinder und Erwachsene in einer schwierigen Lebenslage viele Angebote, insbesondere in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Sport und Kultur, ermäßigt oder kostenlos nutzen.

Nach Ansicht der sozialpolitischen Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, Insa Wiethaup, sei die Karte ein Erfolgsprojekt „und soll es auch bleiben“, eben deshalb fordert sie eine Überarbeitung und Aktualisierung der damit verbundenen vergünstigten Angebote. Mobilität und Teilhabe sei ein wichtiges sozialpolitisches Ziel. „Diesem können wir mit einer verbesserten SozialCard sowie dem zum 1. August bereits eingeführten Sozialticket ein gutes Stück näherkommen“, ergänzt der Sozialausschussvorsitzende Dr. Klaus-Peter Hermann.

Klaus-Peter HermannHermann (Abb.) fordert zudem, gemeinsam mit der SozialCard eine neu zu erstellende Informationsbroschüre allen Empfängern von Transferleistungen automatisch mit dem ersten Bescheid auszuhändigen. In dieser SozialCard-Broschüre sollten alle wichtigen Informationen übersichtlich zusammengestellt sein, um die in Göttingen verfügbaren Angebote und Möglichkeiten auch nutzen zu können. Damit auch alle profitieren können, sollte nach Vorstellung der SPD die SozialCard-Broschüre nicht nur in unterschiedlichen Sprachen, sondern auch in leicht verständlicher Sprache erhältlich sein.

Eine SozialCard erhalten Empfänger/innen von Arbeitslosengeld II (SGB II), von Wohngeld (WoGG), von Sozialhilfe (SGB XII) sowie von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz von der Stadtverwaltung. Eingeführt wurde sie Sozialcard eines Ratsbeschlusses im November 2008. Sie soll das oft knappe Budget betroffener Menschen entlasten.
Am 18. August im Rat.

 

Stadtplanung
Zoff um Wohnraumbedarfsplanung
„Wahlkampfgetöse weder hilfreich, noch angebracht“

Nachdem die Verwaltung die vom Land im 23. Bericht zur Wohnungsmarktbeobachtung vorgelegten Zielzahlen für die Wohnraumversorgung bis zum Jahr 2030 in Göttingen „mit Zurückhaltung“ (die Göttinger Stadträtin Petra Broistedt) zur Kenntnis genommen hat, springen ihr nun die Sozialdemokraten bei – und feuern gleichzeitig eine Breitseite gegen die Rats-CDU ab. Deren „Wahlkampfgetöse“ sei „weder hilfreich noch angebracht“.

Was die Verwaltung besonders stört: Im Bericht des CIMA Instituts für Regionalwirtschaft, den das Land in Auftrag gegeben hatte, werden lediglich die knapp 119.000 in Göttingen lebenden Menschen mit Hauptwohnsitz zugrunde gelegt. Wer von solchen Zahlen ausgehe und nicht – einschließlich der hier Studierenden – von der Gesamtzahl von rund 134.000, der müsse zwangsläufig zu anderen Ergebnissen kommen, so Broistedt. „Dass wir in Göttingen einen äußerst angespannten studentischen Wohnungsmarkt haben, dass die großen Unternehmen der Wohnungswirtschaft lange Wartelisten für preisgünstigen Wohnraum führen, das alles scheint mir darüber hinaus viel zu wenig gewichtet“, erklärt sie.

Baugebiet
 
Neuzeitlicher Fortschritt: Immer mehr Baugebiete verschlingen immer mehr Flächen Foto: Klaus Leidorf

Die Sozialdemokraten legen nun mit einem CDU-Bashing nach: die CDU-Ratsfraktion habe sich bisher „einen schlanken Fuß gemacht“, indem sie sich der Verantwortung verweigerte. Zudem habe sie mit dafür gesorgt, dass wichtige Flächen nicht mehr im Flächennutzungsplan vertreten sind. „Flächen wie der Bismarckstein und Helmsgrund wurden mit CDU-Unterstützung gekippt. Damit sind mögliche Wohnungen in dreistelliger Zahl nicht mehr baubar. Anschließend enthält sich dann die CDU auch noch bei einem so entscheidenden Thema wie dem Flächennutzungsplan. Das ist alles wenig glaubwürdig“, so Fraktionschef Tom Wedrins.

Wedrins verkennt allerdings, dass die so „gekippten“ Gebiete durchaus basisdemokratisch gekippt wurden: Betroffene Anwohner wie auch Ortsräte haben sich explizit gegen die Freigabe ihrer Naherholungsgebiete für eine solche weitere Bebauung ausgesprochen. Und sich der Verantwortung zu weiterer Flächenversiegelung zu entziehen kann ja auch heißen, sich der Verantwortung zum Landschaftserhalt zu stellen. Das kann man den Christdemokraten zwar nicht ohne weiteres unterstellen, klar wird durch solch eine Konfliktgemengelage aber auch, dass es angesichts eines hemmungslos weitergehenden Flächenverbrauchs und in dessen Folge zunehmender Umweltbelastungen keine einfachen Lösungen gibt. Die Forderung nach Ausweisung immer weiterer Baugebiete ist zwar in einer Stadt mit überwiegend bauwütigen, SPD-nahen Verwaltungsspitzen populär – aber vielleicht auch zu einfach, solange kaum andere, einen solchen Tunnelblick vermeidende, zukunftsgerichtete politische Einsichten im Rat vertreten sind. Zukunftsgerichtet heißt hier, den Blick auch auf die mittlerweile globalen Konsequenzen bauwütiger Politik zu richten.

Broistedt jedenfalls sieht „bis zum heutigen Tag keinen Anlass, an den Aussagen unserer eigenen, noch vor einem Jahr aktualisierten Prognose zu zweifeln“, die vom Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung GmbH (GEWOS) bis 2030 einen Bedarf von rund 4.800 neuen Wohneinheiten ermittelt hat.

Besonders ärgerlich finden die Sozialdemokraten, dass die CDU auch dem Göttinger Bündnis für Wohnen ihre Zustimmung verweigert hat. Dort hatte die SPD einen Plan vorgelegt um „konkret und effizient Bebauungspläne fertigzustellen“. „Bisher gab es von Seiten der CDU nur Schlechtmacherei und Verhinderungsargumente“, erklärt die baupolitische Sprecherin Sylvia Binkenstein unter dem Eindruck der heraufziehenden Bundestagswahl und versucht, Bauausschussmitglied Hans-Otto Arnold (CDU) für sich zu vereinnahmen: „Wir sind uns sicher, einem versierten Fachpolitiker wie Hans-Otto Arnold … ist das alles zuwider. Er muss aber nun den Torpedo-Kurs seiner Fraktion befolgen.“

Kommunen sind längst zu mächtigen Wirtschaftseinheiten geworden. Und wie in jedem anderen Wirtschaftssektor auch nimmt der „Betrieb Kommune“ zielgerichtet Einfluss auf die Nachfrage, hier auf die Nachfrage nach neuen Wohneinheiten, anderswo auf die Nachfrage neuer Industrieansiedlungen, wirbt um steuerzahlende Zuzügler zum Wohle des Betriebsergebnisses. Dass diese Wachstumsideologie auch zum Wohle der bereits hier wohnenden Bevölkerung geschieht, ist längst nicht mehr ausgemacht. Einem solchen Wachstum zugunsten von Konsolidierung und Nachhaltigkeit Einhalt zu gebieten, es käme in den Köpfen der meisten Lokalpolitiker bislang einem Sakrileg gleich.

 

Umfrage
Göttinger leben gerne hier
Aber nur die Hälfte will hier länger bleiben

Der Junge Union Stadtverband Göttingen (JU) hat in den vergangenen Wochen eine Umfrage durchgeführt und ausgewertet, was Göttingern an ihrer Stadt gefällt und was nicht. Während die Zufriedenheit etwa mit der Universität sehr hoch ist, gibt es in den Bereichen „Stadtplanung“, „Verkehr“ und „Wirtschaft“ noch dringenden Verbesserungsbedarf.

Leben gern in der Stadt – aber nur vorübergehend: Studierende auf dem Zental-CamppusFoto: vs

Durchgeführt wurde die Umfrage von der Arbeitsgemeinschaft Programm (AG Programm) des JU-Stadtverbandes. Die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft, Anna Grill, erläutert: „Die Teilnahme war über mehrere Wochen sowohl online, als auch mehrfach in der Innenstadt möglich. Unser Ziel war es, vor allem die Sichtweise junger Leute abzubilden. Daher ist es erfreulich, dass 80 Prozent der Teilnehmer unter 35 Jahren alt waren.“ Über 87 Prozent der Befragten leben sehr gerne oder gerne in Göttingen, aus Sicht der JU ein sehr erfreuliches Ergebnis. Allerdings bestätige sich, dass Göttingen meist eine „Durchgangsstation“ für junge Menschen sei: Nur 55 Prozent der Befragten können sich vorstellen, die nächsten zehn Jahre ihres Lebens in Göttingen zu verbringen.

Die Befragten sollten Göttingen außerdem mit anderen Städten in verschiedenen Bereichen vergleichen, dabei zählte der subjektive Eindruck der Teilnehmer. Das auffälligste positive Ergebnis war dabei die Bewertung des Bereiches Wissenschaft: Über 74 Prozent vertraten die Auffassung, dass Göttingen in diesem Bereich besser ist als andere Städte. Im Bereich Wirtschaft waren jedoch nur 11 Prozent dieser Meinung. Noch schlechter schnitt im Vergleich nur der Bereich Stadtplanung ab: Hier wurde unter anderem die Wohnraumsituation bewertet. Fast die Hälfte der Befragten bewertet die Stadtplanung in Göttingen schlechter als in anderen Städten. Auffällig sei auch der Bereich Verkehr gewesen: So hat zwar nur ein Drittel der Befragten die Verkehrssituation als schlechter als in anderen Städten bewertet, allerdings wurden konkrete Probleme wie Parkplatzmangel, Ampelschaltungen und vermeidbare Staus am häufigsten genannt. Die Junge Union will sich daher als nächstes mit den Problemen der Göttinger Verkehrsplanung auseinandersetzen.

Insgesamt sind die JUler mit den Ergebnissen der Umfrage zufrieden: „Wir sind froh, dass die überwältigende Mehrheit der Teilnehmer gerne in unserer Stadt lebt. Aber es ist deutlich geworden, dass die Stadt in einigen Bereichen zwingend handeln muss. Vielleicht sinkt dann auch die Anzahl derjenigen, die Göttingen nur als Durchgangsstation betrachten“, so Grill. Dass fast 9 von 10 Befragten gerne hier leben, sei ein starkes Bekenntnis zur Attraktivität der Stadt. Die benannten Problemfelder zeigten aber auch, dass Göttingen durchaus noch Nachholbedarf habe.
Eine statistische Auswertung der Umfrage finden Sie hier:Weitere Informationen

 

Umweltbundesamt
Masterplan für Hitzewellen
UBA erarbeitet Handlungsempfehlungen zum Schutz der menschlichen Gesundheit

Hohe Temperaturen und Hitzewellen führen zunehmend zu Gesundheitsproblemen – die Folgen des Klimawandels werden auch in Deutschland stärker spürbar. Mit Hitzeaktionsplänen können sich Länder und Kommunen für solche länger dauernden Hitzeperioden rüsten, um die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Dafür hat das Umweltbundesamt einen Masterplan entwickelt.

Oberrhein im Sommer 2015
 
Der Oberrhein im Sommer 2015Foto: Jivee Blau

Besonders ausgeprägte und andauernde Hitzeperioden gab es in Deutschland in den Jahren 2003, 2010 und 2015. Steigende Temperaturen führen auch zu steigenden Gesundheitsrisiken. Hitze kann die Menschen stark belasten und führte in den letzten Jahren zu einer hitzebedingten Zunahme von Krankheits- und Todesfällen. Allein in Deutschland wurden etwa 7000 Todesfälle der Hitzeperiode des Jahres 2003 zugerechnet sowie zahlreiche hitzebedingte Krankheitsfälle aufgrund von Dehydrierung, Hitzschlag, Herz- und Kreislauferkrankungen.

Erfrischung gefällig?
Mineralwasser vielfach mit Spuren aus Landwirtschaft, Industrie u.a.

In einem Test der Stiftung Warentest von 30 Medium-Wässern schnitten nur 11 mit gut ab. Die Prüfer fanden unerwünschte Spuren aus Landwirtschaft, Industrie und Haushaltsabwasser sowie Fehler im Geschmack, meist hervorgerufen durch die Kunststoffflaschen, in die das Wasser abgefüllt wird. Beim Schlusslicht im Test beanstandeten die Tester einen vergleichsweise hohen Gehalt an Chrom (VI).Weitere Informationen

 

Zur Unterstützung der Länder- und Kommunalverwaltungen erarbeitete die vom Bundesumweltministerium ( BMUB ) geleitete Bund-Länder Ad-hoc Arbeitsgruppe „Gesundheitliche Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ Handlungsempfehlungen, um Hitzeaktionspläne zum Schutz der menschlichen Gesundheit zu erstellen. Sie sind als Masterplan zu verstehen, um Menschen und ihre Gesundheit bei lang anhaltenden hohen sommerlichen Temperaturen besser zu schützen. Dabei soll zum Beispiel das Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure in Krankenhäusern und Kindertageseinrichtungen verbessert werden. Sie umfassen kurzfristig sowie langfristig umsetzbare Aktivitäten, unter anderem:

  • die koordinierte Kommunikation von Informationen, Tipps, Verhaltenshinweisen für die Bevölkerung zur individuellen Anpassung;
  • die Einrichtung einer Nachbarschaftshilfe, um Risikogruppen aktiv zu unterstützen;
  • die Installation von gebäudebezogenen Kühlungsmaßnahmen (Rollläden, Markisen und Außenjalousien);
  • an extremer Hitze ausgerichtete Architektur, Stadt- und Bauplanung.

Die Handlungsempfehlungen des Umweltbundesamtes wurden im Auftrage des BMUB zusammen mit zahlreichen Fachleuten unterschiedlicher Disziplinen erstellt.

 

Flüchtlingsunterbringung
CDU: IWF und Siekhöhe erhalten
Grüne: Schnell zu selbstbestimmtem Leben

Kein Mensch weiß, wie sich der Zustrom von Flüchtlingen in den nächsten Monaten entwickeln wird. Trotzdem will und muss die Stadt Göttingen noch vor der Sommerpause eine Entscheidung treffen, wie ein Teil der teuer vorgehaltenen Kapazitäten für deren Unterbringung eingespart werden kann, für die es keinerlei Hilfen vom Land Niedersachsen gibt. Entgegen der Verwaltungsvorlage aus dem Sozialausschuss schlägt nun die CDU-Ratsfraktion vor, sowohl die Einrichtung auf der Siekhöhe wie das ehemalige IWF-Gelände am Nonnenstieg zu halten, dafür aber das neue Gebäude am Albrecht-Thaer-Weg mit 300 Appartements direkt als Studentenwohnheim zu nutzen.

„Bei der „Ankommenseinrichtung“ auf der Siekhöhe und bei dem Flüchtlingsheim am Nonnenstieg handelt es sich um zwei stark differenzierte Angebote, die nicht einfach gegeneinander ausgetauscht werden können“, erklärt Prof. Dr. Ludwig Theuvsen, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion. Die große Halle auf der Siekhöhe verfügt über eine besondere medizinische wie auch personelle Ausstattung, die dieses Objekt speziell für die neu in der Stadt ankommenden Flüchtlinge in besonderem Maße qualifiziert. Mit den offenen, beengten Schlafbereichen und der fehlenden Einbindung in ein urbanes Umfeld spielt sich die gesamte Freizeit für alle Altersstufen allerdings in einem großen und offenen Bereich ab. Die Unterkunft ist daher für eine längerfristige Unterbringung von Flüchtlingen, insbesondere von Familien, nicht geeignet, auch vor dem Hintergrund, dass neben den fehlenden Rückzugsmöglichkeiten (außer einem „Paarzimmer“) keine Möglichkeit der Selbstverpflegung besteht. Allerdings wird diese Einrichtung angesichts völlig unsicherer Perspektiven auch künftig kurzfristig erhebliche Kapazitäten bieten, sollten die Flüchtlingszahlen wieder drastisch ansteigen.

Verwaltungsausschuss
Reduzierung zugestimmt

pdg — Der Verwaltungsausschuss der Stadt hat am 26. Juni das Konzept zur weiteren Reduzierung der Kapazitäten zur Unterbringung von Flüchtlingen verabschiedet und mehrheitlich die Schließung der Gemeinschaftseinrichtung am Nonnenstieg zum 31. August 2018 sowie den zunächst einjährigen Weiterbetrieb der Einrichtung am Anna-Vandenhoeck-Ring beschlossen. Er folgte damit einer ebenfalls bereits am 13. Juni mehrheitlich gefassten Empfehlung des Ausschusses für Soziales, Integration, Gesundheit und Wohnungsbau, der sich zuvor bereits Anfang Mai dafür ausgesprochen hatte, drei weitere kommunalen Unterkünfte (Bürgerstraße, Gustav-Bielefeld-Straße, Große Breite) zu schließen bzw. nicht wieder zu belegen und in der im Bau befindliche Einrichtung am Albrecht-Thaer-Weg nur 150 und nicht 300 Plätze zu nutzen. Ein Änderungsantrag der CDU-Fraktion, der auf den Weiterbetrieb sowohl im Nonnenstieg wie im Anna-Vandenhoeck-Ring unter Verzicht auf eine Belegung am Albrecht-Thaer-Weg abzielte, fand nicht die erforderliche Mehrheit. Zu dem vom Verwaltungsausschuss beschlossenen Reduzierungskonzept , das in den nächsten 14 Monaten den Abbau von über 400 Plätzen vorsieht, zählt auch der Auftrag an die Verwaltung, mit dem Landkreis Göttingen über die Übernahme weiterer 100 Geflüchteter im kommenden Jahr zu verhandeln.

PIRATENundPARTEI-Ratsgruppe
Sozialverträglicher Wohnraum „Illusion“
Die am 12. August im Sozialausschuss aufgestellte Behauptung der Verwaltung, am IWF-Gelände könne sozialverträglicher Wohnraum realisiert werden, hält die PIRATENundPARTEI-Ratsgruppe für eine Illusion. Francisco Welter-Schultes (Piraten) bezeichnet derartige Ankündigungen als unseriös. Wie die Grünen solche Äußerungen ungeprüft und unkritisch hinnehmen und sie zur Entscheidungsgrundlage heranziehen konnten, die IWF-Unterkunft zu schließen, ist für die Ratsgruppe nicht nachvollziehbar.
„Auf 30% der Baufläche Wohnungsbau für unter 7,00 Euro Miete zu realisieren, kann nicht funktionieren, in keiner Mischkalkulation. Auch nicht dann, wenn sämtliche Bäume gefällt werden und städtebaulich das niedrigste Niveau umgesetzt wird. Der Investor müsste Millionen Euro Verluste einkalkulieren.", so Welter-Schultes. Die Ankündigung, sozialen Wohnraum auf dem IWF-Gelände schaffen zu können, spreche gegen jegliche Erfahrung.
Die Wohnungsgenossenschaft plant, wenige Meter neben dem IWF auf ihrem eigenen längst amortisierten Grundstück im Nikolausberger Weg, Geschosswohnungsbau mit 80 Wohnungen zu realisieren. Hierfür seien Mietpreise von etwa 10 bis 11 Euro anvisiert, so die Genossenschaft, kostengünstiger gehe es heutzutage beim besten Willen schlichtweg nicht.
Der Investor des IWF-Bauprojekts habe bereits 6 Millionen Euro für das Grundstück bezahlt, was zu den Abriss- und Baukosten hinzukomme. Der Mietpreis wäre deutlich höher als 11 Euro. Wohnraum mit Sozialbindung bedeutet 5,60 Euro. In einer Mischkalkulation Preise von unter 7 Euro zu erreichen, sei angesichts solcher Kosten nicht darstellbar, da die Gegenfinanzierung in derselben Wohnanlage nicht möglich ist. Mehr als 15 Euro Miete für die teuersten Wohnungen zu erzielen wäre utopisch, schon gar nicht angesichts der zu erwartenden sehr dichten Bebauung und der Aussicht auf zahlreiche Bewohner, die auf soziale Mietpreise angewiesen sind. „Folglich müsste der Investor das Angebot ,sozialer Wohnraum auf 30% der Fläche‘ nach unseren Schätzungen mit etwa 10 Millionen Euro aus der eigenen Tasche bezuschussen. Es wäre ein völlig unwirtschaftliches Unterfangen“, so Welter-Schultes weiter.
PIRATEN und PARTEI vermuten, die Stadt wolle Konflikten mit dem Investor aus dem Weg gehen, dessen Bauvorhaben auf dem IWF-Gelände bereits seit 2012 verzögert wird. Anstatt die Bedürfnisse der Bürger/innen zu berücksichtigen, sollen einseitig die Interessen eines Privatinvestors umgesetzt werden - und die können keinen sozialen Wohnungsbau beinhalten.

Die Einrichtung im ehemaligen IWF-Gelände am Nonnenstieg vermittelt nach Ansicht der CDU einen ganz anderen Charakter: Es handelt sich um ein Wohnheim, in dem manche Familien seit Eröffnung der Einrichtung wohnen und sich dort nach eigenem Bekunden gut untergebracht fühlen. Relativ kleine, aber helle Zimmer für ein bis zwei Personen, nebeneinander liegende Zimmer für Familien, jeweils sanitäre Einrichtungen und Küche pro Flur, mehrere Gemeinschaftsräume (ein großer Sportraum, ein Theaterraum u.a. für das Boat-People Theaterprojekt, ein tolles Kinderspielzimmer, ein extra Raum für die Hausaufgabenbetreuung, ein Musikraum für Bandproben und ein schönes Außengelände mit Spielgeräten und Fußballtoren für die Kids sowie Grillmöglichkeiten für Bewohner und Ehrenamtliche) schaffen eine vergleichsweise hohe Aufenthaltsqualität für Alt und Jung, Geflüchtete und Ehrenamtliche. In Summe ergibt dieses einen ansprechenden Wohncharakter, bei dem sowohl die Privatsphäre der Geflüchteten gewahrt bleibt, als auch genug Räume für Begegnungen mit Gleichgesinnten und Ehrenamtlichen zur Verfügung stehen. Zudem befinden sich am Nonnenstieg KiTas und verschiedene Schulen in fußläufiger Entfernung zur Unterkunft. Auch kann ohne Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel die Innenstadt erreicht werden. Diese Vorteile erleichtern ganz wesentlich die gesellschaftliche Integration der dort untergebrachten Menschen.

Wenn beide Einrichtungen mit ihren unterschiedlichen Qualitäten erhalten bleiben sollen, muss die Frage beantwortet werden, wo an anderer Stelle Unterbringungskapazitäten wegfallen sollen, ist auch der CDU-Ratsfraktion klar. Dafür bietet sich ihrer Meinung nach das Appartementprojekt der Städtischen Wohnungsbau Göttingen GmbH im Albrecht-Thaer-Weg an. Von Anfang an sei hier so geplant worden, dass dieses Gebäude langfristig als Studentenwohnheim genutzt werden kann – nun könnte diese in der Nähe des Klinikums wie auch zahlreicher anderer Uni-Einrichtungen gelegene Kapazität von 300 Plätzen sofort - und vollständig für studentisches Wohnen genutzt werden.

Der Verzicht auf die Nutzung für die Unterbringung von geflüchteten Menschen würde damit einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung des äußerst angespannten und durch starke Mietpreissteigerungen gekennzeichneten studentischen Wohnungsmarktes in Göttingen leisten.

Grüne: Schnell zu selbstbestimmtem Leben
„Geht es um Geld und Arbeitsplätze oder um die Geflüchteten?“ fragt Thomas Harms, Grünen-Mitglied im Sozialausschuss der Stadt angesichts der jüngsten Berichterstattung zur Schließung der Unterkunft für Geflüchtete am IWF. Darin hatte der Leiter sein Bedauern über das Ende der Unterkunft zum Ausdruck gebracht und darauf verwiesen, dass sich viele der Geflüchteten in der Unterkunft so wohl fühlten, dass sie gar nicht ausziehen wollten. Harms: „Wir wollen, dass Geflüchtete möglichst schnell ein selbstbestimmtes Leben in unserer Stadt führen können. Für die Betreiber/innen einer Unterkunft heißt das: Die Geflüchteten auch loslassen zu können. Für das selbstbestimmte Leben bedarf es mehr bezahlbaren und sozialen Wohnraum, auch und gerade am Nonnenstieg. Wir als Politik haben auch dafür zu sorgen, dass dieser Wohnraum zur Verfügung steht.“

Damit untermauert Harms die bisherige Position der Grünen, dass weder das IWF noch die Unterkunft auf der Siekhöhe optimale Bedingungen böten. Auf dem IWF-Gelände böte sich hingegen die Chance zu sozialem Wohnungsbau, der insbesondere Geflüchteten zu Gute kommen könnte. Die Unterkunft könne also trotz der guten Arbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen nur eine Übergangslösung sein. Primäres Ziel müsse vielmehr sein, Geflüchtete in regulären Wohnraum zu bringen, was heißt, Gemeinschaftsunterkünfte zu Gunsten von Wohnungsbau zu schließen – eben auch auf dem IWF Gelände.“

 

Lebensqualität
Zu viel Dünger: Trinkwasser könnte teurer werden
Umweltbundesamt warnt – Preissteigerung bis zu 45 Prozent möglich

Trinkwasser könnte in etlichen Regionen Deutschlands in Zukunft spürbar teurer werden. Grund ist die hohe Belastung des Grundwassers mit Nitrat. Über 27 Prozent der Grundwasserkörper überschreiten derzeit den Grenzwert von 50mg/l. Wenn die Nitrateinträge dort nicht bald sinken, müssen betroffene Wasserversorger zu teuren Aufbereitungsmethoden greifen, um das Rohwasser von Nitrat zu reinigen. Einer aktuellen Studie des Umweltbundesamtes (UBA) zufolge kann dies die Trinkwasserkosten um 55 bis 76 Cent pro Kubikmeter erhöhen. Das entspricht einer Preissteigerung von 32 bis 45 Prozent. Eine vierköpfige Familie müsste dann bis zu 134 Euro im Jahr mehr bezahlen.

Güllewagen
Unser täglich Gift gib uns heute: Gülle-Ausbringung mit Güllewagen
Foto: Ra Boe

Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA: „Mit den Neuregelungen in der Düngeverordnung wurden lange überfällige Schritte eingeleitet, die hoffentlich die Belastungen so weit senken, dass den Trinkwasserkunden die teure Aufbereitung erspart bleibt. Wichtig sind jetzt eine konsequente Umsetzung und verstärkte Kontrollen in den betroffenen Regionen. Falls sich diese Belastungen nicht verringern, müssten weitere und strengere Auflagen für die Landwirtschaft erfolgen.“

Gerade in Gebieten mit landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen ist das Grundwasser häufig durch zu viel Stickstoff belastet. Grund sind die auf den Feldern aufgebrachten Gülle und Mist aus der intensiven Tierhaltung oder Mineraldünger für beispielsweise Obst- und Gemüseanbau. Wasserversorger versuchen bereits heute, das Wasser mit unterschiedlichen Maßnahmen zu schützen, indem sie die darüber liegenden Flächen selbst pachten, Brunnen verlagern oder belastetes mit unbelastetem Wasser mischen. Auch diese Kosten fließen bereits heute in den Trinkwasserpreis mit ein.

Doch derartige Maßnahmen werden in Zukunft in hochbelasteten Regionen nicht ausreichen, um den Nitratwert im Trinkwasser niedrig zu halten. Die UBA-Studie hat dies mit Daten von und in Kooperation mit drei großen Wasserversorgern untersucht: OOWV (Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband), Rheinenergie und RWW (Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft). Ergebnis: In einigen Gebieten könnte bald der Fall eintreten, dass das Wasser zusätzlich gereinigt werden muss.Weitere Informationen

 

Elektromobilität
Konsequente CDU-Quengelei zahlt sich endlich aus
Hybrid-Busse bald auch in Göttingen / GöVB erhöht Preise

Jahrelang wurde in Göttingen bei der Anschaffung neuer Stadtbusse über die geeignetste Antriebstechnik diskutiert – aber eben nur diskutiert. Jetzt endlich scheint sich etwas zu bewegen: Voraussichtlich noch in diesem Jahr werden die Göttinger Verkehrsbetriebe drei Hybrid-Busse anschaffen und setzen damit, wenn auch nicht ganz freiwillig, ein erstes Zeichen in den Einstieg umweltfreundlicherer Verkehrsmittel. Möglich macht es ein konsequentes Insistieren der CDU-Ratsfraktion, die seit vielen Jahren schon weg vom Diesel will.

Nach Recherchen des Magazins „ZDFzoom" scheint die Bundesregierung aktiv daran mitzuwirken, betrogenen Besitzern manipulierter Fahrzeuge eine angemessene Entschädigung vorzuenthalten, weil die entstehenden Kosten zu einer existenziellen Krise der „systemrelevanten“ Autoindustrie und damit zu gesamtwirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen führen könnte. Deshalb, so das Magazin, einigte man sich auf ein kostengünstiges Software-Update, womit die betroffenen Dieselautos angeblich wieder in Übereinstimmung mit den Gesetzen sein sollten. Doch Messungen an auf diese Weise „nachgebesserten“ Fahrzeugen zeigen das Gegenteil.
Geheimakte VW
 

Angesichts aktueller Skandale in der Automobilindustrie mit kriminell hohen Abgaswerten, die von einem CSU-geführten Verkehrsministerium nur nachsichtig belächelt werden, das den getäuschten Verbraucher dafür im Regen stehen und gebeutelte Städte überlegen lässt, ihre Innenstädte durch Fahrverbote für solche betrügerisch manipulierten Stinker dicht zu machen, scheinen alternative öffentliche Verkehrsmittel im städtischen Raum dringend geboten. Selbst wenn sie zunächst nur ein sogenannter „Tropfen auf den heißen Stein“ sind, so sind sie doch immerhin ein Anfang, setzen ein Zeichen.

Es hat lange gebraucht zu diesem Zeichen, gegen das sich – nicht zuletzt aus Kostengründen – die Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) vehement gesperrt haben und darin von Grünen und Sozialdemokraten bestärkt wurden. „Moderne Stadtbusse mit Motortechnik und Abgasfilter nach Euro 5-Norm sind vorbildliche Fahrzeuge, die zudem die Option für regenerative Kraftstoffe bieten“, meinten während des Kommunalwahlkampfs 2006 noch die Ratsmitglieder Tom Wedrins (SPD) und Ulrich Holefleisch (Grüne). Damals wussten sie es nicht besser. Doch schon damals setzte Daniel Helberg, aus Hannover importierter CDU-Kandidat für den OB-Posten, auf alternative Energien – allerdings auf Erdgas. Das ist zwar kein nachwachsender Kraftstoff, hätte also nur als längerfristige Übergangslösung getaugt, aber immerhin wäre man mit deutlich weniger Schadstoffen wohl auch aus der CO2-Falle herausgekommen. Helberg wollte zudem bereits vorhandene privatwirtschaftliche Infrastruktur zur Betankung der Busflotte nutzen, um die GöVB vor enormen Investitionskosten zu bewahren.

Hybridbus
 
Hybridbus an einer LadestationFoto: Stauffen

Die kommen jetzt gleichwohl auf sie zu, zum Beispiel durch geeignete Vorrichtungen, um Fahrzeuge auch an den Endstationen mit Strom betanken zu können. Überwiegend jedoch werden auch solche Busse ihre elektrische Energie vom dieselgetriebenen Motor beziehen müssen, reichen die Kapazitäten doch allenfalls für Kurzstrecken, z.B. für eine Fahrt durch die Innenstadt. Dort aber immerhin können sie, sofern es nicht bei den drei Testfahrzeugen bleibt, durchaus die Luftqualität ein wenig beeinflussen – wenn das denn nicht durch den konventionell motorisierten Lieferverkehr wieder zunichte gemacht würde. Der vom niedersächsischen Umweltministerum ausgewiesene Luftqualitätsindex für Göttingen wird zwar mit „gut“ ausgewiesen, doch liegt die Stadt niedersachsenweit gleichwohl in der Spitzengruppe jener Städte mit der höchsten Feinstaubbelastung (Messpunkt Bürgerstraße, Grenzwert 14mal überschritten).

Ob Elektrobusse zudem das Gelbe vom Ei sind, ist aber nicht einmal ausgemacht. Eine ernsthafte Alternative wäre der Wasserstoffantrieb, sobald endlich die damit noch verbundenen Probleme der Speicherung dieses unerschöpflichen Energieträgers sowie – auch hier – die Probleme der Infrastruktur beherzt angegangen würden. Lediglich 400 Tankstellen plant die Bundesregierung bis zum Jahr 2023 und noch wird ein Großteil des Wasserstoffs aus fossilen Energieträgern gewonnen, was aber durchaus auch per Elektrolyse direkt aus Wasser geschehen könnte. Wasserstoff ließe sich direkt in modifizierten Otto-Motoren verwenden, doch nur wenige Hersteller, etwa BMW, Daimler Benz und Mazda, forschen an dieser Technologie. Auch der Lkw-Hersteller MAN experimentiert bereits seit 1999 mit Wasserstoff, drei Busse wurden beispielsweise am Flughafen München eingesetzt und 2006 setzte MAN ebenfalls zwei Busse mit Wasserstoff bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Berlin ein. Auch die Berliner Verkehrsgesellschaft testet seit 2008 14 Wasserstoff-Busse im Linienverkehr.

Deutlich mehr Autohersteller setzen jedoch auf die Brennstoffzellentechnik, bei der Wasserstoff zunächst in elektrische Energie umgewandelt wird und einen Elektromotor im Fahrzeug antreibt. Sie erzielt höhere Wirkungsgrade – insbesondere im Teillastbereich – und ermöglicht gleichzeitig einen lautlosen Betrieb. Jedenfalls wären bei beiden Wasserstoff-Antrieben Diskussionen um schädliche Abgase ein für allemal vom Tisch.

Die nun für Göttingen vorgesehenen Hybrid-Busse werden auch weiterhin mit Diesel betrieben, sind gleichwohl aber ein Schritt in die richtige Richtung. „Mit dem jetzt vorgestellten und beschlossenen Konzept zeichnet sich endlich ein klarer Wandel ab, auch wenn der Systemwechsel Jahrzehnte bis zur vollen Umsetzung benötigen wird“, freut sich nun der „grüne“ Christdemokrat Hans-Georg Scherer ein wenig zu euphorisch, der wohl auch maßgeblich als Mitglied im Aufsichtsrat der Göttinger Verkehrsbetriebe diesen auf die Füße getreten hat. Doch solch ein Systemwechsel kostet. Und so ärgert sich Scherer gleichzeitig über die anstehende Fahrpreiserhöhung der GöVB: „Wir werden den Einstieg in die E-Mobilität nicht umsonst bekommen, aber die diesjährige Tariferhöhung hat damit absolut nicht zu tun. Wir warnen die Geschäftsführung davor, allgemeine Kostensteigerungen dem geplanten Systemwechsel anzulasten. Wenn die Göttinger Ratspolitik gemeinsam den Umstieg wünscht, dann wird sie dafür auch die notwendigen (Steuer-)Mittel bereitstellen müssen. Aus dem Portemonnaie der einzelnen Nutzer kann und darf diese große Aufgabe sicher nicht bewältigt werden.“

Doch irgendwo muss das Geld ja herkommen. Dann eben aus dem Portemonnaie aller (potenziellen) Nutzer.

 

Wohnraum
Grüne wollen Leerstand beenden
Landesgesetz „in greifbarer Nähe“

Die Grünen-Fraktion im Rat der Stadt Göttingen fordert in einem aktuellen Antrag, eine Satzung für die Stadt Göttingen zu entwickeln, die dazu geeignet ist, die Zweckentfremdung von Wohnraum zu verhindern.

Dazu der Fraktionsvorsitzende Rolf Becker: „Bereits seit längerem setzen wir uns – sowohl durch eine Ratsinitiative als auch gegenüber der Landesebene – dafür ein, der Zweckentfremdung von Wohnraum durch Leerstand wirksam begegnen zu können. Bisher waren uns als niedersächsischer Kommune hier die Hände gebunden, da ein entsprechendes Gesetz auf Landesebene fehlte. Dieses ist nun in greifbarer Nähe.“

Thomas Harms„Der unseligen Zweckentfremdung von Wohnraum in dieser Stadt muss endlich der Garaus gemacht werden. So wie in Kirchen keine Kartoffeln eingelagert werden sollen, dürfen aus Wohnungen keine Spekulationsobjekte gemacht werden“, ergänzt Thomas Harms (Abb.), Pastor und Grüner im Ausschuss für Soziales, Integration, Gesundheit und Wohnungsbau zu den „teilweise haarsträubenden Zweckentfremdungen“ von Wohnungen in der Stadt.

Aktuell ist auf Landesebene der Entwurf für ein Gesetz über das Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum in Abstimmung. Becker: „Wir freuen uns, dass Niedersachsen auf dem besten Wege ist, ein wirksames Instrument gegen Wohnraumzweckentfremdung zu gestalten.“ Die Grünen gehen davon aus, dass das Gesetz Anfang 2018 in Kraft tritt. Ziel ihres Antrags ist, dass auch die entsprechende Göttinger Satzung zum 1.1. 2018 in Kraft tritt, sodass ab Jahresbeginn gegen Wohnraumzweckentfremdung wirksam vorgegangen werden kann.

Harms abschließend: „Wir wollen den vorhandenen Wohnraum dem Wohnraummarkt wieder umfänglich zugänglich machen, um die Wohnungsnot nicht nur durch neues Bauen zu lindern.“
Der Antrag im Wortlaut:Weitere Informationen

 

Kriminalität
Häufung von Fahrraddiebstählen erschreckt Ratsparteien
Sichere Stellplätze sollen Abhilfe schaffen / ADFC-Test lässt Göttingen gut abschneiden

Die Fraktionsvorsitzenden von SPD und Grünen im Rat der Stadt sehen sich angesichts jüngst veröffentlichter Zahlen zum Fahrraddiebstahl darin bestätigt, dass sichere Radabstellanlagen in Göttingen dringend benötigt werden. Sie fordern deshalb die Verwaltung auf, einen gemeinsamen Antrag im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität zügig zu behandeln und noch in diesem Jahr sichere Stellplätze für (Elektro-) Fahrräder im Innenstadtbereich zu schaffen.

 
Diebstahl Werk von Sekunden: kaum gesicherte Räder in der CityFoto: L. Krey

Bereits in der Ratssitzung am 12. Mai hatten die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen einen Antrag zum Thema E-Mobilität auf den Weg gebracht. „Die Verwaltung wird beauftragt an vier Standorten im Innenstadtbereich (inkl. Bahnhofsbereich) sichere Stellplätze für jeweils bis zu fünf (Elektro-) Fahrräder einzurichten“, heißt es darin. Zwar wird der Radverkehr in Göttingen stark gefördert, doch gebe es angesichts der Zunahme „weder quantitativ noch qualitativ ausreichend sichere Fahrradstellplätze“, bemängelt Ausschussmitglied Uli Holefleisch (Grüne). Fahrraddiebstahl sei leider alltäglich geworden.

Vor allem ist er bestens organisiert, wie Recherchen von TV-Magazinen ergeben haben. Und: die Polizei ist ziemlich machtlos, sofern die Täter nicht unmittelbar beim Diebstahl gestellt werden. Im Westen der Republik beispielsweise existieren große Fahrrad-Umschlagplätze, die sich jedoch dem Zugriff der Justiz entziehen, solange kein konkreter Tatverdacht nachweisbar ist, weil sie sich auf Privatgelände befinden. Dort werden Unmengen von Rädern unter den Augen der Öffentlichkeit verschoben. Das dort lastwagenweise abtransportierte Diebesgut findet sich wenig später dann im Baltikum wieder, wie Recherchen mit eigens dafür präparierten Rädern ergeben haben.

Im aktuellen Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) wurde Niedersachsen als fahrradfreundlichstes Bundesland in Deutschland bezeichnet. Unter den Städten zwischen 100.000 und 200.000 Einwohnern konnte Göttingen bundesweit den Spitzenplatz belegen. „Dass ausgerechnet Göttingen mit seinem Radschnellweg bundesweit führt, bestätigt unsere Fahrradpolitik mit Weitsicht“, meinen die Landtags-Grünen dazu: Nur den Bestand zu erhalten bringe noch keine Verkehrswende, man müsse auch die Herausforderungen von morgen mitdenken und ins Handeln einfließen lassen. Deshalb: „Der Berufsradverkehr braucht Radschnellwege.“
„Auch wenn Göttingen jetzt einen ersten Platz belegt hat, so ist doch bei einer Gesamtnote von 3,3 noch einiges zu tun“, meint der verkehrspolitische Sprecher der Göttinger SPD-Fraktion, Volker Grothey. Besonders der häufige Fahrraddiebstahl und schlechte Führung an Baustellen sowie seltene Falschparkerkontrollen auf Radwegen wurden von den Befragten in Göttingen moniert.
 

Die von den Antragstellern geforderten „sicheren Abstellplätze“ können da nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein, zumal sie ja nur E-Bikes berücksichtigen. Die werden zwar bevorzugt geklaut, das Gros der Diebstähle betrifft allerdings ganz normale – zumeist hochwertige – Räder. Folglich werden, so die Vermutung der Antragsteller, „aus Angst vor Diebstahl oder mutwilliger Zerstörung … teure Fahrräder häufig nicht benutzt; stattdessen werden ältere, zumeist weniger gute Fahrräder eingesetzt oder Radfahrten ganz unterlassen.“

„Ob eine Fahrt mit dem Fahrrad gestartet wird, hängt auch von den Bedingungen am Ziel ab“, meint der mobilitätspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Volker Grothey. „Das sichere Parken am oder in der Nähe des Zielpunktes beeinflusst die Entscheidung zu Gunsten der Fahrradnutzung.“ Mit der Einrichtung von fünf sicheren Abstellplätzen an vier verschiedenen Standorten sollen nun erste Erfahrungen gesammelt werden, ob und unter welchen Bedingungen die Plätze angenommen werden, mit dem Hauptaugenmerk auf zentrale Lage, praktische Handhabung und Schutz vor Diebstahl. Andere Kommunen haben bereits mit abschließbaren Fahrradboxen experimentiert, da könne man sich vielleicht etwas abgucken. Dem professionell organisierten Diebstahl allerdings wird dies wohl kaum Einhalt gebieten.
Der Rats-Antrag im Wortlaut:Weitere Informationen

 

Flächennutzungsplan
Grüne für Beschleunigung und Intensivierung des Wohnungsbaus
SPD: Flächenversiegelung „Meilenstein für die Weiterentwicklung unserer Stadt“

Mit ihrer Zustimmung zum vorliegenden Flächennutzungsplan (FNP) machen die Grünen im Rat den Weg frei für die gemeinsam mit der SPD initiierten Ratsbeschlüsse zur Beschleunigung und Intensivierung des Wohnungsbaus. Das klingt zunächst einmal sehr sozial, hat aber durchaus auch seine Kehrseiten. Würde man nämlich dieselben Formulierungen „Beschleunigung und Intensivierung“ beispielsweise auf die Landwirtschaft oder auf das Bevölkerungswachstum anwenden, so wird schlagartig deutlich, dass sich zunehmend verschärfende gesellschaftliche Problemfelder mit solchen Beschreibungen allenfalls temporär mildern lassen, keineswegs aber einer zukunftsfähigen Lösung im Sinne von Nachhaltigkeit zugeführt werden.

Nun wird man von einer SPD nicht allzuviel mehr verlangen können als ihr tradiertes Verhaftetsein in Forderungen nach vermeintlich sozialen „Fortschritten“, welche in Zeiten deutlicher Unterprivilegierung der Arbeiterschaft wohl ihre Berechtigung hatten, die es so jedoch heute gar nicht mehr gibt. Von einer relativ jungen Partei wie den Grünen müsste man hingegen mehr verlangen können als „Es sei an der Zeit, jetzt beschleunigt zu bauen“, wie der Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Rat der Stadt, Rolf Becker, die Zustimmung seiner Fraktion begründet, denn: „Sollten wir das nicht schaffen, steigen die Immobilienpreise weiter, mit all den sozialen Folgen.“

Noch mal davongekommen: Areal für geplanten Golfplatz im Süden von Geismar (im Hintergrund)Foto: vs

Sollten sie es jedoch schaffen, werden die Grünen – und nicht nur sie – über kurz oder lang erneut vor die Wahl gestellt, welche Kleingärten oder anderen innerstädtischen Grünflächen sie wegen des zunehmenden Siedlungsdrucks anheim geben wollen oder – schlimmer noch – welche eigentlich schützenswerten Landschaften aus der näheren Umgebung plötzlich nicht mehr für schützenswert erachtet werden. Warum es so kommen wird? Weil bis heute niemand den politischen Mut aufbringt zu sagen: „Stopp – bis hierher und nicht weiter.“ Denn rote Linien sind längst schon überschritten. Und der Druck wird auch erkannt: „Viel Potenzial sehen die Grünen bei der weiteren Entwicklung von Elliehausen, es könnte auch den Druck aus der angespannten Diskussionslage am Holtenser Berg nehmen“, erklärt Becker.

Dass ihm die Zustimmung zum Flächennutzungsplan selbst nicht ganz geheuer ist, gibt er freimütig zu: „Trotz allem bleibt der FNP ein Kompromiss und aus Grüner Perspektive kritikwürdig.“ Statt massiv in die Nachverdichtung zu gehen oder neue Quartiere ganz bewusst zu gründen, werde die Stadt überall in Fortführung der aktuellen Wohnbebauung weiter ausgefranst. Man wolle deshalb die Umsetzung der Planungen „kritisch-konstruktiv“ begleiten. Die grüne Vorsitzende im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität, Sabine Morgenroth, hält ihrer Partei entschuldigend zugute, dass es wenigstens gelungen sei, „einige besonders schützenswerte Flächen im Außenbereich aus der Flächenbevorratung herauszunehmen und im Landschaftsschutz zu belassen“ und zählt dabei den avisierten Golfplatz südlich von Geismar auf, das Areal um den Bismarckstein und den Helmsgrund.

Was sie nicht sagt, aber zwischen den Zeilen herauszulesen ist: dass einige ursprünglich schützenswerte Flächen nun plötzlich nicht mehr schützenswert sind und – so darf man bei andauerndem und politisch gefördertem Siedlungsdruck prognostizieren – auch diese Schutzgebiete einmal dem politischen Opportunismus zum Opfer fallen werden. Da stellt sich dann ein grundsätzliches Problem der Grünen: wollen sie eine etablierte, glattgeschliffene 15-Prozent-Partei bleiben oder sich auf ihre ursprünglichen Werte besinnen, auch auf die Gefahr hin, zunächst bei fünf bis acht Prozent vor sich hin zu dümpeln. Aber davon scheinen sie ja gar nicht mehr allzu weit entfernt zu sein. Sie sollten es als Chance begreifen.

SPD: „Meilenstein für die Weiterentwicklung unserer Stadt“
Der neue Flächennutzungsplan sei ein „Meilenstein für die Weiterentwicklung unserer Stadt und ihrer Ortsteile“, sekundiert auch die baupolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sylvia Binkenstein, der alte sei zahlreichen „neuen Herausforderungen“ nicht mehr gerecht geworden. Das war nicht anders zu erwarten. Denn Arbeitsplätze zu schaffen und dafür Wohnraum bereit zu stellen, „die Belange der Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen sowie … Standorte für Gewerbe und Industrie“ expandieren zu lassen, auch wenn dabei immer mehr Lebensressourcen flöten gehen, kann in den Augen von Sozialdemokraten nur sozial sein. Da muss man nicht lange über Spätfolgen solcher zahlreichen „neuen Herausforderungen“ nachdenken, das können andere Generationen später tun. So hofft man, mit kurzfristigen und wohl auch kurzsichtigen Erfolgen die Wähler bei der Stange zu halten, was aber nun schon dreimal in die Hose gegangen ist.

Vorausschauendes Denken und über spätere Konsequenzen nachdenken? Fehlanzeige. Da unterscheiden sich die beiden Göttinger Koalitionäre nicht allzu sehr. Die Geister, die man regelmäßig ruft, indem man Wachstum mit Wohlstand gleichsetzt, bekommt man heute kaum noch in die Flasche zurück. Man will es wohl auch gar nicht, weil es Wählerstimmen kosten würde. So unterbleibt, was eigentlich erforderlich wäre, schiebt man wesentliche Probleme, die längst gelöst werden müssten (und könnten), immer weiter vor sich her, weil man die Bürger mit nicht einlösbaren Versprechungen jahrzehntelang „angefüttert“ hat. Sie hätten längst „abgestillt“ werden müssen.

Dass die Bundesregierung genug für den Umweltschutz tue – dieser Meinung sind nach einer Studie des Umweltministeriums vom April dieses Jahres lediglich neun Prozent der Befragten. Dabei folgt der Umweltschutz nach ihren Aussagen in der Rangordnung der aktuell wichtigsten Probleme gleich an dritter Stelle, hinter Zuwanderung und Kriminalität. Doch so autoverwöhnt, wie sie von der Politik umworben werden, so inkonsequent sind sie: zwar geben 61 Prozent der Autofahrer in Großstädten an, zu einem Umstieg auf andere Verkehrsmittel bereit zu sein, verwirklichen tun sie es aber nicht. Angeblich stehen dem zu hohe Hürden, will heißen: Unbequemlichkeiten entgegen.
Im Mikrokosmos Göttingen kann man es nachvollziehen.

 
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